l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
listiclich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1 mit besonderen geistigen, kognitiven Fähigkeiten ausgeführt 1.1 positiv ‘klug, schlau, geschickt; weise’
1.2 negativ ‘(hinter-)listig, verschlagen, heimtückisch,
arglistig’
2 mit besonderem Geschick ausgeführt, ‘geschickt, kunstvoll;
behände’
1
mit besonderen geistigen, kognitiven Fähigkeiten ausgeführt
1.1
positiv ‘klug, schlau, geschickt; weise’
mit listiclîchen sachen / hiez der hêre machen / êrîne
bilede, / gescaffen alse helide SAlex
4392;
nu müessen wir lisstigklichen oder diemüetigklich vorschen
von disenn tugenden und von lasstern HvHürnh
4,6;
mit listeclichir kúndekeit / dú muͦter do des kindis
wielt RvEWchr
8921.
25981.
18575;
der chuͦnich redete listechliche Rol
2309.
1823;
Roth
2336;
HvFreibTr
3024;
Elis
8023;
PrStPaul
57,28
1.2
negativ ‘(hinter-)listig, verschlagen, heimtückisch,
arglistig’
diu werde [
minne
]
hât sinne, / gein valsche listeclîche kunst Parz
172,25;
er hiez listiclichen / sînem nâchgebûr / ein bitter gift
sûr / in daz wazzer senken Ottok
3768;
si wânden betrîgen / den kuninc listiclîche
SAlex
7071;
HeslNic
5123.
– im Kontext der Zauberei, auch ‘magisch’
Clinschor, der des erdâhte, / ûz manegem lande brâhte
/ sîn listeclîchiu wîsheit Parz
566,25.
568,22.
– abgeschwächt, auch ‘heimlich’
gar listeclich / sleich sie von im sân zuhant
HvFreibTr
5904
2
mit besonderem Geschick ausgeführt, ‘geschickt, kunstvoll;
behände’
Maria machte dem kindelin / gar listeklichen ain roͤklin
WernhMl
5500;
harte vrœlîche er dô spranc / mit listeclîchen sinnen: / ê sîn der rise wurde
gewar, / dô was ez von der wende, / sîns herren swert von stahel klâr
ÄSigen
22,6;
WvRh
6578;
ErnstD
4252
MWB 3,3 1203,11; Bearbeiter: Luxner
listkünde
Adj.
‘kunstreich, -voll, -fertig’
daz munster was gezieret, / wol
underordenieret [eingerichtet] / an tiefer listkunder
art Pass I/II (HSW)
12803;
din [Gottes] listkunde meisterschaft
/ dem himele und der erden gab / wol lobelichen urhab ebd.
20
MWB 3,3 1203,40; Bearbeiter: Luxner
listlich
Adj. , -lîchen
Adv.
auch liste-.
1 mit besonderen geistigen, kognitiven Fähigkeiten ausgestattet 1.1 positiv ‘klug, schlau, geschickt; weise’
1.2 negativ ‘(hinter-)listig, verschlagen, heimtückisch,
arglistig’
2 mit besonderem Geschick ausgeführt, ‘kunstfertig’ (vgl. Holmberg, Karlmeinet, S. 31)
1
mit besonderen geistigen, kognitiven Fähigkeiten ausgestattet
1.1
positiv ‘klug, schlau, geschickt; weise’
dannoch enwolt er sih sîn niht glouben, unz er in ze dem dritem mâle
versuohte und chom mit im ûf ein hôhen berch und redete listlîchen nâch
menschlicher bechorunge PrStPaul
49,28
1.2
negativ ‘(hinter-)listig, verschlagen, heimtückisch,
arglistig’
únte suîe lísteklîch [La.
lístlîch
] íro blandimenta uvâren
Will
139,3.
– im Kontext der Zauberei, auch ‘magisch’
fünf hundert stabeslingen / mit listeclîchen [La.
listlichen
] dingen / zem swanke wârn
bereite Parz
568,22.
566,25
2
mit besonderem Geschick ausgeführt, ‘kunstfertig’ (vgl.
Holmberg, Karlmeinet, S. 31):
so waren do de cristen alle / mit harde listelichem schalle / zo Termys in de
burch gelaessen KarlGalie
11676.
Fragment W,79
MWB 3,3 1203,45; Bearbeiter: Luxner
listmachære
stM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
artifex: listmachere SummHeinr
1:290,281;
Vulkân / der wîse, der mære, / der guote listmachære
Tr
4934;
jst daz listmachär oder antwerkläwt in dem kloster
sint [
artifices si sunt in monasterio
]
die süllen die selben ir liste [
artes
] mit
aller diemüt würken ob ez der apte heizzet BrAlt
57;
BrHoh
57.
