Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   diu - 1diutisch    


diu stF. auch diuwe. ‘Leibeigene, Magd, Dienerin’ so rihtet er [Gott im Jüngsten Gericht] rehte dem herren unde dem chnehte, / der frouwen unde der diuwe AvaJG 20,3; er hête diuwa unde scalche, scâf unde chuo melche Gen 1491; do pat dev frowe Sâre / den herren Abrahamen / daz er di dev unde ir sun / uͦz ire huͦse wolte tuͦn VMos 19,2; wil diu vrouwe und diu diwe / minnen die triuwe, / so sagent diu buoch zware, / si werdent ebenhere VRechte 221; du [Brünhild] solt noch hînte kiesen, wie diu eigene diu dîn / ze hove gê vor recken in Burgonden lant NibB 828,4; PrOberalt 72,13; HeslApk 2864

MWB 1 1323,29; Bearbeiter: Schnell

1diube stF. stM. StRAugsb 217,4; gelegentl. auch diebe (vgl. UrkCorp 1047,25, WeistGr 1,5). 1 ‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup , vgl. 2 HRG 1,1047ff.)
1.1 in Verbindung mit vrevel (vgl. DRW 2,812f. mit zahlreichen Belegen)
1.2 in Verbindung mit nôtnumft und tôtslac
1.3 in weiteren Verbindungen
1.4 phras. (vgl. TPMA 2,205 u. 209)
2 ‘Diebesgut, gestohlener Gegenstand’
   1 ‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup, vgl. 2HRG 1,1047ff.): gisciet ein duibi bi slaphindir diet Mühlh 111,9; ich begihe dem almahtigim got, daz ich mich versundet han mit nîde, mit hazze, [...] mit maineidin, mit hintirkosunge, mit diuve, mit roͮbe Spec 4,7; der burggrafe sol rihten umbe alle furfaenge unz an den diup, da sol danne der vogt rihten StRAugsb 217,4. 101,5; diebe, totschlege vnd bluͦtrunse UrkCorp 1047,25; Gen 1458; Walth 105,22; StatDtOrd 83,31. – Bußzahlung für Diebstahl: ze sante Margreden mes hebet der ebtissinne meier an ze rihtenne [...] drie wochen ane vnderlas, vnde dube vnde wette [Bußgeld] sint der ebtissin UrkCorp (WMU) N306,19    1.1 in Verbindung mit vrevel (vgl. DRW 2,812f. mit zahlreichen Belegen): duͥ herschaft hat oͧch [...] uber das dorf den halben teil thwinges und bannes und den halben teil ze richtenne dub und vrefel UrbHabsb 1:91,21; swaz von vrevele unde von dúbe alleine an des schultheisen hant gebessert wirt, daz ist des vogetes der dritteil UrkCorp (WMU) 77,3; UrkWürtt 7,424 (a. 1276). – die für diube unde vrevel anfallenden Einkünfte aus der Strafgerichtsbarkeit: daz der hof [...] ze voͤgtrehte sol gên [...] ze sante Michels mis ahzehen haller, ainn shoffel habern vnd ain hvͦn vnd diubi vnd fræveli UrkCorp (WMU) 2106,43; ez spricht der grave von Honberg, daz duͥ selb tuͥb und vrevel sin lehen si von der herschaft UrbHabsb 1:28,3; ein probst, der probst ist [...] ze Hoengg, hat alle gerichte [...] vnd twingnüst aller lüte, âne dieb vnd frävelinan, die einem vogt des selben dorfs zuͦ gehoernd WeistGr 1,5 (a. 1338); UrkWürtt 8,283 (a. 1281)    1.2 in Verbindung mit nôtnumft und tôtslac: vnd sol man da niht rvͤgen danne drev dinch, dev an den tode gêênt: notnvnft, totslach vnd devfe UrkCorp (WMU) 3305,5; dez ersten suln wir richten diu sachhe, di an daz leben gent, als tiufe, notnuft und totslege sint ebd. 3167AB,26; BairFreibr 1; StRMünch 136,12    1.3 in weiteren Verbindungen: swaz aber geschiht, tot slege oder dief oder notnvnft oder prant, swi des ein man schuldich wirt UrkSeitenst 125 (a. 1299); swer in diu aeht chumt mit reht umb totsleg, umb raube, umb diufe, umb valsche, umb strazraub, umb prant StRPassau 174,22; sus sal man ouch vorwinden einen toden, ob man ine an duve oder an roube oder an sogetanen dingen geslagen hat UrkCorp (WMU) 51,14; StRBamb 40; JusPrut 13,51    1.4 phras. (vgl. TPMA 2,205 u. 209): swer eine kleine diube tuot, / der stæle ouch lîhte ein grœzer guot Freid 47,22; ebenso Renner 4821. ein ieglich diep weiz vil wol, / wie er der diube louken [leugnen] sol Freid 47,2    2 ‘Diebesgut, gestohlener Gegenstand’ man phlieget daz man deme diebe die duͦbe vͦf sinen hals oder uf sinen ruͦcke bindet als man in verterben wil PrLpz(L) 42,4; Mühlh 159,19. 111,16; ir trost waz zvsliffen / wande man bi in die tube sach PassI/II 224,10; he hat ufgehalden einen dip mit der offenen dube unde brachte den zu gerichte StRFreiberg 121,6; Tr 12294; StrKD 103,14

