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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dinkelmël - diserleie    


dinkelmël stN. ‘Dinkelmehl’ welch ros eynen gespaldyn vues hot, dem sal man uf spaldyn czwisschen dem hare unde czwischen dem horne. unde lege dor uf eyn kuchelyn von tinkil mele getempirt Albrant 3,28

MWB 1 1314,31; Bearbeiter: Schnell

dinkeltor stN. Bed. unklar (vgl. dinchoftor ): laite uns für daz dinkeltor, / lâ den tanz her ûf den wasen rîtten SM:Go 1a: 3,5

MWB 1 1314,36; Bearbeiter: Schnell

dinne Adv. darinne

MWB 1 1314,39;

dinsen stV. (IIIa) 1 ‘jmdn./etw. ziehen, zerren’
2 ‘etw. spannen, strecken’
3 ‘sich ausdehnen, schwellen’
4 ‘etw. tragen’
5 intr. ‘sich bewegen, sich begeben’ (nur Ottok )
   1 ‘jmdn./etw. ziehen, zerren’ ein geczwerg [...] het ein geißel in der hant und slug da mit ein alt gurre [Mähre] die den karch danse Lanc 604,14. 608,14; Ihesus gedunsen vf der fart / hin fur den hosten prister wart [Mc 14,53] EvStPaul 5050; er kam auff aines scheffes grans [Schiffsschnabel] . / gar drate er es zu dem land dans HvNstAp 5454; di lute [...] hizen den heiligen lichamen uzer der stat dinsen alse einen stinkenden hunt HlReg 87,25. – mit Präp. (bî, mit): als er in [Heinrich den Kaiser Otto] bî dem barte dans, / daz kinne wart im und der flans / vil hâres dâ beroubet KvWHvK 269; dô si mir nâch gie / und mich bî mînem kleide dans Volrat 219; der ritter danß yn mit der kelen und warff yn darinn Lanc 213,21; mit poynders krefte man sie dranc / in daz wazzer, dâ vil maniger inne ertranc, / die nû diu êwic dampnüsse mit ir dinset [erträgt] Loheng 2846; mit den worten tet sie ein griff: / ‘du muͦst mir volgen in myn schiff’, / [...] / mit dem hals sie in dans MinneR 410 413. – mit Refl.-Pron.: also danse sich Lancelot uff dem schwert [auf der Schwertbrücke] mit der krafft von den armen und von den fußen da er sich mit sturet, biß das er anderhalb den lant qwam Lanc 629,14. – ‘führen’ oder ‘ziehen’? (vgl. Anm.z.St.): so fürchtet alle den tod, der hie daz leben dinset Frl 5:68,19    2 ‘etw. spannen, strecken’ wan Kloto, dû [l. diu ] den rokken / dinset, dû muoz lîden / wan Atropos abe snîden / wil des lîbes sîden vadem SeeleLeib 63; nah im dans er [der Frosch] div beine, / daz niht snelles an ime scheine FabelCorp 19,27    3 ‘sich ausdehnen, schwellen’ sie [Blumen] vor edelm smak dunsen Minneb 78. – hierher oder zu zerdinsen (vgl. Glr.z.St.): der [ flegmaticus ] ist ungerünig und feistes libes, / wiß sin aneblick / und zerblunsen, dunsen / und auch sleferig Mügeln 331,6    4 ‘etw. tragen’ sîne stangen er al bluotic dans Wh 329,24; man liez in [den jungen Achilles] cleiner hemde / niht tragen unde dinsen KvWTroj 6085 u.ö.; alsam der groze visch den man / dri tage in sinem libe dans KvWGS 1627; der moht ez [das Schwert] kûm gedinsen vor der swaere Loheng 800; so jamerlich daz hopt [des Johannes] si dans / daz da sumlichen gesten / begund da von gebresten SHort 3122; KvWPart 5490; Mügeln 187,9. – hierher?: nie man sô grôze tumpheit dans [besaß] Parz 515,14    5 intr. ‘sich bewegen, sich begeben’ (nur Ottok ): kunic Albreht [...] het vernomen, / daz hinz Wienen was komen / sîns bruoder sun Johans, / selb er gegen im dans Ottok 82250; ach [...], / daz dîn swert niht dans / durch mînen freudenlôsen lîp! ebd. 95015 u.ö.

