Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lobemunt - lochen    


lobemunt stM. ‘Leumund, Ruf’ kainem fursten zymmet wol / das er sein trewe prechen sol. / wan es den leuten wurde kunt, / so wurde schwartz sein lobe munt [La. so wurd dein lewnt schïr wunt ] . / ain kunig solt nit liegen / oder kainen ritter triegen HvNstAp 9188

MWB 3,3 1233,48; Bearbeiter: Diehl

loben swV. häufig (bes. in rechtssprachl. Kontexten) ge- (auch kontrahiert globen Elis ); Part.Prät. auch geloff ( HagenChr (G) 2855). 1 ‘(jmdn./etw.) loben, preisen’
1.1 ohne bzw. mit erspartem Obj.
1.2 mit Akk.
1.3 refl. (vgl. 4 )
1.4 mit Akk. und weiterer Erg.
1.4.1 mit präp. Erg.
1.4.1.1 ‘jmdn. wegen etw.’
1.4.1.2 ‘jmdn. jmdm. gegenüber’
1.4.2 mit Dat. ‘jmdn./etw. jmdm. gegenüber’
1.4.3 mit Gen. ‘jmdn. wegen etw.’
1.5 mit präp. Erg. an
1.6 subst.
1.7 Part. (vgl. auch hôchgelobet , wolgelobet )
2 ‘(jmdm.) etw. geloben, versprechen, zusagen, versichern’ ; eine rechtl. Verpflichtung, abgestuft von einer formlosen Zusage bis zur Eidesleistung, eingehen (nach einzelnen Rechtsakten differenziert mit weiteren Belegen vgl. DRW 4,13-19); hier der überw. Teil der ge- präfigierten Formen (vgl. WMU 1,619f. und 2,1150f.); fakultativ können Dat.d.P. und präp. Erg. (z.B. gegen, wider jmdn.; an, in jmds. hant , ûf jmds. eit ) hinzutreten
2.1 mit Akk.d.S. bzw. Passivkonstr.
2.2 mit Nebensatz
2.2.1 meist Obj.-Satz (hier die überw. Menge der Urkundenbelege, vgl. WMU 1,620)
2.2.2 andere Nebensätze
2.3 mit Inf.-Konstr. (überw. mit ze )
2.4 selten ohne Obj., bzw. in anderen Konstr.
2.5 selten nur mit Dat.d.P.
2.6 mit Akk.d.P.
3 ‘jmdn. (er-)wählen (zu etw.)’
3.1 zu einem Amt
3.2 als Freund bzw. Ehepartner (vgl. 2.1 und 2.6 )
4 Phras. (in Auswahl, ausführlich mit zahlreichen Belegen TPMA 8,8-28)
   1 ‘(jmdn./etw.) loben, preisen’    1.1 ohne bzw. mit erspartem Obj.: hie ist wol gelobt, lobe anderswâ! Walth 59,36. 45,8; du solt loben, danken und geren und bitten Mechth 3: 12,1. 3: 6,5    1.2 mit Akk.: daz ein closter da gebuwen werde, da mon got îemerme lobe UrkCorp (WMU) 2741AB,6; von du [daher] lobit in daz liet Roth 1907; dirre tac der ist so uorderlichen heilic, daz in nehein zunge, noch nehein rede ze uollen giloben mac PrHoff 91,6; der konig besah die jungfrawen lang, die yn zum ersten so sere gelobt hett und darnach so größlich sin laster sprach Lanc 491,18; Got moisse’s, here, sin geloff / dat ir wilt zo uns komen HagenChr (G) 2855. – häufig ~ unde êren: so schullen wir loben und eren elliu diu dinch diu unser herre durch uns getan hat PrOberalt 27,11; Konr 3 W1,22; Rol 5366; Eracl 2451; PrBerthKl 6,52    1.3 refl. (vgl. 4 ): sî lobet selbe sich / mit dem, daz sî so stæteclîch ir güete phliget SM:UvS 2: 2,3; eya, nu hoͤre, wie dú helige drivaltekeit sich selber lobet mit ir unbeginlicher wisheit Mechth 5: 26,2. 4: Reg. 3. 5: 26,1    1.4 mit Akk. und weiterer Erg.: dô man si lobte als reine unde wîse, / senfte unde lôs; / dar umbe ich si noch prîse MF:Mor 1: 3,7    1.4.1 mit präp. Erg.    1.4.1.1 ‘jmdn. wegen etw.’ die lobten durch ir schœne daz Guntheres wîp NibB 593,2; daz man si umbe ire goͮtate lobete Spec 128,36; das siu die liute heilic haizzen vnd si loben vmb iren magtum Konr 22,60; für die schœnsten und die besten / lobe ich dich KLD: BvH 17: 2,10    1.4.1.2 ‘jmdn. jmdm. gegenüber’ als er si lobete wider mich Tr 8509    1.4.2 mit Dat. ‘jmdn./etw. jmdm. gegenüber’ ich lobe iu unseren trehtin / unde leide iu den dievel Wahrh 50; den estrîch muoz ich iu lobn Parz 566,20; ‘herre’, sprach er, ‘gott siß gelobet, er ist gesunt und fert wol.’ Lanc 90,6    1.4.3 mit Gen. ‘jmdn. wegen etw.’ des lobe wir got vater al VEzzo 409; AvaLJ 30,5; SpitEich 5,34; wir loben des got und sagen im danc Wh 168,23; uon div schult ir got uerre lobin sinir guͦte Spec 86,8; RvEBarl 15592; Maria, milde kuningin, / nu muozestu gelovet sin / der diner otmuote / und aller diner guode! MarldA 293    1.5 mit präp. Erg. an: si lobeten an Tristande / sîne vuoge und sîne sinne Tr 13454; frouw aller fröude, ich lobe an dir daz dû den got gebære KvWLd 32,46    1.6 subst.: si vertrüege michels baz ein schelten / danne ein loben, daz geloubent mir Walth 112,32; Tauler 293,8; lobens tâten si im genuoc UvZLanz (K) 1320    1.7 Part. (vgl. auch hôchgelobet , wolgelobet ): die volge ist in einer wise nach dem minneklichen bilde unsers herren und begerunge und in dankende und lobende Tauler 254,19. 