l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutærinne stF. liutbære Adj. liutbrehe Adj. liutbrôt stN. liute stF. liutehe stN. liutel stM. liutel stN. (Pl.) 1liuten swV. 2liuten swV. liutenære stM. liutere stF. liuteren swV. liuterunge stF. liuteschiehe swM. liutestërbe swM. liute|stërbôte stN. liutkirche swF. liutkraft stF. liutlôn stN. liutlôs Adj. liutmærunge stF. liutpriester stM. liutpriesterambet stN. liutsælde stF. liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
liutærinne
stF.
‘Glöcknerin’
item ainer leütärin 4 fell UrbSonnenb
120
MWB 3,3 1222,2; Bearbeiter: Luxner
liutbære
Adj.
‘öffentlich’ (für weitere Belege und Ableitungen vgl. AWB 5,1221; s.a.
lûtbære
):
publicus: lvetparer SummHeinr
2:427,01.87
MWB 3,3 1222,4; Bearbeiter: Luxner
liutbrehe
Adj.
→
lûtbrehe
MWB 3,3 1222,7;
liutbrôt
stN.
‘gewöhnliches, nicht geweihtes Brot’ (vgl. AWB 5,1222; s.a.
leienbrôt
):
panes laicos: liutprot, leginproth, [...], lainprot
Gl
1:402,63
MWB 3,3 1222,8; Bearbeiter: Luxner
liute
stF.
vgl. ahd. [h]lûtî stF.; vgl.
lût
stM., lûte stF.
‘Ton, Laut’
ich wil mit hôhen liuten schallen Walth
63,26.
– auch ‘Lärm, Getöse’
sein [des Felsstroms] rvns in der leute stuont
[verursachte ständigen Lärm]
Krone
7983;
si sagt im, waz die leute, / die si horten, bedeute, / so starch vnd so grimme
ebd.
7990
MWB 3,3 1222,11; Bearbeiter: Luxner
liutehe
stN.
hier -ech.
‘Menschenmenge’
ez zürnet unde grînet daz arme liutech, sô im einiger halm an dem wege lît,
unde grînet unde fluochet unde schiltet unde wüetet, sam ez mit dem tiuvel behaft sî
PrBerth
1:101,9
MWB 3,3 1222,18; Bearbeiter: Luxner
liutel
stM.
‘Glöckner’
darumb hat er buͤrgen gesatzzet Conr[at] und Heinr[ich] di eisenhuter, den
coler, den smit und den levtel NüP
192
MWB 3,3 1222,23; Bearbeiter: Luxner
liutel
stN. (Pl.)
Dimin. zu
liut
,
‘kleine, kleingewachsene Menschen’
ez sint auch klaineu läutel, die wonent auf ainem perg in
India, die haizent Pigmêi, diu sint zwaier daumellen lanch und streitent mit den
kränichen BdN
490,35.
491,1
MWB 3,3 1222,26; Bearbeiter: Luxner
1liuten
swV.
auch ge- (
UrkCorp
248B,10
);
Prät. auch lût(t)e,
loute (
Serv
3208
);
durch graphemische Mehrdeutigkeiten sind, bes. in md. Texten, Belege nicht immer
eindeutig
1liuten
1 (von ahd. [h]lûten) oder →
lûten
(von ahd. [h]lûtôn) zuzuordnen (vgl. AWB
5,1439-1442. 1446f.).
1 intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’
1.1 von Glocken ‘läuten’
1.2
‘(er-)klingen, (er-)tönen’
1.3
‘sich anhören, lauten, klingen’
2 tr. 2.1
‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken) 2.2
‘einläuten’
2.3
‘etw. verkünden, (aus-)rufen’
2.4 wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216)
1
intr. ‘einen Ton, Klang, Laut von sich geben’
1.1
von Glocken ‘läuten’
vil glocken hôrte man dâ liuten Ottok
18439;
da hort der konig ein glocken lúten zu eim closter
Lanc
537,22
1.2
‘(er-)klingen, (er-)tönen’
swer in [den Stein] rehte
erkennen sol, / der slahe dar ûf lîse: / sô liut er in der wîse / alsô hô und
alsô helle / rehte als ez sî ein schelle Volmar
502;
ouh lûtte an der stunden / daz hêrlîche
tier [ein Automat] / mit der stimmen alsein
pantier SAlex
6024.
