l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
lestic
Adj.
1
‘lastend, schwer’
2
‘belastbar’
1
‘lastend, schwer’
des wart er leider überladen / sô lestiger nôt, / daz er
dâvon nam den tôt Ottok
71186.
– in der Wendung lestigez vaz
‘ein last (als Maßeinheit) enthaltendes Fass’ (vgl.
last
1.2):
den weinschrotern [die den Wein verladen] gibt
man von dem Elsazere oder von dem Frenkischen vasse in der kelr vier Haller
[...] und von dem lestigen vasse in den kelr aht
Haller NüP
115;
von dem lestigen [
vasse gibt man
ihnen] aus dem kelr auf den wagen zweneunddreizic Haller
ebd.
115;
daz die weinschatzer von ainem lestigen vasse nemen suln sehs Haller
ebd.
115
2
‘belastbar’
subjugalis: lestig GlAnzfKdVz
6:222,39
MWB 3,3 1090,35; Bearbeiterin: Wemhöner
lestlich
Adj.
‘schwer’ (vgl. FrlWB, S. 211):
swaz man mochte erlangen, / daz lestlich was Frl
5:19,11
MWB 3,3 1090,49; Bearbeiterin: Wemhöner
lësunge
stF.
1
‘Schriftlesung, Lesung (im Gottesdienst)’ zur Übers. von mlat.
lectio (zur Sache vgl. LThK 6,853f.; s.a.
lëcze
1 ) 2
‘Verlesen’ einer Urkunde (zur Sache vgl. HRG 5,760f.)
1
‘Schriftlesung, Lesung (im Gottesdienst)’ zur Übers. von mlat.
lectio (zur Sache vgl. LThK 6,853f.; s.a.
lëcze
1):
abir di krîgeschen [griechischen] bûchere und di
alden bûchere di nuͦ vil von gewonheit latînischer lesunge unglîch trûgen, di habe
wir mît gebezzirter zuͦsamenetragunge [...] getempirt, daz
nuͦr di wort gecorrigîret worden, di man merkite, daz si wandelten den sin
EvBeh
2;
intellectus, das ist gesprochen ein jnnrew lesung: jntelligere est intus
legere KvMSel
435.
– bildl.:
daz ist daz drit: lesung. daz geschiht an drier hand buͦchen. daz aine ist
daz hertze, da liset man an wizhait und suͤskait, und daz schepfet daz hertze
von der schrift und behaltet ez in ime selben, so daz buͦch und dú schrift
niena ist zegegen, daz ez doch in ime selben liset und erkennet waz úbels und
guͦtez an im ist PrGeorg
315,20
2
‘Verlesen’ einer Urkunde (zur Sache vgl. HRG 5,760f.):
vnd dirr sehung, handlung vnd lesung der vorgeschriben brief zu eim
gezuͦknuͦsse haben wir vnser jnsigel gehenket an disen brief UrkWürzb
46,99
(a. 1345)
MWB 3,3 1090,51; Bearbeiterin: Wemhöner
letanîe
stF. (swF.
Lucid (H)
57,26
)
aus gr.-lat. litania; auch letania, letnie,
letnî.
eine Form des Gebets, ‘Litanei’ (zur Sache vgl. LThK 6,954ff.):
diz heizit di letania. / diz entfach frowe sancta Maria / mit
allen himelischen here Litan
1461;
von der letanien Lucid (H)
57,26
(Überschrift).
–
die ~
sprëchen/ singen:
diewîle man die letanîe unde die collecten sprichet, sal man
an der venie ligende sîn StatDtOrd
122,31;
dise siben salmen unt die letnie sol tu sprechen alle morgen vor prime
SeckauBrev
142,95;
EbnerChrist
24,4;
die letnî und vil gebet / begunden si singen
Ottok
28249;
die letanîe man dâ sanc, / daz man der vrouwen sêle / gote darmite bevêle
EbvErf
3866
MWB 3,3 1091,9; Bearbeiterin: Wemhöner
letiche
swF.
eine Heilpflanzenart, ‘Ampfer’ (vgl. Marzell 3,1511-1537; s.a.
latich
):
lappatum heiset zu dute letiche. di ist vierhande unde sint
vil nach alle von einer nature, trocken unde heiz Macer
22,1;
lapatium vel argemon: latecha / letecha SummHeinr
1:189,252;
under disen sechz fitchen / luzet als under
litchen [Hs. litchichen, La.
letchen
] / sechz houbthafte tugent
HeslApk
8612
MWB 3,3 1091,23; Bearbeiterin: Wemhöner
lette
swF.
