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ABCDEF s.VGHIJKL
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jâ – jagesite
jagespieʒ – jâmerbrôt
jâmerbürde – jâmerrede
jâmerrëgen – jâmersuht
jâmertac – jardîn
jârdinc – jârmarket
jærmerlich – jegede
jegelich – jëner, -iu, -eʒ
jënerhalp, ënerhalp – jiuch
jiuchære – ju
jû – judenbrâtære
judenbrücke – judenrâtman
judenrëht – jugentheit
jugentlich – jungede
jungelinc – jungen
jungent

   jënen - jëst    


jënen, ënen Adv. ‘von dort (her)’ (vgl. enne ): andere sibene [Kühe] giengen ennen, / magare und unscône, ich negesach nie wirs getâne Gen 2029; ze stet er ûf stuont, hinnen unt ennen [hin und her] er giench ebd. 207 u. ö.

MWB 3,1 69,22; Bearbeiter: Luxner

jënent, ënent Adv., Präp. auch ent (Ottok 7606). ‘jenseits, auf der anderen Seite’ 1 Adv.
2 Präp.
2.1 mit Gen.
2.2 mit Dat.
   1 Adv.: das man [...] an sinen jargezittage den siechin an dem velde ennunt bi Chruzelingin von dem selben huse sol gen ain pfunt pfenninge Kostenzer UrkCorp (WMU) 708,41; ouch kômen ent herab gedrabt, / von den ir ê gehôrt habt Ottok 7606. – jmdn. ~ lân i.S.v. ‘jmdn. in Ruhe lassen’ (?): da lag eine laiswester an dem nehsten bet die hiez Elisabet, die sprach: ‘la si ennot, wann si hat gezzen.’ [Die maid soll Kunigund von Vilsek nicht weiter drängen zu essen, da sie bereits gegessen hat.] EbnerChrist 39,17    2 Präp.    2.1 mit Gen.: ez was enent mers gezogen / ein junkher gar unmâzen zart HeroLeander 16; da ist diu kurzewîle guot / mit speln, sam [l. sam man ] enents [l. enent des ] baches tuot SM:Had 22: 3,10; allir der walt, der ennont des kilchstiges lit vnd stât UrkCorp (WMU) 1434AB,25. 2058,26; Kuchim 43,155. – als Teil von Personennamen: Chvͦnrat envnt baches von Bv́rgelon, Chvͦnrat an Bachstade UrkCorp (WMU) 634,1    2.2 mit Dat.: daz guͤtelin enunt dem nusboͮme wider Wúrzon UrkCorp (WMU) 1180,13; vnd [ sy ] yltend bald wider gen dem holtz. vnd bekament enander ennet dem bechlin jn dem holen weg ze end dem holtz. vnd wurdent da zesamen vechten Kuchim 80,187

MWB 3,1 69,27; Bearbeiter: Luxner

jënenthalp, ënenthalp Adv., Präp. auch ent- und en- (vgl. enhalben ). ‘jenseits, auf der anderen Seite’ 1 Adv.
2 Präp. (m. Gen.)
   1 Adv.: nû gerieten si beide einen wec, / an dirre sîten Êrec / unde jenenthalp er Er 6864    2 Präp. (m. Gen.): enhalb des wilden [La. enethalb des witen ] meres fluot / do waiß ich ain kungin also guot MüOsw 227. ich Ortneit von Sweinwart in Oͤsterreich enthalb der Tvͦenowe UrkHeil 2,23 (a. 1308)

MWB 3,1 69,54; Bearbeiter: Luxner

jënenthër, ënenthër Adv. auch enther (Ottok ) und häufig ohne Epenthese (j)ënenhër. 1 lokal ‘von dort her’
2 temporal ‘bisher’
   1 lokal ‘von dort her’ Witege der lief jenenher / sam ein wildez eberswîn Bit 12138; daz was allez umbe ein ei, daz Ruopreht vant / (jâ, wæn, imz der tievel gap): / dâ mit drôte er im ze werfen allez jenenther Neidh WL 3:5,6; dô sach er rîten ennenher / den marschalc reiselîche / einem boten gelîche Mai 210,16; Ottok 42118    2 temporal ‘bisher’ allen den, die daz gebot unsers herren behielten enenther und die ez hin für noch behaltent, den ist allen diz wort gesprochen PrBerth 2:211,5; swaz enther geschehen ist Ottok 17555 u. ö.; er legte sich zuo ir nider / und zôch ir ab daz hemde. / nû was in beiden vremde / daz gewesen ennenher. / si heten beide nie mêr / minne gepflegen biz an die stunt Mai 92,39. 31,35; StRAugsb 52,6; Parz 814,4; PsM H 59,4