– von Gott, auch ‘Schöpfer’
got herre, listmachære, / du ie und ie wære / und immer bist ân ende, / dînen
trôst mir sende Georg
4251
MWB 3,3 1203,63; Bearbeiter: Luxner
listmeister
stM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’, hier von Gott, auch
‘Schöpfer’
wande die tugent niemmen gehaben nemach newane den si der
wîse listmaister lêret. daz ist got TrudHL
109,1;
daz besliezen dîner
diehe [Schenkel] daz ist halszierde, diu dâ geworht
ist uon des wîsen listmaisteres hant [
quae fabricata sunt manu
artificis Ct 7,1]
ebd.
108,19.
81,3;
Will
112,2
MWB 3,3 1204,10; Bearbeiter: Luxner
listsache
stF.
‘Zauberkunst’
do der keiser hete
entsaben [festgestellt] , / wi
er [Simon] mit listsachen / vil wunders konde machen
Pass I/II (HSW)
20267
MWB 3,3 1204,18; Bearbeiter: Luxner
listsamicheit
stF.
‘Listigkeit, Falschheit’
doch wirt di vruntschaft geweit / bewilen uf listsamikeit, / also nach wisir
zcungin / di vruntschaft ist der jungin, / [...] / bewilen
wirt si ouch geweit / uf gut der ersamikeit: / di vruntschaft di ist tugintsam
PfzdHech
282,11
MWB 3,3 1204,22; Bearbeiter: Luxner
listsinnic
Adj.
‘klug, kunstreich’
dô he [Tristrant] zu Tintanjôl quam, / dô reit der
listsinnige man / in den bômgarten Eilh (L)
4776
MWB 3,3 1204,28; Bearbeiter: Luxner
lîstvël
stN.
wohl Bez. für als Besatzstreifen auf Kleidern oder Kopfbedeckungen gebrauchten
Pelz:
von listfellen 10 dn. vom hundert StRAugsb
265,11
MWB 3,3 1204,31; Bearbeiter: Luxner
listviur
stN.
‘Zauberfeuer’ (als Bezeichnung für Griechisches Feuer; s. Anm. zu V.
6955):
vil schiere wart im [Wigalois] daz
bekant / daz sînem halsberge lieht / daz selbe listviuwer nieht / mohte geschaden
Wig
6992
MWB 3,3 1204,34; Bearbeiter: Luxner
listvröude
stF.
‘vorgetäuschte Freude’ (z. St. vgl. Eroms, Vreude, S. 128f., s.a.
trügevröude
):
ezn kiese listvreude ein man / der sich iht versinnen kan, /
und welch vreude niht des herzen ist Iw
4419
MWB 3,3 1204,39; Bearbeiter: Luxner
listwërkære
stM.
auch lîste-.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
artifex: listerchare [l. -werchare
]
Gl
3:357,7;
die steine, die die listwerchære,
[...], gegarwet [bereitet]
habent Spec
133,24.
134,19.
– übertr.:
sogetanir lîstewerchâre ist der heilige geist
Spec
76,1
MWB 3,3 1204,43; Bearbeiter: Luxner
listwërke
swM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
erzibisscoue, sus bisscoue, ewarten, die alle sint gesezzet
uon gote ze listwerchen [um dabei zu helfen, das Reich Gottes zu
erbauen]
Spec
133,23
MWB 3,3 1204,49; Bearbeiter: Luxner
listwërkman
stM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
artifex: listwerkman SummHeinr
1:290,280
MWB 3,3 1204,54; Bearbeiter: Luxner
listwürhte
swM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
do der chæiser erwachete, / der traum in vro machete. / er besande die
listwürhten [die Goldschmiede; vgl. V. 2560ff.]
Serv
2589
MWB 3,3 1204,56; Bearbeiter: Luxner
listwürkære
stM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
Vulkân / der wîsé, der mære, / der guote listwürkære Tr (BG)
4932;
duo hiez der kunic mære / sîne listwurchære / giezen ain sûl
êrîn Kchr
5532;
daz rîche besaz duo Nervâ, / der wart ain kunic mære. / zu im
kom ain listwurchære [Perilaos]
ebd.
5686.
5697.
5730;
Spec
133,35.
– übertr.:
ane disin dingin megit ir wol merchin, wie chreftic der
listwrchare ist, der iz alliz so schiere uerwandelot hat [d. i. der
Heilige Geist]
Spec
76,9.
