altervaʒ
stN.
‘Altargefäß’
da er von dem altere nam / die twellen vnd die altervaz PassI/II
358,4
MWB 1 185,19; Bearbeiter: Hoffmann
alterveʒʒelîn
stN.
(Dimin. zu
altervaʒ
):
ampula: alteruesli VocOpt
12.039
MWB 1 185,21; Bearbeiter: Hoffmann
alterwîhe
stF.
‘Altarweihe’
ez næm ein bischolf den gewin / von vier alterwîchen Helbl
2,765;
unde kom eine grozze menig zu der alterweihe EbnerChrist
4,26
MWB 1 185,23; Bearbeiter: Hoffmann
alteste
swM.
1 im Pl. ‘Ältester, Senior, hoher Amtsträger’
2 im Sg. ‘Ahnherr’
1
im Pl. ‘Ältester, Senior, hoher Amtsträger’
(in Bibelübers. i.d.R. für lat. seniores):
do gyngen sy uz eyner nach dem anderen unde dy eldisten vore EvBerl
35,9
u.ö.;
von der zcît begonde Jhêsus zuͦ bewisene sînen jungern daz her muͦste ûf gên zuͦ Jêrusalêm und vile lîden von den eldestin und den scribêren und den vuͦrsten der pristere EvBeh
Mt 16,21
u.ö.;
Tauler
49,26;
des gink czu rote stetlich der califfus mit sinen eldistin wi her di cristin brechte czu dem tode MarcoPolo
6,18
2
im Sg. ‘Ahnherr’
das volk [in der Provinz Ardadam
] betin nicht dy apgote an sundir den wirdigistin unde den eldistin des husis unde sprechin: ‘wir sint alle von disim entsprossin’ MarcoPolo
34,28
MWB 1 185,27; Bearbeiter: Hoffmann
altesten|guot
stN.
‘Gut des Ältesten’
[
ius
] seniorum, quod eldestengwet vulgariter appellatur UrkMeissen
1,208
(a. 1285)
MWB 1 185,42; Bearbeiter: Hoffmann
altgeschriben
Part.-Adj.
‘vor langer Zeit geschrieben’
du vindest, wil du suochen, / an alt geschribenn buochen / [...] von unserm chuenn und unserm leben, / daz wir in hôhen lueften sweben HvdHageMarg
1200
MWB 1 185,45; Bearbeiter: Hoffmann
altgesprochen
Part.-Adj.
→ altsprochen
MWB 1 185,50;
altgewander
stM. (?)
‘Altkleiderflicker, jmd., der mit alten Kleidern handelt’
[
zinse
] von der altgewendern hus bi Happeln vier schillinge Kolscher UrkFrankf
2,181
(a. 1323)
MWB 1 185,51; Bearbeiter: Hoffmann
altgrîs
Adj.
‘altersgrau’
nu wil ich altgriser man / oͮf dirre erde urolichen sterben GenM
101,34.
105,32;
der stein hiez Claugestian. / den worte [= vuorte
] ein aldgrisir man Roth
4961;
Ägidius
552;
SalMor
204,3;
Serv
907;
mit starken sînen handen lief er [Siegfried] Albrîchen an. / dô vienc er bî dem barte den altgrîsen man NibB
497,2;
Wh
413,15;
Kudr
474,1;
Virg
113,3
MWB 1 185,55; Bearbeiter: Hoffmann
altheit
stF
‘(fortgeschrittenes) Alter’
vnd sich Elizabeth din maginne. div hat avch enpfangen einen svn in ir altheit [
in senecta sua Lc 1,36
]
EvAug
124,17
MWB 1 185,63; Bearbeiter: Hoffmann
althêrre
swM.
1
‘durch Alter ausgezeichneter Herr, (würdevoller) Greis’
2
‘Ältester, Ratsherr, (hoher) Amtsträger’
3
‘Ahnherr, Vorfahr’
1
‘durch Alter ausgezeichneter Herr, (würdevoller) Greis’
do sah der altherre [Zacharias] einen engel here / zesewenthalben sin stan AvaJo
3,4;
der altherre greise Serv
2600;
dar in [in einen boumgarten
] hete sich durch gemach / ein altherre geleit Iw
6441;
ein altherre guoter / vor alter wîz als ein snê KvFuss
1764
(vgl.
PassI/II
46,88
);
KvHeimUrst
1309;
Krone
29606.
21009;
MarLegPass
24,345.
–
ich wil dir [der unmâze
] junge altherren zeigen / und alte jungherren geben für eigen, / daz sî dir twerhes helfen leben Walth
80,25.
