l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lîtkoufman
stM.
Zeuge, der bei einem Kauf herangezogen wird und dem →
lîtkouf
2 beiwohnt:
her wert seyn leyp und seyn gut pas, danne man yn ichtes vberczugen mog, mit
eynem leytkawfman oder mit eynem totpetman oder mit eynem heyratman oder mit eynem
ratman SchöffIglau
63
MWB 3,3 1209,47; Bearbeiter: Luxner
litlôn
stMN.
auch lide-.
an eine in abhängigem Arbeitsverhältnis stehende Person ausgezahlter Lohn,
‘Dienst-, Arbeits-, Gesindelohn’ (z. Sache und Wortherkunft vgl.
2HRG 3,979-981, DRW 8,1298-1303 sowie DWB 6,994):
blibet ein man lon schuldic sime gemietten boten, iz si knecht oder mait, unde
wil im des nicht gelden, daz heizet lidelon, wil der bote daz vorderen unde
behalden, so muz he klagen also StRFreiberg
256,21;
wer czu chlagen hat auf den andern um hofczins und um lidlon oder um
trinckgelt StRBrünn
393;
StRBern
1/2:98,21
MWB 3,3 1209,53; Bearbeiter: Luxner
litnagel
stM.
‘Fingernagel’
onichina in kriechisch haizet lidnagel [La.
glidnagel
]
BdN
454,7
MWB 3,3 1210,1; Bearbeiter: Luxner
lit|scherten
swV.
‘jmdn. an den Gliedern verletzen, verstümmeln’ (vgl.
lideschart
und
lideschertic
):
ist daz ainer den andern wunt, und daz er gesunt wiert an den wunden und nicht
glischert wiert StRBrünn
346.
– als Part.-Adj. in gelitscherte wunde
‘eine durch Verstümmelung hervorgerufene Wunde’ (anders FWB 6,755 s.v.
geliedschert):
von gelitschert wunden. ist daz ainer dem andern ein vinger abslecht oder wunt
oder waz gelicze [Glieder] er vorwunt, daz glitschert
wunten haist StRBrünn
345
MWB 3,3 1210,3; Bearbeiter: Luxner
lit|schertwunde
swstF.
Wunde, die mit Verstümmelung, dem Verlust von Körperteilen einhergeht:
ist daz ainer den andern wunt, und daz er gesunt wiert an den wunden und nicht
glischert wiert [
si quis aliquem vulneraverit ita, quod vulneratus
convalescat sine detrimento membrorum, id est
lidtschertwunden
]
StRBrünn
346
MWB 3,3 1210,14; Bearbeiter: Luxner
litter
Subst.
von lat. littera.
1
‘Buchstabe’
2 meton. für Geschriebenes (meist im Pl.) 2.1
‘Schrift(-stück), schriftl. Quelle, Buch’
2.2
‘Brief, (Send-)Schreiben’
3 übertr. ‘(eigentliche) Bedeutung’
1
‘Buchstabe’
funf der litter von des vater teile / und zwene von der muͦter
[hatte der Name Titurels]
JTit
173,3.
174,2.
– hierher oder zu 2.1:
di hohe irre tugende grat, / di si in edelm willen treit,
/ kan nimmer werden vollen seit / von worte noch von littere Pass I/II
(HSW)
15193
2
meton. für Geschriebenes (meist im Pl.)
2.1
‘Schrift(-stück), schriftl. Quelle, Buch’
do sagt uns di littere / er machte mer dann tausent
rittere HvNstAp
13417
2.2
‘Brief, (Send-)Schreiben’
Ptolomeus wart ouch vugen, / daz er besande die rittre / des landes, daz
wurben littre [
et tribunis misit epistulas I Mcc
16,19]
Macc
6984
3
übertr. ‘(eigentliche) Bedeutung’
‘wilt du versten myn litter’, / sprach fraw Mazze, ‘ich schriben dir
[
in dins herczen buch V. 371] / war
nach gestellet ist myn gir, / wy ein ritter die manheit uͤbe / daz er mich, Maße,
iht betruͤbe’ MinneR 444
398
MWB 3,3 1210,21; Bearbeiter: Luxner
litvüege
stF.
