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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   innen halten - innewend-    


innen halten stV. inne halten

MWB 2 1920,15;

innenkeit stF. innicheit

MWB 2 1920,16;

innen sîn V. inne sîn

MWB 2 1920,17;

innentlîche Adv. ‘inniglich, tief empfunden’ hette dich goth nu her gesendet / daz were mer innentliche lieb Roth 2279

MWB 2 1920,18; Bearbeiter: Hansen

innen wërden stV. inne wërden

MWB 2 1920,21;

innenwërtes Adv. ‘inwärts, innen’ swer sich geluͦbet der ûzeren scône durch mînen willen den entlûte ih mit einir sumerliker gizêrde innanwartis TrudHL 27,11

MWB 2 1920,22; Bearbeiter: Hansen

innen wësen stV. inne wësen

MWB 2 1920,26;

inner Adj., Adv., Präp. auch inre(n), inre(n)t, inder. ‘inner’ 1 Adj. ‘innen befindlich, innen liegend’
1.1 allg.
1.2 milit. (bei Belagerung) ‘innerhalb der Burg bzw. Stadtmauern befindlich’ , d.h. ‘belagert, verteidigend’
1.3 bildl. für im geistig-seelischen, wesenhaften Bereich Verortetes
1.4 ‘vertraut, geheim’
1.5 ‘einheimisch’
2 Adv. ‘innen, im Inneren’ (nur bildl.)
2.1 ‘innig, tief empfunden’
2.2 ‘vertraut, geheim’
3 Präp. ‘binnen, innerhalb’ (mit Gen. oder Dat., selten Instr.)
3.1 lokal
3.2 temporal
   1 Adj. ‘innen befindlich, innen liegend’    1.1 allg.: daz inner teil [der Frucht] daz tribet sere SalArz 86,48 u.ö.; czuch yn [den Muscheln] denne dy ynner huyt unde dy owzser huwyt abe Albrant 3,2; al die wîle die brûdere gût / hatten die inren burc behût / mit menlîchen sachen LivlChr 8652; das tempel tuͦch rais und brach, / das man die inre hailikait sach WernhMl 11292; in der innern Indîâ Wig 4754. 7382; HvNstAp 8942; die helle, die wir heisen die inner helle, die ist an deme ende der erden Lucid 7,11; KvHeimUrst 1810. – subst. (swN.): wiltu di ercenie machen. so nim des innern an der coloquintida. vnde steinwurtz itweders zwo dragme SalArz 101,20. 99,12. – subst. (swM.): di uzzirin brunnin, / di innirin sungin [die vor dem Feuerofen stehenden Heiden verbrannten, die drei Männer im Inneren sangen (vgl. Dn 3,21ff.)] ÄJud 66    1.2 milit. (bei Belagerung) ‘innerhalb der Burg bzw. Stadtmauern befindlich’, d.h. ‘belagert, verteidigend’ dô wârens beidenthalp ze wer, / daz ûzer und daz inner her. / die porten wurden ûf getân. / ûz iegelîcher vlouc ein van Wig 10926; dô fuorens ûf des küneges sal, / daz inner her von der stat Parz 393,15. 209,30; daz inre volc gemeine gar / gâhten an die zinnen Wh 227,18; Tr 5527. – phras. (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 233): wer den vîgenden gestât, / und die inren burger lât, / der sol billîch verderben, / und sol an êren sterben Boner 44,50. – häufig subst. (swM.) Pl. ‘die Belagerten, die Verteidiger’ dye inneren hetten daz vszer her / mit solchem iamer ubir laden / das der keyser den schaden / clagen sere syt began ErnstB (W) 1508; dane wart grôz stürmen niht vermiten: / die inren mit den ûzern striten Parz 207,8 u.