l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lanturliuge stN. lantvarære stM. lantvastetac stM. lantvëhte stF. lantveste Adj. lantveste stF. lantvlouge (?) stF. lantvluht stF. lantvogel stM. lantvoget stM. lantvogetîe stF. lantvolc stN. lantvolge stF. lantvrâge stF. lantvridære stM. lantvride swM. lantvridebrief stM. lantvrid|ingesigel stN. lantvrouwe swF. lantvürste swM. lantwer stF. lantwërc stN. lantwëre stF. lantwerunge stF. lantwîn stM. lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lanturliuge, landesurliuge
stN.
‘Krieg im Land’
were och dc, dc lant vrlvͦge were oder missewehse, dc vns nit wrde, so sin wir
oh nit schvldig ze gebende UrkCorp (WMU)
1471,24;
were das, das lant vrlúge vskeme, so sol [...] her
Chuͦnrat so vil schaden liden, als vil [...] dú eptischin
vnd der samnug kosten hant erlitten vmb das lipgedinge ebd.
1330,14;
ez si danne, daz schvͦr [Unwetter] oder biseze
[Misswuchs] oder landes vͤrlevge choͤme, so soͤlte
wir den schaden mit in tragen ebd.
3404,19;
UrkAsb
145
(a. 1335)
MWB 3,3 889,56; Bearbeiter: Diehl
lantvarære
stM.
‘Landfahrer, Landstreicher’; jmd., der als Nichtansässiger, Fremder durch
ein Land zieht:
ir sint ein lantfarære / und werbent hie und minnent dort
Reinfr
3300;
hie nach durch fuͦr der ritter guͦt / vil manig land mit fryem muͦt, / da er
vormals nit waz gesin, / da fuͦr er ritterlichen hin / mit einer ritterlichen schar.
/ [...] / die sprachent, daz er waͤre / ein rehter
lantfarere Staufenb
610;
KvWEngelh
2830;
SHort
6619;
ez ensol dehein lantvarær niht lenger in deheiner gebiet sin, wan uͤntz er dri
hohzeit [Festlichkeiten] zuͦ iem nem; fuͤrbaz ist er auz
dem frid MGHConst
4,(2):1223,9
(a. 1300).
–
die grôjerære [d.i. kroijierære,
Herolde (als Fahrende)] , / die sich nennent lantvarære
Ottok
74978.
– Lit.: Ernst Schubert, Fahrendes Volk im Mittelalter, Bielefeld
1995
MWB 3,3 890,3; Bearbeiter: Diehl
lantvastetac
stM.
‘festgeschriebener Fastentag’
dv vaste werde von deme priore gebrochin durch den gast· ez en si ein
lantvastetac [
nisi forte praecipuus sit dies
ieiunii
] . den man cebreche nit mac BrHoh
53
MWB 3,3 890,19; Bearbeiter: Diehl
lantvëhte
stF.
Kampf zweier Heere (vgl.
lantstrît
):
und ensolte dirre schande / nieman anders widerstân, / ezn
müese mit einwîge [im Einzelkampf] ergân / oder aber mit
lantvehte Tr
5969
MWB 3,3 890,24; Bearbeiter: Diehl
lantveste
Adj.
‘auf sicherem Grund’ (vgl.
lantveste
1; anders FWB 9,136, das sin als Pron. auf den Teufelsbündler
Theophilus bezieht ‘im sicheren Glauben der Verfügung über eine
Person’):
ich sage waz der tubel tete: / her wande sin gar lantveste
Brun
6231
MWB 3,3 890,28; Bearbeiter: Diehl
lantveste
stF.
1
‘fester Boden, Festland’
2
‘Befestigung (an Ufern, Hängen und Böschungen)’ (vgl. DRW 8,377f. mit weiteren jüngeren Belegen; ebenso SchweizId 1,1122) 3
‘Landgericht’
4
‘Privileg, Handfeste’
1
‘fester Boden, Festland’
manig seil man vmbe den kiel nv swief / vnde twang in sere an
daz lant. / [...]. / swie vil wart der lantveste / dar
gefvͤret fvͥr die geste / von boͮmen vf den alben TürlArabel
*A 179,17.
