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ABCDEF s.VGHIJKL
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l – lâchen
lâchen – laden
laden – Lahrein
lahs – lampartisch
lampe – lanclëbic
lanclîbe – lancwat
lancwiric – lant|âht|acker
lantâhte – lantgemeine
lantgenôʒ – lantleite
lantliut – lantreister
lantrihtære – lantsidel
lantsidel – lanttwingære
lanturliuge – lantwîn
lantwîp – larrûn
larventier – lasterkleit
lasterkôsen – lasterwunde
lastkarre – Latrisëte
latrôn – læʒic (?)
læʒlich – lëbendic
lëbendigen – lebezelte
lëbezuht – 3lecken
lëcken – lëder|gerwe
lëderhosære – lëdic|sagunge
lëdic|vrî – lëgerhort
lëgerhuobe – lêhengëlt
lêhenguot – lêhensrëhten
lêhensteidinc – leidebërnde
1leiden – leienphrüende
leienrëht – leissup
leist – leiterboum
leiteren – leitstap
leitstërne – lemmelîn
lemnisse – lenderieren
lenderl – lenke
lenken – lêrchenmunt
lêre – lërnkint
lërnknabe – lësemeister
lësen – lettener
letter – levîte
lëwe – lëwinne
leyô – lîch
lîch – lîchphenninc
lîchreste – 1liden
2liden – lîdunge
lie – liegære
liegærinne – liehticheit
liehtkerze – liehtvaʒ
liehtvlüʒʒic – liepsuochende
liep|swinderinne – lîhenisse
lîhkouf – lîhtsüeʒe
lîhtunge – 2lîm (?)
limbel – lindelîche
1linden – lînhose
linie – lînsoc
linster – lîpgedinge
lîpgedingede – lippenlappen
lippe|swër – listen
lîsten – 2lit
lit- – litze
litze – liut-
liutærinne – liutsælde
liutsælic – löbelach
lobelich – loc
loch – lodewërc
lœdingære – lônærinne
lônbære – lônen

   lidesuht - lieben    


lidesuht stF. ‘schmerzhafte Erkrankung der Gliedmaßen, Gelenke’ artetica: lidsuht, lidsucht VocOpt 43.096; sciatica : lidsuht in der huft, in der huf lidsucht ebd. 43.099

MWB 3,3 1116,4; Bearbeiterin: Baumgarte

lideweich Adj. ‘biegsam, geschmeidig’, übertr.: ‘formbar, beeinflussbar, gefügig’ sîn houbt muoz zieren schône / diu kunic Karles krône, / [...] / diser kunst und disem list / machtens dem von Engellant / sô lideweich die hant, / daz sîn hort wart an geruort. / ez wart sô vil gefuort / her ze tiutschen landen sînes guotes, / daz [...] Ottok 12336; wir jungen namen den weize [den Weizen, in der Auslegung des Gleichnisses: den Glauben] / der alt vorborgen zeichen [des alten Testamentes] , / wen wir lide weichen / nach den worten uns bekarten / die jen alden uns vor larten HeslApk 11030 (Glr.z.St. ‘wankelmütig’)

MWB 3,3 1116,8; Bearbeiterin: Baumgarte

lidic Adj. lëdic

MWB 3,3 1116,21;