MWB 1 1323,42; Bearbeiter: Schnell

2diube diupe

MWB 1 1324,42;

diubec Adj. ‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’ (meist im Unterschied zu roubec): so sol er [...] den scaden zwiualt gelten dem er getan ist, er si dubich oder roubich UrkCorp (WMU) 494,16. 372,22; swa ein man sin reubigez oder sin diubigez vihe vindet StRAugsb 97,25. 217,7; ez sulen ouch dieselben meister einen iegelichen vleischaker ruͤgen, der deubigez oder roubigez vleisch chouffet NüP 38 [=85]; SchwSp(W) 50,10. – oft in der Verbindung ~ guot ‘Diebesgut, gestohlenes Gut’ swer wizentliche rovp kovfet oder dubic gut oder rovber oder diebe wizzentliche behaltet UrkCorp (WMU) 879,30; swem diufigez guͦt funden wirt, der scheub daz, als reht ist ebd. 475,46; vindet man bî einem manne diuvic oder roubic guot SchwSp(W) 171,1; StRAugsb 4,38

MWB 1 1324,43; Bearbeiter: Schnell

diubede stF. 1 ‘Diebstahl’
2 ‘Diebesgut’ , sprichw. (vgl. TPMA 2,211)
   1 ‘Diebstahl’ ouch sezzen wir, swer niht ein êlich kint en sie oder der die iârbûze hat getân umme unkûscheit oder umme dubede, daz der niemer hôhe meister muge werden StatDtOrd 93,27    2 ‘Diebesgut’, sprichw. (vgl. TPMA 2,211): is myr dievis dufde also leiff, / bruche ich sy myt, ich byn ein deiff HagenChr(G) 1571

MWB 1 1324,59; Bearbeiter: Schnell

diubelîn stN. Dimin. zu diep: dû alte diubin, dû hâst ein jungez diubelîn nâch dir gênde PrBerth 1:87,9; unde gêt ir ein jungez diuplîn hinden nâch ebd. 1:479,25

MWB 1 1325,1; Bearbeiter: Schnell

diubenunge stF. ‘Diebstahl’ rapina: roͮb, furtum: díubenunge, dise sunde heizent mortalia SiebenTodsündenI 366

