i – ie|besunder (?) ieclich – iemerkæse iemerkuo – iersch iertes – iewëdersît iewelich – ihten (?) ihtesiht – îlunge im – in in – în bezûnen în biegen – în brëhen în brîden – inder(t) in dës – inelende în enthalten (?) – ingebër în gebërn – ingesigelde ingesinde – in guot în gürten – în houwen inhûs – în lâʒen înlâʒunge – în lûchen în luogen – inne halten în neigen (?) – innergewant innerhalbe – inniclich innigen – în rüefen în rüeren – inschrift în sëgenen – în slahen însleich – în springen în spruʒʒen (?) – interpretieren intestîn – în twingen în ünden – în vleischen învleischunge – înwander inwaner – în wischen în wîsen – ipocrisis ipocrite – irhalp irhære – irregunge irrehaft – Ir|rîche irricheit – îsenbû îsendach – îsenkaste îsenkëc – îsensacroc (?) îsenschûfel – îserîn îserkleit – isôpe isôpensaf – îtelhant îtelinc – itwinde iu – îwînboum
|
insiam (?)
Subst.
Bed. unklar, zu lat. insicium ? (vgl. K. Woesner, Nu huete wol der verte, Åbo 2003, S. 114f.):
ammier, picmente, aromat, muzzele, / [...], / spicnardi unde insiam des samen, / der von dem balsem riset JTit
541,3
MWB 2 1938,16; Bearbeiter: Hansen
insidel (?)
M.
wohl ‘Einheimischer’ (oder zu
einsidele
‘Einsiedler’ ?):
wer do bricht [ein Verbrechen begeht] , der keyn inseddel noch keyn ußwesender [
‘Auswärtiger’, oder spez. ‘Verbannter’ ?] ist StRHeiligenst
37
MWB 2 1938,21; Bearbeiter: Hansen
în sieden
stV.
‘durch Kochen weniger werden, einkochen’
stoz si [die Kräuter] zu saffe. vnde sut si mit buttern in einer pfannen biz daz dritte teil in side SalArz
37,28;
daz side er allez mit ein ander in wazzer biz ez halp in geside ebd.
74,26.
81,8;
siut diu in guotem wîne unz ez drîstunt îngesiede Barth
149,34.
156,22
u.ö.
MWB 2 1938,26; Bearbeiter: Hansen
insigelære
stM.
jmd., der das amtliche Siegel führt, ‘Siegler’ (vgl. DRW 6,282):
sigillator: insigler VocOpt
37.023;
des hoves insigeler ze C. DRW
6,282
(KonstanzHäuserb.; a. 1347)
MWB 2 1938,33; Bearbeiter: Hansen
insigeldruc
stM.
‘Siegelabdruck’ (hier bildl.):
von im manic herze gewan / trûren unde siuftens zuc / und jâmers insigeldruc Mai
137,20
MWB 2 1938,37; Bearbeiter: Hansen
insigele
stN.
‘Siegel’ (vgl.
ingesigel
; s.a. DRW 6,276-281; WMU 2,939-941)
1
‘Siegelabdruck, Verschlusssiegel, angehängtes Siegel’
2
‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’
3
‘Zeichen, Emblem, Wappen’
4 übertr.
1
‘Siegelabdruck, Verschlusssiegel, angehängtes Siegel’
do enbeit Eraclîus niht mê, / daz insigel [des Briefes] er zerbrach Eracl
451;
si spienen chetene dâ für [vor die Kerkertür] / und îsnîne rigele. / si leiten ir insigele / durch gewarheit dar an KvHeimUrst
886;
dar zu so habin alle unser burger, [...], iru insigel an disen brief gehangen zuͦ einem woren und offin urkunde der vor gescribin sache WüP
9,18;
er sach ein buoch da gescriben, / bisigilit waiz mit insigelen siben SiebenZ
6;
HvNstAp
2292;
Parz
626,9.
–
[der Kaiser] sloz den karher selbe zuͦ vnd druchte sin vingerlin an das insigele Konr
13,32.
