i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
inbîʒzît
stFM.
‘Essenszeit’ (Tageszeit unklar):
do faht Wolfdietrich vnd der vngehúre wurm. / daz tribentz die naht al vmb vntz vf den imbes zit WolfdD
1665,3;
von dem morgen biz uf inbîzzît / sô het gewert dirre strît Kreuzf
6215;
dis geschach vnde war dwre brief gegeben an demme gruͦnen duͦnrestage zuͦ fruͦgeme ymbiszit UrkCorp (WMU)
1565,39;
si giengent nach den vroͮwan do / und vuͦrtont si schone dar / mit menger wunneclichen schar. / diz was an der imbis zit, / so man das wasser schiere git RvEWh
13303.
9250
MWB 2 1878,47; Bearbeiterin: Baumgarte
inblandine
stF.
‘Bedrücktsein, Verdrossenheit’ (zu
enblanden
; vgl. ahd. inblantanî, AWB 1,1173):
ích bín scúldig in sunthafter únfroude, [...], in inblandini [Hs. blandini
] , wêscreie, [...] in álles leides unmezze unde míssetrôste BambGlB
144,25
MWB 2 1878,58; Bearbeiterin: Baumgarte
inblâsære
stM.
‘jmd., der etw. einhaucht, eingibt’
der heilige geist ist ein inbleser des gloͮben, ein lerer der kúnfte, ein búrne der minne, ein zeichen der kúscheit, eine sache alles heiles ElsLA
334,31
MWB 2 1878,63; Bearbeiterin: Baumgarte
inblâsen
swV.
in
Tauler
22,17
→
enblœʒen
(vgl. Corin, TextkrV, 32f.,7)
MWB 2 1879,3;
în blâsen
stV.
1
‘jmdm. etw. (Geist, Atem, Leben) einhauchen’
2
‘jmdm. etw. (moralisch Verwerfliches) eingeben, einflüstern’
1
‘jmdm. etw. (Geist, Atem, Leben) einhauchen’
du [Gott] blise im dinen geist in / daz er ewich mohte sin VEzzo
73;
SEzzo
35;
Gen
202;
VMos
6,20;
di ginadi uns got do virliz, / do er unsich sin adim in blis SuTheol
18
2
‘jmdm. etw. (moralisch Verwerfliches) eingeben, einflüstern’
[
falls unter ihnen (den Dekanen) vielleicht irgendeiner
] ingiblassit der hohuart wunden [l. vunden
] wirt [
si ex eis aliqua forte quis inflatus superbus repertus fuerit
]
BrZw
21;
er [der Teufel] im [Judas] înblîs / daz er des koufes nicht enlîz JvFrst
1001.
– subst.:
aber ander träum die koment [...] von dem einfluz des götleichen gaistes und auch etleich von dem einplâsen des pœsen gaistes BdN
54,8
MWB 2 1879,5; Bearbeiterin: Baumgarte
inblâsticheit
stF.
in
Tauler
22,17
→
entlœsticheit
(Nachtr.; vgl. Corin, TextkrV, 32f.,7)
MWB 2 1879,20;
înblâsunge
stF.
‘Einhauchen, Eingebung’
darvon kurze sol wesen vnde luter daz gibet niwan liht von willen der inblasunge gotlicher gnade werde si gidante [ausgedehnt; nisi forte ex affectu inspirationis divinae graciae protendatur
]
BrZw
20;
BrHoh
20;
uon der inblasunge geistes zornes dines [interl. zu ab inspiratione spiritus ire tue
]
PsM
17,16;
PsWindb
17,16
MWB 2 1879,22; Bearbeiterin: Baumgarte
înblic
stM. (sw. Tauler )
in myst. Texten (vgl. Egerding, Metaphorik 2,89. 91).
1
‘Hineinleuchten, Hineinblitzen’
2
‘Einblick, Hineinblicken’
1
‘Hineinleuchten, Hineinblitzen’
daz man die goͤtlichen inblicken hat vil nohe on alles underlos; also dicke und also snel also man sich zuͦ gekeren mag, so vindet man von in innan die goͤtteliche sunne schinen vil klorer dan alle sunnen an dem himmel ie geschinen Tauler
33,9;
des innern menschen leben an schouwen und an minnen mac langer wern [als des äußeren] unde belîbet doch niht in dem hœhsten schouwenne angespannen, wan der hœhste înblic des liehtes der belîbet niht lange in stêter üebunge Eckh (Pf)
329,12
2
‘Einblick, Hineinblicken’
nu tu einen froͤlichen inblik in dich und luͦg, wie der minneklich got mit diner minnenden sele tribet sin minnespil Seuse
20,15;
daz er mit eime entsinkenden inblike kerti auf die nihtekeit sins eigenen siches, schoͮwende, daz daz sich und und aller dingen sich ein niht ist ebd.