lîdic Adj. graphische Interferenz mit i-Schreibung in lëdic . 1 ‘duldsam, (Mühe, Leid, Ungemach) annehmend, geduldig’
2 ‘annehmbar, erträglich, akzeptabel’
3 ‘leidend’
   1 ‘duldsam, (Mühe, Leid, Ungemach) annehmend, geduldig’ froelich und gespraeche / was si [ Maria ] sunder waehe, / lîdec, gedultec, kiusche / und milt ân alle tiusche WvRh 13296; si [die minne unsers herren ] machet dich in armuͦt willich. unde in arbaiten lidich PrSchw 2,103; wenne denne dise bekorunge [Versuchung] kummet, so sol er [...] sich liden in gelossenheit und in lidiger gelossenheit und warte Gottes in dem getrenge [Bedrängnis] Tauler 93,32 u.ö.    2 ‘annehmbar, erträglich, akzeptabel’ missehellent die, so sol der ertzebischof von Meintze den schaden machen [regeln] , als in beidenthalp lidik vnde mugelich dvnket UrkCorp (WMU) 931,29; daz dem lidenden menschen liden dest lidiger werde Seuse 396,24 u.ö.    3 ‘leidend’ herre, nu sihe ich, daz ich dich als warlich enphahe alse er [Simeon, vgl. Lc 2,28] , und so vil adellicher, als vil din zarter lib nu glorifizieret und unlidig ist, der do lidig waz Seuse 294,13

MWB 3,3 1116,22; Bearbeiterin: Baumgarte

lidicheit stF. lëdicheit

MWB 3,3 1116,43;

lîdicheit (?) stF. graphische Interferenz mit i-Schreibung in lëdicheit (2 und 3) und umgekehrt; der eigene Ansatz von lîdicheit trägt der Unterscheidung zwischen ‘Nicht-Handeln, Geschehenlassen’ und ‘Freisein von Aufgaben, Arbeit’ (vgl. lëdicheit 3) bei jenen Belegen Rechnung (im Tauler-Glr. bei lëdicheit), die einen Ggs. zu wirkelîcheit ‘Tätigkeit’ enthalten und wenn es darum geht, sich dem Wirken Gottes anzuvertrauen (vgl. lîdiclich 2). ein sich von Tätigkeit Enthalten, ‘Tatenlosigkeit, Untätigkeit, Passivität’ leider mine lidicheit / du hat mig dikke verleit, / daz ig van minen sculden / verworte sine hulde MarldA 132; och sol der mensche vil innerlichen war nemen wenne in der geist gotz mane och ze lidikeit oder ze wúrklicheit Tauler 178,30; alsus so sol der mensche etwenne wúrken, etwenne rasten, [...] nach dem das er bevint das in aller meist zuͦ gotte reissen mag, es si in wúrklicheit oder in stillin. der nút mit lidikeit innerlichen enkan, der kome dar mit wúrklicheit heiliger bilde und uͤbunge ebd. 238,30. valsche ~ : in etlichen landen vint man lúte die einer valscher lidikeit phlegent und tuͦnt sich aller wúrklicheit ab, und inwendig huͤtent si sich vor guͦten gedenken, und sprechent si sin ze friden komen, und enwellent sich och nút uͤben an den werken der tugende Tauler 218,11; si minnent ir inwendige valsche lidikeit, die nút gesuͦchet enist mit wúrklicher minne von innan und ussen ebd. 167,15. 219,2. 250,7. 250,23; valsche ledikeit ebd. 250,32

MWB 3,3 1116,44; Bearbeiterin: Baumgarte

lîdiclich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. 1 ‘duldsam, (Mühe, Leid, Ungemach) annehmend, geduldig’
2 ‘passiv, ohne selbst einzugreifen’
   1 ‘duldsam, (Mühe, Leid, Ungemach) annehmend, geduldig’ er leit vil gar die arbeit, / diu an in ie wart geleit [die ihm auferlegt wurde] , / mit lîdeclîchem sinne RvEBarl 5971. – überw. adv.: er truoc sîn arbeit / lideclîche in gotes namen / âne weltlîchez schamen RvEBarl 15285. 5967; so daz selbe liden ie mer ist und so sú ein einig Pater noster noch Ave Maria nút mugent lidekliche gesprechen one daz veige gerúne Seuse 505,1; daz aber ich vil lîdiclîchen [Hs. lediklichen ] tuo HartmKlage (G) 659    2 ‘passiv, ohne selbst einzugreifen’ und wenne man des gewar wirt das der herre do ist, so sol man im das werk lossen lideklichen Tauler 238,20 u.ö.

