Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lêhenvrouwe - leiderîche    


lêhenvrouwe stF. ‘Lehnsherrin’ (vgl. WMU 2,1115 und DRW 8,925 mit weiteren Belegen): dv selben ovenhuͦser hat herre Heinrich [...] vnd sin vrowe geuertigot dem vorgenanten gozhuͦs mit der lenvrowen hant, der meigerin von der minren Basil UrkCorp (WMU) 524,33; so stat der ershazz an der lenfrowin gnade ebd. 880,35

MWB 3,3 1000,1; Bearbeiter: Hansen

lêhenwise swF. lehns- oder leiherechtlich überlassene Wiese: mine wise an dem marktwege gen Jesingen bi der Helblinginvn lehen wisen UrkCorp (WMU) 3382,4

MWB 3,3 1000,8; Bearbeiter: Hansen

lêhenzëhende swM. eine Abgabe (vgl. DRW 8,1012): den zênden der do heisset der len-zênde uffem buͦle UrkBern 5,752 (a. 1330)

MWB 3,3 1000,12; Bearbeiter: Hansen

lêhenzins stM. Natural- und/  oder Geldleistung aus einem lêhen → DRW 8,1013 mit Belegen ab a. 1323

MWB 3,3 1000,15; Bearbeiter: Hansen

lehterlich Adj. , -lîche Adv. 1 wohl präd. Adj., ‘lächerlich, lachhaft’
2 Adv., ‘lachend, spöttisch’ (vgl. lahterlich ; DWB 6,33 s.v. lächterlich )
   1 wohl präd. Adj., ‘lächerlich, lachhaft’ zuo im sprach einer, daz er swig: / ‘künc, waz wir hân von dir geseit, / [...], / daz was ein schimpf gewesen doch / gein dem, daz wir gerüeget noch / von dir hetten algelîch. / ez ist noch allez lechterlîch / [Textverlust] HvBer 595    2 Adv., ‘lachend, spöttisch’ (vgl. lahterlich; DWB 6,33 s.v. lächterlich): der ander buob sprach lehterlich: / sol unser frou [Maria] berâten mich [beim Würfelspiel] HvBer 9170

MWB 3,3 1000,18; Bearbeiterin: Baumgarte

leibe stF. ‘Rest’, in der Wendung ze ~ sîn/  wërden ‘übrig sein/  bleiben’ (vgl. AWB 5, 741-44 s.v. leiba): niene behaltet sîn [des Opferlamms Bestandteile] unz an den tach; / unde werde sîn ieht ze leibe / in deheineme teile, / daz brennet in dem viure Exod 2505; vil grôz was ir ruͦf unde ir chlage. / iâ wart ir ze leibe / niender neheiner ebd. 3269. 2023; sver sich sin me underwant [wer mehr Manna nahm, als das rechte Maß] / der ne vant des morgenes niht an der hant / svaz sin wart ze leibe / daz wurden wurme chleine VMos 79,11

MWB 3,3 1000,28; Bearbeiterin: Baumgarte

leibelîn stN. hier laibeli. Dimin. zu leip , ‘kleiner Brotlaib’ (hier als Bestandteil eines Personennamens, vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 115): Cuͦnrat Laibeli UrkCorp (WMU) 3239,19

MWB 3,3 1000,39; Bearbeiterin: Baumgarte

leiben swV. ‘(jmdn./etw.) übriglassen, (ver-)schonen’ (mit Akk. und/  oder part. Gen.): ovch ist denne des kelneres reht, was dv gabele leibet UrkCorp (WMU) N816,10; dâ [nachdem du hingerichtet sein wirst] beginnent dich die vogele âsen. / nieht si dîn leibent, gare si dich zezanekent Gen 1979; nindert er [der freundliche Löwe] einen leibete [nicht einen überging er] , / er enstreichte sich an in Vät 27446; er [ der vrowen vater ] tet im durch der tohter bete / lîp guot und swaz er hete. / des leibete der gast [er rührte es nicht an, schonte es oder verwendete es mit Maß] UvZLanz 2755; sus chumet ein unheil / unde enleibet im sin [des Reichtums] deheinen teil VRechte 83; Rennew 11002; Pass I/II (HSW) 22712. – oft im Zusammenhang von Kampf und Zerstörung: die burch si zestôrten, den roub dane fuorten. / vihi unte hîen [Gesinde, Angehörige] hiezzen si dane trîben: / nieht si dâ leipten, ir anten [Schmach] si râchen Gen 1648; NvJer 16528; si roͮbeten die heidenisken diet / unde neleibten in nieht Exod 2750; si enleibent in des guotes niht LBarl 3742; sî wuosten in dem lande / ân aller slahte urdrütze. / sî leibten einer stütze / nie vor keiner veste tor Reinfr 15556; also nam er in daz leben / und leibet ir deheinen StrKD 159,51. 159,78. 36,45

