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ABCDEF s.VGHIJKL
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jâ – jagesite
jagespieʒ – jâmerbrôt
jâmerbürde – jâmerrede
jâmerrëgen – jâmersuht
jâmertac – jardîn
jârdinc – jârmarket
jærmerlich – jegede
jegelich – jëner, -iu, -eʒ
jënerhalp, ënerhalp – jiuch
jiuchære – ju
jû – judenbrâtære
judenbrücke – judenrâtman
judenrëht – jugentheit
jugentlich – jungede
jungelinc – jungen
jungent

   jârzîttac - jegerschaft    


jârzîttac, jârgezîttac stM. ‘Todestag, Jahrzeit’ (vgl. jârzît 1.2; vgl. auch DRW 6,476 mit weiteren Belegen): das man iemer me nach hern Vͦlriches tode an sinem jargezittage den siechin an dem velde [...] von dem selben huse sol gen ain pfunt pfenninge Kostenzer UrkCorp (WMU) 708,40; alle iar an meinem iarzeittage ebd. 569,12; UrkHeiligkreuztal 278,22 (a. 1348)

MWB 3,1 62,5; Bearbeiter: Hansen

jârzol stM. jährlich zu entrichtende pauschale Zollabgabe (vgl. DRW 6,479): der [Händler] sol geben von sinem [...] kaufschatze vnde swaz er darvmbe her wider bringet ein halp phunt phæ̂ffers ze jarzolle UrkCorp (WMU) 548A,12. 548A,27; swelich burger den iarzol git, daz ist ein halp phunt phaefers StRAugsb 30,32 u.ö.

MWB 3,1 62,13; Bearbeiter: Hansen

jaspis M. auch jaspes, jasp. ein Edelstein, ‘Jaspis’ (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 318ff.; aus mlat. iaspis, teilweise noch lat. flektiert): der zwelfte [Stein] ist jaspis genant. / den vindet man in mangem lant / und sint von manger varwe: / der aber grüene ist garwe, / der ist der beste under in Volmar 259; ein vil liehter jaspes, grüener danne ein gras NibB 1783,3; ain kreuz auf ainem grüenen jaspen BdN 470,13; dâ [Estrich] wâren striche an gemaht / von jaspidê maneger slaht UvZLanz 4124; von jaspes ein grêde [Podest] sinwel Parz 816,21; HimmlJer 132. 155; Mechth 4: 3,23. – bildl.: diz [die zwölf Apostel] sint die iaspise, die dâ stân / in deme himelrîche Kröllwitz 1597; von Christus: des siges jaspis, der daz blut verstalte [stillte] Frl 1:20,19

MWB 3,1 62,20; Bearbeiter: Hansen

jâ vix Interj. zur Bekräftigung einer Aussage: doch wil ich von dem snabel [des Vogels] sagen: / do het man fur [Feuer] wol uz geslagen. / ist daz niht wor, ich sprich ‘ja vix’! / er luchtet sam der sardonix Minneb 5193

MWB 3,1 62,36; Bearbeiter: Hansen

jâwort stN. hier iowort. ‘Zustimmung’ das mit wiln, ioworte vnd aus bevel des [...] hertzogen in Slesien [über die Bäcker eine Strafe verhängt wird] UrkSchles 7,11

MWB 3,1 62,41; Bearbeiter: Hansen

jazint stM. jacincte

MWB 3,1 62,45;

Interj. wohl Ausruf des Erschreckens, Erstaunens, ‘Herrje, bei Gott’ (oder bekräftigendes → ): ‘je’, sprach die konigin [zu Hectors Freundin, die mit ihm mitziehen will] , ‘ob yn [Hector] ein ander ritter ab steche oder mit den wapen uberwunden wurde, [...] so mustent ir jhens willen thun und hettent darzu uwern amis verlorn.’ Lanc 345,4

MWB 3,1 62,46; Bearbeiter: Hansen

jêcîs Subst. eine Schlangenart: gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz 481,10