MWB 1 1314,40; Bearbeiter: Schnell

dinster, dunster Adj. s.a. duster . ‘finster, düster, dunkel’ swe dinster die nacht was / sie luctin alse der tac Roth 1611; da nâch leite her si in einen dinstern kerker HvFritzlHl 64,14; so muͦs von not das geschaffen liecht dunster und dunkler werden Tauler 344,23; die sunne klar muz dabi dinster wesen Frl 7:2,6; ich hân überstigen alle berge unde die vermügentheit mîn selbes biz an die dunster [undurchschaubare] kraft des vaters Eckh (Pf) 507,17; HeslApk 11228

MWB 1 1315,29; Bearbeiter: Schnell

dinstere stF. ‘Finsternis’ wilich was der schin, der durhluchte / di dinstre diner bruste, / do dih [Maria Magdalena] andris nit ne geluste, / wene got ze sehene vnde zu horen Litan 1138; ein wolken swarz [...] begunde sine dinster vür den sterne schikken Rumelant 3,62a

MWB 1 1315,39; Bearbeiter: Schnell

dinsterheit, dunsterheit stF. auch -keit ( EbvErf ). ‘Dunkelheit, Finsternis’ swenn nu der geist in diser verklerten glanzenrichen dúnsterheit na sin selbs unwússentheit eigenlichen hie wonhaft wirt Seuse 187,17. 189,24. 330,14; aldâ wirt er enkleidet von liehtes dunsterheit Eckh (Pf) 516,29. 517,5; die gotes knehte / enhêten mit einander niht / zweierhande geschiht: / daz lieht unt die dinsterkeit, / liegen unde wâr geseit, / bôsheit unde grôze tugent EbvErf 3635

MWB 1 1315,45; Bearbeiter: Schnell

dinsternisse, dunsternisse stFN. s.a. dusternisse . ‘Dunkelheit, Finsternis’ al dîe uuîla so dísiu uuérlîche uínstre [La. thimsternisse ] uuéret Will 46,7; do ime die dinsternisse quam GrRud H 19; swenne disiu wîsheit mit der sêle vereinet wirt, sô ist ir aller zwîvel und alliu irrunge und alliu dünsternisse alzemâle abe genomen und ist gesetzet in ein lûter klârez lieht, daz selber got ist Eckh 1:18,6; daz dünsternisse begrîfet des liehtes niht Eckh (Pf) 288,30; Tauler 47,13. 14,27; Parad 22,19

MWB 1 1315,55; Bearbeiter: Schnell

1dionysia Subst. ‘Blütenkopf der Wegwarte’ (vgl. Marzell, 1,990): solsequium oder sponsa solis, daz spricht der sunnen praut, und des krautes pluom haizt dionysia BdN 394,21

MWB 1 1316,1; Bearbeiter: Schnell

2dionysia Subst. ein Edelstein: von dem dyonisi. dyonisia ist ain stain in den landen gegen der sunnen BdN 444,15; emathîtes unt djonisîâ / achâtes unt celidôn Parz 791,10. – wohl hierher: dyacodus, dronisya, / entices, eleotropia HvNstAp 18154

MWB 1 1316,5; Bearbeiter: Schnell

dipsas stF. dispe

MWB 1 1316,10;

diptam M. auch in der lat. Form dictam. ‘Diptam’, Heilpflanze, die i.d.R. bei der Entfernung von Pfeil- und Speerspitzen verwendet wurde (Dictamnus albus, vgl. Marzell 2, 122ff.): [der Arzt] nam / triakel unde dictam / und eine wênege zange / [...], / dâ mit her ûz dem beine / daz phîlîsen gewan En 11900; dô nam diu alte künegîn / dictam und warmen wîn / [...] do erstreich si diu bluotes mâl / ûz den wunden Parz 579,12; diu künegîn mit ir blanken hant / gelâsûrten dictam / al blâ mit vînæger nam, / [...], / dâ mit er [der Pfeil] wurde her ûz getriben Wh 99,23; von dem pfefferkraut. diptamus haizt pfefferkraut BdN 398,15; wil dû machen ein electuarium, daz guot ist ze dem hercen unde ze der brust, sô solt dû nemen ysop unde [...] typtannum Barth 136,35; diptamus: diptam VocBV947 3:540,40

