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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   drusene - dûm|elle    


drusene stF. trusene

MWB 1 1388,26;

drüʒʒel stM. auch stN. ( Pilgerf ). ‘Kehle, Schlund, Hals’ (von Mensch und Tier, vgl. droʒʒe): daz fleuma sich gesament hat in dem druzzel SalArz 100,1; der rätich [...] ist dem haupt schad und den zenden und dem drüzzel und den augen BdN 418,36; als ein nuwer boͤde der hait das druͤssel / und hat balde gesaget und ertzelet / was das hertze hat ußerwelt Pilgerf 10569; ab durch den druzzel get ein suze spruch Brun 3192; swer mich unêret, / [...], / dem heiz ich den drüzzel / slahen von dem lîb sîn EnikWchr 23582; Walth 103,34. – ‘Nasen-, Mundraum’ (vgl. nasedrüʒʒel): sluͦch er den chunich nider unz oͮf die zende / durch daz hirn nidere und durch den druzel dan Rab 436,2. da brach der megede sluzzel / dem tuvele sinen druzzel, / mit dem her die sele swalk / in sinen vurigen balk HeslApk 7636

MWB 1 1388,27; Bearbeiter: Diehl

drüʒʒelbant stN. ‘Halsband’ ein drüzzelbant von einem swîn an sînen hals er legen sol Kolm(B) 120,24 (1KonrW/7/510b)

MWB 1 1388,44; Bearbeiter: Diehl

drüʒʒelslac stM. ‘Schlag aufs Maul’ wil er es niht gerâten, einen drüzzelslac muoz er hân RosengD 124,2

MWB 1 1388,47; Bearbeiter: Diehl

drüʒʒelstôʒ stM. ‘Schlag aufs Maul’ wes sich der tôre güffe, / vor im genæse niemen, würd joch im ein drüzzelstôz Neidh WL 11:5,9