13,41.
–
‘Metallsiegel, Bulle’
er [der Brief] muͦste, als ich bewiset bin, / mit ainem insigel guldin / riliche besigelt sin, / als er von aines kúnges hant / sol kúngen werden gesant RvEWh
10549.
10646;
des pabstes insigel heizent pvlle SchwSp
746;
hierher oder zu 2:
daz insigele er [der Schmied] fur blat, / als erz gelernt hat, / deiz vil herlichen stat / unde niht zergat Hochz
11
2
‘Siegelstempel, Petschaft; Siegelring’
wir setzen ouch, daz dekein brûder âne die, den ambeht bevolhen sint, diekein insigel habe noch brieve sende StatDtOrd
45,16
u.ö.;
dez gebe wir disen brief [...], versigelt mit vnsem heymelichen jnsigele [Sekretsiegel] , wene wie daz groze jnsigel vorlorn haben UrkWürzb
39,66
(a. 1316);
BdN
460,34.
442,9;
Seuse
155,18
3
‘Zeichen, Emblem, Wappen’
ouh gedahter [Salomo] ein geschaft [Erfindung] , / ein insigil, mit dem er twang / die tievele RvEWchr
32437;
arâbesch golt gap drûffe [auf dem Kleidungsstück] schîn, / wol geworht manc turteltiubelîn / nâch dem insigel des grâles Parz
778,23;
Ithêr von Gaheviez / iwer insigel truoc ebd.
585,21.
792,29.
–
‘Brandzeichen’
dâ von Samarcône / ein insigel was gebrant / an des orses buoc Wh
232,7
4
übertr.:
dîn figûre wart gestemphet / in ir kiuschen forme insigel, / daz den tiuvel überkemphe KvWLd
1,54;
dirre kus sol ein insigel sîn / daz ich iuwer unde ir mîn / belîben stæte unz an den tôt, / niwan ein Tristan und ein Îsôt Tr
18355.
7812.
17016;
daz churze wort ‘amen’ ist ein zeichen unde ein insigel des vronen gebetes, des heiligen pater noster Spec
150,10;
Will
137,1;
PrGeorg (Sch)
32,52.
–
‘Ebenbild’
der eingil allir herist undir den, / Lucifer giheizzin, / der was als ein insigili / nach demo vroni bilidi SuTheol
45
MWB 2 1938,40; Bearbeiter: Hansen
insigelen, insigeln
swV.
‘etw. mit einem Siegel versehen, siegeln’
unde wir zu eime urkunde aller der vorgenanten dingen hiezzen disen brief schriben unde insigelen mit unserme kuniklichem insigel MGHConst
3:485,41
(a. 1294);
dise brif iz gegeben zv Triptoys vnd geinsigelt zv einer stetekeit mit vnseme insigil UrkCorp (WMU)
1816,7
u.ö.
– bildl.:
daz er [Gott] daz laster an uns vertilige / vnde er uns insigele / mit deme sluzele siner minne Litan
1302
MWB 2 1939,25; Bearbeiter: Hansen
insigelgraben
stV.
subst. ‘herstellen von Siegeln, Zeichen’
die götter und die gaist, die man anruoft mit pildengeschrift [Schriftzeichen]
[...] und mit insigelgraben BdN
377,23
MWB 2 1939,35; Bearbeiter: Hansen
în sîgen
stV.
1
‘etw. in etw. einlassen, hineinlegen’ (nur part. ‘eingelassen, eingesunken’ ) 2
‘einfallen, niederfallen’ (nur part. ‘einfallend, einsinkend’ )
1
‘etw. in etw. einlassen, hineinlegen’ (nur part. ‘eingelassen, eingesunken’):
als man phliget zû graben / di grôzen bûchstaben / in di stein di ligen / ûf den grebern în gesigen, / und heizen epitaphia JvFrst
9068
2
‘einfallen, niederfallen’ (nur part. ‘einfallend, einsinkend’):
sô die tiuvel an dem ende în sîgende werden als die regentropfen, wan ir als vil als regentropfen ist PrBerth
1:45,19
MWB 2 1939,39; Bearbeiter: Hansen
in sîn
V.