MWB 3,1 69,63; Bearbeiter: Luxner

jëner, -iu, -eʒ, ëner, -iu, -eʒ Dem.-Pron., Pron.-Adj. auch gë(i)n- und gi(e)n-; md. gelegentlich h(i)en- ( Elis 289. 1309 ; PrMd (J) ; PrHess ); endungsloser Nom. Sg. Mask. in KarlGalie ; schwach flektiert in Mühlh (vgl. Mhd. Gr. Flexionsmorph. § P 200-204 sowie WMU 2,962 zu weiterer Formenvarianz); zu Formen, die auf eine mögl. Grundform jënere in alem. Urkk. hinweisen vgl. WMU 2,963. Deiktisches Pronomen, das i. d. R. auf weiter Entferntes verweist (öfters in Opposition zu diser und dër; gelegentlich auch mit best. Artikel dër jëner (vgl. FWB 5,469f.)) ‘jene(r/  s), diese(r/  s) dort’ 1 allg. deiktisch
1.1 Dem.-Pron.
1.2 Pron.-Adj.
2 text- oder rededeiktisch
2.1 anaphorisch auf bereits eingeführte Information (rück-)verweisend
2.1.1 Dem.-Pron.
2.1.2 Pron.-Adj.
2.2 kataphorisch auf neue Information (vor-)verweisend bzw. solche einführend; als Dem.-Pron. (i. d. R. mit Spezifikation)
   1 allg. deiktisch    1.1 Dem.-Pron.: mir ist lieber, daz si mich verber, / und alsô daz sî mir doch genaedic sî, / danne si mich und jenen und disen gewer MF:Reinm 29: 4,3; der vur los sine hant, / dirre daz houbet, der den arm, / ienen zotte [hing heraus] der darm Herb 1434. 1540; jenez ist Iweretes gesinde / von dem schœnen walde UvZLanz 3704. 5751; des sul wir uns bi disen tagen / mit sogetanen burden laden / daz uns die jene dort nicht schaden HeslApk 4162; Athis B 161; Lanc 264,33    1.2 Pron.-Adj.: sone gert ich niht mêre hinnen ze tragene / niwan jenes schildes dort an jener want NibB 1698,3 u. ö.; do sprach Widolt der kone man / waz ist ieniz gedrenge Roth 1694; ich sach sich regen in ienem krvt ReinFu K,76. K,455; GrRud K 49; ÄJud 216; Tr 18538. – auf das Jenseits, Himmelreich o.ä. bezogen: dáz al dîn gedínge sî ze énero uuérlte Will 102,5; daz wir da mitte ermanit werdin der geistlichen wunne, die wir besizzen suln in gener welte Lucid 75,7    2 text- oder rededeiktisch    2.1 anaphorisch auf bereits eingeführte Information (rück-)verweisend    2.1.1 Dem.-Pron.: dô er den man vant slâfinde, dô sprach er zû ime, daz er ûf stûnde. hienir lac sô virslâfin, daz er nicht hôrte PrMd (J) 348,24; als er von ienen [Pollux und Castor] schiet Herb 1216; daz sach der keiser gerne an / und hiez jenen [Eraclius] fürder gân Eracl 1324; vnd der ien sprach EvAug 181,18; id is der gein de da irsluch / den kuninc Breimunde doit KarlGalie Fragment U,213; Lanc 193,20; NibB 1793,4; SuTheol 71; Iw 1036. dô gab er ime Rachel. / si ward ime michel liebere denne eniu diu altere Gen 1311. – mit Spezifikation, um Bezug zu verdeutlichen: dô wânde hienir, der den wagen dâ vûrte PrMd (J) 348,25; ienir der da gebunden lac Roth 1659; di ander [Art der Cholera] [...] hat minner hizze danne iene di da gelich ist deme citeraphele SalArz 4,6; Iw 2558; Tr 5615    2.1.2 Pron.-Adj.: daz wir jenez mere [d. i. die Sintflut] nefurhten Himmelr 6,23; do giner einsidele / hiene widir in die celle quam Ägidius 190. 103; wil och gine man davuri sueri, daz mac he tu Mühlh 127,12; Gen 2691; SalArz 34,32. – mit Spezifikation, dem Thema neue Information hinzufügend: giner kivninc here / der da Flauius hiez Ägidius 701    2.2 kataphorisch auf neue Information (vor-)verweisend bzw. solche einführend; als Dem.-Pron. (i. d. R. mit Spezifikation): he newerde zo hant gesunt / alse uns gener gesæget hat / de si hat here brach Roth 3203; daz was ouch jener wille, / die sîn huoten über al UvZLanz 1704; der jener nie nehein genas, / dâ er [Alexander] mit nîde ûffe slûc SAlex 2362; der jene, der dâ saz ûf dem trône Eckh (Pf) 100,25; Tr 5335; SüklV 714; PrLpz (L) 114,11. – auf das Jenseits, Himmelreich o.ä. bezogen: wir sin genant diu gesegenten chint / unde ouf uns jene wartunde sint, / die vor uns dan sint genomen / unde hin ze den gesegenten chomen Hochz 1071; dizze ist ein anphanclich zît, ieni sint die tage des heilis [ ecce nunc tempus acceptabile, ecce nunc dies salutis II Cor 6,2] Spec 42,12

