jâ – jagesite jagespieʒ – jâmerbrôt jâmerbürde – jâmerrede jâmerrëgen – jâmersuht jâmertac – jardîn jârdinc – jârmarket jærmerlich – jegede jegelich – jëner, -iu, -eʒ jënerhalp, ënerhalp – jiuch jiuchære – ju jû – judenbrâtære judenbrücke – judenrâtman judenrëht – jugentheit jugentlich – jungede jungelinc – jungen jungelinc stM. jungen swV. jungent stF. junger swstM. jungerinne stF. jungerlich Adj. jungern swV. jungersen stswF. jungeste Adv. jungeste stF. jungestlich Adj. jungestwarbe Adv. jungide stN. jupe swF. juriste swM. jus stN. jûse swF. jussel stN. juste stF. justen swV. justier stM. justieren swV. jûwen swV. jûwezunge stF.
jungelinc stM. jungen swV. jungent stF. junger swstM. jungerinne stF. jungerlich Adj. jungern swV. jungersen stswF. jungeste Adv. jungeste stF. jungestlich Adj. jungestwarbe Adv. jungide stN. jupe swF. juriste swM. jus stN. jûse swF. jussel stN. juste stF. justen swV. justier stM. justieren swV. jûwen swV. jûwezunge stF.
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jungelinc, jüngelinc
stM.
einen jungen Mann zwischen Kindes- und Erwachsenenalter bezeichnend ‘Knabe,
Jüngling, junger Mann’
swenne der jungelinc ze vierzehen jâren komen ist
SpdtL
122,5;
die schœnesten jungelinge die under zweinzic jâren sîn
BuchdKg
61,16;
daz ist diu chintheit e der junglinch ze man wachse
PrOberalt
15,37;
swaz diu frouwe und der jüngelinc / ein ander dâ tâten, / daz
möhte ein nunne errâten Eracl
4010;
die porte, dâ man den tôten ûz truoc, den jüngelinc, einer witewen sun
Eckh
1:304,2;
Spec
102,14;
VAlex
367.
–
do vorte der alde iungelint / dusint ritar inden
sint [auf den Weg]
Roth
2163.
– im Pl. auch für beide Geschlechter ‘junge Leute’
hei wie vrô die jungelinge [Flore und Blanscheflur]
/ ungescheiden aller dinge / vriuntschefte pflâgen Flore (P)
599
u. ö.;
vil guter got, / gib disen jungelingen [dem
Brautpaar] , / daz ir herze ringen / dines willen
ramen [streben]
Pass I/II (HSW)
28321.
– für Novizen eines Ordens:
di ivngelinge [
adulescentiores
] en habin bi ein ander ir bette nit BrHoh
22;
UrkCorp (WMU)
1656A,4
MWB 3,1 99,60; Bearbeiter: Luxner
jungen, jüngen
swV.
auch jugen (LobGesMar
87,9, Pass III
454,10, SHort
4856).
1 intr. ‘(wieder) jung werden’
2 tr. ‘jmdn. verjüngen, (wieder) jung machen’
3 refl. ‘sich verjüngen’
1
intr. ‘(wieder) jung werden’
sus mac ich jungen, alsus wirde ich alt MF:Fenis
5:2,5;
die bluͦme er ir heyen [hegen] sal, / da von sie
ymmer ju̍nge Krone
23687;
swer den venchel steteclichen isset, her iunget
Macer
13,19;
Tannh
7,12;
Tr
13061.
– Part.Präs.:
Seneca sprichet daz der git / gruͤnet, wahset alle zit; /
dannoht, so alle untugende / altent, daz er ist jugende SHort
4856;
ich meine Crist mit tugenden, / der machte in
[Aegidius] also iugenden, / daz er vil wundere
hie tet Pass III
454,10
2
tr. ‘jmdn. verjüngen, (wieder) jung machen’
mich mag diu liebe jungen KLD:SvL
5:2,8;
trunkenheit di junget den grisen Brun
3486;
ahî wie er streit, / unze er gar tungte daz velt mit den tôten. / die álten
ez álsâ jungte Kudr
675,4;
Tannh
4,110.