→
inne sîn
MWB 2 1939,48;
în sinken
stV.
1
‘versinken’
2
‘einbrechen’ (auf einer Eisfläche)
1
‘versinken’
als sich nü Gawein in das wasser liesz, / [...] / da vant er nihts anders denn mür. / mit dem rosz er zü tale fuͦr / [...]. / es war jn gesuncken, / das ime niht anders denn das haubt blahte [dass nur noch der Kopf zu sehen war]
Krone
14445.
–
‘einsickern’
also ein wasser daz uf eime ertrich gestunde und insincket in daz ertrich Tauler
55,16.
– bei Tauler bildl. ein (geistiges) Versinken, Einswerden (vgl. Egerding, Metaphorik 2,486):
do der verklerte geist mit disem ungelichen mit minnen insinket unde smiltzet in dem woren erkentnisse sins ungelichen Tauler
117,12
u.ö.;
subst.:
in den zehen joren sol der mensche haben eine inker und ein insincken, ein insmeltzen in daz luter goͤtteliche einveltige indewendige guͦt Tauler
80,12
u.ö.;
Part.-Adj.:
nu sint ander lúte die [...] sint insinckende und insmeltzende in iren ursprung in eime innewendigen stillen swigende alle irre krefte Tauler
406,11.
143,5
2
‘einbrechen’ (auf einer Eisfläche):
in der selbin herevart / gîngin dem meistre abe / vîr brûdir und ein knabe, / dî, als sî gewâpint wârn / sitzinde ûf irin marn [d.i. marken
‘Streitrössern’
] , / durch daz îs însunkin / und alsô vortrunkin / in dem wâge Mimele NvJer
18370
MWB 2 1939,49; Bearbeiter: Hansen
în sitzen
stV.
vgl. auch
inne sitzen
.
‘sich niederlassen, (in einen Raum) hineinsetzen’
1 allg. 2 spez. bergm. ‘sich niederlassen, um mit Schürfarbeiten zu beginnen’ (vgl. DRW 2,1462; JelinekWB S. 383)
1
allg.:
dâ [in das Zelt] gieng er und diu künigîn / al die wîle sitzen în, / biz daz mer wider kæme Tr
13270
2
spez. bergm. ‘sich niederlassen, um mit Schürfarbeiten zu beginnen’ (vgl. DRW 2,1462; JelinekWB S. 383):
wo er denne sinen stollen hat angenommen, do hat er das recht, das nimant [...] czwischen sinem stollen unde der marscheide insicczen mag [...] an sinen willen BgRIglauD
20;
das vor im noch hinder im nimant bi virdehalbem lehen insicczet ebd.
20
MWB 2 1940,10; Bearbeiter: Hansen
înslac
stM.
1
‘Eindruck, Einwirkung, Einschlag’
2 eine Zollabgabe
1
‘Eindruck, Einwirkung, Einschlag’
inpressiones: inpressinde kraft, inslag VocAbstr (H)
I,26.
– überw. in myst. Texten (vgl. zur Bedeutungsbestimmung A. M. Haas, Kunst rechter Gelassenheit, Bern 1995, S. 59-63, insbes. S. 62f.; s.a. Egerding, Metaphorik 2,498. 499f.):
und eins males do wart im ein kreftiger inschlag in sich selb und luhte im in von goͤtlicher warheit Seuse
327,5
u.ö.;
die alsus einen waren inslag kunnent geraten in dem grunde der warheit Tauler
44,23;
nôch deme blôzen înslage gotlîcher inwirkunge HvFritzlHl
225,27;
Eckh
4:650,186;
Eckh (Pf)
519,17
u.ö.
2
eine Zollabgabe:
inslach RegErzbKöln
3(2),180
(a. 1289)
MWB 2 1940,22; Bearbeiter: Hansen
în slâfen (?)
stV.
aufgrund von Formenüberschneidungen nicht sicher von
entslâfen
stV. zu trennen.