369,2. wie verre er da gelobet stat, / der daz reht da begat! VRechte 251; der wolegesagte. gelobete herro [interl. zu benedictus dominus ] PsWindb 27,6; von dem si vnder allen livten gesegnet vnd gelobet ist Konr 18,22 (zu Übersetzungsmöglichkeiten von lat. benedicere durch (ge-)loben, sëgenen, wolsagen etc. vgl. Kirchert, Unters., S. 158ff.)    2 ‘(jmdm.) etw. geloben, versprechen, zusagen, versichern’; eine rechtl. Verpflichtung, abgestuft von einer formlosen Zusage bis zur Eidesleistung, eingehen (nach einzelnen Rechtsakten differenziert mit weiteren Belegen vgl. DRW 4,13-19); hier der überw. Teil der ge-präfigierten Formen (vgl. WMU 1,619f. und 2,1150f.); fakultativ können Dat.d.P. und präp. Erg. (z.B. gegen, wider jmdn.; an, in jmds. hant, ûf jmds. eit) hinzutreten    2.1 mit Akk.d.S. bzw. Passivkonstr.: daz ich minen leuten gelobt und gestætiget han die purch ze Laber UrkCorp (WMU) 1970,17; datz ist gesetzet vnd gelobt ebd. 737,13; ez sullen auch der chinde leutte den lantvride loben mit ir triwen ebd. 869,17; jch gelobe ouch werschaft des vor geschriebenen gvͦtes ebd. 518,32. 875,28; da gelobeten si den champh Rol 8900; man muoz im eine hervart / noch hiute swern oder loben Wh 142,13; Ägidius 1073; Konr 6,31; er hielt yn das er gefengniß must geloben und sichern Lanc 157,9; wir verloben [geben auf] drier hande vnchvsche vnd geloben drier læie chusche PrBerthKl 4,17; sô sprâchet ir / und lobetetez ouch beide / mit rede und mit dem eide Tr 9801; daz lobeten si mit ufferhabener hant Rol 145; ‘daz lob ich’, sprach dô Gunther, ‘Sîvrit, an dîne hant [...].’ NibB 334,1; sie gelobets ir mit ir truwe in ir hant Lanc 339,38; SM:Had 5: 1,6; NibB 374,4; SpitEich 2,9; hie mite gelobetens under in / liebe unde geselleschaft Tr 19120; nû muose der künec lâzen wâr / daz er gelobete wider in Iw 4609; ich lobet ez und leistez sît ebd. 382; Tr 5152; Lanc 7,10; SpdtL 195,1; iz inmac och nichein kint, iz si mannisnami edir wibisnami, nimini nicheini ewi [Ehe] globi, iz insi zu sinin iarin cumin Mühlh 166,4 daz werde wîp /, / der ich dâ lopt ê in ir hant UvLFrd 434,8 (vgl. 2.6 und 3.2 ). – mit Richtungsangaben hër und war (vgl. Wiessner, Richtungsconstr., S. 530f.): hêr Gâwân, lobt mir her für wâr / daz ir von hiute über ein jâr / mir ze gegenrede stêt / in kampfe Parz 418,9; sie sprach: ‘daz gelobet her!’/ ir wîze hant sie bôt im dar; / er gelobete iz ir und liez ez wâr HvFreibTr 4278; er sprach: bruͦder Reinhart, war sol ez gelobet sin? ReinFu S2,946. – als Part.-Adj.: den gelobten strît Parz 684,11; so gebe wir ze burgen mit gelobeter truwen vnsern herren graue Rvͦdoluen UrkCorp (WMU) N11,42; ob ê dehain bruͦch an den gelopten dingen ist geschehen ebd. 127AB,2,3    2.2 mit Nebensatz    2.2.1 meist Obj.-Satz (hier die überw. Menge der Urkundenbelege, vgl. WMU 1,620): dar zv ist gelobt, daz man zwischen hinn [jetzt] vnd sant Michels tach Sprintzenstein rovmen svl UrkCorp (WMU) 482,4; da zvͦ geheizen wir im vnd loben im, daz wir in niht vorderen svlen noch laden ebd. 1747,37. 905B,44. 695,12; si globeten ouch in druwen dar / der frouwen bi ir eide, / daz si ir arbeide / druweliche solten leben Elis 3776; Lanc 4,17; sînem hêrren er lobete waz er rîhtuomes habete, / fihis und scatzes Gen 995; er gelobete vnd tete, / des er gebeten was Herb 8034; daz ich mir selbem daz gelobe, / des sî mir lîchte niet engan SM:UvS 26: 4,3.    