‘Tonschicht’ (bergm.; vgl.
lette
swM.):
do quam ein kluft mit einer letten, / die sneit uns abe den
ganc Erz III
56,442
MWB 3,3 1091,31; Bearbeiterin: Baumgarte
lette
swM.
selten st. ( Martina ); auch lietemen (Dat.,
DvAOff
42
); vgl.
dahe
swF. und
leim
stM.;
häufiger mit
bern
, berjen (zur Entwässerung und Verdichtung)
‘schlagen, treten’, ‘kneten’.
1
‘Lehm(boden), Ton(erde)’ , auch ‘feuchte Erde’
1.1 allg. 1.2 als Werkstoff 1.2.1 als formbare Masse (die anschließend getrocknet oder gebrannt werden kann) 1.2.2 als Material zum Abdichten 2
‘Schlamm, Morast’ , auch ‘Dreck’ (vgl.
hor
,
leim
2 )
1
‘Lehm(boden), Ton(erde)’, auch ‘feuchte Erde’
1.1
allg.:
ainen aker [...], der lit in dem letten bi dem
vorgenande dorfe UrkCorp (WMU)
2316,9;
cle von reyne
[Regen] entspruzet, / swen er mit craft beguzet / des
ertriches hertikeit, / milde wirt ez und gemeit. /
[...] / diz ertriche ist
lette [feuchte, fruchtbare Erde]
Daniel
1748;
[genauso ist die Lehre des Predigers] lette und nicht
leim [Lehm, der das Wasser staut]
ebd.
1770
1.2
als Werkstoff
1.2.1
als formbare Masse (die anschließend getrocknet oder gebrannt werden
kann):
[das Kind Jesus und seine Freunde] einen acker
funden, / der was niulich ûf gegraben. / ûf den gesaz er mit dien knaben /
und begunde den letten / berren und knetten [zu
Vögeln] , / [...] / und leite si
an den sunnen sâ, / daz si truckenden dâ WvRh
5772.
5776;
KvFuss
2911;
Pass I/II (HSW)
4948.
– übertr. auf geschmolzenes Gold:
do sÿ das kalb gar ungesund / hatten gemacht uss goldes letten /
und das begunden an betten / fúr gott KvHelmsd
1485.
– als Material zum Herstellen von Ziegeln:
der uon adele was geborn, / der muͦse berien daz hore, / die
hêrlîchen chnehte / den laim und den letten [durch Schlagen
und Treten den Lehm zur Ziegelherstellung verdichten]
Exod
130.
– im Rahmen der Schöpfungsgeschichte bei der Erschaffung des
Menschen (vgl. formavit igitur Dominus Deus hominem de limo
terrae Gn 2,7, hier aus unterschiedlichen Erden):
ûz hertem leime tet er gebeine, / ûz brôder erde
hiez er daz fleisk werden, / ûz letten deme zâhen machôt er die
âdare [Muskeln, Sehnen, Adern]
Gen
197.
192
1.2.2
als Material zum Abdichten:
do hiez si ir gewinnin / ein wol gezúnit
koͤrbelin [für Moses als Säugling] , /
[...] / mit zehim letten unde klebe / hiez si
vil wol bestrichen das / fúr wazzer RvEWchr
8935
(vgl. Ex 2,3 et linivit eam bitumine ac pice)
2
‘Schlamm, Morast’, auch ‘Dreck’ (vgl.
hor
,
leim
2):
wan der vogel mac niht hôhe vliegen, ob ime die vetiche mit lietemen bekleibet
sint DvAOff
42;
in leten wazzer manger [interl. zu in luto aquarum
multarum
]
PsM
C 5,15.