– in der Wendung
~ nëmen
‘anlanden’
dâ mit er und al sîn her / gein dem lande ûz dem mer /
lantveste nâmen, / dâ si zein ander quâmen Parz
750,9
2
‘Befestigung (an Ufern, Hängen und Böschungen)’ (vgl. DRW 8,377f. mit
weiteren jüngeren Belegen; ebenso SchweizId 1,1122):
daz wir [...] des buwes wegen, den wir taten die
lantvesti unser brugge an der Aren ze beschirmenne und ze versehenne
[...], uberein komen sin UrkAarau
45
(a. 1334)
3
‘Landgericht’
nulli iudicio, quod lantveste dicitur, presidebitur infra civitatem
UrkMittelrhein
3,1076
(a. 1259)
4
‘Privileg, Handfeste’
Demetrius [...] der was Jonathas genædec: er gap ime
lantvesten über allez sin gescheffede BuchdKg (M)
96,16
MWB 3,3 890,34; Bearbeiter: Diehl
lantvlouge (?)
stF.
wohl als Kompositum aufzufassen.
‘allgemeine Flucht aus einem Land, Landstrich; Landflucht’
si aliquando generalis vel communis terre sive patrie fuga, quod vulgo eine
lantflucht seu -flauge appellatur, evenerit UrkDOHess
2:349,9
(a. 1324)
MWB 3,3 890,53; Bearbeiter: Diehl
lantvluht
stF.
‘allgemeine Flucht aus einem Land, Landstrich; Landflucht’
aliqua generalis vel communis terre sive patrie fuga, quod wlgo eine
lantflucht [...] appellatur UrkWorms
2:134,11
(a. 1324)
MWB 3,3 890,59; Bearbeiter: Diehl
lantvogel
stM.
Vogel, der auf dem Land lebt:
ez sint zwairlai pellicân. daz ain ist ain wazzervogel, der
lebt der visch; daz ander ist ain lantvogel, der wont auf dem land und lebt der
slangen BdN
210,18.
211,29
MWB 3,3 890,63; Bearbeiter: Diehl
lantvoget
stM.
auch -gevoget ( UrkFrankf ).
‘Landvogt, Statthalter’ (im Dienst des Reiches oder eines Landesherrn als
Vertreter des Herrschers verantwortlich für die Verwaltung und Rechtssprechung
innerhalb eines Gebiets, Amtsbezirks, vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen
DRW 8,677–680 und WMU 1088f.; zur Sache vgl. auch 2HRG 3,614–616):
daz diz vorgenante closter vmbe die selben wasser niemerme von mir noch von
keinre [!] lantvogete, der von des kuniges wegen nach mir
kvmet, dekeine ansprahe noch notrede gewinne UrkCorp (WMU)
334,7;
jch Hainrich Walther von Ramswac, lantvogt kvnic Rvdolfes jn der stât ze
Auspurch vnd vf dem lande ebd.
1260,13.
N806,27
u.ö.;
swer ouch den landfride sweren wil, der sol daß tun vor deme lantfoget, in des
gebiete er gesezzen ist MGHConst
4,2:192,29
(a. 1307);
wir [...] veriehen uffenlichen an diesem brieff, das
wir dem eteln manne Gotffriden von Eppinstein [...] in der
Wetrebe [Wetterau] zu langtfaudt gegeben, gesetzet und
gemacht haben UrkFrankf
2,351
(a. 1333);
was auch todschläg in dem gericht geschehen, das gehöret einen landvoigten an,
oder den, der es von uns und von des reichs wegen innen hat WeistGr
3,611
(a. 1350);
einen lantvogt dis roch [Turm im Schachspiel]
betuͤten sol; / wan ein küng der mag niht wol / das lant berihten alleine
Ammenh
7861;
KvWTroj
6952;
Vät
38469;
Ottok
83243;
GTroj
10600
MWB 3,3 891,4; Bearbeiter: Diehl
lantvogetîe
stF.
auch -gevogetîe ( UrkFrankf ).
