l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
letze
Adj.
‘unrecht, falsch’, hier wohl i.S.v. ‘nicht vollwertig, halb’ (vgl.
Anm.z.St.; DWB 6,797 s.v. letz):
wurchet ein mensch einen letzen
vîrtac [Feiertag] , / dem driut er [der
Priester] den gotes slac Priesterl
596
MWB 3,3 1092,47; Bearbeiterin: Wemhöner
letze
stswF.
auch lez(z)e, lecz(e), leczin; leczte (
Dalimil (B)
68,416
); Pl. auch letzinen (
StRBern
3:144,7
); vgl. auch
lëcze
swstF.
1
‘Befestigung’ (einer Burg, Stadt o.ä. zur Abwehr von Feinden),
‘Schutzwall’
2
‘Abschied’
2.1 allg. 2.2 in Wendungen 2.2.1 jmdm. die ~ gëben/ schenken
‘jmdm. den Abschied/ ein Abschiedsmahl bereiten’
2.2.2 jmdm. etw. zuo (der/ einer) ~ gëben/ lâʒen
‘jmdm. etw. (Geschenk/ Vermächtnis) zum Abschied geben/
überlassen’
3
‘Ende’
1
‘Befestigung’ (einer Burg, Stadt o.ä. zur Abwehr von Feinden),
‘Schutzwall’
phala: ain leczin vor ainer stat GlAnzfKdVz
4:233,116;
die von Ýrlant hatent sich / verbarrot und verlezet / und die
leze besezzet / mit werlichen rotten RvEWh
12088;
Troiær bewarten wol ir stat, / ir letzen wurden schiere
besat [besetzt] , / ir mûre und alle ir zinne
KvWTroj
44082;
diu mûre was hôch von grunde, / daz niemen dar în komen kunde / wan durch diu
rehten bürgertor. / dâ wâren ouch guote letze vor Heidin II
212;
daz ich [...] min burg Radirey vnd swaz ich inwendic
der lezzi hatte [...], fúrkoffit han minē herren
UrkCorp (WMU)
947,21;
daz [...] wir wider die waltluͥte suͥllen
[...] letzinen machen StRBern
3:144,7;
ErnstD
799;
PleierTand
2140.
2342
u.ö.;
PleierGar
1665.
– bildl.:
wir wellen der kristenheite sin / mit huͦte ein stærkiu
letze Rennew
23097;
ir waret den vinden gar ein shur / und den vriunden ein
letze ebd.
33775;
der vels, der was ir letze, / daz dise schar so cleine maniger grozen
schar gap wider setze JTit
4810,3;
von luterm gold ein netze Tasme het umbefangen, / werlichen zeiner letze.
die ringe vinger groz von keten strangen ebd.
3393,2
2
‘Abschied’
2.1
allg.:
nu wis des ane zvivel, / gewere degen biderue: / gesent
dich got widere, / mit guͦte ich dich irgezze / der angestlichen lezze
GrRud
F 7;
ir kumft unt ir letze Wh
232,29;
daz willekomen unde die letze Meissner
1:14,4
2.2
in Wendungen
2.2.1
jmdm. die ~ gëben/ schenken
‘jmdm. den Abschied/ ein Abschiedsmahl bereiten’
do sprach meister Hiltebrant: / ich bitten uch herren alle sant, / das
ir mit mir essen. / ich wil uch die letze geben VirgH
1093,4;
bildl.:
iwerm werdem prîse / ist gegebn ein smæhiu letze
Parz
152,3.
– in ironischer Zuspitzung ‘jmdm. den Rest geben, jmdn.
töten’ (vgl.
letzen
2.2):
si nâmen im [dem
Fischer] dâ sîn netz / und gâben im dâ die letz, / daz
si in zersluogen. / sîn red si im niht vertruogen
EnikWchr
25008;
ich gebe vch mit vwirn gnoszin / in einen lidern sak stoszin / vnd
in der Molda irtrenkin / vnd vch da mit dy leczte schenkin
Dalimil (B)
68,416
2.2.2
jmdm. etw. zuo (der/ einer) ~ gëben/ lâʒen
‘jmdm. etw. (Geschenk/ Vermächtnis) zum Abschied geben/
überlassen’
meister Eckehart wart gebeten von sînen guoten friunden ‘lâzent uns
etwaz zuo letze, sît ir von uns wellent varn.’ Eckh (Pf)
685,2;
der von Agrippe ein vingerlîn / het gegeben ze einer letze dem
Antschouvîn, / dô er schift über mer in einer barke Loheng
6865.