‘einschlafen’
den gebôt s. Mathêus, daz sie insliefin, unt die zouberêre mochtin sie nicht irweckin mit deheinin irin liestin PrMd (J)
351,11;
só sí [die Sirenen] gesehînt man ándemo mére varin. so sinen [singen] sio vílo scôno. unzin si [die Seefahrer] des wúnnisamin lîdes so gelustigot werdin. dazsîn inslafin ÄPhys
5,6;
Will
49,8.
– subst., euphem. vom Tod:
Stephânus der intslif in gote, wan sterben der heiligen inist nit mê wan ein inslâfen dirre werlde und ein wachen in deme êwigen lebine HvFritzlHl
35,28
MWB 2 1940,36; Bearbeiter: Hansen
în slahen
stV.
1
‘hineinschlagen’
1.1 intr. ‘einschlagen’
1.2 tr. 1.2.1 mit Akk.d.S. (bzw. in Pass.-Konstr.) ‘etw. hineinschlagen’
1.2.2 mit Akk.d.P. ‘jmdn. kämpfend in etw. hineintreiben’
2
‘etw. durch Schlagen zertrümmern, einschlagen’
3
‘etw. einwickeln’ (oder zu 1.2 i.S.v. ‘einhaken, einhängen’ ?)
1
‘hineinschlagen’
1.1
intr. ‘einschlagen’
– bildl. ‘(heftig oder überraschend) eindringen’
als dat der greve hoirte sagen, / mit veirhundert quam hie [er] in geslagen / ind gewan up sy alda den segen [besiegte sie]
HagenChr (G)
1151;
slehent denne andere ding in [passiert irgendetwas] , es sint sú selber oder út des iren das die stat gottes bekumbert Tauler
416,16
1.2
tr.
1.2.1
mit Akk.d.S. (bzw. in Pass.-Konstr.) ‘etw. hineinschlagen’
vorslo das loch odir di lochir mit neylin [Nägeln] di do sint von widin holcze. di slo wol in Pelzb
125,2;
nagele wurden im ingeslagen / durch hende unde vuze Pass III
299,68.
–
‘etw. durch Schlagen verankern’
ein pavilûne wol ze lobe / was im geslagen [La. in geslagen
] ûf daz velt KvWPart
13281.
–
‘etw. (eine Grube, ein Loch) ausheben, in den Boden schlagen’ (auch unter Ersparung des Obj.):
di [
grube
] muz he inbrechen oder inslan dri vuze von sime nakebure [Nachbarn]
StRFreiberg
31,18;
dô slugen si în und vunden di drû krûze HvFritzlHl
128,36.
– reitersprachl. unter Ersparung des Obj. mit den sporen ~
‘dem Pferd die Sporen geben’
mit beiden sporen sluoc er în / und îlte dan ûf sîne vart KvWEngelh
2818
1.2.2
mit Akk.d.P. ‘jmdn. kämpfend in etw. hineintreiben’
Ênêas treib si danne / unz zû Laurente in die borch / die strâze al dorch unde dorch. / her slûch si zû der porten in En
12123
2
‘etw. durch Schlagen zertrümmern, einschlagen’
den haidenn er [Hadrian] do gepot, / ob sy [die hl. Symphorosa] da nicht opphern wolte, / das man ir des ersten scholte / mit stainen die czend in slahen Märt
11375
3
‘etw. einwickeln’ (oder zu 1.2 i.S.v. ‘einhaken, einhängen’ ?):
diu tassel dâ diu solten sîn, / dâ was ein cleinez snuorlîn / von wîzen berlîn în getragen. / dâ hæte diu schœne în geslagen / ir dûmen von ir linken hant Tr
10938
MWB 2 1940,49; Bearbeiter: Hansen
însleich
stM.
‘Einsaugen’
der badeswam ist zugeweich, / durchvertic, und sîn însleich / weichet vil und in sich slint / swaz er des nazzen vor im vint JvFrst
10028
MWB 2 1941,22; Bearbeiter: Hansen
în sleichen
swV.
