înslôʒ
stN.
‘Einschluss, Zusammenschluss, Inbegriff’ (vgl.
în slieʒen
2 und
înslieʒunge
):
noch hât her [der Hl. Geist] vile namen. her heizet ouch ein spigel, dâ sich beide [Gottvater und Gottsohn] inne schowen. [...] diz ist ein înslôz aller diser namen, daz ist ein name ‘got’; und diz înslôz daz ist ein punt alle wîse di man ime gegeben mac an namen HvFritzlHl
46,37
MWB 2 1943,15; Bearbeiter: Hansen
în smëlzen
stV.
‘hineinschmelzen’ (bildl. in myst. Texten, vgl. Egerding, Metaphorik 2,524f.):
als der geist al zemole in sinket und in smilzet mit sinem innigosten in gotz innigosten, so wirt er do wider bilt und ernúwet Tauler
263,8;
ich sprach niuwelîche von der porte, dâ got ûzsmilzet, daz ist güete. aber wesen ist, daz sich heltet ze im selber und ensmilzet niht ûz, mêr: ez smilzet în Eckh
1:301,7.
– Part.-Adj.:
nu sint ander lúte die [...] hant sich gekert von in selber und von allen dingen in daz gewore lieht, und sint insinckende und insmeltzende in iren ursprung Tauler
406,11.
– subst.:
ein insincken, ein insmeltzen in daz luter goͤtteliche einveltige indewendige guͦt Tauler
80,12
MWB 2 1943,23; Bearbeiter: Hansen
în smiden
swV.
‘etw. in Ketten schmieden’ (hier bildl.):
es sind mins hertzen hend und bein / zu sammen auch gelidet: / die hastu ein gesmydet / vest in der mynnen kerker Minneb
2552
MWB 2 1943,37; Bearbeiter: Hansen
în smiegen
stV.
1
‘einfallen, sich senken’
2
‘etw. einziehen’
1
‘einfallen, sich senken’
dîn ougen sint dir în gesmogen, / dîn nase ist dir ûz gebogen HvFreibTr
5105;
ezn [das Pferd] was niender in gesmogen: / ez was rîch und offen / zer brust und zuo den goffen [an der Brust wie an den Hinterbacken]
Tr
6662
2
‘etw. einziehen’
ir [der Hunde] gahen, daz ist freislich. / die zægel habent si ingesmogen StrKD
49,117.
– refl. ‘sich zusammenziehen’
diu rose het sich in gesmogen / und het diu bleter zugezogen StrKD
29,17
MWB 2 1943,41; Bearbeiter: Hansen
în smücken, -mucken
swV.
‘etw. einziehen’
als der lewe quam hervur / und die heiligen angesach, / sin grimmekeit wart also swach, / daz er den zagel insmucte Pass III
304,53
MWB 2 1943,51; Bearbeiter: Hansen
în snaben
swV.
‘hineinstolpern’
du [Gott] salt dich selber eren, / iren [der Feinde] valschen rat verkeren / den sie gegen uns gehabet haben. / da la sie selber in snaben [vgl. La. in besnaben
]
Hester
1096
MWB 2 1943,55; Bearbeiter: Hansen
în snîden
stV.
1
‘etw. (Getreide) als Ernte einbringen’
2
‘etw. (Muster) in etw. hineinschneiden, schneidend einarbeiten’
1
‘etw. (Getreide) als Ernte einbringen’
swer eines andern mannes rîfe korn în snîtet, sô daz her wênet, daz daz lant sîn sie oder sînes herren deme her dînet, her en missetût nicht SSp (W)
3:37,4.