‘Landvogtei’ (bezogen auf das Amt und den Amtsbezirk des Landvogts):
dorfer, gelt, nuͤtze vnd alles, das der zuͦ horet, di[e] z[e] dem ambahte der
lantfogetie in Spirgawe horent, die der von Banacker, der ein lantfoget da was des
kuͤnges, des tages hette UrkCorp
1524,44;
also das er die langtfauͤtye inne haben und nyeszen sal, mit allen nuͤtzen,
rechten, eren, fryheiten und gewonheiten, als eyne langtfauͤt durch rechte billichen
duͤn [...] sal UrkFrankf
2,351
(a. 1333);
wir Karl von Gotes gnaden [...] bechennen offenlich
an disem briͤf, daz wir angesehen haben getriwen dinst, den uns und dem reich der
wolgeporn Fridrich herczog von Tecken oft getan hat [...],
und bevelhen im di lantfogtey unsers und des reiches lant ze Franken mit allen
rechten, steuren, juden, nuczen und allem dem, das darczu gehort
MGHConst
8:371,2
(a. 1347);
UrkSpeyer
332
(a. 1331, kopial);
er mag wol werden ein armer man, / sô er wirt der lantvogtîe entwert
Ammenh
9581
MWB 3,3 891,34; Bearbeiter: Diehl
lantvolc
stN.
1
‘Einwohnerschaft, Bewohner eines Landes bzw. Herrschaftsgebiets’
2 ländliche im Ggs. zur städtischen Bevölkerung
1
‘Einwohnerschaft, Bewohner eines Landes bzw. Herrschaftsgebiets’
diu lant ensint niht gelîch, / des sint die liute ouch misselîch, / ein
lantvolc hât guot geverte, / dâwider ist daz ander herte LvRegFr
1770;
des wart der künic betrüebet; / daz lantfolc sorge üebet, / dô der hêrre
schiet von dan ErnstD
5026;
ein ieglich lant hât sînen site / der sînem lantvolke volget mite
Renner
22260;
die brüeder von dem tiutschen hûse [des Deutschen
Ordens] / zuo dem lantvolke swuoren Ottok
9388;
hin enôsten roubten sî ouch / Chelmon, heizet ein lantvolch
JJud
313.
– z.T. rechtl. bezogen auf ding- und wehrpflichtige Personen:
ich wil is bereden mit al deme rechte, daz mir daz lantvolc irteilet oder
die schephenen, ob iz vnder kuningis banne ist UrkCorp (WMU)
51,22;
hie mite sô was ouch der tac komen, / der dâ zem kampfe
was genomen, / und was vil michel hêrschaft, / des lantvolkes michel craft / vor
dem künege in dem sal Tr
10806.
7378
2
ländliche im Ggs. zur städtischen Bevölkerung:
dô hiez man daz lantvolc und die stete kumen Loheng
1282;
alle muste erbarmen / des fursten clagelicher tot. / auch waren zu der selben
not / des lantfolkes michel schar / von den dorfen komen dar / di alle jamer sahen /
da si begunden nahen Elis
5957;
allez daz lantvolc / in die ain stat vor in flôh
Kchr
859
MWB 3,3 891,55; Bearbeiter: Diehl
lantvolge
stF.
pflichtmäßige Unterstützung des Landesherrn (Abwehr von Gefahren für das Land,
verschiedene Dienste):
si vero id quod dicitur lannd volge neglexerint ad quod sepe dicti coloni non nisi
generali necessitate provincie tenebuntur, sed ad nulla alia edificia seu servicia
castrorum artabuntur, in proximo plebiscito satisfaciant sex denariis et dimidio
DRW
8,380
(Kuchenbecker; a. 1235);
auch ensal man an deme lantgerihte keinen man beclagen ioch kummeren, ioch uf der
strazen, deme des koneges ammetman dar hat geboden zu komene umme die lantfolge adir
umme andir sache WeistGr
3,485
(a. 1303)
MWB 3,3 892,19; Bearbeiter: Diehl
lantvrâge
stF.