‘(Zusammen-)Fügung der Körperteile, -glieder, Körperbau’
conpago: lidfuͤgi VocOpt
1.200.
conpages: lidfuͤgi
1.201
MWB 3,3 1210,39; Bearbeiter: Luxner
lîtwette
stN.
Gebühr für die Konzession des Weinausschanks (vgl. DRW 8,1225):
item leidtwette sub forma antiqua accipitur UrkBabenb
2:280,20
(a. 1244)
MWB 3,3 1210,42; Bearbeiter: Luxner
litwurz
stF.
‘Gliederkraut’ (vgl. Marzell 2,579 s.v. Galium mollugo, 5):
rubea maior: lidwurtz, lidwúrcz VocOpt
50.254;
rubea minor: lidwúrcz ebd.
50.255
MWB 3,3 1210,45; Bearbeiter: Luxner
litze
stF.
von afrz. lice (s. Tobler/ Lommatzsch 5,397-400; Schultz, Höf. Leben
1,21 und Suolahti 1,149); auch litte
(
GTroj
13551
).
‘Schranke, Absperrung, Palisade (zum Schutz einer Stadt, Burg etc.)’ (vgl.
auch
letze
):
haimlich da [am Garten] er ain
litte vant, / dar über er all do ze hand / sprang hartte
behendeklich [vgl. Anm.z.St.]]
GTroj
13551;
swaz ritterschefte löbelich / des mâles vor der litze was, / die zôch er an
sich KvWTroj
34175;
diu veste michel unde breit / was ir litze und ouch ir fride
[Einfriedung]
KvWPart
14097.
14118
MWB 3,3 1210,49; Bearbeiter: Luxner
litze
swstF.
von lat. licium über das Romanische (vgl. DWB 6,1072f. und FWB 9,1275)
oder direkte Entlehnung des lat. kollektiven Plurals licia (Pfeifer, EtymWB,
S. 807).
textiler Besatz, ‘Litze, Tuchleiste, -streifen’
item 36 hall. pro lizen Holzschuher
765;
item quartale rufi de Eyper ad lizen ebd.
313
u. ö.
MWB 3,3 1210,60; Bearbeiter: Luxner
1litzen
swV.
‘falten, stülpen’ (vgl. SchweizId 3,1564 und DWB 6,1073; s. auch
ûʒlitzen
):
daz hemde bî der erden nam / vil manegen wünneclichen valt. /
[...] / der eine was geslitzet [Druck:
gelitzet
] , / reht als ein bilde gesnitzet, / und
was der ander vorne sleht KvWEngelh
3073.
–
‘jmdm. etw. überstülpen’
si úber die hopter litzent / dú klaider den die sich
erwenent SHort
4196
MWB 3,3 1211,3; Bearbeiter: Luxner
2litzen
swV.
‘eingrenzen, mit einer Begrenzung, Schranke, Palisade versehen’ (zu
litze
stF.
):
wir geben och ûz, daz daz gothus Nyfers hofstat von dirre usrichtung wegen
litze und mit einem erkel [Erker] mache
UrkBernLd
6:51,16
(a. 1345).
– bildl. (vgl. Leitzmann, Reinfr., S. 146):
ir fröude muose litzen / sich an allen orten Reinfr
8344
MWB 3,3 1211,11; Bearbeiter: Luxner
3litzen
swV.
auch ge-.
‘sich wünschen, sich sehnen, begehren’ (zu
liz
):
– mit Refl.-Pron.:
wer ist der grozer: der da sitzet / zu disch, oder der sich
gelitzet / dar zu, daz man yn dienen siht? [vgl. Lc 22,27]
EvStPaul
10115.
