l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
liuhtene
stF.
‘Licht, Leuchten, Strahlen’
des [Christi] luchtene sulche craft
truc / daz sie den tuveln wider sluc HeslApk
3487
MWB 3,3 1215,34; Bearbeiter: Luxner
liuhtenunge
stF.
‘Licht, Leuchten, Strahlen’, hier i. S. v. ‘Erscheinung’
als Micheas dar quit: / ‘und zu der vesperzit / ein
luchtenunge schinet / die nimmer mer vorswinet.’ HeslApk
18337
MWB 3,3 1215,37; Bearbeiter: Luxner
liuhtevaʒ
stN.
Lichtgefäß, ‘Leuchte, Lampe; Lichtquelle’ (vgl. auch
liehtvaʒ
)
1 allg. 2 i. d. R. übertr. auf besonders hervorragende Personen oder Sachverhalte
1
allg.:
swenne das lieht schone in dem lúhtevas ist entbrant, so ist
des lúhtevasses zierde schone bekant Mechth
7: 27,12.
– bildl.:
der diep hanget mit sinen fuͤssen uf und ist in der helle
ein lúchtevas; die unseligen sehent doch nit deste bas Mechth
3: 21,45
2
i. d. R. übertr. auf besonders hervorragende Personen oder Sachverhalte:
den armen was er milde / und ein stab der kranken, / die er liez nindert
wanken / wand er in gute lere ie maz. / sus was er gar ein luchtevaz / allen guten
gemein, / den er mit ganzer truwe erschein Pass III
368,26.
303,31;
Apollonius was sin name, / dem lande gar ein luhtevaz
Vät
6173;
so ist denne sin gewissede betruͤbet, das ein lúhtevas ist
des heligen geistes, wan die gewissede lúhtet nit ane des heligen geistes lieht
Mechth
7: 27,10.
7: 27,14.
7: 27,15;
Erz III
41,276;
HeslApk
20917.
22256.
22313.
– für Maria:
vrouwe min, / miner hoffenunge ein schin, / miner selden
ein luchte vaz Pass I/II (HSW)
11799
u. ö.
MWB 3,3 1215,41; Bearbeiter: Luxner
liuhtic
Adj.
‘hell, leuchtend, strahlend’
diu wîse und diu klâre / mangem herzen was ze vâre [eine
Gefährdung] , / daz twanc ir liuhtic glesten UvEtzWh
4339;
div lucerna dines lichnams ist din avge. ob din avg ainvaltik
wirt. din gantzer lichname wirt lühtik [
totum corpus tuum lucidum
erit Mt 6,22] . ob aber din avge ein schalck wirt. din
gantzer lichname wirt ein vinsternüsse EvAug
12,6.
163,19;
EvAlem
52 (Mt 6,22);
wo sie [die Minnedame] by tusent
frawen sitzt, / ez sy luchteg oder tymber [dunkel] , / so
get vor uz von ir ein schimber, / als ob die sunne dar uff breche
Minneb
4793.
3369.
–
durch daz man manheit billich zelt / liuhtiger an dem armen sîn / und haben
lobes rîchern schîn, / dann an dem von der edeln art, / der sich billîch zuo tugent
schart HvBer
10633
MWB 3,3 1215,62; Bearbeiter: Luxner
liuhticheit
stF.
‘Helligkeit, Glanz, Schein’
an sich selben mag sie [die Seele] nicht klâr sîn,
sundern sie ist lûter und er [ihre] lûchtikeit wirt
erlûchtet von unsers hern klârheit, alsô die sonne erlûchtet die tûfe
[Abgrund]
Eckh (S)
24,36.
–
‘Erleuchtung’
sît mîn ougen hant gesehen / daz grôze heil [...], /
daz du zeinr erliuhtecheit [La. ze einer
lüchtekeit
] / allen liuten hâst bereit
[
quod parasti gentibus ad illuminandum (V.
2120)]
WvRh
4090
MWB 3,3 1216,14; Bearbeiter: Luxner
liuhticlîchen
Adv.
‘leuchtend, funkelnd, glänzend’
und luchticlichen git er [
ir
munt
] glitzen / reht sam ein uber heller blitzen
Minneb
3411
MWB 3,3 1216,23; Bearbeiter: Luxner
liuhtnisse
stNF.
‘Glanz, Helligkeit’
die engele dar kamen / mit einem [La.
einer
] luhtnisse also groz, / daz ez durch unse ougen
schoz HeslNic
2361.
2849;
von irre suzen einvaldikeit / ir luchtnisse sulchen schin
treit / daz sie luchten in dem vinstern / zur zeswen und zur linstern / hende
HeslApk
21986;
wie ir menschlich licham ist getempert und geformet in die
edel lúhtnisse der sele únser froͮwen Mechth
2: 3,33.
3: 1,137
MWB 3,3 1216,26; Bearbeiter: Luxner
liuhtunge
stF.
auch liet- (
PrWack
10,43
).
