l – lâchen lâchen – laden laden – Lahrein lahs – lampartisch lampe – lanclëbic lanclîbe – lancwat lancwiric – lant|âht|acker lantâhte – lantgemeine lantgenôʒ – lantleite lantliut – lantreister lantrihtære – lantsidel lantsidel – lanttwingære lanturliuge – lantwîn lantwîp – larrûn larventier – lasterkleit lasterkôsen – lasterwunde lastkarre – Latrisëte latrôn – læʒic (?) læʒlich – lëbendic lëbendigen – lebezelte lëbezuht – 3lecken lëcken – lëder|gerwe lëderhosære – lëdic|sagunge lëdic|vrî – lëgerhort lëgerhuobe – lêhengëlt lêhenguot – lêhensrëhten lêhensteidinc – leidebërnde 1leiden – leienphrüende leienrëht – leissup leist – leiterboum leiteren – leitstap leitstërne – lemmelîn leitstërne stswM. leitunge stF. leitvane swM. leitvaʒ stN. leitvertrîbærinne stF. leitvertrîp stMN. leitwende stF. leitwendic Adj. lekritze F. lekritzenpulver stN. lekwaritze F. lem stF. lembechîn stN. lembelîn stN. lemberbûch stM. lembergagel Subst. lembergalle swF. lemberîn Adj. lemberslint M. lemberzëhende swM. leme stF. lemen swV. lemic Adj. lemmechîn stN. lemmelîn stN. lemnisse – lenderieren lenderl – lenke lenken – lêrchenmunt lêre – lërnkint lërnknabe – lësemeister lësen – lettener letter – levîte lëwe – lëwinne leyô – lîch lîch – lîchphenninc lîchreste – 1liden 2liden – lîdunge lie – liegære liegærinne – liehticheit liehtkerze – liehtvaʒ liehtvlüʒʒic – liepsuochende liep|swinderinne – lîhenisse lîhkouf – lîhtsüeʒe lîhtunge – 2lîm (?) limbel – lindelîche 1linden – lînhose linie – lînsoc linster – lîpgedinge lîpgedingede – lippenlappen lippe|swër – listen lîsten – 2lit lit- – litze litze – liut- liutærinne – liutsælde liutsælic – löbelach lobelich – loc loch – lodewërc lœdingære – lônærinne lônbære – lônen
|
leitstërne
stswM.
→
leitestërne
MWB 3,3 1048,56;
leitunge
stF.
1
‘Führung, Geführtwerden, Geleit’
2 Bed. unklar ( ‘Abschlag’ ?, vgl. DRW 8,1224)
1
‘Führung, Geführtwerden, Geleit’
und alsus wurt uns die suͤssekeit ein helffe, ein leitunge
zuͦ gotte und zuͦ merem guͦte Tauler
100,8
2
Bed. unklar ( ‘Abschlag’ ?, vgl. DRW 8,1224):
swaz [...] unsern maͤiern und panlaͤuten gnaden
geschicht mit leitung oder mit abslag DRW
8,1224
(Freising/ Rockinger; a. 1329)
MWB 3,3 1048,57; Bearbeiterin: Baumgarte
leitvane
swM.
Fahne, an der man sich orientiert, hier übertr. auf Maria i.S.v.
‘Richtungsweiserin; Orientierungspunkt’ (vgl.
leitestap
3 und bes.
leitestërne
2):
du aller wirde laitfan! WhvÖst
7069;
du bist der wiselosen / banier unde ir leitevan
KvWGS
975
MWB 3,3 1049,1; Bearbeiterin: Baumgarte
leitvaʒ
stN.
‘geeichtes Fuhrfass zum Transport von Flüssigkeiten und Waren’ (vgl. AWB
5,797; im Frnhd. reich belegt, vgl. FWB 9,932-934 s.v.