‘etw. jmdm./einer Sache zuführen’ (auch unter Ersparung des Obj.):
ze iungest er [der Falke] kunde [erg.: den Reiher] mit griffe den klân [den Klauen] în sleichen / und gie mit im als ein rat ze tal in einen garten Loheng
3416.
– bildl. ‘jmdm. etw. schonend beibringen’
die [die gerechten predigere
] glichen den predigeren / die mit worten vil geweren / [...] / gotes tougen vor [zunächst] in sleichen / den vorharten [verstockten] sunderen, / daz sie die nicht irveren [erschrecken] / mit zu grosem missetroste HeslApk
2034
MWB 2 1941,26; Bearbeiter: Hansen
în slîchen
stV.
‘heimlich hineinkommen, eindringen’
so slichet er [der Teufel] in und stilt uns alles unser guͦt. dar umbe huͤtent úwer vensteren und wachent das er úch nút under grabe úwer hus als der tiep Tauler
214,28.
312,19;
mit den [Tugenden] sol sie tac unde naht / warten mit al ir maht, / wenne ir briutgam inslîche / (ich meine den künec von himelrîche), / daz sie gegen dem gâhe und in minneclîche enphâhe LvRegSyon
418.
–
‘sich einschleichen’
alles [immer] slichet die nature mit in e eines iht wisse [ehe jemand weiß] , das alles dise ungeordente minne het der nature Tauler
94,31.
– bildl.:
nu daz [...] Îsôt unde Tristan, / den tranc getrunken beide, sâ / was ouch der werlde unmuoze dâ, / Minne, aller herzen lâgærîn, / und sleich zir beider herzen în Tr
11712.
12160;
daz [der Hl. Geist] wol dem olei glichet, / wen iz da semfte in slichet / und daz vaz nicht entprinnet HeslApk
11162
MWB 2 1941,38; Bearbeiter: Hansen
în sliefen
stV.
‘hineingleiten, hineinschlüpfen’
so der slange lât sîn êrste hût, / sô stechent in dorn unde krût; / sô slüffe er gerne wider in, / und riuwet in sîn tumber sin Freid
45,14.
–
diu sunne aber ûf sie [die Blumen] / mit ir heizem schîne gie, / dô breiten sie sich dar gegen. / dârnâch schiere kam ein regen, / dô sluffens aber wider in [schlossen sie sich wieder]
LvRegSyon
2186.
–
‘etw. (Kleidung) anziehen’ (nur part. i.S.v. ‘angezogen, bekleidet’):
jngisloffin si [die Mönche] slaffen [
vestiti dormiant
]
BrZw
22.
–
‘in etw. hineinkriechen, an einem Ort unterschlüpfen’
dô enwolde her nimmê dâ blîben und ginc in den walt verre von den lûten und vant ein hol, dô sloif her în HvFritzlHl
193,13
MWB 2 1941,57; Bearbeiter: Hansen
în slieʒen
stV.
1
‘etw. oder jmdn. einschließen, einsperren’
2
‘etw. oder jmdn. einfügen, (in etw.) einlassen, einschließen’ (überw. part.; bildl. v.a. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,504f.)
1
‘etw. oder jmdn. einschließen, einsperren’
ist daz ein sun sînen vater væhet und in însliuzet wider reht unde stirbet er in der vancnüsse, der sun hât aver sîn erbe verlorn SpdtL
92,6;
er ward eingeschlossen gar / und muͦst da leyden ewig schwär Teichn
704,89;
Lanc
50,7;
EvAug
132,12.
–
sú [die Jünger] worent ingeslossen [in Abgeschlossenheit] und versamment und vereinet und beiten [warteten]
Tauler
80,4.
– Part.-Adj.:
tuͦ nit also etlich toroht megde, die sich glichend den wilden ingeschlossen tieren: so man den dú tor beschlússet, so gugent sú dur die zún us Seuse
361,18.
