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ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   ingeweide - inhant    


ingeweide stN. ‘Gedärme’, ob auch andere Organe so bezeichnet werden können, ist unklar: intestinum: ingweid VocOpt 1.122; viscus: bluͦtvar ingweid ebd. 1.124; die grôzen slangen habent ir vergift an der lebern, aber die klainen habent ir vergift in dem ingewaid BdN 260,5. 296,25 u.ö.; zu der stupen [Schandpfahl, Pranger] man in sluc / vntz im der lib uf brach / daz man her vur lugen sach / mit harte grozer leide / durch not sin ingeweide Pass I/II 268,41; in de brust hey en gerach / mit syme scharpen swerde, / do deme greven up de erde / syn yngeweyde us heynck KarlGalie 12977; si sullent ouch kein îngeweide noch kein bluot noch keinerlei unsûberkeit, von swelherleie sache daz sî, in den bach niht werfen StRMeran 418

MWB 2 1896,21; Bearbeiterin: Baumgarte

ingewër stMN. ingebër

MWB 2 1896,37;

îngewësende Part.-Adj. in sîn V.

MWB 2 1896,38;

îngewichen Part.-Adj. în wîchen stV.

MWB 2 1896,39;

în gewinnen stV. ‘in Besitz bringen, Gewalt über etw./jmdn. erlangen’, von Geld oder Abgaben ‘eintreiben’ 1 mit Akk.d.S.
1.1 von Besitztümern
1.2 von ausstehenden Zahlungen, Abgaben und Bußgeldern (bes. buoʒe und ban )
2 mit Akk.d.P.
   1 mit Akk.d.S.    1.1 von Besitztümern: waz auch vesten, cent, geriht, doͤrfer oder anderr guͦt oder rehte, [...]verkuͤmbert oder versetzt sint, die suͤllen wir mit enander loͤsen vnd ingewinnen UrkWürzb 45,146 (a. 1342); so suͤln wir mit namen leihen alle di lehen [...] und di vesten und guͦt [...] suͤln wir und si mit einander eingewinnen und mit einander tailen, als wir ir gewinnen muͤgen MGHConst 6,1:528,4 (a. 1329); RbRupr 266. – übertr. von Herrschaft: deme ouch gewaldecliche / half der furste Herman, / biz he di cronen in gewan Elis 324    1.2 von ausstehenden Zahlungen, Abgaben und Bußgeldern (bes. buoʒe und ban ~ ): wer inen deß widerpruͤchtig wer, so schollen in dev herren chammerer mit iren fronbotten diselb losung helffen eingewinnen StRRegensb 90; vnd welcher daz niht tuͦn woͤlte, do soln wir oder vnser amptluͦte den vorgenanten juͦden darzu beholfen sin, also daz sie die bete von im ingwinnen UrkWürzb 46,98 (a. 1345); StRMünch 411,10; und sol man dien klegern jetwedrunt halb die buͦze ingewinnen bi dem eide, als sitte ist under dem râte UrkZürich 8,13 (a. 1304); WeistGr 1,32 (a. 1347). 1,7 (a. 1338); das der schulth. unsers herren ban ingewinne UrkEls 2,164 (a. 1339). 2,164 (a. 1339). er sol och alle gemeinen hirten in diesem tal dingen, und iren lon ingewinnen, darumb sol im jeglich hirte geben vier wisse brot UrkEls 2,164 (a. 1339)    2 mit Akk.d.P.: sus muost der von Orte lîden, / daz man gevangen in / sant dem herzogen hin. / dô in der herzog in gewan, / dô underwant er sich sân / alles sînes guotes Ottok 27090

MWB 2 1896,40; Bearbeiterin: Baumgarte

îngezogenheit stF. ‘innere Einkehr, Versenkung’ alle ir sinne koment in sogtan ingezogenheit und ir verstantnisse in ein schowen der blossen warheit Seuse 478,8