MWB 3,3 1117,11; Bearbeiterin: Baumgarte

lidiclîche Adv. ‘stückweise, Glied für Glied’ (zu 1lit ; membratim, vgl. Glr.z.St.; oder zu (bei Märtyrern naheliegendem) lîdiclîche ‘geduldig leidend, duldsam’ verschriebene Spontanbildung lidelîche zur Übers. von membratim, was dem Wortbildungsparadigma zu 1lit mehr entspräche, vgl. z.B. lidelos, -schart): Sant Jacob lidklich ward zerschnitten / mit messern gar nach hertem sitten KvHelmsd 3777

MWB 3,3 1117,26; Bearbeiterin: Baumgarte

lidundei Interj. Ausdruck zum lautmalerischen Nachahmen einer Nachtigall (VocesWack, S. 26): deilidurei faledirannurei / lîdundei faladaritturei! SM: HvStr 1: 1,11

MWB 3,3 1117,35; Bearbeiterin: Baumgarte

lîdunge stF. 1 ‘Ertragen, Aushalten, Ausharren’
2 das, was jmdm. zu ertragen bestimmt ist (z.B. äußere Makel, Tadel, Schmach, Leid)
3 ‘Abgabe(pflicht), Last’ (vgl. DRW 8,1159f.)
   1 ‘Ertragen, Aushalten, Ausharren’ so wirt diu minne unsers herren [zu unserem Herren] bewêret. mit ainer lidunge aller widerwertechait. dc ist dc der mensch armuͦt unde ungeluͥche unde alle arbait gedulteclich lidet durh got PrSchw 1,123; dar nach koment si mit helfe [durch Fürbitten] und lidunge úber alle not, das ist dem himelriche also nahe, das si alle vroͤde habent ane drierleie vroͤde Mechth 6: 8,30; ein pinlicheit, ein gehorsam und ein lidunge Tauler 83,15. 14,32    2 das, was jmdm. zu ertragen bestimmt ist (z.B. äußere Makel, Tadel, Schmach, Leid): di herrin [Herrscher] sullen han gedult / an lidunge mit unschult / und an der lute bruche [Fehlerhaftigkeiten, Verfehlungen] PfzdHech 258,27; also sol der mensche sin in eime woren sloffe ussewendig zuͦ allen lidungen und bekorungen die uf in gevallen múgent, und sol nút denne in einer gelassener lidunge [zu 1 ] sich demuͤtekliche underboͤigen und liden in einer entslaffener wisen und enker sich nút daran Tauler 14,31; diu lîdunge der sinne und der nidersten krefte diu engât in niht ane noch disiu anvehtunge Eckh 5: 271,7; Daniel 2707; HvBer 3114; PrWack 99,98. – im Ggs. zum aktiven tüeliche, tüegunge das Passive hervorhebend: aber die wandelunge bestat in der tüeliche unde in der lidunge [ mutatio autem consistit in actione et passione ] ThvASu 28,25; aber die ufnemunge treit inne die tüegunge, nach dem unde man sprichet, daz etwer ufnimet, oder die lidunge, nach dem unde etwaz ufgenomen ist [ assumptio autem actionem secundum quam dicitur aliquis assumens, vel passionem secundum quam dicitur aliquid assumptum ] . ebd. 28,29    3 ‘Abgabe(pflicht), Last’ (vgl. DRW 8,1159f.): wir wellen auch, daz allez daz guet, daz geistlich leut in unser stat czu Brunne chaufen oder wie sie iz gewinnen, daz daz alle losunge und alle beswerung mit der stat tragen schol und leiden und chain hantvest noch chain gnad schol geistlich leut derselben leidung uberheben StRBrünn 387