MWB 3,3 1000,43; Bearbeiterin: Baumgarte

leibîn Adj. zu leip . in der Wendung ~ brot, wohl ‘rundlich geformtes Brot’ (vgl. EWA 5,1121-24): ez sol auch nieman kein leybim broͤt uf den kauf backen. wer leybim broͤt ezzen oder haben wil, der sol daz in sinem huse lazzen bereite, und sol daz schicken zuͦ dem ofen WüP 94,2. 94,1

MWB 3,3 1001,5; Bearbeiterin: Baumgarte

1leich stM. auch leg ( WildM 3,6 ); Pl. leiche. 1 eine Melodie bzw. ein Musikstück, rein instrumental oder mit begleitendem Gesang; der Übergang zum engeren Gattungsbegriff (s. 2 ) ist fließend
2 eine durchkomponierte lyrische Großform, ‘Leich’ (zur Sache s.u. Lit.)
3 eine epische Versdichtung (vgl. afrz. lai )
   1 eine Melodie bzw. ein Musikstück, rein instrumental oder mit begleitendem Gesang; der Übergang zum engeren Gattungsbegriff (s. 2) ist fließend: nû kam für in ein spilman / mit sîner harpfen ûf den sal, / der huop dâ wunneclichen schal / mit sînem hübschen seitenspil. / tenz unde süezer leiche vil / liez er dâ lûte erclingen. / dar zuo begunde er singen / vrœlîche bî der stunde KvWTroj 5454. 5467; si truͦg ein herpfen an der hant / und mahte uf dem seite spil / von vroidin suͤzir leichin vil RvEWchr 19523; swa si sin gedoͤne / in sinin leichin schoͤne / von sinir hant soltin virnemin ebd. 19955; die videler, die richten zuͦ / zuͦ iren vil su̍szen leichen / vnd begunden aber weichen [lenken] / zuͦ freuden vil manigen mut Krone 22086; Roth 172 u.ö. – zur Übers. von mlat. psalmus ‘Psalm’ salme, leih [Doppelglossierung, interl. zu psalmus ] PsWindb 139,1. 138,1    2 eine durchkomponierte lyrische Großform, ‘Leich’ (zur Sache s.u. Lit.): nâch disen lieden sang ich dô / einen leich mit noten hô / und ouch mit snellen noten gar UvLFrd 422,14. 426,4; rîlîche huober aber an / einen senelîchen leich [...]. / den harpfeter sô schône / [...], / daz es den harpfær wunder nam; / [...] / er sanc diu leichnotelîn / [...] / sô suoze mit dem munde, / daz nieman wizzen kunde, / wederez süezer wære / [...], / sîn harpfen oder sîn singen Tr 3615. 3585 u.ö.; er lêrte singen einen leich / die clâren küniginne KvWTroj 15844; iz [die folgende Dichtung] ist bezzir dan ein leg, / iz machit harde herzen weich, / dat sich wider hat gode gisazt WildM 3,6. 3,12; SM:Gl 3: 7,16. – bildl.: sîne [Volkers] leiche lûtent übele, sîne züge [Bogenstriche] die sint rôt: / jâ vellent sîne dœne vil manigen helt tôt NibB 2002,1. 2007,3; vgl.: si machent im diu wange bleich / und lerent in des iamers sleich [l. leich? (vgl. Anm.z.St.)] MinneR 309 26    3 eine epische Versdichtung (vgl. afrz. lai): als mir sade der leich [d.i. die sonst als liet (vgl. z.B. V. 1913) bezeichnete afrz. Vorlage] MorantGalie 1463. – Lit.: J. Haustein, Leich, in: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Bd. 2, S. 397–399; H. Apfelböck, Tradition und Gattungsbewußtsein im deutschen Leich, Tübingen 1991, insbes. S. 102–122 (mit weiteren Belegen)

MWB 3,3 1001,11; Bearbeiter: Hansen

2leich stM. Etymologie unklar, Berührung mit 1leich wohl sekundär (vgl. Kluge, S. 554 s.v. Laich). ‘Zeit der Eiablage (von Fischen), Laichzeit’ (vgl. nasleich ): sie sprechent, daz die burgman recht haben zu vischen in des keisers wage drei tage in der wochen. auch sprechent sie, daz ein amptman denselben wagk verbieden moge viere wochen in dem leiche WeistGr 1,773 (14. Jh.?); swaz der nasen [eine Fischart] væht zdem laich, di nimt der vischer halb vnd dez hertzogen rihter halb UrbBayS 4,100

MWB 3,3 1001,57; Bearbeiter: Hansen

leichære stM. ‘Betrüger’ (vgl. leichen 2.2): nû sich, du leicher und trieger, wes nimst dû dich denne an? PrBerth 2:18,27