2.2.2 andere Nebensätze: do gelobete er der frowen, / er loste sie von den rowen, / ob sie mit ime wolte keren; / er wolde sie wol eren Herb 18180; Roth 3387; Rol 3177; doch vröuwet mich sîn sicherheit, / daz er lobte, er wolte schiere komen MF:Reinm 50: 3,4; Artûs lobt im an die hant, / kœm imer in sölhe nôt sîn lant / als ez von Clâmidê gewan, / des lasters wolder pflihte hân Parz 331,11; Roth 3460; di lobten den frawen, swelichn schaden si næ̂men von dez Etlingerz bruͦdern, da solt der vorgenanten chnecht lib vnd gvͦt ir pfant vmm sin UrkCorp (WMU) 2283,42    2.3 mit Inf.-Konstr. (überw. mit ze): sô lobt er iu dar dienen NibB 875,3; das er ir bestetige vnde gelobe stête halden vnuerbrochenliche ir vriheit vnd ir reht UrkCorp (WMU) 1788AB,11,10; die haint es gelobt mit ir triͮwen, si ze antwrten ze Costenze ze rehter giselschefte ebd. 531,37. 23,1. 2402,39; daz wir gesichert und gelobt han mit rechter sicherheit und gelobde, die vorgenante giselschaft zuͦ leistene MGHConst 8:509,5 (a. 1348); ich gelob im alles das lant uffzugeben Lanc 11,24; MF:Reinm 23: 3,5; er hatt mir gelobet zu geben was ich im heisch Lanc 276,11; got hat mir ein also erlich ding gewiset und gelobet ze leistende Mechth 5: 29,13    2.4 selten ohne Obj., bzw. in anderen Konstr.: daz volc al gemeine bat, / daz sie sich des landes vnde der stat / zv gedinge vnder wunden; / [...]. / sie globeten also Herb 15495; ‘werlich herre’, sprach er, ‘ir kúnent sere wol geloben, ich weiß nit wie ir leisten kúnnent.’ Lanc 274,35; subst.: alse di bloume foregeit der frucht, und ist ein gelobin [Versprechen] des warin bekentnisses godes, daz dar noch volgit Parad 42,19; ich swer / dir bi diner grozen kraft, / daz ich wil stete sin behaft / an dir, als nu min loben tut Pass III 496,53    2.5 selten nur mit Dat.d.P.: er wart wirs enphangen, / denne im gelobet were Herb 16972; also wir in [den Würzburger Juden] gesworn und globt habin WüP 9,9; da wart er sere fro das im der konig so schon hett gelobet Lanc 23,26    2.6 mit Akk.d.P.: daz ich umbe mitten tac / dannoch hin komen mac / dar ich mich gelobet hân Iw 4755; vnde loben [verpflichten] vnde binden v́ns vnde v́nser nachomen ze den dingen UrkCorp (WMU) 1337AB,7,5. – beim Eheversprechen (vgl. 2.1 und 3.2 ): er hette im sine swester gegeben, / die er im gelobet hete Herb 10329; do schuldegit er Ecubam, / wen sie Polixenam / im gelobet hete ebd. 13087. 13475. gelobet sîn: Albrest tohter von Hohenberch oder min svn, dev ze der e zvͦeinandr sint gelobt UrkCorp (WMU) 470,25    3 ‘jmdn. (er-)wählen (zu etw.)’    3.1 zu einem Amt: si gelobeten alle gelîche / den grâven Hainrîchen Kchr 15762; alsô si in gelobeten / ze Rôme ze ainem vogete ebd. 5101. 16831. 16808; die woldin Hademaren / zo eime koninge han genomin unt gelouet Roth 2951; die siben vürsten lobeten Ludewigen ze künege PKchr 179,35. 129,46    3.2 als Freund bzw. Ehepartner (vgl. 2.1 und 2.6 ): den si lobt ze vriunde, der mac wol trœsten sînen lîp NibB 1150,4. – überw. i.d. Wendung (jmdn.) ze manne/  wîbe ~ : er lobte si zen [Hs. cen, Laa. ze ] wîbe /. / ze trûte lobt ouch si den degen KlageB 1817; dem bin ich bevestent: ich lobete in ze einem man, / er nam mich ze wîbe Kudr 770,1; welt ir loben mich ze man, / sô lobe ich iuch ze rehter ê Wildon 4,30; so sullen si di lute vregen uf ir sele, [...] ab si in noch wolle loben zu eime elichen manne StRFreiberg 59,18. ich wil in loben gerne, den ir mir, herre, gebet ze man NibB 613,4; dô er si gelobte unt ouch in diu meit, / güetlîch umbevâhen was dâ vil bereit / von Sîfrides armen daz minneclîche kint ebd. 616,1.    4 Phras. (in Auswahl, ausführlich mit zahlreichen Belegen TPMA 8,8-28): sich selben nieman loben sol; / swer frum ist, den gelobt man wol Freid 61,3. 60,23; RvEGer 37; ich wæne, daz er sêre tobet, / wer unverschult sich selber lobet. / sô beite, der nicht welle toben, / unz daz in ander liute loben Boner 68,56. 68,49; UvEtzAlex 5050. swaz man lobet an dem man, / dâ sol er sich flîzen an: / swes er aber unêre habe, / des sol er sich vast enthabe Renner 16119; Freid 61,25; man sol die biderben bilich loben / und die argen schelten; / es sol bilich entgelten / ein arger siner missetât Ammenh 11466; nieman sol ze langer frist / loben, daz ze schelten ist Freid 62,9