MWB 1 1325,5; Bearbeiter: Schnell

diuberîe stF. 1 ‘Dieberei, Diebstahl’ (zur Definition vgl. RechtssA D1f. )
2 ‘Diebesgut’ nur in späten Hss., vgl. z.B.
   1 ‘Dieberei, Diebstahl’ (zur Definition vgl. RechtssA D1f.): dar umme ist roup und brant und vorrêtnisse und diberîe und zweiunge und nît und haz HvFritzlHl 4,5; welch mensch darinne [im Sternzeichen Waage] sich gebar, / uf swacheit alle frist, / uf düberi und erge mist / sin herze von dem zeichen ist / geneiget Mügeln 308,6; were doitslag, dieberie, felscherie dut, frauwen notzuchtiget, oder eynich dinge dut, [...], er sol entfallen sin liebe vnd gut WeistGr 2,6 (a. 1321); PfzdHech 339,25; Hiob 9576    2 ‘Diebesgut’ nur in späten Hss., vgl. z.B.: dube [La. dieberey ] StRFreiberg 120,13; diuf [La. deubrey ] RbRupr 98; vindet man dieberei oder raubiges gut in eines mannes gewalt SchwSp(R) 75,117

MWB 1 1325,8; Bearbeiter: Schnell

diubesch Adj. 1 ‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’
2 ‘des Diebstahls überführt’
   1 ‘gestohlen, aus einem Diebstahl stammend’ swer wissentlichen roup koufet odir dubish gut UrkCorp 4W,51; ob ein man kaufet âne sîn wizzen diubisch guot unde hât daz in stiller gewer lenger danne driu jâr SpdtL 124,14    2 ‘des Diebstahls überführt’ daz sind die recht uber diepisch lewt SteiermLdr 161

MWB 1 1325,23; Bearbeiter: Schnell

diubinne stF. auch diebinne. ‘Diebin’ ir rouber, ir abetrager, ir diube, ir diubinne, waz sprechent ir dar zuo? PrBerth 2:70,4; pfî, dû diubinne! ebd. 1:479,27; sô diebe unde diubin ebd. 1:393,32; so bistu eine diebynne? Pilgerf 8650; und alsô ist hôhvart ein ungetriuwiu diebinne [...], diu von ir hêrren guote stilt, dâ si sich mite zieret und êre koufet, der sî niht bestêt DvASchr 333,30; daz sol man hinz ir rihten als hinz einer diuppinne StRAugsb 217,25. 217,28; Köditz 86,29

MWB 1 1325,30; Bearbeiter: Schnell

diu gelîche Adv. gelîche

MWB 1 1325,40;

diuhen swV. gediuhen nur MvHeilFr . oft mit präp. Erg. 1 ‘etw. auspressen, keltern’
2 ‘jmdn./ etw. drängen, drücken, schieben’
   1 ‘etw. auspressen, keltern’ ích scénkon dír gepîmenteten uvîn: únte móst ûzzen rôten épfelen gedûhtan Will 132,2; nim des saffes daz man da duhit uzzir dem grunen hanefsamin Ipocr 42; so svlen sie ledig vnd vrilich varen immer me mit dem selben wine, zv dvͤhenne, swar sie wellen UrkCorp (WMU) 812,17. 812,15; cze dem andern mâl prúet man daz chraut daz man di grúczen daraus mag gedauhen. also muzzen wir mit inhiczigem widersacz di grúczzen flaischleicher geluste mit langer ûbunge auz uns dawhen MvHeilFr 36    2 ‘jmdn./ etw. drängen, drücken, schieben’ ors und darzuͦ luͤte was ensamt geduͤhet zeinem pallen JTit 4106,4; wa hin, vrou Aventiur, den wec so ruhen? / als ich ie zu vreuden gedenke, so kunnet ir uns von vreuden duhen ebd. 2688,4. 3496,3; der daz tvank [eine Verstopfung] hab, der nem smalz [...] und bewille da inne ein spek eines vingers lanch und duhe in hinden in; er loset sich BenRez 34; [Christus] bat sant Petren des, daz er daz scef ain lucel duhte von dem stade Konr (Sch) 129,4; Parz 601,17; KvWTroj 34766; TürlArabel *A 125,26; Schlegel 314. – wohl hierher (vermutlich nicht intr. wie im FrlWB ): heimliche liebe diuhe [Hs. dick ] in dich, / daz din geberde icht werde erkant Frl 13:49,3. darvf [auf ein Wolfseisen] was gebvnden ein gans. / die dvhte er [der Wolf] in sinen grans FabelCorp 37,162. – ‘herunterschlucken’ und dar umbe sô müezet ir den angel tiuhen [schlucken] , als ir daz hünic dâ sûget PrBerth 1:216,35