1leite
und DRW 8,1212; vgl.
leite
stswF. 3,
leitschrîn
;
geleite
3):
tunna: leitvaz Gl
3:644,24;
dolium: leitfaz GlAnzfKdVz
8:98,281
MWB 3,3 1049,7; Bearbeiterin: Baumgarte
leitvertrîbærinne
stF.
hier leitvertrîberin.
etw. (hier bezogen auf das grammatische Fem. ewigiu wîsheit), das
leit
stN. (Schmerz, Kummer, Verdruss usw.) vertreiben kann
(vgl.
leitvertrîp
):
o spes mea! o einigú zuͦversiht von minen jungen tagen
einer trost mines hertzen, du froͤden bringerin, du leit vertriberin und alles mins
urdrutzes verswenderin mit dinem suͤssen trost, ewigú wisheit, aller suͤssester
Jesu Christe Seuse
538,20
MWB 3,3 1049,13; Bearbeiterin: Baumgarte
leitvertrîp
stMN.
jmd./etw., der/ das
leit
stN. (Schmerz, Kummer, Verdruss usw.) vertreiben
kann:
[Gott hat] den mensch irluchtet / und sine sel durch
vuchtet / mit des heiligen geistes regn, / der [...]
luterlich durch gize / beide sele und den lieb. / wen er heizeit leit vertrieb / und
ein tröster in der not TvKulm
5356;
hey, süezzer meije, / dîn kunft uns gît / vil wunnen breit, /
die man da heizzet leitvertrîb SM:HvS
2: 3,4.
– bezogen auf wîp (Pl.):
wîp sint mannes leitvertrîp KvWLd
16,27.
29,23;
SM:Gl
3: 1,9;
GTroj
2028;
vil maniger giht win und wib / si des mannes laid vertrib
SHort
4184.
–
~
heiʒen
‘Erfüllung der Minnesehnsucht verheißen’
wer kan mannes leit vertrîben, / wan daz lieb an wîben? /
wîbes güete heizzet leitvertrîb SM:KvL
19: 5,12;
KLD:GvN
14: 2,16;
KvWLd
21,33;
sî went mit ir güete, / daz si zimet wol ze frouwen / unde
heizzet senden leitvertrîb SM:Wi
4: 1,10.
– als zärtliche Anrede:
gang hin, mins hertzen laid vertrib [bez. auf ein
Kind] , / und wartte wa er ist GTroj
1642;
min freude, min trost und miner sorgen leitvertrip, / min lust, min meien
ouwe, / herzen frouwe Frl
14:17,7.
8:16,19.
– als Sinnbild Marias (vgl. Salzer, Sinnbilder, 560):
got der ie was und immer ist / [...] / den gebar mîn
reiner lîp / der nie wart wîp, / ich leitvertrîp, / den geist ze menschen reine
Tougenhort
161
MWB 3,3 1049,22; Bearbeiterin: Baumgarte
leitwende
stF.
1 Veränderung hin zum
leit
stN., ‘Unglück’
2 rechtsspr. ‘Schadensabsicht, Vorsatz’ (vgl. DRW 8,1160)
1
Veränderung hin zum
leit
stN., ‘Unglück’
da stuont sin heiligiu muoter [Maria] bi, da gie
ein swert durch ir lip; daz was der michel iamer unt diu chreftige leidewende, die
si hete umbe ir uil lieben sun PrRoth
23;
die den widermuoten allen manliche gestent, /
[...] / noch weiche entwichent dere werltlichen
leidwente Himmelr
7,23;
EnikWchr
11887
2
rechtsspr. ‘Schadensabsicht, Vorsatz’ (vgl. DRW 8,1160):
wer der ist, der deheinen unssern burger ruget oder schuldiget umb wunden,
dotslege, notzoge oder andere unfuge und das dut durch leitwende und sich das
kuntlich vindet, der sol glich bessern die besserunge, die der geton solte haben,
der geruget oder geschuldiget worden ist, obe er schultber funden worden were
UrkStraßb
4,2:100,14
(a. 1322)
MWB 3,3 1049,49; Bearbeiterin: Baumgarte
leitwendic
Adj.
‘übelgesinnt, auf Schädigung aus’ (vgl.
leitwende
2), in der Wendung jmdm. ~
sîn, ‘jmdm. sein Leben in
leit
verwandeln’
unde in zorne leitwentich waren si mir [interl. zu molesti
erant mihi
]
PsWindb
54,4
MWB 3,3 1050,1; Bearbeiterin: Baumgarte
lekritze
F.
→
lakeritze
MWB 3,3 1050,6;
lekritzenpulver
stN.
→
lakritzenpulver
MWB 3,3 1050,7;
lekwaritze
F.
→ lakeritze
MWB 3,3 1050,8;
lem
stF.
→
leme
MWB 3,3 1050,9;
lembechîn
stN.
auch lemme-.
Dimin. zu
lamp
, ‘Lämmchen’ (vgl.
lembelîn
):
dô irschein si [Agnes von Rom] in mit vile
juncvrowen, und ein sûverlîch [sauberes, schönes]
lemmechîn ginc bî ir HvFritzlHl
69,31.