MWB 3,3 1117,39; Bearbeiterin: Baumgarte

lie, liewe stF. ‘Laube’ mangen vogel [ hôrte man ] singen / in den liewen über al Wig 242. 345; TrudHL 32,6. – bildl.: ich wil des sinnes lie florieren / mit roselechten worten, schon probieren / mit redeblumen sunder frist Frl 11:1,1. – im Vergleich: also ich min lip sie [meine Geliebte sehe] , / so ist iz geschaffen an schoner lie [an einer schönen Laube] / also ein wintrubel von Cypri / komen uz dem wingarten Engaddi [vgl. botrus cypri dilectus meus mihi in vineis Engaddi Ct 1,13] Brun 7469

MWB 3,3 1118,16; Bearbeiter: Hansen

liebamîe stF. ‘Geliebte’ (vgl. trûtamîe ): in ir süezen wazzers vliezen / miner zarten liebamie / ir sirenen symphonie / væhet ie sa mins herzen kiel MinneR 28 1,95

MWB 3,3 1118,26; Bearbeiter: Hansen

liebe Adv. liep

MWB 3,3 1118,30;

liebe stF. auch swF. ( z.B. HlReg 20,15, Lilie 71,172, Mechth ), md. auch lieve, leive ( z.B. Roth , HagenChr ); Formenüberschneidungen mit liep stN., von dem es nicht immer sicher zu unterscheiden ist, vgl. liep Adj. 3.1. ‘Zuneigung, Liebe’, metonymisch auch eine konkrete ‘Zuneigungs- oder Liebesbekundung, Gefälligkeit, Zärtlichkeit’ 1 allg. ‘Zuneigung, Freundschaft, Wertschätzung, Gunst’
2 Partnerliebe (von selbstloser, partnerschaftlicher Zuneigung über sehnsüchtige Verliebtheit bis hin zu körperlicher, sexueller Begierde; vgl. minne )
3 elterliche, familiäre Liebe
4 religiöse Liebe
4.1 Liebe der Menschen zu Gott
4.2 Liebe Gottes
5 Neigung zu Dingen und Sachverhalten, ‘Verlangen, Sehnsucht, Lust’
   1 allg. ‘Zuneigung, Freundschaft, Wertschätzung, Gunst’ wizz, daz gâb und zuotætichait vil lieb und lobs enzündet BdN 59,34; daz der hailig gaist den menschen entzünt zuo gotes minne und zuo des næhsten lieb ebd. 70,10 u.ö.; ein mensche gibet doch sîn guot und lîdet ungemach, daz er sînen vriunt ervröuwen müge und im eine liebe bewîsen Eckh 5: 49,14; wir wollen noch me durch uwer lieb [aus Zuneigung zu euch] thun Lanc 78,23; swer durch liebe oder durch leide oder durch gâbe oder durch vriuntschaft oder durch vîntschaft iht anders rihtet danne alse ditz buoch saget, daz ist wider got SpdtL 80,12 u.ö. (für den spezifisch rechtssprachl. Gebrauch vgl. auch DRW 8,1306f. mit weiteren Belegen); SchlierbAT (LS) 1,99; Pelzb 135,3. – ‘Zustimmung’ (vgl. 5 ): daz inmac min nicht vircophi noch virsezzi ani des mannis liebi, demi iz zu werin gisazt is Mühlh 129,11. 146,23. 178,12    2 Partnerliebe (von selbstloser, partnerschaftlicher Zuneigung über sehnsüchtige Verliebtheit bis hin zu körperlicher, sexueller Begierde; vgl. minne ): swer sich kunne / mit liebe lieblîch zweien, / der sol fröide in herze heien [hegen] SM:KvL 3: 1,6; stætiu liebe heizet minne. / liebe, minne, ist al ein: / die kan ich in mînem sinne / niht gemachen wol zuo zwein KLD: UvL 28: 4,1; diu liebe den herren sô betwanc, / daz er eins halben tages lanc / die frouwen selten vermeit Eracl 2467. 