Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   iewëder - iglich    


iewëder Indef.-Pron., Pron.-Adj. auch iewederer. ‘jede(r/  s) von beiden, beide’ (s.a. iegewëder , ietwëder , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 340-344) 1 pron.
2 attr.
   1 pron.: mache ein salben mit acatie. gummi arabici. ieweders zwo dragme SalArz 78,19; da ergienc diu scharpfe herte. / iewederr vaste werte / sînen prîs vor dem ander Parz 265,2; vrîe liute und des rîches dienstman die mugen [...] wol geziuge sîn und urteile vinden, durch daz si dem rîche hulde tuon ieweder nâch sînem rehte SpdtL 220,7; Gen 70; Athis A 38. – mit partit. Gen.: ir iewederer einen troum gesach Gen 1935 u.ö.; der [der beiden Ehepartner] iewedirz sol sin zware / des anderen sele chamerære VRechte 369; ir iewedere stach den anderen nider VAlex 1257; Spec 41,6; MarlbRh 127,6. – ‘(mindestens) eine(r) von beiden’ daz ich vnde min tohter Gerdrut den selben brottisch haben suln, die wile vnser iewederz læ̂bt. vnde swenne wir beidiv ensin so sol der brottisch daz chloster ze sant Margareten ane vallen UrkCorp 508,40    2 attr.: ze stete er daz kint pant / uil uaste bi iwederer hant VMos 19,16; ich weiz er niene erwant ê er ime gebant iewederen vuoz jouch hant Gen 931; er uacht ze iweder hant Rol 5407; Tr 9394; Wh 76,28

MWB 2 1857,58; Bearbeiter: Richter

iewëderent Adv. ‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a. ietwëderent ): vnde [die beiden Parteien] suln jwedrunt friden [einfrieden = Zäune errichten] , alse es in wol kvmt. so sol enwedere teil jn dem bache, alse er rinnet, enkein gewer han UrkCorp (WMU) 198,11

MWB 2 1858,19; Bearbeiter: Richter

iewëderenthalp Adv. auch -halben. ‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a. ietwëderenthalp ): so hant sî bedenthalp burgen gegeben, iewedernthalp viere UrkCorp (WMU) 346,30. 1330,16; [wenn der Mond (in Sichelform)] iewederen halben ein horn hat ArnoltSieb 22,4

MWB 2 1858,25; Bearbeiter: Richter

iewëderhalp Adv., Präp. auch iewedert-, auch -halben. ‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a. iegewëderhalp u. ietwëderhalp ) 1 Adv.
2 Präp. (mit Gen.)
   1 Adv.: er [Jakob] hiez die sune mit ime gên, er gie fur den chunich stên. / iewedirhalp sehse stuonten die hêrren sô luste Gen 2569; vmbe den kriech der da ist zewv́schen Wolfram von Bernhvsen vnde Diepoltz saliges kinden, sol man nemen iewederthalp zewene man vnde ainen oberman, die sie verslihten sv́len UrkHohenz 1,96 (a. 1286); wan ich den [ brief ] han gegeben [...] fvͤr allen kriech, der iewederhalben vmb daz sælb gvͦt immer kan werden UrkCorp (WMU) 2575,2 u.ö.; PrGeorg 8,33    2 Präp. (mit Gen.): wir sollen och iewederhalp des baches vber den selben bach machen zwo offene kameren mit vier sessen UrkCorp (WMU) N714,32. 88,35

MWB 2 1858,31; Bearbeiter: Richter

iewëdersît Adv. ‘auf beiden Seiten, beiderseits’ (s.a. iegewedersît u. ietwëdersît ): si stuonden [...] / vierzec poynder von ein ander, / mit gevärweten blicken glander, / fünfzec iewedersît Parz 690,29; vier jvchhart [...] ziehent [erstrecken sich] vffe die biecmathe einsite vnd andersite zuͦ dez Schusseleres velt vnd het [besitzt] iewedersite derbi her Wernher der pfaffe von Schowenburg UrkCorp (WMU) 207,38 u.ö.; vͤmb daz alle diese virbuntnisse, stuͤcke vnd artikele als sie hie vor vnd nah geschriebin stent von vns iewedirsijt veste vnd stede UrkWürzb 40,249 (a. 1339)

