assolieren
swV.
Part. Prät. ‘verwundet’ (vgl. Steinhoff, Lanc., S. 821):
das ir eyner dot múst bliben oder sie beide, oder assoliert von irme libe beidersampt Lanc
32,13
MWB 1 381,1; Bearbeiter: Schnell
assumpciôn
stF.
‘Himmelfahrt’, hier Mariä (15. August):
an dem mentage vor der assumziune sancte Marie UrkCorp (WMU)
832,10;
an unser vrowen abnt der assumpcion ebd.
2766,1
MWB 1 381,5; Bearbeiter: Schnell
ast
stM.
1
‘Ast, Zweig’
2 übertr. des pflanzlichen Bildes auf andere Verhältnisse
1
‘Ast, Zweig’
die brachen ab dem boume die este AvaLJ
109,1;
do hete div dvrre gerte Aarones este lazzen unde bloͮte unde hete nuzze gewnnen Spec
97,13;
die bernt uns mit dem stocke schate, / niht mit dem grüenen meienblate, / mit zwîgen noch mit esten Tr
4675;
Pelzb
122,14
u.ö.;
und [die Götter] gaben ir zustund / wurz, este, ris, loub unde bast Mügeln
254,8.
– auch bei nicht verholzten Pflanzenteilen (Reben, Seitentrieben u.ä.):
der weinreb hât die art, daz er ain seit an dem ast an ainem knoden daz weinplat auzscheuzt und ander seit die weinper BdN
351,12;
seiner [des Dills] este plüemel ebd.
382,3
u.ö.
– phras. (?): den dürren ~ kiesen :
vroude und wunne ir zubrast. / sich do kos si den durren ast / als di turteltube tut zu vorn, / wen si irn gegaten hat verlorn Brun
5296;
ir triwe kôs den dürren ast Parz
57,14;
vgl. dürrer ~
als Bild für Kummer und Leid auch
WhvÖst
3091;
KvWHerzm
253;
hierher?:
daz ich [...] aller fröiden gast / iemer bin. mîn ungesunt / gelîchet eime, der ein ast / muoste bûwen zaller stunt SM:Gl
3: 9,15
2
übertr. des pflanzlichen Bildes auf andere Verhältnisse:
die zwuo âdern estent sich über all den leib und [...] sendent ir este zuo dem hirn BdN
36,18.
24,28.
36,31;
des kuniclîchen stammes ein blûnder ast Kreuzf
5570;
WhvÖst
12358;
er inpfete daz êrste rîs / in tiutischer zungen: / dâ von sît este ersprungen, / von den die bluomen kâmen Tr
4740;
und hât gezinnelt [gezackte] hörner mit esten sam ain hirz BdN
160,14;
die du siest gaen irreclich: / sistu dann das sij versteinet sint / und gestercket in dem irren aste [Ab-, Seitenweg]
Pilgerf
503.
– Querbalken des Kreuzes:
vnd namen die zwene este des heiligen crûces Konr
11,33.
11,4;
genagelet vil vaste / zuo des kriuzes aste RvEBarl
2904;
Wernh
1224;
Mügeln
17,17
MWB 1 381,9; Bearbeiterin: Baumgarte
ästel, ästelîn
stN.
Dimin. zu ast:
tvͦ diner minne als man dem edelen bavm tvͦt, dem snidet man die vndern estel elliv abe PrBerthKl
7,68;
[die Birke] hât vil swanker ästel BdN
331,18;
si macht gar auz ain wênig ästleinen ain nest ebd.
225,26;
welher [der Tropfen] aber an den ästleinn beleibt hangend [...] der ist rain ebd.
375,12.
–
der stain [die Koralle] hât ästel sam ain hirzhorn oder sam ains krautes wurzel mit vil zägeln BdN
439,11
MWB 1 381,46; Bearbeiterin: Baumgarte
asten
swV.
→ esten
MWB 1 381,55;
asthma
stN.
→ asma
MWB 1 381,56;
â|stiure
Adj.
‘unbesetzt, führungslos’
do daz romesche rich alsus lidig stuͦnt und ostür ClosChr
41,4.
35,35;
wenne es beschach daz das roͤmesche kúnigriche oͮstúre stuͦnt MerswNF
39,21
MWB 1 381,57; Bearbeiterin: Baumgarte
â|stiuren
swV.
‘sich des Steuers, der Führung berauben’
swer aber sich astiuret, / der vert ein böse vart Frl
12:4,19
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 381,61; Bearbeiterin: Baumgarte
astoht
Adj.
‘geästet, astreich’
ein [...] eich, / astet [La. astoht
] mit starchin estin groz RvEWchr
30061
MWB 1 382,1; Bearbeiterin: Baumgarte
âstrîʒa
F.