ö.; die innern entwichen vür diu tor Wig 10957; Lanc 382,6; Tr 5584    1.3 bildl. für im geistig-seelischen, wesenhaften Bereich Verortetes: diu ûzer gebærde / zeiget den inneren willen Flore (S) 3037; dâ nam sie [ Isôt ] Tristan [...] / und legete sie lieplîch hin în / in sînes herzen inren schrîn, / aldâ sîn geist sîns lebens pflac HvFreibTr 802; daz die ûzere reinekeit unde gecîrede urkunde geben unde zeichen sî des hercen inneren andâht unde reinekeite StatDtOrd 73,8; ‘got hât gesant sînen einbornen sun in die werlt’; daz sult ir niht verstân vür die ûzwendige werlt, als er mit uns az und trank: ir sult ez verstân vür die inner werlt [vgl. Anm.z.St.] Eckh 1:90,5; dâ von diu sêle beweget wirt ze innern dingen ebd. 1:168,2 u.ö.; in dem innersten grunde, do got der selen naher und inwendiger ist verrer wan si ir selber ist Tauler 144,6. 144,19; div geistliche speise dines hiligen geistes, von der wir gantz chraft vnd erlvhtvnge vnd innern trost haben DvAPatern 187; PrOberalt 122,11; ThvASu 298,32. ~ gebët ‘inneres Gebet’ einen antheiz [ein Gelübde] er dâ tete mit innerem gebete Gen 1258; er bevalch si gote mit innerem gebete ebd. 2276; VMos 24,16. ~ sin ‘innerer Sinn’ (vgl. sin ): so beginne wir minnen di inren sinne, / vernunst unde ratio, diu edele meditatio AvaJG 30,2; memoria der inre sin Brun 7298; alse di uzewendigin sinne ir werc gewirkin uf diz hoiste, da hebin sich di innerin sinne, und der sint funfe Parad 25,23. 25,26; ThvASu 68,29. ~ mensche im Ggs. zum kreatürlichen äußerlichen Menschen: der inner mensche des eigenschaft ist got, und zuͦ dem sehent sine begerunge und sin wille und sin meinunge Tauler 42,32. 70,15. 71,16; der ander mensche heizet der inner mensche, daz ist des menschen innerkeit Eckh 5: 419,12; denne ist der ûzer mensche gehôrsam sînem innern menschen ebd. 1:20,4. 3:134,14 u.ö.; HeslApk 4774. – selten präd.: gotlich troist ist alle wege mit einir fulunge godis geginwertikeit, und di fulunge ist me innir dan uzir Parad 139,14. – jmdm. ~ sîn ‘zu jmdm./jmds. Wesen gehören’ den sin hân ich gemeine mit den tieren und daz leben ist mir gemeine mit den boumen. daz wesen ist mir noch inner, daz hân ich gemeine mit allen crêatûren Eckh 1:67,1. – subst. superl. (swstN.): also wirdit daz ewige wort gesprochin innewendic in deme herzin der sele, in deme innirsten, in deme lutirsten Parad 14,20; das ist das der mensche in gange in sinen eiginen grunt, in das innerste, und do suͦche den herren Tauler 144,2 u.ö.; Seuse 520,29    1.4 ‘vertraut, geheim’ der selbe Bananyas vrut, / kung Davidis ritter gut, / wart durch die benante tat / des selben kunges inner rat [Ratgeber] TvKulm 2466; nu waz ein alter ritter der ettwenn waz gewesen. innerister rat. dez chvͤnigez GestRom 38; nu ratet mir in uwerme sinne, / wie ich Genelunen ze einem innern urunde [engen Freund] gewinne Rol 2205; Ottok 46424    1.5 ‘einheimisch’ der herzoge Lovelîn, / an dem vil hôer êren lac, / der inren geste schône pflac; / der ûzern geste über al / pflac Kâedîn und Kurvenal HvFreibTr 902. – subst. (swM.): hazze hant wip und man: / die grozen und die minren, / die uzzern und die inren [wohl ‘die Fremden und die Einheimischen’ ] / tragent haz und nijt HvNstGZ 488    2 Adv. ‘innen, im Inneren’ (nur bildl.)    