i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
iewëder
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
auch iewederer.
‘jede(r/ s) von beiden, beide’ (s.a.
iegewëder
,
ietwëder
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344)
1 pron. 2 attr.
1
pron.:
mache ein salben mit acatie. gummi arabici. ieweders zwo dragme SalArz
78,19;
da ergienc diu scharpfe herte. / iewederr vaste werte / sînen prîs vor dem ander Parz
265,2;
vrîe liute und des rîches dienstman die mugen [...] wol geziuge sîn und urteile vinden, durch daz si dem rîche hulde tuon ieweder nâch sînem rehte SpdtL
220,7;
Gen
70;
Athis
A 38.
– mit partit. Gen.:
ir iewederer einen troum gesach Gen
1935
u.ö.;
der [der beiden Ehepartner] iewedirz sol sin zware / des anderen sele chamerære VRechte
369;
ir iewedere stach den anderen nider VAlex
1257;
Spec
41,6;
MarlbRh
127,6.
–
‘(mindestens) eine(r) von beiden’
daz ich vnde min tohter Gerdrut den selben brottisch haben suln, die wile vnser iewederz læ̂bt. vnde swenne wir beidiv ensin so sol der brottisch daz chloster ze sant Margareten ane vallen UrkCorp
508,40
2
attr.:
ze stete er daz kint pant / uil uaste bi iwederer hant VMos
19,16;
ich weiz er niene erwant ê er ime gebant iewederen vuoz jouch hant Gen
931;
er uacht ze iweder hant Rol
5407;
Tr
9394;
Wh
76,28
MWB 2 1857,58; Bearbeiter: Richter
iewëderent
Adv.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
ietwëderent
):
vnde [die beiden Parteien] suln jwedrunt friden [einfrieden = Zäune errichten] , alse es in wol kvmt. so sol enwedere teil jn dem bache, alse er rinnet, enkein gewer han UrkCorp (WMU)
198,11
MWB 2 1858,19; Bearbeiter: Richter
iewëderenthalp
Adv.
auch -halben.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
ietwëderenthalp
):
so hant sî bedenthalp burgen gegeben, iewedernthalp viere UrkCorp (WMU)
346,30.
1330,16;
[wenn der Mond (in Sichelform)] iewederen halben ein horn hat ArnoltSieb
22,4
MWB 2 1858,25; Bearbeiter: Richter
iewëderhalp
Adv., Präp.
auch iewedert-,
auch -halben.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
iegewëderhalp
u.
ietwëderhalp
)
1 Adv. 2 Präp. (mit Gen.)
1
Adv.:
er [Jakob] hiez die sune mit ime gên, er gie fur den chunich stên. / iewedirhalp sehse stuonten die hêrren sô luste Gen
2569;
vmbe den kriech der da ist zewv́schen Wolfram von Bernhvsen vnde Diepoltz saliges kinden, sol man nemen iewederthalp zewene man vnde ainen oberman, die sie verslihten sv́len UrkHohenz
1,96
(a. 1286);
wan ich den [
brief
] han gegeben [...] fvͤr allen kriech, der iewederhalben vmb daz sælb gvͦt immer kan werden UrkCorp (WMU)
2575,2
u.ö.;
PrGeorg
8,33
2
Präp. (mit Gen.):
wir sollen och iewederhalp des baches vber den selben bach machen zwo offene kameren mit vier sessen UrkCorp (WMU)
N714,32.
88,35
MWB 2 1858,31; Bearbeiter: Richter
iewëdersît
Adv.
‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a.
iegewedersît
u.
ietwëdersît
):
si stuonden [...] / vierzec poynder von ein ander, / mit gevärweten blicken glander, / fünfzec iewedersît Parz
690,29;
vier jvchhart [...] ziehent [erstrecken sich] vffe die biecmathe einsite vnd andersite zuͦ dez Schusseleres velt vnd het [besitzt] iewedersite derbi her Wernher der pfaffe von Schowenburg UrkCorp (WMU)
207,38
u.ö.;
vͤmb daz alle diese virbuntnisse, stuͤcke vnd artikele als sie hie vor vnd nah geschriebin stent von vns iewedirsijt veste vnd stede UrkWürzb
40,249
(a. 1339)
MWB 2 1858,48; Bearbeiter: Richter
iewelich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
‘ein(e) jegliche(r/ s), jede(r/ s)’ (s.a.
ielich
, vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 332)
1 pron. 2 attr.
1
pron.:
– mit vorangestelltem ein:
daz lon wirt in bereite / nah ir arbeite / einem jwelheme alse er getut Glaub
3687;
ein iͤwlich vindet al bereit / an dinen worden sin selicheit MarlbRh
77,37;
Lilie
51,24.
– mit partit. Gen.:
ir îwelîch haviti sîn lant Anno
8,15;
so suͦlin wir [...] vͦnser iewelich deme andirme helpin inde bestain UrkCorp (WMU)
71,40
2
attr.:
jewelich man mach kamphes vntsagen sich deme manne, der vnedelere ist dan her UrkCorp (WMU)
51,27.
– mit vorangest. ein:
got der wil lazen / der sunde di maze / einem iwelen menschen Glaub
2192.
388;
daz tû mich habest ze scalche zeineme iewelichen tage werche Gen
2413;
JPhys
4,8;
ein iͤwlich sünder muͦz heilich sin, / of in beruͤrt diner heilcheit schin MarlbRh
118,7
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
71,28;
Lilie
24,6
MWB 2 1858,60; Bearbeiter: Richter
iewërlde, -wërlte
Adv.
‘schon immer, von jeher’ (s.a.
êwëlten
):
swaz aber crist zum vater sprach, / daz sint an der geschicht geschach, / daz was vor im wol gnuc gesworn, / wen iz iewerlte was ie irkorn / und gevestent mit hantvesten / daz iz geschen muste zum besten HeslApk
15172;
pech, daz ie werlde wiel / und immer me muz wallen ebd.
16610.
9671;
dem [Christus] waret ir iewerlde gram, / als sit ir hutestages alsam HeslNic
5273
MWB 2 1859,14; Bearbeiter: Luxner
iewësen
stN.
‘immerwährendes Sein’
do Adam hete gesuͤndet, / der ivnge do wart gekuͤndet, / des ie wesen durch vns sich ivnget TürlArabel
*R 119,5
MWB 2 1859,23; Bearbeiter: Luxner
iewësentheit
stF.
‘Ewigkeit’
disú nagendú bild bezeichnent der blossen gotheit iewesentheit in perseͦnlicher driheit Seuse
Bildbeischrift,52*
MWB 2 1859,27; Bearbeiter: Luxner
iewlich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
iewelich
MWB 2 1859,30;
iezen
swV.
→
irzen
MWB 2 1859,31;
iezic
Adj.
‘jetzig, derzeitig’, hier präd.:
allen den, die iezic sint oder her nach chumftich werdent UrkCorp (WMU)
2684,6
MWB 2 1859,32; Bearbeiter: Luxner
iezuo, iezunt
Adv.
mit großer Formenvarianz (vgl. WMU 2,918f.); zu den unterschiedlichen Formen und der möglichen Herkunft der Form mit -unt vgl. Karl v. Bahder, PBB 53 (1929), S. 431-454 und Kluge, S. 452, außerdem DWB 5,2317ff. sowie PaulWB, S. 439.