–
oberster ~
für Gott als ‘Schöpfer’
saligiv mvter von der gabe des oberst listwurchær [
supernus
artifex
] die werlt mit hande bevahent des bvches vnder
arche bespart ist PsM
H 83,4
MWB 3,3 1204,60; Bearbeiter: Luxner
listwürke
swM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
Elam der kúnig riche / von Tire santim do zehant /
werchmeister wis irchant, / smide und listwúrchin vil RvEWchr
27737;
ûz dem geslehte von Câin / kam Lâmech und Jôbal / und der
listwürke Tôbal [vgl. Gn 4,22 malleator et
faber
]
RvEAlex
17042;
alsô mahte ez [das Trojanische
Pferd] Epius / der listwürke schiere KvWTroj
47991;
listwrchen [
artifices
] ob si im chloster
sint BrAdm
57;
RvEBarl
13016;
PsM
H 101,4
MWB 3,3 1205,10; Bearbeiter: Luxner
listwürkel
stM.
‘geschickter Handwerker, Künstler’
ist [...] daz
listwurchle [
artifices
] sint in dim
chlostre BrEng
57
MWB 3,3 1205,20; Bearbeiter: Luxner
1lit
stN.
auch lied
(
Herb
5593.
17442
), let
(
OvBaierl
11,6
);
Pl. auch lit, lid(d)e und lider
(unklar, ob Pl. die lide u.ä. auf mask. Genus hinweist, vgl.
aber
BMZ 1,977b,18ff.),
s. a.
gelit
.
1
‘Körperglied, -teil’ , i. d. R. des Menschen und meist nicht deutlich
erkennbar, auf welche Körperteile genau Bezug genommen wird; kann sich sowohl auf
die Gliedmaßen bzw. Extremitäten als auch die inneren Organe oder Sinnesorgane
beziehen; im Pl. kann auch der gesamte Körper gemeint sein 1.1 allg. 1.2 im rechtl. Kontext 1.3 in der Wendung von kindes ~
‘von Kindes Beinen’
2 bildl. und übertr. 2.1 die Christen als Glieder der Leibs Christi 2.2 in Anschluss an 2.1 dann auch ‘Anhänger, Angehöriger,
Mitglied’
2.3 in der Bezeichnung von Verwandten bzw. Verwandtschaftsgraden (vgl. ausführlich
SpdtL
84,5-85,5 ) 3 bei Pflanzen wohl ‘Stängel, Sprossachse’
4
‘(Bestand-)Teil, Einzelteil’
1
‘Körperglied, -teil’, i. d. R. des Menschen und meist nicht deutlich
erkennbar, auf welche Körperteile genau Bezug genommen wird; kann sich sowohl auf
die Gliedmaßen bzw. Extremitäten als auch die inneren Organe oder Sinnesorgane
beziehen; im Pl. kann auch der gesamte Körper gemeint sein
1.1
allg.:
dei lider duvͦch [wusch] der
heilant an sinen iungern Spec
52,20;
er truoc harnasch ob al den liden Wh
317,17;
cynocephalos, die habent hundeshaupt und scharpf krumm
negel an den lidern [an Händen und Füßen]
BdN
490,7;
swas gesuchtes in den liden wandert Macer
4,13;
daz houbit ist daz hoeste. vnde daz beste vnder allin
liden di der lip hat SalArz
26,30;
daz holz aloe [...] creftitigit
alle inner lit ebd.
22,22
u. ö.;
KvWHvK
731;
Tr
12780;
Barth
138,33;
Gen
193;
ich gæbe ê doch zewâre / durch bœser liute vâre / ein mîn
lit [Finger] von mîner hant Tr
14743;
vmbe eine wunde so slehet man ap die hant vnd vmbe einen tothslach den
hals, of die wunde ist nagels tief vnd liedes
[Fingergliedes] lanc UrkCorp (WMU)
51,17.
– in Umschreibungen für das Geschlechtsteil:
diu schemelîchen lit, / dâ man hie begêt mit / huorlîche unsûberkeit
Tund
905;
diu süenebæren lide Parz
193,12.
112,27.
– übertr.:
mîner vrouwen êre / diust an allen liden lam Neidh
WL 28:5,2.
– im Gleichnis:
div schal [der Nuss]
bezeichent div lider unsers herren Spec
13,31.
– umschreibend:
von dem herzogen Gotfride, / der von getriuwes herzen
lide / was unser beider friunt erkant KvWSchwanr
460;
in des halses lide SpdtL
84,7.
– bei Tieren:
sô sol er nimer brôtes ezen, wan sô lanch sô eines
huones lit ist Barth
154,1.