2.1 ‘innig, tief empfunden’ do er also vil inner / ze gote vil lange gerief, / an seiner venige er entslief Serv 1154; do man meine sünde wac, / got er umbe mich anelac / vil inre unde vil tiure, / daz ich chöme ze dem vegefiure, / daz sich etewenne endet / unde die sele niht immer swendet ebd. 3369; swen si niene megen betriugen vil innere siz beriuwent Gen 920    2.2 ‘vertraut, geheim’ swie inner si runen [wie vertraulich sie sich auch besprechen] , / alles ir willen / wirde ich schiere innen Rol 1317    3 Präp. ‘binnen, innerhalb’ (mit Gen. oder Dat., selten Instr.)    3.1 lokal: sie ritten so lang biß das sie kamen zu einer burg die der frauwen was, inner zehen milen von Noaus Lanc 203,24; inre [im Umkreis von] drîzec mîln wart nie versnitn / ze keinem bûwe holz noch stein Parz 250,22. 225,21. 759,22; swer daz brichet [...] der mag der galtnusse niht ledick werden, er bered danne zen heiligen daz (er) inre landes niht enwaere do daz gesetzzede gesetzet wurde StRAugsb 65,2; vnd [er] sol vns dienen inner landez mit dreizzich helmen, swenn wir sein beduͤrfen RegisterLudw 53 (a. 1325). 202 (a. 1325). – ‘auf der inneren Seite’ (vgl. innerhalp): daz tor was offen und entspart; / dar în sach man sî gâhen. / inrent dem tor [d.h. nachdem sie das Tor passiert hatten] sî sâhen / ein frömdez wunder wilde Reinfr 21156    3.2 temporal: das son wir vnd vnser nachkomen bi vnserm aide [...] inrent ainem manot widertun UrkHohenz 1,110 (a. 1301); sag miner swester, ich wil si troͤsten inront vierzehen tagen mit gotte Mechth 4: 22,16; inre tagen zwelfen si riten an den Rîn NibA 1115,1. 705,3; strîch die erzenîe umbe diu ougen: dir wirt inner zwein tagen baz Barth 133,20; SpdtL 110,4; iz was ein juncfröuwelîn / in der stat ze Eugubin, / diu was krump an den henden / und in den liden allen enden. / diu wart inner kurzer stunt / ze sînem [Franziskus] grabe wol gesunt, / daz ir nihtes niht enwar LvRegFr 4443. – in den adv. Wendungen inner des bzw. inner diu ‘währenddessen’ dô sie nu vrœlîch tanzten, / in vröuden umbe swanzten, / inredes ein bischof quam / in den tanz HvFreibTr 635 u.ö.; inner des diu zît verswant, / ûf die der herzog getriulich / solt komen her ze Ôsterrîch, / des nû daz lant ze herren jach Ottok 2154; inner des der âbent quam, / der liehte tac ein ende nam; / die ritter rûmten sâ daz velt UvLFrd 464,17; LvRegFr 377; Eracl 3871. 3823; inner div wuͦrden sine sinne / entzuͦndet ze geistlicher minne Albert 1167. 1254. – in der Rechtsformel ~ jâr unde tac ‘binnen Jahr und Tag’ ez versprechen danne sîne erben inner jâre unde tage als reht ist, daz ez ir reht erbe sî SchwSp (W) 41,4. 175,9; unde sol warten ob sich ieman dar zuo ziehe mit reht inner jâr und tage SpdtL 109,21