3867.
– häufig in Rechtstexten ‘Schenkung, Erkenntlichkeit,
Trinkgeld’
daz si an mir vnd minen chinden ir fuͤrstleich gnad begen, als
lang wir des bedurfen. dar vm wil ich in geben ze lezze drev chlainot,
zwai tassel vnd ein hæftel UrkCorp (WMU)
898,21;
ist oͧch, daz dekein jude von unser stat zihen wil, der sol oͧch
den purgern X mark ze letzi lassen StBZürich
87;
UrkEnns
3,234
(a. 1256);
swaz avch man von saltz alein vermavttet vͤber I. phvnt Oͤtinger,
daz sol dem mavttnær ze letz geben zwei chvͤeffel saltz
UrbBayS
4,200;
UrkCorp (WMU)
1465,25;
StRAugsb
251,10
3
‘Ende’
an anegeng und an letze bistu, got, ewic lebende JTit
1,1;
dirre rede letze und ir begin UvEtzAlex
17365;
iedoch trouw ichz machen / mit bewærten sachen / daz ez [das
buoch
] in werde werde bekant /
[...] / von Bresburc unz an Metze / sîn beginnen, sîn
letze Georg
64;
Wh
5,3;
ob ez der maget was gewant / daz si karte daz vletze
[Fußboden] , / so warf uz biz zur letze / den mist die
vrowe und den stoub Pass III
624,26
MWB 3,3 1092,52; Bearbeiterin: Wemhöner
letzen
swV.
md. auch lett- (
Brun
1651
), Part.Prät. auch gelat (
KarlGalie
9727.
7951
u.ö.; vgl. mnd. letten Schiller/ Lübben 2,674f.); Prät. auch
la(t)zte (z.B.
UvEtzAlex
4784;
Iw
2933;
WhvÖst
9628
).
1
‘hindern, aufhalten, verzögern’
1.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. (an etw.) hindern, von etw. abhalten,
aufhalten’
1.2 mit Akk.d.S. ‘etw. verzögern, verhindern’
1.3 subst. in der Wendung sunder ~
‘unverzüglich, ohne Zögern’ (vgl. Schiller/ Lübben 2,675) 2
‘(be)schädigen, zerstören’ (mit fakultativer präp. Erg. ( ane,
mit ) oder Pron.-Adv.) 2.1 mit Akk.d.S. 2.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. schädigen, verletzen, töten’ (vgl.
letze
stswF.
2.2.1 ) 3
‘etw. beenden’
4
‘jmdn. einer Sache berauben’ (mit Gen.) 4.1 allg. 4.2 refl. ‘einer Sache entbehren’ (mit Gen.) 5
‘jmdn. von etw. befreien’
6
‘sich/ jmdn. (mit etw.) erfreuen, laben, etw. genießen’ (mit fakultativer
präp. Erg. ane, mit )
1
‘hindern, aufhalten, verzögern’
1.1
mit Akk.d.P. ‘jmdn. (an etw.) hindern, von etw. abhalten,
aufhalten’
kumet er ze dem tage niht, er verliuset sîner gülte dâ
mit niht, ob in êhafte nôt letzet SpdtL
195,17;
sa der herre daz bevant, / er bedachte ieso zu hant / waz der frouwen
dochte / waz si gelezzen mochte Elis
6874.
– mit zusätzlichem Gen.d.S.:
den kunic wolder lezzen / gerne siner widervart
GrRud
Fb 5;
Rennwart mit sîner stangen / sich selben het
ergetzet [dafür entschädigt] , / daz er dicke
was geletzet / maneger wirde in Franchrîche Wh
388,16;
er kæme wider, möhter, ê, / esn latzte in êhaftiu
nôt, / siechtuom vancnüsse ode der tôt Iw
2933.
