l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantrihtære stM. lantrihte stN. lantrîtære stM. lantrivier stMF. lantroubære stM. lantroup stM. lantsæʒe swM. lantsæʒenvrî Adj. lantschade swM. lantschaft stF. lantschal stM. lantschande stF. lantscheffe swM. lantscheide stF. lantscheidunge stF. lantschirm stM. lantschouwære stM. lantschranne F. lantschrei stM. lantschrîbambet stN. lantschrîbære stM. lantschrîbærinne stF. lantschulde stF. lantsëʒʒe swM. lantsidel stM. lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lantrihtære
stM.
1 vom Landesherren bestellter Richter im
lantgerihte
, der also nach
lantrëht
richtet (vgl. mit weiteren Belegen DRW 8,565ff.
und zur Sache 2 HRG 3,569ff.) 2
‘jmd., der in einem Land (irreführend) redet und rechtet’ in der Hs. neben
lantrëhtære
und
lanttriegære
zur Übersetzung von rhetor der lat. Vorlage (vgl. Anm. z. V. 10786, in der als Erklärung eine gedankliche Gleichsetzung des Rhetors mit Sophisten vermutet wird)
1
vom Landesherren bestellter Richter im →
lantgerihte
, der also nach →
lantrëht
richtet (vgl. mit weiteren Belegen DRW 8,565ff.
und zur Sache 2HRG 3,569ff.):
swaz aber grafen, vreyn oder dinstman ouf chleoster [l.
chloͤster
] gebnt, da sol nieman hin rihten
dann [
e der (vgl. Regest)] lantrihter,
dem daz lantgerihtte beuolhen ist von dem landesherren UrkCorp (WMU)
3276,5;
ich Swigger von Teggenhusen, lantrihter jn der grafshaft ze Veringen von der
genade vnd gewalte des herzogen Albrehtes von Oͤsterriche ebd.
2434,22;
so mag von rechts wegen nieman noch ensol richten mit der ehte in dem
[...] lantgericht ze Franken danne ein byschof ze
Wirtzburk, der allein da lantrichter ist, und suͤlln auch vor dem selben lantrichter
ze recht sten alle [...] herren,
[...] graven, [...] frein und
auch dez richs [...] dinestluͤte und
[...] steteluͤt und auch alle ander
[...] luͤt beyd edel und unedel MGHConst
8:387,33
(a. 1347);
wier wellen, daz chain lantrichter, noch chain herre, der edil ist, chain
gewalt tue in der stat, noch chain gewalt hab in der stat, an dez richters und der
schephen urlaup StRBrünn
361;
unserre lantrehtære [Gen.Pl.] tihten
[La. lantrihtere rihten
] / vristet dâ
[beim Jüngsten Gericht] niemans klage, / wan er
[Christus] wil dâ zestunt rihten: / sô ist ez an dem
lesten tage Walth
16,15.
–
dô machte Hêrôdes sînes geburtlîchen tagis ein âbintezzin den vuͦrsten und
den lantrichtêren und den êrstin Galilêê [
principibus et
tribunis et primis Galilaeae
]
EvBeh
Mc 6,21
2
‘jmd., der in einem Land (irreführend) redet und rechtet’ in der Hs. neben →
lantrëhtære
und →
lanttriegære
zur Übersetzung von rhetor der
lat. Vorlage (vgl. Anm. z. V. 10786, in der als Erklärung eine gedankliche
Gleichsetzung des Rhetors mit Sophisten vermutet wird):
ob unser ê nu wære / von wîsen lantrihtæren / oder von gewalt komen
LBarl
13495
MWB 3,3 881,3; Bearbeiter: Diehl
lantrihte
stN.
‘Gericht, in dem Landrecht gesprochen wird’ (vgl.
lantgerihte
):
ich [...] lantrichter [...]
mit allen den, die zu dem lantrichte horent DRW
8,565
(MEgrana; a. 1300);
[es] wart urteilet vor dem lantricht, daz alle, die do
kumen sin, [...] des goteshuses dinstlute sin ze Wirceburg
ebd.