– von Instrumenten (auch mit indir. Obj.):
do luitin simo [
si
imo
] zisamini / mid trumbin joch mid cymbilin, / mid
phigilin undi swegilbeinin, / mid rottin undi mid lyrin, / mid phiffin undi
mit sambuce [Pauken]
ÄJud
25;
die orgellen lútent hoch Tauler
292,14
1.3
‘sich anhören, lauten, klingen’
ie ze siben stunden koment die heligen engel zuͦ dem
lichamen mit lobelichem sange, der lutet alsus: helig, luter, einvaltig, wise,
gotte von herzen liep Mechth
4: 23,10;
aber es lutet groblichen und machet doch verstentlich
Tauler
294,1;
ez liutet tôrlîche und ist doch wâr Eckh
1:50,1.
– zu liuten i.S.v. ‘bedeuten’ bei
Tauler ( 164,33. 166,19.
167,2) s. Corin, TextkrV, S. 31f. und vgl.
Eckh
2:239,1.
2:569,5
2
tr.
2.1
‘etw. läuten, zum Läuten, Klingen bringen’ (i.d.R. von Glocken):
zv der kirchen lief er vnd nam / die gloksnvr in die hant
/ vnd lvte die glokgen, die er vant ReinFu
K,1572;
daz men ze hochgeziten vil gloken lutet
Lucid
86,2;
da sal min eini glockin zu luiti Mühlh
151,15;
man liutet den singôz [eine kleine
Glocke]
EnikWchr
26043;
ir sît wol wert, daz wir die gloggen gên iu [für
euch] liuten Walth
28,14;
StatDtOrd
95,32;
StRAugsb
50,10;
HvNstAp
16873;
KvWEngelh
3291;
WüP
7c,12.
– mit Refl.-Pron.:
dâ liutt sich vil helle / in dem palast ein schelle
EnikWchr
21053;
sich begunden über al / die glocken selbe liuten Greg
3757.
– mit Aussparung des dir. Objekts:
warunbe lúte wir niht in den drien dagen?
Lucid
109,18.
109,20;
nâch siten kristenlîchen man vil liuten began
NibB
1850,4;
do lief er hin vil schiere, / da er die gloksnure
vant, / und begunde liuten zehant / ze sturm wol mit schalle
StrKD
70,38;
diu pfafhæit loute unde sanch Serv
3208;
NvJer
12627;
mit präp. Erg., zu einer best. Zeit bzw. einem best. Anlass läuten
(als Aufforderung zu einer bestimmten [liturgischen] Handlung):
nu man zer mettînstunde / liuten begunde
Tr
15140;
sô man hînt metten liute ErnstD
5305;
lvtin ze gottis dienste BrEng
47;
RvEWh
14783;
StRFreiberg
246,3;
vgl. auch:
man lûte dâ zem münster nâch gewoneheit
NibB
1005,1;
daz die vurginantin burgar sulen an sunnentage, der nu kumet, als die
phaffen in komen sulint, luten uf den hof zuͦ Spire UrkCorp
(WMU)
680,5.
–
mit geliuteten glocken
‘unter Glockengeläut’
do zoch brvͦder Heinr. das selbe gvͦt [...]
in des klosters gewalt mit gelvten glogen nach des landes sitte
UrkCorp (WMU)
341,11.
– subst. ‘Glockenläuten’
waz sol diz liuten diuten? UvTürhTr
3481;
daz mir daz liuten [des
singôʒ, einer kleinen Glocke] werd bekant
EnikWchr
26035;
das ir da [die Messe] singent oder heizent
singen, doch mit beslozzenen tvrn vnd ane lv́ten UrkCorp
(WMU)
93,38.
1797A,6.
– bildl.:
dez hungers helle gloggen / in sin ore liutent Martina
131,21
2.2
‘einläuten’
an sant Evlalien tach, des samztages, so man læt daz vrævden gesanch
alleluia UrkCorp (WMU)
345,8;
als man none geludet hett Lanc
593,19;
dâ sal der capellere die gecît zu rehter cît heizen lûten
StatDtOrd
117,28
2.3
‘etw. verkünden, (aus-)rufen’
dar nach lutet der priester mit der stimme: ‘nobis.’
Lucid
100,13.
80,10;
ich hoͤre ein stimme, die lutet ein teil von minne
Mechth
1: 44,11.