MWB 2 1920,27; Bearbeiter: Hansen

inneren, innern swV. 1 ‘jmdn. etw. wissen bzw. erkennen lassen, über etw. belehren, an etw. erinnern’
1.1 mit Akk.d.P. und Gen. oder Obj.-Satz
1.2 mit Refl.-Pron. und Gen. ‘sich an etw. erinnern’ (vgl. 3 )
1.3 mit Akk.d.P. und Akk.d.S.
2 ‘einer Sache inne werden, etw. erkennen’ (mit Obj.-Satz)
3 refl. ‘sich durch etw. zeigen, ins Bewusstsein bringen’
4 ‘jmdn. inner machen’ (als Ggs. zu ûʒer )
   1 ‘jmdn. etw. wissen bzw. erkennen lassen, über etw. belehren, an etw. erinnern’    1.1 mit Akk.d.P. und Gen. oder Obj.-Satz: dô begunde er inren / dî helfammin [Hebammen] sulchir list; / er sprach: daz haldit alle vrist, / swaz knehtelîne wirt geborn, / den sî der tôt von ûch irkorn NvJer 3868; ez [die Deutung des Traumes] enmac nieman getuon wan der got der ûf dem himel ist, der hât mich geinnert der taugen [hat mir diese Geheimnisse offenbart] BuchdKg 65,13; êren unde liebes vil / bin ich von dir ginnert KvWEngelh 1495; ich ginre den, swerz ruochet sehen, / daz mir grôz leit ist dran geschehen Parz 276,17; diz ist der ewige schatz. / wis sin vurwar geinret, / daz er nicht wirt geminret / sunder wechset in gotes lobe Pass III 381,77; ôwê gelebt ich noch den tac, / daz mînes herzen sinne / wurden ginnert der wâren minne! LvRegFr 3274; genâden wil ich iuch geinnern Ottok 74053; Rennew 16496; SpdtL 221,7; RvEWchr 29889 u.ö. – unter Ersparung des Akk.d.P.: aines ist da mit du versuechenn machtt deinenn ratgebenn, das du geinnrest ob du schatzes wedarfft [ quod ostendas te ei indigere peccuniam ] HvHürnh 67,43. – unter Ersparung des Obj.: mit rate ich dich vorbaz inre Brun 9003; als ich uch wil inren ebd. 11141. – rechtssprachl. ‘jmdn. (zur Leistung) mahnen, (unter Beweis an eine Rechtslage) erinnern’ → DRW 6,258f.    1.2 mit Refl.-Pron. und Gen. ‘sich an etw. erinnern’ (vgl. 3): Johannes sich da inren / Jesus red begunde / und touft got der stunde SHort 2506; suozze inpfât ez [das Herz] doch senlichen slag, / swenne er [der Liebende] ir wunnen inret sich, / die so lôslich sint und sô wîblîch gimeit SM: Had 12: 1,5. 52: 3,11    1.3 mit Akk.d.P. und Akk.d.S.: dise rede ich dich sus inre: / got hat den menschen minre / ein wenig den den engel gemachet Brun 6794; nicht baz kan ich uch daz inren ebd. 11167    2 ‘einer Sache inne werden, etw. erkennen’ (mit Obj.-Satz): da by man innert offenbar / daz man ouch alles gutes gar / dy sundere sol berouben Hiob 8117    3 refl. ‘sich durch etw. zeigen, ins Bewusstsein bringen’ diz [Johannes’ Erfolg] was den ewarten [Priestern] leit, / die man an velschlichem spote / behuten sach die abgote. / ir geniez [Einkommen] sich minnerte, / daz sich daran wol innerte, / wand in daz volc abe gie Pass I/II (HSW) 27374    4 ‘jmdn. inner machen’ (als Ggs. zu ûʒer): alsus kan der minne kraft / [...] alliu dinc verkêren. / daz minre kan sî mêren, / daz merre kan sî minren. / den ûzern kan sî inren; / sinnen gît sî hôhen muot Reinfr 24366

MWB 2 1922,57; Bearbeiter: Hansen

innergewant stN. in Gl.: indumentum SummHeinr 2:30,3

MWB 2 1923,45; Bearbeiter: Hansen

innerhalbe Adv. auch innerhalben, innert-, indert-, inre-. ‘innen, im Inneren, auf der inneren Seite’ im wart sô grimmiu nôt gegeben / daz man wol ûzen an im sach / den tougenlichen ungemach / den innerhalp sîn herze truoc KvWHerzm 283; sîn mage innerhalbe brach / von tegelîcher siechheit, / und von der leber bôsheit / spît er bluotes harte vil LvRegFr 3706; salbe die nase innerhalp mit rôsenole, daz des gesuhtes iht belîbe Barth 147,1; dar zuͦ warnt uns daz heilig ewangelium [...] vor den luglichen wizzagen die zuͦ uns choment in dem gewæt der schaffe uzzerhalben, innerhalben sint si aver die ræzzen wolf PrOberalt 139,5; vertribe du die tunchelheit innerhalbe aller meiste [interl. zu repelle tu caliginem intrinsecus quam maxime ] PsM H 21,4; inrehalp Parz 388,6; innerthalben NibB 486,4; inderthalben HvNstAp 10104. – präd.: ist di wunde [an der Harnröhre] vuchte. vnde ist innerhalbe. so sal man drin blasen ein stuppe uon gebranten rinden cypressin boumes SalArz 62,32