MWB 2 1897,10; Bearbeiterin: Baumgarte

în gieʒen stV. 1 (etw. Fließendes oder als fließend Vorgestelltes) ‘eingießen’ ; übers. lat. apponere (
2 ‘etw. in etw. hineingießen, jmdm. etw. einflößen’
3 Part.-Adj.
   1 (etw. Fließendes oder als fließend Vorgestelltes) ‘eingießen’; übers. lat. apponere ( ThvASu 182,16 ), ingerere ( PsM H 6,1 ); zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,256f. 262. 269f.: er hiez et vaste inegiezen / und lie daz in sich vliezen Weinschwelg 263. 262; übertr.: als ingússet sich hie got, als die natúrliche sunne gússet iren schin in die lúft, und wirt aller der luft durch formet mit dem liechte Tauler 263,12. – subst.: nû sî, daz ez geteilet sî, daz dîn sî daz bereiten und sîn sî daz înwürken oder îngiezen, daz doch unmügelich ist, sô wizzest daz, daz got würken und îngiezen muoz, als schiere er dich bereit vindet Eckh 4:484,89    2 ‘etw. in etw. hineingießen, jmdm. etw. einflößen’ – mit Dat.d.S.: nu merke, das leym [Glutinleim] , noch [nach] der gerunge dem wyne ingegossin, reynit den wyn vnde macht den wyn clar Pelzb 140,18; daz cruͦt gebrant unde der rouch dem munde in gegossen, vertribet eine suche, di heiset lienis Macer 72,6; übertr.: sy [die Seele] wirt von got geschepht vnd in gegossen dem leib KvMSel 210 u.ö.; WvRh 741. – mit Dat.d.P.: mit ir goufen [hohle Hand] truoc si dar / des wazzers unde gôz im in Wig 5455; wem swintelt und âmacht her gêt, dem geuzt man rôsenwazzer ein und besprengt im die stirn dâ mit BdN 345,30; BFrau 794; übertr.: daz niman guten willen noch begerunge zo gote mach haben, got habez ime in gegozen HlReg 19,10; der heilige geist der an diner selen sizzet, / hat dir dise wort ingegozen ebd. 28,31. – mit präp. Erg.: sô sich got in die sêle bildet und îngiuzet, nimest dû in denne als ein lieht oder ein wesen oder eine güete Eckh 3:221,2    3 Part.-Adj.: also git daz selbe anegenge von siner lutern guͤte an vnderlaͮß der beschaiden creature jnfliezzende vnd ingiezzende gaystlich leben Gnadenl 3:(A2),55; die in gegossen liechter Tauler 378,21; ein guot der ingegozzener tugenden [ bonum virtutis infusae ] ThvASu 194,7. 214,15

MWB 2 1897,14; Bearbeiterin: Baumgarte

îngieʒunge stF. ‘Eingießung, Hineingeben’, hier übertr. (vgl. Egerding, Metaphorik 2,257): aber daz werke der gotlichen liebi in uns, [...], daz ist die gnade, von der daz der mensche wirdig wirt dez ewigen lebennes [...]. unde also möhte man niht verstan die ablazunge der sünden, ez enwere denne da die ingiezunge der gnaden [ nisi adesset infusio gratiae ] ThvASu 334,29. 334,16; an dem vünften staphel wirt er gar în gezogen von aller ûzerkeit von der genuhtsamer îngiezunge der andâht DvASchr 393,13; PsWindb 64,Oratio

MWB 2 1897,54; Bearbeiterin: Baumgarte

ingome swM. ‘Mieter, Mitbewohner in einer Hausgemeinschaft’ (vgl. inman 2): an sweles burgers hus für ufgat, und ers oder sin ingomen des ersten inan werdent UrkThurgau 4,573 (a. 1331)