– hierher oder verderbt? (vgl. Rückert, Loheng. z.St. und Loheng
Einl. S. 21; anders PBB 10 [1885], S. 117f.):
dâ von durch got alle williclîchen litzet, / swes got mit iu habe gedâht und
sît veste des gelouben Loheng
5096
MWB 3,3 1211,18; Bearbeiter: Luxner
litzic
Adj.
‘mit Litzen versehen’, hier übertr. ‘vernarbt, voller Narben’ (wohl
zu
litze
swstF.
):
die hiute werdent litzic / vermachet und verwunden Reinfr
18274
MWB 3,3 1211,28; Bearbeiter: Luxner
liuht
Adj.
‘hell’, hier subst.:
du zu scheides [l. zerscheidest,
scheidest] nacht und tac, / di#’e vinstere von dem luchten, / die
trocken von der vuchten, / die werme von der kelden HeslApk
89.
– hierher oder zu liuhte swstF. (vgl. Gl.z.St.) ?:
div durre ist worden fevhte, / div wuͤste ist worden levhte
Wernh
A 2334
MWB 3,3 1211,32; Bearbeiter: Luxner
liuhtære
stM.
auch luthere (
Lucid
1,3
).
‘Leuchter, Kandelaber’
1 allg. 2
‘Erleuchter, Erläuterer’
1
allg.:
niemant enzündet ein lucernam vnd setzet si in di
verborgenheit. noch vnder ein maz. svnder vf einen lühtere [
supra
candelabrum Lc 11,33] . daz di da ingent werdent sehent
daz lieht EvAug
163,15
u. ö.;
nach deme herewete [Kriegsausstattung] sal daz wip
nemen ir lipgedinge vnd alliz, daz zuͦ der rade horet, daz sin alle scaph vnd gense,
[...], al gârn, bette puͦle, kussene,
[...], dwelen, beckene, luchtere, lyn UrkCorp
(WMU)
51,32;
up yre lincker hant / wart eyn lyntzeichen [Mal,
Narbe] erkant, / [...] / da was yr in
gevallen / eyn luchter, do sy was eyn kynt KarlGalie
3622;
EvStPaul
2926;
Daniel
4537.
– auf die sieben goldenen Leuchter in Apc 1,12-13 bezogen:
do sach ich siben luchtere, / die waren von golde gar
HeslApk
1614.
1652;
Frl
1:2,7.
– übertr.:
der jugent leuchter und glantz HvNstAp
18670;
[Christus zu den Jüngern:] ewer werk diu sülnt
scheinen, und mêr spricht er: prinnend läuhter sülnt sein in ewern henden
BdN
63,10;
do sprach únser herre: ‘ich bin das lieht und din brust
ist der lúhter.’ Mechth
3: 12,15.
4: 2,37;
Pass I/II (HSW)
10375.
– bezogen auf Christus:
der tage lvhtære [
dies dierum
illuminans
]
PsM
H 13,1
2
‘Erleuchter, Erläuterer’
diz buͦch heizet Lucidarius. / daz wirt getútzet alsus: / daz
ist ein lúthere Lucid
1,3
MWB 3,3 1211,39; Bearbeiter: Luxner
liuhtærinne
stF.
auch lut- (
Vät
15359
).
‘Erleuchterin’
so kumt die luterinne, / die sunne rehter minne, / die
brenget vreude vollenkumen Vät
15359;
muoter der vil schœnen minne, / in der vinster liuhterinne, /
zünde, enbrenne mîne sinne / in der wâren minne gluot SM:EvS
1: 20,2;
Ymaginacio di bilderin / und Ratio di lwhterin Syon
44
MWB 3,3 1212,3; Bearbeiter: Luxner
liuhte
swstF.
auch lvͦcht- (
SchwSp
17a
).