3: 24,24;
swenne man die chuntschafft bringen und lütten will UrkLudw
211
(a. 1344);
HeslApk
9416
2.4
wohl auch ‘jmdn. (durch Läuten?) rufen’ (vgl. FrlWB, S. 216):
sit daz mich lut [La. leuͤt
] / kunst
uf bescheidenheit Frl
8:8,6
MWB 3,3 1222,31; Bearbeiter: Luxner
2liuten
swV.
‘mit liut versehen’, hier als Part.-Adj.
‘bevölkert’
die liute sint gelandet [mit Land versehen] wol, /
diu lant niht wol geliutet RvZw
215,2.
–
‘ mit Gefolge ausgestattet’
da von haist er ein herr groz / daz im volgt ein grozzew
schar. / daz pringt auch der phenning dar: / so er ie mer zu geben hat, / so er ye
paz gelauͤtet stat Teichn
417,38
MWB 3,3 1223,52; Bearbeiter: Luxner
liutenære
stM.
‘Glöckner’
vnnd sünndt dissz die amptleüth: ein marschalckh, ein schultheisz, ein
schaffner, ein köller, ein cammerer, ein koch, [...], ein
stadler, ein hengeisen [Aufseher über Maß und Gewicht]
vnd ein leüttner WeistGr
4,190
(a. 1339)
MWB 3,3 1223,59; Bearbeiter: Luxner
liutere, lûtere
stF.
vgl. AWB 5,1449 s.v. [h]lûtt(a)rî.
1
‘Klarheit, Ungetrübtheit, Durchsichtigkeit’
2
‘Reinheit, Unvermischtheit’
2.1 eigentl. 2.2 übertr. auf Sündenfreiheit, Unschuld, Aufrichtigkeit u.ä. 3
‘Helligkeit, Glanz’
1
‘Klarheit, Ungetrübtheit, Durchsichtigkeit’
von noͤten wart gehilwet [vernebelt] dem lufte sin
klare luͤter, / diu erde clein gemilwet [die Erde
zerstäubt]
JTit
4153,1;
die zaichenn dez gueten wassers sind rinnge, lauttre, weisse
unnd guet waß [
levitas, claritas, albedo, bonus
odor
]
HvHürnh
51,7;
Rennew
21307.
21037;
div livter merchet man an der lampen. div ein livter
[Adj.] glaz ist PrLeys
22,34
2
‘Reinheit, Unvermischtheit’
2.1
eigentl.:
daz allez golt vorturet / an der luttere
HeslApk
6975
2.2
übertr. auf Sündenfreiheit, Unschuld, Aufrichtigkeit
u.ä.:
swâ liep gein liebe erhüebe / lûter âne trüebe
Parz
533,26;
dú unbetruͦbde lutri der ganzen gothait PrGeorg
62,15.
56,6.
80,7;
in luthiri des herzin [
in puritate
cordis
]
BrZw
20;
BrEng
20;
mit aller demvͦti vnde der luthiri
andahit [
cum omni humilitate et puritatis
devotione
]
BrZw
20;
BrEng
20;
die vollen / luttere siner unschuldikeit
HeslApk
1981.
10884;
waz dem menschen an lútri des gebettes abe gat
Seuse
505,18;
die dar genennet wurden mit der schrifte, / di warn also bekennet, daz ir
deheinez ot nimmer mein [Falschheit] gestifte. / und
die man in der luter nicht bekande, / der nam da wart verborgen, daz si zem gral
mit schrifte nieman nande JTit
520,3
3
‘Helligkeit, Glanz’
ein schilt [...] was der niuwan
silberwîz, / durch daz er einbære / helm unde ringen wære. / er was aber
gebrûnieret, / mit lûtere gezieret / reht alse ein niuwe spiegelglas
Tr
6612;
wen die luttre der gotheit / schein durch daz vleischinne
cleit HeslApk
10669
MWB 3,3 1224,1; Bearbeiterin: Baumgarte
liuteren, lûteren
swV.
auch liutern, lûtern und ge-.
1 tr. 1.1
‘etw. läutern, reinigen’
1.1.1 allg. 1.1.2 übertr. 1.2
‘etw. entfernen (zum Zweck der Reinigung)’
1.3
‘etw. erhellen, klar machen’
2 intr. ‘lauter, rein, hell, klar werden’
1
tr.