MWB 3,3 1002,4; Bearbeiter: Hansen

leichærinne stF. ‘Betrügerin’ (vgl. leichen 2.2): er sagt sîn lîden und sîn doln / einr alten tiuvelinne, / als noch vil leichærinne / sint, und die zouberîe phlegent HvBer 6481. 6517. 6846

MWB 3,3 1002,7; Bearbeiter: Hansen

leichen swV. 1 refl. ‘sich regen’ (vgl. SchweizId 3,1013 s.v. 2 leichen)
1.1 ‘sich bewegen’
1.2 ‘sich erheben, aufsteigen’
1.3 ‘sich zeigen, bemerkbar machen’
2 tr.
2.1 ‘etw. bewegen’ (vgl. 1 )
2.2 ‘jmdn. vorführen, lächerlich machen, täuschen’
3 intr. ‘Laich (Fischeier, Rogen) ablegen und befruchten, laichen’ (mit jmdm., miteinander)
   1 refl. ‘sich regen’ (vgl. SchweizId 3,1013 s.v. 2leichen)    1.1 ‘sich bewegen’ dâ ze deme chnieraden [Kniegelenken] dâ sint si [die Beine] gebogen, / daz si sich leichen swenne si scrîten Gen 174; GenM 6,30. – unklar, ob das Pulsieren der Schlagadern oder das Bewegen der Muskeln und Sehnen (ebenfalls âder) oder beides gemeint ist: die adir alle wrden pluͦtes volle, / ze vleisch wart div erde, ze peine der leim herte; / die ader sich leicheten swa dei lider zesamene reicheten GenM 8,3; man satztin [den Gelähmten] in dem münster nider. / do geruoweten diu dürren lider, / diu blæiche hout begunde roten, / [...] / die ader begunden sich læichen. / daz was ein lobelich zæichen. / ouz seinem bette er do spranch Serv 3205    1.2 ‘sich erheben, aufsteigen’ es machet die ros so froͤlich; / sú trettent vnde leichent sich GeistlStreit A,258; des vunftin dagis beginnint sich leichin / an den veldin daz gevugele LAntichr 900; do begunden sich die tiefel leichen und sú ane vehten Seuse 458,18. 370,9; und gienc dar umbe ein hôher walt, / der an diu wolken reichte / und sich ze berge [hoch hinauf] leichte / mit esten und mit rîse KvWTroj 16232; KvWGS 185. – übertr.: [Predigt, Lehre und Rat bewirken,] daz sîn herze sich dâvon / sô tempert unde leichet, / daz sich der muot erweichet / und bereitet darzuo, / daz der mensche wol tuo LvRegSyon 1740    1.3 ‘sich zeigen, bemerkbar machen’ mit frage sie begunden iehen: / ‘gebieder, wanne sol geschehen / diz? oder welcher hande zeichen / sol sich gein dysen dingen leichen?’ EvStPaul 9881; dar umbe, ir himelschen seitenspil, leichent úch, machent uf einen núwen reien, daz man es innen werde in dem himelschen hofe Seuse 374,27. 447,6. – ‘sich gegenüber etw. zeigen, sich verhalten’ wie er sich gegen dem suͤssen seitenspile halten und leichen und gebaren solte Seuse 466,12. 384,9    2 tr.    2.1 ‘etw. bewegen’ (vgl. 1): sol iv daz nicht riwe geben, / so welt ir in stæines weise leben, / den niemen mac gewæichen, / gebrovchen noch gelæichen Warnung 3308    2.2 ‘jmdn. vorführen, lächerlich machen, täuschen’ ich wold mîn crullil [gelocktes Haar] streichin / unde in lôsim smeichin / dî andiren kalin [Kahlköpfe] leichin, / dî des windis sîn gemût [besorgt] , / der in ofte leide tût, / sô er in vorsturzit den hût / vor der werdin vrouwin lût! NvJer 18922(S. 521); dz bluͦt [der geschlagenen Königsschwester] algemeine / vinck ich [...] / dz ich dych nicht enleiche, / habe ich czuͦ eime worczeichen KarlElegast 1207    3 intr. ‘Laich (Fischeier, Rogen) ablegen und befruchten, laichen’ (mit jmdm., miteinander): die visch habent die art, daz si niht laichent mit fremden vischen, die auz ir art sint, noch mit fremden tiern, sam ain hecht laicht neur mit ainem hecht und ain slei mit ainem sleien BdN 242,29; die visch habent die art, daz si hin und her swimment und spazierent, ê si gepernt oder ê si mitenander laichent ebd. 243,27; subst.: etleich visch gepernt von in selber ân allez laichen BdN 243,22