‘Licht, Glanz, Helligkeit’
ze gelicher wis als die klare sunne schinet, so verblendet
si alle die lúchtunge der sternen Tauler
378,22;
ob ich volgite der lere und geordinit were zu der luchtunge
der engle. ich were allir seligist ob ich gesamenit worde Parad
46,28;
daz sint di nivwen osteren. die wir begen suln. daz uns god fvorite vzir deme
abgrvnde des ewigin todis. indie lietvnge. vnde indie wihtum der himelesgvn
Ierusalem PrWack
10,43;
Pass III
422,96.
–
so kumt die luterinne, / die sunne rehter minne, / die
brenget vreude vollenkumen. / wirt ez ir niht undernumen / von des nebels
zwivelunge, / so wirt die luhtunge / suze unde lobesam Vät
15364
MWB 3,3 1216,35; Bearbeiter: Luxner
liumhaftic
Adj.
auch lui-.
‘angesehen, geachtet’
dára nâch uuérdent sîe lûimháftig gûoter uuércho. únte
ist der lûimunt álso sûoze. sámo odor nardi Will
69,12;
da mít máchot ír sîe lîumhaftig stâtegero túgede ebd.
72,9
MWB 3,3 1216,50; Bearbeiter: Luxner
liumunden
swV.
hier Part.Prät.
‘diffamieren, in schlechten Ruf bringen, herabwürdigen’ (s.a.
verliumunden
):
das er sich zaig götlich allain an der scheinung und an den
wercken sei ain übeltuer, so wirt er von got
verbarffenn [
reprobabitur
‘verworfen’
] und verschmähet von den leütenn, und wirt sein
getät geleüntet [
infamabitur eius factum
] und
sein reich geminnert, und wirt sein getzird mangelnt der eren HvHürnh
9,8
MWB 3,3 1216,55; Bearbeiter: Luxner
liumunt
stM.
große Formenvarianz: lu(i)- ( Will ;
StatDtOrd );
lvmed Martina
117,20;
lie- (
Konr
7,13
),
liumet ( KvWTroj ;
WvRh
8000
),
verkürzt liumt, leumt (
PrOberalt
85,1;
Krone
1048;
WvRh
7860;
PrSchw
1,21
),
leunt, liunt
(
HvHürnh ; EvAug ; Ottok ;
PrHoff
73,14;
UrkWittelsb
1,147
(a. 1255)),
lúmde, lúnde ( Seuse );
swM. (z.B.
PrBerthKl
5,58;
HvHürnh ;
EvAug
32,19;
Seuse ;
PrSchw
1,21 ).
1 die gesellschaftliche Stellung betreffend ‘Ruf, Ansehen, Leumund’
1.1 allg. 1.2 positiv als guoter ~
1.3 negativ als bœser ~
2 was erzählt, berichtet wird 2.1 über etw. oder jmdn., i. d. R. negativ konnotiert ‘Gerücht, (üble)
Nachrede, Verleumdung’
2.2 spez. als Bez. für die vierte Gliederungsstufe eines Textes im
WälGa (vgl. Palmer, Kapitel, S. 69)
1
die gesellschaftliche Stellung betreffend ‘Ruf, Ansehen, Leumund’
1.1
allg.:
vnd allez, daz ivren livmvͤnt vnd ivre ere mag geminneren
vnd geswechen, daz verpieten wir SpitEich
40,11;
sô man gemerket, in welher ahte unde welhes lûmundes sî
der brûder, der gerûget ist StatDtOrd
79,21.
83,30;
dv solt gedultich sin gein dinem næhsten, swenne er dir
nimt daz dv hast, swenne er dir dinen livmden swechet PrBerthKl
5,58;
StRAugsb
111,9;
WüP
46,1
u. ö.
– auch ‘Ruhm’
in dem zit do hort Herodes ein fürste über vir lant
den livnten von Ihesu EvAug
32,19;
sus tet dirre liumet in [Jesus] bekant /
allen gebürten [Geschöpfen] dur diu lant
WvRh
8000;
und wart sein [Alexanders]
leünt [
fama sua
] gepraitt über alles
ertreich HvHürnh
1,8
1.2
positiv als guoter ~
:
darumme daz sî an ir gûten lûmunde oder an anderen ir
dingen iht schadehaft mugen werden StatDtOrd
50,20.
79,2;
pei der fledermaus verstên ich die valschen nâchreder,
die den läuten in der vinster, daz ist haimleichen, ir êr abpeizent und
verderbent in daz antlütz irs guoten leumundes und irs löbleichen namens
BdN
227,16;
als chumet uon den guten werchen der guͦt leunt PrHoff
73,14;
wann wer pegeret den gueten
leunten [
bonam famam
] , der wirt
namhafft und erlich HvHürnh
6,2.
6,5;
PrOberalt
85,1;
SpitEich
42,25;
VMos
83,21.