2480; er [der Stein] hât auch die art, daz er der êläut lieb widerpringt BdN 436,23; wizze din liebe [deine Liebesbezeugungen] ir / nu sint hart smæhe WhvÖst 10360; sît si herzeliebe heizent minne, / so enweiz ich, wie diu liebe heizen sol MF:Mor 11a: 3,2; do begunden wir do beide ein gemellichez machen [d.h. Geschlechtsverkehr haben] ; / daz geschach von liebe und ouch von wunderlichen sachen Tannh 3,84; wir sint vleischlicher lieben / entprant in diner gere, / dar umme uns gewere / dines libes sundir haz! Daniel 7544. 7454; RvEWh 5002; Parz 202,30; KvWHerzm 7. – bildl./ personif.: diu blinde liebe [...], / diu mit in beiden umbe gie Tr 16453; der liebe swert sere sneit / alhie die alden beide Daniel 7464; frou liebe iu gît geselleschaft Parz 291,17; frô liebe KLD: RvB 4:11,1. 4:10,1 u.ö.; SM:Te 8: 1,8. – übertr. auf Tiere: diu taub enzünt ir lieb mit snäbeln sam die menschen mit küssen BdN 180,1; wenn der man [die männliche Schlange] mit dem weib unkäuscht, sô ist si sô gar vol gelustes, daz si im daz haupt von lieb ab peizt ebd. 285,14    3 elterliche, familiäre Liebe: do neigte sich dú jungfroͮwe mit muͤterlicher liebi in maͤgtlicher zuht zuͦ irme gepingetem kinde Mechth 5: 23,67. 1: 44,62; filadelfia lutet, / als uns Beda bedutet, / ‘in bruderlicher liebe.’ HeslApk 5351; die suͤne die dient ir vater getriulich durch die libe und durch die trew die si zuͦ im habent PrOberalt 92,30; Eckh 5: 25,12; Tr 1942. – übertr. auf Tiere: die storch habent [...] grôz lieb zuo irn kinden BdN 175,16. 178,30. 210,7    4 religiöse Liebe    4.1 Liebe der Menschen zu Gott: der stain bedäutt die volkomen stætikait der hailigen marterær, die ir pluot vergozzen habent in der liebe unsers herren BdN 461,28; die ewig liebi zuͦ gotte wonot in der sele Mechth 7: 46,16 u.ö.; dar umbe solt dû daz merken in dir, ob dîn liebe wahse ze gote Eckh 5: 264,3; PrOberalt 42,20 u.ö.    4.2 Liebe Gottes: gedenche unser herre in der liebe uolches dines [ in beneplacito populi tui ] PsM 105,4; durch unser lieb nam unser herre unser menscheit an sich PrOberalt 38,17 u.ö.; des heiligen geistes liebe diu erfullet dïr dine hercze Konr 8,21. 23,105. – in der Bez. des Hoheliedes: in der liebe buche dort / hore Salomonis wort Daniel 2079. 3500    5 Neigung zu Dingen und Sachverhalten, ‘Verlangen, Sehnsucht, Lust’ habe ich di libe daz ich uber mer wil, und hette ich gerne ein schif, daz were allein daz ich gerne uber mer were Parad 130,19; reinige, herre, hútte min herze von aller irdenischer liebin Mechth 6: 37,11 u.ö.; swer sleht die Nibelunge [...] durch deheines schatzes liebe [aus Gier nach Schätzen] NibB 1900,3; sô hân ich und hât mîn herze noch liebe und minne ze zergenclîchen dingen Eckh 5: 17,10; PrOberalt 9,25. 4,8; DvAPatern 312; BdN 291,27 u.ö.