MWB 3,1 70,17; Bearbeiter: Luxner

jënerhalp, ënerhalp Präp. hier enre-. mit Gen. oder Dat. ‘jenseits’ aellv́ dv́ man lehen, dv́ ze der selbvn bv́rge ze Arbvrg hoͤrent [...] von der nv́wen Warberg abe vntz in den brvnnen zer Klosen vnde von dem brvnnen in die Are vnde enrehalp der Are UrkCorp (WMU) 3477,11

MWB 3,1 71,27; Bearbeiter: Luxner

jeneʒwîp stN. geneʒwîp

MWB 3,1 71,33;

jënhalben Präp. hier gene-. mit Gen. ‘jenseits’ (s.a. ënhalben): daz wir deme bischoffe von Colle noch dekeinen den vigenden des greven von Veldenze genehalben der Moselen vnd disehalben alse von diseme kriege dekeine helfe duͦn soln UrkCorp (WMU) 986,25

MWB 3,1 71,34; Bearbeiter: Luxner

jënhalp, ënhalp Adv., Präp. auch gen- und gin-. ‘jenseits, auf der anderen Seite (von)’ häufig im Ggs. zu disehalp 1 Adv.
2 Präp.
2.1 mit Gen.
2.2 mit Dat.
   1 Adv.: daz er sich balde / vür mache ûf den wec / dâ der ritter Êrec / jenhalp ûz rîten sol Er 5008. 7086; vf den zwain hofsteten ze Gloknitz enhalbe bei der prvkke UrkCorp (WMU) 3094,40; ir land enhalb verflucht was, / hie dißhalb was salig laub und graß HvNstAp 8521; er [der Pharao] fuͦr in nach in daz mere / do di Israhele / enehalb uz chomen VMos 46,19; Helbl 8,1043; Ottok 4102; Gen 1526    2 Präp.    2.1 mit Gen.: der kaiser Otte dô / eins grôzen urliuges pflac / und enhalp des gebirges lac KvWHvK 398; ez wonent gar wunderleich läut enhalb des fliezenden wazzers, daz Gangen haizt BdN 489,15; jenhalb mers wârn liut vil, / der ich niht all nennen wil EnikWchr 3437 u. ö.; er ist ein so gewaltic man / daz alle werlt im dient dar / dishalb mers und enhalp gar, / von Rome der hohe chaiser GvJudenb 4636; SalArz 82,25; UrkCorp (WMU) 2987,25 u. ö.    2.2 mit Dat.: do si in fvnden ienhalb dem mire do sprachen si zv im EvAug 225,11. 225,4; in der selben wîle / het enhalp dem mer / mit kreftigem her / der soldan vermezzen / Akers besezzen Ottok 44585; swaz ich ze Wigginwiller enhalp dem rieth hette UrkCorp (WMU) N566,1; EnikWchr 3427