–
do begvnde sich vaste breiten der svͦze liemvnt von
siner heilicheit Konr
7,13
1.3
negativ als bœser ~
:
wirte unde die stete, die bôses lûmundes sint, sulen sie
vermîden StatDtOrd
50,16.
82,5
2
was erzählt, berichtet wird
2.1
über etw. oder jmdn., i. d. R. negativ konnotiert ‘Gerücht, (üble)
Nachrede, Verleumdung’
ez sî wâr oder gelogen, / swaz in den liument wirt
gezogen, / der inziht [Anschuldigung] dâ heizet, / der
quicket unde reizet / ie zer ergeren hant Tr
15400;
daz ez sîne vriunt und sîne man / vernemen unde hœren, /
ob er hie mite zestœren / disen liument unde dise lüge / mit unser aller râte
müge ebd.
15463.
15406.
15394.
– zur schnellen Verbreitung von (falschen) Gerüchten:
nu flouc dirre liumt gelîche / über al daz künecrîche, / dâ von älliu
diu diet / in ze lobenne geriet WvRh
7860;
KvWTroj
24714
2.2
spez. als Bez. für die vierte Gliederungsstufe eines Textes im
WälGa (vgl. Palmer, Kapitel, S. 69):
etlich teil hat zehen capitel, etlichz mer, etlich minner unde ein ieglich
capitel hat sinen liunt, etlichz vil, etlichz lutzel WälGa
Vorr. 403;
spreche ich in vier liument ebd.
Vorr. 410;
da sprich ich an sehs liuͦmten ebd.
Vorr. 408.
– nicht hierher, sondern zu →
lûmen
gehört lûmen
HeslApk
1354.
3716
(vgl. Glr.z.St.; anders Lexer, Nachtr. 302)
MWB 3,3 1217,1; Bearbeiter: Luxner
liumunthaft
Adj.
hier lûment-.
‘angesehen, geachtet’
alsô sint die diemuͦtigen die werdint lûmenthaft guͦter
werche unde ist der lûment alsô suͦze same der stanch nardi unde wahsent siu uon
ainir tugent in die anderen als sich diu bletter breitent TrudHL
60,29
MWB 3,3 1217,63; Bearbeiter: Luxner
liuschel (?)
stN.
wohl zu →
lûʒ
bzw. →
1lûʒen
; hier laischel.
‘Hinterhalt’
hüet iuch, vil lieber herre mîn! / ditz dinc ist wan ein
laischel [l. liuschel, vgl. Anm.z.St.] . /
hüet iuch oder ir werdet snel / von sînen handen getœt, dâst wâr. / habt iuwer huot
mit sinnen gar! EnikFb
611
MWB 3,3 1218,5; Bearbeiter: Luxner
liut
stMN. , liute
stSubst. (Pl.)
md. oft lût, lûte; Pl. auch luͦt (
Rol
603.
1725;
Hochz
307;
Eilh
M,3582;
Konr
11,81;
UrkCorp
62,26;
vgl. auch
3luot
),
læut ( PrOberalt ),
loͤut (
PrOberalt
17,6.
32,5
);
selten schwach (z.B.
RvEWh
126.
15646;
SHort
1242.
1158
),
im Neutr. selten auch liute (
Konr
15,59
).
i.d.R. bezogen auf eine Gruppe von Menschen, wobei genauer
unterschieden werden kann, ob diese Gruppe als Zusammensetzung einzelner Individuen
oder als kollektive Größe aufgefasst wird (vgl. Ehrismann, Volk, S.
60-72)
1 Gebrauch als Individuativum 1.1 selten im Sg., ‘Mensch’
1.2 i.d.R. im Plural, ‘Leute, Menschen’
1.2.1 allg. und nicht näher spezifiziert 1.2.2 im Sprichwort (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279f.) 1.2.3 in Verbindung mit einem Attribut näher spezifiziert als
einer best. Gruppe zugehörig 1.2.3.1 relig.-kulturell einem best. Volk bzw. einer best. Volksgruppe zugehörig 1.2.3.2 gesellschaftl. einer best. sozialen Schicht oder Gruppe zugehörig 1.2.4 einer best. (Herrscher-)Person oder Institution zu- bzw.
untergeordnet (s.a.
