Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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a – abebrëchære, âbrëchære
abe brëchen, âbrechen – abe drumen
abe|ein – abe ertwingen
abe ervëhten – abegezogen
abegezogenheit – abe houwen
abehouwunge – abelæge
abe lantscheiden – abe lœsen
abelœsunge – âbentganc
âbenthan – âbentsunnenschîn
âbenttanz – aber|æhter
abe rechenen, abe rechen – aber|schâch
abe rücken – abe schieʒen
abeschiht – abeslac
abe slahen – abe stîgen
abestôn – abetragære
abe tragen – abe vâhen
abeval – abe wahsen
abe wæjen – abe weschen
abeweschunge – abe ziehen
abeziehunge – âbrëchære
âbrëchen – achter-, ahter-
achwent – ackervruht
ackerwërc – adellich, adellîche(n)
adelmuoter – âderslahen
âderstôʒ – affensmalz
affenspil – afterbier
afterblunder – aftermuoder
aftermûre – afterwort
afterzal – agleister
agleistervar – ahselrote
ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp
ahten – âhui
ahzec – alamande
alanc – alde
aldê – algorismus
alheit – allergotesheiligentac
allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet
allersêlentac – allwent
Alman, Almân – alp
alpha – al|tagelich
altære, altâre, alter – alters|eine
alterstat – altmæʒec
altmüede – alwaltecheit
alwaltende – ambahtære
ambahte – âmehte
âmehtec – ametiste
âmezûber – amt
âmügel – anderheit
anderleie – andorn
andouge – ane bereiten
ane bërn – anebot
ane botwarn – ane draben
ane dræhen – ane errâten
ane ersëhen – anegedenken
anegedenklich – anegeslaht
anegeslöufe – anegrîfunge
ane grînen – aneheftec
ane heften – aneinander
ane jagen – ane komen
ane koufen – aneleitrëht
aneleitunge – 2ane merken
anemerkunge – ane phîfen
ane phlanzen – anerüeftec
ane rüeren – aneschouwede
aneschouwelich – anesidel, anesedel
ane sîfern – ane sniudeln
ane snöuwen – ane springen
anespruch – ane strîten
ane stroufen – ane trëten
ane trîben – anevëhtigunge
anevëhtlich – anevluʒ
ane vordern – ane weigen
aneweigunge – anewîsunge
ane wonen – angelisch
angeln – angestnôt
angestsam – ankesmër
anlamin – antlæʒec
antlâʒen – antsmër
anttac – antwîch
antwürkæreknëht – apfelrîs
apfelrôt – ar
âr – arc|haft
arche – ardell
ardîse(n) – armbendec
armbouc – armiure
armlëder – arnebote
arnen – art
art – arzâtîen, arzedîen
arzâtîn – âsblâsende
ascalamus – â|schildes
aschlouch – aspentier
aspindê, aspindei – astronomierre
astronomus – atrament
atte, ette – avelen
âventiurære – â|witzec
â|witzen – âʒ|zît

   alte - altervater, eltervater    


alte swM. ‘Läufer’ (im Schachspiel; aus arab. al fīl ‘Elefant’, pseudoetymol. an alt angeschlossen, vgl. 2DWB 2, 585): einen alten er da uff gehup, / vil gerne er den unrecht vor die kunigin slug SalMor 241,1; die alden sind von erst gestalt auf dem schachtzabel als die richter mit ainem offen püech vor den augen Schachzb 43,1; PfzdHech 209,2. – bildl.: die frowen [Amazonen] folgeten in nach / vnde taten in einen schach, / [...] sie waren vil nach worden mat. / da mochte der vuzgenge / genesen niht die lenge. / sich enkvnden die alden / nieren behalden Herb 14563; ich hân den künec al eine noch, / unt weder ritter noch daz roch: / mich stiuret niht sîn alte noch sîn vende RvZw 150,12; disiu werlt ist als ein goukeltabel, / wenne si hât als ein schâchzabel / künige und dar zuo künigîn, / roch, ritter, alten, vendelîn Renner 22544

MWB 1 179,63; Bearbeiter: Tao

altecheit stF. ‘hohes Alter’ unde unze in die alticheit unde daz alter [ usque in senectam et senium ] got nihne uerlazzes du mih PsWindb 70,18

MWB 1 180,16; Bearbeiter: Tao

altec|lich Adj. → al|tagelich Adj. Adv.