MWB 3,3 1002,11; Bearbeiterin: Baumgarte

leicherîe stF. ‘Betrügerei’ (zu leichen 2.2): nu kumen schelten, trullen, triegen, / effen, gumpelen und liegen / mit parat als ein gumpelman, / der niewan laicherie kan Jüngl 1000

MWB 3,3 1003,8; Bearbeiterin: Baumgarte

leichnötelîn stN. ‘Noten eines Leichs’ (vgl. 1leich ): er sanc diu leichnotelîn / [...] / sô suoze mit dem munde, / daz nieman wizzen kunde, / wederez süezer wære / [...], / sîn harpfen oder sîn singen Tr 3626

MWB 3,3 1003,12; Bearbeiter: Hansen

leidære stM. 1 ‘jmd., der jmdn. anzeigt (Angeber) und/  oder vor Gericht Ankläger ist’ (vgl. DRW 8,1156 s.v. 2Leider ; vgl. 3leiden 2 )
2 ‘Prüfer; jmd., der die Einhaltung von Ratsverordnungen überwacht’ (vgl. kiesære )
   1 ‘jmd., der jmdn. anzeigt (Angeber) und/  oder vor Gericht Ankläger ist’ (vgl. DRW 8,1156 s.v. 2Leider; vgl. 3leiden 2): swer offenlich vuͥr den rat gat und iemannen dur muͦtwillen beklagt ald leidet dur vijentschaft umb dekein unzucht, duͥ im nicht geschehen ist, swas der schuldige ze buͦsse git, als vil git der leider StRZürich (B) 71,18; RbrfSchaffh 108,7; vnd beshehe aber dirre choͮffe oder dirre gabe dekeinvͥ heinliche, da sol dem leider werden ein phvnt UrkCorp (WMU) N613,33    2 ‘Prüfer; jmd., der die Einhaltung von Ratsverordnungen überwacht’ (vgl. kiesære ): und sol oͧch der rat leider her uͥber nemen, als vil als nuͥtz und guͦt dunket, die die stund, so es notduͥrftig ist, daz korn ze den muͥlinen besehen StBZürich 150

MWB 3,3 1003,17; Bearbeiterin: Baumgarte

leide Adv. leit Adj.

MWB 3,3 1003,33;