– im Bild der beschmutzenden, anhaftenden Sünden (vgl.
1lîm
):
Martina div starke maget / [...] / sich gar
erloset von ir clette / und darzvo von ir svnden lette Martina
47,32.
138,48
MWB 3,3 1091,34; Bearbeiterin: Baumgarte
letten
swV.
→
letzen
MWB 3,3 1092,20;
lettenacker
stM.
Acker mit Lehmboden, Tonerde (vgl. agrum figuli
‘Töpferacker’ Mt 27,7):
nu gingen sie [die
Hohenpriester] zu rade wacker / vnd kauften einen lettenacker / vm die
drizig phenninge [Blutgeld, das Judas zuückgegeben hatte] ,
/ daz man dar yn enphinge / elende [fremde] menschen hin
zu grabe EvStPaul
1940.
1955
MWB 3,3 1092,21; Bearbeiterin: Baumgarte
lettener
stM.
→
lecter
MWB 3,3 1092,28;
letter
stM.
→
lecter
MWB 3,3 1092,29;
lettic
Adj.
‘lehmig, matschig’ (zu
lette
swM.):
so der hîrz chvmit ze sogetânin stêtin, die dornich sint unde
lettich, so hevet er sich ze springen Spec
9,11
MWB 3,3 1092,30; Bearbeiterin: Baumgarte
letvüeʒeht
Adj.
hier lettfüsset (vgl. Weinhold, Bair. Gr. § 206).
‘(wie) plattfüßig, watschelnd’ (vgl.
letvuoʒ
; anders Glr.z.St. mit Verweis auf Schmeller, BWB
1,1542 latschet
‘schlapp’, entsprechend Lexer Nachtr. 297, ‘langsam,
schleppend’):
er [das Fabelwesen Ylogrant] hett
praitte fuesse / mit flecken recht als ain gans. / den zagel er nach im dans. /
[...] / lettfüsset was sein gangk
HvNstAp
9106
MWB 3,3 1092,34; Bearbeiterin: Wemhöner
letvuoʒ
stM.
‘Plattfuß’
sint slimf [schief] die letefuͤzze
lank, / nach der unkeusche ist ir gedank Physiogn
381
MWB 3,3 1092,43; Bearbeiterin: Wemhöner
letwârje
stswF.
→
latwârje
MWB 3,3 1092,46;
letze
Adj.
‘unrecht, falsch’, hier wohl i.S.v. ‘nicht vollwertig, halb’ (vgl.
Anm.z.St.; DWB 6,797 s.v. letz):
wurchet ein mensch einen letzen
vîrtac [Feiertag] , / dem driut er [der
Priester] den gotes slac Priesterl
596
MWB 3,3 1092,47; Bearbeiterin: Wemhöner
letze
stswF.
auch lez(z)e, lecz(e), leczin; leczte (
Dalimil (B)
68,416
); Pl. auch letzinen (
StRBern
3:144,7
); vgl. auch
lëcze
swstF.
1
‘Befestigung’ (einer Burg, Stadt o.ä. zur Abwehr von Feinden),
‘Schutzwall’
2
‘Abschied’
2.1 allg. 2.2 in Wendungen 2.2.1 jmdm. die ~ gëben/ schenken
‘jmdm. den Abschied/ ein Abschiedsmahl bereiten’
2.2.2 jmdm. etw. zuo (der/ einer) ~ gëben/ lâʒen
‘jmdm. etw. (Geschenk/ Vermächtnis) zum Abschied geben/
überlassen’
3
‘Ende’
1
‘Befestigung’ (einer Burg, Stadt o.ä. zur Abwehr von Feinden),
‘Schutzwall’
phala: ain leczin vor ainer stat GlAnzfKdVz
4:233,116;
die von Ýrlant hatent sich / verbarrot und verlezet / und die
leze besezzet / mit werlichen rotten RvEWh
12088;
Troiær bewarten wol ir stat, / ir letzen wurden schiere
besat [besetzt] , / ir mûre und alle ir zinne
KvWTroj
44082;
diu mûre was hôch von grunde, / daz niemen dar în komen kunde / wan durch diu
rehten bürgertor. / dâ wâren ouch guote letze vor Heidin II
212;
daz ich [...] min burg Radirey vnd swaz ich inwendic
der lezzi hatte [...], fúrkoffit han minē herren
UrkCorp (WMU)
947,21;
daz [...] wir wider die waltluͥte suͥllen
[...] letzinen machen StRBern
3:144,7;
ErnstD
799;
PleierTand
2140.