MWB 3,3 1118,31; Bearbeiter: Hansen

liebe swMF. liep Adj. 3.2

MWB 3,3 1119,59;

liebebære Adj. ‘Liebe in sich tragend’ die sint niht liebebære, / sie sint rehter minne unmære UvEtzWh 435

MWB 3,3 1119,60; Bearbeiter: Hansen

liebebrief stM. ‘Liebesbrief’ guͦte gebet, guͦt sprúch und guͦte tútsche buͤchlin sint dines goͤtlichen liebes liebbrieff Seuse 484,11

MWB 3,3 1119,63; Bearbeiter: Hansen

liebede stF. hier md. liefde, leifde (vgl. mnl. liefde MNW 4,538ff., mnd. levede, lêfte Schiller/  Lübben 2,677). 1 ‘Freude’
2 ‘Zuneigung, Liebe, Treue’
   1 ‘Freude’ myn leyt eme lieft, myn liefde eme leydt, / wat mich ervrauwet, dat is eme leyt MinneR 64 33    2 ‘Zuneigung, Liebe, Treue’ Jacob Keselinck des dages streit / als ein kone heilt deit / mit vrouden ind wart geschossen da, / dat hie des eichten dais dar na / durch leifde ind durch truwe starff / ind hie vrunden umb ere warff HagenChr (G) 4976. – wohl hierher (oder Verschreibung aus leit? so Ausg. S. CXLVI, Anm. 125): waz mochte si [Maria] dar zu getun, / wan daz si irem toten sun / sin hende weinde kuste, / als do ir leit [La. leift ] geluste? Pass I/II (HSW) 7424

MWB 3,3 1120,1; Bearbeiter: Hansen

liebegërnde Part.-Adj. ‘nach Liebe verlangend, suchend’ swinc im liebegerndes sinnes ougen, / sô lernet dîn wǘnschelgedenken frœlich springen KLD: BvH 14: 5,7; und gerâte ich niemer doch dar an, / daz iemer liebe gernde man / dekeine solhe unmuoze im neme, / diu reiner liebe missezeme Tr 94

MWB 3,3 1120,16; Bearbeiter: Hansen

liebehalp Adv. ‘was die Liebe angeht’ er was wol liephalp mîn kint Wh 184,7; Halzebier und Synagûn, / ietweder ist liebehalp mîn sun ebd. 347,30

MWB 3,3 1120,23; Bearbeiter: Hansen

liebejagen subst. Inf. ‘Streben nach Liebe’ ir zweir herze liebe iagen / vnminn moht gekrenken niht TürlArabel *A 12,14

MWB 3,3 1120,26; Bearbeiter: Hansen

liebelîn stN. Dimin. zu liep stN., ‘Geliebte, Liebste’ kuͤm her, du uz erwelte min! / kuͤm her, du schones liebelin / uber alle wip geschoͤnet! [Jesus zu Maria] HvNstGZ 7633

MWB 3,3 1120,29; Bearbeiter: Hansen

liebelôs Adj., Adv. 1 ‘freudlos, traurig, unglücklich’
2 ‘ohne Liebe, herzlos, treulos’
   1 ‘freudlos, traurig, unglücklich’ da ist ach und we und liebloses sterben ane alles genesen Seuse 271,1; dar umbe gie er ellend und lieblos und enzoh sich mit groser gezwungenheit ebd. 10,7 u.ö.; er weinde als im sîn triuwe riet, / die vil liebelôsen diet / hiez er ûz ir banden lân RvEAlex 13960; zekratzet und zeroufet / hete sich daz lîplôse [Hs. liebelose ] wîp, / daz ir diu wât und der lîp / mit bluote was berunnen Er 5324; WvRh 10146    2 ‘ohne Liebe, herzlos, treulos’ bî sîme houbte dô swûr / Antrêd der valsche herzoge, / daz in daz getwerg hête betrogin: / dar umme wolde he in irslân. / dô sprach der lîbelôse man, / von swelchir list so ez quême / daz man des nicht vornême Eilh (L) 3800; wie mac ain liebeloser man, / der nie von wibe lieb gewan / noch iemer sol gewinnen, / wip von herzen minnen? RvEWh 3995; MinneR 44 31

