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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   intph- - în vallen    


intph- entv-

MWB 2 1948,16;

int|qu enk-

MWB 2 1948,17;

întrac stM. ‘Beeinträchtigung, Schaden’ (vgl. DRW 2,1473): an den orten, da si [die auswärtigen Metzger] vor alter here gepflegen von morgen an bis zu abent stehen mogen on eintrag und verhinderung der statmezler WüP 6e,8

MWB 2 1948,18; Bearbeiter: Hansen

în tragen stV. auch inne tragen ( ThvASu ). 1 ‘etw./jmdn. (in einen Raum) hineintragen’
1.1 allg.
1.2 ‘etw. einsammeln, heimbringen, (als Ernte) eintragen’
1.3 ‘etw. (in den Körper) hineinleiten, ins Innere befördern’
1.4 bildl. in myst. Texten ein (Hin)Einbringen in den Menschen oder seine Seele (vgl. Egerding, Metaphorik 2,570. 574. 576)
2 ‘etw. einweben, einwirken’ (nur part.)
3 ‘etw. zur Folge haben, einbringen’
4 ‘etw. rauben, entwenden’ (verschrieben aus entragen ?)
   1 ‘etw./jmdn. (in einen Raum) hineintragen’    1.1 allg.: ir kamergwant truoc man în / und entladete den helfant Wig 11460; bi einer wîle giengen schenken für / mit gezierd von Azagouc, / dar an grôz rîcheit niemen trouc: / die truogen junchêrren în Parz 84,23. 182,3; in diseme leitschalle / wart her Lînier în getragen. / beidiu wuof unde clagen, / des was vil ob dem wirte UvZLanz 2121; Wh 259,22. – übers. lat. importare ‘hineinbringen’ also innetreit daz beginne unde daz ende ein ordenunge, unde also treit ouch inne daz mittel ein ordenunge ThvASu 50,7. 28,21 u.ö.    1.2 ‘etw. einsammeln, heimbringen, (als Ernte) eintragen’ vnde so er in gat frvge vnde ze miteme dage vnde ze naht, so sol er ze ieglichem male intragen einre garben seil vol kornes, das er vor den sniteren het gesniten UrkCorp (WMU) N816,7. – von Insekten: die jungen [Bienen] vliegent auz ze würken und tragent ein honig und wahs BdN 289,30; si [die Ameisen] peizent daz korn enzwai daz si eintragent, daz ez icht anderwaid keimel und grüen ebd. 302,6; Renner 5565. – unter Ersparung des Obj.: si [die Bienen] samnent sich all umb irn tôten kaiser und tragent niht mêr ein noch vliegent auz BdN 292,4; alsô mit grôzem vleiz arbaitent si [die Ameisen] und tragent ein ebd. 301,33    1.3 ‘etw. (in den Körper) hineinleiten, ins Innere befördern’ álse der háls dáz ézzan ín tréget. unte ábo dîe stímma ûz tréget Will 58,9; dar umb, daz si [die Luftröhre] [...] tregt den luft auz und tregt ain von des menschen mund zuo der lungen BdN 18,6. – refl. ‘sich im Körper verteilen’ glicher wise also obe die lipliche spise blibe in dem magen und sich nút fúrbas ingetruͤge noch mitte enteilte dem hertzen noch dem hoͮbte Tauler 122,20    1.4 bildl. in myst. Texten ein (Hin)Einbringen in den Menschen oder seine Seele (vgl. Egerding, Metaphorik 2,570. 574. 576): in irem ersten anevang wurden ir [Elsbeth Stagel] ingetragen von neiswem hohe und vernúnftig sinne Seuse 97,10; bis lidig alles dez, daz dú usluͦgendú beschaidenhait us erwellet, daz den willen beheftet und der húgnúst wollust in trait ebd. 169,13 u.ö. – subst.: die fúnfte porte ist daz der mensche gotte steteclichen ein wieder in und uftragen habe, also daz man von ime enpfangen hat luterlichen, also wider in den ursprung, in den grunt do es uzgeflossen ist Tauler 37,15; in einem úber substentklichen intragende des geschaffenen geistes in den ungeschaffenen geist gotz ebd. 169,17. – spez. von Sinneswahrnehmungen: swer âne allerleie gedenke, allerleie lîphafticheit und bilde inne bekennet, daz kein ûzerlich sehen îngetragen enhât, der weiz, daz ez wâr ist Eckh 5: 60,20; ez mac des himels îndruk sîn, oder ez mac sinnelîche îngetragen sîn ebd. 5: 220,4    2 ‘etw. einweben, einwirken’ (nur part.): do wirkit man alczugute sidyne tuch mit golde ingetragin MarcoPolo 25,30; diu tassel dâ diu solten sîn, / dâ was ein cleinez snuorlîn / von wîzen berlîn în getragen Tr 10937    3 ‘etw. zur Folge haben, einbringen’ daz vor schaden man vorslûc, / vil grôzen vromen daz întrûc NvJer 27598    4 ‘etw. rauben, entwenden’ (verschrieben aus entragen ?): und der christen sprech, im sei daz selb phant vorstoln oder enphuert oder eintragen deupleich StRBrünn 368