MWB 1 1388,50; Bearbeiter: Diehl

du, dû Pers.-Pron. 2. Sg. zur Quantität vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 40,A 2. 1 ‘du’
1.1 Nom. unbetont du , abgeschwächt de , selten duo (z.B. TrSilv , Athis und im Reim, vgl. 2 5 Mhd. Gr. § M 40 und Weinhold, Mhd. Gr. § 473), oft verschmolzen mit vokalisch anlautenden Pron., z.B. ëz, uns zu dûs, dûns
1.2 Gen. (vgl. dîn Poss.-Pron.)
1.3 Dat. dir , abgeschwächt der , md. auch , bair. dier
1.4 Akk. dich
2 Anrede [vgl. ausführlich G. Ehrismann, Duzen und Ihrzen im Mittelalter, in: Zs.f.dt. Wortforschung 1 (1901), S. 117-149; 2 (1902), S. 118-159; 4 (1903), S. 210-248; 5 (1904), S. 127-220]
2.1 unter Gleichgestellten und Vertrauten, auch im Gebet, bei Personifikationen u.ä.
2.2 Anrede Abhängiger durch höhergestellte Personen (z.B. Besiegte, Untergebene, jüngere Familienmitglieder u.ä.)
2.3 auf hierarchische Differenzierung verzichtend
3 zum relativischen Anschluss eines Hauptsatzes (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 115; meist in frühmhd. Texten in Verbindung mit dâ, der/dir , deren Mehrdeutigkeit z.T. die genaue Zuordnung erschwert)
4 sprichw
   1 ‘du’ ich pin mit dir vnd behuͤte dich vnd phlege din Konr 14,85; herre, benimest dû uns dich, sô gip uns einen andern dich, anders uns engenüeget niht dan an dir, wan wir enwellen niht dan dich Eckh 1:343,9    1.1 Nom. unbetont du, abgeschwächt de, selten duo (z.B. TrSilv , Athis und im Reim, vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 40 und Weinhold, Mhd. Gr. § 473), oft verschmolzen mit vokalisch anlautenden Pron., z.B. ëz, uns zu dûs, dûns: wâfen, minne, wie hâst dû mir sô getân! SM:Te 5: 1,1; ich unde duo [ zuo:] / wir haben iemer mêre / verloren unser êre Tr 10306; deme salt dvͦ werden vndirtan TrSilv 141; ân klobwürste solt dûs nicht lân SM:Had 20: 3,7; diu dûns vür zelst Tr 3067; got daz erbarmen müeze / daz de ie gefrumtest selhe nôt Parz 476,11. – subst.: hêrre, alsus mochte ich und mich / werden ein dû und ein dich Widerstr 323    1.2 Gen. (vgl. dîn Poss.-Pron.): got hüete dîn Parz 124,17; MF:Wolfr 5:1,15; din wirt nie dehein rat Herb 17205    1.3 Dat. dir, abgeschwächt der, md. auch , bair. dier: im und dir, dir unde mir, / hin und her, sus unde alsô KLD:UvL 41: 7,4; mich dunket, dirst ouch wol dar mite Tr 9911; œheim, waz wirret dier? [:stier ] Parz 795,29; daz sal der wesen vndirtan Roth 2815; MF:Mor 2:4,9; sie woldin di schaden herre Roth 1696. – hierher (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 92) oder abgeschwächtes dar (?): nu stant uf, du guoti Judith / [...], / unde geinc dir zi demo gizelti ÄJud 205    1.4 Akk. dich: ich wil dich ze anegenge haben / in worten unt in werchen VEzzo 65; wale muozen sie dig eren: / du bis muoder ires heren MarldA 98; su sprach woli dich kunic Salomon LobSal 193    2 Anrede [vgl. ausführlich G. Ehrismann, Duzen und Ihrzen im Mittelalter, in: Zs.f.dt. Wortforschung 1 (1901), S. 117-149; 2 (1902), S. 118-159; 4 (1903), S. 210-248; 5 (1904), S. 127-220]: ‘ir herren’ spræch man wol zuo in, / ‘dû herre’ daz wær âne sin Helbl 8,426; ez sint her bî mînen tagen / ze tôde mêr dann drî erslagen, / die ir genôze hiezen dû ebd. 8,437    2.1 unter Gleichgestellten und Vertrauten, auch im Gebet, bei Personifikationen u.ä.: Tharsillâ, liebez wîp, / dû bist mir alse der lîp Kchr 12856; nu suln ouch wir gesellen sîn, / dû der mîn und ich der dîn Tr 3726; frouwe, [...] / wis du mîn, sô bin ich dîn. / herre, des mac niht gesîn. / sît ir iuwer, ich bin mîn KLD:UvL 30: 7,5; einer frâget lîhte nû / war umb ich dich heize ‘dû’. / dast von rehter liebe KLD:SvL 4:2,7; bistuz niht Helmbrecht, mîn kint, / sît ir ein Bêheim Helmbr 775; Vateruns(Sch) 98; minne, dû weist wol, ez ist diu liebe diech dâ meine KLD:GvN 7: 3,5    2.2 Anrede Abhängiger durch höhergestellte Personen (z.B. Besiegte, Untergebene, jüngere Familienmitglieder u.ä.): ‘frouwe [Mutter] , der [Minne] erkenne ich niht.’ / ‘dû [Tochter] salt sie erkennen noch.’ En 9809; [Iwein zum Knappen:] nû lâ dir wesen gâch, / und sich daz dûz wol verdagest Iw 959. 807    2.3 auf hierarchische Differenzierung verzichtend: heil sist du keiser here Rol 711; sie sprâchen zuo dem künege dô: / herre guot, wie tuost dû sô RvEBarl 518    3 zum relativischen Anschluss eines Hauptsatzes (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 115; meist in frühmhd. Texten in Verbindung mit dâ, der/dir, deren Mehrdeutigkeit z.T. die genaue Zuordnung erschwert): osponse. dú der nú bíst in sinu patris Will 130,4. 148,2; sancte Maria, du da bist / wariu muoter, reiniu maget SüklV 8; nu hore du, vrouwe, minen ruof; / dich da got zuo diu gescuof, / e ich ie wurde ebd. 77; herre uber elliu dinch, / dir da wol muglich sint / mine sculde ze vergebenne ebd. 633. 151. 579; Agnes heilige magit, / zunsir helfe sis dv geladit. / dv di werlt fru lieze Litan 1038; inclita lux mundi, / du dir habis in dinir kundi / erdin undi lufti LobSal 2; du irwelte mirre, / du der wæzzest also verre MarldM 74; gesegent sistv, herre, dv da komen bist in dem gotes namen Spec 46,21; SuTheol 317; vater, du dir in den himelen bist Vateruns 64; herre, du der unser not waist, / sent uns dinen sibenvalten gaist SiebenZ 87; du herre, du der mit samet uns bist, / du uns daz ware lieht gibest VEzzo 28; dv da maisterinne bist, sage ir die warheit PrBerthKl 6,34; fraglich: nv vernement ir lieben ivncvrowen dv da wilt sin ein vrivndin [...] des togenin minners PrWack 56,519    4 sprichw: daz tv nvt wilt daz dir ieman tvͦge daz sold oͥch tv nieman tvͦn BrEng 61; tuostu mir, sam tuon ich dir Renner 9922; daz kît: mir ist umbe dich / rehte als dir ist umbe mich Walth 49,20; mâc, ich wird dir sam dû bist mir KLD:Kzl 16: 11,13