‘jetzt, zum jetzigen Zeitpunkt, gegenwärtig’
1 bezogen auf die Zeit des Sprechens/ Erzählens 1.1 einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’
1.2 eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’
1.3 Bezug nehmend auf vergangene/ abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’
2 bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/ erzählt wird ‘zu diesem/ jenem Zeitpunkt, nun’
1
bezogen auf die Zeit des Sprechens/ Erzählens
1.1
einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’
sie enhat sich niht so wol behvt, / als ich dich iezv hore iehen ReinFu
K,585;
‘gebet uns’, sprechent die armen suntare ze den goͮten, ‘des iweren oles, wan unseriv liehtuaz erlesscent iezoͮ.’ Spec
128,35;
itzvnt alhie enweiz ich niht, / waz mir armen icht geschit Herb
835;
nv bedarf ich din izit wol, / wand ich hinnen scheiden sol, / daz ich dir wol bevolhen si MarHimmelf
775;
dô Tristan, alse ich iezuo las, / zAlmânje gewas / ein halp jâr oder mêre Tr
18601
u. ö.;
‘nu gehazze in got, swer ez tuo!’ / ‘mich dunket, ir tâtet ez iezuo.’ Eracl
766;
RvEWh
5551;
WüP
82,10;
BdN
38,7.
– als Ausruf:
ie zuͦ! ich hoͤre wol swas ir / von iemanne sagent mir RvEWh
2385.
– in der Verbindung biʒ ~
:
biz iezuo hætich wol gesworn, / daz ir niht lebende wæret Tr
10724
1.2
eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’
wir vinden aber selten / iezuo iemen der si [seltene Steine] habe Volmar
713.
128;
ob ir went sehen iuwer kint, / nach dem iezont botten sint / hin ze Norwaͤge gesant RvEWh
14526;
der sî vil, die dar ûf iezuo haben gedingen, / daz si ir guot verdienen umb daz rîche in liehten ringen Walth
11,4;
du in weist ove du izu leves, / inde ove du bit rehteme urdeile in de ewige helle geworpen werdes Lilie
10,30;
wie er dich vindet, alsô nimet er und enpfæhet dich, niht, waz dû gewesen sîst, sunder waz dû iezunt bist Eckh
5: 234,7;
WüP
10,7;
Mechth
4: 2,60.
– unklar, ob hierher:
die wurdent lute schallen / mit grossen froͤden umb das / wan got in iecuncz kúnftig was / [...] / und innan da zehelfe kam, / von dan mit froͤden sú do nam WernhMl
11354.
– in die Zukunft verweisend:
do daz chom daz nu itzuͦ ist untz an daz ent der werlt PrOberalt
28,40;
ain neuwez kindel wirt iezund her ab gelâzen von dem hôhen himel BdN
61,7.
– subst.:
dâ ein hiute ist und ein iezuo, dâ siht man got Eckh (Pf)
169,5;
daz hiute ist ein êwig iezent ebd.
672,34.
672,32
1.3
Bezug nehmend auf vergangene/ abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’
vor alter gar zerizzen / ir cleit dô bî den zîten was, / sô sêre iezuo zeslizzen KvWKlage
13,6;
drî süne, wær ich gewesen bî in, / daz eteslîcher under in drin / iezuo wol ritter wære Tr
4135;
ich bin von leidenn itzvnt gra Herb
2318;
der wyn, der do iczunt vortorbin ist Pelzb
140,5.
140,25;
RvEWh
4775;
UvZLanz
2362.
–
‘jetzt bereits’
er [Augustinus] sprichet, daz got allez, daz noch zuokünftic ist, joch über tûsent und tûsent jâr, ob diu werlt als lange solte wern, hât iezent gemachet Eckh
5: 60,9
u. ö.
2
bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/ erzählt wird ‘zu diesem/ jenem Zeitpunkt, nun’
dô si iezuo striten in aller maht, / dô liuf zuo in ein garzûn UvZLanz
2594
u. ö.;
wanne sine sele dïv wolte iezvͦ von ime scheiden Konr
7,17;
daz was allez ein wint / wider daz vngemach, / daz itzvnt da geschach Herb
5780;
Athis
A* 159;
RvEWh
6196.
–
und die liute sehent daz er [
der elter bruoder
] mit dem guote niht tuot als ez den kinden guot ist, sô ist er iezuo arcwænic SpdtL
131,11.
