ane rischen
swV.
refl. ‘eilen, stürmen’
starc menlich er sich anrischte, / in der zit er da irwischte / Gorgiam Macc
10423
MWB 1 265,38; Bearbeiter: Schnell
ane rîten
stV.
‘jmdn. zu Pferd angreifen’
daz er den helm ûf næme / und rite aber Tristanden an Tr
7037;
er nam daz ros mit den sporn / vnde begunde in ane riten / vnde stach in durch die siten Herb
4531;
Wig
468;
Eckh
5:48,13;
NvJer
19767.
– subst.:
ach, sag mir: der nu an dem ersten anritenne [bei einem Turnier] kech ist, weri daz genuͦg? Seuse
149,21;
gegen ieren vigenden sy do ritten. / ein anritten da geschach GTroj
18071.
– mit Präp.-Obj.: ‘heranreiten’
daz si [die Heiden]
[...] zuo den kristen riten an Ottok
47609
MWB 1 265,41; Bearbeiter: Schnell
aneruch
stM.
‘übler Ruf, Schande’
daz Maria allen anroch [
infamia
] vormide Brun
1992
MWB 1 265,52; Bearbeiter: Schnell
ane rüefen
swV.
(im Präs. nicht immer zu unterscheiden von ane ruofen stV.)
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
2
‘jmdn. laut ansprechen, anschreien’
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
Joseph got ane ruofte Gen
1843;
durch dînen heiligen namen den ane ruofte mîn ano Abraham ebd.
2685;
die ruͦften sant Erasmen an mit disen worten Konr
13,82;
dô quam ouch ich [der Blinde] dâ er [Christus] was / und ruofte in an umbe lieht KvHeimUrst
603;
er [der Drache] ruofte den recken dicke an, / daz ern durch got kuste UvZLanz
7850;
PrOberalt
54,19.
54,21
2
‘jmdn. laut ansprechen, anschreien’
zehen gewapent ritter [...], die yn anerufften das er den schilt bößlich hinweg fúrte Lanc
591,4.
MWB 1 265,54; Bearbeiter: Schnell
anerüeftec
Adj.
nur in der Wendung
~ werden
‘ein Gericht anrufen’
das alle die lute [...] in beiden houen sun gan vur des gothuses richter, swenne si anruͤftig werdent UrkCorp (WMU)
393,31
MWB 1 266,3; Bearbeiter: Schnell
ane rüeren
swV. tr.
1 physisch 1.1
‘jmdn./etw. anfassen, (mit der Hand) berühren’
1.2
‘etw. anrühren, von etw. Gebrauch machen’
1.3
‘in Berührung mit etw. kommen’
1.4
‘jmdn. (zu Pferd oder zu Fuß) angreifen’
2 geistig, emotional ‘jmdn. berühren, auf jmdn. einwirken’
3
‘jmdn. betreffen, sich auf etw. beziehen’
4 intr., Jägerspr. ‘eine Spur hinterlassen’ (eigentl. von Wild, hier übertr.)
1
physisch
1.1
‘jmdn./etw. anfassen, (mit der Hand) berühren’
aber wie leicht man in anrüert, sô zeucht er [
der erdsneck
] diu hörner ein BdN
303,4;
wer mich ane wölte grîfen, der müeste mîn kleit ze dem êrsten anerüeren Eckh
5: 228,5;
rüerest dus [in sexueller Absicht] an [...] / wider ir willen, daz si dir / wirt nimmer holt UvLFrd
352,14.
– übertr.:
ich hân den bitterlîchen tôt / gerüeret an mit mîner hant EnikWchr
909
1.2
‘etw. anrühren, von etw. Gebrauch machen’
dîn schaz ist gefüeret zuo fremeden künicrîchen. / dîn hort ist an gerüeret Kudr
817,4;
min vinger wol getan / von kost nicht wolde ruren an Hiob
2136;
[der Hund] engetar es [das Fleisch] nút an ruͤren Tauler
204,13
1.3
‘in Berührung mit etw. kommen’
[wenn eine Biene] den paum anrüer, si sterb BdN
350,2;
[weil] diu kelten sänfticleichen anrüert diu wolken, sô macht si klaineu tröpflein ebd.
81,29;
wër dy sel also hoche auf gezogen [...] an ir hochsten freyhait, daz sy got an rürt an sein blosse götleiche natur Eckh
3:416,5;
Daniel
6021
1.4
‘jmdn. (zu Pferd oder zu Fuß) angreifen’
hie mite ruorter in aber an Tr
6977;
Tristan ruort aber den trachen an / der trache wider an den man ebd.