– übertr.:
daz dir der predier ingesnide vnde gemale, daz solt du selbe bachin PrGeorg (Sch)
22,8;
diz ist ein ernde zit / die got allen liuten git / swer nv die vermidet / vnd niht tugende insnidet / e daz wir hie ersterben / der muoz dort verderben Martina
269,18;
EvBerl
34,22;
HeslApk
4278
2
‘etw. (Muster) in etw. hineinschneiden, schneidend einarbeiten’
do giengin die wol tuͦndin / vnd truͦgin ir baniere / da uogile und tiere / warin beide ingesnitin Athis
C 25
MWB 2 1943,60; Bearbeiter: Hansen
insp-
s.a. entsp-
MWB 2 1944,10;
inspan (?)
stN.
ein Teil vom Rind:
ainem koch geit man [von dem Rind] den kopf mit sampt dem swentzlin [...]. item darnach geit man ainem cuchenmaister 1 inspan UrbSonnenb
120;
ainem cuchmaister [
geit man
] daz inspan ebd.
121
MWB 2 1944,11; Bearbeiter: Hansen
în spannen
stV.
‘jmdn. einspannen’
sy daden perdis vesseren [Pferdefessel] smeden, / eyne vesser zo zwen mannen, / da sulde men sy in als zwey pert spannen HagenChr (G)
1550.
–
‘jmdn. fesseln’
dô [in die Ketten] spin her disen gevangenen în mit deme halse und mit henden und mit fuzen HvFritzlHl
237,18.
– bildl.:
so quam de gotheit heraue / zo der hellen erneder / ind houlde vns allen weder / zo dem hemelriche / ind dar hait hey vns eweliche / alle geladen ind in gespannen / off wyr mit eme woullen varen Karlmeinet
429,3
MWB 2 1944,16; Bearbeiter: Hansen
în sperren
swV.
‘jmdn. einsperren’
di gefangen wurden ein gespart, / vil wol ir gehutet ward HvNstAp
13992
MWB 2 1944,27; Bearbeiter: Hansen
în spîwen
stV.
mit Dat. ‘etw. in jmdn. hineinspucken’, hier bildl. ‘jmdm. etw. Übles eingeben’
sîn arger mût, sin ubel sin, / den im spei der dûfel in Erlös
3706
MWB 2 1944,30; Bearbeiter: Hansen
însprâche
stswF.
1
‘das Einsprechen (auf jmdn.), die Ansprache’
2 rechtssprachl. ‘ Einspruch, Widerspruch’ (vgl. DRW 2,1463 mit weiteren Belegen)
1
‘das Einsprechen (auf jmdn.), die Ansprache’
von der gehoͤrde sint si toͮb worden vor und wir alle nach in, also das wir die minneklichen insprachen des ewigen wortes nút gehoͤren enmúgen Tauler
191,9
2
rechtssprachl. ‘ Einspruch, Widerspruch’ (vgl. DRW 2,1463 mit weiteren Belegen):
so sal he quijt sijn der ainspraichen UrkKöln (St)
1:21,24
(a. 1326-1327).
– (vgl.
anesprâche
):
also sprachent die lüt [...] ir frow truͤg vnd hett einhain recht darzuͦ [auf das Lehen ihres verstorbenen Mannes] e das man wissi ob sy ainen sun oder ain tôchter truͤg [...] vnd do die frow genasz do gewan sy ainen sun do was die ansprache ab [La. ainsprâch abe
]
Kuchim
44,177
MWB 2 1944,34; Bearbeiter: Hansen
în sprëchen
stV.
1
‘jmdm. etw. eingeben’ (meist von göttlicher Inspiration) 2 wohl ‘etw. einem Ort zuweisen, zusprechen’
1
‘jmdm. etw. eingeben’ (meist von göttlicher Inspiration):
als in got wil insprechen, so ist iemer út das inen in die oren zehant vert, das sin wort do nút enmag gehoͤrt werden Tauler
192,21;
der dem wort stat gebe in senftmuͤtikeit, [...], dem solte das wort gotz wunnenklich in gesprochen werden ebd.
344,12;
dâ wart sant Pêtrô îngesprochen von obenân nider mit einem süezen geschaffenen dône Eckh
3:487,3.