2342
u.ö.;
PleierGar
1665.
– bildl.:
wir wellen der kristenheite sin / mit huͦte ein stærkiu
letze Rennew
23097;
ir waret den vinden gar ein shur / und den vriunden ein
letze ebd.
33775;
der vels, der was ir letze, / daz dise schar so cleine maniger grozen
schar gap wider setze JTit
4810,3;
von luterm gold ein netze Tasme het umbefangen, / werlichen zeiner letze.
die ringe vinger groz von keten strangen ebd.
3393,2
2
‘Abschied’
2.1
allg.:
nu wis des ane zvivel, / gewere degen biderue: / gesent
dich got widere, / mit guͦte ich dich irgezze / der angestlichen lezze
GrRud
F 7;
ir kumft unt ir letze Wh
232,29;
daz willekomen unde die letze Meissner
1:14,4
2.2
in Wendungen
2.2.1
jmdm. die ~ gëben/ schenken
‘jmdm. den Abschied/ ein Abschiedsmahl bereiten’
do sprach meister Hiltebrant: / ich bitten uch herren alle sant, / das
ir mit mir essen. / ich wil uch die letze geben VirgH
1093,4;
bildl.:
iwerm werdem prîse / ist gegebn ein smæhiu letze
Parz
152,3.
– in ironischer Zuspitzung ‘jmdm. den Rest geben, jmdn.
töten’ (vgl.
letzen
2.2):
si nâmen im [dem
Fischer] dâ sîn netz / und gâben im dâ die letz, / daz
si in zersluogen. / sîn red si im niht vertruogen
EnikWchr
25008;
ich gebe vch mit vwirn gnoszin / in einen lidern sak stoszin / vnd
in der Molda irtrenkin / vnd vch da mit dy leczte schenkin
Dalimil (B)
68,416
2.2.2
jmdm. etw. zuo (der/ einer) ~ gëben/ lâʒen
‘jmdm. etw. (Geschenk/ Vermächtnis) zum Abschied geben/
überlassen’
meister Eckehart wart gebeten von sînen guoten friunden ‘lâzent uns
etwaz zuo letze, sît ir von uns wellent varn.’ Eckh (Pf)
685,2;
der von Agrippe ein vingerlîn / het gegeben ze einer letze dem
Antschouvîn, / dô er schift über mer in einer barke Loheng
6865.
3867.
– häufig in Rechtstexten ‘Schenkung, Erkenntlichkeit,
Trinkgeld’
daz si an mir vnd minen chinden ir fuͤrstleich gnad begen, als
lang wir des bedurfen. dar vm wil ich in geben ze lezze drev chlainot,
zwai tassel vnd ein hæftel UrkCorp (WMU)
898,21;
ist oͧch, daz dekein jude von unser stat zihen wil, der sol oͧch
den purgern X mark ze letzi lassen StBZürich
87;
UrkEnns
3,234
(a. 1256);
swaz avch man von saltz alein vermavttet vͤber I. phvnt Oͤtinger,
daz sol dem mavttnær ze letz geben zwei chvͤeffel saltz
UrbBayS
4,200;
UrkCorp (WMU)
1465,25;
StRAugsb
251,10
3
‘Ende’
an anegeng und an letze bistu, got, ewic lebende JTit
1,1;
dirre rede letze und ir begin UvEtzAlex
17365;
iedoch trouw ichz machen / mit bewærten sachen / daz ez [das
buoch
] in werde werde bekant /
[...] / von Bresburc unz an Metze / sîn beginnen, sîn
letze Georg
64;
Wh
5,3;
ob ez der maget was gewant / daz si karte daz vletze
[Fußboden] , / so warf uz biz zur letze / den mist die
vrowe und den stoub Pass III
624,26
MWB 3,3 1092,52; Bearbeiterin: Wemhöner
letzen
swV.
md. auch lett- (
Brun
1651
), Part.Prät. auch gelat (
KarlGalie
9727.