MWB 3,3 1233,54; Bearbeiter: Diehl

loben- → lobe-

MWB 3,3 1237,10;

loberede stF. ‘Lobrede, Lobpreisung’ mein czung von lobreden mag sich nicht enthalten [ lingua mea calamus scribae Ps 44,1 (ad laudem regis Cristi - non indiget intervallo temporis)] PsMb 33(Glossar)

MWB 3,3 1237,11; Bearbeiter: Diehl

loberîche Adj. auch lobes- (vgl. 1lop 1.1). 1 ‘viel, hoch gelobt’
2 ‘reiches Lob gebend’
   1 ‘viel, hoch gelobt’ dâ bistû geprüevet inne / wol nach loberîchem sinne, / sam die wîsen müezzen jehen SM:EvS 1: 16,7; er sol mit kraft und ouch mit tugent / in sîner loberîcher jugent / bejagn ein lop daz iemer wert RvEAlex 1164; wie ein lidender mensch sol sin liden in lobricher wise dem minneklichen gote wider uf tragen Seuse 90,21    2 ‘reiches Lob gebend’ dis ist der vor genant lobrich gruͦz und gewer morgensegen, den ein mensch got ze lob fúr ungelúck sol sprechen Seuse 395,18; mit dem lobrichen gebetlin ebd. 18,11 u.ö.; do ez dem volke wart gesaget, / die vroweten sich sin alle. / mit lobes richeme schalle / die samenunge so hin trat / an die vorbenante stat Pass III 45,92

MWB 3,3 1237,16; Bearbeiter: Diehl

loberîs stN. ‘Ehrenkranz’ wir, die die bluomen helfen lesen, / mit den daz selbe loberîs / undervlohten ist in bluomen wîs, / wir wellen wizzen, wes er ger Tr 4647; nu wil er, daz ir sterbet / an küniclichen êren, / wan er iuch heim hin kêren / heizet sunder allen prîs. / er wil daz iuwer loberîs / in vil swache wirde kume KvWPart 4206 (vgl. die Berteneise ir lobes rîs / wænent nu hôch gestôzen hân Parz 221,26 )

MWB 3,3 1237,32; Bearbeiter: Diehl

lobes- s.a. lobe-

MWB 3,3 1237,41;

lobesælic Adj. ‘hoch gelobt’ Ênêas der Troiân / der lobesâlige man En 12221; daz ist si lobesælic wîp, / der immer dienen sol mîn lîp UvLFrd 570,23; daz si reine lobesælic wîp und si vil guote / mîne stæte liebe erkennen kan KLD: Rub 16:2,7