MWB 2 1948,23; Bearbeiter: Hansen

intremeis, interment stN. auch intermoisse (wohl in Anlehnung an gemüese). ‘Zwischengericht’ (zu afrz. entremes, vgl. Rosenqvist 2,276): dabunt tria bona fercula et unum intremeis et unum gemuͦse UrkKölnZunft 1:196,15 (1. H. 14. Jh.); dat ander gerichte sal sijn eyn gemuͦse mit guͦden visschen of eyn guͦt interment ebd. 1:57,6 (a. 1344); dat ander gereichte sal sijn eyn gemoisse ind eyn goit intermoisse ebd. 2:182,6 (a. 1344-1359)

MWB 2 1949,26; Bearbeiter: Hansen

în trenken swV. ‘jmdm. etw. heimzahlen, vergelten, eintränken’ der tiufel uns allen vil verhenget, / daz er hin nâch uns trenket în / sô wir gar sicher wöllen sîn Renner 8305; und will mir helffen got: / ich entrenck im ein disen spot HvNstAp 6302; ich getrenke in in ir spot Rennew 16738; OsterSpI 958. jmdm. ~ ‘es jmdm. heimzahlen’ er sol dir wol vergelten, swaz du mir hâst getân, / und sol dir^$’z în trenken, mich triege dan mîn wân RosengD 553,4; ir müezent ez gelten, ez wirt iu wol în getrenket PrBerth 2:111,25; Neidh WL 10:6,3

MWB 2 1949,35; Bearbeiter: Hansen

în trëten stV. 1 ‘eintreten, einen Raum betreten’
2 ‘antreten (etw. zu tun), beginnen’
3 ‘sich ereignen, eintreten’
4 rechtssprachl. ‘für jmdn. eintreten, die Rechtsnachfolge antreten’ (vgl. DRW 2,1474f.)
   1 ‘eintreten, einen Raum betreten’ der vilân trat wider în Parz 570,25; do Maria in trat, / Elyzabet wart uffer stat / ervullet von dem geiste Pass I/II (HSW) 1345 u.ö.; in gedrat nu vil gewis / die dohter Herodiadis EvStPaul 3290. 5322. 14503; NvJer 19441. – bildl.: uil beszer ist, daz du / ein auge habest vnd auch zu / dem leben frolich in gedredest EvStPaul 155    2 ‘antreten (etw. zu tun), beginnen’ also sprach Salomon: ‘sun min, wanne du intrittest gotte zuͦ dienende, danne alzuͦhant so bereite din hertze gegen der bekorunge’ Tauler 51,26    3 ‘sich ereignen, eintreten’ du der abin intrait und der tac vil Parad 61,35    4 rechtssprachl. ‘für jmdn. eintreten, die Rechtsnachfolge antreten’ (vgl. DRW 2,1474f.): suln die, den ich iz han vergiftet [denen ich das Vermögen vermacht habe] , zuhant, wan ich embin, intredin UrkFrankf 2:181 (a. 1323)