MWB 1 1325,41; Bearbeiter: Schnell

diulich Adj. ‘knechtisch’ i.d.R. in der Wendung ~ wërc, v.a. in frühmhd. Texten: die ivdin die enworhtin des samiztagis dehein dielich werch, da wider wurchen wir an dem suntâge niht, [...], nehein dîelih werch. waz sint dielichiv werch? hoͮpthafte sunte unde anderiv lastir Spec 54,20; gotes si uergâzzen, / si newolten si erlâzen / scalklîcher uorhte, / dielîcher werche Exod 126; GenM 120,35. – übertr.: unde der unsir herischer geist / so da bi daz diuliche vleisch, / daz siu beidiu sament negerent / des du si niht schulest wern Vateruns 120

MWB 1 1326,9; Bearbeiter: Schnell

diup stM. 1diep , diup- → diep─

MWB 1 1326,20;

diupe (?) Subst. unklar, ob ‘Betrüger, Schwindler’ (vgl. DRW 2,812 s.v. 2Diebe) oder zu → diubinne : och wilunt dirne, kneht, / die lang gedienet reht / hant, werdent im [dem gît ] ze lieb / ze jungest duppen, diep SHort 5020

MWB 1 1326,21; Bearbeiter: Schnell

diupguot, diubsguot (?) stN. ‘Diebesgut’ swer wizzenchlichen raub oder deub guͦt [Laa. diebe guͦt (2 Hss.), dubic gut (2 Hss.), divbig gvͦt (1 Hs.)] chaufet UrkCorp (WMU) 879Sa,26; umb diubs guͦt: wirt aber auz ains gewalt diubs guͦt berecht [...], daz auz chirchen, auz mùln, auz smitten verstoln wirt, daz sol man auch schatzen und sol im dez der dritt pfennick ab gèn OberBairLdr 35

MWB 1 1326,26; Bearbeiter: Schnell

diupstâl stF. Kompos. aus → 1diube und → stâle (vgl. 2DWB 6,937), gelegentl. auch diepstâl. 1 ‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup , vgl. 2 HRG 1,1047ff.)
2 ‘Diebesgut, Gestohlenes’
   1 ‘Diebstahl’ (durch Heimlichkeit abgesetzt vom roup, vgl. 2HRG 1,1047ff.): da nah nit irslahen, nit mvͦtwillun, nit tvͦn divbstal, nit begerne BrZw 4; swenne ein mensche der dúbstal oder des velsches schuldig wart UrkCorp (WMU) 2690,9; vnd swer mit minren oder mit merre mâs oder gewæge koͮft oder verkoͮfet, der begat dûpstal ebd. 248,31. 401,40; diepstâl, roup unde brant, / zouber, manslaht unde mort / sint der grœsten sünden hort / und gruntveste aller missetât RvEBarl 10622. 10645; PrBerth 1:243,29; SpdtL 120,7; BdN 483,5. – sprichw. (TPMA 11,102): mich dunkt, er hab ein tumben muot, / der nâch der rossen diupstâl / alrêrst besliezen wil den stal Boner 22,31    2 ‘Diebesgut, Gestohlenes’ er vinde dupstal bi jme oder valsche mûnze UrkCorp (WMU) 248,9. N238AB,27; ein diupstâl diu minder danne drîer schillinge wert ist SpdtL 203,3