MWB 3,3 1120,33; Bearbeiter: Hansen

liebelôse stF. ‘Zustand ohne Liebe, Verlassenheit’ swenne du dich denne aller menschen liebes, nutzes und trostes verzihest, denn so vil es din baͤrú notdurft ist: so verwiset din lieblosi alle, die mich do ze der stunde liessen Seuse 261,21

MWB 3,3 1120,51; Bearbeiter: Hansen

lieben swV. md. auch lêben, frmhd. auch liuben (vgl. ahd. liuben AWB 5,1183ff.). 1 ‘jmdn. oder etw. liep haben’
1.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. ehren, jmdm. Liebe oder Wertschätzung erweisen’
1.2 mit Akk.d.S. oder Obj.-Satz ‘etw. mögen, an etw. Gefallen finden, etw. (wert)schätzen’
1.3 subst. ‘Zuwendung, Wohltat, Liebesbekundung’
2 ‘jmdn. oder etw. liep machen’
2.1 mit Dat.d.P. und Akk.d.P. ‘jmdn. bei jmdm. beliebt machen’
2.2 mit Refl.-Pron. ‘sich beliebt machen’
2.3 mit Dat.d.P. und Akk.d.S. ‘etw. jmdm. angenehm machen’
3 ‘jmdm. angenehm sein oder werden, jmdm. gefallen’ (intr. mit Dat.d.P.)
   1 ‘jmdn. oder etw. liep haben’    1.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. ehren, jmdm. Liebe oder Wertschätzung erweisen’ herre Got, du hast min ruch. / gedenkende zu gesuch / bistu aller der die dich / lieben [vgl. non dereliquisti diligentes te Dn 14,37] Daniel 8132. 5073; wis senfte unde manhaft, / er zeige gemeine geselleschaft, / en pfahe die geste, lieb daz gesinde [behandle die Dienerschaft gut] Erz III 36,375; er hat dem riche wol gedienet; / er wirt geret unt geliebet / uon allen den minen Rol 2844; lieber herre, / ir hât uns vil verre / geliebet unde gêret AHeinr 975; ob si iemman geliebt hetten mit schenkunge oder mit erunge MGHConst 6,2:315,4 (a. 1333) (vgl. liebunge ); Konr 3 W1,18. 3 W1,23. – ‘jmdn. liebkosen’ swa lieb lît bî liebe, lieblîch siu sich liebent SM:KvL 1: 5,1    1.2 mit Akk.d.S. oder Obj.-Satz ‘etw. mögen, an etw. Gefallen finden, etw. (wert)schätzen’ doch liebeter den smerzen / und truog im inneclîchen muot: / er dûhtin süeze unde guot Tr 18978; sô guot, sô lônbære / triuwe under vriunden wære, / war umbe lieben wir si niht? ebd. 12347; Erculi sere lieben began, / daz dem kindischen man / sin mvt was so herte / zv sus / getaner ferte Herb 333    1.3 subst. ‘Zuwendung, Wohltat, Liebesbekundung’ uone diu sône wirt ime [Gott] nięht garlîchę liebe ane weltlicheme liebennę gezaiget TrudHL 38,26    2 ‘jmdn. oder etw. liep machen’    2.1 mit Dat.d.P. und Akk.d.P. ‘jmdn. bei jmdm. beliebt machen’ ein wîb schœne und hêre / liebt si [die Minne] mir so sêre / und nicht ir mich: davon si sich mir frömdet SM:Had 40: 3,6; her Ruodolf von Landenberg, guot ritter gar, / half mir ouch dar und liebte mich ir ebd. 2: 8,7. 9: 2,4; nu weiz Got wol das ich an dir / nie nit gesach wande das dich mir / leipte [= liebte ] und erleidet nie, / sit das ich kunde din gevie RvEWchr 25993; herre, sú sprechent, du gebest liden. eya liden, eya froͤliches liden, daz mich dir mag gelieben, daz dich mir mag vereinen! Seuse 413,4. – selten mit Pron.