MWB 2 1858,48; Bearbeiter: Richter

iewelich Indef.-Pron., Pron.-Adj. ‘ein(e) jegliche(r/  s), jede(r/  s)’ (s.a. ielich , vgl. Mhd. Gr. (KSW) 2 § P 332) 1 pron.
2 attr.
   1 pron.: – mit vorangestelltem ein: daz lon wirt in bereite / nah ir arbeite / einem jwelheme alse er getut Glaub 3687; ein iͤwlich vindet al bereit / an dinen worden sin selicheit MarlbRh 77,37; Lilie 51,24. – mit partit. Gen.: ir îwelîch haviti sîn lant Anno 8,15; so suͦlin wir [...] vͦnser iewelich deme andirme helpin inde bestain UrkCorp (WMU) 71,40    2 attr.: jewelich man mach kamphes vntsagen sich deme manne, der vnedelere ist dan her UrkCorp (WMU) 51,27. – mit vorangest. ein: got der wil lazen / der sunde di maze / einem iwelen menschen Glaub 2192. 388; daz tû mich habest ze scalche zeineme iewelichen tage werche Gen 2413; JPhys 4,8; ein iͤwlich sünder muͦz heilich sin, / of in beruͤrt diner heilcheit schin MarlbRh 118,7 u.ö.; UrkCorp (WMU) 71,28; Lilie 24,6

MWB 2 1858,60; Bearbeiter: Richter

iewërlde, -wërlte Adv. ‘schon immer, von jeher’ (s.a. êwëlten ): swaz aber crist zum vater sprach, / daz sint an der geschicht geschach, / daz was vor im wol gnuc gesworn, / wen iz iewerlte was ie irkorn / und gevestent mit hantvesten / daz iz geschen muste zum besten HeslApk 15172; pech, daz ie werlde wiel / und immer me muz wallen ebd. 16610. 9671; dem [Christus] waret ir iewerlde gram, / als sit ir hutestages alsam HeslNic 5273

MWB 2 1859,14; Bearbeiter: Luxner

iewësen stN. ‘immerwährendes Sein’ do Adam hete gesuͤndet, / der ivnge do wart gekuͤndet, / des ie wesen durch vns sich ivnget TürlArabel *R 119,5

MWB 2 1859,23; Bearbeiter: Luxner

iewësentheit stF. ‘Ewigkeit’ disú nagendú bild bezeichnent der blossen gotheit iewesentheit in perseͦnlicher driheit Seuse Bildbeischrift,52*

MWB 2 1859,27; Bearbeiter: Luxner

iewlich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iewelich

MWB 2 1859,30;

iezen swV. irzen

MWB 2 1859,31;

iezic Adj. ‘jetzig, derzeitig’, hier präd.: allen den, die iezic sint oder her nach chumftich werdent UrkCorp (WMU) 2684,6