MWB 2 1923,47; Bearbeiter: Hansen

innerhalp Präp. auch innerhalbe(n), innert-, indert-, inre-. ‘binnen, innerhalb’ (mit Gen. oder Dat., selten Akk.) 1 lokal
2 direktional ‘auf die innere Seite’
3 temporal
   1 lokal: er sattot si mit dem wiͤstuͦm innerhalben des herczen Konr 9,25; so di uicblater innerhalp des libes si. so mache ein clister uon pforren saffe. vnde uon butter SalArz 52,58 u.ö.; inerhalb Tyre VAlex 1007; innerhalp zweier mîlen Eracl 1592; innerhalbe min [interl. zu intra me ] PsM 102,1; swer einen gevaerlichen iaget in ein haus [...] und im nach volget mer siben schuͤch lanch vor der haustuͤr, der sol daz fuͤr haimsuͤchen puͤzzen und anderhalbe niht [...] niur for der rehten haustuͤr inderthalbe siben schuͤch lanch StRMünch 239,2; WüP 44,3; Tr 18553; übertr.: inrenthalb der huote SM: Wi 2: 3,6. – ‘auf der inneren Seite’ dehein dinc wart dâ virne [alt] / innerthalp dem burcgraben [in der Burg] UvZLanz 227; nû sach er innerhalp dem tor [innerhalb der Mauern] / ein wîtez wercgadem stân Iw 6186; inrehalp der tür / hât sî leider sich verborgen MF: Reinm 11: 5,8; WüP 47,5; Wig 7256    2 direktional ‘auf die innere Seite’ da ranten Claudas ritter innerhalb der ersten porten Lanc 8,11; da er innerthalb die porten was komen, da wart die port zu gethan ebd. 177,23    3 temporal: der künec Artûs dô niht enlie / von sînem hove scheiden / weder lieben noch leiden / innerthalb vier wochen UvZLanz 5401; [Herodes] gebot, daz man ælliv div kint slvͦege, div vber allez daz lant innerhalp zwaier iare geborn wæren Spec 30,32; der wint hæte si geslagen / innerthalp den ahte tagen / in daz lant ze Curnewâle Tr 2468 u.ö.; RvEWh 8802

MWB 2 1924,4; Bearbeiter: Hansen

innerheit stF. ‘Innerlichkeit’ dem antwürt got in der innerheit des erhebten geist in gnad HvNördlBrf 48,19

MWB 2 1924,36; Bearbeiter: Hansen

innericheit, innerkeit stF. 1 ‘das Innere’
2 ‘inneres Wesen, Innerlichkeit’
   1 ‘das Innere’ daz di naturliche werme nicht ge in des libes innercheit SalArz 23,34; von grossem frosste sament sich die natürlich hitz unnd gat in die innrekait des leibes HvHürnh 40,11 u.ö. – (vgl. 2): sin lv̂tter des herzen innercheit [interl. zu sint pura cordis intima ] PsM H 5,3    2 ‘inneres Wesen, Innerlichkeit’ der ander mensche heizet der inner mensche, daz ist des menschen innerkeit Eckh 5: 419,13 u.ö.; ein wites ussweifen der sinnen entsezet den menschen siner inrkait Seuse 169,33 u.ö.; an in [den Geistlichen] michel sælde lît, / daz sich got von himel gît / ûz sîner drîvalt innerkeit / ze spîse, diu uns wirt bereit / in der priester hende Helbl 2,845; daz er [Gott] einvaltic ist an sînem wesene, her umbe ist er diu innerkeit aller dinge Eckh 3:383,2; DvAPatern 46. – ‘Andacht, religiöse Einkehr’ solhew andaht, solhe innerchait haizzet aigenleich contempliren MvHeilFr 56; mit der andaht und mit innerkete HlReg 15,8; sy verjach och [...] das sy etwenn in die innerkait kam, der ir ain her horn an den oren hett geblassen, sy het es nit gehoͤrt Stagel 39,25; Frl 7:1,19. – in präp. Wendungen i.S.v. ‘innig, hingebungsvoll’ dar nach was uber mer berait / der herr mit gantzer innerchait / und sach daz heilig gotes grab Suchenw 7,90; mit gantzes hertzen innerkait ebd. 7,195. 19,42; mit rehter innercheit BenGeb 74

