l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
leitevrouwe
swF.
‘Anführerin, Vorbild’
welhiu sol ir [der Nachtigallen (=
Minnesänger)] baniere tragen, / sît diu von Hagenouwe, / ir aller
leitevrouwe / der werlde alsus geswigen ist, / diu aller dœne houbetlist / versigelt
in ir zungen truoc? Tr
4780
MWB 3,3 1046,11; Bearbeiterin: Baumgarte
leitgeborn
Part.-Adj.
hier subst., die am Jüngsten Tag zum Leiden, zu ihrer Verdammnis wiedergeboren
werden:
die leit gebornen / varen mit den vorlornen / tuvelen in der
helle grunt HeslApk
20349
MWB 3,3 1046,17; Bearbeiterin: Baumgarte
leitgeselle (?)
swM.
‘Anführer’ (vgl. Glr.z.St.; Act 9,26 ließe auch eine Deutung als Syntagma
mit dem Adj.
leit
1.1 zu):
Paulus, dirre vremde bote, / was in ein leit
geselle [wurde von ihnen für einen ranghohen Offizier (der
Gegenseite) gehalten, Anm.z.St.] . / sie vorchten daz gevelle, /
daz er sie wolde bringen / mit listigen dingen / den juden und zu tode geben
Pass I/II (HSW)
21609
MWB 3,3 1046,21;
leithunt
stM.
auch leite- (
SchwSp (W)
278,5;
Brun
12468
).
‘Spurensuchhund, Leithund’
1 wertvoller, bes. ausgebildeter Hund, der i.d.R. an der Leine geführt wird und die
Spur des Wildes sucht, bevor anschließend die Meute auf der gefundenen Spur das Wild
hetzt (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 134b-136a; s.a.
leitbant
,
leitseil
,
leitsnuor
) 2 im Ggs. zu
ruorhunt
Anführer der Meute (anders Dalby ;
vgl.
leitbracke
,
scheidære
,
vorlouft
)
1
wertvoller, bes. ausgebildeter Hund, der i.d.R. an der Leine geführt wird und die
Spur des Wildes sucht, bevor anschließend die Meute auf der gefundenen Spur das Wild
hetzt (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 134b-136a; s.a.
leitbant
,
leitseil
,
leitsnuor
):
der ritter het sich berait / nach jagens gwonhait. / ain lait hunt er begraif,
/ an ain sail er in swaif Württemb
W,37;
er het wol hundert winde, / ân ander huntgesinde, / bracken
sûse [Anführer der Meute] und leithunt. / im was wol
umbe spüren kunt UvZLanz
1547;
wer eynen leydhund stilt oder sleht zu tode, der sol seinem hern da eynen also
gutten geben und sechs schilling dortzu KlKsr
4,25;
ez wær vorlouft od leithunt, / ûz eime troge az sîn munt /
mit in dâ vier wochen [zur Strafe]
Parz
528,27;
SchwSp (W)
278,1.
278,5;
Wartb (H)
522:6,13;
EckenlE2
162,8;
WolfdB
482,4;
WolfdD (H)
783,4;
Krone
14256;
JTit
1317,1.
– im Bild:
ich swere iz uch wol ture, / daz mir nie wart me zu sture
/ gegebin zu desim buche. / ich han gevarn mit der suche / so ein leitehunt nach
dem spore, / biz ichz brachte her vore Brun
12468;
du sende din helf / mir ungetriben welf / (an gnaden
dúrres wintspil / bin ich, daz nit wais war ez wil, / und uf der vart nach wan
jagt), / daz ich ain laithunt unverzagt / werd und ain edel brake
SHort
3942
2
im Ggs. zu →
ruorhunt
Anführer der Meute (anders Dalby ;
vgl.
leitbracke
,
scheidære
,
vorlouft
):
et tunc ipse laithunt suscipit maximum cervum, quem tunc ceteri canes
[
qui dicuntur ruorhunt, ebd.]
insecuntur una cum ipso Jagdpredigt
70
MWB 3,3 1046,29; Bearbeiterin: Baumgarte
leitinc
stM.
‘Polarstern, Nordstern’, heller Fixstern, der den Norden anzeigt und zum
Navigieren benutzt wird (vgl.
leitestërne
):
di erde di ist heys, wen si lyt uf dem mittage also verre das man des
leytingis nicht ensiet MarcoPolo
57,6;
in dem riche so siet man nymmer den leytinc, wen das lant allir sih czuhit czu
deme mittage ebd.