1.1
‘etw. läutern, reinigen’
1.1.1
allg.:
man läutert den balsem mit ezzeichwaschen
BdN
360,24
u.ö.;
honige daz wol gelutert si SalArz
39,18;
und sol ez [das Korn]
dennoch gefeget und gelutert sin, als voͤr gerett ist WüP
75,10;
min fuͤsse [...] hand ich geweschen, daz ist
gelu̍ttru̍d [
purificavi
]
RvBib
129,3.
– von den Augen (auch i.S.v. 1.3):
wiruͦch getempert mit dez eiez wissen unde an di
ougen gestrichen, lutert si Macer
87,3;
triure und üppeclîchiu clage / deist mîn und
aller vrouwen site; / hie reine wir diu herze mite / und liutern diu
ougen Tr
14961.
– bes. von Metallen (auch im Vergleich):
dem golde ich iuch gelîche, / daz man liutert in
der gluot Parz
614,13.
37,6;
alse daz gelutterete golt inder esse
Litan
642.
248;
man mag ein kopfer also dicke / lutern an dem
heizen vure Brun
974;
dv has biwart vns got im wure
[Feuer] vns has dv gilutirt alsam wirt
gilutirt daz silber BrZw
7;
Frl
5:46,11;
KLD:Kzl
16: 4,1;
Rol
7755;
KLD:UvL
14: 4,2;
Tr
12941.
13073.
– ohne Obj.:
golt hât die art, daz ez kreftigt und läutert
oder rainigt BdN
474,27.
– refl.:
ob er [der Kranke] aue
gnesen scol. so cheret sich der uogel
[
karadrîus
] zuͦ deme manne unt
tuͦt sinen snabel uber des mannes munt. unt nimit des mannes unchraft an
sich. sa uert er ûf zuͦ der sunnen. unte liuterit sich dâ
JPhys
26,11
1.1.2
übertr.:
emzig vͤbung der betrachtunge an ewigen dingen lutert das gemvͤt
RvBib
49,8;
wiltu niv komen zvo des herzen reinikeit, so mvostiu es mit livter vnd
mit gancer bihte wol gelivtern vnd gereinen Bihteb
5;
der Îsôt under ougen siht, / dem liutertz herze unde
muot Tr
8291.
4703;
Parz
614,14;
Tauler
129,28
u.ö.;
Himmelr
5,30;
Rol
5135;
KvWLd
32,144.
– mit Akk.d.P.:
wolde got unde were ich is wert / daz mich uûr
oder swert / geluͦterete an deme libe Rol
1067;
an dem svnnentage habent alle die sele genade, die
cze der helle niht gaht sint, da si ewichlich verlorn sint, svnder die
da geluteret schulen werden mit dem viwer Konr
1,58.
– mit präp. Erg.
~ von zur
Bezeichnung des zu Entfernenden (s. a. 1.2):
daz er dur dine wirdi und dur dine undirchunft mine sele und minin
lichamin gireine und gilutere uon allir unreinicheit
MuriGeb
554;
der pine mag nieman enberen, wan si lútert den
menschen ie von stunde ze stunde von sinen manigvaltigen súnden
Mechth
5: 2,15;
Konr
23,51;
PrEngelb
214,18.
– refl.:
unde ist er danne sunden vol in sinen mittel jaren: / eriner var
[wie Eisenerz (in einem größeren
Vergleich)] . / so er sich selber lutert nicht, her wil
vuͦrharten zwaren / in sunden gar Rumelant (K)
4:2,7
1.2
‘etw. entfernen (zum Zweck der Reinigung)’
die sunde were da mite / geluttert daz der zu ir greif, /
Got, der an sunden nie besleif HeslApk
3265;
sich uf, du hohez adel und rechter eren kefs: / des wandels trefs
[Unkraut] / uz dinen witzen liuter, / wenn der
selden kliuter [Verlockungen der sælde
] /
sich widemen dir mit ritterschaft Frl
5:25,3;
dauon wir raten disen tagen der uastun aller lutirkait
daz leben sin halten alle gilich vnde di sumsuli ander zihte disen tagen
hailigen luterne [
neglegentias aliorum temporum his diebus
sanctis diluere
]
BrZw
49;
Eckh
1:331,7
[
diluere
]
– refl.:
zo lutirt is [
daʒ vël,
‘Star, Augenerkrankung’
] sich
Albrant
3,48
1.3
‘etw. erhellen, klar machen’
dirre mislîche schîn / sô geebent und sô geliutert was / daz er
[der Stein] glaste sam ein glas Er
8218;
Ericius der held erkouss / zwölff junkfrowen schanden
bloss, / der farwe schon gelüttrett waz / alsam der tag, als ich es lass
GTroj
23445.
