în stëchen
stV.
1
‘etw. hineinstechen’
2
‘jmdn. stechend verletzen’
1
‘etw. hineinstechen’
eine banier er [Ulixes] furte / [...]. / sime [Paris’] rosse erz vil drate / zv dem buche einsit in stach, / daz ez andersiet vz brach Herb
5665;
daz vorder stucke [des Speers] daz stach er / dem trachen zuo dem gorgen [Schlund] în Tr
9208;
daz swert daz stach er zuo dem sper / zem herzen în unz an die hant ebd.
9046.
8977
2
‘jmdn. stechend verletzen’
dâ wart der werde Riwalîn / mit eime sper zer sîten în / gestochen Tr
1137;
er stach in [den gegnerischen Kämpfer] gein dem herzen in / durch beide halspercwende UvZLanz
1520
MWB 2 1945,28; Bearbeiter: Hansen
în stecken
swV.
‘etw. hineinstecken’
ûf ir ungerischen hüeten / dâ sach man gestecket în / maniger hande vederlîn / von phâwen Ottok
8000.
–
‘etw. in den Boden stecken, einpflanzen’
dar nâch dô stacte er die edilen planze in TrudHL
81,12
MWB 2 1945,40; Bearbeiter: Hansen
în stellen
swV.
‘etw. (Pferde) in den Stall bringen’
man sol och des abbetes phert instellen und sol man im grasen UrkEls
2,164
(a. 1339);
zaigt im [dem Gast] der wiert einen stal [...], dô er sein pfærd einstelle RbRupr
242
MWB 2 1945,45; Bearbeiter: Hansen
în stîgen
stV.
‘hineinklettern, (heimlich) hineinsteigen’
als sie wolden stîgen în, / die leiter uber trûgen hin / und wurfen sie die mûre an Kreuzf
2923.
2930;
were ieman dvͥ stat verbotten. vnd stiget er vber die mvren in. vnd gat nvͥt ze den torn in. er hat daz houbt ze rehte verlorn SchwSp
81a;
dâ [in den Baumgarten] wâren liute in gestigen / [...], / des obezes heten sie genomen / von dem niuwen boume Eracl
2024;
JenMartyr
96.
–
‘ins Wasser steigen’
er [ehe] ich kume, so ist eyn andirre vor mir [am Teich] unde styget yn [
descendit Io 5,7]
EvBerl
24,18.
– bildl.:
herze ist enzunt, / gelust ist ingestigen Frl
8:15,14;
daz innich gebeth. daz da geth vͦz von dem altere des herzen. vnd stiget in zv den oren vnsers herren PrLpz (L)
58,5
MWB 2 1945,50; Bearbeiter: Hansen
în stôʒen
stV.
‘etw. hineinstecken, hineinlegen’
1 allg. 2 übertr. ‘(jmdm.) etw. eingeben’
1
allg.:
in die secke die Benjamin / brahte dar, da hiez er in / stozen heinliche / einin kof [l. kopf
‘Becher’
] von golde riche RvEWchr
7758;
dar nach stiez er sie [die Leber] wider in / unde hiez mich gesunt sin Vät
25717;
got sprah ze Moyse / stoz dine hant in dinen pusem / [...] do stiz er si auer in / uil shone was div hant VMos
35,22;
ainre vz den zwelfen der da instözzet mit mir di hant in den napfe [vgl. intingit Mc 14,20]
EvAug
114,18;
ReinFu
K,690.
– subst.:
unser herre [...] sticht sinen heiligen vinger dem menschen in sin ore [...] wir nemen hie die heiligen siben gaben [...], die werdent dem menschen mit disem in stossende gegeben Tauler
194,3.
–
‘etw. einstecken, wegstecken’ (meist von Waffen):
Symon, lâ dîn vehten sîn, / stôz dîn swert wider în KvHeimUrst
202;
Abraham [...] du solt daz kint niht slahen; stoze din swert in PrMill
515;
er stieß das messer ein wider HvNstAp
6663;
RvEWchr
25344;
vnde [Tmolos] hiez den got der twerge / sine phyfen stozen in [vgl. Pana iubet Tmolus citharae submittere cannas Ovid Met. XI 171
]
AlbvHalbB
26.