MWB 2 1949,47; Bearbeiter: Hansen

în trîben stV. 1 ‘etw./ jmdn. hineintreiben’
2 ‘jmdm. etw. vergelten’ (vgl. în trenken )
   1 ‘etw./ jmdn. hineintreiben’ ouch half in [den Griechen] die nacht, / die die von Troyge in treip, / daz in der schiffe ein teil bleip Herb 11939; er müese uns rinder unde swîn / trîben ûz unde in Greg 1351; dem kunic si rât gâben, / wie er den hof solt haben / und sazten im amtliute / dise morgen, jene hiute / triben si in Ottok 41499. – bildl. ‘etw. beibringen’ nû sol ich ouch betichtin, / betichtinde intrichtin, / [...], / beschrîbinde întrîbin / und înbrengin dirre schrift, / [...] / waz pêbste unde keisre sît / sîn gewesin NvJer 1195. – med. vom Einbringen arzneilich wirksamer Substanzen in den Körper: centauria gesoten unde hindene mit einem clister [Einlauf] in getriben, vertribet scyasim Macer 33,3; enciane gemullet [zerstoßen] unde mit warmem wasser zutriben unde in di heimeliche stat mit eime pessario [Vaginalzäpfchen] in getriben, brenget di ander geburt ebd. 63,4. 8,8    2 ‘jmdm. etw. vergelten’ (vgl. în trenken ): und gewint ain frowe gütt / ain kind daz schalkhaften man / sin bosshaitt in getriben kan GTroj 10050 (vgl. auch Anm.z.St.); der andir [der falschen Mutter] tet man schiere schin / das si was ein iubil wip: / wan zirberte ir den lip / mit einim reitel gruͤne: / also wart ir ir chuͤne / in getribin RvEWchr 32301

MWB 2 1950,1; Bearbeiter: Hansen

întrit stM. ‘Eingang’ (bildl. von Grenzland): und [die Feinde] benâmin irre hant [aus ihrer (der Israeliten) Hand, d.i. aus ihrem Besitz] / nicht eine daz gelobte lant, / sundir ouch dâmitte / dî lant von dem întritte / des rîchis zu Egipten NvJer 21851

MWB 2 1950,27; Bearbeiter: Hansen

în tropfen swV. mit Dat.d.P. 1 intr. ‘auf jmdn. eintropfen’ (hier bildl.)
2 tr. ‘jmdm. etw. tropfenweise zuführen, einträufeln’
   1 intr. ‘auf jmdn. eintropfen’ (hier bildl.): also han ich selden ganzen regen. / ez mvz mir einzeln tropfen in, / daz mir weichen sol den sin Herb 39    2 tr. ‘jmdm. etw. tropfenweise zuführen, einträufeln’ der vogel hât die art [...], daz er seinen kinden ain fäuhten eintropft sam milch BdN 224,18. – bildl.: er [Merkur] haizt auch in kriechisch stilbôn, daz ist ze däutsch guot tröpfel, dar umb, daz er guot genâd geuzet und eintropft den kinden, der herr er ist BdN 64,16

MWB 2 1950,32; Bearbeiter: Hansen

întrouf stM. ‘Flüssigkeit, die in etw. (die Augen) eingeträufelt wird’ hastu aber bosez gesichte von der vuchte, di sich gesamenet hat in den ougen, so mache einen introuf von galle der vogele, di nuwan vleisch ezzen [...]. der galle mische mit honige, [...]. daz la in di ougen SalArz 39,14. 35,47. 88,54