eigenliut
) 1.2.4.1 in relig. Kontext 1.2.4.2 in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch
‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen) 1.2.4.3 in familiär-verwandtschaftl. Kontext 2 Gebrauch als Kollektivum (häufiger stN., seltener stM.) 2.1 allg. ‘Menschheit, Menschengeschlecht’
2.2 nicht näher spezifiziert einen Personenkreis bezeichnend,
‘Gruppe (von Leuten), (Menschen-)Menge’
2.3 (mehr oder weniger deutlich) spezifiziert bezogen auf eine
Gruppe von Menschen, die hinsichtlich ihrer historischen, sozialen, kulturellen
bzw. politischen Zusammengehörigkeit bestimmt ist, ‘Volk,
Bevölkerung’
2.3.1 allg. 2.3.2 im relig. Kontext 2.3.3 in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch
‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen) 2.3.4 in familiär-verwandtschaftl. Kontext, auch ‘Familie,
Verwandtschaft’
1
Gebrauch als Individuativum
1.1
selten im Sg., ‘Mensch’
er wil daz ieweder liut werde sîn trût Gen
2764;
ich bin ein wurm und niht ein liut LvRegFr
3040
1.2
i.d.R. im Plural, ‘Leute, Menschen’
1.2.1
allg. und nicht näher spezifiziert:
jn dez kúnegez ziten wurden die
lúte [
genus humanum
] in drú
geteilet. von Sem kamen die frigen. von Iafet camen die ritere. von Kam
camen die eigin lúte Lucid
17,3;
sorge ist unwert, dâ die liute sint vrô MF:
Mor
13: 2,7;
ein stein heizet dîamant, / der ist niht vil liuten
bekant Volmar
290;
und her sprach zuͦ en: kuͦmit nâch mir, und ich mache ûch werden
fischêre der lûte [
piscatores hominum
]
EvBeh
Mt 4,19;
daz niht aleine hundert, sunder alle liute, als verre
sie liute und menschen sint, werdent im unglîche lieber dan im nû
natiurlîche sîn vater, muoter oder bruoder liep sint Eckh
5: 24,10;
JPhys
9,21;
MF:Reinm
27: 4,3;
MarlbRh
14,31;
MNat
6,12.
– in der Anrede:
vil gvͦten livte! Spec
5,20;
mine uil libin lúte Rol
260;
nu guoten liute, tuot sô wol / und saget mir, wâ
welt ir hin? Tr
2720;
Wig
5361;
HimmlJer
144;
Mechth
3: 1,38.
–
alle der liute vasenaht für den ersten
Fastensonntag:
an dem svnnendage ze naht vor alle der lúte vasenaht
UrkCorp (WMU)
1851,32
1.2.2
im Sprichwort (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279f.):
– i. S. v. ‘es (nicht) allen recht machen
können’
swer den liuten allen / welle wol gevallen, / armen unde rîchen /
muoz er sich gelîchen, / den übelen unde den guoten, / den tôren unde
den fruoten; / wil er der aller hulde hân, / sô muoz er selten müezec
gân Freid
133,5;
daz recht nîman gelêren kan, / daz den lûten allen / kunne wol
gevallen SSp (W)
Reimvorr. 123;
nieman den lûten allen / zu danke lebete noch en sprach, / man wil
ouch mich verschallen ebd.
Reimvorr. 54;
vgl. auch:
in [den wîsen man
] dûhte der
niht wol gemuot, / der aller der liut willen tuot UvZLanz
(K)
6.
– auch sprichwörtl. (?):
swâ guoten liuten wol geschiht, / daz gefüeget sich wol alsô
UvZLanz (K)
1600;
man sol zu recht guͦt lúte senden da man hohe
sach wil enden Lanc
147,31
1.2.3
in Verbindung mit einem Attribut näher spezifiziert als
einer best. Gruppe zugehörig
1.2.3.1
relig.-kulturell einem best. Volk bzw. einer best.
Volksgruppe zugehörig:
vnde saget den
krischennischen [griechischen] luten, /
daz ich in enputen, / daz sie hinnen keren Herb
397;
diu liute von Kriechen sint swach / an herzen
unde an were Eracl
4442;
dise súnde ist nit von cristanen lúten ufkomen
Mechth
7: 47,7;
so sint einu liute da bi, / haizent Arimaspi
HimmlJer
231;
mit den sint bezaichent die hebreischen læut
PrOberalt
48,12.
151,11;
BdN
283,12;
Spec
69,7
1.2.3.2
gesellschaftl. einer best. sozialen Schicht oder
Gruppe zugehörig:
–
biderbe/êrhafte/ guote ~
u.ä.
für unbescholtene, rechtsfähige Personen (die auch als Zeugen
fungieren können):
und her ime sîne kost gelde nâh gûter lûte kure SSp
(W)
2,29;
vnd svln die bvrger iegesliches tors slivzel bevelhen bîderben
livten UrkCorp (WMU)
33A,2;
Ot der Sneider, Leutwein von Teusendorf vnd ander guͦt vnd
getriwe leut ebd.
3411,14;
den ersamen lûten, den burgern vnd dem rathe von Zûrich ebd.
2209,17
u.ö.
–
edele ~
auch ‘Edelleute,
Adlige’
wir edele lude, Otte, der greue van Gelren, Diederich, der
greue van Clieve UrkCorp (WMU)
75,32.
71,7.
3127,34.
–
eigene ~
‘Leibeigene’ (s.a.
eigen
Adj. 1.2.1):
alle die eigene liute die zv der chirchen gehoͤrent
UrkCorp
2050,8;
daz einkein herre erben sol siner eigener luͦte eigen
UrkCorp (WMU)
3290,30.