– von Stoff wohl spez. ‘(in Farbe) einlegen, färben’ (?), part.:
si gâben [...] / flahses unde wollen. / bysse, pfellel, sîden / [...] / und coccum [Scharlach] îngestôzen zwir, / wol geroetet nâch ir gir / in eines visches bluote WvRh
1671
2
übertr. ‘(jmdm.) etw. eingeben’
der heilige geist [...], / der im die wîsheit în stiez KvHeimUrst
2115;
in sînem namen ich dir gebiute, / der dich von nihte werden hiez / unt dir lebentigen geist în stiez KvFuss
2658;
die freude die sie ein stiezz / in liebez brust Minneb
4133.
4858.
– mit doppeltem Akk. (vgl. aber La.z.St.):
sie welten dem rîche / einen tiurlîchen degen, / der des rîches kunde pflegen. / got den rât sie in [La. in si
] stiez. / Philippe man in hiez Kchr (M)
17595
MWB 2 1946,1; Bearbeiter: Hansen
în strîchen
stV.
1
‘an einen Ort kommen, einfahren’
2
‘jmdm. Essen in den Mund geben, jmdn. füttern’
1
‘an einen Ort kommen, einfahren’
got [...] schuof in süezen senften wint, / [...]. / als sie dem mere entwichen, / ze Bâre sie înstrichen ErnstD
5242
2
‘jmdm. Essen in den Mund geben, jmdn. füttern’
sô machet im [dem Kind] diu swester ein muoselîn unde strîchet im eht în PrBerth
1:433,33;
iezuo nimt ez [das Kind] sîn muome oder sîn base her und strîchet im în ebd.
2:205,29
u.ö.
MWB 2 1946,38; Bearbeiter: Hansen
în stricken
swV.
‘etw. einknüpfen, einflechten’
si gedâhte her unde hin / und gedâhte an daz vingerlîn, / daz er ir het gestricket în [in das Gebende]
Heidin II
1002.
– bildl. auf die Trinität bezogen (vgl. FrlWB S. 350 s.v. stricken):
gevlochten uz, gestricket in, / ane ende und ane beginnes schin Frl
7:4,17
MWB 2 1946,47; Bearbeiter: Hansen
instrument
stN.
1
‘Werkzeug, Mittel, Instrument’
2
‘(Beweis-)Urkunde’
1
‘Werkzeug, Mittel, Instrument’
die sel hat muglichait und ist instrument oder geschirr got zebekennen vnd zeminnen aus natur Gnadenl
3:M1,117;
die sele die hat eigenmacht vnd bereitschaft oder instrumente, got zuͦ bekennende vnd zuͦ minnende von nature ebd.
3:O1,115;
zúhet dich Cristus, so lo dich ime sunder forme und sunder bilde, und lo in wúrcken, bis [sei] sin instrumente Tauler
71,4.
14,23
2
‘(Beweis-)Urkunde’
da sol er sweren vmb die erchantnus der sum, daz er also vil sol haben von dem schuldiger, vnd sol ym machen ein glauben mit einem offen justrument [l. instrument
]
StatTrient
179;
vnd waren vns des ze beiden teilen vergichtig vor einem publico, dar vmbe wir von dem selben publicus sin eigen instrument namen, vnd lobten oͮch, das ze beiden teilen stêt ze habenne UrkCorp (WMU)
N243,13
MWB 2 1946,54; Bearbeiter: Hansen
în stürzen
swV.
‘etw. hineinschütten, hineingießen’ (bildl. vom Wirken Gottes):
kinder, es muͦz gar luter sin do got sin unsprechenlichen heilikeit instúrtzen und ingiessen sol Tauler
128,31.
– mit Dat.:
nút enwarte das dir got die tugende in stúrze sunder din arbeit Tauler
179,11
MWB 2 1947,8; Bearbeiter: Hansen
insüeʒe
Subst.
eine Farnpflanze, ‘Engelsüß’ (vgl. Marzell 3,945; s.a.
engelsüeze
,
ingesüeʒe
):
polipodium VocClos
Po33;
driorteris, polipodium: insuce Gl
3:487,32
(BStK887);
polipodium: insuza ebd.