– in der Verbindung iezuo ...iezuo (iesâ) rasch aufeinanderfolgende Ereignisse bezeichnend ‘bald ... bald’
iezuo ich saz, iezuo ich lac, / iezuo ich stuont, iezuo ich gie, / ich want mich dort, ich want mich hie UvLFrd
39,20;
ir sehet wol, wi der starke wint / die federn vmbe tribet, / so sie nirgen blibet, / weder verre noch na, / itzunt hie vnde itzunt da, / in allen steten meren Herb
10994;
si triben die tobenden ünde / wîlent ûf und wîlent nider, / iezuo dar und iesâ wider Tr
2432;
Ottok
54573
MWB 2 1859,35; Bearbeiter: Luxner
iezuo|genamt
Part.-Adj.
hier jetz-.
‘eben genannt, angeführt’
daz sy [die Zeugen] iruͥ insigel [...] offenlich gehenkt haͧnd an disen brief [...], daz och wir die jetzgenempten zuͥgen getaͧn haben vor ir ernstlicher bett wegen uns selb aͧn schaden UrkHeiligkreuztal
182,16
(a. 1333)
MWB 2 1860,51; Bearbeiter: Luxner
îferære
stM.
‘Eiferer’, jmd., der sich ereifert, sich leidenschaftlich für (oder gegen) etw. einsetzt:
pei dem merohsen verstên ich ainen iegleichen eifrær, der in seim haus promsent ist als ain per und gelebt nümmer güetleichen mit seiner hausfrawen noch mit seim gesind BdN
237,19.
286,16
MWB 2 1860,57; Bearbeiter: Richter
igel
stM.
1
‘Igel’
1.1 allg. 1.2 in Vergleichen 1.3 übertr. als Schimpfwort 1.4 in vergleichender Umschreibung groʒer ~
für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89 ) 2 ein Belagerungsgerät (lat. ericius , vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen
1
‘Igel’
1.1
allg.:
Phisiologus zellit uon dem igile alsus. er chût dorne habet er an ime JPhys
18,1;
unküstige [bösartige] liute bediutet der igel, / der mit spitzen borsten stichet / und selber sich birget sô er sich richet Renner
13278;
niht unglîch dem igel, / der vor den liuten sich nider drücket / und als ein kliuwel zesamen sich smücket ebd.
3898;
BdN
138,5
u. ö.;
ReinFu
K,1350;
MF: Her
2:4,1;
Eckh
2:139,5.
– hier sprichwörtl.? vgl. TPMA 2,81 u. 6,332f.:
ein reine wîp hât reinen lîp, / den hât selten ein unwîp. / noch senfter wære ein igels hût / am bette dan ein leidiu brût Freid
101,19;
wil man den igel villen, / so nem man etewaz für die hant, / sin borsten sint so scharf bekant Frl
5:75,12.
– auch bei Personennamen:
Levpolt der Jgel UrkCorp (WMU)
1209,41.
1865,7
1.2
in Vergleichen:
der [Riese] ist geheizen Bitterbûch / unde ist als ein igel rûch Virg
879,5;
so wirt im [dem Antichrist] als eim igele / sin herze zornic uffe sie / die sin gebot vorlazent hie HeslApk
19758.
– von Haar:
kurz, scharf als igels hût ez [das Haar von Malcreatiure] was Parz
517,27;
Krone
9346;
Loheng
5728.
–
sich rimphen/ smücken
‘sich ein-, zusammenrollen’
alse ein ~
:
dô [im Bett der Königstochter] lac der ungefüege stampf [der ungehobelte Klotz] , / daz er sich als ein igel rampf / und smuckt sich zuo einander HBirne
342;
der [
tiuvel
] sich rimphet als ein igel KvWLd
1,56;
sus lag er [Partonopier] in trûren / [...] / und hæte sich gesmücket / zuo ein ander als ein igel KvWPart
1307
1.3
übertr. als Schimpfwort:
dû valscher, veiger luhs, / dû lieht unerkender fuhs, / dû aller houbetschanden rigel, / dû valscher, tuckiger igel Ottok
63494.