– bildl. und im Vergleich (vgl.
lembelîn
2):
die lewen vilen zu sînen fuzen und tâten nit anders dan alse di jungen
lemmechîn HvFritzlHl
78,31;
hierher wohl auch
Tauler (C)
1:139,19
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 3,3 1050,10; Bearbeiter: Hansen
lembelîn, lembel
stN.
auch lambe-, lem(m)e-; alem. auch -li.
Dimin. zu
lamp
, ‘Lämmchen’
1 allg. 2 bildl. und im Vergleich 2.1 allg., meist bezogen auf harmloses, sanftmütiges, demütiges Wesen 2.2 von Christus als Lamm Gottes 3 als Bestandteil von Personennamen
1
allg.:
agnellus: lembli VocOpt
45.005;
hie / sach er [Franziskus] an einer weide stên /
ein lämbel und dârumbe gên / böcke unde geize gnuoc LvRegFr
2949.
2981.
2997;
sint die âdern weiz under des schâfes zungen, sô werdent die
lämpel weiz BdN
155,32.
145,26;
GTroj
14724.
14870;
GvJudenb
3970.
– als Opferlamm:
Abel der brahte ein lembelin / gote zeinim opfir hie
RvEWchr
432;
ein turteltûbn und ein lembelîn / opfertens vür daz kindelîn
Philipp
399;
Wernh
D 822;
VMos
11,3
2
bildl. und im Vergleich
2.1
allg., meist bezogen auf harmloses, sanftmütiges, demütiges
Wesen:
alle sine wilde art / liez er [der Löwe]
genzlichen sin / und was zam als ein lemelin Pass III
510,24;
der lewe zeime lemmel wart. / sin uf tragende hochvart /
in rechter demut gelac Pass I/II (HSW)
21491;
ich hete an iu den slangen / gehûset für daz lembelîn
KvWTroj
34367;
die vor in zorne warent als die grimmen wolfe, die sint
nu an úbersehen als die swigenden lembeli Seuse
448,9
u.ö.;
der vierde heimlîche unsanft hilt / [...]; / der
ist gar als ein lemmelîn ûzen, / doch mac ein wölflîn dâ wol lûzen
Renner
375;
sint [seid] senftmuͤtig und
demuͤtige lembelin gegen den die úch wider sint Tauler
282,2;
Eckh
2:465,5;
KvHelmsd
4526;
Daniel
2655.
3120.
– bezogen auf Wehrlosigkeit und
Schutzbedürftigkeit:
daz si begonden grisgramen / wol gelich den hunden / uf Stephanum zu
stunden, / der als ein lemmel vor in stunt Pass III
39,87.
– bezogen auf den charakteristischen Blöklaut:
sô er Betlahen dâ nante, / sîn rehtiu sprâch sich dâ verwante / und
blæget [blökte] als ein lemebelîn
LvRegFr
3134;
ouch hôrte man in
[Widder] blêren / alsam ein jungez lembelîn
KvWTroj
11045.
– bezogen auf sonstige Charakteristika:
goltschepper ist es [ein
Tier] genant, / [...]. / sein
wolle ist als goltvar, / gleyssenden und durchleichtig gar. / es ist als ain
lampelein HvNstAp
13319;
käusch [...] sam ain lämpel
BdN
311,18
2.2
von Christus als Lamm Gottes:
in dem solt du volgen dem aller minneklichesten bilde,
unserm lieben herren Jhesu Christo, der das aller senftmuͤtigost lembelin was
Tauler
142,14;
sehent dc ist dc gotez laͤmbeli. dc aller der welte suͤnde ûf im traget
PrSchw
2,146;
seht, das lempelin / nint hin der welt súnde!
SHort
2460;
o du unschuldiges lembli, wie bist du so jemerlich
gehandlet! Seuse
277,12
u.ö.;
er gie dar als ain læmplein / daz man da fuͤrt zu der
flaischpanch GvJudenb
1560;
sant Johannes sach in einer gesichtte vf dem berge Syon ein lembelin stan
Eckh
1:224,1;
lambelin ebd.
1:224,10.
1:224,7;
VMos
41,21;
Kchr
8898;
BdN
459,33
3
als Bestandteil von Personennamen:
ein lehen, daz do heizt Læmppleins lehen UrkCorp (WMU)
N795,28;
Wernher Læmblin ebd.
3543,23
MWB 3,3 1050,19; Bearbeiter: Hansen
lemberbûch, lembersbûch
stM.