7760;
EnikWchr
20080;
SüklV
202
1.2
mit Akk.d.S. ‘etw. verzögern, verhindern’
daz ros [trojanische Pferd] hiezens machen /
alsô grôz und alsô hô, / und was gemachet alsô, / daz man daz wolde, / daz si
dar ûf solde / gewâfent sîn gesetzet. / dô wart daz geletzet / dorch ein
schînbâre nôt: / der werkmeister der is tôt, / der ez machen began
En
1120;
vil stolzer Waldemar [...], / vierfaltig fürste
in Brandenburg, der allen wandel letzet Frl
5:17,19
1.3
subst. in der Wendung sunder ~
‘unverzüglich, ohne Zögern’ (vgl. Schiller/ Lübben 2,675):
er volbrenget sinen mut / volleclich sundir letzen, /
sich da widir setzen / niemant tar in keiner wis Daniel
7005;
op dat ross wyl ich setzen / sunder eynich letzen / Karlle van Vranckriche
KarlGalie
3348;
HistAE
1889
2
‘(be)schädigen, zerstören’ (mit fakultativer präp. Erg. (ane,
mit) oder Pron.-Adv.)
2.1
mit Akk.d.S.:
ein hagel, / der des veldes halm letzet
TürlArabel
*R 21,27;
bî dem grabe hâten vier gote / vier boume gesetzet, / die der wint niht
enletzet / an löibern und an zwîen Flore (P)
2058;
Vät
18888;
sî vor sich setztin / ir schilde und ôt
letztin [
transfigerent
] / mit den
spern der cristnen pfert NvJer
8398;
als man die stein [durch
Unterminieren] well letzen, / sô sol man undersetzen / den
palast mit holz grôz EnikWchr
21479;
swelich lant man niht wolt letzen, / daz muost gîsel
setzen ebd.
20983;
swer gegen Iesu Cristo / sich mit gelouben setzet / und min gebot dran
letzet, / daz er smeht sinen namen, / den sal man zu hohen schamen / brengen mit
vil leider klage Pass III
70,10
2.2
mit Akk.d.P. ‘jmdn. schädigen, verletzen, töten’ (vgl.
letze
stswF.
2.2.1):
daz got den menschen [...] in daz vrône paradîs /
gewalteclîche in sazte, / und wie der slange in lazte / mit sînem valschen râte
KvWSilv
3444;
und benedîget di, di ûch maledîende sint. bittet vor di, di ûch letzin
[
orate pro calumniantibus vos
]
EvBeh
Lc 6,28;
dú menschen, dú gelezzet waren an ir eren
Seuse
85,3;
StrKD
29,78;
der selb wart geletzet / an guot und an êren
EnikWchr
20974.
27730
u.ö.;
er het in sô geletzet, / mit bluote wart benetzet / al
diu kemenâte gar Parz
572,13;
ê daz mich got / ame lîbe hât geletzet ebd.
239,27;
bli liez er smelzen da beneben, / siben gluende halsberge da bi setzen. /
darinne er dachte letzen / die vrowen Pass III
173,52;
er [Jesus] lert offenlich und spricht: / ‘ich
bin ain kúng der juden frÿ / und bin och Gottes sun dabÿ.’ / dar umb sol er
nach der gesetzt / vertailet [verurteilt] werden und
geletzt KvHelmsd
1348;
wi si [Elisabeth] beheftet were / in
ruweclicher swere, / drostes gar entsetzet, / mit leides sere geletzet
Elis
7042;
verschnidestu mir einen faden, / ich sag dir sicherlich, es bringt dir
großen schaden. / ich wil dich hie mit miner künste letzen Wartb
(H)
357:4,6;
subst.:
ir wiplichiu zuht / kund in ergetzen / swaz hertzen
laides letzen / im ie gefuͤget het WhvÖst
16174.
– jmdn. mit tode ~
‘jmdn. töten’
das ir man von seiner hant / mit tode wär geletzet
HvNstAp
19728;
ir vriunden wart dort alsô wê / sam disen ê was von klage. / jâ
mohtens immer dem tage / vluochen, daz diu wirtschaft / alsô maneges heldes
kraft / mit tôde het geletzet KlageB
2615;
solt man zerechte vluͦchen dem tag, der zit, der stunde, / des kund
ich wol enruͦchen, darinne man di argen liste funde, / di dich mit tod und
mich an vreuden letzet! JTit
1030,3
3
‘etw. beenden’
der blinde [Longinus] sprach zuo sînem knehte: ‘du
solt setzen / daz sper an sîn herze. jâ wil ich die marter letzen.’