7951
u.ö.; vgl. mnd. letten Schiller/ Lübben 2,674f.); Prät. auch
la(t)zte (z.B.
UvEtzAlex
4784;
Iw
2933;
WhvÖst
9628
).
1
‘hindern, aufhalten, verzögern’
1.1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. (an etw.) hindern, von etw. abhalten,
aufhalten’
1.2 mit Akk.d.S. ‘etw. verzögern, verhindern’
1.3 subst. in der Wendung sunder ~
‘unverzüglich, ohne Zögern’ (vgl. Schiller/ Lübben 2,675) 2
‘(be)schädigen, zerstören’ (mit fakultativer präp. Erg. ( ane,
mit ) oder Pron.-Adv.) 2.1 mit Akk.d.S. 2.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. schädigen, verletzen, töten’ (vgl.
letze
stswF.
2.2.1 ) 3
‘etw. beenden’
4
‘jmdn. einer Sache berauben’ (mit Gen.) 4.1 allg. 4.2 refl. ‘einer Sache entbehren’ (mit Gen.) 5
‘jmdn. von etw. befreien’
6
‘sich/ jmdn. (mit etw.) erfreuen, laben, etw. genießen’ (mit fakultativer
präp. Erg. ane, mit )
1
‘hindern, aufhalten, verzögern’
1.1
mit Akk.d.P. ‘jmdn. (an etw.) hindern, von etw. abhalten,
aufhalten’
kumet er ze dem tage niht, er verliuset sîner gülte dâ
mit niht, ob in êhafte nôt letzet SpdtL
195,17;
sa der herre daz bevant, / er bedachte ieso zu hant / waz der frouwen
dochte / waz si gelezzen mochte Elis
6874.
– mit zusätzlichem Gen.d.S.:
den kunic wolder lezzen / gerne siner widervart
GrRud
Fb 5;
Rennwart mit sîner stangen / sich selben het
ergetzet [dafür entschädigt] , / daz er dicke
was geletzet / maneger wirde in Franchrîche Wh
388,16;
er kæme wider, möhter, ê, / esn latzte in êhaftiu
nôt, / siechtuom vancnüsse ode der tôt Iw
2933.
7760;
EnikWchr
20080;
SüklV
202
1.2
mit Akk.d.S. ‘etw. verzögern, verhindern’
daz ros [trojanische Pferd] hiezens machen /
alsô grôz und alsô hô, / und was gemachet alsô, / daz man daz wolde, / daz si
dar ûf solde / gewâfent sîn gesetzet. / dô wart daz geletzet / dorch ein
schînbâre nôt: / der werkmeister der is tôt, / der ez machen began
En
1120;
vil stolzer Waldemar [...], / vierfaltig fürste
in Brandenburg, der allen wandel letzet Frl
5:17,19
1.3
subst. in der Wendung sunder ~
‘unverzüglich, ohne Zögern’ (vgl. Schiller/ Lübben 2,675):
er volbrenget sinen mut / volleclich sundir letzen, /
sich da widir setzen / niemant tar in keiner wis Daniel
7005;
op dat ross wyl ich setzen / sunder eynich letzen / Karlle van Vranckriche
KarlGalie
3348;
HistAE
1889
2
‘(be)schädigen, zerstören’ (mit fakultativer präp. Erg. (ane,
mit) oder Pron.-Adv.)
2.1
mit Akk.d.S.:
ein hagel, / der des veldes halm letzet
TürlArabel
*R 21,27;
bî dem grabe hâten vier gote / vier boume gesetzet, / die der wint niht
enletzet / an löibern und an zwîen Flore (P)
2058;
Vät
18888;
sî vor sich setztin / ir schilde und ôt
letztin [
transfigerent
] / mit den
spern der cristnen pfert NvJer
8398;
als man die stein [durch
Unterminieren] well letzen, / sô sol man undersetzen / den
palast mit holz grôz EnikWchr
21479;
swelich lant man niht wolt letzen, / daz muost gîsel
setzen ebd.