‘Große Strenze’ (Astrantia maior, vgl. Marzell 1,505):
minz unte epphich, chres unt lattich, / astrîza unt wîchboum habent ouch suozen toum [Duft]
Gen
252
MWB 1 382,4; Bearbeiter: Diehl
astrolabium
N.
‘Astrolabium’ (astronom. Instrument, vgl. LexMA 1,1135):
nim uns daz astrolabium / [...] / und auch den guten quadranten min Minneb
509;
nim ain astrolabium, dez haizt ze deutsch ain sternlebs. wanne als der munt und die lebsen sagen, waz in dem hertzen verporgen ist, also saget die sternlebs der stern haimleichait KvMSph
18,7
u.ö.;
man nimpt ein astrolabium in der chlarheit einer gesternten nacht und siecht an den stern Sphera
66,7
MWB 1 382,8; Bearbeiter: Diehl
astrologîe
F.
‘Astronomie, Astrologie’
eyn behende boich / dat was van astrologyen KarlGalie
9287
MWB 1 382,18; Bearbeiter: Diehl
astrologus
stM.
‘Astronom, Astrologe’ (lat. flektiert):
doch merke ez, swer dâ sinnic sî, / daz uns vorjehent astrôlogî, / die meister, die dâ kunnen sehen / und an dem gestirne spehen / ir natûre und alle ir art HvFreibTr
226;
das her vormalis irvarn hette von den astrologi, den sternen irkennern MarcoPolo
40,23
MWB 1 382,21; Bearbeiter: Diehl
astronomîe
stswF.
‘Astronomie, Astrologie’
so astronomia wirt erchennet, / sibene sint der himele ArnoltSieb
21,4;
sie wâren alsô wîse, / daz in was von listen kunt / astronomîe und alle die stunt, / in den die sternen rihtent sich / in ir louflîchen strich RvEBarl
812;
der kunst astronomie / ze Dolet ich niht lernen wil / noch der nigromanzie; / niht guot ist zouberie Tannh
5,60;
HvNstAp
49;
in astromye er da vand / daz im der trom ward erkantt GTroj
807
MWB 1 382,28; Bearbeiter: Diehl
astronomierre
swM.
‘Astronom, Astrologe’
der wîse Pictagoras, / der ein astronomierre was Parz
773,26
MWB 1 382,38; Bearbeiter: Diehl
astronomus
M.
‘Astronom, Astrologe’ (lat. flektiert):
der sunne [...] / muoz in sineme cursu / zewelf zeichen durech gan / [...] / daz vunten astronomii ArnoltSieb
27,16;
di sich vorsten [verstehen] uf das gestirne, astronimi MarcoPolo
62,30
MWB 1 382,41; Bearbeiter: Diehl
âsvogel
stM.
‘Aasvogel’
îegelichen az vogel Got / virbot in [den Israeliten]
[...] / und irloͮptin niht alleine / wand rehte spise reine RvEWchr
12872
MWB 1 382,46; Bearbeiter: Diehl
â|swîch
stM.
‘böse Absicht, Betrug’ (vgl. abe swîchen):
siner herbergen / her do aswiech tete. / dannen huͦb her sich ze stete / ê dan iz die lute bevunden Ägidius
1492;
si truogen in gelîche / mit valsche und mit âswîche / ir dienest und ir heinlîch an Tr
15078;
nicht wan vmb drei sache enmag der herre getaidingen seinem purger. ob er sich vertriwet gegen im oder ob er die purch da er purger ist, aswich [Verrat] tuͦt SpdtL(E)
Lnr 255
MWB 1 382,49; Bearbeiter: Diehl
â|swichunge
stF.
‘Ärgernis’ (zur Übers. von scandalon, vgl. ahd. âsuuih):
din brvͦdirn sol er [der Cellerar] gebin ir gesastvn spise zim imbis an alle twelvnga. dvr daz. daz inchein áswichvnge werde vndir inen BrEng
31;
[die Prioren] zvgont [erzeugen] in dim samnvnge aswichvnge. vnde machont mishelda ebd.
65
u.ö.
MWB 1 382,58; Bearbeiter: Diehl
â|swichungen
swV.
‘ärgern’
er spricht was der virdienot. der sinr ein din minstin aswichvngot [
scandalizaverint
]
BrEng
31
MWB 1 383,1; Bearbeiter: Diehl
â|swinc
stM.
‘Abfall’ (bei der Reinigung von Flachs, Getreide u.ä., vgl. swingen):
du wellest mich den retten, / so verdirb ich under swinnen, / dú man hort rúhelen und grinen / nach grúschen [Spreu] (den aswingen / zerganklicher dingen) SHort
4321
MWB 1 383,4; Bearbeiter: Diehl
æte
stM.
→ atte
MWB 1 383,10;
â|teilec
Adj.