55,31
MWB 3,3 1046,63; Bearbeiterin: Baumgarte
leitlich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1
‘voller Schmerz, unter Schmerzen, leidvoll’ (von körperlichem
und seelischem Schmerz; vgl.
leidic
,
leidiclich
) 2
‘leidbringend, schmerzlich’
1
‘voller Schmerz, unter Schmerzen, leidvoll’ (von körperlichem
und seelischem Schmerz; vgl.
leidic
,
leidiclich
):
wie mohtest du vertragen die laitlichen chlage / siner trut
muoter sancte Marien AvaLJ
156,4;
die leitlîchen mêre / wâren den cristen swêre
Kreuzf
5029;
dô wart al sîn wunne ein leitlich ungemach MF:
Mor
32: 1,5;
NibB
2329,1;
RvEWchr
5815;
RvEBarl
1355;
man haizzet manich dinch vbel, daz trovrich ist vnd laitlich,
als tot vnd wetage vnd schade vnd ander lait DvAPatern
338;
das muste sye leitlich tragen / mit weynenden augen ErnstB (W)
960;
wand er sin cruce muste ouch tragen / daran er leitlich wart
geslagen Pass I/II (HSW)
24048;
doch truog erz in dem muote / leitlîchen unde swâre
Tr
13661.
19141;
RvEWchr
13884;
Wernh
D 4979;
Seuse
315,17
2
‘leidbringend, schmerzlich’
libe ist guter dinge ein orspring, / di libe schonet alle
ding, / wie leitlichen si ist geschaffen Brun
5077;
ich sach wol wie sie [Wolf und
Löwe] quamen / die sie [Kinder] mir
leitlichen namen / nach ir hungers grimme Vät
37520
MWB 3,3 1047,7; Bearbeiterin: Baumgarte
leitman
stM.
→
leitesman
MWB 3,3 1047,30;
leitrëchen
stN.
‘Rache’ (für ein erlittenes Unrecht):
rich der schuldigen getât / als altez reht geboten hât! / dû
solt mit schœnen listen / dîn leitrechen vristen, / biz daz dîn zorn verende sich. /
ræchestû in zorne dich, / sô müeste der und dirre jehn, / ez wære in zorne geschehn
RvEAlex
1810
MWB 3,3 1047,31; Bearbeiterin: Baumgarte
leitrieme
swM.
‘Hundeleine’ (vgl.
leitbant
,
leitseil
,
leitsnuor
):
do ward da der hund lauf grosz. / einen laitriemen er da pegraiff, / an einen
pracken er in schwaifft / und eilet gegen dem wald Württemb
M,39
(=
ebd.
K,35.
M,17
)
MWB 3,3 1047,37; Bearbeiterin: Baumgarte
leitsage
swM.
jmd., der einer Person oder Gruppe den Weg weist, ‘Führer’ (vgl.
leitære
1,
leitesman
2,
leite
swM.
,
leitel
); übers. bei NvJer überw. lat.
ductores (Pl.):
dî leitsagin
[
ductores
] irre [in die
Irre] / daz her vûrtin her und dar NvJer
22679.
24860;
daz sî zwêne tage / irre der
leitsage [
ductores exercitus
] / vûrte
ûf der wilde breit ebd.
23421;
und dô sî quâmin ûf dî vart, / der
leitsage [
dux exercitus
] irre
wart [verirrte sich] , / daz sî dî burc
vorgleiftin [verfehlten]
ebd.
20769;
vorrîter sante man dâ hin, / leitsagen gût die tet man in
LivlChr
1034;
sie santen leitsagen vor / und volgeten nâch ûf deme spor / brûch und manchen
bôsen walt ebd.
11694.
9126.
2376.
4213
MWB 3,3 1047,42; Bearbeiterin: Baumgarte
leitsam
Adj.
‘Leid bringend; verabscheuenswert, zuwider’
abir diz wiste Jhêsus und sprach zuͦ en: waz sît ir leitsam disem wîbe?
[
quid molesti estis mulieri
] wan ein
gût werc hât si geworcht an mir EvBeh
Mt 26,10.
Mc 14,6;
sente Margarete / solichen kummer nie bevant / biz si ir viant uberwant, / den
leitsamen hellehunt Elis
1007;
do wart di kuneginnen clar, / frouwe Gerdrut in Ungerland / gar von ungetruwer
hant / ir eigen dinstlude irslagen, / daz noch di lude mochten clagen, / den solich
undinc were / leitsam unde swere ebd.
664.
7324;
an werltlicher hochfart / bede waren ungespart. /
[...] / si wurden ir ouch allen dac / leitsam unde
swere ebd.
1033.
– subst., ‘Gräuel, das Leidbringende’; im Bild:
ir aller herze het liep erieten [l.
erjëten ‘vom Unkraut befreit’] , / daz leitsame da
verdarp TürlArabel
*A 209,3
(anders Singer, der leit-sâme swM. ansetzt)
MWB 3,3 1047,56; Bearbeiterin: Baumgarte
leitsâme
swM.
→
leitsam
MWB 3,3 1048,10;
leitsamunge
stF.
‘Verabscheuung’ (vgl. AWB 5,763 mit weiteren, klärenden Belegen):
ích hábe gisúndôt in nîde, [...] in leitsamungo,
in uîantscéften BambGlB
144,17
MWB 3,3 1048,11; Bearbeiterin: Baumgarte
leitschaft
stF.
(hier vorbildliche, geistl.) ‘Führung, Wegweisung’
[eine dritte Art Aureole erhalten diejenigen, die nicht nur sich
selbst, sondern auch andere durch Predigt und Lehre vor dem Teufel
retten:] div also waren verswachet / div hant vil reine gemachet /
die bihter mit suozir lere / dez wirt aureola div here / mit vollekomener vrteile /
deweder leitschaft zeheile Martina
238,16
MWB 3,3 1048,15; Bearbeiterin: Baumgarte
leitschal
stM.