1
‘Leuchte, Lampe, Ampel’
2
‘Licht, Helligkeit, Glanz’
1
‘Leuchte, Lampe, Ampel’
vor disen eltêren hangen zwô lûchten, di entpurnet man zu grôzen hôchzîten
HvFritzlHl
228,1;
nach dem totleibe sol div frowe nemen ir morgengabe vnd allez, daz dar zvͦ
horet, daz varnde gvͦt heizet, daz sint schaf vnd geize vnd swin vnd rinder
[...] vnd garn vnd div bette
[...] bolster vnd kvssin
[...], elliv lilachen, tischlachen vnd lvͦchten
SchwSp
17a;
durch daz han wir daz opfir braht / mit vollenkumender andaht, / daz
semelmelbrot uf geleit / di luhten burnende bereit Macc
7134;
UrkKölnZunft
1:58,9
(a. 1344);
SpdtL
102,6;
HeslApk
22257;
Lanc
562,1
u. ö.
–
die sunne wunneclîch / uberschein die werelt wît / und underschiet des
dages zît / von der vinsterlîchen naht, / der ouch zû lûhten was gemacht / der
mâne und ouch die sterren Erlös
122.
– womit man Feuer, Licht erzeugt:
ignitabulum: luhte Gl
3:639,40.
– übertr. (vgl. Salzer, Sinnbilder, S. 324f.):
eine here dochter si gebirt, / di ein ewic luchte wirt, / ein heilwag unde
ein wuͦnne, / ein spiegel in ir kunne Elis
280;
Lilie
44,18;
unser herre Jhesu Crist, / der liecht aller luchten ist
HeslApk
1794.
– hierher oder als subst. Inf. zu liuhten (so
Glr.z.St.):
2
‘Licht, Helligkeit, Glanz’
die lûchte gab in den widir slác [blendete
sie] / sam der sunne umbe míttín tac Rol
695;
glich der cristallen luchte HeslApk
8252;
so daz die dunne sache / die swaren last enthalden mac, / und
zuschiet nacht und tac, / daz vinster von der luchte, / daz trocken von der vuchte
ebd.
18143.
die varwe nicht vorblichet / von der sunnen luchten / noch
von des wazzers vuchten ebd.
7993
(oder zu liuhten, so Glr.z.St.);
2155.
–
uns düster dumpheit erluͥchte, / wand du dregs der
wisheit luͥchte! MarlbRh
88,10.
– von Farben:
lylien sten in vuchte / in drierhande luchte, / wiz, gel,
bla, der varwen fin Daniel
2014
MWB 3,3 1212,10; Bearbeiter: Luxner
liuhten
swV.
auch ge-, louht- ( Hochz ) und
luft- (
Roth
3562
); Prät. lûht-.
1 ohne Obj. ‘leuchten, strahlen’
1.1 vom Licht und (natürlichen) Lichtquellen 1.1.1 allg. 1.1.2 von Himmelskörpern, auch ‘scheinen’
1.2 von Ausgezeichnetem, Prächtigem bzw. Hervorragendem, auch ‘glänzen,
schimmern, funkeln’
1.2.1 von metallischen Oberflächen bzw. (Edel-)Metallen 1.2.2 bes. von (Edel-)Steinen 1.2.3 von Farben 1.2.4 von anderen i. d. R. besonders prächtigen oder schönen Gegenständen 1.3 übertr. 1.3.1 allg. 1.3.2 von aufgrund ihrer Schönheit und/ oder Persönlichkeit besonders hervorragenden Menschen 1.3.3 relig. vom göttlichen Licht bzw. von Gott als wahrem Licht u.ä., auch
i.S.v. ‘erleuchten’
2 mit Dat.-Obj. ‘jmdm. leuchten, Licht geben’
3 refl. ‘sich lichten; heller, lichter werden’
1
ohne Obj. ‘leuchten, strahlen’
1.1
vom Licht und (natürlichen) Lichtquellen
1.1.1
allg.:
in dem selbem huͦs luchtet das liehte, das uf das
cherzstal gestechet ist Konr
21,21;
ez inmac ouch kein licht in
un [Gott] geluchtin dar inne man un irkenne,
wan he wonit in eime lichte daz unzugenclich ist Parad
42,38;
siben tusent golt uaz [als
Leuchten] , / ze eren buten si im daz, / di luchten tac unt
nacht Rol
3499;
zer fossiure [Grotte] oben
inne / dâ wâren cleiniu vensterlîn / durch [für]
daz lieht gehouwen în, / diu lûhten dâ unde hie Tr
16727;
umb daz elementisch reich ist daz himelisch leuhtend
reich [
etherea lucida, vgl. Deschler, Astron.