– die 24 Ältesten der Apokalypse (Apc 4,4 u.ö.):
vier und zwenzic ald herren, / die den stul besazen / in herlichen gelazen / mit wizzen cleideren gevast / und imme trone gesazt HeslApk
8062
u.ö.;
PrSchw
2,3;
die vier und zweinzic altherren / sihest dû, vrouwe, vor dem trône / sitzen, stên ze hove schône MarGr18
486.
– übertr. für Gott:
du bist ein brûner jungelinc und ein altherre grîse, / der sich zeiner spîse / gît uns vil armen tegelich! KvWLd
32,17;
altherre junc ebd.
1,153;
ein crippencnabe / der hohe wis altherre wart: / sin grawer loc, sin griser bart / die wurden im gebriunet KvWGS
1535
2
‘Ältester, Ratsherr, (hoher) Amtsträger’
darumbe, das er [Christus] die fursten vnd die altherren strafte, darumbe hiengen si in Konr
10,91;
PrOberalt
40,14.
41,2;
Roth
59;
do nam er [
Abner
] von der selbin diet / zweinzig alt herren wis, / in wisheit von altir gris RvEWchr
27387;
EnikWchr
21647.
–
‘römischer Senator’
Rômêre scrivin cisamine / in einir guldîne tavelin / driuhunterit altheirrin, / dî dir plêgin zuht unt êrin, / die dagis unti nahtis riedin, / wî si ir êrin bihîldin Anno
18,3.
– Mitglied eines Sendgerichts:
durch ir selber êre / si [Mutter Konstantins] rewelt ir fiunf hundert althêrren, / die in den zuhten wæren, / daz si sentreht vernæmen Kchr
8477
(=
TrSilv
653
);
zvͦ deme sende quamen / patriarche vnde cardinale / [...] vnde achzene altherren, / der kristenheite zvͦ eren TrSilv
622.
– älterer Mönch in einem Kloster, dem besondere Aufgaben übertragen werden:
sint aber minner sache cetvͦnne in dez clostris nvzzin. so habe er [der Abt] der altherrin rat [
seniorum tantum utatur consilio
]
BrHoh
3;
der unreine dufel ginc zu dem priore und nam di besten alt herren di da waren HlReg
49,17;
vnde îst des gezivch her Rvͦpreht der prior / her Niclav der altherre UrkCorp
1186,42.
1522,41
3
‘Ahnherr, Vorfahr’
wâ schînet der althêrren wîstuom / den niemen ercellen mächte / under allem ir geslächte? Erinn
388;
daz man von dem guͦet [...] sol begen ewichlichen ainen jartach an sant Nyclaus tach durch meines altherren Albers [...] sel UrkCorp
1413,30.
–
daz er dem tiuvel enteil / sînem althern werden müeze HartmKlage
251
MWB 1 186,3; Bearbeiter: Hoffmann
althiunisch
Adj.
‘altmodisch’ (?)
der mit dem huote sînen kopf / als einen althiunischen knopf / ûf einem swerte stellet, / der hât sich gesellet / mit den tôren allermeist Helbl
1,264
(vgl. Anm.z.St.: „Es sind altmodische Schwerter gemeint, deren Knopf pilz- oder glockenförmig war”)
MWB 1 186,59; Bearbeiter: Hoffmann
altiche
swM.
‘Greis, alter Mann’
derselbe alticche [Jacob] was ein wolgetân recche GenM
102,29
(in Anm.z.St.);
vgl. Gen
2567 (La. V)
MWB 1 187,1; Bearbeiter: Hoffmann
altisch, eltisch
Adj.
‘alt’
der selbe altiskche [Jacob] was ein êrlich reche. / er hiez die sune mit ime gên Gen
2567;
wo der michel kintlich tut / und der junge hat eltischen mut, / da ist daz hinder her fur gekeret Jüngl
670
MWB 1 187,4; Bearbeiter: Hoffmann
Altisonans
Subst.
Gottesname:
so reine / was künic Altisonans Frl
12:2,10
MWB 1 187,9; Bearbeiter: Hoffmann
altissimus
Adj.