154,27;
mit zwis golde undir sceidin / an lidin unde an
uedirin [war der Adler auf dem Schild]
Athis
B 33;
Tr
2945.
3050.
3179.
– vereinzelt auch ‘Gelenk’
im tuot diu zeswiu hant vil wê: / sîn dûme ist im ûz dem lide sîn
UvLFrd
487,17
1.2
im rechtl. Kontext:
wirt ein man wunt in ein lit, unde wirt im daz vergolten
vor gerihte SSpAug
205,4;
swer ẃnt wirt vnde doch daz lebin behaltit, aber er wirt eines lides
vngewaltig, der an dirre getâht schuldig ist, der hat die hant verlôrn
UrkCorp (WMU)
1653,20.
– im Rahmen des Talionsprinzips:
wirt aber di wunde lemik und wirt daran begriffen, so
gehoeret niht derzu wan lid wider lid als an dem buche
stat [vgl. Art. XLIX § 2]
StRAugsb
236,28;
UrkCorp (WMU)
475A,31
1.3
in der Wendung von kindes ~
‘von Kindes Beinen’
diu hovewîse ist herte / den die ir von kindes lit / habent niht gevolget
mit Helmbr
245
2
bildl. und übertr.
2.1
die Christen als Glieder der Leibs Christi:
der heilige Krist ist unsir hoͮbet, wir birn siniv lider
Spec
52,19.
54,2.
118,26;
wan wir ein geist vnd ein lip svln sin in vnserm herren
Ihesv Cristo, der vnser hovpt ist vnd wir christen siniv lider
DvAPatern
194;
PrOberalt
147,35
2.2
in Anschluss an 2.1 dann auch ‘Anhänger, Angehöriger,
Mitglied’
– Gottes, Christi, der Christenheit:
daz si mitten under in sâhen / in menschlîcher persône
/ unsern herren, der si schône / gruozte und trôste sîne lide
KvHeimHinv
469;
so bezaichent daz wazzer die hiligen tauffe in der
die menschen erreint sint, daz si got gezæm sint, das si siniu lit sint
PrOberalt
79,31;
HeslApk
10810.
– des Teufels:
so der tiufel unde siniu lit / also gare werdent
verniht Vateruns
91;
wels sint sine [des
Teufels] lider? Lucid
130,5;
von des tiufels liden PrOberalt
114,10;
KvHeimHinv
288;
HeslApk
2701.
– einer Gemeinschaft, eines Ordens:
wen der meister von Nîflande ist ein der grôsten
lider unsers ordens StatDtOrd
91,22
2.3
in der Bezeichnung von Verwandten bzw. Verwandtschaftsgraden (vgl. ausführlich
SpdtL
84,5-85,5):
nu merket auch wâ diu sippe beginne unde wâ si ende neme.
in dem haubte ist bescheiden man unde wîp [...]. in des
halses lide diu kint [...] ungezweiter brüeder kint diu
stânt an dem lide der schultern SpdtL
84,7;
er was von vrîen liden komen KlageB
1393;
RbGörlitz
123
3
bei Pflanzen wohl ‘Stängel, Sprossachse’
nim einen halm unde brenne die wercen mit des halms lide
Barth
149,14.
149,26;
nichein man en mûz die sât treten durch jagn noch durch heczen, sint der zcît
daz daz korn lide hât SSp (W)
2:61,5
4
‘(Bestand-)Teil, Einzelteil’
der mich zv einzeln liden / al zv sniten hete
Herb
13344;
nu bin ich an der künste liden / so meisterliche niht bereit
KvWGS
10;
nû ‘stant in der porte’. swer dâ stât, des lide sint geordent
Eckh
1:313,1.
– Glied einer Kette:
si kniete vor ir herren da / und kuste siner boien
[Ketten] lit Pass III
462,47.
–
des gelouben ~
:
sin einvaldige lere, / die uf des gelouben lit / wendet iren rechten trit
Pass III
473,63;
daz er [...] den lobelichen trit / zu mir in des
gelouben lit / mit rechten witzen kere ebd.
632,76.
– in der Wendung über diu ~ gân wohl i. S. v. ‘etwas kann
nicht im Einzelnen, genau gewusst werden’ (vgl. Anm. und
Glr.z.St.):
alleine ez gienge uber die lit Pass I/II
(HSW)
4399
MWB 3,3 1205,23; Bearbeiter: Luxner
2lit
stN.
auch liet ( Lanc ).
‘Deckel’
von der kafftzen [Gefäß; hier der Gral] nam sie das
litt / vnd stalte es vf die tauel dar Krone
29426;
aller missewende vrî / was der napf und daz lit Flore (P)
1579;
mit sînen handen nam er abe / sâ daz lit von dem grabe LBarl
16518;
Lanc
213,31;
UrkCorp (WMU)
51,31.