– Part.Präs.:
ach jugendiu jugent, ach jugender muot LobGesMar
87,9.
– Part.Prät. in Passivkonstruktionen:
daz sint dîe sêla. dîe der [d. i.
dâr
] geiúnget sint in dero tôife Will
4,2;
daz unser vater alt / werd ouch von iu gejunget hie
KvWTroj
10955;
diu schrift betiutet uns vür wâr / wie er gejunget wirt
KLD:Kzl
16: 2,8;
MillPhys
82,6;
RvEWchr
1545
3
refl. ‘sich verjüngen’
der Salomon der júnget sich / in diner minn demuͤtenklich
KvHelmsd
4535;
mist manigen magern acker tünget, / daz er fruht bringet und sich jünget
Renner
5886.
19345;
dar umb lauft er [der Hirsch]
zehant zuo einem prunn und trinket. dâ von jüngt er sich und pringt sein kraft wider
BdN
129,22;
da mit du hast gejünget dich! WhvÖst
1115;
Parz
175,11;
KLD:OvB
8:7
MWB 3,1 100,18; Bearbeiter: Luxner
jungent
stF.
→
jugent
MWB 3,1 100,51;
junger
swstM.
ursprüngl. Komp. von →
junc
(deswegen z. T. auch sw. flekt.).
1
‘Schüler; Lehrling, Gehilfe’
2
‘Jünger, Apostel’
1
‘Schüler; Lehrling, Gehilfe’
discipulus: iunger VocOpt
39.027;
der meister vnde der iunger / redent wider ein ander
Lucid
2,8;
Aristotilis, [...], hat gemachtt ditz
puech seinem junger, dem grossen kaiser Alexannder HvHürnh
1,2;
sam die schuoler, die ê maister wellent sein denn junger
BdN
122,26;
alz ein meister, der alle chunst in im het, der niht auzzer im suchet, sunder
einen iungern het, in den er guͤzz alle sein chuͤnst, so offenbar der iunger seinen
meister Eckh (J)
19,5;
Litan
75;
Kudr
364,3.
–
sus muoste dulten Jôsaphât / von dem tiuvel manigen rât,
/ den er an in ie kêrte, / als in betwungen lêrte / des tiuvels junger, Thêodas
RvEBarl
12039.
–
‘Novize’
wie dv gehorsami dir ivngron sol sin BrEng
5.
– übertr.:
der wernden not ein ivnger Martina
128,81
2
‘Jünger, Apostel’
er sprach: "ecce agnus dei" zuo sinen jungern zwein
AvaLJ
49,6
u. ö.;
dô unser hêrre Jhêsus Christus [...]
sîn vleisch unde sîn blût dâ gab sînen iungeren StatDtOrd
36,13;
do chom er selbe, v́nser herre Jesus Christus, mit sinen
ivngern Konr
3 W1,192
u. ö.;
PrMd (J)
342,9;
Kchr
3031;
BdN
63,8
MWB 3,1 100,52; Bearbeiter: Luxner
jungerinne
stF.
‘Anhängerin, Jüngerin’
diu arme gotes dienaerinne, / Marîâ, Jêsus jungerinne Philipp
9141.
– übertr.:
[
diemuot
] ist der tugende behalterinne, der genâden erwerberinne,
[...], der wârheit jungerinne, der minne enzünderinne
DvASchr
338,22
MWB 3,1 101,12; Bearbeiter: Luxner
jungerlich
Adj.
wohl ‘jung, jugendlich’ (oder zu
junger
2?):
er [Christus] ist understútzet
mit den bluͦmen der gotheit und umbsetzet mit dem senat der jungerlichen wúrdekeit
Seuse
548,22
MWB 3,1 101,18; Bearbeiter: Luxner
jungern
swV.