335,11
u.ö.
MWB 2 1879,30; Bearbeiterin: Baumgarte
inblicken
swV.
→
enblicken
(Nachtr.)
MWB 2 1879,50;
în blicken
swV.
in myst. Texten.
1
‘hineinleuchten, hereinblitzen’
2
‘hineinblicken, Einblick nehmen’
1
‘hineinleuchten, hereinblitzen’
so ich ieme suͦchte, so ich ie minre vand, [...]; wan von einem ieklichen inblikenden bilde hat ich ein insprechen, e daz ich sin genzlich versuͦchti, [...], also: daz ist nit daz, daz du da suͦchest Seuse
201,11;
ich zwyfel nit dar an eyn hare, isz ensy manig dusent mensche, die sich vil heilig und vil sunderlich bewysen [...], und sollen also sterben, das yn ware gelassenheyt nie in geblickde eynen augenblick ebd.
515,3;
vernünfticheit diu blicket în und durchbrichet alle die winkel der gotheit und nimet den sun in dem herzen des vaters und in dem grunde und setzet in in irn grunt Eckh
3:178,3.
– subst.:
ze glîcher wîse, als er [der Evangelist Johannes] solte ziugnüsse geben von dem liehte götlîcher einikeit, diu in Kristô verborgen was, daz sie alle geloupten an in, alsô sol diu vorloufende vernunft geziugnüsse geben der sêle des înblickens in die innersten innekeit Eckh (Pf)
585,25
2
‘hineinblicken, Einblick nehmen’
daz di redelichkeit gesamenet hot [
fon allin dingin waz gudis ist
] , da blickit daz forstentnisse in mit einir einveldikeit Parad
42,17.
– subst.:
wan waz di sinne begrifin fon buzin, daz wirdit geistliche getragin in di bilderinnen, und da so vazzit ez das inblickin des forstentnisses Parad
38,11;
43,24
MWB 2 1879,51; Bearbeiterin: Baumgarte
înborn
Part.-Adj.
→
îngeborn
MWB 2 1880,14;
în born
swV.
‘(in etw.) hineinbohren’
niden an der wende / bi des bettes ende / begund der knab in boren / mit schufeln und mit schoren [Hauen]
DreiFrauen
334;
sid ich dir nu anders nit getuͦn mag, so wil ich dinen lip doch mit disem negber [
nabegêr, ‘Bohrer’
] pingen und ze dem mund in boren, daz dir als we muͦss geschehen, als gross din lust mit fleisch essen ist gewesen Seuse
61,16
MWB 2 1880,15; Bearbeiterin: Baumgarte
inbot
stN.
auch ingebot.
‘Gebot, Auftrag, Weisung’
‘mandatum’ heizzet ‘inbot’. daz me den heimlichen truten unde den sunterfriunten inbiutet PsWindb
118,4(Randgl.);
daz ih behuote inbot diniu [interl. zu ut custodiam mandata tua
]
ebd.
118,60.
118,63;
dô sageten si ir daz inbot [die ausgeschickten Männer teilen Crescentia mit, dass sie durch ihren Ehemann (Kaiser) beauftragt sind, sie zu töten]
Kchr
11854;
‘vbir vierzic tâge so wirt verwandelt Ninnive.’ daz gotis îngebot wart geseit dem kunige Spec
62,18
MWB 2 1880,23; Bearbeiterin: Baumgarte
în brëchen
stV.
1 intr. ‘gewaltsam eindringen’
1.1 in einen Raum oder als Raum Gedachtes 1.2 in etw. Festes 2 tr. ‘etw. gewaltsam (in etw. Festes) hineinbrechen’
1
intr. ‘gewaltsam eindringen’
1.1
in einen Raum oder als Raum Gedachtes:
der bischof sich do wante / zu dem volke unde sach, / wie die schar zur tur inbrach, / die nicht gutes meinte Pass III
59,4;
dâ brach er zuo den türen în Tr
13529;
RvEWchr
4792;
Kreuzf
2947.
