în vlœʒen
swV.
‘jmdm. etw. einflößen’
trîaken nam diu wîse dô, / diu listege künigîn / und vlôzte im der alsô vil în, / biz daz er switzen began Tr
9438
MWB 2 1958,45; Bearbeiterin: Baumgarte
învluc
stM.
‘Hereinfliegen, Einflug’
si fliegent an die waid von irn nesten gegen der sunnen aufganch, aber des nestes tür ist gegen der sunnen underganch, dar umb müezent si sich verkêren an dem einflug von der waid BdN
185,23
MWB 2 1958,48; Bearbeiterin: Baumgarte
invlücke, -vlucke
Adj.
‘einen starken Impuls zu fliegen habend, sehr bereit zu fliegen, flügge’ (zu
vlücke
, vlucke mit intensivierendem →
in-):
hie wahsent uns die vedern van, / von den der muot in vlücke wirt Tr
16961
MWB 2 1958,53; Bearbeiterin: Baumgarte
invluht
stF.
‘Zuflucht’ (vgl.
în vliehen
):
o wol uns der zuversicht / und der richen invlucht, / di wir sus haben an diner zucht, / durch daz man an dich hoffen sal Pass I/II (HSW)
18235
MWB 2 1958,58; Bearbeiterin: Baumgarte
învluot
stF.
‘(Hin-)Einfließen’
obir dise insuln sint eczliche andir insuln, czu den ist sorglich czu sigilin unde kumen von der uzvlut und invlut [
propter fluxum et refluxum maris
] des meris obirswenge MarcoPolo
69,5
MWB 2 1958,62; Bearbeiterin: Baumgarte
învluʒ
stM.
zum Gebrauch in myst. Texten vgl. Egerding, Metaphorik 2,638f. 646. 651. 657.
‘(Hin-)Einfließen’ i.d.R. bildl.; überw. in myst. und geistl. Texten, vereinzelt in astrologischem Zusammenhang:
so unsir herre in si [die Seele] vlivzit: so wirt si schoͮne ane maze. von deme minniclichen invluze wirt si gerainet uon dien súndon PrGeorg (Sch)
32,48;
die liechten cherubin und ir geselschaft hein einen liechten influz und usguz mines ewigen und unbegriffenlichen liehtes Seuse
243,14;
also vil alse ein iekliches naher ist der sache, die da infliezet, daz den influz enphahende ist, also vil so enphaht ez den influze fölklicher ThvASu
62,20;
Elis
5344.
– in unterschiedlichem Maße übergehend zu ‘Einfluss, Einwirkung’
hi sagit meister Eckart fon gotlicher herschaft [...] und wi daz ubirste gut ist geordinit zu der sele und wi di sele sinen infliuz inphehit Parad
6,32;
[die Gnade] wider zü erwerben, daz [...] mag nit von nature geschehen, sunder von dem jnfluß götlicher miltekait Gnadenl
3:A2,42;
PrEkkewint
228;
RvBib
182,26;
Tauler
372,29;
aber ander träum die koment von gedenken, die der mensch wachend hât, und etleich von dem einfluz der stern kreft und etleich von dem einfluz des götleichen gaistes und auch etleich von dem einplâsen des pœsen gaistes BdN
54,6;
von der kunst influß / ich wol kenne, nenne / den flegmaticus Mügeln
331,1
MWB 2 1959,3; Bearbeiterin: Baumgarte
învlüʒʒic
Adj.
‘einfließend, etw. Einfließendes aufnehmend’ (mit Gen.d.S.), hier übertr.:
an dem dritten stücke sol dirre geistlîche himel der sêle werden götlîcher gnâden unde trôstes înflüzzic Eckh (Pf)
212,11
MWB 2 1959,31; Bearbeiterin: Baumgarte
învlüʒʒicheit
stF.
‘Einfließen’, hier übertr.:
dirre înflüzzekeit [der Gnade] begerte Isaias der wîssage Eckh (Pf)
212,20
MWB 2 1959,36; Bearbeiterin: Baumgarte
în vorderen, în vordern
swV.
1
‘etw. (Abgaben, Schulden) einfordern, eintreiben’
2
‘jmdn. (Bürgen) zum Einlager einfordern’ (vgl.
înlëger
)
1
‘etw. (Abgaben, Schulden) einfordern, eintreiben’
uch sal nicht gebrechen dort / des ir gewinnet swere / vor des keiseres wizzenere [Schergen] , / die sin gut vordern in Pass III
12,65;
zinse vnd gûlte vnsers houes vnd daz dar in gehoͤret súln ir amtlúte uns in helfen vordern vnd gewinnen UrkCorp (WMU)
1480,29
u.ö.