‘verjüngen, jünger machen, erneuern’
dú schoͤne minne von hoher gewalt dú jungert die sele
Mechth
3: 13,20;
der slange jungert sînen balc WernhSpr
16,9;
der werde mensche jungert sich niht mêre ebd.
16,10
MWB 3,1 101,22; Bearbeiter: Luxner
jungersen
stswF.
‘Schülerin, Novizin’ (zum Suffix vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 183-187):
vnde waz sie [die Äbtissin] ir iungersen leret [
quae discipulis docuerit
] zu vermiden des insal sie selbe nit began BrEb
2;
sprechin vnde leren gecimet der meisteren. swigen vnde horen geuellet der
iungersen ebd.
6
u. ö.
MWB 3,1 101,27; Bearbeiter: Luxner
jungeste
Adv.
1 das Ende von etw. betreffend ‘zuletzt, am Ende, schließlich’
2 auf das zuletzt zurückliegende Eintreten einer Handlung oder eines Ereignisses
verweisend ‘das letzte Mal, letztens, jüngst’
1
das Ende von etw. betreffend ‘zuletzt, am Ende, schließlich’
er [Matthäus] zalt uns vil rehte
Cristes geslahte / von anegenge unze jungist, er screip liber generationis
AvaLJ
204,4;
were ez mit stale wol bedacht, ez müste doch jungest vallen Frl
5:99,12.
– meist in der präp. Wendung ze ~
:
ci iungis niwart daz niht virmidin, / her niwurde mit gewêfinin ûze dir
burg virtribin Anno
39,7;
iedoch ze jungist überwant / diu wârheit die lüge
StrAmis
788;
ze ivngest so nim heine hant folle salzes
Ipocr
55;
WernhMl
1,26;
AHeinr
1518.
– verstärkt ze aller ~
:
ze aller jungest gescuofe du den man / nah tinem bilde
getan SEzzo
31;
ze aller ivngest gab er sin selbes lip dvrh vns ze der
marter Spec
34,11
u. ö.;
Wig
3543;
HimmlJer
381
2
auf das zuletzt zurückliegende Eintreten einer Handlung oder eines Ereignisses
verweisend ‘das letzte Mal, letztens, jüngst’
vrowe, dû solt sîn gemant / wie ich nû jungist schiet von dir
RvEGer
4593;
an den selben drin ivngist ginanten schidelvten stat, uf ir æît oͮch zirvarnne
in dem vorginantem zîl vmbe die livte, die in den hôf zVrza cinshaft sint
UrkCorp (WMU)
17,46;
des ist nu ermer mîn wât / denn ir si jungest sâhet
Parz
258,11;
Wig
1368;
NibA
2309,3.
– verstärkt aller ~
:
ich weiz niht waz dar nâch geschach / dô man in aller
jungest sach SpdtL
162,19;
dô er die / aller jungest mit jâmer sach
Wig
1198.
–
ze ~
:
dô dîn charele Joachim, / [...] /
von dir ze jungiste schiet Wernh
611;
waz wir redeten, dô ich in ze jungest sach MF:Kürenb
1:1,5
MWB 3,1 101,34; Bearbeiter: Luxner
jungeste
stF.
‘letzte Zeit, Tod’ (vgl.
junc
2):
dc du got an diner iungesti och wirst sehende PrSchw
1,129
MWB 3,1 102,1; Bearbeiter: Luxner
jungestlich
Adj.