MWB 3,3 1237,42; Bearbeiter: Diehl

lobesam Adj., Adv. auch -san. ‘lobenswert, hervorragend’ (von vorzüglicher, idealer Art und Weise) 1 Adj. (z.T. präd.)
1.1 von Personen
1.2 von Tieren
1.3 von Verhaltensweisen, Vorgängen und Sachen
2 Adv.
   1 Adj. (z.T. präd.)    1.1 von Personen: ime ouh ze helfen quam / Daclym ein rîter lobesam SAlex 1762; NibB 379,4; Wernh 1254; hie solde ich ir swester Elenam / loben, eine frouwen lobesam Herb 2932; wol ír! si ist ein wip in hôhem prîse, / lobesam / unde ist aller wandelunge vrî Neidh WL 6:2,2; SM:Had 52: 8,6. heilge Maria, ich loven dich! / lofsame, minsame, minne mich! MarlbRh 1,10; einen got vil lobesamen / geloube ich, einen in drin namen RvEBarl 1981    1.2 von Tieren: daz ors vrech unde lobesam KvWTroj 4064; Roth 3501; manig valk lobesam Minneb 5224    1.3 von Verhaltensweisen, Vorgängen und Sachen: ein tugentlich herzoge. / des leben was so lobesam Rol 1015; Albert 11; ir ende was got vnde louesam Roth 4882; daz opfer was bezæichenlich, / lobesam vnd w̌nneklich Wernh D 4652; eya minne, du bist wunnenklich und zuͦ allen werken lobesan Mechth 5: 4,6; ine vernam / nie der vogele singen / sô lobesam. / wol dir, sumerwünne Neidh SL 13:2,3; PrüllS 8,2; der helt ûf in sô vaste blou / mit vrecher hende lobesam KvWTroj 37301; swenne er si [die Tongefäße] hete gebrant, / swelhez er danne ganz vant, / daz uber guldet er zehant / und machet ez also lobesam, / daz ez sinem hus wol gezam StrKD 151,9. – ‘(Gott) wohlgefällig’ sprich mit zuhten, habe die scham, / daz ist Got lobesam / und ist vor den leuten ere Erz III 36,366; ein bischolf dô predigt, / wie genæm und wie lobsam / vor got wær diu gehôrsam Ottok 28530; wir went dir diz ze lobe und ze eren tuͦn, und la ez dir [Gott] lobsam sin PrGeorg 337,10    2 Adv.: Thymotêus / was sîn heileclicher name. / lieplîch unde lobesame / enthielt in dô Silvester KvWSilv 168; ei wie kunde dringen / sîn frouwe borten an der ram, / diu sô rehte lobesam / gezierte sîniu wâpenkleit! KvWEngelh 2866; von hûsêre [dem guten Ruf] wirde fliuzet lobesam KvWLd 19,38; do sie gesan ein wibesnam / so erlich und so lobesam / und so lieplichen sitzen / mit keiserlichen witzen / uf dem arme Jesu Cristi Pass I/II (HSW) 12010

MWB 3,3 1237,47; Bearbeiter: Diehl

lobesanc stMN. ‘Lobgesang’ (vgl. das seltenere lopgesanc ): zwelf turne, / die sint erfullet mit lobesanges scalle Himmelr 3,18; her was ouch der êrste der iz in ie gekundigete. dar umme sal man diseme kinde singen funf lobesenge HvFritzlHl 80,23; David / [...] mit lobelichir art / das lobesang gesungen wart RvEWchr 24682; ir lobesanc was nit clein, / mit dem si got ertent: / sin lop si dicke mertent / mit manger hande seiten spil ebd. 35530; deß sag wir euch grossen danckh / und singen ew unseren lobesanckh HvNstAp 2839; ir núwes lob sú jachen / mit suͤssen lobesange WernhMl 14469; dar umb geleicht man unser frawen zuo dem paum in ainem lobsang, daz hebt sich an: salve mater salvatoris BdN 332,21; NvJer 3512

MWB 3,3 1238,27; Bearbeiter: Diehl

lobesbëseme (?) swM. ‘Besen des Lobes’ (unklar, ob Kompositum oder Syntagma [so FrlWB, S. 219f.]): kere ir phat mit süzer worte lobes besem Frl 3:4,6

MWB 3,3 1238,42; Bearbeiter: Diehl

lobesingære stM. ‘Preisender, Lobsänger’ gæb er frîschallæren [Schwätzern] , / und valschen lobsingæren, / daz wær nâch des tiuvels rât Helbl 7,804

MWB 3,3 1238,45; Bearbeiter: Diehl

lobesingen stV. ‘ein Lob(lied) singen’ her rûfte zuͦ samene sîne jungeren und in Ephesô lobesingende Christum durch maniger zeichen irvarunge EvBeh 179; subst.: och was ir [der Cherubim] lobesingen / das man es hort erklingen / mit suͤssen stimmen wunneklich WernhMl 14475. – wohl Zusammenrückung: ô mildir got, gehilf uns dar, / dâ wir [...] dir lob singin immer mê! NvJer 26686