8,565
(MainfrJb.; a. 1319)
MWB 3,3 881,41; Bearbeiter: Diehl
lantrîtære
stM.
Angehöriger des Landadels, landsässiger Adeliger:
daz ieweder vnser zwene ersame lant rittere, die dez harnesches pflegent, vur
vns legen sulent in die giselschaft UrkCorp (WMU)
3005,15
MWB 3,3 881,48; Bearbeiter: Diehl
lantrivier, lantriviere
stMF.
auch -rifiere (
KvWTroj
20142
u.ö.).
‘Landstrich, Gegend’ (z.T. auch unter Herrschaftsaspekten;
häufig KvW ):
ir wæret unser beider / und ouch der lantriviere / gewaltic
worden schiere, / bestüenden wir iuch strîtes KvWSchwanr
557;
swaz dörfer lige bî der stat / und in der lantrifiere, / die
werden von im schiere / enzündet und gestôzen an KvWTroj
11757;
dâ von ist des harte nôt, / daz er strîche schiere / von diseme lantriviere
KvWPart
9112;
wand im die stîge wâren dâ / und die lantriviere kunt, / sô mohte er im dâ bî
der stunt / deste baz entwîchen ebd.
19857;
Ottok
70593;
Reinfr
18396
MWB 3,3 881,52; Bearbeiter: Diehl
lantroubære
stM.
‘im Land umherstreifender Räuber’ (nicht klar zu differenzieren vom →
strâʒroubære
, vgl. 2HRG 3,578ff. s.v.
landschädliche Leute):
ir herren, die dâ lant unde liute habent, die gêt diu ûzsetzikeit an, die dâ
haltent [beherbergen] strâzenrouber unde diebe unde
lantrouber unde gewaltesære, unde die den liuten schedelîche fuoter snîdent oder
gras PrBerth
1:121,27;
die stelent ros, die stelent rinder, die stelent dicz, die enez. daz denn
nicht lantrauber sind, die stelent auer in den haüsern PrBerth (R)
250,142;
von lant rovbern. vert ein man vs vnd wil rovben. vnde fvͤret lvͥte mit im
SchwSp
107a(Überschrift);
ouch verbietten wir [Karl IV.] úch
[...], daz ir deheinen lantmorder, lantrouber, gemeine
und offenlich diebe, nahtbrenner oder echter nút schútzen
[...] súllent StRSchlettst
77
MWB 3,3 882,1; Bearbeiter: Diehl
lantroup
stM.
‘Raub jenseits der Straße’
umbe den gemeinen strazraup. umbe den lantraup. umbe den brant
StRAugsb
4,21
(vgl. den zu diesem Registereintrag gehörenden Abschnitt im Text:
swaer den andern beraubet uf sime gute, in dorfern oder uf dem velde ebd.
92,20f.
)
MWB 3,3 882,18; Bearbeiter: Diehl
lantsæʒe
swM.
im Pl. auch -zesin.
‘Landsasse, im Land Ansässiger’
1 allg. ‘Einwohner’
2 z.T. differenziert über unterschiedlichen Rechtsstatus (vgl. mit weiteren Belegen
DRW 8,574– 579; zur Sache 2 HRG 3,571ff. und
lantsëʒʒe
) 2.1 (selten) einem Landesherrn unterstehend, aber mit eigenständigen Herrschaftsrechten ausgestattet 2.2 i.d.R. einem unteren Stand der persönlich Freien angehörend
1
allg. ‘Einwohner’
lantsæze [interl. zu incola
] ich bin an
der erde niht uerbirge uon mir gebot diniu PsM
118,19;
Iacob lantsæze [interl. zu accola
] was
in dem lante Cham ebd.