-Adv. statt Dat.d.P.: er lûteret dc herze. er bringet got dar în. er liebet gote dar inne TrudHL 2,14    2.2 mit Refl.-Pron. ‘sich beliebt machen’ sîn zuht, sîn angeborniu tugent, / die er truoc in süezer jugent, / alsô zühteclîcher site, / daz er sich sô liebte mite, / daz man in wîte prîste RvEBarl 1144; frowen wunne liebt sich baz, / danne allez, daz / ieman sicht SM:Had 42: 2,1; sit daz sich ofte lieben kan / sin lúge, die ze nihte / ist guͦt SHort 108; SM:UvS 20: 1,5; KLD:Kzl 15: 3,6. – mit zusätzlichem Dat.d.P. ‘sich bei jmdm. beliebt machen’ alsus gewan er an sih / der lúte gunst und ir frúntschaft also / das er indén ziten do / nieman von im scheiden lie, / wan dem er sih so liepte îe / das er im mit zúhten an / frúntschaft unde gunst giwan RvEWchr 29402. 29376; her lebet sich sam schoniz golt / den luten in ir herzen und ir ougen Goldener 4,7; si hât den liuten sich geliebet schiere SM: Wi 9: 4,2; Tannh 5,74; Wig 2689; Will 100,5    2.3 mit Dat.d.P. und Akk.d.S. ‘etw. jmdm. angenehm machen’ swâ si wonet, diu eine liebet mir daz lant MF: Reinm 32: 3,2; sælic man, / swer sô kan / dienen daz sîn arebeit / im liebe leit KLD: UvL 29: 1,15; vrou Laudîne hiez sîn wîp. / sî kund im leben unde lîp / wol gelieben mit ir tugent Iw 2423. 2146; Seuse 253,4. 114,23; Ersparung des Dat.d.P.: der Îsôt under ougen siht, / dem liutertz herze unde muot, / reht als diu gluot dem golde tuot: / ez liebet leben unde lîp Tr 8293. 174. – i.S.v. ‘jmdn. zu etw. bewegen, motivieren, verleiten’ nu suͤln wir den almæchtigen got piten daz er uns sinen dienst lieb, daz wir nach disem libe die ewigen genad besitzen PrOberalt 12,18. 43,25. 146,15; mit sô getâneme nîde gêt er [der Teufel] uns mite alle wîle, / daz er uns ie die sunde liubet unze uns begrîfet der tôt Gen 451; Warnung 2865; HeslApk 2039    3 ‘jmdm. angenehm sein oder werden, jmdm. gefallen’ (intr. mit Dat.d.P.): so uns diu schuͤntsalung [Reizung, Versuchung] dez vintes liebet und suͤzze dunchet PrOberalt 59,4; diu wild gaiz ist gar ain weis tier, dem liebent hôch perge BdN 128,3; er zeicte sînen gebenden muot / und lie dô niemen âne guot. / er liebet in von tage ze tage RvEAlex 15323. 7377; sô wirt dir diu welt ein spot / und liebet dînem herzen got RvEBarl 5302; noch stuonden bî ein ander die küniges tohter rîch, / daz liebte an ze sehene vil manigem recken lobelîch NibB 591,4; PrGeorg 137,4; Iw 2674; Minneb 4687. – Ersparung des Dat.d.P.: reht als daz dinc zunruoche gât, / daz lobes noch êre niene hât, / als liebet daz, daz êre hât / und sînes lobes niht irre gât Tr 27. 183; gerste liebet, spru leidet Daniel 2318; allez daz ie leit geleit, / an unses herren schowe, / grunent vor alle owe, / suzet vor alle blumen / [...], / liebet vor alle die liebe HeslApk 7493

MWB 3,3 1120,56; Bearbeiter: Hansen