MWB 2 1924,39; Bearbeiter: Hansen

innericlich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. ‘innig, tief empfunden, hingebungsvoll’ si weinden innerclîche Kriemhilde man NibA 989,1; des ein gût urkunde / Petrus ist, der anders nicht / geliden hât um di geschicht, / nur innerclicher rûwe swêre JvFrst 5139; duo er daz gibet vile innerchlîchen getet, / duo hiez er sîni sune daz si firnâmin ime Gen 2711; mit manigem suͤften wart diu zedel [der Brief] / uͤberlesen innerclich WhvÖst 7003; ich wer in gern mit trewen holt, / ob sy es wolt rewen / mit innerkleichen trewen Hawich 238. 158. 358; Wahrh 148; KLD:UvL 14: 4,3; Wernh A 353 u.ö. – ‘herzlich’ in der klage kom Rôbôâl / und sîn mäsnîe über al / und enpfie den vürsten innerclîch Mai 213,17

MWB 2 1925,3; Bearbeiter: Hansen

innerlachen Adv. ‘innerlich, im Inneren’ (vgl. enlachenes ): dînu ougin daz sint tûben ougen, âne daz daz inner lâchen [ intrinsecus Ct 4,1] uerholen ist TrudHL 46,17. 48,17

MWB 2 1925,18; Bearbeiter: Hansen

innerlich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. ‘innerlich, inner’ 1 allg.
2 bildl. vom geistig-seelischen, wesenhaften Bereich
3 ‘innig, tief empfunden’
   1 allg.: sô wê dem herren dâ geschach [von dem Geschoss] , / als er sint dar abe starp. / fröuden vil an im verdarp. / gar in dem lîbe innerlich / er brach Kreuzf 7603; sîne innerlîchen lidemâz [seine inneren Organe] , / von den der mensche sîn leben hât, / [...] / im wâren versêrt ebd. 7980    2 bildl. vom geistig-seelischen, wesenhaften Bereich: wande si [Elisabeth] ouch kuslichen muͦt / innerliche druc zu gode Elis 833. – in myst. Texten: wie mac dem menschen genüegen an gotes gâben ûzerlîche oder innerlîche, sô im niht engenüeget an gote selben? Eckh 5: 50,12 u.ö.; in eime flissigen tieffen innerlichen warnemende sin selbes Tauler 113,17 u.ö.; swem inrkait wirt in usserkait, dem wirt inrkait inrlicher, denn dem inrkait wirt in inrkeit Seuse 167,15; noch einen andern inrlichen [gedanklich nacherlebten] krúzgang hat er ebd. 36,20 u.ö.    3 ‘innig, tief empfunden’ er huͦb sinú ogen dik uf ze gote und sprach mit inrlichen súfzen: ‘ach got, waz jemerlichen todes wilt du úber mich verhengen!’ Seuse 148,2; der alte soldan [Sultan] lac tôt, / daz was in innerlichen leit Ottok 47935 u.ö.; in iubilo und in minnen, in dangnemekeit [Dankbarkeit] und inrelicher froͤude Tauler 7,15; sümleich pegünd rewen / mit ynnerleichen trëwen Hawich 3257; HvBer 3839; HvNördlBrf 32,55

MWB 2 1925,22; Bearbeiter: Hansen

innerwërtes Adv. ‘innerlich, im Inneren’ (vgl. auch in-, innerwertes): sine vriunt sint alle, die sine mennischait sehent unt sine gotheit innerwertes mit dem oͮgen des hercen erchennent PrFrgmWien 68,15; sine gotheit, quae intrinsecus latet, div innerwertes verholn ist ebd. 68,17