MWB 3,1 71,40; Bearbeiter: Luxner

jenner stM. von lat. ianuarius; auch genner. ‘Januar’ in dem maͦnen, der genant ist der jenner UrkCorp (WMU) 340,37 u. ö.; ianuarius: genner VocOpt 56.006; swer ie gesach wie diu sunne shein / in dem genner auf den sne, / der glast tuͦt den augen we Rennew 31677

MWB 3,1 72,3; Bearbeiter: Luxner

jënsît, ënsît Adv., Präp. Kontraktion aus adv. gebrauchtem Akk. jëne sîte (vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 48. Anm. 3); auch gen- und gin-. ‘jenseits’ 1 Adv.
2 Präp.
2.1 mit Gen.
2.2 mit Dat.
2.3 als Bestandteil von Personennamen
   1 Adv.: jensit sazte sich gen in / der wise Wilhelm ze wer / mit sinem gar clainem her RvEWh 9222; I acker gensite an des Sickelins acker UrkCorp (WMU) N90,12; innewendig des kam ein gewapent ritter jensitt off das waßer ryten Lanc 170,28 u. ö.    2 Präp.    2.1 mit Gen.: sît daz mîn bruoder tôt gelegen / nu jensît meres leider ist KvWSchwanr 505; lât sîn, iâ kan sîn diu menige iehen / hie über al und iensît mers die heiden Loheng 6276; jhensitt des fuͦrtes stunt ein großes perfrit Lanc 219,34. 380,31; enseit des gepergs BdN 109,28; NvJer 15714; RvEWchr 1876. – im Kontrast zu disehalp oder dissît: disehalp noch jensît mers / gefuor nie stolzer rîterschaft Parz 342,6; zwen iensit Marktes und zwen dissit WüP 65,6; Tauler 319,10. – mit ane: hir to sal aflechen her Stacius van Sutholte al den scaden, de an gensit des witten veldes gheschehen is UrkCorp (WMU) N146,29    2.2 mit Dat.: jensît dem mer was er [der Seidenstoff] geweben KvWTroj 7481; dar nâch [...] / quam ez von geschihte alsô / daz der kaiser Otte dô / eins grôzen urliuges pflac / und enhalp des gebirges [La. jensit dem gebirge ] lac KvWHvK 398    2.3 als Bestandteil von Personennamen: here Joh’s ginsit Brusch UrkCorp (WMU) 274,40; wir, Erbo ginsit der Brusch ebd. N295,24

MWB 3,1 72,9; Bearbeiter: Luxner

jëntwertes, ëntwertes Adv. ‘jenseits’ daz wir [...], swaz wir beidenthalbe oberhalbe haben in vnser baider gepiet vnd entwerts vber vntz vͦf den Chetsperch, behalten svln UrkCorp (WMU) 1607,40

MWB 3,1 72,38; Bearbeiter: Luxner

jêometrîe F. gêometrîe

MWB 3,1 72,42;

jerachîtes Subst. gerarchit

MWB 3,1 72,43;

jerarchîe swF. gerarchîe

MWB 3,1 72,44;

jermerlich Adj., Adv. jâmerlich

MWB 3,1 72,45;

jërn stV. gërn

MWB 3,1 72,46;

jeroffel Subst. aus afrz. gerofle. ‘Gewürznelke’ (vgl. Suolahti 1,111 und Vorderstemann, Fremdw., S. 130): swâ man ûfen teppech trat, / cardemôm, jeroffel, muscât, / lac gebrochen undr ir füezen / durh den luft süezen Parz 790,2