MWB 3,3 1238,48; Bearbeiter: Diehl

lobesmære stN. ‘Lobrede’ vil wit man horte wandern / des guten mannes mere, / wie vollenkumen er were, / wie tugenthaft, wie minnesam. / diz lobesmere do vernam / von im genuger harte wit Pass III 220,16

MWB 3,3 1238,56; Bearbeiter: Diehl

lobesprëchende Part.-Adj. 1lop 2.1

MWB 3,3 1238,61;

lobesschal stM. ‘weitreichender Ruhm’ (unklar, ob Syntagma oder Kompositum): swig! behagete dir, das da ein ritter [...] versumete sines herren ere und verlúre den richen solt und den edeln lobes schal, den beide, der herre und der ritter, in dem lande behaben sol? Mechth 3: 18,7

MWB 3,3 1238,62; Bearbeiter: Diehl

lobeswërt Adj. 1lop 1.1 und lopwërt

MWB 3,3 1239,4;

lobetanz stM. ‘Ehrentanz, Tanz zu Ehren einer Person’ (zur Sache vgl. Harding, Dancing Terms, S. 138-144): daz die hôchzit wurde ganz, / sâ hûp sich ein lobedanz Erlös 4442; swenne die edelen gerihte sint geschehen, da Jhesus Christus selber dienen wil, so sihet man da den allerhoͤhesten lobetanz Mechth 7: 37,17. 1: 44,38. 1: 44,30

MWB 3,3 1239,5; Bearbeiter: Diehl

lobunge stF. ‘Lob’ lobunge sin wonet in die werlte dere werlte [interl. zu laudatio eius manet in saeculum saeculi ] PsWindb 110,10; der salme gote unserem si ein frolih unde zierlih lobunge ebd. 146,1

MWB 3,3 1239,12; Bearbeiter: Diehl

loc stM. Pl. locke, löcke. 1 ‘Haarlocke, -strähne’
2 bezogen auf das gesamte Haupthaar
3 bezogen auf den Bart
4 bei Tieren
5 phras.
5.1 in der Wendung grawe ~
5.2 zur Bezeichnung von etw. Kleinem
   1 ‘Haarlocke, -strähne’ fideles meos qui adherent mihi also dîe lóccha démo hôibete Will 77,14; reide löcke tragents unde mündel rôt KLD: GvN 32: 1,6; Tannh 1,108; Wig 877; darusz [der Stirn] ein lock hares reit [ragt] Krone 19665; abir ich sage uch: ir sullit alczu male nicht swern noch by dem hemele [...] noch by dem houbete, wen du inmacht eynen locken [ unum capillum Mt 5,36] wedir swarcz noch wiz gemachen EvBerl 122,12; noch sol ouch ir deheyne [der verheirateten Frauen] ire zoͤphe oder har hinden abe lassen hangen, oder vornan verlessenlichen [nachlässig] gebunden loͤcke machen oder ouch hinden abe harsnuͤre lassen hangen in deheine wise SpeyrerP 59; wer sich erhube von der stat, / [...] / der wurde schameliche / der locke unde ouch der hare / gestummelt uffenbare Elis 7647; WolfdD 1213,3    2 bezogen auf das gesamte Haupthaar: die halsberge wizze / hiwen sie mit flizze / durch den helm vnz an den loc Herb 9023; wol gewunden was sin loc, / gele vare crusp har ebd. 18293; si begonde mit iren trênen zuͦ begîzene sîne fuͦze und zuͦ wischene mit den lockin ires houbites EvBeh Lc 7,38. – als Ausweis heidnischer Herkunft und Sitten: wan si mid irem lock / hettin heidnisze sittin, / dy si nicht virmittin Dalimil (B) 9,28. 3,4    3 bezogen auf den Bart: enem ziuhe ich den loc / mit der zangen ûz dem barte Helmbr 1246; ir sît ez doch der mir den bart / âne scharsach hât geschorn, / und iuwer grimmeclicher zorn / vil hâres in beroubet hât, / daz er noch âne locke stât KvWHvK 696    4 bei Tieren: ains kembels tier ruhen loͤk / daz warent sin roͤk SHort 2387. – ‘Mähne’ (vgl. lëwenloc ): strûb unde rôt was ime sîn hâr, / [...], / und was ime ze mâzen dicke / und crisp als eines wilden lewen locke SAlex 154    5 phras.    5.1 in der Wendung grawe ~ : er zohte vz sime hare / do manichen schonen grawen loc Herb 15457. – ‘graue Haare machen/  bekommen’ sîn vil lôsez lunzen / machet mir noch grâwen loc Neidh WL 22:4,6; daz macht iu lop und mir di locke grise JTit 3065,4; den ungefugen schaden sein, / da von im gra wird sein lock HvNstAp 2938. – zur Bezeichnung von hohem Alter: daz hâst dû mir verkêret, / die grâwen löcke entêret, / die mit vil grôzen êren gar / sint von alter missevar RvEBarl 8192; Rol 1253; KvWGS 1536; mich pat mîn muoter nemen rât / ze dem der grâwe locke hât Parz 162,30; und in bestricket mit ir clage / untz in die grawen locken [bis ins Alter] Pass I/II (HSW) 32777    5.2 zur Bezeichnung von etw. Kleinem: daz niemant eines lockes sol / von mannen noch von wibe / darben an sime libe HeslApk 18090. 19968