Walth
37,15;
trût, du setze mich ûz klage / unde ergetze mich alle tage / unde letze mir
sorgen wage! / und kumt ez sô, ich wirde frô KLD: UvW
Leich 4,137;
vür wildiu tier bant man ir [der
Märtyrer] vil. / vür geschütze alsam ein zil / sach man genuoge
setzen, / durch got ir leben letzen RvEBarl
4480;
daz der missehel [...] einhalp zwischent den herren
von Stoͮfenberc [...] vnd anderhalp dem abbete vnd dem
conuente von irz cloͮsters wegen von Gegenbach alsus gelezzet
[beigelegt] ist UrkCorp (WMU)
206,28;
mit Ersparung d. Obj.:
du [Gott] truckenes vnde netzes, / du
entfehes [beginnst] vnde letzes Litan
64.
– subst. hierher oder zu
letze
stswF.
3 zu stellen?:
anevanc und letzen / nam ze Nurenberc guot ende
Ottok
12912
4
‘jmdn. einer Sache berauben’ (mit Gen.)
4.1
allg.:
wie bistu so geletzet / der frouden, sprach der kunich
do, / daz du niht lachest StrKD
98,80;
der freuden wart er geletzet EnikWchr
23020;
SM:Ro
8:2,2;
daz wir nû sîn geletzet / aller werltlîcher wünne
Wh
101,12;
nu hât geletzet in daz sper / des lebens und der hôchzît
Wig
9847;
de zwelve bleven up der stat / alle doyt ind gelat / des lyves ind der
eren KarlGalie
9727;
dirre wirt ist wol ersetzet. / der in des lîbes hât
geletzet, / dem erteilen wir guot unde wîp, / genert im got sînen lîp
UvZLanz
2178;
mit Refl.-Pron.:
der sich hie letzet / der eren, gutes, libes, / des
kindes und des wibes HeslApk
22146
4.2
refl. ‘einer Sache entbehren’ (mit Gen.):
niht korns hêt diu stat
[Venedig] guot: / niht anderr spîs fuort man der
stat; / [...] / des muosten si sich letzen / beidiu
weizen unde korn EnikWchr
28710
5
‘jmdn. von etw. befreien’
durch al diu wunder, diu dû [Christus] hâst /
begangen unde noch begâst, / sô lœse mich [La. sô letze
mich
] von aller nôt Freid
181,4
6
‘sich/ jmdn. (mit etw.) erfreuen, laben, etw. genießen’ (mit fakultativer
präp. Erg. ane, mit):
sie [Cassinia] was ir immer eine, /
diu niht des enliez, / daz sie diu sælde tuon hiez, / diu den man vil hôhe setzet, /
wol enphât und schône letzet Eracl
190;
ob ich hete alleine / wol tusent meister sin, / der wær doch ze kleine, / da
ich gedæhte hin, / wie dú minne letzet. / ir anegenge ist heis. / den si wol
ergetzet, / des froͤwe sih, swer daz weis Marner (W)
L 7:3,5;
ouch dâht an daz Marjâ diu reine / daz die heilegen al gemeine / ir sun Jêsus
ze tische setzet / und mit süezer spîse letzet Philipp
8695.
– mit Refl.-Pron.:
er sprach: ‘ich wil mich letzen’, / und hiez dar tragen guoten wîn
Fressant
66;
si wolde sich dâ letzen / mit frouden und mit spile En
1294;
var in deines vater reich, /
[...] / da sich mit frewden leczet / dew sel
HvBurg
6491;
UrkFreiberg
1:59,17
(a. 1333);
Ottok
57974.
22299.
37815
u.ö.
MWB 3,3 1093,62; Bearbeiterin: Wemhöner
letzeren, letzern
swV.
zum Komp. von
laʒ
Adj. (s.d. 2.1.2).
‘etw. hintanstellen’
daz wir der namen [der heiligen
Dreifaltigkeit] nicheinen / weder grozeren noch cleynen, / noch
minneren noch meren, / noch letzeren noch
eren [voranstellen] / vor den anderen ichtes icht
HeslApk
676
(vgl.
daz der [drei Namen der
Trinität] keiner ist herer / noch letzerer noch erer / noch grozerer
noch kleiner ebd.