MWB 2 1859,32; Bearbeiter: Luxner

iezuo, iezunt Adv. mit großer Formenvarianz (vgl. WMU 2,918f.); zu den unterschiedlichen Formen und der möglichen Herkunft der Form mit -unt vgl. Karl v. Bahder, PBB 53 (1929), S. 431-454 und Kluge, S. 452, außerdem DWB 5,2317ff. sowie PaulWB, S. 439. ‘jetzt, zum jetzigen Zeitpunkt, gegenwärtig’ 1 bezogen auf die Zeit des Sprechens/  Erzählens
1.1 einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’
1.2 eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’
1.3 Bezug nehmend auf vergangene/  abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’
2 bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/  erzählt wird ‘zu diesem/  jenem Zeitpunkt, nun’
   1 bezogen auf die Zeit des Sprechens/  Erzählens    1.1 einen Zeitpunkt betreffend ‘jetzt (gerade)’ sie enhat sich niht so wol behvt, / als ich dich iezv hore iehen ReinFu K,585; ‘gebet uns’, sprechent die armen suntare ze den goͮten, ‘des iweren oles, wan unseriv liehtuaz erlesscent iezoͮ.’ Spec 128,35; itzvnt alhie enweiz ich niht, / waz mir armen icht geschit Herb 835; nv bedarf ich din izit wol, / wand ich hinnen scheiden sol, / daz ich dir wol bevolhen si MarHimmelf 775; dô Tristan, alse ich iezuo las, / zAlmânje gewas / ein halp jâr oder mêre Tr 18601 u. ö.; ‘nu gehazze in got, swer ez tuo!’ / ‘mich dunket, ir tâtet ez iezuo.’ Eracl 766; RvEWh 5551; WüP 82,10; BdN 38,7. – als Ausruf: ie zuͦ! ich hoͤre wol swas ir / von iemanne sagent mir RvEWh 2385. – in der Verbindung biʒ ~ : biz iezuo hætich wol gesworn, / daz ir niht lebende wæret Tr 10724    1.2 eine Zeitspanne betreffend (von 1.1 nicht immer klar zu trennen) ‘gegenwärtig, heute’ wir vinden aber selten / iezuo iemen der si [seltene Steine] habe Volmar 713. 128; ob ir went sehen iuwer kint, / nach dem iezont botten sint / hin ze Norwaͤge gesant RvEWh 14526; der sî vil, die dar ûf iezuo haben gedingen, / daz si ir guot verdienen umb daz rîche in liehten ringen Walth 11,4; du in weist ove du izu leves, / inde ove du bit rehteme urdeile in de ewige helle geworpen werdes Lilie 10,30; wie er dich vindet, alsô nimet er und enpfæhet dich, niht, waz dû gewesen sîst, sunder waz dû iezunt bist Eckh 5: 234,7; WüP 10,7; Mechth 4: 2,60. – unklar, ob hierher: die wurdent lute schallen / mit grossen froͤden umb das / wan got in iecuncz kúnftig was / [...] / und innan da zehelfe kam, / von dan mit froͤden sú do nam WernhMl 11354. – in die Zukunft verweisend: do daz chom daz nu itzuͦ ist untz an daz ent der werlt PrOberalt 28,40; ain neuwez kindel wirt iezund her ab gelâzen von dem hôhen himel BdN 61,7. – subst.: dâ ein hiute ist und ein iezuo, dâ siht man got Eckh (Pf) 169,5; daz hiute ist ein êwig iezent ebd. 672,34. 672,32    1.3 Bezug nehmend auf vergangene/  abgeschlossene Zustände oder Vorgänge ‘mittlerweile, inzwischen’ vor alter gar zerizzen / ir cleit dô bî den zîten was, / sô sêre iezuo zeslizzen KvWKlage 13,6; drî süne, wær ich gewesen bî in, / daz eteslîcher under in drin / iezuo wol ritter wære Tr 4135; ich bin von leidenn itzvnt gra Herb 2318; der wyn, der do iczunt vortorbin ist Pelzb 140,5. 140,25; RvEWh 4775; UvZLanz 2362. – ‘jetzt bereits’ er [Augustinus] sprichet, daz got allez, daz noch zuokünftic ist, joch über tûsent und tûsent jâr, ob diu werlt als lange solte wern, hât iezent gemachet Eckh 5: 60,9 u. ö.    2 bezogen auf die Zeit, von der gesprochen/  erzählt wird ‘zu diesem/  jenem Zeitpunkt, nun’ dô si iezuo striten in aller maht, / dô liuf zuo in ein garzûn UvZLanz 2594 u. ö.; wanne sine sele dïv wolte iezvͦ von ime scheiden Konr 7,17; daz was allez ein wint / wider daz vngemach, / daz itzvnt da geschach Herb 5780; Athis A* 159; RvEWh 6196. und die liute sehent daz er [ der elter bruoder ] mit dem guote niht tuot als ez den kinden guot ist, sô ist er iezuo arcwænic SpdtL 131,11. – in der Verbindung iezuo ...iezuo (iesâ) rasch aufeinanderfolgende Ereignisse bezeichnend ‘bald ... bald’ iezuo ich saz, iezuo ich lac, / iezuo ich stuont, iezuo ich gie, / ich want mich dort, ich want mich hie UvLFrd 39,20; ir sehet wol, wi der starke wint / die federn vmbe tribet, / so sie nirgen blibet, / weder verre noch na, / itzunt hie vnde itzunt da, / in allen steten meren Herb 10994; si triben die tobenden ünde / wîlent ûf und wîlent nider, / iezuo dar und iesâ wider Tr 2432; Ottok 54573