MWB 1 180,19;

alteigen stN. ‘abgabenfreies Grundstück, Erbgut’ selgut und alteigen DRW 1,525 (Hanauer, Const d’Alsace; a.1240)

MWB 1 180,20; Bearbeiter: Tao

alteltern sw.Pl. ‘Großeltern, Vorfahren’ auch sol ein mensch lieb haben ze vordrest ander laͤuten dienen all den, von den die eltern choͤmen sind, vnd die von den alt eltern choͤmen sind RechtssA E90,21

MWB 1 180,23; Bearbeiter: Tao

alten, elten swV. 1 intr.
1.1 ‘altern, Zeichen eines Alterungsprozesses zeigen, abnehmen, verfallen’
1.1.1 bei Lebewesen
1.1.2 mit sachl. Subj.
1.2 ‘sein Leben (in einer bestimmten Art und Weise) verbringen’ ,
1.3 ‘(älter werden), aufwachsen’
2 tr. (meist elten )
2.1 mit sachl. Subj.: ‘jmdn. alt machen, altern lassen’
2.2 mit persönl. Subj.
   1 intr.    1.1 ‘altern, Zeichen eines Alterungsprozesses zeigen, abnehmen, verfallen’    1.1.1 bei Lebewesen: Ysaac altote. daz daz gesuͦne ime tunchelote VMos 22,17; ÄPhys 11,12; Abraham der guͦte man / von tagemenege ouh began / abenemin und altin RvEWchr 5224. 22574; welhez mensch vil pluotes hât, daz altet schier, reht sam daz getraid tuot, daz ze vil fäuhten hât BdN 116,2; der slange, so er bevindet das er beginnet alten und rimpfen und stinken [...] Tauler 95,8. in ainer stunde alten / moht er von dem grusen WhvÖst 11926    1.1.2 mit sachl. Subj.: liebe armet unde altet, / si kuolet unde kaltet, / swâs [ swâ si ] ir viures niene hât Tr 13063; Seneca sprichet daz der git [Habgier] / gruͤnet, wahset alle zit; / dannoht, so alle untugende / altent, daz er ist jugende [=jungende ] SHort 4855. allez, daz under der sunnen ist, daz altet und nimet abe Eckh 2:350,4; die welt beginnent alten, die minne beginnet kalten Seuse 430,25    1.2 ‘sein Leben (in einer bestimmten Art und Weise) verbringen’, immer mit Adverbialbestimmung: des lâzze in got nach sînem willen wunneklîchen alten! SM:We 2: 1,4; mit êren alten Iw 7401; ErzIII 129,101; EnikWchr 23822; in eren alden Mügeln 40,17. 308,10; WhvÖst 16340; in gnaden alten SHort 1938; mit jamer alden HvNstAp 19601; SM:JvW 5:3,7; SM:Tr 2:5,4; SM:Tu 5:2,2; mit allen tugenden alten WernhMl 668; mit vreuden alten Wig 9748; SM:Pf 1:2,16; EnikWchr 14699. 14777. mit jmdm. a.: swer bî einem übeln wîbe / alten unde wonen muoz. / swære wirt im selten buoz Eracl 1717; Lucina hieß die magett. / ey was eren im petagett / der mit der schonen̄ alten soll! HvNstAp 1613; SHort 3354; Seifrit 328; WernhMl 1378    1.3 ‘(älter werden), aufwachsen’ sind si aber maidlein, / die mueter sy behalden / und lassens pey in alden Seifrit 5094    2 tr. (meist elten)    2.1 mit sachl. Subj.: ‘jmdn. alt machen, altern lassen’ zürne ich, daz ist ir spot und altet mich MF:Hartm 1:4,5; Erphe und Adelwîn / tuont mir ungedienet schaden. / daz eltet mich ê mîner tage Neidh WL 32:3,8; er [Peleus] was doch niht als alt, / als in geeldet hete / sorge vnde vngerete Herb 17930; manic dinc [Hunger, Krankheit, Hitze, Kälte] den menschen eltet Renner 9511 u.ö.    2.2 mit persönl. Subj.: sînen lîp ~ ‘sein Leben (in einer bestimmten Weise) verbringen’ minnes dv ein reine wip, / so mvst dv elden dinen lip / vmmerme virgebene / bit sorclicheme lebene MarHimmelf 1658; er sælic man, der sînen lîp / solte mit ir [Phyllis] elten! AristPhyll 349. ich alte in wunderlicher chlage. mine iare vnd mine tage Tr(M) 19552a (App.)