MWB 3,1 72,47; Bearbeiter: Luxner

Jêrusalêm F. ‘Jerusalem’ (vgl. LThK 5,778ff.): sancta Helena vûr ce Jêrusalêm mit grôzime here unt hiez die judin alle vur sich kumin PrMd (J) 343,19; her [ Ymelot ] wirlos zo Ierusalem sint den liph Roth 2578; daz er mit der frouwen / benamen wolte schouwen / Jerusalem daz reine lant KvWHerzm 121; KvHeimUrst 80; BdN 365,19. diu himelische ~ (vgl. LThK 5,129ff.): daz er uns leite insine phalinze. indie himliskin Ierusalem JPhys 2,51; diu himelisch Ierusalem, diu ist geczymbert von den seligen menschen Konr 19,87; in der himelischen Ierusalem Litan 1455; PrOberalt 154,13; HimmlJer 4. auch als diu niuwe ~ : div zwelf burgetôr der niwen Ierusalem, diu uon dem himelrîche in dise werlt uoͮr Spec 124,20. – Name einer Speise: daz muͦs sol heizzen von Jerusalem BvgSp 62

MWB 3,1 72,52; Bearbeiter: Luxner

Jêrusalêmære stM. Einwohner Jerusalems: Jerusalemære di horten diu guoten mære AvaJo 17,1

MWB 3,1 73,5; Bearbeiter: Luxner

jêrusalêmisch Adj. ‘zu Jerusalem gehörig’ ir boten si schiere santen / ze jerusalêmisken lanten Kchr 5104. 858

MWB 3,1 73,7; Bearbeiter: Luxner

Jêrusâlemîte swM. Einwohner Jerusalems: swaz lande und künicrîche lac / umb Jêrusâlem dort und hie, / dar ûz daz volc gemeine gie / zu der stat in den zîten / der Jêrusâlemîten HvFreibKr 736

MWB 3,1 73,10; Bearbeiter: Luxner

jëse swM. hier jesche. ‘Schluckauf’ (vgl. gische ): di biminze getrunken mit wine vertribet den ieschen Macer 11,18. 59,12

MWB 3,1 73,14; Bearbeiter: Luxner

jësen, gësen stV. (V) auch geschen (BvgSp 14). 1 intr. zur Beschreibung des Aufsteigens/-wallens von Flüssigkeiten ‘gären, brodeln, (auf-)schäumen’ (vgl. gërn stV.)
2 tr. ‘etw. hervorbringen’
   1 intr. zur Beschreibung des Aufsteigens/-wallens von Flüssigkeiten ‘gären, brodeln, (auf-)schäumen’ (vgl. gërn stV.): do der win nah sinir art / gelesin wart und er gejas RvEWchr 931; dô daz bluot enpor / begund wallen und jesen Ottok 49041; daz bat begonde vaste jesen Pass I/II (HSW) 3183; LvRegSyon 2641. – Part.Präs.: guͤz [gieß] ez [die Bestandteile des Mets] vnder ein ander, daz es gesschende werde BvgSp 14. – Part.-Adj.: dér uuóle iésente móst Will 132,15. – subst.: alse der edil win nach dem gesenne DvAStaff 329; sô tuot daz jesen widerkêr [so hört das Schäumen (der Seife) auf] Helbl 3,76. – übertr.: luterlicher klaret [Gewürzwein] / gist in mins [des Dichters] sinnes wirze Frl 5:12,6 u.ö.; von der Sonne: die sonne nahen [beinahe, fast] ias [d. h. sie verbreitete Hitze] Krone 15940; unpersönl.: vil schone ez jest, / Walther, in dime sange Frl 5:119G,2    2 tr. ‘etw. hervorbringen’ die stett sol billich iesen / uz herzen edel frucht MinneR 332 192

MWB 3,1 73,17; Bearbeiter: Luxner

jëst stM. ‘Schaum’ (s.a. gist ): der harn der der uarben eine hat vnde gerlichen [ganz und gar] dunne ist. [...]. vnde oben iest hat. bezeichent ein sucht di heizet causo SalArz 114,42 u.ö.; nu begund ez [ daz chindelîn, Jesus] chintlîche / gegen ir spiln in dem bade, / [...] / unz ez schûmen began. / der jest ûz dem schaffe ran KvFuss 1810; do das dy juden ersachen / das dy wol gelerten / all sich pecherten, / do wurden sy grisgrainen / sam dy hunt an einer lainen, / das in der jest dy meuler streit [bedeckte] Hawich 2653

MWB 3,1 73,39; Bearbeiter: Luxner