leide stF. auch apokopiert leit ( Parz 247,6 ); Formenüberschneidungen mit → leit stN. (uneindeutige Dat. sind dort verzeichnet). körperlicher und seelischer Schmerz durch gesundheitliche, materielle und soziale Belastungen wie Krankheit, Armut, Verletzung, materielle Schädigung, Unrecht oder Ehrverletzung; quälender leibseelischer Zustand durch Trauer, Sorge, Reue, Sehnsucht, Entsetzen, Angst, Zorn und Empörung; i.d.R. nicht auf einen Aspekt beschränkt (Lit. → leit stN.) 1 allg. (vgl. leit stN. 1 )
2 (bes. im Minnesang) in der Beschreibung eines Mangels an Minne-Zuwendung
3 in (teil-)synonymen paarigen Ausdrücken (vgl. leit stN. 3.1 )
4 in antonymen Konstruktionen (vgl. leit stN. 3.2. )
4.1 im Ggs. zu liebe stF. oder liep stN. (= liep Adj. 3.1 )
4.2 im Ggs. zu vröude und wunne
5 in präp. Erg. mit phras. Charakter
5.1 âne , sunder leide ‘ohne Kummer, Ärger; in guter Stimmung’ (vgl. leit stN. 5.1 )
5.2 von/  vor leide stërben/ tôt ligen u.ä. ‘aus Kummer, vor Leid sterben’ leit stN. 5.2
5.3 ze leide ‘zu(m) Schaden, zu Leide, zum Nachteil’ (oft mit Dat.d.P.) leit stN. 5.3
   1 allg. (vgl. leit stN. 1): des manec man und manec wîp / gewunnen jâmers leide Wh 25,23. 431,30; NibB 1234,4; do stunden sie beide / in so grozzer leide [Kummer] , / daz sie enwisten, waz sie wolden / oder waz sie tun solden Herb 8416; so si sich erkennent beide, / daz wær in vür die leide [anstelle des Entsetzens, wenn sich die Freunde unerkannt erschlügen] / daz liebest und daz beste Iw 6970; ungefüege leit im dran geschach. / daz het im zorn gereizet Parz 247,6; diu heide leide ist worden bar [ihres kargen, winterlichen Elends entledigt worden] KLD: TSchreiber 9:1,1    2 (bes. im Minnesang) in der Beschreibung eines Mangels an Minne-Zuwendung: sît ich sô grôzer leide pflige, / daz minne riuwe heizen mac MF:Reinm 38: 4,3; wan klage ich sorge niht und swære leide, / die mir mîn frô Minne gît ze lône? KLD: RdSchr 2:1,6 (in beiden Belegen unklar, ob Pl. von leit stN.; vgl. leit stN. 2.2). – auch senendiu ~ : ich hân liep mit sender leide, / des muoz ich vil ofte riuwic sî; / jâ ’nkan ich niht underscheide, / mîner vröude lige ie trûren bî KLD: GvdF 1:1,1. 6:5,6    3 in (teil-)synonymen paarigen Ausdrücken (vgl. leit stN. 3.1): daz iamer vnde die leide / vm die herren beide / was in dem her also groz, / daz [...] ir klage maniger leige / mochte erbarmen einen stein Herb 13709; Tristan unde Îsôt, / [...] / benâmen ouch ir leide / unde ir triure ein ander vil Tr 12360; du hast dorch leyde vnde zorn / dich in den kommer bracht / vnde bist vil ovele bedacht / der herteliker leyde / vnd der arebeyde / de du lides hute Athis Ac 13    4 in antonymen Konstruktionen (vgl. leit stN. 3.2.)    4.1 im Ggs. zu liebe stF. oder liep stN. (= liep Adj. 3.1): als ie diu liebe leide z’aller jungeste gît NibB 2378,4; diu liebe und diu leide / diu wellen mich beide / vürdern hin ze grabe MF:Mor 8: 2,9; KLD:BvH 15: 4,3; Tr 19481. durch liebe (oder/  noch) durch leide (vgl. dazu und zum rechtsspr. Gebrauch leit stN. 3.2.1): die des dinges ze vil machent eintweder durch liebe oder durch laide PrBerthKl 6,40; dur daz volge aber ich der swal, / diu durch liebe noch dur leide ir singen nie verlie MF:Mor 7: 1,4; daz wir [...] gebot halten [...] und daz niht lazzen durch liebe, durch leide, durch vorhte, durch miete oder durch dehein anderley geverde WüP 10,12    4.2 im Ggs. zu vröude und wunne: liebe diu gît mir / hôhen muot, dar zuo vreude unde wunne. / sô enweiz ich, waz diu leide kunne, / wan daz ich iemer trûren muoz von ir MF:Mor 11a: 3,7    5 in präp. Erg. mit phras. Charakter    5.1 âne, sunder leide ‘ohne Kummer, Ärger; in guter Stimmung’ (vgl. leit stN. 5.1): die vant ich ze tanze, dâ si sanc. / âne leide ich dô spranc MF:Mor 23: 1,7; Iasonen sie [Medea] an den arm nam. / do lagen sie ane leide Herb 1141. dan fuorn die magede beide / mit fröuden sunder leide Parz 372,14; nû wâren sî beide / mit vreuden sunder leide / von einem turneie komen Iw 3060    5.2 von/  vor leide stërben/ tôt ligen u.ä. ‘aus Kummer, vor Leid sterben’ → leit stN. 5.2    5.3 ze leide ‘zu(m) Schaden, zu Leide, zum Nachteil’ (oft mit Dat.d.P.) → leit stN. 5.3

MWB 3,3 1003,34; Bearbeiterin: Baumgarte

leidebërnde Part.-Adj. ‘Leid hervorbringend’ mit disen dingen was behuot / Jôsaphât, der knappe guot, / von leide bernder angesiht [Anblick] , / daz er bevunde leides niht, / dâ von im wüehse herzeleit RvEBarl 1167