Bed. unklar, wohl ‘gerichtliches Rügeverfahren’ (DRW 8,381) oder
‘beratende bzw. richtende Versammlung eines Landes, Landtag’ (vgl. Lexer
1,1831; die Anm.z.St. und
lantgerihtgespræche
,
lantsprâche
):
hülf man dem fürsten rihten / nâch den rehten slihten / sô solt ein ieslîch
dienstman / die sînen selbe dingen an / und solt sîn bôsheit wenden: / sô kund mans
niht geschenden / an in zen lantfrâgen Helbl
2,143
MWB 3,3 892,32; Bearbeiter: Diehl
lantvridære
stM.
Beauftragter zur Durchsetzung des Landfriedens (vgl. DRW 8,389f. und 386 s.v.
Landfrieden A IV,3):
swer den lantfriden brichet vnd den bruch nit vf rihten wil vnd darumbe von
dem lantfriden besezet wirt oder die, die den lantfriden gesworn hant, da von ze
schaden bringet, den sol der lantfrider twingen, daz er mit allen sinen vesten vnd
mit sinem gute ie dem manne nach siner mazze sine schaden ablege, also verre sin gut
gelangen mac UrkCorp (WMU)
879WL,34,23
MWB 3,3 892,41; Bearbeiter: Diehl
lantvride, landesvride
swM.
‘Landfrieden, Rechtssatzung zur landesweiten
Friedenssicherung’ (bezogen auf den königlichen Reichslandfrieden wie auch
in einzelnen Regionen des Reichs; vgl. mit zahlreichen weiteren Belegen WMU 1089f.
und DRW 8,383–387, zur Sache vgl. auch 2HRG 3,483–505):
gein Elsâz ûf der keiser vuor, / den lantvrid man umbe und umbe gemeinlîch
swuor Loheng
3322;
der lantfride wart irnuͤwet mit der fúrsten vnd der lantherren vnd der stete
geswornen eiden [...] vf deme houe zv Spire UrkCorp
(WMU)
1401,38;
vnd welln vnd gebieten auch, daz di bischoͤlf, di zvͦ dem lande ze Baiern
gehoͤrnt [...], auch sweren disen lantzfrid
[
lantfrid
475A,25
] bis ze den winahten, di nv chompt,
von danne vber driv iar ebd.
475B,25.
1961,8;
UrkEnns
3,580
(a. 1277);
zu urkunde und festir stedikeit alr dir vorscribin dinge hahin wir unsir
lantfridiz ingesigil an dism brieb MGHConst
6,1:541,36
(a. 1329);
StRAugsb
254,12;
wir fliehen niht inz waltgezelch [Gebüsch,
Unterholz] ; / der lantfrid ist sô guot / daz uns niemen niht
entuot Helbl
13,169;
ouch hiez er [Kg. Heinrich
VII.] fride schrîen / al der diet gemeine, / si wærn grôz oder kleine:
/ swelher fürbaz / vîntschaft oder haz / an dem andern ræche / und den lantfride
bræche, / den er geboten het, / gen dem er sâ zestet / urteil frâgen wolde, / wie
man hinz im rihten solde Ottok
95937;
hiez der künec hêre / gebieten unz in Elladâ / den lantvride
von Persîâ RvEAlex
15196;
RvEWh
14987;
Will
18,3.
– bezogen auf den zeitlichen wie räumlichen Geltungsbereich
bzw. den konstituierenden Verbund:
es ensol auch niemant weder auf wasser noch auf land dhain maut nemen in einem
rechten gesworen landfride, wann wo man ze recht mauten sol, es sei dann, daz im es
der landesherre erlaub UrkÖsterrErbl
68,24
(a. 1278?, kopial);
alle herrn, di in disem lantfrid sint UrkWittelsb
2,369
(a. 1340);
ditz geschah in einem lantvride, / den hatte geboten bi der
wide [bei Todesstrafe] / ein lewe
ReinFu
K,1239.