104,23
2
z.T. differenziert über unterschiedlichen Rechtsstatus (vgl. mit weiteren Belegen
DRW 8,574– 579; zur Sache 2HRG 3,571ff. und
lantsëʒʒe
)
2.1
(selten) einem Landesherrn unterstehend, aber mit eigenständigen
Herrschaftsrechten ausgestattet:
in den selben stunden / hæte Tristan einen cumpanjûn, /
der was ein edeler barûn, / des küneges lantsæze, / sîn oberster truhsæze
Tr
13463
2.2
i.d.R. einem unteren Stand der persönlich Freien angehörend:
die dritten vrîen daz sint die lantsæzen und die gebûren
SpdtL
82,8;
di lantzesin di sint phlichtik ouch des schulteissen dink czu suchin obir
sechs wochin von erim eigin,. die lantzesin, di nicht eigin han in dem lande, di
sullin suchin eris voytis dink obir sechs wochin RbNeumarkt
130
MWB 3,3 882,24; Bearbeiter: Diehl
lantsæʒenvrî
Adj.
‘frei wie ein Landsasse’ (hier subst.):
ingenuus daz sprichet in tiutsche der hœhste vrîe; libertinus
der mitter vrîe; liber lantsæzen vrîen SpdtL
135,9;
ain reht vrîiu vrowe mag gewinnen fünf hande kint. aines daz ir genôz ist,
alsô ob ir man ir genôz ist. [...] si mag gewinnen ainen
lantsæssevrîen, ob si ainen vrîen lantsæssen zuo ir lait. si mag gewinnen ainen
aigenen man, ob si ainen aigenen man zuo ir lait SchwSp (W)
347,3
MWB 3,3 882,44; Bearbeiter: Diehl
lantschade
swM.
wirtschaftliche Notlage eines Landes oder Landstrichs durch Missernte oder Krieg
(vgl.
landesbrëste
,
landesnôt
,
lantgebrëchte
,
lantgebrëste
):
daz sol men ir alle iar lidecliche geben, die wile sv̍ lebet, es en si denne,
daz ein gemeine lant schade geschehen, den svͦle wir mit ein ander tragen
UrkCorp (WMU)
N190,33.
– wohl nicht hierher (vgl. F. Langendörfer, Die Landschaden von Steinach,
Hamburg 1971, S. 3ff.) als Bestandteil von Personennamen:
Plikker Landschad de Steinach HMS
4,256 Anm. 12
MWB 3,3 882,54; Bearbeiter: Diehl
lantschaft
stF.
1 Gegend, Region, Herrschaftsgebiet 2 Bevölkerung, Einwohner eines Landes
1
Gegend, Region, Herrschaftsgebiet:
provincia: lantschaft SummHeinr
2:75,155.
2:424,01.21;
ich mach im dise erde, / daz si niemer mêr nehain wuocher
bringe. / [...]. / elliu dise lantscaft / newirt niemer mêr
berhaft Kchr
10976;
diu lantscaft algemaine / wart sô urbowe ebd.
7239.
– übergehend zu 2?:
dû vil michel herchraft / dû chêrte an alle dî lantschaft / dû in
engegenwurde was. / [...]: / daz wâren allû dû lant /
dû û nû werdent vor benant: / [...] / ich wên, daz sî
dû Ismahêles chint / ouch roubten dî engegen der wûste gesezzen sint
JJud
303
2
Bevölkerung, Einwohner eines Landes:
des gew̌ndert sere / daz lîvt ioh die lantscaft. / sie
lobeten die gotes chraft Wernh
D 957;
do der bisgof vor der lantschaft [vgl.
diete V.1733] / ze himele hub sine hende, / do nam
ez gut ende ebd.
D 1736.
D 4937;
wiͤr seczen auch und gebieten pei unsern und unsers gerichtes hulden, swo ein
gescheray umb einen gewalt erget, dem sol di lantschaft zulauffen und nachfolgen und
wern UrkSalzb
4,383
(a. 1328).
– abgesetzt von den Auswärtigen:
daz ein turnay vor Yaschvne / über drei tag solde sein. /
[...] swer dar zuo wolt chomen, / der vund groz
riterschaft / da von der lantschaft / vnd von den vnchunden Krone
3216.