MWB 2 1859,35; Bearbeiter: Luxner

iezuo|genamt Part.-Adj. hier jetz-. ‘eben genannt, angeführt’ daz sy [die Zeugen] iruͥ insigel [...] offenlich gehenkt haͧnd an disen brief [...], daz och wir die jetzgenempten zuͥgen getaͧn haben vor ir ernstlicher bett wegen uns selb aͧn schaden UrkHeiligkreuztal 182,16 (a. 1333)

MWB 2 1860,51; Bearbeiter: Luxner

îferære stM. ‘Eiferer’, jmd., der sich ereifert, sich leidenschaftlich für (oder gegen) etw. einsetzt: pei dem merohsen verstên ich ainen iegleichen eifrær, der in seim haus promsent ist als ain per und gelebt nümmer güetleichen mit seiner hausfrawen noch mit seim gesind BdN 237,19. 286,16

MWB 2 1860,57; Bearbeiter: Richter

igel stM. 1 ‘Igel’
1.1 allg.
1.2 in Vergleichen
1.3 übertr. als Schimpfwort
1.4 in vergleichender Umschreibung groʒer ~ für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89 )
2 ein Belagerungsgerät (lat. ericius , vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen
   1 ‘Igel’    1.1 allg.: Phisiologus zellit uon dem igile alsus. er chût dorne habet er an ime JPhys 18,1; unküstige [bösartige] liute bediutet der igel, / der mit spitzen borsten stichet / und selber sich birget sô er sich richet Renner 13278; niht unglîch dem igel, / der vor den liuten sich nider drücket / und als ein kliuwel zesamen sich smücket ebd. 3898; BdN 138,5 u. ö.; ReinFu K,1350; MF: Her 2:4,1; Eckh 2:139,5. – hier sprichwörtl.? vgl. TPMA 2,81 u. 6,332f.: ein reine wîp hât reinen lîp, / den hât selten ein unwîp. / noch senfter wære ein igels hût / am bette dan ein leidiu brût Freid 101,19; wil man den igel villen, / so nem man etewaz für die hant, / sin borsten sint so scharf bekant Frl 5:75,12. – auch bei Personennamen: Levpolt der Jgel UrkCorp (WMU) 1209,41. 1865,7    1.2 in Vergleichen: der [Riese] ist geheizen Bitterbûch / unde ist als ein igel rûch Virg 879,5; so wirt im [dem Antichrist] als eim igele / sin herze zornic uffe sie / die sin gebot vorlazent hie HeslApk 19758. – von Haar: kurz, scharf als igels hût ez [das Haar von Malcreatiure] was Parz 517,27; Krone 9346; Loheng 5728. sich rimphen/  smücken ‘sich ein-, zusammenrollen’ alse ein ~ : dô [im Bett der Königstochter] lac der ungefüege stampf [der ungehobelte Klotz] , / daz er sich als ein igel rampf / und smuckt sich zuo einander HBirne 342; der [ tiuvel ] sich rimphet als ein igel KvWLd 1,56; sus lag er [Partonopier] in trûren / [...] / und hæte sich gesmücket / zuo ein ander als ein igel KvWPart 1307    1.3 übertr. als Schimpfwort: dû valscher, veiger luhs, / dû lieht unerkender fuhs, / dû aller houbetschanden rigel, / dû valscher, tuckiger igel Ottok 63494. – meist für den Teufel: helle ruher igel / totlicher svnden ingesigel Martina 151,71. 176,110; ê denne er [der gierige, ungerechte Richter] ouch sîns lôns enbêr, / sô ist der igel im als ein ber [ ‘Beere’ als bildlicher Ausdruck der Geringfügigkeit, Nichtigkeit] Renner 8676    1.4 in vergleichender Umschreibung groʒer ~ für ein anderes Tier (vgl. I. Dines, The textual and pictorial metamorphoses of the animal called chyrogrillius, in: M. Goyens/ P. De Leeman/ A. Smets (Hgg.), Science Translated, Leuven 2008, S. 73-89): von dem cyrogrillen oder von dem grozen igel. Cyrogrillus ist ain tierl, daz hât diu ê verpoten, daz man ez iht ezz, und haizt ze däutsch ain igel. aber Papias spricht, ez sei grœzer dann ain igel BdN 131,31    2 ein Belagerungsgerät (lat. ericius, vielleicht ein stachelbewehrter Balken als Mauerbrecher, vgl. R. Decke-Cornill: Stellenkommentar zum III. Buch des Willehalm, 1985, S. 39 zu Wh 111,11), meist in Aufzählungen: ir ebenhœhe unde ir mangen, / swaz ûf redern kom gegangen, / igel, katzen in den graben, / die kundez fiwer hin dan wol schaben Parz 206,3; Wh 111,11; blîden, tumerær und mangen, / rutten, katzen, igel swære, / ebenhôch und pheterære, / daz wart allez dâ / ûf gerihtet sâ / und genutzet vor der stat Ottok 59783; ErnstB 1563; UvEtzAlex 14967; RvEAlex 3473. – hier übertr. in der Beschreibung eines sexuellen Übergriffs im Bilde des Angriffs auf eine Burg (vgl. auch FWB 8,17): vor dem tor er [Gasoein] erbeizet / vnd wolt si [Gynever] han ervohten. / gotes gnaden! don mohten / so snelle von seinem ygel / von dem antwerch di rigel / niht werden wol zebrochen Krone 11735