MWB 1 180,28; Bearbeiter: Hoffmann

alter stN. (2 und 4 auch im Pl., mit Umlaut ælter PrOberalt 36,20 ) 1 ‘Lebensdauer, Lebenszeit’
1.1 mit präziser Altersangabe
1.2 mit allgemeiner Charakterisierung des Lebensalters
2 ‘eine der Altersstufen, in die das menschliche Leben eingeteilt wurde’
3 ‘hohes Alter’
3.1 (von Menschen, Tieren) ‘vorgerücktes, hohes Lebensalter, letzter Lebensabschnitt’
3.2 (von Gegenständen) ‘lange Gebrauchsdauer’
4 ‘Weltalter’
5 ‘alte, lange zurückliegende Zeit’ ,
   1 ‘Lebensdauer, Lebenszeit’    1.1 mit präziser Altersangabe: duo frâgte er in von sîneme altere, wie vile sîner jâre wâre Gen 2582; do was sin alter gezalt zwelf tage und drizzech jar alt AvaLJ 41,2; done was sîn alter vür wâr / niuwan ahtzehen jâr Iw 6353; [ her Hoier ] der hât wol driu rosses altr verslizzen RvZw 182,12. Aristotiles spricht, der hund alter erkenn man niht denn pei den zenden BdN 125,35. 136,32    1.2 mit allgemeiner Charakterisierung des Lebensalters: im dienten beidu, getaget ritter und jung und mittels alters Lanc 48,27. wan div seligen chint dannoch zü dem alter niht chomen waren, das si von ir menslicher blode dehein schulde iht heten Konr 4,8; ich gehort nye kint von solchem alter also hochlich gesprechen und also wißlich als es gesprochen hatt Lanc 95,28; unde Jhesus nam czu an aldere [ aetate Lc 2,52 ] unde an wisheit vor gote unde vor den luten EvBerl 9,25; vragt in selben. er hat daz alter [ aetatem habet Io 9,21 ] . er sol von im selber reden EvAug 239,18    2 ‘eine der Altersstufen, in die das menschliche Leben eingeteilt wurde’ diu naht ist getailet in vier wachte, [...] die vier wacht betuͤtent vier alter der menschen; daz ist diu chintheit e der junglinch ze man wachse [...] PrOberalt 15,37; diu sehs alter diu ain iegeslich mensche an sim libe hat, daz ist von der ersten chintheit unz daz er an dem libe vor alter ablege wirt Konr(Sch) 44,39; Spec 17,2; der mensch siben alder hat, / dy er durch wandert und durch gat Hiob 6829; SiebenZ 31    3 ‘hohes Alter’    3.1 (von Menschen, Tieren) ‘vorgerücktes, hohes Lebensalter, letzter Lebensabschnitt’ alter ist genant ein zît, / an dem vil jâre menige lît. / swie des mannes leben stât, / daz alter in niht ledic lât RvEBarl 1251; unde sich, Elyzabeth, dyne frundynne, hat ouch intphangen eynen sun in erem aldere [ in senecta sua Lc 1,36 ] EvBerl 3,4. – oft mit Verweis auf den durch das Alter verursachten körperlichen Verfall: daz alter slizzet den lip. / ez machet den man und daz wip / in selben gar unmære StrKD 102,1; den herren hete daz alder / gemachet vnkreftic, / sines libes unmechtic Ägidius 1568; PrOberalt 9,29; dô daz alter mînem vater sîn chraft benam [...] KvHeimUrst 1893; daz alter hâte in ungestalt / gemachet RvEBarl 1232; RvEWchr 31572; wenne der hirz enpfinde, daz er beswært ist von siehtum oder von alter BdN 129,19. – jmds. alters stap ( ‘Stütze des Alters’) sîn: owi uil liebir neue, [...] du ware mines alteres stap. / [...] du ware min zesewíu hant Rol 7514 (vgl. StrKarl 10560 ); jâ soltû, liebe tohter mîn, / unser beider vreude sîn, / [...] unsers alters ein stap AHeinr 657; dû soldest mînes alters stap / und mîner vreuden sunnenschîn / mit liebe an mînem alter sîn RvEBarl 8188; ja were du miner ougen lieht / unde mines alderes stab! Vät 28657. 39764. – personif.: ich binz daz alter, daz von kalter art sich muoz wermen hie / got erbarme, daz mîn arme sint sô kalt und mîniu knie! HvTrJugend 3,1; – in Sprichwörtern (vgl. TPMA 1,74-76): wir wünschen alters alle tage, / soz dan kumt, sô ist ez niht wan klage Freid 51,13 (vgl. Renner 23057 ); ez ist ein ding, des menlîch gert, / sô manz gewint, sô istz unwert: / daz alter machet ungesunt, / wand ez mit vil gebresten kunt Boner 19,3. alter bringet arebeit, / minne senede herzeleit Freid 51,15 (= Renner 11919 ); alter allen dingen ir kraft / nimt und swachet meisterschaft Renner 23063    3.2 (von Gegenständen) ‘lange Gebrauchsdauer’ die [die himmlische Krone] die milwen noch der rot, / schaben noch alter slîzet, / der glîz âne ende glîzet KvHeimHinv 669; ein samît grüene alsam ein gras / vor alter gar zerizzen / ir [der kunst ] cleit dô bî den zîten was KvWKlage 13,4    4 ‘Weltalter’ die sechs chruͤg bezaichent die sechs ælter. daz erst alter daz waz von Adam untz an Noe PrOberalt 36,20. 47,29; Matheus zelt uns dapi / sex etates mundi, / dere werlt sehs altere. / in deme sibenten werde wir behaltene / ze deme ewigen libe ArnoltSieb 47,7; unser herre lait die marter in dem sechsten alter der werlt BdN 461,30. tusent iar heizent ewen, daz ist ein alter. hundert iar heissent seculum, daz ist ein welt MNat 12,11    5 ‘alte, lange zurückliegende Zeit’, fast ausschließlich mit der Präp. von, die Wendung von alter(s) (her) häufig formelhaft in Rechtstexten: an dem gestirne ich sach, / waz von alder her geschah Herb 832; daz von alter her ist komen, / als ez von gote wart vernomen, / daz lêre ich dich und anders niht RvEBarl 5325; Vät 1346; GTroj 12304; Ottok 28564. 41301. dc dc manlehen ist gewesen von alterher der dienistmanne UrkCorp 91,17; daz si der brugge schrieben den zol der von alter her reht wæ̂re ebd. 548A,19; alz ez von alter her kumen ist WüP 20,4 u.ö.; SpdtL 223,1. alle die vorworde soͮlen wir iere stede halden / beide van nuwens inde van aldirs UrkCorp 255,14; bit deme selveme rechte alse it van alders here is komen ebd. 602,47; – mit der Präp. (nur NvJer ): nû sullit ir gedagin / und ûch lâzin sagin, / waz bî aldir sî geschên NvJer 21462