MWB 1 1326,35; Bearbeiter: Schnell

diupstâlrëht stN. ‘Diebesrecht’ (das Recht, das gegen Diebe angewandt wird): ist aver daz er [ein Spitalvermögen veruntreuender Bruder] sin lavgent vnd man doch die warhait vindet, so sol man in nach diebstalreht bvͤzen SpitEich 23,5

MWB 1 1326,55; Bearbeiter: Schnell

diusen swV. tr. ‘zerren, (mit Gewalt) ziehen’ swem si niht sint wol gerâten, / der wirt hin und her gediuset, / biz er lîp und sêle verliuset / als der esel üm kleine schulde Renner 3579

MWB 1 1326,60; Bearbeiter: Schnell

diutære stM. 1 ‘Deuter, Ausleger’
2 ‘Dolmetscher’
   1 ‘Deuter, Ausleger’ die selben wildenære / si müezen tiutære / mit ir mæren lâzen gân: / wirn mugen ir dâ nâch niht verstân, / als man si hœret unde siht Tr 4684; er was erwachet. sâ zehant / was sîn rât vür in besant / der troume diutære, / den seit er ze mære / waz er in dem troume sach RvEAlex 971    2 ‘Dolmetscher’ dutdere: interpres GlHvB 396,52; [Gott] gab uns die kunst, daz wir sprêchin zwô unt sibinzic zungin, den wortin, daz uns dehein durft wêre deheinis dûtêris PrMd(J) 350,33; PrLpz 101,11; nah vrage er hertecliche sprah / mit einim tútêre / was ir geverte were / und wie si werin komen dar RvEWchr 7534; RvEAlex 7696

MWB 1 1327,1; Bearbeiter: Schnell

diute stF. stN. Brun . 1 ‘Deutung, Auslegung, Erklärung’
2 in der Wendung ze ~
2.1 in der Verbindung quît/ spricht ze ~ ‘bedeutet’
2.2 ‘deutlich, verständlich’ , oft in der Wendung ze ~ sagen
2.3 ‘auf Deutsch, in deutscher Sprache’ , nicht immer abzugrenzen von 2.2
   1 ‘Deutung, Auslegung, Erklärung’ si hatte ouch [...] in der selben dude [zeichenhaften Bedeutung] / vil malader [aussätziger] lude / gehoufet an ihr mandat [Fußwaschung] Elis 2955; ez [der Kreuzestod Christi] ist glose und ein tuͤte: / ob wir kranken luͦte / etswanne komen in arbeit, / daz der drost uns si bereit HvNstGZ 2399; meister, mache mir bekant / an offenlicher dute, / [...] / durch waz dich wolle gezemen / din tochter lazen siech ligen Pass III 297,19. 489,85; merke vrunt den armen slangen, / [...] / der git uns grozes dutes vil Brun 9633; Tr 17021; NvJer 18159; MarlbRh 16,27. in aller zungen dute / was er [Nebukadnezar] irvorchtet stete Daniel 4664; diz hât gemacht in diutscher diute, / [...] / ein knappe, heizet Lampreht LvRegFr 374    2 in der Wendung ze ~    2.1 in der Verbindung quît/ spricht ze ~ ‘bedeutet’ Cafarnaum chivt ze divte / uilla speciosa Wernh D 2204; Joachim chîvt ze dîvte / preparatio domini ebd. D 272; sin namme sprichet vor gotte ze túte Alleluia Mechth 4: 27,59    2.2 ‘deutlich, verständlich’, oft in der Wendung ze ~ sagen: daz puch saget uns ze dute / von der hohe unte von der wite [des himmlischen Jerusalems] HimmlJer 49; wir [Hl. Dreikönige] suchen daz selbe kint / durh daz untir ime sint / bediv engel vnde lîute: / daz zæ̂iget er [der Stern] wol ze dûte Wernh D 4532. D 3729; wie vil mit ieglichem rit / werlicher liute, / der kan ich ze diute [genau] / die zal niht gesagen Ottok 84020; KvWTroj 19645; RvEBarl 3850. ze ~ kêren ‘deuten, auslegen’ ich wil ze diute kêren / daz swert und ouch den sunnenwagn [aus dem Traum] RvEAlex 984    2.3 ‘auf Deutsch, in deutscher Sprache’, nicht immer abzugrenzen von 2.2: ich aber wil / gotes und guoter liute / ein latînisch buoch ze diute / gerne bringen KvHeimUrst 46; ein buoch ist ze diute getihtet, / daz uns Rômisces rîches wol berihtet, / gehaizzen ist iz crônicâ Kchr 15; urtica heiset zu duͦte nezzele Macer 4,1. 27,1; daz heizit in deme latine ‘relacio’ und zu dude ein ‘ingeginkeit’ oder ein ‘inlugin’ Parad 102,5; Spec 118,7