–
‘jmdm. etw. zutragen’
do beschach es das ime wart ingesprochen [...] swere sachen, die ime fúrkoment von dem ritter der do sin geselle was gesin MerswKn
83.
– subst.:
waz insprechendes die sinnelicheit hat one gantzen lust der bescheidenheit, die entriffet nút uf keine totsúnde Seuse
501,5
u.ö.;
die andere uzlegunge [...] seit wie wir gotte soͤllent gehorsam sin und sime insprechende stat geben Tauler
341,9(App.)
u.ö.;
Eckh
4:340,24;
Eckh (Pf)
340,17.
353,1
2
wohl ‘etw. einem Ort zuweisen, zusprechen’
dâ sol si [die Seele] wider în gên in des vaters vernunftikeit, dâ si in alsô himelischer art ist îngesprochen, als der wîssage sprach ‘got der hât die himel gemachet in die vernunftikeit.’ Eckh (Pf)
212,3
MWB 2 1944,48; Bearbeiter: Hansen
în springen
stV.
‘herein- bzw. hineinspringen’
ein knappe aldâ zer tür în spranc Parz
492,17;
wann sie [die Königin] von der kirchen kam und meß was gesungen, so ging sie off den lac da zugegen da die jungfrauw innsprang mit irm kinde Lanc
16,21
MWB 2 1945,8; Bearbeiter: Hansen
în spruʒʒen (?)
swV.
wohl ‘als Sprosse, Leiterstufe einfügen’ (vgl.
sproʒʒe
swMF. und
sprüʒʒel
stM.):
jn di leiterbovme [Leiterholme] hait div goteliche ladvnge ingesprvzit di missliche grade der demvte vnd der zvchte di man vf stige [
in qua latera diversos gradus humilitatis vel disciplinae evocatio divina ascendendo inseruit
]
BrHoh
7
MWB 2 1945,13; Bearbeiter: Hansen
inst-
s.a. entst-
MWB 2 1945,20;
in stân
V.
→
inne stân
MWB 2 1945,21;
în stapfen
swV.
‘hineinschreiten’
die crichen alle sament riten / vnde stapheten in zv Troyge / mit schalle vnde mit joie Herb
1571
MWB 2 1945,22; Bearbeiter: Hansen
în starn
swV.
‘hineinstarren, betrachten’ (subst., vgl.
ane starn
):
der funfte tac daz ist ein instarren in got Parad
23,12
MWB 2 1945,25; Bearbeiter: Hansen
în stëchen
stV.
1
‘etw. hineinstechen’
2
‘jmdn. stechend verletzen’
1
‘etw. hineinstechen’
eine banier er [Ulixes] furte / [...]. / sime [Paris’] rosse erz vil drate / zv dem buche einsit in stach, / daz ez andersiet vz brach Herb
5665;
daz vorder stucke [des Speers] daz stach er / dem trachen zuo dem gorgen [Schlund] în Tr
9208;
daz swert daz stach er zuo dem sper / zem herzen în unz an die hant ebd.
9046.
8977
2
‘jmdn. stechend verletzen’
dâ wart der werde Riwalîn / mit eime sper zer sîten în / gestochen Tr
1137;
er stach in [den gegnerischen Kämpfer] gein dem herzen in / durch beide halspercwende UvZLanz
1520
MWB 2 1945,28; Bearbeiter: Hansen
în stecken
swV.
‘etw. hineinstecken’
ûf ir ungerischen hüeten / dâ sach man gestecket în / maniger hande vederlîn / von phâwen Ottok
8000.
–
‘etw. in den Boden stecken, einpflanzen’
dar nâch dô stacte er die edilen planze in TrudHL
81,12
MWB 2 1945,40; Bearbeiter: Hansen
în stellen
swV.
