d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
dûm|ellenbreit
Adj.
‘eine dûmelle breit’
an gezierde daz bette niht was betrogen, / mit lîsten rîch dûmellenbreit, /
vil steine rîch darîn geleit ErnstD
2399
MWB 1 1393,1; Bearbeiter: Diehl
dûm|ellenlanc
Adj.
‘eine dûmelle lang’
er maz des wurmes füeze, [...]: / die klâ vor dem
riste wârn dûmellen lanc WolfdA
592,4
MWB 1 1393,4; Bearbeiter: Diehl
dûmen
swV.
1 Part. Prät. als Alternative zu dûmelle 2
‘mit Daumenschrauben foltern’
1
Part. Prät. als Alternative zu dûmelle:
zweier getúmder eln lanc RvEWchr
1505
2
‘mit Daumenschrauben foltern’
dar uf fing man ir etwie vil und kesteget sü sere mit dümende ClosChr
127,15
MWB 1 1393,7; Bearbeiter: Diehl
dûmen|geleich
stN.
‘Daumenglied’
were oͮch, das der burger wndot den selder [Häusler,
Dörfler ohne Landbesitz] vnd dû wnde alse tief ist, das si gat an
das erste tûmengelêch UrkCorp (WMU)
1295,14
MWB 1 1393,12; Bearbeiter: Diehl
dumme
Subst.
entstelltes domini in Verballhornungen der relig. Eingangsformel
in nomine domini:
in nomine domini [La. nomine dvmme
] , ich
wil beginnen, sprechent âmen Walth
31,33;
in nummer dummen amen, / wer hat diz gesehen mer, / daz eins kuneges dohter
her / spinnet wollen umme lon? Elis
7070;
in nummer dumme nâmen! du wirdest nimmer vehtens sat OrtnAW
418,4
MWB 1 1393,17; Bearbeiter: Diehl
dumpfe
swM.
Bed. unklar, verschiedene Vorschläge ‘Dampf des aus dem Körper strömenden
Bluts’ (Pfeiffer, NvJer. S. 140); ‘Lebenshauch
(anima)’ (Bech, NvJer., S. 95);
‘Atemnot’ (ebd. S. 95, vgl. auch Johansson, NvJer., S.
228f.):
daz houbit lîz er ligin dâ / und lîf den andrin nâ / vaste mit dem strumpfe
[Rumpf] . / zu jungist im der dumpfe / bestûnt mit
alsulchir nôt, / daz er vîl dânidir tôt NvJer
11768
MWB 1 1393,25; Bearbeiter: Diehl
dumpfec
Adj.
‘verschleimt’
daz cruͦt [Kresse] gesoten
mit zigenmilch, oder der same, daz ist gut getrunken, swen di brust dumpfech ist
Macer
44,12;
heilsame trenke den, di dumfic warin, unde ouch den kichenden
ebd.
52,5
MWB 1 1393,34; Bearbeiter: Diehl
dumpfen
swV.
Bed. unklar, wohl kaum ‘unterdrücken’ (Lexer 1,475),
möglicherweise ‘rauchen’ übertr. ‘in Erregung
geraten’
eine huben von zindale / truͦch er zallem male, / da er die oren under
stach, / vnz sie der knecht eines sach, / der ime ze soumende phlach. / vnd alse der
nicht verhelen mach, / vnde torste doch nicht ruͦge / daz sin herre
truͦge / eines esels oren an, / der knecht dvmphen began, / solder die melde
laze, / vnde gienc sine straze AlbvHalbB
49
MWB 1 1393,39; Bearbeiter: Diehl
dunc
stM.
‘Vermutung, Meinung’
min dunck, min sin unde min muͦt / hat sine volge gesworn / unde iuch
ze wunnen mir erkorn Ainune
146;
in wane ein künig, nach dunke ein man Frl
11:10,11.
7:19,11;
der iemer nâch dem wunsche schœnes wîbes solte vâren, / der
kunde sî nach mînem dunke schœner niht gemachen SM:UvS
17: 1,9;
Reinfr
1951;
HlReg
81,29;
Seuse
301,1
MWB 1 1393,49; Bearbeiter: Runow
duncnisse
stF.