9009
2
geistig, emotional ‘jmdn. berühren, auf jmdn. einwirken’
so ist si [die menschliche Natur] geborn, daz si in etlicher wis anrüeren mag daz worte ThvASu
42,3;
ist, daz dich dehein dinc ûzwendic anerüeret ze würkenne, wærlîche diu werk sint alliu tôt [...]. und suln dîniu werk leben, sô muoz dich got inwendic anerüeren in dem innigesten der sêle Eckh
2:259,19
3
‘jmdn. betreffen, sich auf etw. beziehen’
daz nieman getar gelauben niht / dem andern keinerley geschicht, / daz uch, fraw Mynne, an ruͤret Minneb
3975;
jst, das si cheines lehens iêhent von eime anderme herren, das doch den marcgrauen ane ruͤret UrkCorp (WMU)
94,3
4
intr., Jägerspr. ‘eine Spur hinterlassen’ (eigentl. von Wild, hier übertr.):
ez hât hie angerüeret des lop mit lobe nieman kan erlangen [Gott]
Hadam
84,6
MWB 1 266,7; Bearbeiter: Schnell
anerüerunge
stF.
‘Berührung, Veranlassung’
alle die werck die du würckest von außwendiger anruͤrung oder bewegung Eckh
2:259,5 App.;
was die aussern sinn begreiffent, als sehen, hoͤren, kosten, smekchen vnd mit anruͤrung, das greiffen haist KvMSel
505
MWB 1 266,48; Bearbeiter: Schnell
aneruof
stM.
‘Anrufung’
daz dan der unguter / schalk [...] uf so tummen anruf / der werlde sich Got nennet HeslApk
19384
MWB 1 266,54; Bearbeiter: Schnell
ane ruofen
stV.
(im Präs. nicht immer zu unterscheiden von ane rüefen swV.)
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
2
‘jmdm. zurufen, jmdn. laut ansprechen, anschreien’ (mit Akk.d.P., meist mit wörtlicher Rede im Anschluss)
1
‘jmdn. anbeten, anrufen, (um etw.) anflehen’
der wec wart vinster unde tief, / daz sî got ane rief / daz er ir nôt bedæhte Iw
5792;
daz dû in [Gott] morgen wilt mit ernste aneruofen und biten Eckh
5: 415,8;
gê in dein kämerlein und rüef in [Gott] an mit beslozner tür BdN
218,36;
so wir den almæchtigen got an ruͤffen PrOberalt
54,21;
subst.:
daz aneruofen und gebet enwil got niht morgen erhœren Eckh
5: 415,8
2
‘jmdm. zurufen, jmdn. laut ansprechen, anschreien’ (mit Akk.d.P., meist mit wörtlicher Rede im Anschluss):
der ungehiure rise erschrei / und rief Tristanden lachend an: / ‘sô gehelfe iu got, hêr Tristan! [...] ’ Tr
16029;
di sine er an rief; / er sprach ‘ [...]’ Rol
8578;
als er intslief got in ane rief Gen
1671;
Herb
11811;
da qwam der dritt und rieff yn freischlich an Lanc
555,14;
und rief mich an mit so grossem grimme, das mich sere grúsete Mechth
4: 12,54
MWB 1 266,57; Bearbeiter: Schnell
aneruofunge, anerüefunge
stF.
‘Anrufung’
got an dih der getruwenten sterche zuowis gnadiger ladungen, anruoffungen unseren [interl. zu adesto propitius invocationibus nostris
]
WindbGeb
495;
nu wirt der touffe [...] geheiliget in der anrüefunge [
invocatio
] unde in der craft der driveltikeit ThvASu
128,25;
Pilgerf
13293
MWB 1 267,13; Bearbeiter: Schnell
anerûschunge
stF.
‘Angriff’ (vgl. rûschen):
impetus: anvertunge, anrûschunge VocAbstr
358
MWB 1 267,20; Bearbeiter: Schnell
anesage
stF.
→ anesæje
MWB 1 267,22;
anesage
swM.
1
‘Verkünder, Überbringer (einer Nachricht)’
2
‘Zeuge, Gewährsmann (vor Gericht)’
1
‘Verkünder, Überbringer (einer Nachricht)’
wir wærn darzuo ze swach, / [...] daz wir zwischen sô hôhen fursten / solher rede wærn ansagen Ottok
27572
2
‘Zeuge, Gewährsmann (vor Gericht)’
daz der man auf den andern sait [...], dez sol er seinen ansagen stellen, wer ims gesait hab RbRupr
318;
mein herren sint uberain worden [...], swer ieman grausen von dem andern sagt, [...] daz er in ze hant frag, ob er sein woll ansag sein StRRegensb
118
MWB 1 267,23; Bearbeiter: Schnell
ane sagen
swV.
1
‘jmdn. (einer Sache) beschuldigen, anklagen’ , mit Akk.d.P. (und Akk./Gen. d. S.) 2
‘(jmdm.) zusagen, eine Zusage geben’ , stets in Verbindung mit abe sagen
1
‘jmdn. (einer Sache) beschuldigen, anklagen’, mit Akk.d.P. (und Akk./Gen. d. S.):
daz si lugenlîchen gar / die frouwen habent an geseit, / wan ez ist lug und niht wârheit EnikWchr
18817;
hie vor ist man si war an sagende JTit
5645,3;
etswer seit Tristanden an / dise schulde und dise inziht Tr
15380;
des ich valschlîch wart angeseit Boner
35,52.