8928.
11174
)
MWB 3,3 1096,13; Bearbeiterin: Wemhöner
letzic
Adj.
‘krank, schwach’
der sibende man vzseczig, / der ist auch also leczig, / daz en nieman geheilen
kan PrHess
59,272
MWB 3,3 1096,22; Bearbeiterin: Wemhöner
letzouge
swN.
‘schwaches Auge’ (? vgl. WMU 3,2589), nur als Personenname belegt:
eine jûcharte mit reben, ist gelegen nebent hern Heinriche Letzoͮgen
UrkCorp (WMU)
2456,34
MWB 3,3 1096,25; Bearbeiterin: Wemhöner
letzt
→
laʒ
MWB 3,3 1096,29;
letzte
stF.
→
leʒʒiste
MWB 3,3 1096,30;
letzunge
stF.
‘das Verletzen, Verletzung’
einen aven [Ofen] man begatde; / der was mit fure
geglut. / man warf in dar in; he was behuͦt, / kein lezzunge in nie berurtde
Thomas
183
MWB 3,3 1096,31; Bearbeiterin: Wemhöner
leu
swM.
→
lëwe
MWB 3,3 1096,35;
leucrocota
Subst.
→
crocota
MWB 3,3 1096,36;
leunspil
stN.
→
lëwenspil
MWB 3,3 1096,37;
leunt
stM.
→
liumunt
MWB 3,3 1096,38;
leuz
swM.
eine Vogelart (wohl Übersetzungswort Konrads für nicht erkanntes
luscinia
‘Nachtigall’,
vgl. D. Gottschall, Konrad von Megenbergs Buch von den natürlichen
Dingen, Leiden 2004, S. 176):
von dem leuzen. lucinia haizt ain leuz. von dem vogel spricht
Ambrosius in dem puoch Exameron, wenn er seineu air prüett, sô singet er die langen
naht mit gar süezem gesang BdN
203,29
MWB 3,3 1096,39; Bearbeiterin: Baumgarte
lev
stM.
→
lëwe
MWB 3,3 1096,47;
Levandan
M.
Bez. für einen Ostwind (aus it. levante):
der Schroc von oriende / und der von Tremundane, /
[...] / der Levandan und Oster, die mir genennet sint;
/ [...] und der Metzot, seht, daz ist der zwelfte wint
Tannh
13,74
MWB 3,3 1096,48; Bearbeiterin: Baumgarte
Levant
M.
→
Levandan
MWB 3,3 1096,53;
lëven
→
lëben
MWB 3,3 1096,54;
lëve(r)stoc
stM.
→
lübestecke
MWB 3,3 1096,55;
levîte
swM.
Angehöriger des Stammes Levi, Angehöriger einer bestimmten, untergeordneten Gruppe
des Kultpersonals (Verantwortung für die Bundeslade, später Torwächter,
Tempeldiener, Verwaltung - keine Priester; vgl. LThK 6,865-867):
in mitten dirre menige / so was groz gesemede / di hizen
leuite / alsus sagete uns div ê / di der arche
[Bundeslade] phlagen VMos
78,17;
der obersten ewarten ein / was er
[Zacharias] in den geziten. / der andern leviten / was
under im vil genuc Pass I/II (HSW)
37594;
bischofe, êwarten, levîten, / die zuo den selben zîten / lêre
und gerihtes phlâgen KvHeimUrst
469;
EvBeh
71;
levita: levite ewangelier EvAlem
51 (Lc 10,32).
51 (Io 1,19);
PrOberalt
154,34;
SHort
2432;
AvaJo
17,3
MWB 3,3 1096,56; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwe
swM.
auch leb(e) (
Brun
9399
), low(e) (
Lucid
136,23
), loͮwe (
Tauler
324,2
), löuwe (
KvWTurn
375
), loͤwe (
Seuse
420,8
); auch leu, Dat. Sg. leun (
AvaLJ
205,5;
Pass III
564,89;
[
:gedreun
]
Iw
6257
) und lev (
PsM
H 66,2
); wegen der Allographie von u/ v ist der Lautwert der Schreibformen
leu und lev im Einzelfall zu bestimmen; Lehnwort aus lat.
leo (vgl. EWA 5,1218–22), das als Subj. (Nom. Sg.) mhd. Sätze vorkommt,
Pl. ist auch dort lëwen, weshalb hier auch leo mitbehandelt wird
(s.u. 1 und 6; vgl. AWB 5,867).