MWB 1 181,18; Bearbeiter: Hoffmann

alter|ane swM. ‘Urahn’ atavus: alterane VocBV926 3:427,24; min alder ane Dardân En 11680; Booz: / der was Dauides alter an RvEWchr 16186; daz kunic Wêlâ, als wir lesen, / sîn alter ene ist gewesen / und sîn ene kunic Stephan Ottok 39999; Loheng 7525; WhvÖst 12278

MWB 1 182,58; Bearbeiter: Hoffmann

alt|erbe stN. ‘angestammtes Erbe’, hier für ‘Himmelreich, Paradies’ si wolten gerne wider gewinnen / daz unser alt erbe; / dar nach strebeten di helede Rol 3415. 195

MWB 1 183,1; Bearbeiter: Hoffmann

alt|erbelant stN. ‘angestammtes Erbland’, hier für ‘Himmelreich, Paradies’ daz [der Tod des Erlösers] gab uns friliche widervart / in unser alt erbelant VEzzo 352

MWB 1 183,5; Bearbeiter: Hoffmann

altereine Adj., Adv. → alters|eine

MWB 1 183,9;

alter|eninkel stM. ‘Urenkel’ deu dritt sippe heft sich an dem riste, daz an den armen stœzzet, das sint geswistreit chindes chint und haizzent alder eninchel RbRupr 170

MWB 1 183,10; Bearbeiter: Hoffmann

altereninkel|kint stN. ‘Ururenkel’ deu vierde sippe [...] haizzent alder eninchel chint; deu funft sippe [...] haizzent alder eninchel chindes chint. deu sechst sippe [...] haizzent ureninchel RbRupr 170