2942;
we dem kloster, da disú zwei [
inwendig frevel geselschaft und uswendig schedlich frúntschaft
] in gebrechent! Seuse
382,19
(=
463,27
).
–
daz her bî Posenow înbrach / und durchreit den strich sô vort / bis an dî stat zu Frankenvort / mit roube und mit brande NvJer
26435
1.2
in etw. Festes:
an der selben bekorunge [Versuchung] / des obzes nam der junge [Adam] / den angel [...] der brach im durch den hals in / biz her worgete dor an HeslApk
5766
2
tr. ‘etw. gewaltsam (in etw. Festes) hineinbrechen’
ist aber, daz ein man sinken wil eine grube, di da heizet ein heimelichkeit [stilles Örtchen] , di muz he inbrechen oder inslan dri vuze von sime nakebure [Nachbarn]
StRFreiberg
31,17
MWB 2 1880,34; Bearbeiterin: Baumgarte
în brëhen
swV.
wohl hierher und nicht zu
în brëchen
‘nach innen leuchten’
der selben vernúnftiges lieht ist us brechende und nút in brechende als daz ful holtz, daz dez nahtes schinet etwaz [durch Bioluminiszenz eines Pilzmyzels schwach schimmernd]
Seuse
157,1
MWB 2 1880,55; Bearbeiterin: Baumgarte
în brîden
stV.
‘hineinweben’
der samît als ein rôse bran / in einem rôten glaste, / dar ûz dem hôhen gaste / was sîn wâpencleit gesniten. / ein wunder was dar în gebriten, / daz diu sŷrêne heizet KvWTroj
3738;
dâ wâren strîfen în gebriten / ûz grüener sîden vingers breit ebd.
2948
MWB 2 1880,61; Bearbeiterin: Baumgarte
în bringen
V.
1
‘hereinbringen’
2
‘einbringen, einnehmen’ (von Geld und Besitz) 2.1
‘(zusätzlichen Besitz) einbringen’ (auch in die Erbmasse s. DRW 2,1370 s.v. einbringen 5; WMU 2,924 s.v. înbringen B2) 2.2
‘(Geld/ Abgaben) einziehen, einnehmen’ (s.a. DRW 2,1369f. s.v. einbringen 4; WMU 2,924 s.v. înbringen B1)
1
‘hereinbringen’
si brâhten wider în zer tür / daz si mit zuht ê truogen für Parz
240,21;
sus brâhtens in heinlîchen în / wider durch ir hâltürlîn Tr
9497.
– übertr.:
nû sol ich abir brengin în / ein teil der schichte, dî dâ sîn / in andrin landin geschên NvJer
15363;
dar umbe sol der mensche vlîziclîchen behüeten sîniu ougen, daz sie iht înbringen, daz der sêle schedelich sî Eckh
2:138,5
u.ö.;
und die do rechte one mittel inbringent den heiligen geist in einer hohen wisen, daz ist wore abgescheidenheit und lidikeit und innikeit und einikeit Tauler
91,30.
250,14
2
‘einbringen, einnehmen’ (von Geld und Besitz)
2.1
‘(zusätzlichen Besitz) einbringen’ (auch in die Erbmasse s. DRW 2,1370 s.v. einbringen 5; WMU 2,924 s.v. înbringen B2):
er riet und bat flîziclich, / daz der kunic solt dem rîch / disiu lant in bringen Ottok
13763.
19038.
19806;
als er datz Âche hiet gesworn, / swaz dem rîche wær verlorn, / daz sold er in bringen; / er hiet gelobt an allen dingen / daz rîche bezzern unde mêrn ebd.
12835
2.2
‘(Geld/ Abgaben) einziehen, einnehmen’ (s.a. DRW 2,1369f. s.v. einbringen 4; WMU 2,924 s.v. înbringen B1):
er sol auch elliu iar mit den stiurmaistern sweren die stiur getriwlich besorgen und einzebringen alz verr es an im stat ungevarlich StRAugsb
251,14;
wann mein paid vorgenant toͤchter geistlich sint vnd sich selb nicht besorgen mogen, wil ich vnd mein erben die sorg fur sev tragen vnd in die guͤllt inpringen ân all ir mue vnd nach vnsern trewn UrkEnns
6,469
(a. 1344)
MWB 2 1881,3; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrinnende
Part.-Adj.