MWB 1 1316,11; Bearbeiter: Schnell

diptonge F. ‘Zwielaut, Diphthong’ so wurde die leyd dyptonge / ‘Oi my’ gar verdrucket / und ‘wol mich’ her fur getzuͤcket Minneb 2388

MWB 1 1316,28; Bearbeiter: Schnell

dirdendei- tirtei-

MWB 1 1316,31;

dirhalp Adv. disehalp

MWB 1 1316,32;

dirre Pron. diser

MWB 1 1316,33;

discante Subst. ‘Diskant’ (höchste Stimmlage, Tonlage von mlat. discantus): ir quinte und ir discante / gie ûz mit süezem schalle Reinfr 23086

MWB 1 1316,34; Bearbeiter: Schnell

discantieren swV. 1 ‘die zweite (Ober-)Stimme singen’ (aus afrz. discanter )
   1 ‘die zweite (Ober-)Stimme singen’ (aus afrz. discanter): dâ was manc süeziu zunge, / diu dâ schantoit und discantoit / ir schanzûne und ir refloit Tr 17371; guldine zungel seiten, da von der doz sich riche discantieret JTit 3935,4; ia gen dem liechten tag / hört man sy discantiern; / ir stymm ist manigerlay; / gar maisterlich floriern, / des tages schein sy zieren / mit manigem lautten geschray Hätzl 1:14,32 (¹PeterA/3/1a); man hœret aber rîchen schal / von quinten quarten âne zal, / octâve und prîme quinte discantieren über al Kolm(B) 3,3 (¹Hardr/2/1h); HvBer 8356

MWB 1 1316,37; Bearbeiter: Schnell

disciplîne stF. swF. Stagel . 1 ‘Bußübung, Kasteiung’ (aus lat. disciplina ) i.d.R. in geistl. Texten, meist in der Wendung nëmen
2 ‘Züchtigung, Strafe’
   1 ‘Bußübung, Kasteiung’ (aus lat. disciplina) i.d.R. in geistl. Texten, meist in der Wendung ~ nëmen: und sont wainen und betten und disciplin nemen und aͤndrú guͤtú werch tuͦn PrGeorg 115,26. 333,23. 182,14; aber die werktagkleider [der Seele] , das ist vasten, wachen, discipline, bihten, súfzen, weinen, betten, voͤrhten die súnde, herte getwang der sinnen Mechth 7: 65,7. 3:17,23; sy nam och dik vil streng disciplinen, und in dem tet er ir och vil laides Stagel 23,6; Tauler 425,13; SHort 7783. – bildl.: so hat si einen rihter, der ist gekleidet mit der discipline und gekroͤnet mit der gedult Mechth 1: 46,36. – ‘Selbstgeißelung’ an sime libe waren hart / die slege von disciplinen Pass III 368,19; so nam er aber ein disciplin und negelt sich mit herzklicher begierde zuͦ sinem herren an sin krúzz Seuse 36,17. 135,26; und nam darzuͦ als starke disciplinen das man ir etwenn sach iren kranken rugen rot von bluͦt Stagel 43,9; cyplînen HvFritzlHl 130,27    2 ‘Züchtigung, Strafe’ vnde swa vunden wirt daz vom vater nit er nan [was er nicht vom Abt erhalten hatte] der suarstun disciplin er underlig BrZw 55; diz ist wie unde wenne die brûdere ir disciplîne sulen entphâhen StatDtOrd 62,16. 81,8; wann du disciplin enpfangen hast, so kum erwiedder zu mir Lanc 243,9

MWB 1 1316,49; Bearbeiter: Schnell

disciplînen swV. ‘jmdn. strafen, züchtigen’ (aus mlat. disciplinare): der maister der sol in dem capitel die brvder disciplinen SpitEich 13,12; vnd swelhe brvder es verschvldet hawent, so sol der maister enphelhen ainem priester oder ainem ander, der den brvder for den brvderen, aso daz die swester darbie niht sin, disciplinen [sc. sol ] ebd. 18,6

MWB 1 1317,12; Bearbeiter: Schnell

discipuler stM. ‘Schüler’ (aus lat. discipulus): und durch des lernins beger / wart he ein discipuler PfzdHech 170,31; di begundin sich gesindin / zcu Dydymo dem blindin / und wurdin sin discipuler / durch sinir grozen kunste ger ebd. 176,1