– mit Refl.-Pron.:
dâ von solt dû dich des niemer ze unsælden an gesagen, daz dû niht kinde enhâst PrBerth
1:160,24
2
‘(jmdm.) zusagen, eine Zusage geben’, stets in Verbindung mit abe sagen:
ern hât mir an noch ab gesagt Parz
368,20;
‘in rouch’ sagt weder abe noch an [‘es ist mir egal’ sagt weder ab noch zu]
RvZw
173,1;
wir wellen an oder ab / in vil kurzen tagen / iwerm herren sagen Ottok
12398
– Zu ane sagen in Aufforderungssätzen →
ane
Adv., Präp. 1.1
MWB 1 267,33; Bearbeiter: Schnell
anesæje (?)
stF.
‘Aussaat’ (?):
und [...] schicket er [Gott] den wynt Affricum mit wachtelen anesage [mit einem Herabregnen von Wachteln; lat. Text folgt hier Nm 11,31]
PsMb
25(Glossar)
MWB 1 267,51; Bearbeiter: Schnell
anesaz
stM.
‘(Gebühr für die) Einleitung einer Rechtssache’
wenne ein abbas och den vogt ladet in den hof umb sinen bresten, so soll er drin kommen [...], und sol denen dem vogt geben fünff schillinge ze ansatze UrkEls
2,163
(a. 1339);
sol och der vogt [...] mit in den dinkhof kommen [...]. vnd wenne das beschiht, das er dar in wirt beruffet, so sol man im ze ansacz geben v ß [5 Schillinge]
WeistGr
4,181
(14. Jh.)
MWB 1 267,55; Bearbeiter: Schnell
anesæzec
Adj.
‘ansässig (mit festem Wohnsitz)’
da sol man in niht vmbe vesten [festsetzen] , der ansæzzich ist. dem selben sol man fvͤrbieten vnd sol er daz reht tuͦn UrkCorp (WMU)
3305,15
MWB 1 268,1; Bearbeiter: Schnell
ane scheften
swV.
‘etw. befestigen, in einen schaft stecken’
einen schafft vil swere / [...] da was ein stefft / oben von gold an geschefft Krone
14688;
dort rîtet einer nâch uns her / under schilde und füeret sper. / [...] sô schiftet ouch mir mînez an [steckt auch meine Speerspitze in den Schaft]
Bit
2774
MWB 1 268,5; Bearbeiter: Schnell
ane schicken
swV.
‘jmdn. befehligen’
her Fridrich was ir aller hoptmann, / er kund sy wol schicken an FrSchw
3782
MWB 1 268,12; Bearbeiter: Schnell
ane schieben
stV.
refl. ‘sich jmdm. annähern’
so wier anders nieman lieben, / so well wiͤr uns got an schieben Teichn
12,36
MWB 1 268,15; Bearbeiter: Schnell
ane schieʒen
stV.
‘jmdn. treffen, heimsuchen’
ob mich ir umbefang beschleusset / und mich ir lichter augenplick anscheusset FrlSuppl
11:209A,126;
vil manigen geistleichen man / grosse bechorunge schiessent an, / dy in ierrent das er nicht mach / seiner andacht plegen HvBurg
2654
MWB 1 268,18; Bearbeiter: Schnell
ane schiffen
swV.
1 intr. ‘in See stechen’
2 refl. ‘sich einschiffen’
3 tr. mit Akk.d.S. ‘etw. auf ein Schiff verladen’
1
intr. ‘in See stechen’
datz Aglei [in Aquileja] schift er an / mit einem tiwerlichen her / [...] und fuor die gerihte ûf dem mer Ottok
152.
48214;
da man von Zwingen schiffet an WhvÖst
1079;
Rennew
13011
2
refl. ‘sich einschiffen’
ze Misenburc der rîchen dâ schiften si sich an NibB
1377,1;
da si ir schef funden / unt schiften sich vrolich an GvJudenb
4895.
4474;
Mai
107,25
3
tr. mit Akk.d.S. ‘etw. auf ein Schiff verladen’
ê daz man aber den wein an schiffe, so sol man gemain levt dar zvͦ furen, die achten, ob meiner herren wein vnd die scheffart wol verrichtet sei UrkCorp (WMU)
1436,23
MWB 1 268,24; Bearbeiter: Schnell
ane schiften
swV.
→ ane scheften
MWB 1 268,37;
ane schilhen
swV.
auch ane schilen.
1
‘jmdn. (schielend) bösartig ansehen’
2
‘jmdn. von der Seite ansehen’ , hier übertr.
1
‘jmdn. (schielend) bösartig ansehen’
er sluͦg mime herren finfe vnd zwentzig man, / er schilte mich an mit oͮgen, do floch ich in den tan WolfdD
1729,4;
daz uns in der lesten not / chains poͤsen geistes aug anschilh Suchenw
41,701
2
‘jmdn. von der Seite ansehen’, hier übertr.:
wenn aber in [den Mond] diu sunn beseits an schilhet sô ist er niht ganz vol BdN
65,7
MWB 1 268,38; Bearbeiter: Schnell
ane schimphen
swV.
‘jmdn. verspotten’
daz vrouwe Barmeherzekeit / sô schimpet an Gerehtekeit Erlös
586
MWB 1 268,47; Bearbeiter: Schnell |