deckekleit
stN.
‘etw. zum Bedecken’
si [Jeschûte] hete ie snahtes deckekleit, / swie
blôz si bîme tage reit Parz
272,25;
ein swach deckekleit, / daz um sine lenden wart geleit Brun
10202;
kegen dem ougen der kundekeit / so ist Maria ein deckekleit ebd.
2531
u.ö.
MWB 1 1244,51; Bearbeiterin: Baumgarte
deckel
M.
‘Deckel’
operculum: trincke vas lit oder deckel VocClos
Op3
MWB 1 1244,57; Bearbeiterin: Baumgarte
decke|lachen
stN.
auch declach(en).
Tuch o.ä., das etw. bedeckt (vgl. decke):
– i.d.R. ‘Bettdecke’ (oft aus Fell):
diu declachen härmîn vil manegiu man dâ sach / und von
swarzem zobele, dar under si ir gemach / des nahtes schaffen solden
NibB
1826,1;
belze, kursene, deckelachen sulen nit anders sîn wenne von
schêfînen unde von geiz vellen StatDtOrd
38,33;
StRPrag
24;
GrRud
αb 5;
Craun
1139;
SHort
10536.
– Überwurf für Pferde:
schœne ros, / ûf den man tiure decklach kôs UvEtzAlex
13078.
– Wandbehang:
die wende er ouch behenken bat / [...] / vil
declachen sîdîn / hiez er mit kostenlîcher kür / durch gezierde henken vür
RvEAlex
13258.
– übertr.:
der tiufel kan vil wunders machen / under valscher triuwe deckelachen
Renner
17228.
21375
MWB 1 1244,59; Bearbeiterin: Baumgarte
decke|lachenmachære
stM.
‘Decklakenmacher, -weber’
der declagchmecher ampt zo Colne UrkKöln
1,397
(a. 1345?)
MWB 1 1245,11; Bearbeiterin: Baumgarte
deckemantel
stM.
‘verdeckendes Gewand’ (nur übertr.):
glîchsenheit deckemantel / hât sô manigerleie wantel, / daz nieman weiz an wen
er sich / mac lâzen Renner
17199
MWB 1 1245,14; Bearbeiterin: Baumgarte
deckemäntelîn
stN.
Dimin zu
deckemantel
:
niemen ist sô übel, ern gere daz sîn übele ein deckementelîn müge haben, daz
sîn schande niht gar blecke DvASchr
349,31
MWB 1 1245,18; Bearbeiterin: Baumgarte
decken
swV.
zu dach stN., Prät. dahte und dacte, vereinzelt
decte (z.B. Roth
4844);
Part. gedecket, selten gedaht (z.B. Eracl
303, EnikWchr
10343).
1
‘etw. bedecken, einhüllen, überspannen’
2 bildl. und übertr. Verwendungen 3 phras. (?) ein echt ~
‘einen (Ehe-)Vertrag schließen’ (?) (vgl. Glr.z.St.)
1
‘etw. bedecken, einhüllen, überspannen’
EnikWchr
1451;
di [...] / dahten ir hûs dâ mite
SAlex
6767;
also der leip mit dem gewande gedechet ist, also ist diu sel
mit dem libe gedekchet PrOberalt
8,40;
[der Sommer] der den wilden walt / und die heide
wolgestalt / mit gezierde decket KLD:Kzl
7: 2,12;
der tisch gedecket muose sîn. / sîne tohter bat er komn / ze
tische Parz
175,20;
klein unde grôz, wilt unde zam, / swaz decket himels schîbe
KLD:Kzl
2: 13,17.
– mit Ersparung des Obj.:
du enthullis vnde deckes Litan
152;
mit Refl.-Pron. ‘sich bedecken’
mit loube dekkit sich der walt Anno
3,14.
–
‘etw. verdecken, verbergen’
mit dem schilte dacter ie / daz bluot und die wunden /
vor den unkunden Tr
7132;
er dahte sine scameheit VMos
14,7;
hierher oder zu
decke
stF.:
ich hêt ungerne ‘decke blôz!’ / gerüefet, dô ich si nacket
sach Walth
54,21
(vgl. Wilmanns, Walth., Anm.z.St. und Singer, Studien, PBB 44 (1920), S.