Term., S. 82]
KvMSph
10,10.
7,18.
– mit Vergleichsobjekt:
daz gestaine lûchte dar obene / sam daz prinninde
oleuaz Rol
2504.
4882;
diu ougen [
der
kroten
] liuhtent wol / reht als ein brinnendiu
gluot Volmar
460.
– vom (hellen) Tag(-eslicht) (häufig im Vergleich), auch i. S. v.
‘an-, heranbrechen’
noch ninder lûhte tages lieht MF:
Wolfr
2: 4,8;
do begundez liuhten vome tage Parz
588,8;
der tag begunde sere zu lúchten
Lanc
12,9;
wen biz der morgin ubir al / luchte, unde die sunne
scein Athis
A 95;
diu krône lûhte als der tac / von golde und von
gesteine Wig
397.
7285;
Roth
1612;
PrOberalt
11,39;
Spec
61,7
1.1.2
von Himmelskörpern, auch ‘scheinen’
der mane lûhtet âne hizze Spec
94,2.
97,31;
der stern ist scheinend und leuhtend über all ander
stern BdN
57,33.
68,1;
so neliuhte nie so schone / der sunne noch der mane
Hochz
447;
dâ liuhtent zwêne sternen abe Walth
54,31;
Herb
636;
MF:Mor
1: 1,5;
Gen
74;
MF:Wolfr
7: 3,9;
der
leuhtend [
candidus
]
ohs [ein Sternbild, vgl. Deschler, Astron. Term., S.
202]
KvMSph
34,7.
–
liuhtend dinc
‘Himmelskörper’ bei Megenberg (vgl. Deschler, Astron. Term., S.
193):
daz daz leuhtend dink groͤzzer ist danne daz
dunkel KvMSph
61,9.
61,6.
– mit Vergleichsobjekt:
daz ir varwe lvchte / gliche wol der svnnen
Herb
11166;
dô begunde ich êrst ir güete schowen, / wie si vür
ir aller schœne brach, / sam der morgensterne lûhte / ûz vil sternen
SM:Tr
2: 2,5;
zwêne lîhte carbuncel: / di naht ne was nie sô
tunkel, / si lûhten sô die sterren SAlex
5983;
Rol
4492;
Mechth
1: 16,2;
u. ö.;
UvZLanz
5059;
SM:Had
53: 10,5;
übertr. auf (besonders hervorragende) Personen:
si louhte ubir alle die schare / als ein liehtir
tagesterne Hochz
298.
792;
schone ist die tochter sin / siv luchit vz deme
gedigene [Gefolge] / so daz gesterne tvͦt
uvndeme [
vun deme
] himele
Roth
71;
diu wîse Îsôt, diu schœne Îsôt / diu liuhtet alse
der morgenrôt Tr
7292;
MF:Mor
8: 1,7
1.2
von Ausgezeichnetem, Prächtigem bzw. Hervorragendem, auch ‘glänzen,
schimmern, funkeln’
1.2.1
von metallischen Oberflächen bzw. (Edel-)Metallen:
sîn helm was mit zwein hornen / gezieret wol in
fürsten wîs, / diu lûhten beide silbergrîs KvWTurn
490.
999;
alle, die in dem kor waren, die waren gekleidet mit
lúhtendem golde Mechth
2: 4,62;
ir harnasch lûht nâch glanze UvEtzAlex
6201;
do luchte ein brunie guldin Roth
2704.