‘Meinung, Urteil’
die obersten krefte der sêle zückent ire duncnüsse ûzer dem wesenne der gnâden
Eckh (Pf)
515,10
MWB 1 1393,57; Bearbeiter: Runow
dünec
Adj.
unklar (wohl zu donen, vgl. Anm.z.St.) ‘sehnsuchtsvoll,
erregt’
kan dich die minne machen dünic, / die kiusche in reinen sinnen spünic
Frl
5:25,13
MWB 1 1393,60; Bearbeiter: Runow
dünen
swV.
‘donnern, ein Getöse machen’
oy wî dî wîfini clungin, / dâ dî marih cisamine sprungin! /
[...] / derde diruntini [die Erde
drunten] diuniti Anno
27,5;
Widolt vnde Grimme / liefin in deme ringe / die riesin do
tvnidin / daz die erde bibite Roth
5056;
bediu brunne unde schilt, / daz wart allez enzwai gecilt. / si sluͦgen,
daz ez tunte Wenzl
345
MWB 1 1394,1; Bearbeiter: Runow
dünke
stF.
‘Vermutung’
diu frouwe / ersach, daz er der schœnste was. / alsus ez ir ir dünke maz, / er
wær sô werder minne wert HvBer
1573
MWB 1 1394,9; Bearbeiter: Runow
dünkel-
‘eingebildet, Schein-’
erstes Glied von Adj.- und Subst.-Komposita (vgl. Bech, Marner, S. 387),
vorwiegend in Texten aus dem md./nd. Übergangsgebiet (vgl. das nd. gut bezeugte
dunkelgût, Schiller/Lübben 1,597, das auf analoge Bildungen
eingewirkt haben könnte); im Einzelfall nicht sicher abzugrenzen vom Adj.
tunkel
MWB 1 1394,12; Bearbeiter: Runow
dünkelbiderman (?)
stM.
‘scheinheiliger, nur in seiner Einbildung vortrefflicher Mann’
(oder zu tunkel Adj.? Vgl. FrlWB 379):
nu merke, tunkel biderman, / [...] / din erenhenne
kret, so krotzelt din han Frl
8:25,1
MWB 1 1394,19; Bearbeiter: Runow
dünkel|êre
stF.
‘eingebildetes Ansehen, Schein-ehre’
ir dunkelêre kan sie wol unde anders nieman prîsen Fegfeuer
1:14,3
MWB 1 1394,24; Bearbeiter: Runow
dünkelguot
Adj.
‘eingebildet, sich selbst für guot haltend’
die varnden smeichen und machen mangen man zu dünkelguot Kelin
3:1,16;
dunkelguͦt sollen wir niemer sin Mechth
7: 3,58.
– subst.:
ditz schribe ich den dunkelguden / den dullen und nicht den
vruden [d.i. vruoten
]
Brun
2847.
– als Schimpfwort ‘Scheinheiliger, Heuchler’
her esel, her dunkelguot, her êrennîdinc Boppe
3:2,1
MWB 1 1394,27; Bearbeiter: Runow
dunkelîn
stN.
Dimin. zu dunc
‘kleinste Ahnung’, hier ‘Argwohn’
gelieben dunket lîhte, / die dicke und ie gedîhte / ein ander
mugen gewesen bî, / daz eteswer dâ lieber sî / und nâher gênde dan si sîn, / und
machent umbe ein dunkelîn / ein michel zornmære Tr
13054
MWB 1 1394,35; Bearbeiter: Runow
dünkelmeister
stM.
‘eingebildeter meister, Pseudokünstler’ (vgl.
Anm.z.St.):
wes hêr dünkelmeister spilt, daz hât er gar verlorn. / swer mit lüge schallen
wil, sêt, ûf den ist mir zorn! Fegfeuer
1:11,9
MWB 1 1394,41; Bearbeiter: Runow
dunken
swV.
neben den Präteritalformen dûhte, gedûht in Analogie zum Präs. auch
dunkte (z.B.
Mechth
4:12,38,
UrkCorp
1295,44
) und gedunkt (z.B.
Eckh
5:116,23,
KvWTroj
49352
); vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 68, Anm. 1. In Anlehnung an den
Prät.-Stamm ab dem 14. Jh. auch dûht, diuht (z.B.
Teichn
681,95,
StRColmar
91,
UvLFrb
474
) als sekundäre Präs.-Formen (vgl. Weinhold, Alem. Gr. § 375 b).