–
‘Augenlid’
[er] weinte daz die lider / wurden von zeren gevar / mit
sinen oug epfeln clar / sam ein vleisch von blute rot Daniel
3856
MWB 3,3 1206,63; Bearbeiter: Luxner
lit-
s.a. lide-
MWB 3,3 1207,9;
lît
stNM.
‘Obstwein, Most’ (vgl. Schultz, Höf. Leben 1,403 und 2RGA
21,523-526):
des enmoht er nv ditz leit / auz dem kopf [Becher]
niht getrinchen Krone
1941.
1950.
7331;
hie ist semele unde lît Kchr
11615;
er hiz daz luit zu gan, / vullin eini cisternam / meddis undi
winis, / dis allir bezzistin lidis LobSal
70;
Hochz
317.
– im Gleichnis:
selbe er in schinket / den allirbezisten lit / daz ist der ewige lib
[das ewige Leben] , / des iemer enbizze / njeman ne
mac wizzen Glaub
3104
MWB 3,3 1207,10; Bearbeiter: Luxner
lîte
swF.
‘(Ab-)Hang, Halde, Leite’ (vgl. WMU 2,1146; DRW 8,1205f. s.v.
3Leite):
ich mocht an manger stat nit ritten. / ich erbaitzt do an den liten / und nam
min pferit an min hant / und zoch ez durch dez staines want MinneR
476
12;
ein Bêheim wert, / Otacker, der des rîches erbe noch sol wîten, / ob ers gert,
/ sîn wirt eben berc unt tal unt alle lîten Sigeher
18,14;
so wold er mit Pompeio / kumen und wider ienen io / menlich zu velde striten /
uf bergen und in liten HistAE
5548;
tal unde liten, / daz was allez vol Rab
473,1;
do der herre Noę uirstuͦnt / daz dev archa gestuͦnt / do sande
er an di liten [gemeint wohl die bereits hervorscheinenden Berge; vgl.
Gn 8,5] / ein uogel der heizet rappe VMos
13,4;
Dietr
8460;
ErnstB
886;
Krone
19897;
den túrn vnder Reysperch [...] mit samt dem
weíngarten, der do vnder leit, vnd den zwain leiten neben des weíngartens, der
aínev get vͤntz an den weg, div ander vͤntz an daz ceilach UrkCorp
(WMU)
2204,29;
UrkHeil
2,207
(a. 1349);
were oͮch, daz die vroner [...] aneinander iht
hettend zuͦ sprechende von dirre berge wegen, da svͤllent sie reht vmbe nemmen vor
vns oder vnsern voͤgeten vf der leiti vf den selben bergen vnd niene ansderswa
UrkFreiburgGr
12,371
(a. 1322),
vgl. Anm.z.St.; s.a. bergm.
leite
stswF. 1.2.
– hier wohl i. S. v. ‘Tal’ (vgl. Glr.z.St.):
sin wec im in den ziten / geburte in einer liten / da ein michel wazzer vloz
[vgl. gebürn 2
]
Pass III
184,49.
– für den Weg über eine lîte (vgl. Glr.z.St.):
hievon er balde neigete / sich durch den pusch besiten, / wand er die rechten
liten / nicht entorste wandern Pass III
347,28.
– umschreibend für die Hüfte:
und was der roc dâ mite / dâ engegene, dâ die sîten / sinkent
ûf ir lîten, / gefranzet unde genget Tr
10904.
– übertr. des gelückes ~
:
die viende [...] / die er
[Gott] in den geziten / von des geluckes liten /
genzlich warf besiten / in den sumpf vil witen Pass III
393,79
MWB 3,3 1207,20; Bearbeiter: Luxner
lîteigenstiure
stF.
Steuer aus der Produktion oder dem Ausschank von (Obst-)Wein,
‘(Obst-)Weinsteuer’
die wineigen [Weingüter] suln geben ze meien
sibenzehen vnze heller ze lideigensture UrkCorp (WMU)
29,1
MWB 3,3 1207,58; Bearbeiter: Luxner
lîtgëbære
stM.
‘Wirt, Schankwirt’
daz der vorgenant probst, [...], ewicleichen an dem
alten markcht haben mag und auch sol durch recht ainen leitgeber,
[...] der im seinen wein schenkchet, oder andern wein
den im der probst erlawt ze schenken UrkBaumb
232
(a. 1342);
StRMeran
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MWB 3,3 1207,63; Bearbeiter: Luxner |