MWB 1 1327,15; Bearbeiter: Schnell

diuteclîche Adv. ‘klar, deutlich’ dú glose tútecliche seit / an dén geweren meren, / daz ez huntfliegin weren RvEWchr 10121; der brief mit süezen worten seit, / wer mir diu kleinôt het gesant: / daz tet er teuticlîch bekant UvLFrd 228,12; es waz ein purger te Rom, der hiet ein tahen [Dohle] , die redet tæutichleich waz si hort oder sach GestRom 114; er viel ze fuͦssen im zehant, / er sprach zuͦ im vil duticlich Märt 13320

MWB 1 1327,58; Bearbeiter: Schnell

diuten swV. 1 ‘einen bestimmten Sinn haben’
1.1 ‘etw. bedeuten’
1.2 ‘etw. (auf deutsch) heißen, bedeuten’
1.3 ‘etw. verheißen, ankündigen’
1.4 refl. ‘etw. bedeuten, heißen’
1.5 (zur Einleitung von Texten) ‘lauten’
2 ‘(jmdm.) etw. deuten’
2.1 ‘(jmdm.) etw. auslegen, erklären’
2.2 ‘(jmdm.) etw. übersetzen’
2.3 ‘(jmdm. etw. wortlos) zu verstehen geben, kundtun’
2.4 ‘etw. (jmdm.) berichten, erzählen’
   1 ‘einen bestimmten Sinn haben’    1.1 ‘etw. bedeuten’ daz sint seltsaniv wort îv ze sagenne; iedoch scult ir merchen, waz div rede tûtte Spec 121,22; diz swert hie lît, waz tiutet daz? Tr 10370; der konig [...] sprach das sie nymer ußer gefengniß kemen, sie hetten yn zum ersten bescheiden was sin treum dúten Lanc 223,3; der stein gotes lichnam dütet Mügeln 335,9; ‘homo’ diutet als vil als ‘daz volkomen ist’ Eckh 2:345,6; Gen 1996; Iw 4437; RvEAlex 1148    1.2 ‘etw. (auf deutsch) heißen, bedeuten’ ‘Noricus ensis’, / daz diudit ‘ein suert beierisch’ Anno 20,10; ein wurze heizet cycuta, daz duotet schärlinch Barth 148,22; do wart dú selbe stat Horma / geheizen: das wort tútit ‘ban’ RvEWchr 14260; HeslApk 342. 1165; Eckh 3:199,3    1.3 ‘etw. verheißen, ankündigen’ er [der Bote] mac mir deuten vil wol guot, / daz mir sîn kunft sô sanfte tuot. / er sagt vil lîht mir eteswaz, / dâ von mir senenden wirdet baz UvLFrd 325,13; ich sich einen sternen brehn, / in dem hân ich wol gesehn / daz er trûrecliche stât - / daz diutet grôze missetât RvEAlex 1974; cometa düt dri arg Mügeln 264,1. 265,1    1.4 refl. ‘etw. bedeuten, heißen’ di ebreze ist zu einerhande suche guͦt, di heiset scyasis, das dutet sich lendensich Macer 2,10; Appolonius und Lonius, / zwar das dewtet sich alsuß [bedeutet das gleiche] HvNstAp 12706; Johannes tudit sich also vil alse ‘in deme di gnade ist’ Parad 106,36; Krone 6389; HeslApk 1260. 