MWB 1 1317,20; Bearbeiter: Schnell

discordia F. ‘Streitigkeit’ ‘discordiâ’ ze tiute / ein missehellung ist genant KvWTroj 1262; Helena was eins küneges wip, / zuo den [Helena und Menelaus] kam ein discordia Tannh 4,14. – personif.: daz schein daran / dô Troie bran / und der vil werde künc Pârîs / in crieges wîs / verlôr den lîp: / daz schuof Discordîâ daz wîp KvWLd 2,66; Discordiâ geheizen / was daz wol getâne wîp KvWTroj 1254

MWB 1 1317,25; Bearbeiter: Schnell

disehalp Adv., Präp. auch disehalben; dirhalb ( LügenrK ). ‘diesseits, auf dieser Seite’ 1 Adv.
2 Präp.
2.1 mit Gen.
2.2 mit Dat.
   1 Adv.: swaz bî Tuonouwe / der hern man dâ gesezzen vant, / und dishalp bî der Zerwant Ottok 1324; daz guot daz ist niht wol gewunnen, / daz man dort nimt und dishalp hilt: / wer ist ein diep wan der dâ stilt? RvZw 128,10; vil harte grimmeclîchen er [der Fährmann] dô zuo dem degen sprach: / [...] / nu ir mich betrogen habt, ir müezet dishalben sîn NibB 1556,4; Parz 623,6; WhvÖst 7956; JTit 5093,4. – in der Wendung hie ~ : ich wil hie disehalb blîben, / die nacht alhie vertrîben HvFreibTr 4641; der ander ouch des ligens pflac / hie dishalb ûf der heide EnikWchr 27789; ir land enhalb verflucht was, / hie dißhalb was salig laub und graß HvNstAp 8522; Lanc 443,17. jënhalp gegenübergestellt: vnd den wald [...] enhalb hin ab gen der Gent [...] vnd neben hin ab auf die Rab vnd dishalb her ab gen der pvͤrig UrkCorp (WMU) N355B,2. 2918,2; won alz dú mur schaidet daz dishalb und enhalb ist, also schaidet dú súnde Got und die sele PrGeorg 203,28; do saß ein kvnick eysnein. / [...] / genhalb Win wÿrczick meil / vnd was an der selben weil / funff tag dirhalb brog [danach ein Vers ausgefallen] LügenrK 9; Helbl 15,486    2 Präp.    2.1 mit Gen.: disehalp noch jensît mers / gefuor nie stolzer rîterschaft Parz 342,6; noch stuont allez Hagene eine dishalp der fluot NibB 1551,4; swas ich disehalp der Bregenzer cluse vnd dem Bodemse hette UrkCorp (WMU) 530,30. 910,11; Wh 221,14; Wig 6811; Ottok 1332. jënhalp gegenübergestellt: er ist ein so gewaltic man / daz alle werlt im dient dar / dishalb mers und enhalp gar GvJudenb 4636; nützer danne aller künige rîchtuom genehalp mers unde disehalben mers PrBerth 1:425,23; ez sei disehalb des wazzers oder enehalbe des wazzers UrkCorp (WMU) 1051,37; dishalb Tvͦnow vnd enhalb Tvͦnow ebd. 1274,35. N150,28; StrKD 147,155    2.2 mit Dat.: der [Babylonier] hiez an der stat / dishalp dem gehac, / daz da von den tôten lac, / wurken [...] einen schaht Ottok 49163; die herren solden sich legen / ûf aller der herren schaden, / die dishalp Tuonouwe staden / gewesen wâren ungereht / dem herzogen Albreht ebd. 67214