– bezogen auf die Gerichtsbarkeit zur Durchsetzung des
Landfriedens:
vnd ergat diu pfandunge weder an geistlihz geriht noch weltlihz noh an dekenen
landez fride UrkCorp (WMU)
2558,7.
1083,22;
swas auch vor dem lantfrid erclagt wirt, das wulle wir an vnser hoffgericht
bestetigen UrkWürzb
41,415
(a. 1349)
MWB 3,3 892,52; Bearbeiter: Diehl
lantvridebrief
stM.
‘Landfriedensurkunde’
daz wir den frid und die buͤnde, die unser genædiger herre chayser Ludewig von
Rome gebotten und gesetzet haut mit den herrun und mit den steten, als der
lantfridbrief seit, haben gesworen MGHConst
6,1:730,29
(a. 1330)
u.ö.;
swen man uͤberzewgen mach mit siben zewgen,
[...], daz er schuldich ist, dez beredung und seiner
helffer entschuldigung sol man nicht nemen nach dem lantfridbrief
StRMünch
388,9;
nach dez lantfridbriefs sage StRAugsb
254,12
MWB 3,3 893,35; Bearbeiter: Diehl
lantvrid|ingesigel
stN.
→
lantvride
MWB 3,3 893,46;
lantvrouwe, landesvrouwe
swF.
‘in einem bestimmten Land beheimatete Dame, Herrin’ (meist
auf adelige Frauen bezogen, vgl.
lantmaget
,
lantwîp
oder
sît über lant ein frouwe saz Parz
824,2
):
des küneges mâge und dienestman / die vuoren ze hove alle dan / mit den
lantvrouwen / die niuwen genâde schouwen Er
9764;
in der stat uf dem palas / des landes kúneginne was / mit
den lanvroͮwen gar RvEWh
14681;
RvEAlex
17804;
ir sît sô rehte schœne, ir möhtet krône tragen. / ob ez iu wol möhte von erbe
her behagen, / ir soltet landes frouwen sîn mit grôzer êre Kudr
1222,3;
als úns dú aventúre sagt, / der lanz vroͮwen unmuͤzekait /
was uf dem palas ze ende komen RvEWh
7178
MWB 3,3 893,47; Bearbeiter: Diehl
lantvürste, landesvürste
swM.
‘Landesfürst, Landesherr’ (vgl.
lanthërre
und mit zahlreichen jüngeren Belegen DRW
8,391ff.):
der des vorgenanten gotshous vogt ist von den landsfursten wegen
UrkEnns
6,122
(a. 1334);
waer aber, das mein eriben yͤm oder sein erben nicht leichen
[(das Lehen) verleihen] wolten vnd vertzugen in das,
so sol vnd mag in ein lantzfuerst ze Oͤster[reich] leichen UrkCorp
(WMU)
288,31;
iz sol ein dienstman ze reht / haben sin und witze, / daz er mit êren sitze /
an des lantfürsten rât / der daz lant ze lêhen hât / von des rîches herren
Helbl
8,121.
– in literarischen Texten meist bezogen auf bedeutende
landsässige Adelige (vgl.
lanthërre
2 und 2Okken, Tr. S. 35f.):
nu Marke an daz concîlje gesaz, / sînen lantvürsten clageter
daz, / wie er beswæret wære / mit disem lastermære Tr
15326;
dû solt her besenden / die lantvürsten, dêst mîn rât, / an
den diz künecrîche stât RvEAlex
15171.
11533;
RvEWh
14352.
15296
MWB 3,3 893,61; Bearbeiter: Diehl
lantwer
stF.
1
‘Verteidigung eines Landes oder Gebietes’ (vgl.
lantwerunge
) 2
‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd.
Belegen; zur Sache vgl. 2 HRG 3,616ff.)
1
‘Verteidigung eines Landes oder Gebietes’ (vgl.
lantwerunge
):
von Wenden was zû Rîge komen / zûr lantwer, als ich hân vernomen, / ein brûder
und wol hundert man LivlChr
9220;
NvJer
20206.