– verengt auf die Vornehmen, den Adel eines Landes:
der kampf der wart den hêrren dô / unz an den dritten tac
gespart. / [...], / dô kam al diu lantschaft / und
volkes ein sô michel craft, / daz der stat bî dem mer / aller bevangen was mit
her Tr
6497;
zu Caliz [Galizien = Polen] dem
kunicrîche / enphiengen in werdiclîche / die stete und gar die
lantschaft [bereits ‘Landstände’ (?), so
Glr.z.St.] ; / zu Gnesen in voller wirde craft / er wart
gecrônt zu dem lande dâ Kreuzf
5539.
– bezogen auf das vom Landesherrn befehligte Heer (des Adels):
wann sie hatten mit ir krafft / gar bezwongen die lantschafft / von zehen
kùnigen richen Krone
27328;
dô kom dar diu lantschaft, / der guoten helde ein michel kraft, / der
drîer edeln künege man KlageB
3723.
– Lit.: G. Müller, Zur Geschichte des Wortes Landschaft, in: A.
Hartlieb von Wallthor/ H. Quirin (Hgg.), ’Landschaft’ als interdisziplinäres
Forschungsproblem, Münster 1977, S. 4– 13; vgl. auch 2HRG
3,581ff.
MWB 3,3 883,1; Bearbeiter: Diehl
lantschal
stM.
‘im Land umgehende Nachricht, öffentliches Gerede, Gerücht’ (vgl.
lantmære
):
die hêrren sprâchen alle: / an disem lantschalle / ist lützel
êren bejaget Tr
11266;
daz ez niht alsô geschach, / als der lantschal sagete ebd.
9305.
9769;
ich wil von hinnen varn / und den lantschal bewarn / daz
beide der und der iht jehe / wie grôz laster mir geschehe RvEAlex
9026
MWB 3,3 883,46; Bearbeiter: Diehl
lantschande
stF.
‘Schande, schlechter Ruf in einem Land, einer Gegend’
wan daz ein mensche hie ze schanden würde vor allen den die in disem lande
sint, daz wære niht ein werltlîchiu schande, daz heizet niwan ein lantschande. daz
heizet ein werltlîchiu schande, der an dem jungesten tage ze schanden wirt vor aller
der werlte PrBerth
1:571,18
MWB 3,3 883,54; Bearbeiter: Diehl
lantscheffe
swM.
‘Beisitzer, Schöffe bei einem Land- oder Dorfgericht’ (vgl. DRW 8,613f. mit
weiteren Belegen):
czu glicher wis sullen si ouch werltliche gerichte suchin: di lantschephin des
hostin richters dink obir sechs wochin undir herczogin banne
RbNeumarkt
130
MWB 3,3 883,61; Bearbeiter: Diehl
lantscheide, landesscheide
stF.
1
‘Grenze, Grenzgebiet’
2
‘Grenzfestlegung, Landeseinteilung’ (vgl.
lantbescheidunge
)
1
‘Grenze, Grenzgebiet’
von der stat, dar der Vule Ober velt [mündet] in
die Oder nyder biz in die landisscheyde zu Drozen, daz scal use landisscheid
beydersit sin UrkSchlesFürst
1:126,2
(a. 1319);
er breite sime volke wit / die lantscheide bi siner zit
[
dilatavit fines gentis suae I Macc
14,6] / unde behielt des riches lant Macc
6382
2
‘Grenzfestlegung, Landeseinteilung’ (vgl.
lantbescheidunge
):
discretio terminorum que vulgo dicitur lantschede UrkWürtt
3,117
(a. 1220);
die selben gâbe rîche / gab der kunic Waldemâr / dem dûtschen hûse, daz ist
wâr, / durch got von himelrîche; / der lônet ez êwiclîche. / die lantscheide wart
beschriben, / die ummer sider stête ist bliben, / die kein man gebrechen mac / biz
an den jungesten tac LivlChr
2061
MWB 3,3 884,3; Bearbeiter: Diehl
lantscheidunge
stF.