MWB 1 183,14; Bearbeiter: Hoffmann

altergezierde stF. oder stN. ‘Altartuch’ auch ist daz symonei, daz man [...] chauft oder verchauft daz guͦt, daz zu geistleichen dingen geordent ist vnd geweiht, alz [...] messgewant oder alter gezierd [ altertücher Redaktion C] RechtssA S35,31

MWB 1 183,18; Bearbeiter: Hoffmann

alterkleit stN. ‘Meßgewand’ ouch machete si [Maria] mit ir hant / des tempels êwarten gewant, / und wart manec schoene altarkleit [ ornamenta ] / von ir ûf die altar geleit WvRh 1581

MWB 1 183,23; Bearbeiter: Hoffmann

alterlachen stN. ‘Altardecke’ ouch sach man dâr schînen / zierde maneger hande / an messegewande / und an alterlachen [: machen ] EbvErf 3265

MWB 1 183,27; Bearbeiter: Hoffmann

altermuoter, eltermuoter stF. ‘Großmutter’ [Vermögen] daz die eldirvater unde die eldirmutir habin in urri giweri, iz sie liginde edir varindi Mühlh 148,1. 148,26; hie gêt der tiufel umb den rinc / oder sîn altiu muoter [La.: adir sin eldirmuter ] / und gît mit slegen fuoter! Anteloye 411; die würme, die wâren freissam. / [...] dô kam die würminne diu ir aller [La.: eltter ] muoter was WolfdB 787,4; frowe Alheid min aldirmuͤdir UrkDOHess 2:534,16 (a. 1344). – Lit.: Müller, Großvater, S. 53-62

MWB 1 183,30; Bearbeiter: Hoffmann

altern, eltern sw.Pl. s.a. elter stswM. 1 ‘Vorfahren’ (nicht immer eindeutig von 2 zu scheiden)
2 speziell: ‘Eltern, Vater und Mutter’
3 ‘die Ältesten’
   1 ‘Vorfahren’ (nicht immer eindeutig von 2 zu scheiden): herre, unser eltern [ patres nostri Io 4,20 ] die betten under den böumen ûf dem berge, und iuwer eltern von der jüdischeit die betten in dem tempel Eckh 3:116,9; sage in [den Gefolgsleuten] von iren alderin. / mane sie, daz sie ir ere behalden, / di an si iz geerbet Elmend A 787; Unverzagt 3:5,3; HvFritzlHl 217,7; PrMd (J) 344,6. aber dem konnige ist streffelich / [...] dem fondement zu undergraben sere / die sine altern [ ‘Vorgänger’] gestifftet hant Pilgerf 9287; das wir aber hie geschriben habent, das ist als wir es únser eltren [ ‘Vorfahren im Orden, ehemalige Ordensschwestern’] hortent vor úns sagen und och von in ain tail geschriben was Stagel 16,14    2 speziell: ‘Eltern, Vater und Mutter’ dînen altern soltu êre bern, / wiltu lange ûf erden wern Freid 174,9; do si [Maria] ein kint was, do was si gehorsam iren alteren, vatter und muͦter Tauler 223,32; meister, war an hat dirre mensche gesundegit daz her blynt geborn ist, adir syne elderen [ parentes eius Io 9,2 ] ? EvBerl 37,21; UrkCorp 392,33. N407,21    3 ‘die Ältesten’ als er quam in den tempel dar / vnd lerte da des folkes schar, / der prister fursten quamen nu / vnd die altern auch des folkes [ seniores populi Mt 21,23 ] zu EvStPaul 676 u.ö.; warumme ubir treten dyne jungeren der elderen gebot [ traditionem seniorum Mt 15,2 ] ? EvBerl 31,30

MWB 1 183,41; Bearbeiter: Hoffmann

alterpalle Subst. ‘Altartuch’ (zu lat. pallium) : ouch sach man si bemeilgin [ ‘beschmutzen’] / in manchir unvlêtigin tât / altirpallin und ornât / und andir kirchgerête NvJer 14198