‘letzte(r/ s)’ (hier nur in Ausdrücken für den Jüngsten Tag bzw. das
Jüngste Gericht):
weiz ich wol, daz er vf erstat, / als vfferstende dan zu gat
/ an deme iungestlichen dage EvStPaul
12984;
ê lite ich einen grimmen tôt / und alsô marterlîche nôt, / daz man iemer seite
/ von mîner arebeite / biz an den jungestlichen sent
[Gericht]
KvWPart
6441;
diu küneginne rîche / vor aller diet diu hêrste / sol ouch sîn diu êrste / diu
an der jungestlîchen vrist / den vertânen entekrist / für got ze herren triutet
Reinfr
19559;
KvWTroj
17678;
Virg
740,12
MWB 3,1 102,3; Bearbeiter: Luxner
jungestwarbe
Adv.
wohl ‘das letzte Mal, zuletzt’ (vgl. 2
5Mhd. Gr. § M 62) hier: von zwei Malen:
sie was auch dieselb jungfrauw die die frauw von dem Lack
júngestwarb uß sante Lanc
194,15
MWB 3,1 102,15; Bearbeiter: Luxner
jungide, -îde
stN.
→
jungede
MWB 3,1 102,19;
jupe
swF.
→
joppe
MWB 3,1 102,20;
juriste
swM.
aus mlat. iurista.
‘Rechtsgelehrter, -kundiger’ (vgl.
lêgiste
):
daz er besant / über alliu sîniu lant / die volkomen an
listen, / die da hiezen juristen, / und die zuo den stunden / diu reht vil wol
kunden, / diu dâ hiezen leges Ottok
91314
u. ö.;
meister Johanes der jvriste von Wirzebuͦrc UrkCorp (WMU)
3130,9;
juristen stênt dem rehten bî Renner
8527
u. ö.;
FrSchw
6493.
277;
NvJer
13689
MWB 3,1 102,21; Bearbeiter: Luxner
jus
stN.
von lat. ius.
‘Sud, Suppe, Brühe’
so man in [den Weizen] sudet mit
buttern vnde daz ius sufet SalArz
9,15.
9,20
MWB 3,1 102,30; Bearbeiter: Luxner
jûse
swF.
‘Zwischenmahlzeit’ (Glossenbelege aus dem 12. Jh. s. AWB 4,1857)
MWB 3,1 102,33; Bearbeiter: Luxner
jussel, jussal
stN.
Dimin. zu jus; Mask. in RvEWchr
18261.
‘Sud, Suppe, Brühe’ (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 5,328-332 sowie SchweizId
3,76):
du salt im ouch gebin ein iussal daz an korne gesotin si mit
mandel ole SalArz
45,10
u. ö.;
Gedeon sich sumde niht, / er fuͦr hin und mahte so / von eime
veisten kitzi do / ein essen guͦt und wol bereit / und gos, als uns die warheit
seit, / in ein haven das jussal dran RvEWchr
18254;
den jussel er in giessen hies / uf ein stein ebd.
18261
MWB 3,1 102,35; Bearbeiter: Luxner
juste
stF.
→
tjoste
MWB 3,1 102,45;
justen
swV.
→
tjosten
MWB 3,1 102,46;
justier
stM.
Subst. nach F. Ranke (ZfdA 1942, S. 11), anders Gl.z.St. (Adj.).
wohl ‘Rechtskundiger, Richter’ (von lat. iustiarius als
verkürzte Form von iustitiarius?):
Rennewart der hiez die sine / mit vlizze daz behalten, / des
landes al walten / iustiere [lt. Ranke hier Komma]
potestaten Rennew
8639
MWB 3,1 102,47; Bearbeiter: Luxner
justieren
swV.
→
tjostieren
MWB 3,1 102,54;
jûwen
swV.
‘jû rufen, jubeln, jauchzen’
iuwet gote elliu diu erda [
ivbilate deo omnis terra
]
PsWindb
65,1
MWB 3,1 102,55; Bearbeiter: Luxner
jûwezunge
stF.
‘Jubel’ (s.a.
jûbel
und
jûbilacie
):
iubilum et iubiliatio daz ir diche uindet in deme saltare
[Psalter] daz chiut
[bedeutet] rehte in diutisken iu unde iuwezunge. daz
ist so der menniske so fro wirdit daz er uore froude neweiz waz er in al gahen
sprechen oder singen mege, unde heuet ime ein sange. ane wort PsWindb
94,2(Randgl.).
88,16
MWB 3,1 102,58; Bearbeiter: Luxner |