494,25.
–
geistliche ~
für Geistlichkeit
und Ordensleute (s.a.
geistlich
2.2.2):
disiu dinch uernement geistliche lîute wole
JPhys
17,29;
als es wol gecimet geistlichen lûten
StatDtOrd
44,24;
das hindert geistliche lúte allermeist an
rehter vollekomenheit Mechth
5: 33,3;
Tauler
127,12;
VMos
35,25;
PrOberalt
171,35.
–
gërnde/ var(e)nde ~
für das
fahrende Volk oder Wandersänger (zur Sache vgl. LexMA 4,231; s.a.
Friedrich, PhrasWB, S. 279 sowie
gërnde
Part.-Adj. 2):
vil varnder liute man dâ sach Mai
88,25;
swen gerende liute gerne suochen, der ist êren rîche
Unverzagt
3:8,1;
zu der bruloch so quamen do dar / varender lude manche schar
KarlGalie
13523;
eralden [
heralden
Spielleute] und gernde leút / dez fursten mild al
da erfreẃt Suchenw
4,139;
dy varenden lewte geleiche / machte man alle
reiche HvNstAp
4054.
6011.
18416;
RvEGer
5074;
WälGa
3791.
–
guote ~
spez. als Bez. für das städt. Patriziat in Köln:
nu hore dan wat myn konynck dede / zo Coelne in deser hilger
steyde / umb der vil gueder lude beide HagenChr (G)
218
u. ö.;
vort die gude luͦde, die uzzir irme ampte wordin gedan inde
vmbedingit sint, die sulin wiedir in ir ampt kuͦmin UrkCorp
(WMU)
62,44;
spez. für ‘Aussätzige, Leprose’ (vgl. DWB
4,1,6,1292f.):
alles daz reht daz sie haten an der nvͥwen mvͦlen die da
gelegen ist vf der wisen [...] bi den
gvͦten lvͥten vor der stat ze Halle UrkCorp
2539,40;
her Cvͦnrat Hv́bischman vnd die bruͦder phleger des hvses der
guͦten lûte [des Gutleuthauses] der
siechen bi Friburg an dem velde UrkCorp (WMU)
1648,13.
N103,24
1.2.4
einer best. (Herrscher-)Person oder Institution zu- bzw.
untergeordnet (s.a.
eigenliut
)
1.2.4.1
in relig. Kontext:
hilf [Maria] dinen armen
luden, / die dig van allen landen / widene ane ruofent
MarldA
262;
er sprichet, daz er in dem wone, der sinen willen
toͮ, unde er sî unser got unde wir sin sîne lûte Spec
135,22
1.2.4.2
in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch
‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im
krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen):
sî mugen ouch lûte, wîp unde man, knehte unde
dirnen, zu êwelicheme rehte besizzen StatDtOrd
30,15;
‘hatt er vil lúte?’ ‘er hatt wol hundert tusent
man zu roß.’ Lanc
235,27;
besendet iuwer liute / morgen unde hiute
Iw
2149;
vnd sulen ouch vnser reiter vnd vnser beste levte zwelfe
[
1603A,21: militares
homines nostri
]
[...] im sweren UrkCorp (WMU)
1603B,16
u.ö.;
ich wil gerne dingen / mit allen minin luͦten
Rol
603;
Ägidius
805;
Hochz
157;
PrOberalt
169,35;
HagenChr (G)
231.
– formelhaft mit guot bezogen auf die
Gesamtheit des Besitzes und Herrschaftsgebietes (vgl. Friedrich,
PhrasWB, S. 279):
ich was herre über ditze lant / unde stuont
gar in mîner hant / beidiu liute unde guot Wig
4678;
liute und guot, swaz heizet mîn, / daz kêr
ich iu gein diens siten Parz
362,2;
nu fuoren si zuo unde samneten allez ir
geslähte und alle ir liute und allez ir guot unde fuoren gegen
Egipten BuchdKg
26,14;
KvWTroj
19179;
Krone
7916.
– formelhaft mit lant auf das gesamte
Land mit seinen Bewohnern, das gesamte Herrschaftsgebiet bezogen
(vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 279):
si gap mir liute unde lant
Parz
90,24;
sô daz ich mîne liute / und mîniu lant behalte
KvWSchwanr
866;
umbe ewelichen vride uͦns lanz inde vnsir luͦde
UrkCorp
62,26;
lant und lute warent uch under than SalMor
416,3;
Herb
3946;
Iw
7715
1.2.4.3
in familiär-verwandtschaftl. Kontext:
Dan scol gibieten ouch sînen lûten / sam ander
sîn chunne mit lutzeler wunne Gen
2840;
ich mache von dînem geslähte alse vil liute dar
inne die unzalhaft sint BuchdKg
27,2
2
Gebrauch als Kollektivum (häufiger stN., seltener stM.)