MWB 3,1 62,54; Bearbeiter: Hansen

jege- s.a. jage-

MWB 3,1 62,57;

jegede stF. jaget

MWB 3,1 62,58;

jegelich Adj. ‘für die Jagd angemessen bzw. üblich, jagdmäßig’ nu wâren der quartiere / von dem herzen viere / vier halben ûf die hût geleit / nâch jegelîcher gewonheit Tr 3006

MWB 3,1 62,59; Bearbeiter: Hansen

jegere, jeger stM. auch jager. 1 ‘Jäger’
2 milit. Bez. für eine (wohl nur leicht bewaffnete und daher mobile) Truppengattung
3 für die Jagd besonders geeignetes bzw. trainiertes Pferd, ‘Jagdpferd’ (vgl. jagephert )
   1 ‘Jäger’ Apollô, der ungewære, / der was ein birsære / durch lôch [Gebüsche] , durch wälde und durch zîl. / kocher, bogen unde phîl / truoc er nâch der jeger site, / dâ nerter sich vil ofte mite RvEBarl 10157; wenn die jäger ainen pern vâhen wellent, sô grabent si ain gruob BdN 163,9 u.ö.; ein jeger sol wol jagende hunde haben wert Frl 5:36,1. 5:34,7; waz sol ein jager ân guot hund und ân ein horn? SM:Ga 1: 2,8; StatDtOrd 47,29. 80,39; UrkMerseb 880 (a. 1349); UrkEnsd 65 (a. 1316). – als Teilnehmer einer höfischen Jagdgesellschaft: dâ bî wir mügen bekennen, ich und die herren mîn, / wer die besten jegere an dirre waltreise sîn NibB 930,4 u.ö.; der künec der hiez dô binden / den hirz ûf unde kêrte dan; / er und sîn jegere Tristan / und al sîn massenîe / mit gehürne und mit furkîe / riten si dô ze hûse wider Tr 3482 u.ö.; Ägidius 358. – bildl.: ez sint gedanke und ougen / des herzen jeger tougen [ ‘Gedanken und Augen sind die heimlichen Jäger des Herzens’ (vgl. TPMA 1,280f.)] Freid 115,13. – im Vergleich: ûf mînen trôst genende, / und tuo als ich dir zeige. / joch machet strîtic jeger wilt veige Flore (P) 3840; Tauler 52,20. – sprichwörtl. ‘der träge Jäger erjagt nichts’ → Friedrich, PhrasWB, S. 237    2 milit. Bez. für eine (wohl nur leicht bewaffnete und daher mobile) Truppengattung: ein lâge [Hinterhalt] wart geleget, / ir jegere schûfen sie hin vor LivlChr 7033    3 für die Jagd besonders geeignetes bzw. trainiertes Pferd, ‘Jagdpferd’ (vgl. jagephert ): da saß erselb uff synen jager und macht sich bald zu walde Lanc 517,27; ein knapp begeint yn uff eim großen jeger und was ob den oren beschroten ebd. 622,2. 641,29

MWB 3,1 62,63; Bearbeiter: Hansen

jegerhorn stN. ‘Jagdhorn’ (vgl. jagehorn ): ain jägerhorn wol gevassett mitt roten riemen SchwSp (W) 418,24

MWB 3,1 63,33; Bearbeiter: Hansen

jegerhunt stM. ‘Jagdhund’ ich hân ouch manic kalp ûf walden funden, / dem half ich, als ich mohte / vor wolfen und vor mürdic [blutdürstigen] jägerhunden Hadam 212,7

MWB 3,1 63,36; Bearbeiter: Hansen

jegerhuobe stF. huobe, die einem Jäger zugeteilt wird: item 24 iegerhube UrbNOÖst 216

MWB 3,1 63,40; Bearbeiter: Hansen

jegerîe stF. auch jagerîe. 1 ‘Jagdkunst’
2 ‘Jagd, Verfolgung’
   1 ‘Jagdkunst’ diz heizent si furkîe / in unser jegerîe Tr 2954; wie vollekomen er wære / an höfscher jegerîe ebd. 3315 u.ö.; der künic Agamennon / schôz eine schœne hinden, / [...]. / Dyâne diu götinne, / diu der jegerîe pfligt, / des tieres tôt vil hôhe wigt KvWTroj 24297. 1079 u.ö.    2 ‘Jagd, Verfolgung’ [Konrad von Marburg,] ein minner guder cristenheit, / ein echter ketzerie [ein Verfolger von Ketzerei] / mit strenger jagerie Elis 3976