‘einer Sache nicht teilhaftig’ (vgl. abeteilec):
dáz ér dér êuuegon remunerationis nîet âtêilig ne uuérde Will
145,10;
herregot nû mache uns gâr / in dîme namen heilich / unde aller sunden âteilich Kröllwitz
799
MWB 1 383,11; Bearbeiter: Diehl
âtem
stM.
selten swM. (z.B. Kchr 14493 , RvZw 73,8 , RvEAlex 14886 ).
1
‘Atem, Atmung, ausgeatmeter Lufthauch’
2 übertr. auf Gott, dessen âtem dem Menschen das Leben gibt oder nimmt; auch ‘Lebenskraft, (Lebens-)Geist (des Menschen)’
3 ohne Bezug auf Atmung: ‘Dunst, Lufthauch’
1
‘Atem, Atmung, ausgeatmeter Lufthauch’
der slangen âtem und ir hûchen ist [...] schedleich BdN
275,12;
siu besach den wîgant. / einen cleinen [schwachen] âtem siu bevant, / der im von dem munde gie UvZLanz
2134;
daz im der âtem stinke StatDtOrd
59,8;
rosige wangen, roter mvnt, / suzze ademe, zene gesunt Herb
2494;
sin athem der ußer sim mund ging der scheyn als rot als ein blut Lanc
35,11;
Mügeln
305,9;
HvBurg
4836.
– in Wendungen, die den Vorgang des Atmens bezeichnen:
der nasen nutz ist auch, daz der mensch den âtem zeuht durch die nasen BdN
11,29;
munt minen uf tet ich unde vîe den atem [interl. zu os meum aperui et adtraxi spiritum
]
PsM
118,131;
Minneb
5075.
– in Wendungen, die Kurzatmigkeit bzw. Atemlosigkeit sowie den Vorgang des wieder zu Atem Kommens bezeichnen:
Gawan bleib diewil stande und erholt sinen athem Lanc
446,30;
das wetter was heiß, und sin athem begunde kurczen ebd.
387,27;
und waren beide so kranck worden das ir slege nit groß waren, wan yn der athem kurcz was ebd.
446,26.
– als Luftstrom auf das Blasen von Instrumenten bezogen:
von aten wart da manic spil, / busunen crach, schalmien doz WhvÖst
18082.
– mit Übergang zu 3:
si behuoten sich auch, daz si niht über die siechen giengen, daz der vergift âtem und der tœtleich dunst iht in si gieng BdN
111,11
2
übertr. auf Gott, dessen âtem dem Menschen das Leben gibt oder nimmt; auch ‘Lebenskraft, (Lebens-)Geist (des Menschen)’
di ginadi uns got do virliz, / do er unsich sin adim in blis SuTheol
18;
daz ouch wir in sin [Gottes] rich muozzen chomen, / wan wir von im haben den atem Hochz
1088;
duo wuohs daz chint [Christus] edele, / der gotes atem was in imo VEzzo
198;
der herre got [...], der do odym gybet deme volke Cranc
Jes 42,5;
mit deme adem sinir lippen wirt er toten den bosen ebd.
Jes 11,4.
Dan 5,23;
niecheinis liedis her ne gewielt, / den adem her kvͦme behielt / in sineme libe Ägidius
1477;
her beual sinen reinen adim / zvͦ mines trechtines gnaden [...]. / do uirschiet der gotis schalc ebd.
1711;
[Christus ist] ze himel gevarn in einem zuge gottes atemes Mechth
1: 29,17;
swenne der lîchnâme sturbe, / daz der âtme ze den luften vuore, / daz flaisc wurde ze erde Kchr
13384;
des herzen odem Daniel
6692;
des lebens odem Hiob
12819.
– übertr. auf Luzifer:
der ubel âtem fuor in die nâteren Gen
316;
vor der helle munde, da ze allen stunden Lucifers atem mit aller pine us sclahet Mechth
3: 21,124.
– phras.: der heilege
~ als Übertragung von spiritus sanctus:
und der hailige adem entswebete ir [Maria] den lichnamen AvaLJ
7,2;
daz dritte ist der heilige atem, / der scol uns ouch genaden VEzzo
413.
403
3
ohne Bezug auf Atmung: ‘Dunst, Lufthauch’
auz pœsem luft und auz faulem âtem werdent priemen [Bremsen]
BdN
292,30;
dez paradises adem / mit suße sie hat behucht Minneb
1972.
– hierher oder zu 1?:
welch ros hertslechtig ist, dem sal man eyn glundes ysyn als eyn spynnele czwischen dem arse unde czwischen dem czagele an dy wuste [Weiche] stechyn: zo teylit sich der odym, dy wyle daz loch offen ist Albrant
3,36
MWB 1 383,16; Bearbeiter: Schnell
âtem|âder
F.
‘Luftröhre’
trachea: atenader VocOpt
1.091
MWB 1 384,18; Bearbeiter: Schnell |