‘Bauch von Lämmern’ (s.a.
lambesbûch
):
ez sol auch niemen cheinen chelberbuch noch cheinen
lemberbuch [...] erschieben [(mit etw.)
vollstopfen] wande mit dem netze [Bauchfell,
Fettnetz] daz davon chomen ist StRAugsb
200,15;
molendinum in Muerpach solvit [...] 1 lemberspouch
UrbNOÖst
242
(Anf. 14. Jh.);
zwen lembersbæuch UrkCorp (WMU)
N557,24
MWB 3,3 1051,12; Bearbeiter: Hansen
lembergagel
Subst.
wohl eine Beere (vgl. DWB 4,1,1,1141f. s.v. Gagel):
gip im [dem Kranken] wazzer da
lamber gageln ein dragme [Drachme (Apothekergewicht)] inne
si gesoten SalArz
74,21
MWB 3,3 1051,21; Bearbeiter: Hansen
lembergalle
swF.
Galle von Lämmern:
swer sich uerbrennet. der sal uf den brant legen
[...] lemper gallen mit rosen ole SalArz
79,51
MWB 3,3 1051,25; Bearbeiter: Hansen
lemberîn
Adj.
auch lem(m)e-.
1
‘vom Lamm, Lamm-’
2
‘aus Lammfell, -wolle’
3
‘wie ein Lamm, lammartig’
4 phras. ‘außen ein Schafskleid, innen ein Wolf/ Fuchs’ (vgl. Mt 7,15 und TPMA 10,2ff.)
1
‘vom Lamm, Lamm-’
lemrein flaisch ist starken und gesunden läuten gar gesunt,
aber siechen ist ez ungesunt BdN
155,36;
kelberin uleisch [...] machit gut
blut also daz lemmerin vnde daz cickelinne SalArz
16,53.
16,46;
von wollen lemberîn UvEtzAlex
13390;
Barth
154,12;
MNat
7,22.
–
~ vrischinc
‘Lamm’
Ampir ain hof der giltit [...]
ain spec swin vnde dri halpfrischinge vnde dri læmberinne frischinge
UrbBayÄ
852
2
‘aus Lammfell, -wolle’
vehe chursen oder belze unde fuhsin belze unde lemberin
StRAugsb
151,9;
zv dem lemberinen tuͦch UrkCorp (WMU)
614AB,10;
lemberin gewant ebd.
614AB,9;
UrkCorp
614AB,14;
die mvgen haben [...] lemmerin
hvwen [Hauben] vnd kvrsen bie dem bette mit anderem
bettegwant SpitEich
6,10.
6,4.
6,14;
WeistGr
1,665
(a. 1320).
– subst. ‘Lammpelz, Lammwollenes’
gebeuwer und herren kint, / wo die glicher tugende sint, / do ist daz
lemerin worden bunt [ da wird lammwollenes Tuch wertvollem
(gestreiftem) Pelz gleichgesetzt (vgl. Anm.z.St. mit Lit. und Friedrich,
PhrasWB, S. 267)]
Jüngl
9
(
vgl.
vêch [gestreiftes Pelzwerk] , merderîn, hermîn,
eichornîn / sint kosper durch irs glanzes schîn, / aleine vür frost vil bezzer
sîn / fühsîn, hesîn und lemmerîn Renner
18948
)
3
‘wie ein Lamm, lammartig’
do gab her [Christus] sich mit
gedult / vor die menschliche schul [l. schult
(La.)] / in lemmerin otmute [Demut] /
durch gotliche gute HeslApk
9605;
diz waz lemmerin wol gnuc / daz her iz so semfte vortruc
ebd.
9617
4
phras. ‘außen ein Schafskleid, innen ein Wolf/ Fuchs’ (vgl. Mt 7,15 und
TPMA 10,2ff.):
die da an tragent die lemperinen wat unde die dar unter habent diu wulfinen
hercen Konr (Sch)
137,16.
137,17;
nû wûgin ouch dî brûdre daz, /
[...], / daz alle zît einveldic / was sîn schîn und sîn lût
/ und undir lemmerînre hût / trûc ein vuchsîn herze NvJer
8509
MWB 3,3 1051,28; Bearbeiter: Hansen
lemberslint
M.
jmd., der Lämmer verschlingt (als fingierter Personenname):
deist mîn geselle Lemberslint Helmbr
1185.
1280.
1294
u.ö.