MWB 2 1860,63; Bearbeiter: Richter

igelborste stMN. ‘Igelborste, Stachel des Igels’ als igelborste ir [des ungehiuren volc ] hâr / wâren wunderlich gevar UvEtzAlex 15163

MWB 2 1862,1; Bearbeiter: Richter

igelgras stN. ëgelgras (Nachtr.)

MWB 2 1862,4;

igelhût stF. ‘Igelbalg, Stachelhaut eines Igels’ wa er sass oder stuͦnd [mit dem mit Nägeln gespickten Kreuz auf dem Rücken] , da waz ime, wie ein igelhut uf ime lege Seuse 41,24

MWB 2 1862,5; Bearbeiter: Richter

igelîn Adj. ‘vom Igel, Igel-’ Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 4,1465

MWB 2 1862,9; Bearbeiter: Richter

igelischen Adv. ‘nach Art und Weise des Igels’ der mensch ist aller ungeordenst in den werken [beim Geschlechtsverkehr, indem er nicht die ‘natürliche’ Stellung einnimmt] , wan er verkêrt menschleicheu werk und würkt iglischen oder gensischen oder benimt der frawen ir stat BdN 139,33

MWB 2 1862,11; Bearbeiter: Richter

igelmæʒic Adj. ‘igelähnlich, stachlig wie ein Igel’ Gâwân in bîme hâre dô / begreif [...]. / sîn igelmæzec hâr sich rach: / daz versneit Gâwân sô die hant, / diu wart von bluote al rôt erkant Parz 521,12

MWB 2 1862,17; Bearbeiter: Richter

igelvar Adj. ‘wie ein Igel aussehend’ wart ie kürsenære crônebære / mit sînem igelvarwen glatze RvZw 145,9

MWB 2 1862,21; Bearbeiter: Richter

igizen swV. irzen

MWB 2 1862,24;

iglich Indef.-Pron., Pron.-Adj. iegelich

MWB 2 1862,25;