1
‘dünken, scheinen, den Eindruck erwecken’
1.1 unpersönl. (mit oder ohne ëʒ als Scheinsubjekt) 1.1.1 ohne Bezugsperson 1.1.2 mit Akk.d.P. 1.1.3 mit Dat.d.P. 1.2 persönl.; Subj. ist der Bezugsgegenstand oder die Bezugsperson des
Dünkens 1.2.1 ohne Akk.d.P. 1.2.2 mit Akk.d.P. (häufig mit präfigiertem ge- ) 1.2.3 mit Dat.d.P. 1.3 phras.: jmdn. zît
‘meinen, es sei Zeit (für etw.)’
2 refl. ‘sich dünken, vorkommen’
3 Einzelnes 3.1 subst. ‘das Meinen, Glauben’
3.2
‘jmdm. bewusst werden, klar werden’ (mit Akk.d.P. und explizierendem Satz) 3.3
‘jmdn. wundern, (geistig) beschäftigen’
1
‘dünken, scheinen, den Eindruck erwecken’
1.1
unpersönl. (mit oder ohne ëʒ als Scheinsubjekt)
1.1.1
ohne Bezugsperson:
ist aber ir [der Ehefrau] wirt da heime
nicht, / so diucht ez ein groz ungeschicht, / ob si dheinen gast enphienge
UvLFrb
474
1.1.2
mit Akk.d.P.:
Brangæne, sprich, / waz rætestû, wie dunket dich?
Tr
10526;
ez hete si gedunket guot KvWTroj
49352;
tumbe liute dunket und wænent, daz sie sterben und
verderben Eckh
5: 56,1;
das den rat dunchti, das er unschuldig were UrkCorp
1295,44;
[ein Dieb zu dem erschrockenen Waldbruder:] nû
swîc und lâ dich guot dunken! Waldbruder
211;
Volmar
253.
307;
Lanc
516,33;
Seuse
253,11.
– und mit Gen.:
"wa bi dunket vch des?" / sprach her Vlixes
Herb
12275;
swen iht anders dunket an mir, / den dunke des!
RvEWh
5231;
Wig
5759;
mich balde des gedûchte, / ich müezze mîn fröide
lân SM:Had
16: 5,4;
Wh
193,13.
– und mit Subj.-Satz:
an allen dißen dingen duncket mich nit das dißer
ritter der yczunt von hinnen ging icht als volkomen sy als der sin sol
Lanc
505,6.
– und mit präp. Erg.:
nu sag uns, wez dunchet dich umb ditz dinch dez
wir dich nu vragen PrOberalt
170,10;
vmme das dunkit mich, das das selbe moge sin an
den quittin Pelzb
126,16
1.1.3
mit Dat.d.P.:
do viel dú arme [die unwürdige
Seele] har nider under die verhangenen und under die
verworhten selen und dunkte ir alze guͦt Mechth
4: 12,38;
vnde dunket deme sichen wi he win smecke in deme
halse SalArz
43,4
1.2
persönl.; Subj. ist der Bezugsgegenstand oder die Bezugsperson des
Dünkens
1.2.1
ohne Akk.d.P.:
michels boumes schone / machet dicke hoene: / er
dunchet [scheint] uzzen gruͦne, / so
ist er innen duͦrre Rol
1964;
swaz er getet, swaz er gesprach, / daz dûhte und was
ouch alse guot Tr
3747;
so man di hant fur daz glas habet dunket denne der
harn bliuar SalArz
114,5;
Macer
30,6;
Volmar
541;
KvWHerzm
557
1.2.2
mit Akk.d.P. (häufig mit präfigiertem ge-):
sîu dúnchet míh ôuh êgilîch Will
106,17;
swaz ainen duchte guͦt, / daz was ir aller
muͦt Rol
3451;
diu Kriemhilden mære nie gedûhten mich guot
NibB
1518,4;
do gedauchte den ellenden / so schone creature / war
nicht ungehewre HvNstAp
6634;
swie daz unser und des richs stat ze Kolmaren allerbest nützlichest
dewchet ze sein StRColmar
91;
nû hât gedunket etlîche liute und schînet gar
gelouplich, daz bluome und kerne der sælicheit lige in bekantnisse
Eckh
5: 116,23;
Parz
315,24.
546,5;
Tr
13684;
RvEBarl
685.