MWB 2 1898,1; Bearbeiterin: Baumgarte

îngoʒʒenheit stF. 1 ‘Eingießung, Eingebung’ (vgl. Egerding, Metaphorik 2,269)
2 ‘Zustand des Eingegossenseins, Eingegebenseins’
   1 ‘Eingießung, Eingebung’ (vgl. Egerding, Metaphorik 2,269): und het doch die begirde, daz im got gebe ain in der ingossenhait, daz sin menschlich leben niht also bekümert wer EbnerMarg 27,1    2 ‘Zustand des Eingegossenseins, Eingegebenseins’ alsô ist der vater unde der sun ein îngiezunge unde der heiligeist ist ein îngozzenheit KvBoyb (Pf) 242

MWB 2 1898,5; Bearbeiterin: Baumgarte

în graben stV. ‘(in etw.) hineingraben’ hinder des stadels tür / gruop er ein tiefez luoc în EnikWchr 21369. 21440. – spez. ‘eingravieren, einmeißeln’ und an dem end der red von den stainen setzt daz puoch der gar alten maister sin von den stainen, dâ tier eingegraben sint oder dar auf erhaben sint mangerlai form BdN 430,36

MWB 2 1898,13; Bearbeiterin: Baumgarte

ingrüene Adj. ‘intensiv grün, leuchtend grün’ (zu grüene mit intensivierendem in-, vgl. 1in-): der selbe pfelle er wære / ingrüener danne ein meiesch gras Tr 2549. 16975. 17387; mit dem ingrüenen lindenblate ebd. 4914; ingrüene sam der louch, / dem ab geschrôten ist der kil KvWPart 12436

MWB 2 1898,20; Bearbeiterin: Baumgarte

ingrunt stM. in myst. Texten. ‘innerster, tiefster Grund’ (zum intensivierenden in- vgl. 1in-): etwen so er als gar úberwunden waz, so sprach er gar von ingrunde: owe, ewiges guͦt, diner verborgen gerihten! Seuse 48,7. 217,15; aber wesen unde nâtûre ist ein lieht in liehtes eigenschaft. des liehtes ist daz wesen ein ingrunt und ein intiefi Eckh (Pf) 669,33

MWB 2 1898,26; Bearbeiterin: Baumgarte

ingruntlîche Adv. ‘in/  aus tiefster Seele, zutiefst’ er erschrei inrlich und ersúfzet ingruntlich in im selb und sprach: ‘owe got, wa waz ich, wa bin ich nu?’ Seuse 11,7; owe, strenge richter, wie ist min herz so ingruntlich erschroken! ebd. 239,23; daz es mir nit als ingrúntlich ze herzen gat ze allen ziten ebd. 257,11 u.ö.

MWB 2 1898,34; Bearbeiterin: Baumgarte

in guot guot stN. 1.2.2

MWB 2 1898,41;

în gürten swV. ‘etw. hineinschnüren’ [Vivianz wurde das Banner durch den Leib gestoßen] sô daz imz geweide / ûz der tjost übern satel hienc. / der helt die banier dô gevienc / und gurtez geweide wider în Wh 25,27

MWB 2 1898,42; Bearbeiterin: Baumgarte

înguʒ stM. 1 ‘Eingießung, Eingebung’ (vgl. îngieʒunge , îngoʒʒenheit )
2 Flüssiges, das jmdm. eingegeben wird (metonymisch zu 1 )
3 in der Astrologie wohl ‘Vorwärtsbewegung’ der Planeten (vgl. FrlWB 172)
   1 ‘Eingießung, Eingebung’ (vgl. îngieʒunge , îngoʒʒenheit ): gratie infusio. / daz sprichet in der diutsch alsô: / der genâden inguz LvRegSyon 3774; alsô kumet si [die Seele] zuo irm zil; daz ist der îngus des heiligen geistes ZweiWege 245    2 Flüssiges, das jmdm. eingegeben wird (metonymisch zu 1): ir [der Kichererbse] einguz ist guot für des zantflaisches smerzen BdN 389,18. 389,33    3 in der Astrologie wohl ‘Vorwärtsbewegung’ der Planeten (vgl. FrlWB 172): in irem lauff die sieben planeten, / ir einguß und ir aufzug FrlSuppl 11:201,58; wie gestecket in die firme / sint die sterne, [...], / die sich werren mit der irre, / inguz, wandel, nehe, virre Frl 1:17,25