MWB 3,3 1052,3; Bearbeiter: Hansen
lemberzëhende
swM.
Naturalabgabe, Zehnt in Form von Lämmern bzw. Geldzahlung zur Abgeltung dieser
Naturalabgabe, ‘Lämmerzehnt’ (vgl. DRW 8,315 mit weiteren Belegen):
da ist och ein lemberzehende; der hat vergulten bi dem meisten eines jares 32
phenning, bi dem minsten 2 ß UrbHabsb
1:151,4
MWB 3,3 1052,6; Bearbeiter: Hansen
leme, lemede
stF.
auch lem; -de überw. md. (vgl. mnd. lemede
Schiller/ Lübben 2,661, DRW 8,297).
‘Lähmung’
1 bezogen auf eine bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung (des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils) 2 bezogen auf die (auch nur vorübergehende) Unbeweglichkeit des Körpers oder eines Körperteils 3 bezogen auf lähmende bzw. die Bewegung einschränkende Krankheiten,
spez. ‘Gicht’
4 bezogen auf lähmende psychische Hinderungsgründe 5 bildl.
1
bezogen auf eine bleibende behindernde Verletzung oder Verstümmelung
(des gesamten Körpers oder eines einzelnen Körperteils):
perpetuam lesionem, que dicitur lem UrkWittelsb
1,317
(a. 1279)
u.ö.;
hât dîn man von sîner tiost den arm verlorn, / daz dû in vürbaz muost mit lem
behalten Loheng
6936;
ich habe von dem / mîner marter wêlich lem, / dar an ich mûz
ersterben JvFrst
5420;
umbe bluotrünstic [Bluttat] , daz
âne daz verch geschiht und âne leme SpdtL
169,9;
swelich man wert gewͮndit ane laͤmethe UrkCorp (WMU)
2,26;
UrkCorp
1914,3;
geschehen aber zwo leme mit ainem schlage [...], daz
sol man pessern fuͤr zwo leme NüP
100;
wer vmb wunden odir vmb lemde purg wil sein StRPrag
160.
34;
Herb
6645
2
bezogen auf die (auch nur vorübergehende) Unbeweglichkeit des Körpers
oder eines Körperteils:
sî daz gelit sô harte verstôzen, daz dû dich der leme dâ
versehest Barth
140,14;
mir ist als einem, der über mer / vert mit einem grôzen her, / und swenne er
kumt gein Jerusalem, / daz in denne begrîfet ein lem / daz er niht vürbaz kumen mac:
/ der hât gelebt im leiden tac Renner
22124;
RvEWchr
33728
3
bezogen auf lähmende bzw. die Bewegung einschränkende Krankheiten,
spez. ‘Gicht’
ein siechtuom heizet
pôgrât [Podagra] / treit er, die leme helfelôs
Parz
501,27;
diu selbe erzenîe ist guot vur die lem an den füezen oder an
den handen oder ander geswulste Barth
140,17.
– bei Tieren:
Malcrêatiure kom geritn / ûf eime runzîde
kranc [auf einem schlechten Pferd] , / daz von leme
an allen vieren hanc Parz
520,8
4
bezogen auf lähmende psychische Hinderungsgründe:
er [...] sprach in aller sîner engste lem
[
:Jerusalem
]
Renner
13173;
de hadde hey schemde / ind in syme hertzen lemde Karlmeinet
320,36;
er scied si da von zwiͤfels lem GvJudenb
2612
5
bildl.:
die gicht / der ewiclichen lemden / die von des tuveles
gremden / an den geliden sich irhebet HeslApk
7825;
daz mich der tufel iht vorleme / mit totlicher lemede / durch die gramen
fremede / die er zu miner sele hat HeslNic
355;
swen todes lem nvͥt hat gevalt TürlArabel
*A 197,12;
swie nu hat diu kristenhait die lem / daz der kuͤnc
[in Jerusalem] heiden ist WhvÖst
17140.
8052;
Frl
8:5,16
MWB 3,3 1052,13; Bearbeiter: Hansen
lemen
swV.
auch loͤmen
(
FünferlLiebe
175,26
),
lemmen
(
MinneR 481
138;
Krone
23350
).
1 tr. (vgl. DRW 8,300) 1.1
‘jmdn. (an einem Körperteil) bleibend verletzen oder verstümmeln’ (mit
Präp. ane oder Gen.); ohne Angabe des Körperteils im fließenden
Übergang zu ‘jmdn. verkrüppeln, kampfunfähig machen’
1.2
‘jmdn. (z.B. durch Fesseln) bewegungsunfähig machen, lähmen’
1.3 übertr. ‘jmdn./ etw. (in Bezug auf etw.) kraftlos machen,
lähmen’
2 intr. ‘lahmen’ (vgl.
lamen
; hier bildl.)