2
‘jmdn. (Bürgen) zum Einlager einfordern’ (vgl.
înlëger
):
so sint die burgen ledich vmb die sache, dar vmb si in gevordert vnd gemant warn UrkCorp (WMU)
935,38.
3020A,34;
wer aver ich oder mein erben des wider, swenn dann Hainreich oder sein brueder ainer mich oder mein erben inn vodert, so sol ich oder mein erben in laisten hinz Sannd Pölten in ain erber gasthaus und do nicht aus kömen, iz werd gelaistet alles das vorgeschriben ist UrkPölt
336
(a. 1340)
MWB 2 1959,39; Bearbeiterin: Baumgarte
învüeclîche
Adv.
‘passend, einfügsam’
wan got kan sich învüeclîcher vüegen ze mir und baz vereinigen mit mir, dan ich mich künde vereinigen mit got Eckh
5: 402,7
MWB 2 1959,56; Bearbeiterin: Baumgarte
învüecsamkeit
stF.
‘Anpassungsfähigkeit, Eingliederungsfähigkeit’
der luft, der dâ enpfæhet daz lieht der sunnen in sich, dâ enschînet kein lieht dan der luft. diz ist von der învüecsamkeit, die er [
der luft
] ze dem liehte hât Eckh
2:406,6
MWB 2 1959,60; Bearbeiterin: Baumgarte
în vüeren
swV.
1
‘jmdn. hereinführen’
2
‘etw. hereinbringen, einführen’
1
‘jmdn. hereinführen’
aber der ivnger was bekant dem bischolf. vnd sprach zv der türhüterinne daz si avch infvrt Petrvm EvAug
265,13;
des landes herren vürbaz / si vuorte zeiner kemenaten în Wh
232,1;
Parz
163,14
u.ö.;
Tr
13383
u.ö.;
GTroj
11207.
– übertr.:
mit dem bilde und mit dem heiligen geiste wirt si [die Seele] durchgevüeret und îngevüeret in den grunt Eckh
1:399,2
u.ö.
2
‘etw. hereinbringen, einführen’
Aristotiles spricht, daz diu lung sei ain wintvanch, der den luft auz und ain füert BdN
29,24;
künde ich den tag [das Tageslicht] mit secken ingefüren Frl
10:7,1;
welch man zu der stat gehort, [...], der sal zu rechte nicht zollen. waz he uz- oder invuret [...], daz ist zolvri StRFreiberg
234,32;
UrkCorp (WMU)
548C,42
u.ö.
– von der Ernte ‘einbringen’
lât ein man sîn korn dâ ûzen stân als alle liute ir korn în gefüerent, wirt ez im veretzet oder zertret, man giltet ez im niht SSpAug
207,8;
WüP
104,14;
mit Ersparung des Akk.:
vnd wann man gar hat ab gesniten [die Ernte] vnd gemæt vnd gar in gefuͤrt UrkCorp (WMU)
67,40
MWB 2 1960,1; Bearbeiterin: Baumgarte
în vüllen
swV.
‘hineinfüllen’
nemt claret alde wein / vnd füllet aber wider in Krone
1673;
daz der rîchen liute kinde vil minre wirt ze alten liuten unde ze gewahsenen liuten danne der armen liute kint, daz ist von der überfülle, [...]: wan den kan man niemer sô vil în gefüllen, daz man dannoch trûwe daz ez genuoc habe PrBerth
1:433,30.
1,35,25
MWB 2 1960,23; Bearbeiterin: Baumgarte
în vuoʒen
swV.
‘hineingehen, eintreten’
der herczog von Bemin hin infuzt / vnd dy furstin alle gruzt Dalimil
29,21
MWB 2 1960,31; Bearbeiterin: Baumgarte
inw-
s.a. enw-
MWB 2 1960,34;
în wâgen
swV.
‘sich hineinwagen, hineintrauen’
disen [die Gott folgen] wirt underwilent ein gar wuͤst ellent weg fúr gehalten, do er sich in wogen muͦs Tauler
189,15
MWB 2 1960,35; Bearbeiterin: Baumgarte
în walzen
stV.
‘hereinrollen, hereinwälzen’
sy quamen uf mich mit schure [hier: Verderben] / [...] als durch eyn offene tuer. / nach irer vryen willekur / sy sint scherecht [scharenweise] gewaltzen in / zu den grozen unsalden min Hiob
11405
MWB 2 1960,39; Bearbeiterin: Baumgarte
înwandel
stM.
