Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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i – ie|besunder (?)
ieclich – iemerkæse
iemerkuo – iersch
iertes – iewëdersît
iewelich – ihten (?)
ihtesiht – îlunge
im – in
in – în bezûnen
în biegen – în brëhen
în brîden – inder(t)
in dës – inelende
în enthalten (?) – ingebër
în gebërn – ingesigelde
ingesinde – in guot
în gürten – în houwen
inhûs – în lâʒen
înlâʒunge – în lûchen
în luogen – inne halten
în neigen (?) – innergewant
innerhalbe – inniclich
innigen – în rüefen
în rüeren – inschrift
în sëgenen – în slahen
însleich – în springen
în spruʒʒen (?) – interpretieren
intestîn – în twingen
în ünden – în vleischen
învleischunge – înwander
inwaner – în wischen
în wîsen – ipocrisis
ipocrite – irhalp
irhære – irregunge
irrehaft – Ir|rîche
irricheit – îsenbû
îsendach – îsenkaste
îsenkëc – îsensacroc (?)
îsenschûfel – îserîn
îserkleit – isôpe
isôpensaf – îtelhant
îtelinc – itwinde
iu – îwînboum

   în vlœʒen - în waten    


în vlœʒen swV. ‘jmdm. etw. einflößen’ trîaken nam diu wîse dô, / diu listege künigîn / und vlôzte im der alsô vil în, / biz daz er switzen began Tr 9438

MWB 2 1958,45; Bearbeiterin: Baumgarte

învluc stM. ‘Hereinfliegen, Einflug’ si fliegent an die waid von irn nesten gegen der sunnen aufganch, aber des nestes tür ist gegen der sunnen underganch, dar umb müezent si sich verkêren an dem einflug von der waid BdN 185,23

MWB 2 1958,48; Bearbeiterin: Baumgarte

invlücke, -vlucke Adj. ‘einen starken Impuls zu fliegen habend, sehr bereit zu fliegen, flügge’ (zu vlücke , vlucke mit intensivierendem → in-): hie wahsent uns die vedern van, / von den der muot in vlücke wirt Tr 16961

MWB 2 1958,53; Bearbeiterin: Baumgarte

invluht stF. ‘Zuflucht’ (vgl. în vliehen ): o wol uns der zuversicht / und der richen invlucht, / di wir sus haben an diner zucht, / durch daz man an dich hoffen sal Pass I/II (HSW) 18235

MWB 2 1958,58; Bearbeiterin: Baumgarte

învluot stF. ‘(Hin-)Einfließen’ obir dise insuln sint eczliche andir insuln, czu den ist sorglich czu sigilin unde kumen von der uzvlut und invlut [ propter fluxum et refluxum maris ] des meris obirswenge MarcoPolo 69,5

MWB 2 1958,62; Bearbeiterin: Baumgarte

învluʒ stM. zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,638f. 646. 651. 657. ‘(Hin-)Einfließen’ i.d.R. bildl.; überw. in myst. und geistl. Texten, vereinzelt in astrologischem Zusammenhang: so unsir herre in si [die Seele] vlivzit: so wirt si schoͮne ane maze. von deme minniclichen invluze wirt si gerainet uon dien súndon PrGeorg (Sch) 32,48; die liechten cherubin und ir geselschaft hein einen liechten influz und usguz mines ewigen und unbegriffenlichen liehtes Seuse 243,14; also vil alse ein iekliches naher ist der sache, die da infliezet, daz den influz enphahende ist, also vil so enphaht ez den influze fölklicher ThvASu 62,20; Elis 5344. – in unterschiedlichem Maße übergehend zu ‘Einfluss, Einwirkung’ hi sagit meister Eckart fon gotlicher herschaft [...] und wi daz ubirste gut ist geordinit zu der sele und wi di sele sinen infliuz inphehit Parad 6,32; [die Gnade] wider zü erwerben, daz [...] mag nit von nature geschehen, sunder von dem jnfluß götlicher miltekait Gnadenl 3:A2,42; PrEkkewint 228; RvBib 182,26; Tauler 372,29; aber ander träum die koment von gedenken, die der mensch wachend hât, und etleich von dem einfluz der stern kreft und etleich von dem einfluz des götleichen gaistes und auch etleich von dem einplâsen des pœsen gaistes BdN 54,6; von der kunst influß / ich wol kenne, nenne / den flegmaticus Mügeln 331,1

MWB 2 1959,3; Bearbeiterin: Baumgarte

învlüʒʒic Adj. ‘einfließend, etw. Einfließendes aufnehmend’ (mit Gen.d.S.), hier übertr.: an dem dritten stücke sol dirre geistlîche himel der sêle werden götlîcher gnâden unde trôstes înflüzzic Eckh (Pf) 212,11