MWB 2 1898,47; Bearbeiterin: Baumgarte

în haben swV. inne haben

MWB 2 1898,61;

inhaber stM. innehabære

MWB 2 1898,62;

în haften (?) swV. ‘anhaften’ (oder in hier Verneinungspartikel? vgl. Eckh 1:120,8 ): daz man kein ende habe, keinen ort und nirgin si ingeslozzin und nirgin inhafte Parad 47,29

MWB 2 1898,63; Bearbeiter: Hansen

inhaftic Adj. hier inhaeftich. ‘habhaft, innehabend’; in der Wendung ~ wërden mit Gen. ‘etw. erhalten’ vnd die punde [...]sullen als lang weren, vntz vnser iglicher seines tails inhaeftich wirt vnd im ein geantwurtet [überantwortet] wirt RegisterLudw 313a (a. 1331)

MWB 2 1899,3; Bearbeiter: Hansen

în halten stV. in der Wendung (sich) hart ~ ‘in (einen Kampf) heftig hineingehen, sich mit Kraft hineinbegeben’ der herre menlichen streit / vnde hilt sich in hart, / vnz im ein rum wart / hin zv den schiffen. / da weren sie besliffen, / wen daz er alleine / sie troste alle gemeine Herb 11841; die herren hilden in hart / vnde ir geferten. / den wiben [Amazonen] sie sich werten ebd. 14750

MWB 2 1899,9; Bearbeiter: Hansen

în hangen swV. in oder an etw. hängen, ‘inne- bzw. einwohnen, anhaften’ (vgl. lat. inhaerere; bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,320. 322): – Part.-Adj.: die drie personen inhangende in einikeit dez wesens ist selikeit Seuse 186,27; die bewegunge dez menschlichen gemüetes, daz da inhanget dem bösen [ motus animi humani inhaerentis malo ] ThvASu 180,26; die inhangende habung ebd. 226,4 u.ö. – subst. (vgl. înhangunge ): er [Gott] ist ein înhangen in sîn selbes lûter weselicheit, dâ niht zuohangendes enist Eckh 1:56,5; die krefte, die under gote swebent, die hânt ein înhangen in gote ebd. 1:56,9; Eckh (Pf) 416,33

MWB 2 1899,17; Bearbeiter: Hansen

înhangunge stF. ‘Inne- bzw. Einwohnung, Anhaftung’ (bildl. in myst. Texten, vgl. în hangen ): nâch înhangunge der persônen in daz wesen, dâ ist werk únd wesen ein Eckh 3:133,1; ez ist zesagen, daz in der wirkünge der erbesünde zwei ding zebetrahten sint. daz erste daz ist sin inhangunge zuo dem gegenwurfe [ primo quidem, inhaerentiam eius ad subiectum ] ThvASu 188,6

MWB 2 1899,30; Bearbeiter: Hansen

inhant Adv. ‘öfter, wiederholt, immer wieder’ dô quam ouch zûgejagit sân / ein michil her Littouwin, / dî [...] an dî brûdre trâten / inhant mit strîtis schricke [ et ipsos sepius hostiliter invaserunt (S. 184)] NvJer 24974; doch inhant eine cleine schar / ûf dem velde her und dar / irschein ebd. 14409; ir [der Litauer] kunic daz vil harte / bevestent mit gebote, / daz inhant ein rote / mit irre wer darûffe [auf der Burg] lît / ûf eine vorbenante zît ebd. 23181. 3676 u.ö.; he ging nicht vel muzig noch phewin [bildl. ‘wie ein Pfau’ ] , sundern io ein hant [l. ie inhant; übers. saepius, vgl. Anm.z.St.] zoch her in daz Ostirlant Köditz 35,23

MWB 2 1899,38; Bearbeiter: Hansen