‘Grenzfestlegung, Landeseinteilung’ (vgl.
lantbescheidunge
,
lantscheide
2):
von der lantscheydunge wegen, die vnser herre keyser Lodewig vns gegebin hat,
die stat do von zu bezzerne UrkArnsb
419
(a. 1334);
daz nyman zu der lantscheydunge solde kummen odir zugen
UrkDOHess
3:291,22
(a. 1341)
MWB 3,3 884,20; Bearbeiter: Diehl
lantschirm, landesschirm
stM.
Rechtsschutz, Gewährschaft gegenüber dritten (v.a. bei Einweisung
in ein gepfändetes Gut, vgl. DRW 8,611f.):
vnd haben ouch gelobt rehten landes scherem vber daz selbe guet gegen allen
den, di hinz dem selben guet furbaz iht schprechen gewinnent UrkCorp
(WMU)
N710AB,40,33;
ovch glob ich minem vorgnantem herren [...], daz ich
der vorgnanten levt vnd guͦt sin gwer sein sol, als reht ist, vnd ich im
[...] siv sherme nah rehttem lantsherme ebd.
3418,4;
StRBrünn
273.
– in der Wendung sich ze ~ setzen
‘sich als Gewährsmann setzen’
setzt auch sich vmb daz selb halb lechen [...] mein
bruder meiner tochter Chvnegvnten vnd meinem aidem [...] ze
rechtem vogt vnd zv einem rechten lantscherm, als landes recht ist in Osterreich
UrkCorp (WMU)
356,39
MWB 3,3 884,27; Bearbeiter: Diehl
lantschouwære
stM.
‘jmd., der Länder (bereist und) anschaut’
eyn edil man und eyn wyser herre, Marcus genant, eyn burger czu Venedige, eyn
merverer und eyn lant schower, der sayt manchirleyge wyse tat
MarcoPolo
1,5
MWB 3,3 884,44; Bearbeiter: Diehl
lantschranne
F.
‘Landgericht’ (pars pro toto nach der (Richter-)bank; vgl. →
schranne
und DRW 8,615 mit weiteren Belegen):
vnd von den gvten ist des ersten ouzgenomen vnser graschaft, di vns ledich ist
worden mit dem lantgeriht vnd mit allem dem reht, daz darzvͦ gehoͤrt vnd swelichiv
reht div grafschaft haben sol, der sol man vrogen an der lantschranne in der
grafschaft UrkWittelsb
2,135
(a. 1305);
vns hant geclagt vnser lieben burger ze Wirtzburg, wie du sie ladest vf din
geriht vnd vf din lantschrannen, daz wider ir friheit ist die si von vnsern voruarn
kunigen vnd keysern von alter her braht vnd gehebt hant UrkWürzb
39,499
(a. 1333);
UrkHohenz
3,73
(a. 1341)
MWB 3,3 884,49; Bearbeiter: Diehl
lantschrei
stM.
‘Ankündigung eines Landgerichtstags’
ad vocem preconum iusticiarii nostri dicte comicie, quod vulgariter dicitur
lantschreie DRW
8,618
(Gudenus,CDMog.; a. 1237)
MWB 3,3 884,63; Bearbeiter: Diehl
lantschrîbambet
stN.
‘Amt des →
lantschrîbære
’
von dem abte Engelbreht / vordert der furste junge / sîn vor
genant reitunge / von dem lantschrîbamt Ottok
69688;
den man dô sach dienen / daz lantschrîbamt in Stîrlande, /
Albreht man den nande ebd.
78508.
82934
MWB 3,3 885,3; Bearbeiter: Diehl
lantschrîbære
stM.
1
‘Landschreiber, Inhaber (höherer) Funktionen in einer landesherrlichen
Kanzlei’ (v.a. bezogen auf die oberste Finanzverwaltung in Österreich,
Steiermark und Krain; vgl. differenzierter mit weiteren Belegen DRW 8,618– 623; zur
Sache vgl. 2 HRG 3,589ff.) 2 selten nur ‘Schreiber’ (im Rahmen einer Grundherrschaft?) (hier teillat.) 3 selten
lantrëhtære
1
‘Landschreiber, Inhaber (höherer) Funktionen in einer landesherrlichen
Kanzlei’ (v.a. bezogen auf die oberste Finanzverwaltung in Österreich,
Steiermark und Krain; vgl. differenzierter mit weiteren Belegen DRW 8,618– 623; zur
Sache vgl. 2HRG 3,589ff.):
di chlage vnd denselben schaden, di nam brvder Chvnrat der lant schriber vnd
ander pidib [l. biderbe
] levt vnder di hende
UrkCorp (WMU)
3259,20;
sîn kündigen gewin, / den sent er zuo der Etsch hin. / ich klag iu über die
predigær, / die habent des silbers sagerær [Schatzkammer (vgl.