465f.);
dekend mitt falschem maͤntellin KvHelmsd
2150;
ob ein andriu missevaren hât, / daz decket niht mîn
missetât Eracl
3848;
Brun
2887.
–
‘jmdn. decken, abschirmen, schützen’
wir umbe dich erwerben got, daz uns noch teke dîner sælden
van SM:JvR
1: 6,6;
mîn helfe muoz in iemer / genædeclichen decken KvWHvK
677;
owê daz nû der selbe list / niht mangen herren decket, /
der bœser rede sîn ôre enblecket KvWLd
25,8;
mit Refl.-Pron. ‘sich decken, schützen’
sich dahte mit dem schilde der tiwer degen hêr
NibB
2037,2;
mit Ersparung des Akk.:
an der stat dâ man mit schilden decket
KLD:UvL
38: 5,5
2
bildl. und übertr. Verwendungen:
– (anknüpfend an
Wartb
39,9
(ûf diz selbe zimber [bildl. für Rätsel] hoert von erz ein
dach [eine unangreifbare Lösung]):
sît ich mit erze decken sol Wartb
Rs 40,1.
Rs 40,10.
Rs 43,1.
–
‘vollständig abdecken, umfassen’
vrouwe ist ein name, der al ir art mit einem nennen decket Frl
5:106,6.
–
nôt ~
‘Not abwehren’ (?), ‘einen Bedarf decken’
(?):
v̂z des [Johannis, des Apostels] grabi noch
wehsit himilbrôt, / daz dekkit manigirslahte nôt Anno
5,15
3
phras. (?) ein echt ~
‘einen (Ehe-)Vertrag schließen’ (?) (vgl. Glr.z.St.):
der heilige geist hete ein echt / mit Marien gedeckit Brun
5327
MWB 1 1245,22; Bearbeiterin: Baumgarte
deckensatel
stM.
‘Sattelbespanner’
Friderich der dechensatel UrkCorp
2784,6.
2738,36
MWB 1 1246,6; Bearbeiterin: Baumgarte
deckesal
stN.
‘Bedeckung’ (zur Synonymik vgl. die Übers. von Ps 60,5, 62,8
und 101,27 in PsTr und PsWindb ):
in dem dechesale uettache dinere [interl. zu in uelamento
alarum tuarum
]
PsWindb
62,8;
alse daz gewant solen si alten unde alse ein dechesal
[
opertorium
] solt du wandelen si
PsTr
101,27
MWB 1 1246,8; Bearbeiterin: Baumgarte
deckeschûr
stSubst.
zu
schûr1
stM. (?)
‘Schutzschirm’
Maria bis ir deckeschur / vor dem leidigen tubel Brun
5943;
also ist ir hals eine deckeschur [Hs.
deckeschuͤr
] / uns kegen des tubels heizen
vur [d.i. viur
]
ebd.
3298
MWB 1 1246,15; Bearbeiterin: Baumgarte
deckevël
stN.
‘Decke, Laken’
velamen: decke vel VocClos
Ve17
MWB 1 1246,20; Bearbeiterin: Baumgarte
deckunge
stF.
‘Be- oder Verdeckung’
schoͤn red ist ein bewar / und ein dekchung aller tat
/ dw ein iegleich mensch begat Teichn
122,27
MWB 1 1246,22; Bearbeiterin: Baumgarte
declârieren
swV.
‘erklären, offenlegen’
die schrift uns declarieret, / wie got getriplizieret, / ân wandel, ganz,
unhone, / ein wesen und dri persone, / einic und doch gedriet MinneR 28
1
MWB 1 1246,25; Bearbeiterin: Baumgarte
decrêt
stswN.
‘(rechts-)verbindliche Anordung, Vorschrift’ (aus lat.
decretum):
unde stêt ouch an disem buoche keiner slahte [...]
urteil wan als [...] die meistere durch ir liebe ûz
decrêten unde ûz decretâlen habent gezogen SchwSp(W)
4,25;
heizet iuwer decrête lesen, / swaz mir ze tuonne geschiht KvFuss
568.