– bildl.:
ir vil lûter liebe slôz diu minne / mit der triuwe vaste zeinem sinne / in innerhalp ir herzen tür KLD: UvL
36: 4,5;
er [Gott] verbirget und sluzet in / der sterne liecht und iren schin / als under einem ingesygel. / er wirfet da vur den rygel Hiob
3131;
Parz
510,22
2
‘etw. oder jmdn. einfügen, (in etw.) einlassen, einschließen’ (überw. part.; bildl. v.a. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,504f.):
niht îngeslozzen, niht vereiniget, mêr: ez ist ein Eckh
2:341,9;
hie meine ich, daz der mensche zesamengebunden und îngeslozzen und geeiniget ze gote sî ebd.
2:338,1;
allez unser leben solte ein wesen sîn. [...] als verre unser leben îngeslozzen [einbezogen, teilhabend] ist in wesene, als verre ist ez gote sippe ebd.
1:132,3
u.ö.;
in sloz [übers. inseruit
]
BrZw
7.
– i.S.v. ‘zusammenschließen, vereinigen’
diz wörtelîn ‘et’ bediutet in latîne eine einunge und ein zuobinden und ein însliezen. swaz alzemâle zesamengebunden und îngeslozzen ist, daz meinet einunge Eckh
2:337,8;
swaz zesamengebunden und îngeslozzen ist, daz machet einunge ebd.
2:338,3.
– refl. ‘sich einfügen’
werlîch und unverdrozzen / hielt der vogt von Baldac. / hie der stich, dort der slac, / swenne ie der niuwen storje stôz / sich hurteclîchen în geslôz Wh
439,24
MWB 2 1942,8; Bearbeiter: Hansen
înslieʒunge
stF.
‘Einschließung, Ein- bzw. Zusammenschluss’ (vgl.
în slieʒen
2 und
înslôʒ
):
swâ ein însliezunge und zesamenbindunge ganz ist, daz muoz von nôt glîch sîn Eckh
2:339,4;
niht aleine in einer însliezunge wirt ez vereinet, mêr: ez wirt ein ebd.
2:340,1
MWB 2 1942,46; Bearbeiter: Hansen
în slinden
stV.
‘etw./jmdn. in sich hineinschlingen, verschlingen’
di [
spise
] slindet her in also ein struz Brun
3153;
er tet uf wit sinen munt; / do gienc uz des libes grunt / alsam vuwer unde swebel / gemischet ein engestlicher nebel, / den er uz warf und in slant Pass I/II (HSW)
32135.
– bildl.:
sú [die junge Frau]
[...] wart alzuͦmole in das abgrunde gottes gezogen, sú wart rehte von der wunderlichen gotheit ingeslunden Tauler
46,3
MWB 2 1942,52; Bearbeiter: Hansen
în slingen
stV.
‘hineinschleichen, (schlängelnd) hineinkriechen’
daz der tôt uns alle ervêrt / und als ein diep kumt în geslungen / ze dem alten und ze dem jungen Renner
21095
MWB 2 1942,61; Bearbeiter: Hansen
înslouf
stM.
‘Kleidung, Hülle’
wand hat angeleit mich dem gewande heiles vnd insloͮfe der vrevde hat umbgeben mich [interl. zu quia induit me uestimento saluti et indumento leticie circumdedit me
]
PsM
Per 23,10.
Per 13,3
MWB 2 1943,1; Bearbeiter: Hansen
în sloufen
swV.
‘jmdn. einkleiden’
daz du den nackenden inscloͮfest PrSchw
2,55;
ez waz hie vor ain rîcher man. der wart ingesclôfet in purper und in semit ebd.
1,38;
die wurden dâ [...] / alle sament getoufet, / mit ir herren in gesloufet / in wîze westerhüete Flore (S)
7810.
– mit Dat.:
er werde uzgisloͮf sachin aiginen den giuazzut er ist vnde werde ingisloͮft den sachin des munsters [
et induatur rebus monasterii
]
BrZw
58
MWB 2 1943,6; Bearbeiter: Hansen |