3541.
4228;
Tr
6625;
Eckh
5: 114,15.
– mit Vergleichsobjekt:
siv luchtit uor anderen wiben / so daz golt von der
siden Roth
73
1.2.2
bes. von (Edel-)Steinen:
do luchte manic yachant Roth
236
u. ö.;
der karfunkel läuht in der naht BdN
429,18
u. ö.;
so die steine louhtent harte / in der himilischen
porte Hochz
453.
457;
jâ lûhte ir von ir wæte vil manec edel stein
NibB
282,1
u. ö.;
GrRud
Ab 18;
Herb
9225.
9237;
Lanc
57,4;
KvWTurn
585.
–
da ist diu lucerne / der himelchunic aine. / daz
edele gestaine / luhtet sam iz prinne HimmlJer
124.
– mit Vergleichsobjekt:
di livhten sam ein gimme VMos
56,17.
81,11
1.2.3
von Farben:
ir varwe wol getân / diu lûht’ ir ûz dem golde
NibB
1351,2;
der martyrer gewete ist lúhtende rosenrot
Mechth
3: 1,104;
von rôtem barragâne / was diu dritte sîte. / siu
lûhte harte wîte / in dem grüenesten clê UvZLanz
4830.
5443;
KvWTurn
721;
da wîzziu bein so lûchten
dür [durch] / (ich hânz dervür), wîz als der
snê SM:Had
44: 4,5;
und lûhten ûz im [dem
Schild] wandels frî / snêwîzer adelaren drî
KvWTurn
617;
KvWSchwanr
1018;
ez [das Pferd] lûhte alsam
ein swarzez bech ebd.
1044;
darûz diu cleinen zegellîn / des hermelînes lûhten, /
diu swarz geverwet dûhten KvWTurn
599.
557.
– von Blumen und Blüten:
dar ane stat ein bluome, / diu liuhtet also scone
MarldM
25;
liljen unde rôsen, bluomen, swâ die liuhten / in meien touwen
durch daz gras Walth
27,20;
KvWTurn
371;
SM:Had
47: 1,6.
– von Kleidung u. ä. (kann auch auf die Verzierungen mit
Edelsteinen bzw. -metallen bezogen sein):
dô lûhte in von ir lîbe ir hêrlîch gewant
NibB
1761,3;
der herzog ûz Burgunne / gezieret quam zer heide /
mit eime wâpencleide / daz lûhte wünnicliche KvWTurn
659
1.2.4
von anderen i. d. R. besonders prächtigen oder schönen
Gegenständen:
zahî waz von zimieren / dâ lûhte spæher dinge!
KvWTurn
737;
ob ime [dem Brunnen] stuont
ein schœnez dach, / darunder ein gestüele / gesetzet, daz man verre sach /
dâ liuhten vor dem brüele [der Wiese]
KvWKlage
4,8.
– von den Augen:
wann als er sere zornig was, so
luchtens [die Augen] im als ein fuer in
eim ofene Lanc
35,8;
ia luchten sin ougin / sam der morgensterne
Rol
686;
dîn ougen tougen liuhtent in mîs herzen grunt
SM:Ta
1: 2,4;
dô lûhtèn ir liehten ougen KLD: BvH
10: 2,3;
SM:KvL
16: 2,4;
BdN
493,25.
– übertr. auf hervorragende, besondere oder schöne Menschen (vgl.
1.3.2):
dar luchte daz Rotheres wif / vor andren wiuen
ouer lant / als ein bernender iachant Roth
4611
1.3
übertr.
1.3.1
allg.:
daz arge bî dem guoten erger unde bœser liuhten kan, /
und daz guote bezzer bî dem argen KvWLd
31,70;
Salomones wort lúhtent - und sin werk nit, wan er
selber vervinstert ist - in dem buͦche Canticis Mechth
3: 20,14;
dar umb spricht unser herre: ‘ewreu werk schüllent
läuhten vor den menschen.’ BdN
298,6;
Maria, din nam he luͥchtet sere MarlbRh
16,1.