MWB 2 1950,43; Bearbeiterin: Baumgarte

în troufen swV. ‘tropfenweise in etw. hineingeben, einträufeln’ des wildes crûtes gruose, / die Schŷron mit sîner hant / ûz den wurzen dicke want, / diu wart im [dem Kind Achilles] în getroufet KvWTroj 6075; si truoc an ir daz beste cleit, / daz ie von hende wart genât. / in einen blâwen plîât / diu schœne was gesloufet, / dâ wâren în getroufet / von golde tropfen cleine ebd. 7466. – bildl.: die suze milch enkomme dar zou / der himelischen libnar, / die vor hunger uns bewar, / vor mit der milch uns soufe, / daz honic nach in troufe / siner gotlichen wisheit HeslApk 7010. 2291. 4196

MWB 2 1950,50; Bearbeiterin: Baumgarte

intrucken swV. în drücken

MWB 2 1950,62;

intrünnen stV. entrinnen

MWB 2 1950,63;

intsam Adv. ensam

MWB 2 1950,64;

int|t- en|d-, → en|t-

MWB 2 1951,1;

în tunken, în dunken swV. ‘etw. eintauchen’ (übers. lat. intingere, vgl. Mt 26,23, Mc 14,20): dem ich [Jesus] bît daz nazze brôt / îngetunkt, er willen hât / mich geben mit verrêtnis JvFrst 2736. 2810. 2888; der da sîne hant mit mir în dunkit in den steinnapf, dirre vorrêtit mich EvBeh Mt 26,23

MWB 2 1951,2; Bearbeiterin: Baumgarte

în tuon V. 1 ‘jmdn./etw./sich hineintun, hineinbringen; hineinnehmen’
1.1 ‘jmdn./ein Heer wieder in eine Festung/  Stadt zurück drängen’
1.2 ‘sich ins Kloster begeben, einer klösterlichen Gemeinschaft beitreten’
2 ‘jmdn./etw./sich einschließen, umschließen’
2.1 ‘jmdn./etw. einsperren’
2.2 ‘ein Heer (mit dem eigenen Heer) einschließen, umzingeln’ (vgl. 1.1 )
2.3 ‘sich zurückziehen’
3 ‘jmdn. bedrängen, in die Schranken weisen, besiegen’ (übertr. aus 1.1 ?)
   1 ‘jmdn./etw./sich hineintun, hineinbringen; hineinnehmen’ tuo wazzer etswar ein BdN 360,6; do tet man ein witwen do zu dem selben closter ein AdelhLangm 32,21; sint si [ geistliche liute ] mit gote ingetan [wie die Hand (im Gleichnis) ins Gewand hineingesteckt ist] / so mugen si reinev werch han / sint si uz vone gote gezogen / so ist ir zuht vil gar relogen [erlogen] VMos 35,26. – in myst. Texten ‘jmdn. (Gott)/etw. hineinnehmen (in sich aufnehmen)’ in dem, daz sich der mensche entuot, sô întuot er Kristum, got, sælicheit und heilicheit Eckh 1:414,2; sant Paulus sprichet: ‘întuot iu’, inniget iu ‘Kristum’ ebd. 1:414,1. 1:414,6    1.1 ‘jmdn./ein Heer wieder in eine Festung/  Stadt zurück drängen’ Morgân [...] tet im, swaz er mohte, / daz doch niht vil entohte, / wan in tet iemer Riwalîn / mit grôzem schaden wider în Tr 377; die Mâzen tâten wider in / die von Aridêâ RvEAlex 2486. 6977; Munschoy wart geschrît, / do er uns vlühtic wider în / tet Wh 116,12. 178,21; Iw 3711    1.2 ‘sich ins Kloster begeben, einer klösterlichen Gemeinschaft beitreten’ dc wir [...] haben Heinrich Vúhslin erloͮbet, dc er sich hat bigeben vnd dc er sich hat gemachet vnd in getan ze Diessinhovin in der vroͮwen cloͮster UrkCorp (WMU) 2301,15. 969,15. 572,1    2 ‘jmdn./etw./sich einschließen, umschließen’    2.1 ‘jmdn./etw. einsperren’ wirt aber fremede vihe dem meiger gentwrtet alde ingetan, daz niht in den ban horet, daz sol ze dem ersten male fivnf s(chillinge) ze schvze gen UrkCorp (WMU) 383,7; Buzival, ein ros vil swinde. / daz hât iuwer vater în getân VAlex 293. – übertr.: sît daz der winter hât die bluomen in getân KLD: WvB 2:1,1; tut got dy wazzer in, / so daz her nach dem willen sin / von obn her nedir reyne [regne] nicht Hiob 4667    2.2 ‘ein Heer (mit dem eigenen Heer) einschließen, umzingeln’ (vgl. 1.1): daz mac nu sin dú iner schar, / wan si die usern rotten gar / taͤte in mit ritterschaft RvEWh 6741    2.3 ‘sich zurückziehen’ iuwer keiner kome dar vür [vor die Schiffstür] ! / swîget unde tuot iuch în Tr 8699; swenne er sich in tæte, / als er gevech [feindselig] wære. / im wrde froude unmære, / swenne er sich so versluzze, / daz diu werlt sin verdruzze StrKD 161,248. – übertr., hier Part.-Adj. ‘in sich gekehrt’ hab einen ingetanen wandel und bis nút usbrúchig weder an worten noh an wandel Seuse 163,15; dir gezimt ein ingetane demuͤtige wandel ebd. 167,1    3 ‘jmdn. bedrängen, in die Schranken weisen, besiegen’ (übertr. aus 1.1 ?): swa sich ein Peier drung / ze velde mit einem Osterman, / der wart also in getan, / von siner kunst, im enwage heil, / daz im geviele daz winster teil Krone 2975; die andern tet er so gar in / mit siner sigehaften hant / das er dekaine wer da vant RvEWh 7782; si [die Gegner im Turnier] wurden alsus în getân / daz si verlust dâ nâmen / und zeinem valle quâmen / an werltlichen êren KvWTurn 1144; Bîspel (Pf) 36,33