2.1
allg. ‘Menschheit, Menschengeschlecht’
der tûvel hete daz lût betrogin PrMd (J)
340,12;
diz lût wêre dar an glîch, / iz wêre alliz sterblîch
SAlex
4858;
er was rîch unde gewaltic, / dô was daz liut einvaltic, /
daz twanc er in sîn gebot RvEBarl
9952;
ÄJud
3.
–
got hat liut und lant [Menschen und Welt] /
von manigem wunder gemaht, / mit sîner tougen bedaht UvZLanz
(K)
7906
2.2
nicht näher spezifiziert einen Personenkreis bezeichnend,
‘Gruppe (von Leuten), (Menschen-)Menge’
von des liutes schalle daz gebirge allez erdôz
NibB
961,4;
daz liut allesament kam, / ritter und vrouwen UvZLanz (K)
2164;
des mers vluot der ünde / mac sô manige niht getragen, /
als liute drumbe wart erslagen Wh
8,14;
also, daz wir, noch vnsers luͥtes nieman, noch enheiner vnser erben siv
dar an vvͥrbaz me beswaͤren vnd geirren svln UrkCorp (WMU)
159,22;
sich hof der lut ouer den doz / dar wart der scal harde
groz Roth
2987
(vgl. Roth (V), Anm.z.St.);
Ägidius
1319;
Lucid
94,11
2.3
(mehr oder weniger deutlich) spezifiziert bezogen auf eine
Gruppe von Menschen, die hinsichtlich ihrer historischen, sozialen, kulturellen
bzw. politischen Zusammengehörigkeit bestimmt ist, ‘Volk,
Bevölkerung’
2.3.1
allg.:
der pabeste, der gebot oͮch mit rate des sendes vnd
mit verhanchnusse des romischen liutes Konr
15,56;
got hat dich irhoret, / daz lút wirdit bekeret
Rol
58;
er [Alexander] irslûc des
lûtes [von Tyrus] de menige
SAlex
1299;
si wurten swarz unt egelîch, den ist nehein liut
gelîch Gen
656;
VMos
77,2;
PrMd (J)
341,32;
Kchr
10403.
– im Pl. wohl hierher i. S. v. ‘Völker’ (aber
auch Zuordnung zu 1 möglich):
bi Salmonis zitin / was sulich vridi undir din
lutin, / swelich enti dir man wolti varin, / niheinis urlougis wart man
giwari LobSal
240;
und wan ich gerne hæte erkant / unkunde liute und
vremediu lant Tr
3116
2.3.2
im relig. Kontext:
daz ist daz juͤdisch liut PrOberalt
68,13;
von deme wirt geborn der ze hirte ist irchorn / uber
al den liut der gote scolte wesen liup Gen
2945;
daz heidiniski lîut daz uone suntin inuinstere was
JPhys
7,7;
daz daz israheliske liut da verlorn was!
AvaLJ
71,4;
Spec
131,21;
VMos
32,1.
–
der selb chnopf [Verbindung am
Leuchter] bediutet den heiligen Christe, der diu zwai
liute, die iuden vnd die heiden, gesament hat in einem gelouben
Konr
21,28.
–
Bâlââmes sternen schîn / erschein an der gebürte
sîn, / daz mensch wart in Jerûsalêm, / der herzoge kam von Betlehêm, /
der von der sünde arbeiten / sîn liut solte leiten, / als Michêas im
gehiez RvEBarl
2624;
der gewaltige got zu in sprah / min livt hat
gesundet / si habent garnet den tot VMos
53,2;
mines trehteins læut PrOberalt
12,38
u.ö.;
Spec
66,27.
140,8
2.3.3
in gesellschaftl.-hierarchischem Kontext auch
‘Gefolgs-, Dienstleute, Vasallen; Lehnsleute, Leibeigene’ (im
krieger. Kontext auch auf das bewaffnete Gefolge bezogen):
sô nim dû mîn liut unde var / hin heim ze Parmenîe
wider Tr
7468;
do huͦben sich gewisse / der kuninc vnd der bischof /
zvͦ den uorste uil drate / sam grozeme lute Ägidius
464;
wir geben ire scaz unte vihe, eigines unte liutes
vile Gen
1613;
do si do fuoren an die vart / unde der liut gesamenet
wart Hochz
268;
her heiz daz luth unde die riesin ingan
Roth
805;
ê er [der König] sinem
lîvte bvͦzze unde riwe satzte Spec
63,13;
Wh
335,1;
Rol
3737.
– formelhaft mit guot bezogen auf die
Gesamtheit des Besitzes und des Herrschaftsgebietes (vgl. Friedrich,
PhrasWB, S. 279):
darnâch reit er wider in sîn lant Sennaar unde
fuorte mit im liut unde guot BuchdKg
61,8;
sô wirt liut unde guot verbrant / und swaz iu,
herre, an hœret KvWTroj
19014.
– formelhaft mit lant auf das gesamte
Land mit seinen Bewohnern, das gesamte Herrschaftsgebiet bezogen (vgl.