MWB 3,3 1004,43; Bearbeiterin: Baumgarte

1leiden swV. Prät. auch leitte ( Pass III 251,25 ). 1 unpersönl. mit Dat.d.P. und adv. Best. ‘(unter bestimmen Bedingungen) Missfallen empfinden, sich unwohl fühlen’
2 mit Dat.d.P. und Nom. oder Subj.-Satz ‘jmdm. missfallen, jmdm. leid, schmerzlich, zuwider, verhasst sein’
   1 unpersönl. mit Dat.d.P. und adv. Best. ‘(unter bestimmen Bedingungen) Missfallen empfinden, sich unwohl fühlen’ im [dem Kind Hagen] leidete bî den frouwen und liebte bî den mannen Kudr 24,3; Hôrant vorhte Hagenen; im begunde dâ ze hove leiden ebd. 403,4; davon [vom Winter] begunde leiden / den liuten an dem froste Ottok 36347    2 mit Dat.d.P. und Nom. oder Subj.-Satz ‘jmdm. missfallen, jmdm. leid, schmerzlich, zuwider, verhasst sein’ den liuten begund si leiden / umb ir bœse missetât EnikWchr 22318; ob ich den liuten leide in snoedeme gewande Tannh 13,27; WernhMl 2404; KvWTroj 3132; wie mac iu sus geleiden / mîn lîp, daz ir mir sint gehaz! ebd. 21368; Vät 13340; untriwe iu solde leiden Parz 370,10. 788,6; KvHelmsd 4754; LBarl 431 u.ö.; SM:WvK 1: 4,2; da enwas dehein lougen, / ern wære hin gescheiden. / daz begunde leiden / allen den die dâ wâren: / niht sî verbâren / weinen unde ruofen / und aller slahte wuofen Tund 252; PrOberalt 22,29; Pass III 380,98; Wh 115,1; im Ggs. zu lieben: waz tuon ich, daz mir liebet, daz mir leiden solte? MF:Reinm 15: 2,2; Herb 2341; Minneb 4102. – mit Ersparung des Dat.d.P. in Verallgemeinerungen: gerste liebet, spru leidet Daniel 2318; in kummer daz leben leydet Hiob 3991 (s.o.) – mit subst. Inf. als Nom.: den vogeln trûren leidet KLD: FvL 1,6; also wart inen laiden / des kindes hine schaiden WernhMl 4531. – mit lëben als Nom. der Wendung jmdm. leidet das lëben ‘des Lebens überdrüssig sein’ wie in [ihnen] begunde leiden / vor jâmer daz leben allen KlageB 298; diz was Ambrosio leit, / daz im ouch leitte sin leben Pass III 251,25; SAlex 3367; EnikWchr 26619. – mit dem Scheinsubjekt ëʒ: ez leidete Liudegaste, als er daz mære rehte ervant NibB 168,4; dô der künic daz vernam / [...] / ez begund im leiden / und klaget ez vil harte LBarl 258 – mit Subj.-Satz: dem vater [Isaak] vaste leidet daz er in [Esau] het verteilet: / Esav chlage smerzze stach in in sin herzze GenM 52,13; den unseligen heiden / begonde harte leiden, / daz sie ein dirne uberwant Pass III 30,44; HvNstAp 88

MWB 3,3 1004,48; Bearbeiterin: Baumgarte

2leiden swV. ‘jmdn./etw. leit (Adj.), verhasst machen’ er [der Teufel] dachte manige list / [...] wie er mochte leiden / under in die zwei gelieb Pass III 388,28; umb das sÿ uff giengen an eeren, / des laidetet er sÿ gen dem herren / durch sinen hass und anders nútz KvHelmsd 3608. – i.d.R. mit Dat.d.P ‘jmdm. jmdn./etw. leid, zuwider, verhasst machen, verleiden’ do geschah eins abendes, daz er also gesass bi sinen geischlichen kinden und inen leidete zerganklich liep und in liepte daz ewig liep Seuse 139,20; Kudr 998,3. 662,4; ir sint böser spruche rich / vnd schelten min herrn teglich / vnd laident im sin aigen husz Sibote l 775; KvHelmsd 3706; als der keiser ouch hete / gesehen dises [des Ritters Romanus] stetekeit, / daz in [l. im?] weder lieb noch leit / geleiden mochte cristenleben, / do liez er slan hin beneben / im von dem buche daz houbet Pass III 384,25. 342,51; NibB 51,4; AHeinr 611; Pass I/II (HSW) 40476; KvWTroj 1608. – hierher auch: der tuvel sprach: ‘ine weiz! / ich quam dort hin an einen creiz / von gebete also heiz, / des sich ein alder munch vleiz, / daz mir den wec ouch leitte [Glr.z.St. ‘den Weg versperrte’ ] . / ich beitte [...] / wol zehen tage an einer stat, / daz er besiten nie getrat / abe dem gebete einen vuz.’ Pass I/II (HSW) 38979. – das lëben ~ (vgl. 1leiden 2): freude soldest dû mir geben; / nû leidest dû mir daz leben / und erbanst mir daz ich frô sî HartmKlage (G) 432; sî mac mir leben und vröide wol leiden, / dâ bî alle mîne swaere vertrîben: / an ir lît beide mîn liep und mîn leit MF:Hartm 13:2,3. – jmdm. die vart ~ , neben eigentl. Gebrauch ( doch sint er hôhes prîses vil / erwerben mac, dar um ich wil / im nicht leiden die vart HvFreibTr 1501 ) auch übertr. ‘ein gewohnheitsmäßiges Verhalten verleiden, abgewöhnen’ dô wart an im bewæret wol / daz man den milten kûme sol / ûz edelm muote bringen. / swer in mit râte twingen / wil ûz sîner frîen art, / weizgot der leidet im die vart / die frîez herze triutet KvWTurn 72; RvEBarl 6549. – mit Refl.-Pron. und Dat.d.P. ‘sich jmdm. verhasst machen’ der künic hêt einen sit / dâ er sich leit den liuten mit EnikWchr 18522; er leidete sich sô sêre den Etzelen man, / daz si in mit den swerten torsten niht bestân NibB 1944,1; er was och senftmuͤte, / ainvaltig, wise, beschaiden: / er konde sich niement laiden WernhMl 5694. – mit refl. Dat.d.P. und Akk.d.S. ‘sich etw. verhasst machen’ sie solten werden wol irlost / an genaden von den sunden, / ob ouch sie begunden / in [d.i. sich] die sunde leiden Vät 4577. – in verneinten lâʒen-Umschreibungen mit refl. Dat.d.P und Akk. oder Obj.-Satz, sich jmdn./etw. niht ~ lân: lânt iu niht leiden / den jungelinc, den ir hie sehent KvWTroj 3132; ir sult euch nicht lan laiden / das ich das zwispil han gethan HvNstAp 88. – mit Ersparung des Adressaten (Dat.d.P.), dem etw. verleidet, verhasst gemacht wird, bei verallg. Aussage: er kunde daz wol leiden, / daz in strîte niemen in von sînen vînden torste scheiden Kudr 1492,3; den lantsit si wolden / erfullen an in [den Neuvermählten] beiden: / guot lieben, übel leiden / und ganzer triwen phlegen, / des wart manic segen / über si getân Ottok 75640