3:490,34
(BStK887)
MWB 2 1947,14; Bearbeiter: Hansen
insule
swstF.
→
insele
MWB 2 1947,19;
insunder, insundern, insunders
Adv.
‘gesondert’
genâde, lob, vrid unde segen, / der wünschent zallen zîten dir / der himelischen tugenden gir, / die dû hâst in niun schar / insunder geordent gar RvEGer
338;
uberlût unt stillen / kunde sie sîns willen / harte wol gevâren. / heimelîch sie wâren, / sie ensliefen niht in sundern EbvErf
1189;
ein ieliche [...] sol slâfin insundirs in eim bette [
singuli per singula lecta dormiant
]
BrEng
22;
vnde sun si [die Kranken] han insvndirs ein hvs ebd.
36.
53
u.ö.
MWB 2 1947,20; Bearbeiter: Hansen
inswarz (?)
Adj.
wohl ‘intensiv schwarz, tiefschwarz’ (mit intensivierendem in-, vgl.
1in-; vgl. aber auch La.z.St.):
swelch harn ist misseuar. vnde ein teil inswartz [La. (Hs. C) vn̄ in im swarz
]
SalArz
115,25
MWB 2 1947,31; Bearbeiter: Hansen
în swëben
swV.
‘hineinschweben, hineinwehen’ (bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,550f.):
– subst.:
dâ der vater sînen sun gebirt in dem innersten grunde, dâ hât ein însweben disiu natûre Eckh
1:87,7.
1:158,6.
– Part.-Adj.:
in der inswebenden frîheit des geistes Eckh (Pf)
416,12.
416,21.
417,36;
daz im soͤlichú inswebendú gnade alle tag gemeinlich zwirent von got ward Seuse
173,18;
war und warheit na ewiger inswebender einikeit ebd.
88,12;
ein stillú inswebende dúnsterheit ebd.
330,14
u.ö.
MWB 2 1947,36; Bearbeiter: Hansen
înswëbunge
stF.
‘das Hineinschweben, Hineinwehen’ (bildl. in myst. Texten):
daz er [
geist
] aber wonen sol in al, daz ist, daz er wonen sol in einer stêter stilheit, daz ist: in einer înswebunge in sînem êwigen bilde Eckh (Pf)
600,36
MWB 2 1947,47; Bearbeiter: Hansen
în swingen
stV.
‘etw. schwingend hineinbewegen’ (bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,560):
und [
der creatúrlich geist
] wirt da mit den drin personen wider in daz abgrúnd nah inswebender einvaltekeit in geswungen Seuse
193,22
MWB 2 1947,52; Bearbeiter: Hansen
int
Adv.
→
ie
MWB 2 1947,57;
int-
s.a. en-, end-, ent-
MWB 2 1947,58;
interment, intermoisse
stN.
→
intremeis
MWB 2 1947,59;
interpretieren
swV.
‘etw. erklären, deuten, übersetzen’
Seraphin, den nunden grat, / den hosten chor got selbe hat / an sich geordenieret. / er ist interpretieret / in den schriften ‘ein brunst’ Pass I/II (HSW)
37242;
der nunde chor seraphin, / den got so hohe zieret, / ‘ein brunst’ interpretieret [bedeutet]
ebd.
37520
MWB 2 1947,60; Bearbeiter: Hansen
intestîn
stN.
‘Darm, Wurst’ (zu lat. intestinum):
mit pardris und lampriden vil manigen da genuͦgte. / [...] etlichen andern fuͦgte / ein intestin uf einem kol erkrammet [ausgedrückt]
JTit
631,3
MWB 2 1948,3; Bearbeiter: Hansen
inthecken
swV.
→
endecken
MWB 2 1948,7;
intiefe
stF.
‘innerster, tiefster Grund’ (mit intensivierendem in-, vgl.
1in-; vgl. auch
ingrunt
und lat. altum;):
wesen unde nâtûre ist ein lieht in liehtes eigenschaft. des liehtes ist daz wesen ein ingrunt und ein intiefi. har umbe ist ez wesen Eckh (Pf)
669,33
MWB 2 1948,8; Bearbeiter: Hansen
intp-
→
enb-
MWB 2 1948,14;
intpf-
→
entv-
MWB 2 1948,15; |