‘lautes Klagen, Wehgeschrei’
dâ von erschrâkens alle. / in diseme leitschalle / wart her
Lînier în getragen. / beidiu wuof unde clagen, / des was vil ob dem wirte
UvZLanz
2120
MWB 3,3 1048,23; Bearbeiterin: Baumgarte
leitschrîn
stM.
‘Transportgefäß, Reisetruhe’ (vgl.
leite
stswF. 3,
leitvaʒ
,
geleite
stN. 3):
vil der leitschrîne man schicte zuo den wagen NibC
786,1.
813,2;
lâzet mich erfüllen zweinzec leitschrîn / von golde unt von
sîden NibB
520,2;
fürste Blœdelîn / der hiez dâ lære machen vil manic
leitschrîn ebd.
1373,2
MWB 3,3 1048,27; Bearbeiterin: Baumgarte
leitseil
stN.
auch leite-.
‘Hundeleine’ (vgl.
leitbant
,
leitsnuor
; vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 133b s.v.
leitbant, 197ab s.v. seil):
den hunt si vorte an der hant: / dâr was sîn kostlîch halsbant / geleit ûf
einen borten, / gesteinet zu allen orten. / or [ihr]
leiteseil was sô getân / daz kein bezzir mochte hân / ein vorste an deme rîche
Demantin
3189;
dô si begunden rehte spehen / des vogelhundes leitseil, / vil maneger wunschte
daz er teil / der edelen steine solde hân Bit
13183;
Tr
17333;
Krone
14496.
14508
MWB 3,3 1048,34; Bearbeiterin: Baumgarte
leitsnuor
stF.
‘Hundeleine’ (vgl.
leitbant
,
leitseil
; vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, 133b s.v.
leitbant):
das [Pferd] wart nü in kurzter stund / gezogen usz
dem grund vnd mür / bi diser leit snuͦr [der Hundeleine einer
Dame]
Krone
14507
MWB 3,3 1048,45; Bearbeiterin: Baumgarte
leitspil
stN.
‘leidvoller Zeitvertreib’
dâ was ritter harte vil, / die imer in dem leitspil [Minnehaft
bei der Königin von Pluris] / gerne wolten sîn beliben / und di
zît hin vertriben, / als in von im was geseit UvZLanz (K)
6210
MWB 3,3 1048,50; Bearbeiterin: Baumgarte
leitstap
stM.
→
leitestap
MWB 3,3 1048,55;
leitstërne
stswM.
→
leitestërne
MWB 3,3 1048,56;
leitunge
stF.
1
‘Führung, Geführtwerden, Geleit’
2 Bed. unklar ( ‘Abschlag’ ?, vgl. DRW 8,1224)
1
‘Führung, Geführtwerden, Geleit’
und alsus wurt uns die suͤssekeit ein helffe, ein leitunge
zuͦ gotte und zuͦ merem guͦte Tauler
100,8
2
Bed. unklar ( ‘Abschlag’ ?, vgl. DRW 8,1224):
swaz [...] unsern maͤiern und panlaͤuten gnaden
geschicht mit leitung oder mit abslag DRW
8,1224
(Freising/ Rockinger; a. 1329)
MWB 3,3 1048,57; Bearbeiterin: Baumgarte
leitvane
swM.
Fahne, an der man sich orientiert, hier übertr. auf Maria i.S.v.
‘Richtungsweiserin; Orientierungspunkt’ (vgl.
leitestap
3 und bes.
leitestërne
2):
du aller wirde laitfan! WhvÖst
7069;
du bist der wiselosen / banier unde ir leitevan
KvWGS
975
MWB 3,3 1049,1; Bearbeiterin: Baumgarte
leitvaʒ
stN.
‘geeichtes Fuhrfass zum Transport von Flüssigkeiten und Waren’ (vgl. AWB
5,797; im Frnhd. reich belegt, vgl. FWB 9,932-934 s.v.
1leite
und DRW 8,1212; vgl.
leite
stswF. 3,
leitschrîn
;
geleite
3):
tunna: leitvaz Gl
3:644,24;
dolium: leitfaz GlAnzfKdVz
8:98,281
MWB 3,3 1049,7; Bearbeiterin: Baumgarte
leitvertrîbærinne
stF.
hier leitvertrîberin.
etw. (hier bezogen auf das grammatische Fem. ewigiu wîsheit), das
leit
stN. (Schmerz, Kummer, Verdruss usw.) vertreiben kann
(vgl.
leitvertrîp
):
o spes mea! o einigú zuͦversiht von minen jungen tagen
einer trost mines hertzen, du froͤden bringerin, du leit vertriberin und alles mins
urdrutzes verswenderin mit dinem suͤssen trost, ewigú wisheit, aller suͤssester
Jesu Christe Seuse
538,20
MWB 3,3 1049,13; Bearbeiterin: Baumgarte |