MWB 2 1959,31; Bearbeiterin: Baumgarte

învlüʒʒicheit stF. ‘Einfließen’, hier übertr.: dirre înflüzzekeit [der Gnade] begerte Isaias der wîssage Eckh (Pf) 212,20

MWB 2 1959,36; Bearbeiterin: Baumgarte

în vorderen, în vordern swV. 1 ‘etw. (Abgaben, Schulden) einfordern, eintreiben’
2 ‘jmdn. (Bürgen) zum Einlager einfordern’ (vgl. înlëger )
   1 ‘etw. (Abgaben, Schulden) einfordern, eintreiben’ uch sal nicht gebrechen dort / des ir gewinnet swere / vor des keiseres wizzenere [Schergen] , / die sin gut vordern in Pass III 12,65; zinse vnd gûlte vnsers houes vnd daz dar in gehoͤret súln ir amtlúte uns in helfen vordern vnd gewinnen UrkCorp (WMU) 1480,29 u.ö.    2 ‘jmdn. (Bürgen) zum Einlager einfordern’ (vgl. înlëger ): so sint die burgen ledich vmb die sache, dar vmb si in gevordert vnd gemant warn UrkCorp (WMU) 935,38. 3020A,34; wer aver ich oder mein erben des wider, swenn dann Hainreich oder sein brueder ainer mich oder mein erben inn vodert, so sol ich oder mein erben in laisten hinz Sannd Pölten in ain erber gasthaus und do nicht aus kömen, iz werd gelaistet alles das vorgeschriben ist UrkPölt 336 (a. 1340)

MWB 2 1959,39; Bearbeiterin: Baumgarte

învüeclîche Adv. ‘passend, einfügsam’ wan got kan sich învüeclîcher vüegen ze mir und baz vereinigen mit mir, dan ich mich künde vereinigen mit got Eckh 5: 402,7

MWB 2 1959,56; Bearbeiterin: Baumgarte

învüecsamkeit stF. ‘Anpassungsfähigkeit, Eingliederungsfähigkeit’ der luft, der dâ enpfæhet daz lieht der sunnen in sich, dâ enschînet kein lieht dan der luft. diz ist von der învüecsamkeit, die er [ der luft ] ze dem liehte hât Eckh 2:406,6

MWB 2 1959,60; Bearbeiterin: Baumgarte

în vüeren swV. 1 ‘jmdn. hereinführen’
2 ‘etw. hereinbringen, einführen’
   1 ‘jmdn. hereinführen’ aber der ivnger was bekant dem bischolf. vnd sprach zv der türhüterinne daz si avch infvrt Petrvm EvAug 265,13; des landes herren vürbaz / si vuorte zeiner kemenaten în Wh 232,1; Parz 163,14 u.ö.; Tr 13383 u.ö.; GTroj 11207. – übertr.: mit dem bilde und mit dem heiligen geiste wirt si [die Seele] durchgevüeret und îngevüeret in den grunt Eckh 1:399,2 u.ö.    2 ‘etw. hereinbringen, einführen’ Aristotiles spricht, daz diu lung sei ain wintvanch, der den luft auz und ain füert BdN 29,24; künde ich den tag [das Tageslicht] mit secken ingefüren Frl 10:7,1; welch man zu der stat gehort, [...], der sal zu rechte nicht zollen. waz he uz- oder invuret [...], daz ist zolvri StRFreiberg 234,32; UrkCorp (WMU) 548C,42 u.ö. – von der Ernte ‘einbringen’ lât ein man sîn korn dâ ûzen stân als alle liute ir korn în gefüerent, wirt ez im veretzet oder zertret, man giltet ez im niht SSpAug 207,8; WüP 104,14; mit Ersparung des Akk.: vnd wann man gar hat ab gesniten [die Ernte] vnd gemæt vnd gar in gefuͤrt UrkCorp (WMU) 67,40

MWB 2 1960,1; Bearbeiterin: Baumgarte

în vüllen swV. ‘hineinfüllen’ nemt claret alde wein / vnd füllet aber wider in Krone 1673; daz der rîchen liute kinde vil minre wirt ze alten liuten unde ze gewahsenen liuten danne der armen liute kint, daz ist von der überfülle, [...]: wan den kan man niemer sô vil în gefüllen, daz man dannoch trûwe daz ez genuoc habe PrBerth 1:433,30. 1,35,25

MWB 2 1960,23; Bearbeiterin: Baumgarte

în vuoʒen swV. ‘hineingehen, eintreten’ der herczog von Bemin hin infuzt / vnd dy furstin alle gruzt Dalimil 29,21

MWB 2 1960,31; Bearbeiterin: Baumgarte

inw- s.a. enw-

MWB 2 1960,34;

în wâgen swV. ‘sich hineinwagen, hineintrauen’ disen [die Gott folgen] wirt underwilent ein gar wuͤst ellent weg fúr gehalten, do er sich in wogen muͦs Tauler 189,15