– übertr. ‘erläutern, erklären’ (v.a.
rechtssprachlich):
doh swoz dar an ze chrieg wirt, daz behalten wir vns, daz wir daz
levttærn vnd beschaiden UrkCorp (WMU)
3452,14;
wart diss [die Ordnung] also gelütert durch
die zinslüt im dinkhoff zu Brattellen WeistBa
128
(a. 1333);
UrkBern
6,754
(a. 1343);
StRMünch
379,1.
– hier ‘über jmdn. gerichtlich entscheiden’ (vgl.
Glr.; anders DRW 8,793):
gescheh aber das, daz der burger sins herren hulde gewenne in dem
jare, als hie vor geschriben stat, woͤlt ime der herre des loͮgenne, so sol
in der burger des bezúgen; woͤlt aber in der herre lútern nach dem jare,
so sol sich der burger entslahen mit dem aide, daz er sins herren hulde
gewunnen habe StRVill
8.
20
2
intr. ‘lauter, rein, hell, klar werden’
der scholl [Lehm] was naß und
spriczet im in die augen, das sie im in guter wil kum geluterten Lanc
240,28;
so lutern unse ougen / (daz ist niekein lougen), / die da bi
den jaren / gar vorblindet waren HeslApk
7999;
sô daz trüebe danne gevellet / und sich der most ze wîne stellet / und er
gelûtert von grunde, / sô daz die gerben ligent drunde LvRegSyon
2656;
Ipocr
242.
–
swâ adel tuot adellîche tât, / der adel liutert immer KLD:
SvT
1:1,8.
– i.S.v. ‘frisch werden’
daz ime lîch unde varwe / wider lûteren begunde
Tr
8145
MWB 3,3 1224,33; Bearbeiter: Luxner
liuterunge, lûterunge
stF.
‘Läuterung, Reinigung’ im relig. Kontext:
ich bitte dich, herre, umb reine lúterunge und geistliche
bestandunge Mechth
5: 35,46;
so du ruwic mich irvreisches, / lutterunge mines vleisches
HeslApk
4810.
11818;
daz enist nút me denne eine bereitunge und eine luterunge
zuͦ eime bessern diner wercke Tauler
70,11
u.ö.
– als Übers. von lat. passio (vgl. aber Glr., das es
zu lat. depuratio stellt):
da von wedürffenn si ainer lanngen underschiedunge zu ir
selbs lautterunge [
ad sui passionem
] , das die
grossen dünste davon gesundert werdenn HvHürnh
46,10.
– die Reinigung Marias nach der Geburt Jesu (vgl. Lc 2,22 und
ferner Lv 12):
nachdem derfüllet sint di tage der
lütervnge [
dies purgationis Lc 2,22]
Marien nach der ee Moisi EvAug
128,16;
do si du erfulden der juden luterunge / unde si da getageten
AvaLJ
29,1
MWB 3,3 1226,3; Bearbeiter: Luxner
liuteschiehe
swM.
lt. W. Tauber (vgl. Anm.z.St.) wohl Bez. für jmdn., der mit seinem starren Blick
Leute beunruhigt (Zweitglied zu
schiehen
bzw.
schiuhen
; anders A. Wallner ZfdA 72 (1935), S.
264):
sust gebart er [der durch unzüchtige Rede auffällt]
als die leuteschihen. / er kan die ougen niht wider zihen, / wo er hin beginnet
sehen Jüngl
597
MWB 3,3 1226,21; Bearbeiter: Luxner
liutestërbe
swM.
auch liut-.
‘Massensterben, Seuche’
daz er [David] ] drîer buoze eine næme,
[...] daz siben hungerjâr kæmen über alliu sîniu lant,
oder daz er drîe mânôde flühtic müeste sîn vor urliuge unde vor sînen starken
vîenden, oder daz drîe tage der liutesterbe in sînem lande über al solte sîn
[
erit pestilentia in terra tua (II Sm
25,13)]
PrBerth
1:9,5;
daz drî tage ein grôzer liutsterbe sî in dînem lande ebd.
2:3,29.