‘heftig brennend, leidenschaftlich entbrannt’ (mit intensivierendem →
in-; vgl.
enbrinnen
):
entliuhte uns, liehtebernder tac, / inbrinnend minne, balsmen smac, / blüejender hac, / inbrünstgiu herzen hitze LobGesMar
15,2
MWB 2 1881,34; Bearbeiterin: Baumgarte
în brocken
swV.
etw. (Brot) in Stückchen in eine Flüssigkeit hinein geben ‘einbrocken’
intero: înbrockin VocAbstr
377
MWB 2 1881,39; Bearbeiterin: Baumgarte
înbruch
stM.
‘Zusammenbruch, Einbruch’
mugint ir geischlich zuht nit genzlich fúr bringen, so ahtend doch, daz nit ablasses [Nachlassen] noh sweres inbruches under úch geschehe Seuse
382,4.
463,14.
– unklar, ob hierher oder ‘Nachinnendringen, Nachinnenrichten’ (vgl.
în brëchen
,
înbrüchic
) oder ‘Einziehen’ (vgl. Glr.z.St.):
so sich ein gelassenr mensch fuͤgen wil zuͦ der warheit, so sol er sich flizzen, daz er nem einen inbruch der sinnen, wan got ist ein geist Seuse
168,30.
359,3
MWB 2 1881,42; Bearbeiterin: Baumgarte
înbrüchic
Adj.
‘nach innen gerichtet’
do kom dú selb jubilierend gnade her wider und ward im neiswi in beliplicher wise, [...], dik in dem bad ald ob tische ward im dú selb gnade; aber daz geschah in inbrúchiger wise, nút in usbrúchiger wise Seuse
175,26
MWB 2 1881,52; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrünste
Adj.
→
inbrünstic
MWB 2 1881,58;
inbrünstic
Adj.
‘heftig brennend, stark entflammt’ (zu
brünstec
mit intensivierendem (?) →
in- ):
daz ein inbrúnstigú vakel enbrunnen sie in dinem herzen Seuse
384,15.
466,16;
luͦg oͮch, wie die hohen seraphin und die minnrichen selen des selben kores [Engelschores] ein inbrúnstiges ufflammen hein ane underlaz in mich [die Ewige Weisheit]
ebd.
243,13.
– übertr. ‘stark verlangend, leidenschaftlich’
si rûften ‘crucifige’/ nicht eines, sunder zwir, / wan inbrunstic was ir gir / und erhitzt ûf Christi tôt JvFrst
7416;
daz miner tochter mund so rott / von mine [l. minne
] ie so inbrünstig ward, / des litt erschlagen menig ritter zartt GTroj
23559;
ir [des Paares] frœlîch lust was ûf den haft [Verbindung, Festhalten] / der minne kon [
kone swstF., stM. ‘Ehepartner’] inbrünstic Reinfr
11143;
meist bezogen auf religiösen Eifer oder die myst. Liebe zu Gott:
vil süezer trôst und genâde geschach, / dô des heiligen geistes güete / inbrünstic si machte mit sîner glüete Renner
13212;
ei wel inbrunstec minne, / da sich erzouget inne / zu gesichte ieso gereit / godes gegenwurtekeit! Elis
5337.
5140;
ich jage ze dir mit hitzigem inbrúnstigem ernste, als der hirze zuͦ dem lebenden brunnen Seuse
216,16
u.ö.;
wohl hierher (vgl. Pfeiffer Anm.z.St.):
entliuhte uns, liehtebernder tac, / inbrinnend minne, balsmen smac, / blüejender hac, / inbrünstgiu [Hs. inbrv́nstîv
] herzen hitze LobGesMar
15,4
MWB 2 1881,59; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrünsticlîche
Adv.
‘heftig brennend, leidenschaftlich’
des hat ein furic minne / ir herze unde aller ir sinne / inbrunstecliche enzundet Elis
979;
daz dú minnevackel ze allen ziten inbrúnstklich uf schlahe in allem minem gebette [Gebet]
Seuse
314,3;
so inbrunstklich glenzende ebd.
241,11.
317,16.
395,27
MWB 2 1882,24; Bearbeiterin: Baumgarte
inbrünstlîche
Adv.
‘heftig brennend, leidenschaftlich’
welch sêlic mensche hât nu den sin, / der sich ze gote und in got senke / und inbrünstlich an in gedenke? Renner
22536;
ker wider, daz wir dich an gesehen: der vatter mit sime gewalte, [...], der heilige geist, daz er dich inbrúnstlich wider enzúnde als ie von erst Seuse
436,2.
549,1
MWB 2 1882,30; Bearbeiterin: Baumgarte |