MWB 2 1960,35; Bearbeiterin: Baumgarte

în walzen stV. ‘hereinrollen, hereinwälzen’ sy quamen uf mich mit schure [hier: Verderben] / [...] als durch eyn offene tuer. / nach irer vryen willekur / sy sint scherecht [scharenweise] gewaltzen in / zu den grozen unsalden min Hiob 11405

MWB 2 1960,39; Bearbeiterin: Baumgarte

înwandel stM. ‘(Be-)Wohnen’ (hier von Gottes Haus): wir hortun des inwandels gebot [ habitandi praeceptum, das Gebot für das Bewohnen] BrZw Prolog

MWB 2 1960,44; Bearbeiterin: Baumgarte

înwandelære stM. ‘Bewohner’ wir gevragetun den herren [...] von dem inwandler [ habitator ] des huses sin BrZw Prolog; ib wir vollen [erfüllen] des inwandlers ammet wir werden erben des riches der himel ebd. Prolog

MWB 2 1960,48; Bearbeiterin: Baumgarte

înwander stM. ‘Eingang’ ouch des garten inwander / ist verrigelt vil harte Daniel 7540

MWB 2 1960,53; Bearbeiterin: Baumgarte

inwaner stM. inwonære

MWB 2 1960,55;

inwart, inwërt Adj. 1 ‘im Inneren, zum Inneren gehörig, inner’
2 meist von Grundbesitz in der Wendung inwërteʒ eigen und der Zusammenbildung inwërt(s)eigen stN. ‘Inwärtseigen, Dienstgut, das nur innerhalb desselben Herrschaftsverbandes, aber nicht nach außerhalb frei veräußerlich ist (bleibt dem Dienstherren erhalten)’ (vgl. 2 HRG 2,1296f.)
   1 ‘im Inneren, zum Inneren gehörig, inner’ mit des heiligen geistes trostlichere unctione / unde in inwertes gestunges salubri compunctione [in der heilsamen Reue innerer Zerknirschung] Himmelr 10,30. – von Dienstmännern/  Vasallen ‘zum inneren Kreis gehörig, nahe, vertrauenswürdig’ die fürsten hânt daz reht, swâ si geweren sullen sîn, dâ sullent si ir ofen brief hin senden under ir insigel, unde sullen den senden bî ir inwartesten dienstmanne SchwSp (W) 176,14; von dem Semernick unt von dem Hartperch [...] untz hintz Pyestnick unt von danne her ze Willenprucke. die purge unt dienstman di da enzwischen sint, di stent minem herren inwert als ander sine dienstman EnikLB 709,8    2 meist von Grundbesitz in der Wendung inwërteʒ eigen und der Zusammenbildung inwërt(s)eigen stN. ‘Inwärtseigen, Dienstgut, das nur innerhalb desselben Herrschaftsverbandes, aber nicht nach außerhalb frei veräußerlich ist (bleibt dem Dienstherren erhalten)’ (vgl. 2HRG 2,1296f.): ain inwertaigen, daz zu ains dinstherren herschaft gehort, daz mag seiner aigen man ainer dem andern wol geben, daz sew dez herren hant nicht bedurffen, der ez da chawft und der ez da hin geit, die in der herschaft siczent SteiermLdr 116; UrkHerzogenb 50 (a. 1314); [ der antwurtter ] spricht, dez aigens sitz er [er besitzt das Eigen] bey nutz und bey gewer und ist des gotzhauzz rechtz einwartz aygen und nennt auch den herren OberBairLdr 199; UrkCorp (WMU) 2351,46 u.ö.; UrkStVeit 51 (a. 1336); UrkRait 387 (a. 1295). – als mhd. Terminus in lat. Text: nullus iudicum provincialium habet potestatem iudicandi in possessionibus que vulgariter dicuntur inwerteigen UrkStVerf 200 (um 1260); UrkWittelsb 1,133 (a. 1254); UrkEnns 1,494 (a. 1257); UrbNAlteich 622; MGHConst 2:633,34 (a.1254)

MWB 2 1960,56; Bearbeiterin: Baumgarte

inwart Adv. inwërt

MWB 2 1961,30;

în waschen stV. ‘(ins Meer) hineinwaschen’ (Glr.z.St. ‘auswaschen’): si [die Insel Sylanche] ist ouch vormalis grozer gewest; wen der nordin wint mit syme sturme unde des meris irgysunge hot des landis vil ingewaschin, als di merner sprechin, als ouch mappa mundi bewist MarcoPolo 58,19

MWB 2 1961,31; Bearbeiterin: Baumgarte

în waten stV. ‘hineinwaten, hineingehen’ er lieff so er baldest mocht das waßer hien zu tal und wuͦt yn biß an den halß Lanc 228,2

MWB 2 1961,38; Bearbeiterin: Baumgarte