Anm.z.St.)] , / den lantschrîbær, an sich gezogen: / dâ ist der
herzog mit betrogen Helbl
5,51;
ouch was zder selben zît / hie ze Stîre lantschrîbære / her
Kuonrât der Hintpergære Ottok
18529;
daz was den herren swære, / daz ein phaffe [der
Abt von Admont] lantschrîbære / unde houbtman solde wesen ebd.
24315.
18628
u.ö.
2
selten nur ‘Schreiber’ (im Rahmen einer Grundherrschaft?) (hier
teillat.):
item 5 quartalia plavii de Dorn [<5/4> blaues (Tuch) aus
Tournai] lanscriptori [l.
lant-
]
Holzschuher
2089
3
selten →
lantrëhtære
:
rachinburgius: lantrehtari, lantscribere SummHeinr
1:287,253
MWB 3,3 885,9; Bearbeiter: Diehl
lantschrîbærinne
stF.
‘Schreiberin’ (im Rahmen einer Grundherrschaft?):
lantscreiberinna lib. 2 minus 24 hall. ante maritum eius
Holzschuher
1774
MWB 3,3 885,33; Bearbeiter: Diehl
lantschulde
stF.
auch lont-.
‘Bodenzins, Abgabe auf Land’ (z.T. wohl als Pfand zu sehen):
vnd schol er vnd wil auch dev lont schuld vnd allen dienst chlainen vnd
grozzen in nemen vnd damit tuen swoz er wil UrkObAltaich
166
(a. 1325);
an alle lantschvld bestiften UrkCorp (WMU)
1517,34;
darumb hat er mir gegeben drew phund ze lontschuld UrkRegensb
302
(a. 1328);
ich wil auch, daz der hof fuͤrbaz an lantschuld beleib ebd.
605
(a. 1345)
MWB 3,3 885,37; Bearbeiter: Diehl
lantsëʒʒe
swM.
‘Landsasse, im Land Ansässiger’ (hier ein dem untersten Stand der
persönlich Freien angehörender Mann, vgl.
lantsæʒe
):
die dritten vreien daz sint die lant sezzen. vnd die gepauren. der hat
igleicher sunder recht SpdtL (E)
Ldr 3
MWB 3,3 885,47; Bearbeiter: Diehl
lantsidel
stM. , -sidele
swM.
auch -sedel(e).
‘Landsasse, im Land Ansässiger’ (überw. bezogen auf Pächter
und zinsende Bauern; vgl. AWB 5,635 mit älteren und DRW 8,628ff. mit weiteren
Belegen; zur Sache vgl. 2HRG 3,594f.):
quatuor incolis, qui vulgo lantsedelen nominantur UrkWürtt
3,21
(a. 1215);
die selbin eygenen luͦte vnde lantsedelin die en zu deile wordin sint
UrkWürzb
39,364
(a. 1329);
unde waz lantsiddelin da uffe sitzit dy solint ir rechtin holtzmarke unde
anders alle dy recht dy andere lude unde merkere hant dy solint ouch si han
UrkSiegen
130
(a. 1337);
wirt abir eins edlin mans oder eins burgmans lantsidel beclaget an mins herren
gerichte vm schult, begert he des, so sal man in wisen vur sien lehinherren
WeistGr
3,340
(a. 1347);
des lantsedils lehenherre UrkFrankf
1,422
(a. 1303);
der lantsidele ebd.
1,422
(a. 1303)
u.ö.
MWB 3,3 885,53; Bearbeiter: Diehl |