21145;
wie hete her Gunthêr daz erdâht / daz im ze lantwer wurden brâht / alsô werde
geste? Bit
12692;
sie leiten sich ze lantwer / gar mit kreftigem her UvEtzAlex
23875;
Iw
2168;
Tr
1676;
Ottok
22287;
wenne ouch wir oder vnsere erben oder vnsere nachkumen in die stat komen, hof
ze habenne oder ze lantwer ze ligenne oder anders UrkCorp (WMU)
3570,40;
wer in dem gericht tzu Luternbach sitzet, dass der myme hern von Fulde sal
folgen tzu syner lantwere, wen er es bedarf WeistGr
3,362
(a. 1341);
MGHConst
8:273,34
(a. 1347).
– bildl.:
daz mohten wol vier engil sin / [...] / die dirre
megde pflagen / zelantwer bi ir lagen / gein dez gotis vienden / vil sere
schrienden Martina
57,96.
– übergehend zu ‘Verteidiger eines Landes’
ich füer sô kreftigez her, / Troyære lantwer / unt jene
die si besâzen / müesen rûmen mir die strâzen Parz
768,2
2
‘Landwehr’ (als Verteidigungsanlage, vgl. DRW 8,691f. mit zahlr. nd.
Belegen; zur Sache vgl. 2HRG 3,616ff.):
fossatas et fortalitia vulgariter dicta landtwehren RegErzbKöln
4,275
(a. 1320).
– bildl.:
dâfür [für den Verlust des
Sommers] süln wir jârlang den âten [d.i.
âtem
] / einer starken lantwer berâten [
‘Schutzwall aus Wein und Speise’, vgl. Anm.z.St.] , /
mit wîne und mit spîse für swachen luft: / dâvon wirt ouch trûren geletzet
SM:UvB
5: 1,9
MWB 3,3 894,17; Bearbeiter: Diehl
lantwërc
stN.
unklar, ob eine Fellart oder eine auf dem Land hergestellte (daher gröbere) Art
Tuch (vgl. DWB 6,151):
des gastis thusint smashin [feines Lammfell] ,
grutshin [Fell vom grutsch, Hamster] ,
lantwerk, hasinbalge, vnde sin glich, ein lot UrkBresl
112
(a. 1327)
MWB 3,3 894,48; Bearbeiter: Diehl
lantwëre
stF.
‘Landeswährung’ (vgl. DRW 8,685 mit späteren Belegen):
das si uns sal geben von deme selben hove alle jargelich drie schillinge
lantwere DRW
8,685
(ThürGQ; a. 1304);
mit späteren Belegen
MWB 3,3 894,54; Bearbeiter: Diehl
lantwerunge
stF.
‘Verteidigung eines Landes’ (vgl.
lantwer
1):
vortme sal auch iglicher der vier herren oder herschefte dem andern zu stuͦnt
lantwerunge helfen duͦn und yme sin guͦt helfen beschuden mit cleiner oder mit
grozer macht MGHConst
8:682,47
(a. 1348)
MWB 3,3 894,59; Bearbeiter: Diehl
lantwîn
stM.
‘Landwein’, in der jeweiligen Gegend gewachsener Wein (eher von niederer
Qualität), auch weniger guter Importwein (vgl. Alanne, Weinbau, S. 158; Sprandel,
Weinsorten, S. 45–47):
daz sey Nechkerwein, lantwein, osterwein, payrisch wein oder
anderlay wein, swie der haizzt, ân waelsch wein StRMünch
364,3;
swenne er [der Abt von Engelberg] inritet, so
[...] sol man im vnd sim gúsinde
[...] geben [...] guͦten
Elseser vnd enhein lantwin WeistGr
1,1
(Ende 13. Jh.);
ouch ensal lantwin [
vinum rurale
] mit
andirme wine nymand entsemetlichin habe in eime huse odir kelre
StRMühlh
49;
UrkCorp (WMU)
N115,13
u.ö.;
UrkZeitz
68
(a. 1322);
StRBrünn
381
MWB 3,3 895,1; Bearbeiter: Diehl |