‘der Höchste’, Bezeichnung für Gott (v.a. bei Wolfram und in seiner Nachfolge):
ich geloub, altissimus, / daz du got der hœhiste bist / vil stæte ân allen valschen list Wh
100,28
u.ö.;
der stark altissimus Georg
91;
ebenso
Wartb
Rs 7,7;
Frl
12:2,12;
der werde reine, / der süeze altissimus Marner
13,25;
ich tuͦn dir mine bihte, altissimus, sit mir von pristers munde / vrag nach minen schulden ist so tiure JTit
5108,2;
alsus / wart gedenet der hirre altissimus / an dem heiligen vronen cruze Brun
9864;
UvEtzWh
6170
MWB 1 187,11; Bearbeiter: Hoffmann
altiʒar
Subst.
Tiername:
daz tier in indyscher sprach / haizzt altizar, daz man nach / tuͤtet tuͤtsch besunder: / ‘des hoͤhsten wunder wunder.’ WhvÖst
12658
MWB 1 187,22; Bearbeiter: Hoffmann
altlich
Adj.
‘alt, greisenhaft’
ein man schein er unmâzen alt, / [...] hâr unde bart [...] diu gâben unde truogen / altlichen schîn vil grâwen KvWTroj
5927
MWB 1 187,26; Bearbeiter: Hoffmann
altman
stM
‘alter Mann, Greis’
senex: altman GlHvB
390,31;
dô sach er sitzen dâ / einen man, der was grâ, / sîn hâr von alter snêwîz. / [...] nâch der âventiure zal / sô hete der selbe altman / eine schâfkürsen an Er
282;
StrKD
121,53;
diu frou [Susanna] sprach bermclîche: / ’ich klag iu allen gelîche, / daz die zwên altman / wolden iren willen mit mir hân.’ EnikWchr
18759;
gar ain schoner alt man HvNstAp
14800;
KarlGalie
372.
–
mîn muoter sagt al wâr: / altmannes rede stêt niht ze vâr Parz
163,16
(sprichwörtl.; vgl. TPMA 1,78)
MWB 1 187,30; Bearbeiter: Hoffmann
altmæʒec
Adj.
→ alt stSubst.
MWB 1 187,41;
altmüede
Adj.
‘altersschwach’
dekein alter schedel, der sich in den selben strik [Fallstrick des Teufels] bestrûchet hât mit altmüeden beinen PrBerth
1:413,37
MWB 1 187,42; Bearbeiter: Hoffmann
altrihtære
stM.
‘ehemaliger Richter’
umb den weingarten, [...] den gechauffet hat her Mathýas von Lintz der alt richter seinem ayden Pernolden [...] und seiner hausvrowen Katherei, umb hundert phvnt UrkGold
72
(a. 1319);
DRW
1,534
(SPöltenUB.; a. 1337)
MWB 1 187,46; Bearbeiter: Tao
altsëʒʒen
Part.-Adj.
‘seit langem ansässig, alteingesessen’
dar stach got den edeln stich / und reit daz riche poneiz / und leiste daz alde entheiz / daz her geloubet hate / mit vorbedachtem rate / den alt sezzen vatern HeslApk
10695;
ditz sint deu amptlehen, deu Sunneburger von dem selben gotshause ze Sunneburch habent, als altsezen leut habent auf iren aid geseit UrbSonnenb
128.
– subst. ‘Alteingesessener’
daz sie daz [Grenzverlauf] scullen intscheiden nach den altseyzen beyder sit UrkSchlesFürst
1:126,27
(a.1319 kopial);
das man von gerichtis wegin dor czu sente vnde dy altsesin dor czu neme, czu besen dy greniczen UrkSchles(B)
47,14
(a. 1345 kopial)
MWB 1 187,52; Bearbeiter: Tao
altsprochen
Part.-Adj.
auch altgesprochen.
nur in der Fügung
~ wort
‘Sprichwort’
er iruolte daz altsprochene wort; / ia ist gescrieben dort: / ‘under sconem schade luzet, / iz en ist nicht allez golt daz da glizzit.’ Rol
1956;
hast du niht gehort / ein vil alt sprochen wort: / daz uzen augen uz dem muͦte? Rennew
25050;
und ist ein alt gesprochens [La. sprochens
] wort: / ‘wer ratz vragt, der suecht guͤt.’ Teichn
83,18;
nu ist ain altgesprochen wort, / als man vil dik haͮt gehort, / das nid und hass / nie muͤssig gesass WernhMl
4691
MWB 1 188,1; Bearbeiter: Tao
alt|tôren
swV.
‘an Altersschwachsinn leiden’
wo du einen altdorenden man [
delirum
] sist der also ein narre alle zit uber sich siht, der ist Martin ElsLA
736,6;
noch han ich wor das dirre altdoret [
istum delirum esse
]
ebd.
736,15
MWB 1 188,12; Bearbeiter: Hoffmann |