16,6;
SM:Had
38: 1,10;
Tr
17544;
BdN
297,34;
Eckh
5: 38,15
1.3.2
von aufgrund ihrer Schönheit und/ oder Persönlichkeit besonders
hervorragenden Menschen:
do der
künec [
Vergulaht
] sô gein im lûhte
Parz
400,14;
dar umb sint die hailigen lêrer läuhtend an in selber
mit allen tugenden BdN
63,11.
– jmdm. engegen ~
:
Alfenor / Polifemis swester eine; / die luchte im
so engeine, / daz er des wande, / die wile er in einem mande / da
gefangen was gewesen, / von ir schone was genesen Herb
17591
1.3.3
relig. vom göttlichen Licht bzw. von Gott als wahrem Licht u.ä., auch
i.S.v. ‘erleuchten’
sô schînet und liuhtet daz bilde gotes
Eckh
5: 113,26
u. ö.;
daz die heilige hoche drivaltikeit in
sú [die Seele] lúhten múge
Tauler
83,4;
daz aber der himel sinbel sei, dez hab wir drei sach.
deu erst sach ist daz gotlich ebenpild, daz da leuhtet in dem gotlichen
wesen, darnach got die werlt macht KvMSph
12,6;
BdN
278,23;
Mechth
2: 5,3
u. ö.
–
in disen unbekanten Got dar in setze din ruͦwe
und ensuͦche weder smacken noch lúchten [Schmecken
(Empfindung?) noch Erleuchtung]
Tauler
204,12;
so wellent si trost haben, lúchten, smaken,
bevinden, und wellent iemer etwas haben und wellent gerne himelrich
haben ebd.
361,15
u. ö.;
daz ist aber Got Jhesus Crist, / der luchten
alles liechtes ist HeslApk
22310
(hierher oder zu liuhte stswF. ?, vgl. auch
Glr.z.St.).
– die Seele ‘erstrahlt’ in Gottes Licht:
swenne ich [Gott]
schine, so muͦst du [Seele] lúhten; / swenne
ich vlússe, so muͦst du vúhten Mechth
2: 6,2
2
mit Dat.-Obj. ‘jmdm. leuchten, Licht geben’
Synon, der luchte in Herb
16173;
idoch lûht in der mâne, / als ez der rîche got gebôt
UvZLanz
7592;
owê, – / sol aber mir iemer mê / geliuhten dur die naht / noch
wîzer danne ein snê / ir lîp vil wol geslaht? MF:Mor
30: 1,3;
Konr
21,18;
KvHeimHinv
684;
Lanc
607,12;
Tauler
152,12.
– von Christus bzw. Gott (vgl. 1.3.3):
in allen den ziten so gestet uns bei der hilig Christ,
der ware sunne, und luͤhtet uns und vertribet von uns diu vinster des todes und
belaitet uns in daz himelrich PrOberalt
74,34.
74,38;
der got alsô in wesenne hât, der nimet got götlîchen, und
dem liuhtet er in allen dingen Eckh
5: 205,10
u. ö.
– übertr.:
mînre fröiden schâcher [die Räuber meiner
Freuden = die Augen der Geliebten (Anm.z.St.)] für buoze /
liuhten mir mit lône ze liehten wegen! SM:UvB
5: 3,2.
– redensartlich dem tage ~
wohl i. S. v. ‘etwas
Überflüssiges, Unnötiges tun’
von Priamo spriche ich vort, / wen daz vch des duchte, /
daz ich dem tage luchte, / ob ich den loben wolde, / der dem gelutertemme golde
/ so gliche begat, / daz er falsches niht enhat Herb
3126
3
refl. ‘sich lichten; heller, lichter werden’
ouch begunde liuhten sich der walt Parz
282,9
MWB 3,3 1212,48; Bearbeiter: Luxner
liuhtene
stF.