MWB 1 1317,33; Bearbeiter: Schnell

diser / dirre, disiu, ditze Pron. In Formen mit -r in der Flexionsendung (im Sg. Nom. M., Gen./Dat. F., im Pl. Gen.) konkurrieren diser(e) und dirre; Nom./Akk. Sg. N. bair.-österr. ditze, ditz, alem. diz, diʒ, dis; Gen. Sg. M./N. dises auch disses, dis, md. dit; Dat. Sg. M./N. disem auch diseme, disme (vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 46). ‘dieser, diese, dieses’, meist auf vorher Gesagtes zurückweisend 1 adj. (immer attributiv)
1.1 vor Subst.
1.1.1 zur Feststellung eines Zeitpunktes oder Zeitraums
1.1.2 zur Unterscheidung von Diesseits und Jenseits
1.1.3 im Kontrast zu anderen Demonstrativa (meist jëner )
1.2 vor subst. Pron.-Adj.
1.2.1 al
1.2.2 beide
1.2.3 sëlp
2 subst.
2.1 im Kontrast zu anderen Demonstrativa
2.2 in reihenden oder kontrastierenden Zwillingsformeln
2.2.1 unde/oder der ‘dieser und/ oder jener, irgend jemand, einige, verschiedene’
2.2.2 ditze unde/oder daʒ ‘dies und/ oder das, einiges, verschiedenes’
2.3 ohne Genus- und Numeruskongruenz verweist das N.Sg. oft auf Sachverhalte und Größen
   1 adj. (immer attributiv)    1.1 vor Subst.: Genelun, geswige min, / la dise unrede sin Rol 1407; mit diser rede, mit dirre list Herb 15430; her Îwein, nemet diz vingerlîn Iw 1202; nu ende, wende disen pîn, / künigin mîn! SM:AvR 2: 3,9; Lucid 121,12; KvHeimHinv 1195; KLD:GvN 2:3,4. – auf künftig zu Erwartendes vorausweisend: so virdamnoter vns. ze iungist mit dirre vortlichir virteilvnge. des iungistin vrteilis so er vns zvo sprichit alsus PrWack 7,6. – auf nachher Gesagtes hinweisend ‘folgender, folgende, folgendes’ mit disn insigelen: des ersten mit des commendvͤres insigel ze Regenspurch, da nach mit hern Chvͦnrades insigel von Satelbogen UrkCorp (WMU) 418,5. 925,29. N98,36    1.1.1 zur Feststellung eines Zeitpunktes oder Zeitraums: dô si des kindelîns genas, / an disem tage si besaz / dâ wider jâmer unde nôt JvFrst 9688; in disen boesen ungetriuwen tagen / ist mîn gemach niht guot gewesen MF:Reinm 13: 5,1. alle, die sich hiͤvte hie besamenent habent [...] an disem heren svnnentage Konr 1,3; disen sumer muoz ich fröide mîden KLD:GvN 2: 2,3; ich zwîvelt unz an dise zît Tr 10342. 9489; swaz ouch mit worten oder mit werken vnz an disen dag geschehen ist, daz sol abe sin UrkCorp (WMU) 795AB,36. 914,18; Parz 368,7; Spec 53,30    1.1.2 zur Unterscheidung von Diesseits und Jenseits: unde [ich] gloube nach disem libe den ewigen lip BenedGlB 357,18; ir muozent verwandelon disen lib MemMori 8. 103; diu wazzer bezeichinent dise gagenwurtigen werlt JPhys 8,20; der fuͤrst diser werlt daz ist der tiufel PrOberalt 99,40; UrkCorp (WMU) 100,7; VEzzo 142; SM:JvR 1:10,5    1.1.3 im Kontrast zu anderen Demonstrativa (meist jëner): ine weiz wie jenez leben ergêt: / alsus [ mit jâmer ] diss lebens orden stêt Wh 280,20; wir suln diz mære legen nider / und grîfen aber an jenez wider Tr 3751; diz birsen und jenz beizen KLD:Kzl 1: 6,3; swaz wir daz meinen, daz der mensche disiu dinc sol vliehen und jeniu sol suochen Eckh 5: 192,6; Parz 778,7    1.2 vor subst. Pron.-Adj.    1.2.1 al: was dicze alles beduͤte, das wellen wir iu sagen Konr 16,15. 5,74; dô diz allez geschach UvZLanz 8698; disiv alliv mache zeime lectuario Ipocr 225. 61; vber diz allez mvgent die burger von Colmer vber sich selben einunge sezzen UrkCorp (WMU) 372,34; RvEBarl 9455; SuTheol 82; Lanc 51,37    1.2.2 beide: dise beide sluc Ector Herb 7650; wer hæte ouch dise beide / von dem gemeinem leide / vereinet unde bescheiden Tr 12171. 