MWB 3,3 1005,28; Bearbeiterin: Baumgarte

3leiden swV. 1 ‘jmdn./etw. mit leit (stN.) versehen, beladen’
1.1 ‘jmdn. (an Körper, Seele, Vermögen, Ansehen u.ä., oft in unterschiedlicher Kombination) schädigen oder beeinträchtigen’ ( mit etw.; vgl. leidigen )
1.2 etw. ‘in Leid verkehren’ (Glr. LvReg )
1.3 mit Ersparung des Akk. ‘Leid bringen’
2 ‘jmdn. anklagen’ (vgl. WMU 2,1116; DRW 8,1153-55)
   1 ‘jmdn./etw. mit leit (stN.) versehen, beladen’    1.1 ‘jmdn. (an Körper, Seele, Vermögen, Ansehen u.ä., oft in unterschiedlicher Kombination) schädigen oder beeinträchtigen’ (mit etw.; vgl. leidigen ): swer die buͦzz [Entschädigung] nimpt von einem, der in gelaidet hat mit worten oder mit wercken, der sol zehant sin guͦt friunt sin fuͤr daz er die buͦzz genimpt StRMünch 45,18; UrkWittelsb 2,49 (a. 1294); ir [Teufel] sult von hinnen scheiden / und in mit nichte leiden [peinigen] , / sit er ist her zu mir [Jakob] bekumen Pass I/II (HSW) 24654; ir tot in hertzen riwen / muͦz mit jamer laiden mich WhvÖst 19433; [Marke] leideten beide / der zwîvel unde der arcwân Tr 13752. 12406; Loheng 5240; Rol 3160; dâ hât ouch niemen reht zuo, / daz er die boten leide KlageB 3621; iu hât etewer gesaget / daz ich sî ein ungeborn man. / weste ich wer iuch dar an / alsus geleidet hæte, / ezn gelægen mîne ræte / niemer unz ûf sînen tôt Greg 2579. – auch mit benefaktivem Dat.: ich [der Teufel] muoz dir leiden / dîniu vil liebiu kint. / sît mich niht vich, ros und rint / frumt an disem guotem man [Hiob] , / sô müezen diu kint den tôt hân EnikWchr 13264 (‘er tötete ihm seine Kinder’; verschieden von scheinbar gleich konstruiertem 2leiden mit Dat.d.P. ‘er machte ihm seine Kinder verhasst’) – subst. (hierher oder zu 2): darumme bin ich zu dir [Daniel] / her kumen sundir leiden / der dinge zu bescheiden Daniel 6651    1.2 etw. ‘in Leid verkehren’ (Glr. LvReg ): zwei gelieber wurden nie / unz ez der tôt undervie, / der allez liep leidet / sô er liep von liebe scheidet Er 2210; sô sich diu sêle scheidet / von dirre werlde ellende, / sô wirt diu liebe geleidet / in der helle ân underwende LvRegSyon 84    1.3 mit Ersparung des Akk. ‘Leid bringen’ als die zit leidet, / swenne der sumer scheidet, / also scheidet daz leit / gegen der zite suzzekeit Herb 2357    2 ‘jmdn. anklagen’ (vgl. WMU 2,1116; DRW 8,1153-55): swer offenlîch vür den râte gât vnde iemanne durch muotwillen beklagt ald leidet durch vîgentschafte vmbe dekæin unzuht, dü ime niht geschehen ist RbrfSchaffh 108,5; und sol ie der man den andern her umbe leiden, swa er vernimt, daz es gebrochen wird bi dem eide StBZürich 150; UrkCorp (WMU) 26AB,35; tvͦt ain swestir ain dinc, daz úbil ist und widir got ist alde davon diu samenunge betruͤbit mac werdin, des sol ich sie laidon ze capitele [...], daz sie sich daran bezzir und der conuent mit vride belibe PrGeorg (Sch) 17,322; unt do er [Jesus] geleidot wart von den fursten der ewarton unt von den eltesten EvPerikZürich 66; UrkAargau 2,5:249,11 (um 1350); SHort 8757