‘Licht, Leuchten, Strahlen’
des [Christi] luchtene sulche craft
truc / daz sie den tuveln wider sluc HeslApk
3487
MWB 3,3 1215,34; Bearbeiter: Luxner
liuhtenunge
stF.
‘Licht, Leuchten, Strahlen’, hier i. S. v. ‘Erscheinung’
als Micheas dar quit: / ‘und zu der vesperzit / ein
luchtenunge schinet / die nimmer mer vorswinet.’ HeslApk
18337
MWB 3,3 1215,37; Bearbeiter: Luxner
liuhtevaʒ
stN.
Lichtgefäß, ‘Leuchte, Lampe; Lichtquelle’ (vgl. auch
liehtvaʒ
)
1 allg. 2 i. d. R. übertr. auf besonders hervorragende Personen oder Sachverhalte
1
allg.:
swenne das lieht schone in dem lúhtevas ist entbrant, so ist
des lúhtevasses zierde schone bekant Mechth
7: 27,12.
– bildl.:
der diep hanget mit sinen fuͤssen uf und ist in der helle
ein lúchtevas; die unseligen sehent doch nit deste bas Mechth
3: 21,45
2
i. d. R. übertr. auf besonders hervorragende Personen oder Sachverhalte:
den armen was er milde / und ein stab der kranken, / die er liez nindert
wanken / wand er in gute lere ie maz. / sus was er gar ein luchtevaz / allen guten
gemein, / den er mit ganzer truwe erschein Pass III
368,26.
303,31;
Apollonius was sin name, / dem lande gar ein luhtevaz
Vät
6173;
so ist denne sin gewissede betruͤbet, das ein lúhtevas ist
des heligen geistes, wan die gewissede lúhtet nit ane des heligen geistes lieht
Mechth
7: 27,10.
7: 27,14.
7: 27,15;
Erz III
41,276;
HeslApk
20917.
22256.
22313.
– für Maria:
vrouwe min, / miner hoffenunge ein schin, / miner selden
ein luchte vaz Pass I/II (HSW)
11799
u. ö.
MWB 3,3 1215,41; Bearbeiter: Luxner
liuhtic
Adj.
‘hell, leuchtend, strahlend’
diu wîse und diu klâre / mangem herzen was ze vâre [eine
Gefährdung] , / daz twanc ir liuhtic glesten UvEtzWh
4339;
div lucerna dines lichnams ist din avge. ob din avg ainvaltik
wirt. din gantzer lichname wirt lühtik [
totum corpus tuum lucidum
erit Mt 6,22] . ob aber din avge ein schalck wirt. din
gantzer lichname wirt ein vinsternüsse EvAug
12,6.
163,19;
EvAlem
52 (Mt 6,22);
wo sie [die Minnedame] by tusent
frawen sitzt, / ez sy luchteg oder tymber [dunkel] , / so
get vor uz von ir ein schimber, / als ob die sunne dar uff breche
Minneb
4793.
3369.
–
durch daz man manheit billich zelt / liuhtiger an dem armen sîn / und haben
lobes rîchern schîn, / dann an dem von der edeln art, / der sich billîch zuo tugent
schart HvBer
10633
MWB 3,3 1215,62; Bearbeiter: Luxner
liuhticheit
stF.
‘Helligkeit, Glanz, Schein’
an sich selben mag sie [die Seele] nicht klâr sîn,
sundern sie ist lûter und er [ihre] lûchtikeit wirt
erlûchtet von unsers hern klârheit, alsô die sonne erlûchtet die tûfe
[Abgrund]
Eckh (S)
24,36.
–
‘Erleuchtung’
sît mîn ougen hant gesehen / daz grôze heil [...], /
daz du zeinr erliuhtecheit [La. ze einer
lüchtekeit
] / allen liuten hâst bereit
[
quod parasti gentibus ad illuminandum (V.
2120)]
WvRh
4090
MWB 3,3 1216,14; Bearbeiter: Luxner |