– von den Gesetzen, Vorschriften und Geboten der Bibel (Moses, Elias), immer
als Reimwort zu prophêt:
als die prophêten / hânt in den decrêten / der heilgen schrifte vor gesaget
Erlös
2834;
ein buch gab man ym [Jesus] der decreten / Esaye
dar, des propheten EvStPaul
6282;
in den decreten / der e Moyses vnd propheten ebd.
11065
u.ö.
– Sammlung von Gesetzen (vgl. LexMA 3,623-625):
er hete datz Padou gelesen / daz decretal und daz decret Ottok
13083;
ein decretâl und ein decrêt / sint in des bâbstes hofe bekant Renner
9081
MWB 1 1246,29; Bearbeiterin: Baumgarte
decretâl
stN.
‘kirchenrechtl. Entscheidung des Papstes, Sammlungen kanonischen
Rechts’ (vgl. LexMA 3,655-664)
ein decretâl und ein decrêt / sint in des bâbstes hofe bekant Renner
9081;
dâ es geschriben stât / an dem buoch, [...] / das man
decretâles nennet Ammenh
7451;
SchwSp(W)
4,25;
Ottok
13083
MWB 1 1246,47; Bearbeiterin: Baumgarte
decuriô
M. (lat.)
Angehöriger der den städtischen Rat stellenden Oberschicht (vgl. LexMA
3,626f.):
nû quam ouch Jôsêp hin, / ein edel
decuriô [
nobilis decurio Mc 15,43; s.a. homo
dives Mt 27,57] / von Aramathî KvHeimUrst
807.
1341;
GvJudenb
2153
MWB 1 1246,54; Bearbeiterin: Baumgarte
degen
swV.
‘jmdn. ruhig machen, zum Schweigen bringen’ (vgl.
dagen):
dâ wert [werdet] ir scheltære
gideget Erinn
960;
daz er si gedegete / in mildeclicher gude, / der frouwen ungemude Elis
4460;
da man daz kint in legete / so iz die amme degete / unde mit der spune
[Muttermilch] neme war ebd.
510
MWB 1 1246,60; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgen
stM.
kontrahiert auch deyn.
‘Person männlichen Geschlechts’
1
‘Mann’
2 i.d.R. ‘Gefolgsmann, (herausragender) Kämpfer, Held’
3
‘Knabe, Jüngling, männliches Kind’
1
‘Mann’
man syet doch daz Got manchen deyn / der gut, gerecht, gewaldic ist, / und in
doch wirfet in den mist / an alle schult Hiob
13488
2
i.d.R. ‘Gefolgsmann, (herausragender) Kämpfer, Held’
dô nam er silber unde golt, / er machet ime manegen degen holt
VAlex
1394;
bitet iuwer degene, daz si iu ouch ze helfe kumen
NibB
159,4
u.ö.;
das man durh ir manliche kraft / die stoltzen wigande / rehte degene nande
RvEWchr
30864;
Iw
7001;
übertr.:
etlicher über den becher siht, / so er trinket, daz enstet
niht wol; / den habet für einen degen niht, / da man den besten haben sol
TannhHofz
91;
auch als Beiname und Anrede:
Dietherich der degin Roth
2057;
NibB
54,1
u.ö.;
sîn bruoder ist geheizen der degen Gelpfrât, / ein herre
in Beyerlande ebd.
1546,1;
wie nv, helt, kvne degen? Herb
12459.
– in der Verbindung gotes
~
→
gotesdëgen
3
‘Knabe, Jüngling, männliches Kind’
– im Gegensatz zum weiblichen (vgl. degenkint):
ze Rôme in aller der stat / enwas degen noch maget / nâch
siben jâren, / daz si daz verbæren, / sine bræhten ir opher dar
Kchr
98;
do Maria gruͦs ir [Elisabeth] sprach. /
des wart der junge degen fro / den si
[E.] truͦg in ir libe do WernhMl
2305.