‘Löwe’
1 allg. 2 in Vergleichen (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 268f., und Batereau,
Tiere, S. 42-45) 2.1 bezogen auf äußerliche Merkmale 2.2 bezogen auf dem Löwen zugeschriebene Eigenschaften wie Mut, Stärke, Wildheit u.ä. 2.3 bezogen auf den Umgang mit Löwen 3 als christl. Symbol (vgl. LThK 6,1069f.) 3.1 für Gott bzw. Christus 3.2 für den Evangelisten Markus 4 in der Physiologus-Tradition gebiert die Löwin tote Junge, die durch das Brüllen
des Vaters lebendig werden (dort allegor. für die Auferstehung; vgl.
lëwelîn
,
lëwinkel
,
lëwinkelîn
,
lëwinne
) 5 als Wappentier 6 als Tierkreiszeichen (vgl. Deschler, Astron. Term., S. 121f. u.ö.) 7 als Bestandteil von Personen- und Hausnamen (vgl. WMU 2,1128 mit weiteren Belegen)
1
allg.:
etwenne izzet ein wolf einen menschen vnde den wolf ein ber
vnde den beren ein lowe Lucid
136,23;
wir erlouben in ouch, daz sie wolfen, luncen [vgl.
lunze
] , beren unde lewen âne iagehunde schaden unde
sie niht durch kurcewîle, sunder durch gemeinen vromen verderben
StatDtOrd
47,36;
an dem fullemvnde [Fundament] / was
der sule iegelich / eime lewen glich Herb
10756;
des lewen vaizten [Fett] mit
rôsenöl gemischt behüett des menschen antlütz vor flecken BdN
144,23;
von dem lewen. leo ist ain künig aller andern tier ebd.
142,32;
Lanc
248,22;
Renner
21749;
der lewe ist âne vorhte niht, / swenne er einen wîzen hanen siht ebd.
19283;
so der leo slafet so uuachent sinu ougen ÄPhys
1,11;
BdN
143,23;
der lebe bezeichent, so man seit, / uns di obirmutigen
kundikeit Brun
9399;
Gen
95;
Konr
9,60
2
in Vergleichen (weitere Belege vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 268f., und Batereau,
Tiere, S. 42-45)
2.1
bezogen auf äußerliche Merkmale:
als eines lewen stimme der rîche künec
[Etzel] erdôz / mit herzen leidem wuofe
NibB
2234,2;
die nagele wâren niht ze lieht; / wan mir diu âventiure
gieht, / si stüenden als eins lewen klân Parz
314,9
2.2
bezogen auf dem Löwen zugeschriebene Eigenschaften wie Mut, Stärke, Wildheit
u.ä.:
dô gwan der helt [Alexander] gût
/ eines zurnigen lewen mût SAlex
1032;
vnt [der Sultan] vert âne erberme rehte alse
ein irzvrnetir low UrkCorp (WMU)
93,28;
der tuvel ist so chune / alsam der lewo wilde, / ja vert er
ruhelente [brüllend] , / wi er uns muge verswelhen
HimmlJer
148;
die gen den êren schînent hasen / und sam die lewen
kreftic in den schanden KLD: Kzl
16: 3,16;
Rol
4007;
Parz
737,21;
Herb
13017;
StatDtOrd
24,18
2.3
bezogen auf den Umgang mit Löwen:
da under hette her einin riesin vreisam / des moste man
groze hote han / der gien gebunden alse ein levve Roth
760
3
als christl. Symbol (vgl. LThK 6,1069f.)