Friedrich, PhrasWB, S. 279 und
lant
6.4 mit weiteren Belegen):
scolt ich in toten mit miner hant, / ich gabe
liut unde lant Rol
2580;
er bevalch sîn liut und sîn lant Tr
465;
und enpfalh im gar in sîn hant / beidiu liut und lant
UvZLanz (K)
1246;
Iw
2889;
Wig
9437;
erweitert:
er nam im luͤt, guot und lant Ammenh
7222
2.3.4
in familiär-verwandtschaftl. Kontext, auch ‘Familie,
Verwandtschaft’
got geruoche dich geseginen und lâzza dich sô
gemeginen [zahlreiche Nachkommen bekommen] , /
daz dû mit liutes chrefte chomest zuo dînem erberehte Gen
1235;
daz er [Herakles] durch
tobenden unvuoc / sîn liut und sîn kint ersluoc RvEBarl
10146
MWB 3,3 1218,11; Bearbeiter: Luxner
liut-
s.a. lût-
MWB 3,3 1222,1;
liutærinne
stF.
‘Glöcknerin’
item ainer leütärin 4 fell UrbSonnenb
120
MWB 3,3 1222,2; Bearbeiter: Luxner
liutbære
Adj.
‘öffentlich’ (für weitere Belege und Ableitungen vgl. AWB 5,1221; s.a.
lûtbære
):
publicus: lvetparer SummHeinr
2:427,01.87
MWB 3,3 1222,4; Bearbeiter: Luxner
liutbrehe
Adj.
→
lûtbrehe
MWB 3,3 1222,7;
liutbrôt
stN.
‘gewöhnliches, nicht geweihtes Brot’ (vgl. AWB 5,1222; s.a.
leienbrôt
):
panes laicos: liutprot, leginproth, [...], lainprot
Gl
1:402,63
MWB 3,3 1222,8; Bearbeiter: Luxner
liute
stF.
vgl. ahd. [h]lûtî stF.; vgl.
lût
stM., lûte stF.
‘Ton, Laut’
ich wil mit hôhen liuten schallen Walth
63,26.
– auch ‘Lärm, Getöse’
sein [des Felsstroms] rvns in der leute stuont
[verursachte ständigen Lärm]
Krone
7983;
si sagt im, waz die leute, / die si horten, bedeute, / so starch vnd so grimme
ebd.
7990
MWB 3,3 1222,11; Bearbeiter: Luxner
liutehe
stN.
hier -ech.
‘Menschenmenge’
ez zürnet unde grînet daz arme liutech, sô im einiger halm an dem wege lît,
unde grînet unde fluochet unde schiltet unde wüetet, sam ez mit dem tiuvel behaft sî
PrBerth
1:101,9
MWB 3,3 1222,18; Bearbeiter: Luxner
liutel
stM.
‘Glöckner’
darumb hat er buͤrgen gesatzzet Conr[at] und Heinr[ich] di eisenhuter, den
coler, den smit und den levtel NüP
192
MWB 3,3 1222,23; Bearbeiter: Luxner
liutel
stN. (Pl.)
Dimin. zu
liut
,
‘kleine, kleingewachsene Menschen’
ez sint auch klaineu läutel, die wonent auf ainem perg in
India, die haizent Pigmêi, diu sint zwaier daumellen lanch und streitent mit den
kränichen BdN
490,35.
491,1
MWB 3,3 1222,26; Bearbeiter: Luxner
1liuten
swV.
auch ge- (
UrkCorp
248B,10
);
Prät. auch lût(t)e,
loute (
Serv
3208
);
durch graphemische Mehrdeutigkeiten sind, bes. in md. Texten, Belege nicht immer
eindeutig
1liuten
1 (von ahd. [h]lûten) oder →
lûten
(von ahd. [h]lûtôn) zuzuordnen (vgl. AWB
5,1439-1442. 1446f.).
1 intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’
1.1 von Glocken ‘läuten’
1.2
‘(er-)klingen, (er-)tönen’
1.3
‘sich anhören, lauten, klingen’
2 tr. 2.1
‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken) 2.2
‘einläuten’
2.3
‘etw. verkünden, (aus-)rufen’
2.4 wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216)
1
intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’
1.1
von Glocken ‘läuten’
vil glocken hôrte man dâ liuten Ottok
18439;
da hort der konig ein glocken lúten zu eim closter
Lanc
537,22
1.2
‘(er-)klingen, (er-)tönen’
swer in [den Stein] rehte
erkennen sol, / der slahe dar ûf lîse: / sô liut er in der wîse / alsô hô und
alsô helle / rehte als ez sî ein schelle Volmar
502;
ouh lûtte an der stunden / daz hêrlîche
tier [ein Automat] / mit der stimmen alsein
pantier SAlex
6024.