‘etw. (Pferde) in den Stall bringen’
man sol och des abbetes phert instellen und sol man im grasen UrkEls
2,164
(a. 1339);
zaigt im [dem Gast] der wiert einen stal [...], dô er sein pfærd einstelle RbRupr
242
MWB 2 1945,45; Bearbeiter: Hansen
în stîgen
stV.
‘hineinklettern, (heimlich) hineinsteigen’
als sie wolden stîgen în, / die leiter uber trûgen hin / und wurfen sie die mûre an Kreuzf
2923.
2930;
were ieman dvͥ stat verbotten. vnd stiget er vber die mvren in. vnd gat nvͥt ze den torn in. er hat daz houbt ze rehte verlorn SchwSp
81a;
dâ [in den Baumgarten] wâren liute in gestigen / [...], / des obezes heten sie genomen / von dem niuwen boume Eracl
2024;
JenMartyr
96.
–
‘ins Wasser steigen’
er [ehe] ich kume, so ist eyn andirre vor mir [am Teich] unde styget yn [
descendit Io 5,7]
EvBerl
24,18.
– bildl.:
herze ist enzunt, / gelust ist ingestigen Frl
8:15,14;
daz innich gebeth. daz da geth vͦz von dem altere des herzen. vnd stiget in zv den oren vnsers herren PrLpz (L)
58,5
MWB 2 1945,50; Bearbeiter: Hansen
în stôʒen
stV.
‘etw. hineinstecken, hineinlegen’
1 allg. 2 übertr. ‘(jmdm.) etw. eingeben’
1
allg.:
in die secke die Benjamin / brahte dar, da hiez er in / stozen heinliche / einin kof [l. kopf
‘Becher’
] von golde riche RvEWchr
7758;
dar nach stiez er sie [die Leber] wider in / unde hiez mich gesunt sin Vät
25717;
got sprah ze Moyse / stoz dine hant in dinen pusem / [...] do stiz er si auer in / uil shone was div hant VMos
35,22;
ainre vz den zwelfen der da instözzet mit mir di hant in den napfe [vgl. intingit Mc 14,20]
EvAug
114,18;
ReinFu
K,690.
– subst.:
unser herre [...] sticht sinen heiligen vinger dem menschen in sin ore [...] wir nemen hie die heiligen siben gaben [...], die werdent dem menschen mit disem in stossende gegeben Tauler
194,3.
–
‘etw. einstecken, wegstecken’ (meist von Waffen):
Symon, lâ dîn vehten sîn, / stôz dîn swert wider în KvHeimUrst
202;
Abraham [...] du solt daz kint niht slahen; stoze din swert in PrMill
515;
er stieß das messer ein wider HvNstAp
6663;
RvEWchr
25344;
vnde [Tmolos] hiez den got der twerge / sine phyfen stozen in [vgl. Pana iubet Tmolus citharae submittere cannas Ovid Met. XI 171
]
AlbvHalbB
26.
– von Stoff wohl spez. ‘(in Farbe) einlegen, färben’ (?), part.:
si gâben [...] / flahses unde wollen. / bysse, pfellel, sîden / [...] / und coccum [Scharlach] îngestôzen zwir, / wol geroetet nâch ir gir / in eines visches bluote WvRh
1671
2
übertr. ‘(jmdm.) etw. eingeben’
der heilige geist [...], / der im die wîsheit în stiez KvHeimUrst
2115;
in sînem namen ich dir gebiute, / der dich von nihte werden hiez / unt dir lebentigen geist în stiez KvFuss
2658;
die freude die sie ein stiezz / in liebez brust Minneb
4133.
4858.
– mit doppeltem Akk. (vgl. aber La.z.St.):
sie welten dem rîche / einen tiurlîchen degen, / der des rîches kunde pflegen. / got den rât sie in [La. in si
] stiez. / Philippe man in hiez Kchr (M)
17595
MWB 2 1946,1; Bearbeiter: Hansen |