MWB 1 1388,53; Bearbeiter: Diehl

dubbel Adj. ‘doppelt’ (aus afrz. doble, mnl. dubbel, nur mfrk. belegt): de gerichter allet dubbel syn sullen Rosenqvist 2,225 (a. 1339); wilch van in in me rade is, de sal dar vmbe sine hogezide neit dubbil hain UrkKöln 1,24 (a. 1341)

MWB 1 1390,18; Bearbeiter: Diehl

dublet Subst. eine Stoffart (aus afrz. doblet): von dublêt guot genuoc / ein hulft [Decke] ob sînem satele lac Bit 2308

MWB 1 1390,23; Bearbeiter: Diehl

dublîn Adj. ‘doppelt’ (aus afrz. doble, vgl. Heinzle, Wh., S. 1071): wære der halsberc niht dublîn, / ez müese aldâ sîn ende sîn Wh 410,21

MWB 1 1390,26; Bearbeiter: Diehl

duc M. ‘Herzog’ (aus afrz. duc): der selbe hiez li duc Morgân Tr 334; sîn bruoder duc Marangliez Parz 354,18; ledec ist duc de Gôwerzîn ebd. 623,24 u.ö.

MWB 1 1390,29; Bearbeiter: Diehl

ducente Num. ‘zweihundert’ (aus lat. ducenti): die heiden niht vergazen gen Mahomet ir krie. / [...] / ze beider sit ducente waren mit ir strit in der gemeine JTit 1580,4

MWB 1 1390,33; Bearbeiter: Diehl

ducisse F. ‘Herzogin’ (aus lat. ducissa, vgl. doschesse ): ducisse ûz Katelangen, lâ mich geniezen Tit 58,1; Sigune, helfe riche, / [...] / ducisse aller zuchte, nu la mich des geniezen JTit 721,1 u.ö.

MWB 1 1390,37; Bearbeiter: Diehl

ducissinne stF. ‘Herzogin’ soltu der ducissen [La. dvcissinne ] minne bevinden JTit 780,2

MWB 1 1390,42; Bearbeiter: Diehl

dûge swF. ‘Daube, Brett eines geböttcherten Holzgefäßes’ (zu mlat. doga, vgl. AWB 2,713f.; Besse, Gefäß- u. Hohlmaßbez., S. 84f.): duga GlHvB 400,22; swer von Strâzburg zvns dûgin koufit, der sol [...] zwischin vnsir stat vnde Strâzburg mit den dûgin vnsrin vridin [...] habin UrkCorp (WMU) N3,43,1; sie [...] sollent har schicken dugen zu einer badbütte, die soll binden ein bumeister und soll der keller geben die reiffe WeistGr 1,729 (a. 1338 kopial)

MWB 1 1390,44; Bearbeiter: Diehl

dûgen swV. ‘sinken’ so diu creature ie liehter ist, so dringet ez [die Materie] ie me hin uf, alse diu flamme. daz abir ie swerer ist, daz duget so ez meist mac zuo dem centrum MNat 3,15

MWB 1 1390,54; Bearbeiter: Diehl

1dult stF. auch dolt. 1 ‘Langmut, Geduld im Leiden’
2 ‘Leid’
   1 ‘Langmut, Geduld im Leiden’ kumit dir ein leit zcu handen / vnd mac dirz nicht wol geandin, / da zcu saltu dine dult kerin Elmend A 843; ob her û is von herzen holt / und er mit manlîcher dolt / in sîme herzen minne treit En 1596; muoter, nû habt iuwer dolt / und lebet sanftes muotes Volrat 86. – als christl. Tugend: die cristenliche minne, / dult unde demuot SüklV 762; [die Minne] an daz cruce bant / mit willeclicher dulde / vor unser alden schulde / Jhesum Cristum, den heilant, / gotis sun Daniel 5211; uf daz mir [im Martyrium] also wurde / die kraft der heiligen dult Pass III 183,48    2 ‘Leid’ ez ist im selb ein jamers duld / und ein uͤbel Teichn 246,100