376; Kröllwitz 796    1.5 (zur Einleitung von Texten) ‘lauten’ deme chunege Antioche sante Ypocras einen brief, der dûtet alsus. ich enmach selbe hince dir niht chomen Barth 156,12; der brief diutet alsus ebd. 127,17. – refl.: dise rede ist geshriben in dem minneboͮche, vnde shribit sie vns Salomon vnde tvdit sih alsvs SalHaus 30,3    2 ‘(jmdm.) etw. deuten’    2.1 ‘(jmdm.) etw. auslegen, erklären’ daz welle wir evh devten / daz bezeichenet daz heilige cruce VMos 35,13; diz bispel tuter in also RvEWchr 19095. 7258; disiu wort [...] wellen wir ze disem mâle diuten Eckh 3:10,3; konig Artus hat wise meister in sim lande, die im alwege sin treum dutent Lanc 489,12; KLD:Kzl 2:10,2; Daniel 6201; Parad 20,28    2.2 ‘(jmdm.) etw. übersetzen’ seht waz ich an den reche, / den ich diz mære diuten sol: / den zæme ein tiutschiu sprâche wol Wh 237,9; daz buoch er schône diutet / von wälhisch mir in tiutschiu wort KvWPart 208; also ich in dem latine las: / fides spes karitas. / seht daz dutet uch min zunge: / spes heizet di hoffenunge, / fides alzo heizet der geloube, / [...] / so heizet karitas di minne Brun 5917; Elis 441    2.3 ‘(jmdm. etw. wortlos) zu verstehen geben, kundtun’ sô swîge ich rehte als ein stumme, / der von sîner nôt niht gesprechen enkan, / wan daz er mit der hant sîniu wort tiuten muoz MF:Mor 16: 3,5; swaz sie mit worten gebiutet / oder mit dem vinger diutet, / daz widerredet nieman LvRegSyon 3070; si [Isolde] begunde im [Tristan] dâ mit diuten, / daz er her vür gienge UvTürhTr 1246; daz kunde schame duden Elis 3257; Tr 12980; Vät 36392; MarLegPass 10,24    2.4 ‘etw. (jmdm.) berichten, erzählen’ nu beginnet er iu diuten / ein rede die er geschriben vant AHeinr 16; darzû wurdin gesterbit / und getribin dannen / von wîbin unde mannen, / als ich mir hôrte duiten, / wol bî hundert luiten NvJer 20162. 20639; [das Buch Tobias] dutet ouch mere, von welekeme lande daz er wære Tobias 3,6; die horten gerne in duten / von gote also schonen trost / des si hoften sin erlost PassI/II 325,78; EckenlE2 38,6

MWB 1 1328,3; Bearbeiter: Schnell

diutieren swV. ‘auslegen, darlegen’ Sant Augustînus sprichit, daz dise wort swêr sint zu vernemene, wan hete Johannes icht hôher [etwas komplizierter] gedûtiret, alle di werlt enkunde in nit verstanden hân HvFritzlHl 31,12

MWB 1 1329,10; Bearbeiter: Schnell

1diutisch Adj. zu diuten swV. (vgl. Anm.z.St.). ‘erklärend’ dú dútesche minne von gottes lere dú boͤget sich noch zuͦ einem kinde vil gerne Mechth 3: 13,18

MWB 1 1329,15; Bearbeiter: Schnell