‘(Be-)Wohnen’ (hier von Gottes Haus):
wir hortun des inwandels gebot [
habitandi praeceptum, das Gebot für das Bewohnen]
BrZw
Prolog
MWB 2 1960,44; Bearbeiterin: Baumgarte
înwandelære
stM.
‘Bewohner’
wir gevragetun den herren [...] von dem inwandler [
habitator
] des huses sin BrZw
Prolog;
ib wir vollen [erfüllen] des inwandlers ammet wir werden erben des riches der himel ebd.
Prolog
MWB 2 1960,48; Bearbeiterin: Baumgarte
înwander
stM.
‘Eingang’
ouch des garten inwander / ist verrigelt vil harte Daniel
7540
MWB 2 1960,53; Bearbeiterin: Baumgarte
inwaner
stM.
→
inwonære
MWB 2 1960,55;
inwart, inwërt
Adj.
1
‘im Inneren, zum Inneren gehörig, inner’
2 meist von Grundbesitz in der Wendung inwërteʒ eigen und der Zusammenbildung inwërt(s)eigen stN. ‘Inwärtseigen, Dienstgut, das nur innerhalb desselben Herrschaftsverbandes, aber nicht nach außerhalb frei veräußerlich ist (bleibt dem Dienstherren erhalten)’ (vgl. 2 HRG 2,1296f.)
1
‘im Inneren, zum Inneren gehörig, inner’
mit des heiligen geistes trostlichere unctione / unde in inwertes gestunges salubri compunctione [in der heilsamen Reue innerer Zerknirschung]
Himmelr
10,30.
– von Dienstmännern/ Vasallen ‘zum inneren Kreis gehörig, nahe, vertrauenswürdig’
die fürsten hânt daz reht, swâ si geweren sullen sîn, dâ sullent si ir ofen brief hin senden under ir insigel, unde sullen den senden bî ir inwartesten dienstmanne SchwSp (W)
176,14;
von dem Semernick unt von dem Hartperch [...] untz hintz Pyestnick unt von danne her ze Willenprucke. die purge unt dienstman di da enzwischen sint, di stent minem herren inwert als ander sine dienstman EnikLB
709,8
2
meist von Grundbesitz in der Wendung inwërteʒ eigen und der Zusammenbildung inwërt(s)eigen stN. ‘Inwärtseigen, Dienstgut, das nur innerhalb desselben Herrschaftsverbandes, aber nicht nach außerhalb frei veräußerlich ist (bleibt dem Dienstherren erhalten)’ (vgl. 2HRG 2,1296f.):
ain inwertaigen, daz zu ains dinstherren herschaft gehort, daz mag seiner aigen man ainer dem andern wol geben, daz sew dez herren hant nicht bedurffen, der ez da chawft und der ez da hin geit, die in der herschaft siczent SteiermLdr
116;
UrkHerzogenb
50
(a. 1314);
[
der antwurtter
] spricht, dez aigens sitz er [er besitzt das Eigen] bey nutz und bey gewer und ist des gotzhauzz rechtz einwartz aygen und nennt auch den herren OberBairLdr
199;
UrkCorp (WMU)
2351,46
u.ö.;
UrkStVeit
51
(a. 1336);
UrkRait
387
(a. 1295).
– als mhd. Terminus in lat. Text:
nullus iudicum provincialium habet potestatem iudicandi in possessionibus que vulgariter dicuntur inwerteigen UrkStVerf
200
(um 1260);
UrkWittelsb
1,133
(a. 1254);
UrkEnns
1,494
(a. 1257);
UrbNAlteich
622;
MGHConst
2:633,34
(a.1254)
MWB 2 1960,56; Bearbeiterin: Baumgarte
inwart
Adv.
→
inwërt
MWB 2 1961,30;
în waschen
stV.
‘(ins Meer) hineinwaschen’ (Glr.z.St. ‘auswaschen’):
si [die Insel Sylanche] ist ouch vormalis grozer gewest; wen der nordin wint mit syme sturme unde des meris irgysunge hot des landis vil ingewaschin, als di merner sprechin, als ouch mappa mundi bewist MarcoPolo
58,19
MWB 2 1961,31; Bearbeiterin: Baumgarte
în waten
stV.
‘hineinwaten, hineingehen’
er lieff so er baldest mocht das waßer hien zu tal und wuͦt yn biß an den halß Lanc
228,2
MWB 2 1961,38; Bearbeiterin: Baumgarte |