– von Instrumenten (auch mit indir. Obj.):
do luitin simo [
si
imo
] zisamini / mid trumbin joch mid cymbilin, / mid
phigilin undi swegilbeinin, / mid rottin undi mid lyrin, / mid phiffin undi
mit sambuce [Pauken]
ÄJud
25;
die orgellen lútent hoch Tauler
292,14
1.3
‘sich anhören, lauten, klingen’
ie ze siben stunden koment die heligen engel zuͦ dem
lichamen mit lobelichem sange, der lutet alsus: helig, luter, einvaltig, wise,
gotte von herzen liep Mechth
4: 23,10;
aber es lutet groblichen und machet doch verstentlich
Tauler
294,1;
ez liutet tôrlîche und ist doch wâr Eckh
1:50,1.
– zu liuten i.S.v. ‘bedeuten’ bei
Tauler ( 164,33. 166,19.
167,2) s. Corin, TextkrV, S. 31f. und vgl.
Eckh
2:239,1.
2:569,5
2
tr.
2.1
‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken):
zv der kirchen lief er vnd nam / die gloksnvr in die hant
/ vnd lvte die glokgen, die er vant ReinFu
K,1572;
daz men ze hochgeziten vil gloken lutet
Lucid
86,2;
da sal min eini glockin zu luiti Mühlh
151,15;
man liutet den singôz [eine kleine
Glocke]
EnikWchr
26043;
ir sît wol wert, daz wir die gloggen gên iu [für
euch] liuten Walth
28,14;
StatDtOrd
95,32;
StRAugsb
50,10;
HvNstAp
16873;
KvWEngelh
3291;
WüP
7c,12.
– mit Refl.-Pron.:
dâ liutt sich vil helle / in dem palast ein schelle
EnikWchr
21053;
sich begunden über al / die glocken selbe liuten Greg
3757.
– mit Aussparung des dir. Objekts:
warunbe lúte wir niht in den drien dagen?
Lucid
109,18.
109,20;
nâch siten kristenlîchen man vil liuten began
NibB
1850,4;
do lief er hin vil schiere, / da er die gloksnure
vant, / und begunde liuten zehant / ze sturm wol mit schalle
StrKD
70,38;
diu pfafhæit loute unde sanch Serv
3208;
NvJer
12627;
mit präp. Erg., zu einer best. Zeit bzw. einem best. Anlass läuten
(als Aufforderung zu einer bestimmten [liturgischen] Handlung):
nu man zer mettînstunde / liuten begunde
Tr
15140;
sô man hînt metten liute ErnstD
5305;
lvtin ze gottis dienste BrEng
47;
RvEWh
14783;
StRFreiberg
246,3;
vgl. auch:
man lûte dâ zem münster nâch gewoneheit
NibB
1005,1;
daz die vurginantin burgar sulen an sunnentage, der nu kumet, als die
phaffen in komen sulint, luten uf den hof zuͦ Spire UrkCorp
(WMU)
680,5.
–
mit geliuteten glocken
‘unter Glockengeläut’
do zoch brvͦder Heinr. das selbe gvͦt [...]
in des klosters gewalt mit gelvten glogen nach des landes sitte
UrkCorp (WMU)
341,11.
– subst. ‘Glockenläuten’
waz sol diz liuten diuten? UvTürhTr
3481;
daz mir daz liuten [des
singôʒ, einer kleinen Glocke] werd bekant
EnikWchr
26035;
das ir da [die Messe] singent oder heizent
singen, doch mit beslozzenen tvrn vnd ane lv́ten UrkCorp
(WMU)
93,38.
1797A,6.
– bildl.:
dez hungers helle gloggen / in sin ore liutent Martina
131,21
2.2
‘einläuten’
an sant Evlalien tach, des samztages, so man læt daz vrævden gesanch
alleluia UrkCorp (WMU)
345,8;
als man none geludet hett Lanc
593,19;
dâ sal der capellere die gecît zu rehter cît heizen lûten
StatDtOrd
117,28
2.3
‘etw. verkünden, (aus-)rufen’
dar nach lutet der priester mit der stimme: ‘nobis.’
Lucid
100,13.
80,10;
ich hoͤre ein stimme, die lutet ein teil von minne
Mechth
1: 44,11.
3: 24,24;
swenne man die chuntschafft bringen und lütten will UrkLudw
211
(a. 1344);
HeslApk
9416
2.4
wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216):
sit daz mich lut [La. leuͤt
] / kunst
uf bescheidenheit Frl
8:8,6
MWB 3,3 1222,31; Bearbeiter: Luxner
2liuten
swV.
‘mit liut versehen’, hier als Part.-Adj.
‘bevölkert’
die liute sint gelandet [mit Land versehen] wol, /
diu lant niht wol geliutet RvZw
215,2.
–
‘ mit Gefolge ausgestattet’
da von haist er ein herr groz / daz im volgt ein grozzew
schar. / daz pringt auch der phenning dar: / so er ie mer zu geben hat, / so er ye
paz gelauͤtet stat Teichn
417,38
MWB 3,3 1223,52; Bearbeiter: Luxner |