MWB 3,1 63,42; Bearbeiter: Hansen

jegerinne stF. ‘Jägerin’ si [ diu wiesel ] ist gar ain witzigeu jägerinn nâch den mäusen BdN 152,27

MWB 3,1 63,52; Bearbeiter: Hansen

jegerknëht stM. ‘Jagdgehilfe’ ‘los eben!’ sprach ich zuo dem jägerknehte Hadam 16,7. 315,3. 418,7

MWB 3,1 63,54; Bearbeiter: Hansen

jegerlêhen stN. ‘Jägerlehen’ (vgl. DRW 6,387f.): jaegerlehen LX pfunt UrbBayJ 522

MWB 3,1 63,56; Bearbeiter: Hansen

jegerlich Adj. , -lîche Adv. ‘ausgezeichnet, prächtig, schön’ (ursprünglich wohl ‘nach Art eines Jägers, einem Jäger angemessen’, vgl. ähnlich weidenlich ): kanstu mir iht des gesagen, / sô wil ich dich für einen wætlîchen [La. iegerlichen ] knappen haben Traugem 5,8; ir lîp, der ist so jegerlîch geschaffen, / ein steinîn herze müest an sî vergaffen [sich bei ihr in starrem Schauen verlieren] SM:Wi 9: 4,5

MWB 3,1 63,58; Bearbeiter: Hansen

jegerliute stM. (Pl.) ‘Jäger’ da sie [Steinböcke] uf den bergen gent, unde sie diu liute in dem tale gesent, / so bechennent si wol, ob ez sint jegir liute oder niht MillPhys 101,2

MWB 3,1 64,3; Bearbeiter: Hansen

jegermeister stM. 1 ‘oberster Jäger, Jägermeister’
2 ‘Meister der Jagd, hervorragender Jäger’
   1 ‘oberster Jäger, Jägermeister’ des künges jeger maister tratt / mitt künnen hunden balde / gegen dem vil wilden walde GTroj 20686; man ainn jæger maister sach / gan fuͤr der hohen fuͤrsten tisch WhvÖst 18844. 18958; dû [Tristan] solt mîn jegermeister sîn! Tr 3370 u.ö.; so sol H. vnser jaegermeister haben ii pfaerft [Pferde] [...] vnd darzvͦ viii laufent jaeger UrkWittelsb 2,54 (a. 1294); Bussard 761; UrkNAltaich 2,51 (a. 1344). – als Bestandteil von Personennamen: an Hainr. den jægermaister UrkCorp (WMU) 3396,41    2 ‘Meister der Jagd, hervorragender Jäger’ ûz der liehten riuhe [seiner Kleidung] vil manic goldes zein [Stäbchen] / ze beiden sînen sîten dem küenen jegermeister [d.i. Siegfried] schein NibB 954,4; der walt hât kluogez wilt und wolfe wunder, / vil herren jägermeister Hadam 30,6. – im Vergleich: er gap den hunden dar ir teil / und machte si frech unde geil / als ein jegermeister hôch KvWPart 413

MWB 3,1 64,7; Bearbeiter: Hansen

jegernuz stM. ‘Haferabgabe an den herrschaftlichen Jäger oder Jägermeister’ (vgl. DRW 6,391): in avena, que dicitur iaegernuch [l. -nucz ] 95 mod. UrbSteierm 52

MWB 3,1 64,27; Bearbeiter: Hansen

jegerroc stM. Oberbekleidung des Jägers: er hett einen grunen jegerrock ane, und was der wol geschnitten nach sym libe Lanc 117,37

MWB 3,1 64,31; Bearbeiter: Hansen

jegerschaft stF. hier iagerschaft. ‘Jagdkunst’ der gebûre sagte mêre, / daz ein bere behaftet [(in einer Falle) festgesetzt] wêre / ân meisters iagerschaft: / ‘daz hât getân die gotes kraft.’ ReinFu K,1579

MWB 3,1 64,34; Bearbeiter: Hansen