MWB 2 1951,8; Bearbeiterin: Baumgarte

int|v- ent|v-, ent|w-

MWB 2 1952,3;

în twingen stV. 1 ‘etw. einfordern, erzwingen’
2 ‘(hin-)einzwängen’
   1 ‘etw. einfordern, erzwingen’ es sol niemant dem andern seinen aigen man vorhaben [...] geit er im in daruber [trotz gerichtlicher Aufforderung] nicht wider, so sol er geben dem herren zehen phund und dem richter fuͤnf phund, und sol der richter dem herren das guͦt intwingen UrkÖsterrErbl 60,24 (a. 1237 kopial). 66,6 (a. 1237 kopial); vnd den selben schaden [Schadenersatz] haben wir vnserem vor genanten oͤheim brobst Emichen [...] gehaizzen in zedwingen UrkCorp (WMU) 2814,18; vnd sol man sogtan vrchvnde indwingen [ copiam necessariam conpellantur 1197A,35 ] an swelicher stat si ez vordernt ebd. 1197B,38    2 ‘(hin-)einzwängen’ ez sol ouch ir deheine keinen barchenrock, underrock oder oberrock zuͦ den siten brisen [schnüren] oder durch engenisse mit snuͤren inziehen, odir ir lip oder ir bruͤste mit engenisse intwingen oder binden SpeyrerP 59; er mûste gar cleinfûge sîn / der sich dâ solde twingen în [in das Kampfgedränge] Kreuzf 1956

MWB 2 1952,4; Bearbeiterin: Baumgarte

în ünden swV. ‘hereinwogen, hereinbranden’ diu heidenschaft in über bort / an allen orten ündet în Wh 32,3

MWB 2 1952,25; Bearbeiterin: Baumgarte

inungeren swV. ‘das Sakrament der Krankensalbung spenden’ (aus lat. inunguere): sa wer in libis noden lit, / der sal sich invngeren lan, / sa mag er faren vnde gan / vf den weg der sicherkeit, / der in zvͦ hymmelriche dreit [Iac 5,14] PrHess 52,421