– und mit Gen.:
im half mannes herze niet, / sint er dar ane
geriet, / daz in des duchte, / daz ir varwe lvchte / gliche wol der
svnnen Herb
11165;
si slafent noch, er wecket si, des dunket mich
Tannh
1,25.
– mit präp. Erg./ Präp.-Adv.:
swen dis an mir dunket guͦt, / das ist mir
liep, ich han es muͦt RvEWh
5229.
5231;
nu sagent mir, so uch gott helff, was duncket
uch darumb guͦtt? Lanc
373,9
1.2.3
mit Dat.d.P.:
síu dúnchet mír glîch dér aurorę:
[...] unte dúnchet mír álso schône sô der mâno
Will
106,7;
Dietheriche duchte die rede got Roth
1455;
noch süzer dan dem hering dünke wazzers glins Frl
3:18,7;
BuchdKg
13,8
1.3
phras.: jmdn. zît
~
‘meinen, es sei Zeit (für etw.)’
dô des den keiser dûhte zît, / er wolde scheiden den strît
Eracl
1183.
1219;
ûf den gedingen kom er dar / daz si im würde âne strît, /
wan des dûhte in michel zît Wig
7330;
daz er, sô in des dunket cît, wider zu deme vanen kêre
StatDtOrd
117,8;
Lanc
117,18;
Seuse
110,31
2
refl. ‘sich dünken, vorkommen’
dicke dunk ich mich sô stæte / mînes willen Walth
113,37;
des dûhte sich getiuret des künec Guntheres lîp
NibB
396,4;
die dunkent sich so spæhe SM:Go
3: 2,2;
er daucht sich so rain, so chlug Teichn
681,95;
PrOberalt
40,16;
Eracl
3727
3
Einzelnes
3.1
subst. ‘das Meinen, Glauben’
nach dünken min Frl
5:34,2.
5:70,2;
sô wirt ir benomen dunken unde wênen unde gelouben, wan si ist komen ze
der wârheit Eckh (Pf)
242,30;
ist ein soͤlicher mensche komen ze einem gantzen
wissenne der warheite, ald blibet im noch dunken und wenen? Seuse
359,23
3.2
‘jmdm. bewusst werden, klar werden’ (mit Akk.d.P. und
explizierendem Satz):
Paris besach die gewer, / vnde als er daz weste, / daz
sie was so feste, / als in selben dochte, / daz er sie niht mochte / deheinen
wis gwinnen Herb
2637
3.3
‘jmdn. wundern, (geistig) beschäftigen’
mich dunket ouch, warumb ez sî SM:Had
49: 3,5
MWB 1 1394,46; Bearbeiter: Schnell
dünne
Adj., selten Adv.
‘dünn’
1 von geringer Dicke, geringem Umfang 2 von geringer Dichte, Konsistenz 2.1
‘zahlenmäßig gering, dezimiert, spärlich’
2.2
‘dünnflüssig’
3
‘schwach’
4 phras. 5 subst. ‘Weichteile des Körpers’
1
von geringer Dicke, geringem Umfang:
din schilt ist uil dunne, / uil waich ist din brunne
Rol
4407;
der brate was ze dünne Walth
17,20;
der mâne der ist zweier varwe, dünne unt dicke, dunkel unde lieht
Eckh (Pf)
164,18;
zwúschent sinem lichamen und der schoͤpfnisse des
himelriches ist nit me denne ein dúnnú want als eines eies
lise [Haut]
Mechth
4: 23,13;
snit die obersten rinden abe schone vnd duͤnne, snit
dar nach schiben, so du duͤnnest muͤgest BvgSp
24.
40;
Parz
233,22.
446,6;
Lanc
370,4;
BvgSp
10.
–
mir ist diu wat ze dünne gar Tannh
14,53;
snodiz gewant vnde dunnez gibit luzel werme
SalArz
22,45;
Parz
760,14;
Eracl
2223;
Pelzb
129,33.
–
‘schmal’
sîn munt als ein rubîn schein /
[...] / der was dicke und niht ze dünne
Parz
63,18;
wer spitzig dünneu naslöcher hât, der ist ain krieger und
kriegt gern BdN
45,23;
ein klein bauch und dunne gar, / der ist auch guter krefte
bar Physiogn
347.
305;
HvNstAp
2977.