MWB 3,3 1239,17; Bearbeiter: Diehl

loch stN. auch lach ([:nach] HvNstAp 19224 ); Pl. überw. löcher, auch loch. ‘Loch’ 1 Vertiefung in etw.
1.1 im Fels, in der Erde
1.1.1 allgem.
1.1.2 als Behausung, Höhle, Versteck
1.1.3 höhlenartige Gänge
1.2 Gefängnis
1.3 Hölle
1.4 menschliche Körperöffnung
1.5 Einzelnes
2 Öffnung
2.1 durch Steine, Wände
2.2 durch Kleidung, Rüstung
2.3 Einzelnes
2.4 bildl.
3 unklar sîn ~ halten ‘seine Position halten’ ? (vgl. Glr.z.St. latet hic )
   1 Vertiefung in etw.    1.1 im Fels, in der Erde    1.1.1 allgem.: daz si [die Taube] in den holn stainen oder in den lochern ir nest machet Spec 37,14; do wiste er ein loch / vf eime holen steine Herb 17893; daz nieman jn des andern vels graben sol diekein loch, da von die burge ze schaden kummen mv́gent UrkCorp (WMU) 3200,20; du lostest Danyelen, / der den lewen was gegeben, / di vil lange waren hungerige gelegen / in einem loche [Grube] SüklV 709    1.1.2 als Behausung, Höhle, Versteck: der trache so er sine [des Panthers] stimme gihorit. so birgit er sich in sinme loche JPhys 2,12; MarcoPolo 33,23; er segent sich und ging in das loch und trug syn schwert albloß in syner hant Lanc 212,26; si gruben im dannoch / in den perg ain weytes loch, / dar inn der ausserwelte degen / herbergte fur den regen HvNstAp 6718. – mit ze: da si [die Ameise] den weizze uindet. so uert si ûf den halm. unt nimet daz chorn. unt tregit iz zeloche JPhys 17,34; sô vluhen dise ûz dem hûs / und sluffen ze loche sam diu mûs Er 6655; swaz sir friunden ab gestilt, / daz si ze loche tücket, / daz wirt herwider ûz von in gehelset und gedrücket KvWLd 32,116. min hus wirt geheizzen ein hus der betvnge. aber ir habet ez gemachet ein loch der mordere [ speluncam latronum Mc 11,17] EvAug 50,3    1.1.3 höhlenartige Gänge: tuerhes durch die erde gant loͤcher, die heissent dracones. dar in rinnent die wasser Lucid 17,15. 41,7; Reinhart nam des gvten war, / zv einem andern loche er vz spranc ReinFu K,1173; da es finster was, sie reit zu eim loch yne das dieff under der erden ging Lanc 463,29. – als Bergwerk: [der Berechtigte kann] vber ain jar ain loch graben in dem vorgescriben berg, swa er wil vnd im wol geualt, also dc er ie sin loch graben sol zwainzig clafter von den andren lochern UrkGraub 5:200,2 (a. 1338) u.ö.    1.2 Gefängnis: wirt he [ein der Stadt Verwiesener] binnen wichbilde bigriffen vnd in daz loch geleget, der sal da inne legen also lange, alse der rath zu rathe wirt StRNordh 1,68    1.3 Hölle: ewr spot vellet ew nach / zu Satan in der helle lach HvNstAp 19224. – wohl hierher (?): den frowen den naic er [der nach sexuellen Ausschweifungen todesbereite Jovinus] , / er kêrte uber den hof: / enphie in daz loch. / niemen iu gesagen nekan, / war iemer mêr bekom ros oder man Kchr 1206    1.4 menschliche Körperöffnung: er [Gott] tet an dem antlutze siben locher nutze Gen 119; man sal im bestrichen den rucke. vnde di rore. vnde daz nider loch. vnde di hoden mit nachtschaten saffe SalArz 61,46; cancer ist ein geswer, da vil locher in get unde siget unde heilet ungerne Macer 51,6; wand du al zit würdes vunden / in den lochen der vünef wunden MarlbRh 85,6; de foraminibus. dri lochere synt an deme munde OvBaierl 9,1    1.5 Einzelnes: mache eyn loch mit eyme nebiger [Bohrer] in eynen boum Pelzb 122,31; das ich wene man súlle kume zwene rechter guͦter oͤphele under disen kúnnen finden, si ensint ie wurmstichig; wie si doch gar schoͤne uswendig schinent, ie in dem grunde vint man locher Tauler 185,7    2 Öffnung    2.1 durch Steine, Wände: so suͦchet si [die Schlange] denne ein engiz loch an eineme steine. unte sliufet da durch JPhys 11,20; si gêt zuͦ einer wente. diu ostert ist gecherit. und suͦchet ein loch ingegen dem sunnen ebd. 12,6; nu begunde er suochen unde spehen, / unz daz er durch die want / ein loch gânde vant, / und ersach si durch die schrunden / nacket und gebunden AHeinr 1230; dône vant er loch noch tür / dâ er kæme hin vür Iw 6741; daz bluot allenthalben durch diu löcher vlôz NibB 2078,2; die heiden bî der naht, / daz man darumbe niht enweste, / von Cipper des kunigs veste / heten durchbrochen / mit drin wîten lochen Ottok 50604    2.2 durch Kleidung, Rüstung: sô suoche ich, vinde ich iender dâ / loch an verlegener wæte. / gewinnen müeze ich nimmer vriunt, / ern sî die lenge stæte MF:Sperv MF:Anm. S. 363; [bei der tjost ] durch beidiu collir wart gebort / vil wîtiu loch mit speres ort UvLFrd 277,16; der kunde machen manig loch / durch die shilte, da sie striten Rennew 27572 u.ö.; als siu den mantel an genam, / al umbe er ir reht bekam, / wan ein michel loch gie dar în UvZLanz (K) 6021; doch sît ich niht wînes tranc, / des ist mê danne ein woche: / des gürt ich drîer loche / an der gürtel mîn hin hinder Helmbr 1120. er dorft im keines gürtens wonen / doch eines loches nâher baz [beim Sattelgurt] , / swer zwêne tage drûffe saz Parz 161,15    2.3 Einzelnes: dû tâte deme wazzer gilîch daz in deme vazze nieht inthabit sich, / daz ûz rinnit swâz loch findet Gen 2723    2.4 bildl.: mir hat der markis ein loch / durch pris, durch vræude gebrochen Rennew 20320; kein man noch nie kein loch / durch minen hohen pris gebrach ebd. 27434    3 unklar sîn ~ halten ‘seine Position halten’? (vgl. Glr.z.St. latet hic): dar um bezeiget und benant / wirt gotes lîchnam bî dem hoc [in der Formel hoc est corpus meum, vgl. Ferber 35,20-27] / der hir under hilt sîn loc / nâch dem spruch ‘daz ist mîn lîchnam’ JvFrst 1916