MWB 3,3 1006,28; Bearbeiterin: Baumgarte

leider Adv., Interj. (?) vereinzelt lieder ( Roth 347. 1971 ); Komp. von leide Adv. → leit Adj. 1 Satzadv. zum Ausdruck des Bedauerns über eine durch den ganzen Satz ausgedrückte Tatsache oder ein Geschehen; fraglich, ob Interj.; ‘bedauerlicherweise, leider’
1.1 am Satzanfang
1.2 im Satzinneren
1.3 am Satzende
2 als Begleiter oder Bestandteil von Interjektionen
2.1 in der Wendung leider mir (am Satzanfang und in der Satzmitte)
2.2 neben Interjektionen zum Ausdruck von Schmerz und Trauer wie z.B. ach , hey und owê
   1 Satzadv. zum Ausdruck des Bedauerns über eine durch den ganzen Satz ausgedrückte Tatsache oder ein Geschehen; fraglich, ob Interj.; ‘bedauerlicherweise, leider’    1.1 am Satzanfang: er wolt dir in ingegen gesendet han; / laider er ist uf daz mer entrunnen Rol 2885; PrOberalt 150,26; also wir dem almæchtigen got siner guͤt die er uns ezaiget hat genad geseit haben [...]. leider wir sein vil arm suͤndær ebd. 116,26; Parz 193,9; ‘sît ir siech?’ ‘leider jâ.’ Eracl 3115. – im Nebensatz: wârlîchen ist got hie, leider daz ich iz newisse Gen 1253; unde ranc starke dar nâch / daz er herre wurde hie / leider als ez ouch ergie Iw 4190    1.2 im Satzinneren: wan leider diz ist und was ie Tr 266; ez enphahet auer leider ein iegelich suntare den gotes boten uil uorhtlichen Spec 127,13; dem ist leider freude verre Parz 477,22; ich hân aber leider nieman, dem i’z klage MF: Reinm 56: 1,7; daz wart ouch leider mir do balde schîn SM: Had 13: 3,10; sie müezen leider sterben ê RvEBarl 1302; dâ missegienc ir leider an Iw 4056; des endaten sie leider nicht Lanc 379,33; dem bistu leider ungelîch Wig 5807; unser hêrre ist leider anderswâ Parz 98,20; dâ ist leider lônes niht KLD: UvL 21: 2,4    1.3 am Satzende: sî was mir den winter lang / vor versperret leider [:kleider ] SM:St 7: 2,2; KvWHerzm 37. – vor einem Nebensatz: ich fürht aber laider, daz auz den pfâwen oft raben werden BdN 215,4; die toͮnt leider, als der wissage sprach: [...] Spec 120,20; Parz 80,28; Eracl 2945    2 als Begleiter oder Bestandteil von Interjektionen    2.1 in der Wendung leider mir (am Satzanfang und in der Satzmitte): leider mir, ir sît betrogen Gänslein 265; LvRegSyon 1348; kegn dî dûtschin brûdre dort / hab ich urloige grôz getrain [ getragen ] / leidir mir bî mînen tain [ tagen ] NvJer 13026; SM:UvS 22: 4,1    2.2 neben Interjektionen zum Ausdruck von Schmerz und Trauer wie z.B. ach, hey und owê: ach leider, wê mir ôwê! UvZLanz 4388; Herb 6152; Lanc 169,25 u.ö.; ‘hey leider, wie möcht ich din gewaltig werden! ebd. 108,22. 187,9; daz ich ie in dieser bosen zit, / ouwe leider, wart geborn! GrRud Kb 42; Wig 11337; MF:Mor 32: 4,5; Herb 10488 u.ö.; RvEBarl 2056. – als Ersatz für einen Hauptsatz i.S.v. ‘es ist bedauerlich’ einen Nebensatz anbindend: owe leider, das wir nuͦ scheiden múßen! Lanc 62,24

MWB 3,3 1007,18; Bearbeiterin: Baumgarte

leiderîche Adj. ‘leidbeladen, leidend’ (zu leide stF.): Tristan, lâ dich erbarmen / mich, vil leiderîche ŷsôt. / Tristan, gedenke maneger nôt, / die ich durh dich hân erliten UvTürhTr 579

MWB 3,3 1008,3; Bearbeiterin: Baumgarte