MWB 1 1390,58; Bearbeiter: Diehl

2dult stF. tult

MWB 1 1391,8;

dultec Adj. ‘geduldig’ (überw. präd.): si waz dultich, swie dikch si gestroffet wuͤrd PrOberalt 62,31; vnd sol man gar gehorsam sin vnd gar dvltig, tvͤmotig, sitic, maͤzzig, andethic vnd emzig an dem gebet SpitEich 41,24; waz ir unrechtez geschach, dar zu waz si gar duldic HlReg 87,9. – ‘langmütig’ herre got genædiger und baremherciger dultiger [ patiens ] und uil genædich PsM 85,15. ~ sîn mit Akk. ‘etw. ertragen, auf sich nehmen’ ich bin, der die manslaht begie, / [...] / und sol ouch billich duldic / sîn des gerihtes strâfen HvBer 5960. 1347

MWB 1 1391,9; Bearbeiter: Diehl

dultecheit stF. ‘Langmut, Geduld im Leiden’ swer minnen wil die dultekeit, der hüete sich vor zageheit, / daz er dultec sî durch got, / niht durch der zageheit gebot WälGa 10057; tvͤmvtighait und tvltikait in vngelvke vnd in siechtag SpitEich 36,15. 42,18; gott wil in göttlichen rautt / geben, wer dulttekaitt / in sines hertzen schrine traitt GTroj 241

MWB 1 1391,21; Bearbeiter: Diehl

dulteclich Adj., Adv. adv. auch -lichen. ‘geduldig’ daz wir daz himelrîche / erwerben sicherlîche / bî duldeklîcher zer Walth 77,39; BrZw 68. – überw. adv.: vrowe, ein dinc sal ich u sagen, / woldet ir iz duldecliche tragen, / daz u vil liep were GrRud I 17; daz er sölhen ungemach / leit sô dulticlîchen / durch got den vil rîchen EnikWchr 13349; daz sol er dvldiclichen liden BrHoh 4

MWB 1 1391,29; Bearbeiter: Diehl

dulten swV. 1 intr. ‘dulden, leiden’
2 tr. (meist mit Akk.d.S.) ‘etw. (jmdn.) erdulden’
2.1 ‘etw. ertragen, erleiden’
2.2 ‘etw. auf sich nehmen, bewusst ertragen’
2.3 ‘etw. zulassen, geschehen lassen, hinnehmen’
2.4 ‘etw. als angenehm empfinden’ (oft gemach ~ )
2.5 mit Akk. und präp. Erg. ‘etw./jmdn. als etw. anerkennen’
   1 intr. ‘dulden, leiden’ daz der ze rehte dulten sol / der ê gerihte in hôher dol RvEBarl 10627; so wil ich üch es wissen lon, / wie ich doch dulde schwere GTroj 6265. – phras. ‘wer siegen will, muss dulden’ (vgl. TPMA 2,317): sus ein pôêta spricht: / [...] / swer dâ dult, der vint den sic; / wiltû gesigin, duldin pflic! NvJer 2248    2 tr. (meist mit Akk.d.S.) ‘etw. (jmdn.) erdulden’    2.1 ‘etw. ertragen, erleiden’ wir alle dulten den tot Hochz 871; von ir dulde ich ungemach, / manig ‘ach’ / füeget mir diu reine SM:WvT 3: 3,1; wann er das ryten nit kund gedulden Lanc 193,33; daz er darumbe fürbaz / Apollen und Machmeten haz / nimmer mêr gedulde / umb die selben schulde Ottok 49013. – mit Nebensatz: wan diu vil leider dulten sol, / swaz der lîp alhie getuot, / ez sî übel oder guot RvEBarl 14850; so sol der siechmaister dvlden vnd helffen, swaz den hof anget UrkCorp (WMU) 3583,37; nu duldet doch das es vor uch hange an uwerm sattelbogen Lanc 145,14. – mit Akk.d.P. ‘jmdn. dulden’ jst aber, daz der herre den [...] in dem land dvldet UrkCorp (WMU) 1312AB,26    2.2 ‘etw. auf sich nehmen, bewusst ertragen’ daz ichz von ir hân / und ich durch triuwe dulde daz. / so müezze mir niemer werden baz, / liezze si mich SM:Had 49: 2,5; daz ir mîn ungemach / sô wildiclichen duldet, / daz hân ich unverschuldet KvWSchwanr 921; ich bin bereit, / daz ich des kampfes arebeit / wil dulden unde lîden ebd. 699    2.3 ‘etw. zulassen, geschehen lassen, hinnehmen’ süntlîcher sin / begunde wahsen ouch an in. / des dulte gotes zorn niht mê RvEBarl 2069; unreht ich kûme dulde / und mac sîn niht gelîden KvWSchwanr 642; wer hete dannoch [gegen die Überzahl der Gegner] die kraft / erne dulte meisterschaft [ihren Sieg] ? Iw 4084; Wig 4160. – ‘das Recht anerkennen’ daz daz selb gvt dehein reht dulden sol wan vor der herren beider rat UrkCorp (WMU) 1411,8; swelich edel man vnsern burgern gelten sol, der sol daz reht dvlden vor vnserr stat sachwalt ebd. 2383,33    2.4 ‘etw. als angenehm empfinden’ (oft gemach ~ ): daz ich dulte alsolch gemach Parz 185,8; daz er des armen sêle sach / dulten êweclîch gemach: / dem was wol und im vil wê RvEBarl 3412; Vät 39524; Pass III 231,34; [sie] gabin des eine gelichnisse bi deme lawen suze daz duldet di zunge gerne SalArz 7,9    2.5 mit Akk. und präp. Erg. ‘etw./jmdn. als etw. anerkennen’ das man fúr guͦt oͮch dulde mich RvEWh 2163; des was in solher mâze vil / daz ich für guot ez dulden wil RvEGer 1142; si wolden fürbaz niht / sweren noch hulden, / noch ze herren dulden / die hêrschaft von Ôsterrîch Ottok 92296