MWB 3,3 1240,7; Bearbeiter: Diehl

lôch stMN.

MWB 3,3 1241,47;

löchærinne stF. ‘Löchrige, Gelöcherte’ corona regis haizet künigskrôn. daz ist ain kraut daz hât vil pleter auf ainem stengel, [...] und sint alle durchlöchert mit vil löchlein, dar umb haizent si auch ze latein perforata, daz spricht diu löchærinn BdN 392,2

MWB 3,3 1241,48; Bearbeiter: Diehl

löchelîn, löchel stN. Dimin. zu loch, ‘Löchlein’ ein lieht, daz gap vil liehten schîn / durch ein engez löchelîn RvEBarl 5540; die weil daz wazzer get vnden in daz schef datz den chleinen loͤchlin PrBerthKl 2,62; KvWGS 1482; PrSchw (St) 3,160; Seuse 535,2; der kæs ist kalt und vol löchel, dâ von zeuht er die hitzigen dünst in sich BdN 352,6 u.ö. – ‘Pore’ pori sunt lochilin Gl 3:662,23; daz öl verschoppet diu leiplöchel, diu an dem menschen swaizlöchel haizent und ze latein pori: sô öffent der ezzeich diu selben löchel an dem scorpen BdN 283,1

MWB 3,3 1241,54; Bearbeiter: Diehl

lochen swV. 1 tr. ‘durchlöchern, -bohren’ (nur Part.; vgl. löcheren )
2 refl. ‘sich (zu einem Loch) öffnen’
   1 tr. ‘durchlöchern, -bohren’ (nur Part.; vgl. löcheren ): ob dem brunne stât ein / harte zierlîcher stein, / undersatzt mit vieren / marmelînen tieren: / der ist gelöchert [La. gelochet ] vaste Iw 585; mense, que sunt forate, quod dicitur gelochet WeistErf 46 (1. H. 14. Jh.)    2 refl. ‘sich (zu einem Loch) öffnen’ dâ der helm unt diu barbier / sich locheten ob dem härsnier, / durchz ouge in sneit dez gabylôt [Wurfspeer] , / unt durch den nac, sô daz er tôt / viel Parz 155,8

MWB 3,3 1242,1; Bearbeiter: Diehl