1
tr. (vgl. DRW 8,300)
1.1
‘jmdn. (an einem Körperteil) bleibend verletzen oder verstümmeln’ (mit
Präp. ane oder Gen.); ohne Angabe des Körperteils im fließenden
Übergang zu ‘jmdn. verkrüppeln, kampfunfähig machen’
swer aber den andern lemt an der hant oder an dem fuͦze oder an dem arme
oder an den augen NüP
99
u.ö.;
Appolonius was ergrymmet: / maniger ward von im gelemet /
an fussen und an henden HvNstAp
7764;
ich han also uffgeleit das ich den ritter talang wil
begeben, ich werde dann tot geschlagen oder gelemet Lanc
269,5;
ich vacht mit eim ritter und lemet yn eins armes ebd.
358,18.
323,26
u.ö.;
jst abir, daz ein man den andern lemt, so gehort ein lem gegen der andern
UrkCorp (WMU)
1914,2.
3452,37;
SchwSp (W)
150,8;
StrAmis
1906;
von Tieren:
lemet ein vihe daz ander SchwSp (W)
179,17;
mit Ersparung des Obj.:
beyde wonden vnd lemen / sahe er sie one twale Krone
14059;
subst.:
Frl
8:24,12.
– unklar, ob mit Akk.d.P. oder Akk.d.S.:
Gawan schlug yn [den
Ritter]
[...] uff den arme, so das er yn lemete und im der
arm nehelich ab was Lanc
350,30
1.2
‘jmdn. (z.B. durch Fesseln) bewegungsunfähig machen, lähmen’
unz er sich bewant dâmite / daz er vor dem gebende / weder fuoz noch hende
/ niht mêre regete, / und in dâ gar gelegete. / daz er sus was gelemet, / dâvon
wart sîn herze ergremet StrDan
7479.
– bildl. i.S.v. ‘festhalten, an sich binden’
der virne greve van Monfoirt, / Willem man en nennet. /
den ere hait gelemmet / und leret [l. leric
‘gelehrig’
] vant in irme seile MinneR
481
138
1.3
übertr. ‘jmdn./ etw. (in Bezug auf etw.) kraftlos machen,
lähmen’
gebete kan übel lewen zemen, / gebete kan unser vînde lemen, / gebete kan
uns lengen diz leben, / gebete kan ouch sünde vergeben Renner
20738;
ein tôt mich lemt an freuden gar, / mînes sunes wol gevar
Parz
177,27;
syt du [personif.
Minne] manheit twingest und lemst Minneb
2197;
daz kint gehoret zu dem rise [Zuchtrute] / und
zuhtiger rede, di doch wise [anleite] . / daz furcht
ez sere und lemt ez niht Jüngl
1195;
doch so virtriffet die frevel liebe die do gewon ist den steten mǔt loͤmen
vnde ablessig machen FünferlLiebe
175,26;
da mite dich der tiubel lemet Wartb (H)
392:6,4;
Litan
968.
– jmds. êre ~
‘jmds. Ansehen schmälern, jmdn. entehren’
sie wolte jne nit mynnen / nach jne zuͦ cleynot nemen, / wann ir das
missezemen / kund vnd ir ere lemmen [Hs.
lēmen
]
Krone
23350
2
intr. ‘lahmen’ (vgl.
lamen
; hier bildl.):
Kristen geloube lemt doch sêre / sît irdisch guot und werltlich êre / jungen
und alten sint sô wert, / daz êwiger fröiden nieman gert Renner
19985
MWB 3,3 1052,61; Bearbeiter: Hansen
lemic
Adj.
‘(durch eine bleibende Verletzung oder Verstümmelung) die Bewegung einschränkend,
behindernd’
ist ouch daz ein wunde da geschiht ane leme, swer die tut
[...], der ist schuldik drizzek phunde
[...] – wirt aber di wunde lemik
[...], so gehoeret niht derzu wan lid wider lid
StRAugsb
236,27
MWB 3,3 1053,53; Bearbeiter: Hansen
lemmechîn
stN.
→
lembechîn
MWB 3,3 1053,60;
lemmelîn, lemmel
stN.
→
lembelîn
MWB 3,3 1053,61; |