3.1
für Gott bzw. Christus:
sie sagten dirs one sach nit, wann der lewe das ist got
selber. das got selb mit dem lewen ist bezeichent, das ist ware, wann er meister
ist ob allen thiern Lanc
247,32;
Christ, vnvberwnden lev [interl. zu Christus, invictus
leo
]
PsM
H 66,2;
HeslApk
8408;
TannhBu
87
3.2
für den Evangelisten Markus:
sanctus Marcus ist gebenmazzet eimme lewen
Spec
118,16;
Marcus [...] der wart sit
gesehen under den vieren vehen, / [...], daz er ein leu
ware, / der uns gesagen chunde von gotes urstende AvaLJ
205,5;
HeslApk
8421
4
in der Physiologus-Tradition gebiert die Löwin tote Junge, die durch das Brüllen
des Vaters lebendig werden (dort allegor. für die Auferstehung; vgl.
lëwelîn
,
lëwinkel
,
lëwinkelîn
,
lëwinne
):
den lewen sîn muoter tôt gebirt: / von sîns vater galme er
lebendec wirt Parz
738,19;
des löuwen welfer lebende tuot / sîn
wüefen [Brüllen] unde sîn geschrei
KvWLd
1,65;
JPhys
1,30;
BdN
143,14.
204,2;
Frl
1:12,14
u.ö.
– in Anspielung darauf:
der heiden ruof sô lût erhal, / es möhten lewen welf
genesen Wh
40,5
5
als Wappentier:
der schilt mit einem wilden / löuwen stuont verdecket
KvWTurn
375
u.ö.;
Rol
3986;
UvZLanz
4422;
Eracl
5004;
Lanc
391,15
6
als Tierkreiszeichen (vgl. Deschler, Astron. Term., S. 121f. u.ö.):
die namen und die ordnung und die zal der himelzaichen die
sint also: wider, ohs, zwinlein, krebs, leo, juncfreulein, wag, schorp, schuͤtzlein,
stainpok, krug, vischlein KvMSph
23,3;
daz fuͤnft haizzet der leb, wanne der sunnen kraft ist danne
gremsig als ain leb ebd.
23,17;
BdN
144,34.
468,11;
MNat
7,5;
Frl
3:16,3
7
als Bestandteil von Personen- und Hausnamen (vgl. WMU 2,1128 mit weiteren
Belegen):
Johannes der Loͤwe UrkCorp (WMU)
1103,28;
das hus hern Vͦlriches, dem man sprichet ze dem Rôten Loͤwen ebd.
3053,15
u.ö.
MWB 3,3 1097,7; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwechîn
stN.
Dimin. zu
lëwe
, ‘kleiner Löwe, Löwenjunges’
das kint halßt den lewen mit beiden armen und zwang yn als
ob es yn wurgen wolt. diß beschauweten alle die da waren zu wunder und nanten das
kint lewechin Lanc
305,15
MWB 3,3 1098,30; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwelîn, lëwel
stN.
hier auch leolîn; Dimin. zu
lëwe
.
1
‘kleiner Löwe’
2
‘Löwenjunges’
1
‘kleiner Löwe’
bi ietweder hant [an Salomos
Thron] was ein leo gemachet. [...] vͤf den
sehs greden [Stufen] stuͤnden vͦf zwelf lewelin
Konr
18,6
2
‘Löwenjunges’
sô diu lewinn gepirt, sô slâfen die lewel drei tag unz der
vater kümt, der schreit gar laut ob in, von dem geschrai erschrickent si und
erwachent BdN
143,12
(vgl.
lëwe
4);
dâ von twanc er [Chiron] die
lunzen [Löwin ?, vgl. lunze
2
] , / daz si diu jungen löuwelîn / liez âne
sûgen dicke sîn, / und ir brüste Achille bôt KvWTroj
6043.
13689;
leunculus: leolin VocOpt
45.120
MWB 3,3 1098,35; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwenbërc
stM.
‘Löwenberg’ (zur Anspielung auf das Hohe Lied, bes. Ct 4,8, vgl.
Anm.z.St.):
‘kom, lieb, kom’, sust wirt sin warten / dort uf dem lewenberge von mirren
Frl
1:3,11
MWB 3,3 1098,48; Bearbeiterin: Baumgarte
lëwengarte
swM.
‘Löwengehege’
der [Engel] en [ihn
(Daniel)] troste / und uz dem lewengarten loste, / in den er was
gesatzet [Dn 6,17-23]
HistAE
4382
MWB 3,3 1098,52; Bearbeiterin: Baumgarte |