MWB 1 184,6; Bearbeiter: Hoffmann

alters|eine Adj., Adv. auch altereine. ‘ganz allein’ du solt anbiten den rainen got herren altersainen AvaLJ 48,6; Litan 1172; StrKarl 4639; nu habent si mich uͦble gelazzen, / nu sten ich alterseine Rol 2089; die kuninge, [...], / die betten zware / an die abgote al gemeine, / wen dvͦ altirseine TrSilv 491; NibB 2318,3; Iw 8025; altter aine GTroj 1716. – jmdn./ etw. ~ haben ‘jmdn. für sich allein haben; etw. für sich behalten’ dar umbe hazze ich dinen muͦt, / [...] daz du disen man woldest nemen / der werlt aller gemeine / und haben dir alterseine StrKD 161,274; wen ime des gelùckes schibe / so eben gienge uf selden ban / daz solt er alterseine han / so dz es niemer zuo einre stunt / wùrde keinem menschen kunt SechsFarbenI 202; Ottok 13139; Hunor 232

MWB 1 184,10; Bearbeiter: Tao

alterstat stF. ‘Altarraum’, übertr. für Maria: du bis diͤ heilich elterstat, / drin de gewide elter is gesat, / daruppe al dat heilichduͦm steit, / dat himel ind erde ümbeveit MarlbRh 12,27

MWB 1 184,26; Bearbeiter: Hoffmann

alterstein stM. ‘steinerner Altar’ nâch des tages [des Karfreitags] site ein alterstein / dâ stuont al blôz. dar ûf erschein / ein kefse [Reliquienbehälter] Parz 459,23; der engel godes ym [Zacharias] erschein / beneben an den altarstein / des rauches zu der zesewen hant [ stans a dextris altaris incensi Lc 1,11 ] EvStPaul 5573. – aus Marmor: er zæigetim einen alterstæin. / daz was ein mærmel Serv 1051; diz heldit man in deme lande, daz her [der Apostel Jacobus] sich saste ûffe einen mermelîn stein unde fur dar ûffe uber in di stat zu Compastelle; und dirre stein ist ein altêr stein, dâ man alle tage messe ûffe singet unde liset HvFritzlHl 167,15. – ‘Tragaltar’ (altare portatile, „geweihte und mit einem Reliquiengrab ausgestattete kleinere transportable Steinplatte”, LexMA 1,463): item ain ganzen messeziug han ich, buoch und alterstain, in miner frawen chamer UrkSüdtirol 3,2:253 (a. 1320); daz ir mugit [...] messe horin [...] von eime altir ader eime gewyetin altirstein UrkSchles(B) 131:8,28 (a. 1345)

MWB 1 184,30; Bearbeiter: Hoffmann

altertuoch stN. ‘Altartuch, Altardecke’ einen tisch hiez er [der Pfaffe Amis] dar suochen. / mit sînen guoten altertuochen / wart er bedecket alsô wol / sam ein alter beste sol StrAmis 996; kelch, messegewant und buoch / ampollen, bühsen und altertuoch / sölten aleine in kirchen sîn Renner 8968; div altertvcher vnd div corporal svlen sin wiz vnd rain SpitEich 4,5; BrHoh 59; UrkSüdtirol 3,2:252 (a. 1320)

MWB 1 184,51; Bearbeiter: Hoffmann

altertwehele swF. ‘Altartuch’ vnde svn dis chindis [das ins Kloster aufgenommen werden soll] hant windin in die altirtwellvn [ in palla altaris ] vnde suns also opfron BrEng 59; die alter twêlen unde die corporâl unde die prîsterliche dinge unde gegerwe, die sol man wîz unde reineclîche halden unde beslizzen StatDtOrd 73,3

MWB 1 184,60; Bearbeiter: Hoffmann

altervater, eltervater stM. (nur md. belegt, meist mit der umgelauteten Form) ‘Großvater’ zv Troyge was ein kvnic rich, / min alder fater Laomedon. / Priamus, min vater, was sin son Herb 5943. 17823. 17992; sturbin dan demi eldirvatiri alle sine kint, so erbiti daz gut uf di kindiskint Mühlh 148,10; junffraw, dat ir syt myn nichte, / des ich uch wael berichte. / ur alder vader ind der myn, / [...] de waren gebroder beyde KarlGalie 10563. 10103; UrkCorp 222A,5; KlKsr 2,34; PrMd (J) 343,29; HvFritzlHl 128,32. ja hatte er [der Prophet Sophonias] eynin vatir Chuzy, eynin eldirvatir Godolyam, eynin vort eldirvatir Amasyam und abir vurbas eynin eldirvatir Ezechiam Cranc Vorr. So 351,6. – Lit.: Müller, Großvater, S. 52-62

MWB 1 185,3; Bearbeiter: Hoffmann