20983;
swer gegen Iesu Cristo / sich mit gelouben setzet / und min gebot dran
letzet, / daz er smeht sinen namen, / den sal man zu hohen schamen / brengen mit
vil leider klage Pass III
70,10
2.2
mit Akk.d.P. ‘jmdn. schädigen, verletzen, töten’ (vgl.
letze
stswF.
2.2.1):
daz got den menschen [...] in daz vrône paradîs /
gewalteclîche in sazte, / und wie der slange in lazte / mit sînem valschen râte
KvWSilv
3444;
und benedîget di, di ûch maledîende sint. bittet vor di, di ûch letzin
[
orate pro calumniantibus vos
]
EvBeh
Lc 6,28;
dú menschen, dú gelezzet waren an ir eren
Seuse
85,3;
StrKD
29,78;
der selb wart geletzet / an guot und an êren
EnikWchr
20974.
27730
u.ö.;
er het in sô geletzet, / mit bluote wart benetzet / al
diu kemenâte gar Parz
572,13;
ê daz mich got / ame lîbe hât geletzet ebd.
239,27;
bli liez er smelzen da beneben, / siben gluende halsberge da bi setzen. /
darinne er dachte letzen / die vrowen Pass III
173,52;
er [Jesus] lert offenlich und spricht: / ‘ich
bin ain kúng der juden frÿ / und bin och Gottes sun dabÿ.’ / dar umb sol er
nach der gesetzt / vertailet [verurteilt] werden und
geletzt KvHelmsd
1348;
wi si [Elisabeth] beheftet were / in
ruweclicher swere, / drostes gar entsetzet, / mit leides sere geletzet
Elis
7042;
verschnidestu mir einen faden, / ich sag dir sicherlich, es bringt dir
großen schaden. / ich wil dich hie mit miner künste letzen Wartb
(H)
357:4,6;
subst.:
ir wiplichiu zuht / kund in ergetzen / swaz hertzen
laides letzen / im ie gefuͤget het WhvÖst
16174.
– jmdn. mit tode ~
‘jmdn. töten’
das ir man von seiner hant / mit tode wär geletzet
HvNstAp
19728;
ir vriunden wart dort alsô wê / sam disen ê was von klage. / jâ
mohtens immer dem tage / vluochen, daz diu wirtschaft / alsô maneges heldes
kraft / mit tôde het geletzet KlageB
2615;
solt man zerechte vluͦchen dem tag, der zit, der stunde, / des kund
ich wol enruͦchen, darinne man di argen liste funde, / di dich mit tod und
mich an vreuden letzet! JTit
1030,3
3
‘etw. beenden’
der blinde [Longinus] sprach zuo sînem knehte: ‘du
solt setzen / daz sper an sîn herze. jâ wil ich die marter letzen.’
Walth
37,15;
trût, du setze mich ûz klage / unde ergetze mich alle tage / unde letze mir
sorgen wage! / und kumt ez sô, ich wirde frô KLD: UvW
Leich 4,137;
vür wildiu tier bant man ir [der
Märtyrer] vil. / vür geschütze alsam ein zil / sach man genuoge
setzen, / durch got ir leben letzen RvEBarl
4480;
daz der missehel [...] einhalp zwischent den herren
von Stoͮfenberc [...] vnd anderhalp dem abbete vnd dem
conuente von irz cloͮsters wegen von Gegenbach alsus gelezzet
[beigelegt] ist UrkCorp (WMU)
206,28;
mit Ersparung d. Obj.:
du [Gott] truckenes vnde netzes, / du
entfehes [beginnst] vnde letzes Litan
64.
– subst. hierher oder zu
letze
stswF.
3 zu stellen?:
anevanc und letzen / nam ze Nurenberc guot ende
Ottok
12912
4
‘jmdn. einer Sache berauben’ (mit Gen.)