2:4,21;
nu fuogt sich, als noch dick geschiht / und man gemeiniclîch ouch siht, / daz
ein liutsterb kom in daz her / und az daz her mit grôzer zer HvBer
7376.
– hierher oder subst. Verb (?):
die drî tage liutsterben, die bezeichent die buoze, dâmit man den lîp tœten
sol für die sünde PrBerth
2:12,12
MWB 3,3 1226,28; Bearbeiter: Luxner
liute|stërbôte
stN.
‘Massensterben, Seuche’
daz bezeichenet
bisextum [Schaltjahr] oder lúte sterbote oder slahte
oder strit in dem riche Lucid
53,11
MWB 3,3 1226,43; Bearbeiter: Luxner
liutkirche
swF.
‘Pfarrkirche’ (vgl. Masser, Gotteshaus, S. 95ff.):
we dem vnuersinten man / der siner luͤtkilchen entran / vnd sich froͤmbden
herren git Barfüsser
36;
liutkirchen, klôster, bistuom / der wart durch gotlîchen ruom
/ vil gemachet überz lant RvEBarl
13607;
das wir v́nser kilchen ze Friburg vnd ze Múlnheim vnd ze Baden, die drige
lútkilchen, gesezzet vnd ze koͮfe gegeben haben UrkCorp (WMU)
1083,45.
2353,15.
2130,41;
OberrhChr
43,36;
Ammenh
17487
MWB 3,3 1226,46; Bearbeiter: Luxner
liutkraft
stF.
‘Menschenmenge’
duͦ der dritte keiser Heinrîch / demi selbin heirrin bival sich, / vnti der
godis willo was irgangin, / dar her ci Kolne ward mit lobe intfangin, / duͦ gieng
her mit liut crefte Anno
34,9
MWB 3,3 1226,56; Bearbeiter: Luxner
liutlôn
stN.
‘Geld, Lohn für das Glockenläuten’
er [der Messner] sol auch der pfarr ir kertzen
vordern und einnemen und daz leutlone dem pfleger allez antwuͤrten
NüP
197
MWB 3,3 1226,61; Bearbeiter: Luxner
liutlôs
Adj.
‘menschenleer’
Lîmors liutlôs beleip. / vliehens gienc in michel nôt, / wan si vorhten den
tôt Er
6663
MWB 3,3 1227,1; Bearbeiter: Luxner
liutmærunge
stF.
→
lûtmærunge
MWB 3,3 1227,4;
liutpriester
stM.
häufig mit Ausfall des t bzw. Assimilation an das folgende p
auch l(i)u- bzw. l(i)uppr- u.ä.
‘Leutpriester, Pfarrer, Weltgeistlicher’ (zur Sache vgl. LThK
6,862):
plebanus: lutpriester VocOpt
36.036;
incuratus: besteter lutpriester ebd.
36.039;
der ander ubel strazraup ist, der einen bilgerin uf der
strazze beraubet, den bilgerin der mit sins liupristers rate unde mit siner bihte
unde mit siner buzze uzkomen ist StRAugsb
91,15;
mît den Thvzen brvͦdern, die dvͦ ze Berne lupprester waren UrkCorp
(WMU)
N605,25;
jch phaffe Johannes, der luprester ze Burguelt was, tûn kunt
UrkHohenz
1,139
(a. 1325).
1,99
(a. 1287);
UrkWittelsb
1,466
(a. 1292);
SpdtL
118,14
MWB 3,3 1227,5; Bearbeiter: Luxner
liutpriesterambet
stN.
‘Amt, Pfründe, Tätigkeit eines Leutpriesters’ (s. DRW 8,1284 (Festg. Heffter; a.
1345) (ohne Belegzitat)
MWB 3,3 1227,20; Bearbeiter: Luxner
liutsælde
stF.
Eigenschaft, die bei Mitmenschen Wohlwollen, Zuneigung hervorruft,
‘Liebenswürdigkeit, Liebreiz’
ir ougen lûterkeite rîch / wâren von der minne. / liutsælde was dar inne / ze
hûse mit gewalt gezogen KvWPart
8664;
ir clâren ougen spiegelvar / dâ liutsæld unde minne /
versigelt lâgen inne KvWTroj
14687;
David / [...] / der selden vil nah
wunsche gar, / der lúte lútselde, gebar RvEWchr
24282
MWB 3,3 1227,23; Bearbeiter: Luxner |