– meist für den Teufel:
helle ruher igel / totlicher svnden ingesigel Martina
151,71.
176,110;
ê denne er [der gierige, ungerechte Richter] ouch sîns lôns enbêr, / sô ist der igel im als ein ber [
‘Beere’ als bildlicher Ausdruck der Geringfügigkeit, Nichtigkeit]
Renner
8676
1.4
in vergleichender Umschreibung groʒer ~
für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89):
von dem cyrogrillen oder von dem grozen igel. Cyrogrillus ist ain tierl, daz hât diu ê verpoten, daz man ez iht ezz, und haizt ze däutsch ain igel. aber Papias spricht, ez sei grœzer dann ain igel BdN
131,31
2
ein Belagerungsgerät (lat. ericius, vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen:
ir ebenhœhe unde ir mangen, / swaz ûf redern kom gegangen, / igel, katzen in den graben, / die kundez fiwer hin dan wol schaben Parz
206,3;
Wh
111,11;
blîden, tumerær und mangen, / rutten, katzen, igel swære, / ebenhôch und pheterære, / daz wart allez dâ / ûf gerihtet sâ / und genutzet vor der stat Ottok
59783;
ErnstB
1563;
UvEtzAlex
14967;
RvEAlex
3473.
– hier übertr. in der Beschreibung eines sexuellen Übergriffs im Bilde des Angriffs auf eine Burg (vgl. auch FWB 8,17):
vor dem tor er [Gasoein] erbeizet / vnd wolt si [Gynever] han ervohten. / gotes gnaden! don mohten / so snelle von seinem ygel / von dem antwerch di rigel / niht werden wol zebrochen Krone
11735
MWB 2 1860,63; Bearbeiter: Richter
igelborste
stMN.
‘Igelborste, Stachel des Igels’
als igelborste ir [des ungehiuren volc
] hâr / wâren wunderlich gevar UvEtzAlex
15163
MWB 2 1862,1; Bearbeiter: Richter
igelgras
stN.
→
ëgelgras
(Nachtr.)
MWB 2 1862,4;
igelhût
stF.
‘Igelbalg, Stachelhaut eines Igels’
wa er sass oder stuͦnd [mit dem mit Nägeln gespickten Kreuz auf dem Rücken] , da waz ime, wie ein igelhut uf ime lege Seuse
41,24
MWB 2 1862,5; Bearbeiter: Richter
igelîn
Adj.
‘vom Igel, Igel-’
Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 4,1465
MWB 2 1862,9; Bearbeiter: Richter
igelischen
Adv.
‘nach Art und Weise des Igels’
der mensch ist aller ungeordenst in den werken [beim Geschlechtsverkehr, indem er nicht die ‘natürliche’ Stellung einnimmt] , wan er verkêrt menschleicheu werk und würkt iglischen oder gensischen oder benimt der frawen ir stat BdN
139,33
MWB 2 1862,11; Bearbeiter: Richter
igelmæʒic
Adj.
‘igelähnlich, stachlig wie ein Igel’
Gâwân in bîme hâre dô / begreif [...]. / sîn igelmæzec hâr sich rach: / daz versneit Gâwân sô die hant, / diu wart von bluote al rôt erkant Parz
521,12
MWB 2 1862,17; Bearbeiter: Richter
igelvar
Adj.
‘wie ein Igel aussehend’
wart ie kürsenære crônebære / mit sînem igelvarwen glatze RvZw
145,9
MWB 2 1862,21; Bearbeiter: Richter
igizen
swV.
→
irzen
MWB 2 1862,24;
iglich
Indef.-Pron., Pron.-Adj.
→
iegelich
MWB 2 1862,25; |