MWB 2 1952,28; Bearbeiterin: Baumgarte

în vâhen stV. ‘eingrenzen, einfassen’ 1 meist ‘etw. (unrechtmäßig) einzäunen, umhegen, einfrieden’ von Weide- oder Waldgrund
2 Part.-Adj., hier von der einfassenden Befestigung von Dächern
   1 meist ‘etw. (unrechtmäßig) einzäunen, umhegen, einfrieden’ von Weide- oder Waldgrund: wir setzen ovch vnd gebieten, daz niemen der stat gemein [gemeinschaftlicher Besitz, Allmende] in vahe, vnd swa si in gevangen si, daz man di wider vz werfe UrkCorp (WMU) 888,18; daz die burger daz espan [allgem. nutzbarer Weideplatz] , daz sie hatthen ingîevangen, svͤlint vrîe lasin nach alter gîewonehait ebd. 1262,28. 263,30; StBZürich 3    2 Part.-Adj., hier von der einfassenden Befestigung von Dächern: aber mit schinteln pezzert iederman, ob er wil, sein dach, daz vor mit schinteln ist gedecket. doch auf new prüch [auf neue Brüche (Dachschäden)] sol man mit schintel decken mit eingevangem dach, gemaurt mit ziegel StRMünch 509,19

MWB 2 1952,33; Bearbeiterin: Baumgarte

înval stM. zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,599. 602. 606. 1 ‘Hineinfallen’ , hier übertr. von Gedanken in das (räumlich vorgestellte) Bewusstsein (vgl. invallen 1.1 )
2 das, was in den Sinn kommt, ins Bewusstsein tritt, ‘Eingebung, sich aufdrängendes Gedankenbild, Einfall’
3 das, was plötzlich eintritt, ‘Ereignis’ (vgl. invallen 2 )
4 ‘gewaltsames Eindringen, Einfallen, Überfall’
   1 ‘Hineinfallen’, hier übertr. von Gedanken in das (räumlich vorgestellte) Bewusstsein (vgl. invallen 1.1): daz dritte ist, daz ein mensche nummer tifen înval gehabe von dikeinen gedanken, sunder waz in in vellet von bôsen gedanken, daz daz zuhant zu nichte werde HvFritzlHl 250,16    2 das, was in den Sinn kommt, ins Bewusstsein tritt, ‘Eingebung, sich aufdrängendes Gedankenbild, Einfall’ [eines der Leiden war] unreht invelle von dem globen. im viel in sinen gedank also: wie moht got mensch werden? Seuse 61,25; er [ hat ] einen begirlichen inval, etwaz zeichens an sinem libe ze tragene eines enpfintlichen mitlidens ebd. 41,3; es ist zemal des schuld [...]das ir ivch selber also frömde sint vnd nicht enachtent der in velle creaturlicher bilden PrWack 62,28; Tauler 355,9. 324,28; si [die Geier] müezent ez [den Heeren zu folgen] haben von ainem einvall der nâtûr BdN 230,20    3 das, was plötzlich eintritt, ‘Ereignis’ (vgl. invallen 2): solcher învelle [ daz sich der mensche vertræte oder verspræche, oder daz solchiu dinc dar în vielen, daz unreht wære ] enmac man in disem lebene niemer ganz ledic werden Eckh 5: 231,4; dem reht wære und mit gote wol künde, dem würde alliu solchiu lîdunge und învelle ze grôzem vrumen ebd. 5: 231,8    4 ‘gewaltsames Eindringen, Einfallen, Überfall’ bekorunge das ist der inval der gebresten Tauler 410,13; sie sollen han in yne keyn tugent die den menschen kundent behalten, das ist vor dem infalle der hellen, und sollen sin bewart mit aller unfletikeit und mit dötlicher súnde Lanc III 214,16