4.1
allg.:
wie bistu so geletzet / der frouden, sprach der kunich
do, / daz du niht lachest StrKD
98,80;
der freuden wart er geletzet EnikWchr
23020;
SM:Ro
8:2,2;
daz wir nû sîn geletzet / aller werltlîcher wünne
Wh
101,12;
nu hât geletzet in daz sper / des lebens und der hôchzît
Wig
9847;
de zwelve bleven up der stat / alle doyt ind gelat / des lyves ind der
eren KarlGalie
9727;
dirre wirt ist wol ersetzet. / der in des lîbes hât
geletzet, / dem erteilen wir guot unde wîp, / genert im got sînen lîp
UvZLanz
2178;
mit Refl.-Pron.:
der sich hie letzet / der eren, gutes, libes, / des
kindes und des wibes HeslApk
22146
4.2
refl. ‘einer Sache entbehren’ (mit Gen.):
niht korns hêt diu stat
[Venedig] guot: / niht anderr spîs fuort man der
stat; / [...] / des muosten si sich letzen / beidiu
weizen unde korn EnikWchr
28710
5
‘jmdn. von etw. befreien’
durch al diu wunder, diu dû [Christus] hâst /
begangen unde noch begâst, / sô lœse mich [La. sô letze
mich
] von aller nôt Freid
181,4
6
‘sich/ jmdn. (mit etw.) erfreuen, laben, etw. genießen’ (mit fakultativer
präp. Erg. ane, mit):
sie [Cassinia] was ir immer eine, /
diu niht des enliez, / daz sie diu sælde tuon hiez, / diu den man vil hôhe setzet, /
wol enphât und schône letzet Eracl
190;
ob ich hete alleine / wol tusent meister sin, / der wær doch ze kleine, / da
ich gedæhte hin, / wie dú minne letzet. / ir anegenge ist heis. / den si wol
ergetzet, / des froͤwe sih, swer daz weis Marner (W)
L 7:3,5;
ouch dâht an daz Marjâ diu reine / daz die heilegen al gemeine / ir sun Jêsus
ze tische setzet / und mit süezer spîse letzet Philipp
8695.
– mit Refl.-Pron.:
er sprach: ‘ich wil mich letzen’, / und hiez dar tragen guoten wîn
Fressant
66;
si wolde sich dâ letzen / mit frouden und mit spile En
1294;
var in deines vater reich, /
[...] / da sich mit frewden leczet / dew sel
HvBurg
6491;
UrkFreiberg
1:59,17
(a. 1333);
Ottok
57974.
22299.
37815
u.ö.
MWB 3,3 1093,62; Bearbeiterin: Wemhöner
letzeren, letzern
swV.
zum Komp. von
laʒ
Adj. (s.d. 2.1.2).
‘etw. hintanstellen’
daz wir der namen [der heiligen
Dreifaltigkeit] nicheinen / weder grozeren noch cleynen, / noch
minneren noch meren, / noch letzeren noch
eren [voranstellen] / vor den anderen ichtes icht
HeslApk
676
(vgl.
daz der [drei Namen der
Trinität] keiner ist herer / noch letzerer noch erer / noch grozerer
noch kleiner ebd.
8928.
11174
)
MWB 3,3 1096,13; Bearbeiterin: Wemhöner
letzic
Adj.
‘krank, schwach’
der sibende man vzseczig, / der ist auch also leczig, / daz en nieman geheilen
kan PrHess
59,272
MWB 3,3 1096,22; Bearbeiterin: Wemhöner
letzouge
swN.
‘schwaches Auge’ (? vgl. WMU 3,2589), nur als Personenname belegt:
eine jûcharte mit reben, ist gelegen nebent hern Heinriche Letzoͮgen
UrkCorp (WMU)
2456,34
MWB 3,3 1096,25; Bearbeiterin: Wemhöner
letzt
→
laʒ
MWB 3,3 1096,29;
letzte
stF.
→
leʒʒiste
MWB 3,3 1096,30;
letzunge
stF.
‘das Verletzen, Verletzung’
einen aven [Ofen] man begatde; / der was mit fure
geglut. / man warf in dar in; he was behuͦt, / kein lezzunge in nie berurtde
Thomas
183
MWB 3,3 1096,31; Bearbeiterin: Wemhöner
leu
swM.
→
lëwe
MWB 3,3 1096,35; |