208; wîb und êre ich meine guot: / hôhen muot / füegent disiu beide SM:KvT 7: 2,7; er lief nacket unde blôz / aller hande kleider, / niwan dirre beider: / zweir schuohe und einer niderwât Wig 9808; Iw 6370; UrkCorp (WMU) 840,10    1.2.3 sëlp: ditz selbe hilft vor manche suche Macer 79,12; mich duncket das ich nie in keynen [Wald] so gemehlichen qweme dann dirreselb sy Lanc 564,25. 87,27; dis selbe sulent och duͦn die herren von Geroltesecke vmbe die man, die ze Morsmunster hoͤrent UrkCorp (WMU) 89,26. 3469,21    2 subst.: daz funfte geslechte, / daz nach disen quam Herb 7931; dises enpfindet man in allen kreften der sêle Eckh 5: 242,5. 5:213,8; dißer haßset mich sere durch uwern willen Lanc 11,9; MNat 8,13; Tr 18861. – bei einer Aufzählung: dise banecten den lîp, / dise tanzten, dise sungen, / dise liefen, dise sprungen, / dise hôrten seitspil Iw 67    2.1 im Kontrast zu anderen Demonstrativa: dirre disses gerte, / iener gerte anders wes Herb 13816; dirre wart hie gefalt, / dirre bleip vmberat, / iener wart da getrat, / der iener gevangen ebd. 6458. 6333; wer dirre unt jener wære, / daz wurden wîtiu mære Parz 699,27; RvEBarl 3494. ‘hôrâ!’ sprach diser, ‘hôrâ!’ sprach der Tr 3717; dô schuof der diz, dirre daz RvEBarl 3469; Herb 4981; Mühlh 155,15    2.2 in reihenden oder kontrastierenden Zwillingsformeln    2.2.1 ~ unde/oder der ‘dieser und/ oder jener, irgend jemand, einige, verschiedene’ wie disme vnd deme / daz vnd diz wol gezeme Herb 6205; dâ von was mir rehte kunt / wer sî wâren, dirre unt der Wh 207,5. 264,12; als dierre und der an vrömder stat mit sînem gesange scherne [spottet] SM:UvS 29a: 1,3; si rûnent beide dirre und der KLD:Schulm 2:2,4. ez wære dirre oder der Parz 613,4; eintweder disen oder den KvWTroj 39102; wir kamen alle nakent her [in diese Welt] / ez si dirre alder der Martina 261,84; Eracl 4559    2.2.2 ditze unde/oder daʒ ‘dies und/ oder das, einiges, verschiedenes’ la vallen dis und daz guͦt in verahtunge Seuse 350,27; nu ergiengez aber allez baz / umbe diz und umbe daz, / umbe zins und umbe man Tr 6532; UvZLanz 8612; KLD:SvT 2,6. do sante dar der wise, / das er im sante eteswas / von spise, diz odir das RvEWchr 25220; in welhem herzen ist nû diz oder daz, in dem ‘diz oder daz’ mac etwaz sîn, daz got ûf daz hœhste niht gewürken enmac Eckh 5: 424,11. 5:188,4. – (wëder/ noch) ditze noch daʒ ‘nichts’ ez ist umb mich nu so gestalt, / daz ich han weder ditz noch daz Dietr 4142; der gerehte mensche der enminnet niht an gote weder diz noch daz Eckh 2:289,1. 5:406,6; der tôt im daz herze brach / sô gâhes, daz er nie gesprach / diz noch daz, weder ach noch wê HvFreibTr 6399; Tauler 264,7    2.3 ohne Genus- und Numeruskongruenz verweist das N.Sg. oft auf Sachverhalte und Größen: ditze ist diu aller maiste nót Rol 4313; diz ist der künec von Persîâ Wh 105,26. 259,4; under diu dô diz geschach Tr 17275; diz sint süeziu canticâ! KvHeimHinv 696; dis sint die namen des râtes: [...] UrkCorp (WMU) 2201,34; PrOberalt 71,13; NibB 2153,1; Herb 3509

MWB 1 1318,14; Bearbeiter: Schnell

diserleie Adj., Pron. s.a. leie stF. ‘von dieser Art’ und [ich] sprach zuͦ minem kinde [...] diserley wort Seuse 269,29; diserley sint dú wort ebd. 224,9; in diserley wise ebd. 184,9

MWB 1 1320,7; Bearbeiter: Schnell