MWB 2 1952,49; Bearbeiterin: Baumgarte

în vallen stV. zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,599. 603. 607. 1 ‘in etw. hineinfallen’ i.d.R. übertr.
1.1 ‘plötzlich ins Bewusstsein/ in den Sinn kommen, einen Einfall haben’
1.2 von Türen ‘ins Schloss fallen’
2 ‘plötzlich eintreten, sich ereignen’
3 ‘in etw. (in ein Land, einen Raum) gewaltsam eindringen, einfallen’
4 ‘jmdm. zuteilwerden, zufallen’
5 ‘(in sich) zusammenfallen, einstürzen’
   1 ‘in etw. hineinfallen’ i.d.R. übertr.: zu den tegelichin gebrechin da der mensche invellit Parad 116,27; aller der geistlîche hunger und bitterkeit, dâ in got învallen læzet Eckh 2:446,1; swaz mîn sêle von ûzwendic bekennet, dâ vellet etwaz vremdes în; swaz ich crêatûren in gote bekenne, dâ envellet niht în wan got aleine, wan in gote enist niht wan got ebd. 3:225,10; swer iht bekennet von ûzerlîchen dingen, dâ muoz etwaz învallen, ze dem minsten ein îndruk ebd. 3:225,6; Part.Präs.: vs der invallenden bildunge [Vorstellungsbild (vgl. înbildunge 1)] PrWack 62,39    1.1 ‘plötzlich ins Bewusstsein/ in den Sinn kommen, einen Einfall haben’ sô sie sehent guote liute smerzen lîden und ungemach, und vellet in dicke ein gedank în und ein wân, daz ez sî durch ir heimlîchen sünde Eckh 5: 55,13; das du keinen boͤsen unnútzen gedank mit willen nút besitzest; waz dir darúber invellent, daz enist nút me denne eine bereitunge und eine luterunge zuͦ eime bessern diner wercke Tauler 70,10. – von Fragestellungen und Einwänden, die in einem Gedankenzusammenhang aufgeworfen werden: da möchti ain frag in uallen Eckh 3:74,5; alsô wâren kurze rede, die hie învielen ebd. 5: 288,1. – auch i.S.v. ‘sich erinnern’ ains vil mir da ein, da von ich auch gebrediget het an dem mentag nach Judica HvNördlBrf 17,39    1.2 von Türen ‘ins Schloss fallen’ doch mochte is wol sin, daz si hetten einen anslac adir ein spunt, do di tuere invile Cranc Uzl 265,19    2 ‘plötzlich eintreten, sich ereignen’ daz sie haben ein blôz lûter verstân ûf dem aller minnesten, daz în gevallen mac Eckh (Pf) 644,1    3 ‘in etw. (in ein Land, einen Raum) gewaltsam eindringen, einfallen’ dô sî al gemeine / trunkin lâgin sam dî swîn, / dô vîlin ouch dî brûdre în / [...]: / sî slûgin unde vîngin / in der burge sundir wer / al daz heidenische her NvJer 4368    4 ‘jmdm. zuteilwerden, zufallen’ nach irem tode so sol daz vorgenant gvͦt der priorin vnd der samnvͦnge ze Engeltal ein gevallen an all ansprach ze rehtem eigem UrkCorp (WMU) 1617,16    5 ‘(in sich) zusammenfallen, einstürzen’ vellet aber der prvnne in, den sol swer daz pachhavs hab in siner gewalt in einem manode wider ovf movren UrkCorp (WMU) 1382,7; min kelr ist in gevallen, min küche ist mir verbrunnen Tannh 14,50; so cleit [d.i. klaget ] er den gewerken allen / die grube wer in gevallen Erz III 56,334. – von Gliedmaßen: an füezen unde an henden / wâren im die ballen / sô genzlich în gevallen / daz mich sîn immer wundert KvWEngelh 5166

MWB 2 1953,19; Bearbeiterin: Baumgarte