– unter dem Aspekt der sexuellen Unerfahrenheit:
alle die unkûsclîche lebeten / oder huores dâ pflegeten, /
[...] man enpfie si dâ wirdichlîche. / chom maget
oder degen, / [...] ze den hêten si deheine minne
Kchr
165;
ein ander mein vater ist, / wann du noch ein degenn pist Märt
23810
MWB 1 1247,3; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgenen
swV.
hier Part. Prät. ‘zum dëgen gemacht’ (Lexer 1,414)
oder ‘mit den Eigenschaften eines dëgen begabt’
niht lebt ein junger ritter baz gedegent JTit
1546,4
MWB 1 1247,35; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgenhaft
Adj.
‘heldenhaft, mutig’
Ryales degenhafter muͦt / behuͦt in do vor todes pin
WhvÖst
4450;
gewinnet mir mit guoter kraft / zwelf knehte degenhaft DietrGlesse
482
MWB 1 1247,39; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgenheit
stF.
1
‘Heldenhaftigkeit, Kampfesmut’
2
‘Kämpfen, Kampfgeschick’
1
‘Heldenhaftigkeit, Kampfesmut’
er was noch herter denne ein flins / an ritterlicher degenheit
KvWTurn
859;
doch möhte in niemer hân genert / sîn kraft und al sîn degenheit, / wær im diu
helfe niht bereit / gewesen von der vrouwen sîn KvWTroj
9837;
maniger slaht zalt er in vor, / dâmit er si erheizte / ûf degenheit und reizte
/ und ûf baltlich gebârn Ottok
16090;
heldes muͦt und degenhait WhvÖst
4766
2
‘Kämpfen, Kampfgeschick’
mir ist dicke daz gesaget, / daz er mêr mit wîsheite / dan
mit degenheite / dih kuninc wil bedwingen SAlex
2536;
wende die werlt noch nie getruoc / notvestirn man zuͦ
deginheit Athis
F 111;
der was verre gegangin / vz der riesin lande / durch degenhete
[der kämpferischen Herausforderung] willen
Roth
768.
1315;
der haizet ime singen / von werltlichen dingen / unt von der
degenhaite [von Heldentaten]
HimmlJer
452
MWB 1 1247,43; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgenîn
stF.
‘Heldin’
dô er [Gott]
[...] sôgetân
kuonheit in ir [Judiths] herze / gap, des Olofernes
smerze / und sîn houbt geziuc muoz sîn, / daz si wêr ein degenîn Renner
12332
MWB 1 1247,61; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgenkindelîn
stN.
‘Kind männlichen Geschlechts’
aber die man, die ir frawen des morgens gegen tag beslâfent,
wenne des rainen pluotes zeit ist, die machent gar saubreu degenkindel oder gar
frecheu röscheu maidel BdN
183,13;
HDeckeII
59;
EnikWchr
3689.
4074
MWB 1 1248,1; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgenkint
stN.
‘Kind männlichen Geschlechts, Jüngling’
under den menschen werdent mêr dirnkint geporn dann degenkint
BdN
183,3;
wir haben an der schrift, daz dehein degenkint enmac nieman
vrî lâzen, er ensî zweinzic jâr alt SpdtL
136,4;
Spec
15,15
MWB 1 1248,7; Bearbeiterin: Baumgarte
dëgenlich
Adj., Adv.
adv. auch -lichen.
‘heldenhaft’
dar zô stunt mir der mût, / daz ih si [die
Dame] gerne irworbe / oder degintlîchen sturbe
SAlex
2761;
dennochtt gar degenlichen hieltt / Schyro, der grosser
manhaitt wieltt GTroj
16901;
dú scrift von ir deginheit / degenlichú wundir seit RvEWchr
30866.
–
‘kampfbereit, zum Kampf gerüstet’
dô sprungen zuo den fîenden des marcgrâven man. / man sach si
nâch ir herren vil degenlîche gân. / diu snîdenden wâfen si truogen an der hant
NibB
2209,2.
102,2
MWB 1 1248,13; Bearbeiterin: Baumgarte |