MWB 2 1925,50; Bearbeiter: Hansen

inne sîn, inne wësen V. auch in-. 1 i.d.R. sîn mit dem Adv. inne ‘in etw./jmdm. sein’
2 spezielle Verwendungen
2.1 rechtlich bei Äußerungen zum Aufenthalt von Personen (vgl. DRW 6,259; WMU 2,936)
2.1.1 ‘ansässig sein, wohnen’
2.1.2 ‘sich im Einlager befinden’ (vgl. înlëger )
2.2 übertr., überw. in mystischen Texten
   1 i.d.R. sîn mit dem Adv. → inne ‘in etw./jmdm. sein’    2 spezielle Verwendungen    2.1 rechtlich bei Äußerungen zum Aufenthalt von Personen (vgl. DRW 6,259; WMU 2,936)    2.1.1 ‘ansässig sein, wohnen’ [ein] hus, da A. der phister ietz seshaft inne ist UrkBaden 6,259 (a. 1346); dar nach alle die lute, die daz gotshus ze Sant Gallen an hoͤrnt, die ze Lindow inne sint, die suln dienen vnserm herren, dem abbet von Sant Gallen UrkCorp (WMU) 974,44    2.1.2 ‘sich im Einlager befinden’ (vgl. înlëger ): an allain die giselschaft ze Zurich, der er iach, da er înne wære von bischof Ruͦdolf [...] wegen UrkCorp (WMU) 1989,17    2.2 übertr., überw. in mystischen Texten: dar umbe ein iekliches, daz da inne ist etlicher personen, ez si, daz es gehöre zuo siner nature oder niht, daz wirt zuogeeiniget in der personen ThvASu 24,13. – Part. und Part-Adj.: das ist daz dir got nút ingewesent enist in dime grunde Tauler 413,20; werde sun, als ich [Christus] sun bin, geborn got, und daz selbe ein, daz ich bin, daz ich schepfe înwesende, inneblîbende in des vaters schôze und herzen Eckh 5: 46,8; sü allein sint zuohangendü wesen unde nit insindü wesen ThvASu 306,13. – subst. ‘das Innewohnen’ ein innesîn und ein anehaften und ein einen mit gote, daz ist gnâde Eckh 2:244,7. ez ist drigerleige wesin: ein wesin, alse ein iclich dinc wesin hait, und ein inwesin alse varwe, di inhat nicht wesin an ir selber, [...] und ein zuwesin alse vaderschaft und sonschaft Parad 68,24. 68,28

MWB 2 1925,56; Bearbeiterin: Baumgarte

inne sitzen stV. auch in sitzen (vgl. auch în sitzen ). ‘innerhalb von etw. sitzen, sich an einem Ort befinden’ si [der Welt zugewandte Mönche] gesitzent nimmer inne [verbleiben nicht in der Klausur] , / si wellent umbetwungen sîn Erinn 210. – ‘ansässig sein’ vnd di vzlude, di in irwedirs gerechte insizzint, di in solin wir [...] nimir me geherbergin noch geachten, vnde solin doch hain [l. hân ] vnse recht an hin [ihnen] UrkCorp (WMU) N282,43. – md./ nd. Part.-Adj. ‘einheimisch, ansässig’ dî însezne heidinschaft NvJer 5045. – bei Eckh in der Wendung ~ in sich selber ein ‘In-sich-selbst-Bestehen’ (meist subst.): got ist ein einvaltig instan, ein insiczen in sich selber Eckh 1:225,8; ein ieklich creature nach der edelkeit ir nature, so si me insiczet in sich selber, so si sich me vs b#;’utet ebd. 1:225,9. 1:225,12. 1:225,13

MWB 2 1926,24; Bearbeiter: Hansen

inne stân V. auch in-. ‘jmdm./etw. innewohnen, in jmdm./etw. enthalten sein’ imme [diesem Gedicht] die warheit instat Roth 4795. – subst. bei Eckh in der Wendung ~ in sich/  im selber ein In-sich-selbst-Sein (vgl. inne sitzen ): er [Gott] ist ein lûter înstân in im selber, dâ noch diz noch daz enist; wan swaz in gote ist, daz ist got Eckh 1:56,7; got ist v̍ber ellu̍ ding ein instan in sich selber vnd sin instan das enthaltet alle creaturen ebd. 1:224,13. 1:225,12 u.ö.

MWB 2 1926,41; Bearbeiterin: Baumgarte

inne tragen stV. în tragen

MWB 2 1926,51;

inne tuon V. ‘jmdn. etw. wahrnehmen, erfahren lassen’ lîchte wirt ir noch ze sinne, / daz si mich tuot froiden inne: / ich hân lieben wân SM: Wi 5: 3,8

MWB 2 1926,52; Bearbeiterin: Baumgarte

inne valten stV. în valten

MWB 2 1926,56;

innewend- s.a. inwend-

MWB 2 1926,57;