MWB 1 1391,37; Bearbeiter: Diehl

dultunge stF. ‘duldsames Leiden’ den dultungen [ passionibus ] Cristis dur gedulti wir tailuankin BrZw Prolog

MWB 1 1392,27; Bearbeiter: Diehl

dulz Adj., Adv. ‘süß, angenehm’ (aus afrz. dolz, vgl. Suolahti 1,82): si gap mir an ir den pris, / daz ich waere ir dulz amis / mit dienste disen meien Tannh 3,16; von amure seit ich ir, / daz vergalt si dulze mir ebd. 3,86

MWB 1 1392,30; Bearbeiter: Diehl

dûme swM. ‘Daumen’ den vumften vinger nenne ich rume, / her heizet pollex der dume / der ist der kurste sunder schrei / und hat nicht denne gelede zwei Brun 3756; dâ was ein cleinez snuorlîn / [...]. / dâ hæte diu schœne în geslagen / ir dûmen von ir linken hant Tr 10939; swa man einen seckelsnider begrifet an der hantgetat [...] uber den sol man also rihten daz man im den gerehten dumen sol abeslahen StRAugsb 125,1; UrkCorp (WMU) 2302,42. – als Maßangabe (im Gen.): nym denne eynen stekken, eynis dumyn dicke Albrant 3,4; dar ob man sach dú braͤwelin / haben ainen under schaid, / sich, nach aines dumen brait SHort 7086. – sprichw. (vgl. TPMA 2,179f.): wil sich einer in dem hanfe [beim Spinnen] iht sûmen, / der bedarf zer rehten hant des tûmen SM:Go 1: 4,11; habet ouch den dumen in der hant! [macht eine Faust - i.S.v. ‘bewahrt die Herrschaftsrechte’, vgl. FrlWb S. 68] Frl 8:1,11. – als Bestandteil von Personennamen: Charel vnd Albreht, die Davmen UrkCorp (WMU) 1209,6,38

MWB 1 1392,35; Bearbeiter: Diehl

dûm|elle swF. Längenmaß (meist Distanz vom Ellbogengelenk bis zur Daumenspitze): pigmêi, diu sint zwaier daumellen lanch BdN 490,36; alle die wîle unde sich der man verwalten mac, daz er [...] ûf ein ors komen mac von einem steine oder von einem stocke einer dûmellen hôch sunder mannes helfe SpdtL 144,2; zwen baum stunden in India / [...] / hoch wol hundert duͦmen eln HvNstGZ 1824

MWB 1 1392,56; Bearbeiter: Diehl