–
‘schütter’
daz hare ist in wiͤz oder val / und ist meistilig
dunne Physiogn
77.
93.
–
‘seicht’
durch ruͦwe was er gestanden da / uf einen
duͤnnen grien [Sandboden des Meeres]
WhvÖst
971
2
von geringer Dichte, Konsistenz:
an der dicke erz [Willehalm im
Kampfgedränge] machte dünne, / und rûm ame gedrenge
Wh
40,14
2.1
‘zahlenmäßig gering, dezimiert, spärlich’
dô was worden dunne / Turnûses helfe und sîn here En
9194;
des wart ir schar sô dünne / [...] / sie mohten
in niht entrinnen StrDan
3848;
da was die hertstat kalt / vnd die spise dunne
Herb
14605.
– adv.:
grüene binz, von touwe naz, / dünne ûf die tepch
geströut Parz
83,29;
ich fúrchte das si [die Nachfolger
Christi] harte dúnne geseiet sin Tauler
258,28
2.2
‘dünnflüssig’
Plinius spricht, diu veigenmilch samnet daz dünne pluot
und macht ez dick und zeflœzt daz dick BdN
323,16;
mache einen duͤnnen eyer teic BvgSp
11;
swenne daz harn ist dunne unde rôt, daz bediutet daz der
mensch ist colericus Barth
128,8;
SalArz
53,33;
OvBaierl
4,7
3
‘schwach’
ez [Gewürzwein] ist louter vnd dünne Krone
2512;
aber ainer andern lai [von Topas]
ist, der ist vil liehter und ist an der varb dünner BdN
464,19;
alsô ist der hailig gaist sterker in den, die dicke sint in
tugenden, wann die dünne sint dar inne ebd.
71,29;
mein sin der ist ce dünne Serv
513;
Parz
213,16;
Reinfr
13353.
–
‘sparsam’
arch was er [Joseph] unde dunne GenM
88,19
4
phras.:
vil dunnez ore bot er dar [er spitzte die
Ohren] , / ob er iht horte rufen Vät
35560.
– zur Wendung dünnez îs
→ îs
5
subst. ‘Weichteile des Körpers’
die suche igwinaria, / [...] / davon daz lut enbinnen
swal / an deme dunnen uberal Pass III
196,70;
der gahe tot, der quam mit einer suͦche [
pestis
inguinaria
] , die bestunt die lute umme die
hegedruͦse [La. erg. und an deme
dunnen
]
PrLpz
196,3
MWB 1 1396,15; Bearbeiter: Schnell
dünne
stF.
‘Dünnflüssigkeit, geringe Konsistenz’
des harnes substantia ist sin dicke vnde sin dunne
SalArz
110,37.
112,44;
daz wazzer daz daran vluzet / und immer zu tale wellet, / daz
ertrich, daz iz nicht vellet, / heldet mit syner dunne [das Wasser hält
das Erdreich]
HeslApk
67.
–
‘Seichtheit, geringe Tiefe’ (des Wassers):
do Ihesus in das wasser kam, / stille stuͦnt der Jordan /
[...] / gegen im huͦb er sich enbor, /
[...] / das Ihesus betorfte sich biegen nút / durch
wassers dúnni als ander lút WernhMl
6774;
der visch was an der dunne / gestanden WhvÖst
984
MWB 1 1397,8; Bearbeiter: Schnell
dünnebier
stN.
‘Dünnbier’
iclich der bruwere, beyde meystere und knechte, sal nemen eynen krug von sechs
kannen dunnesbiers, und daz dunnebier ensal der meyster von den knechten nicht
gewinnen keyne wijs StRMühlh
115
MWB 1 1397,20; Bearbeiter: Schnell
dünnecheit
stF.
‘Dünnflüssigkeit, geringe Konsistenz’
der swaren erden burde / wurde offe die dunnekeit / des dunnen
wazzeres geleit HeslApk
547.
– übertr. ‘Auszehrung’
hirumme wirt der engil herscher herre senden an ire veyste dunnekeit adir
smachtunge Cranc
Jes 10,16
MWB 1 1397,25; Bearbeiter: Schnell
dünnede
stF.
‘Dünnflüssigkeit’
bi der dunneda der speicholter [des
Speichels]
MNat
8,4
MWB 1 1397,31; Bearbeiter: Schnell |