d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
dicke
F.
stN. WhvÖst
4760.
1
‘Dichte’
2
‘Dicke, Breite’
1
‘Dichte’
der wolken dicke Vät
15352;
die von der dicke [der Finsternis] irstichten
RvEWchr
10385;
Wh
40,14;
des harnes substantia ist sin dicke vnde sin dunne
SalArz
110,37.
–
‘Dickicht’
doch wil ich bî dem holze gên: / ob er mich lîhte wil bestên, / sô vliuhe
ich snelle an die dicke: / ich vürht vil harte sîne blicke WälGa
13317;
swâ ein birsær mûzet / bî wilde in einer dicke Hadam
543,2;
Wh
88,28;
die uͤbeln vraidigære / heten die magt wunnenclich
/ von den strazen in ein tich / gefuͤrt WhvÖst
4560.
–
‘dichte Schar, Gedränge’, meist
‘Schlachtgetümmel’
Jacob unde sine sun [...] / die chomen in einer
diche GenM
102,29;
Salustîn der vuorte / den uanin vnd ruorte / manlichin in
die dickin / daz ime moht ir stickin / sin ors uon gedrange Athis
E 83;
si cherten an die dicke, / si ualten in ainem blicke /
mer denne sechs tusent mán Rol
4283;
Roth
2743
u.ö.;
Loheng
3187
u.ö.;
Ottok
7185;
er brach si von ein ander, die dicke macht er dunne JTit
4256,1;
WhvÖst
4760
2
‘Dicke, Breite’
sie heitten de hein vnderscheit, /
[...], / weder an dicke noch an lenge
Herb
2921;
deu diken dez ertreichs hat sehs tausent und vier hundert und
neunzig meil KvMSph
19,6;
daz wir [...] ain mawr machen wellen
[...] in der hoehe vnd in der dike als vns die
beschaiden liͤvte [...] beweisent
UrkCorp (WMU)
3056,45;
Lanc
80,30
MWB 1 1268,12; Bearbeiter: Diehl
dickeleht
Adj.
‘dicklich, voll’
sin lefczen warent dikelecht, / nút dúnne, gar zemaͮsse recht
WernhMl
5883
MWB 1 1268,40; Bearbeiter: Diehl
dicken
swV.
1 intr. ‘dick werden, sich verdichten’
2 tr. ‘dick machen, verdichten’
1
intr. ‘dick werden, sich verdichten’
daz wazzer begunde / dicken von des nebels kraft
Wig
6871.
–
sin hals, houbt wol gedicket [zu rechtem
Umfang ausgebildet?] / und ist ouch scharfes sinnes fri
Mügeln
303,11.
– refl.:
daz sich der dunst dicket und in wolken verkêrt
BdN
96,30
2
tr. ‘dick machen, verdichten’
dâ wirt der dunst dann aber gedicket an im selber von der
sänften kelten BdN
87,29
MWB 1 1268,43; Bearbeiter: Diehl
dictam
M.
→
diptam
MWB 1 1268,52;
dieb-
→
diub─
MWB 1 1268,53;
dieben
swV.
auch diuben.
1
‘etw. rauben, stehlen’
2
‘jmdn. als Dieb bezeichnen, anklagen, verurteilen’ (vgl.
bediepsen ) 3
‘etw. heimlich hinbringen’
1
‘etw. rauben, stehlen’
ein geraubtes oder gedieptes guet StRWien
76
2
‘jmdn. als Dieb bezeichnen, anklagen, verurteilen’ (vgl.
bediepsen):
swie man mengen biderben müller siht, / man vint ouch mengen boͤsen
wiht, / der den biderben schaden tuot / an ir lop [an ihrem
Ruf] ; doch ist niht guot, / swer si gemeinlich alle /
[...] / wil dieben Ammenh
19039;
der vater wart gedubet und och sin sune HlReg
36,1
3
‘etw. heimlich hinbringen’
duͥ minne duͥ kan dieben / in zwai herzen ainen sin
JvKonstanz
1810.
–
‘sich zu jmdm. hinstehlen, einschleichen’
ir süezen, reinen, zarten, / zuo iuwern lieben lieben / sult ir bî zîten
warten, / wan rûhez alter kan sich zuo in dieben Hadam
232,4
MWB 1 1268,54; Bearbeiter: Diehl
diebesgruoz
stM.
formelhafte Diebstahlsklage im Freiberger Recht:
‘her richter, wold ir nu hern Iohannus wort vernemen? he klaget
[...] uber denselben Heinrich,
[...], daz der quam an di stat, da Iohan unde sin gut
vride unde gnade solde haben. da brach he den vride an Iohan unde an sime gute unde
stal im daz dupliche. [...]’ daz ist der rechte
dibesgruz unde ansprache. waz sin minner ist, des ist zu wenic StRFreiberg
124,11
MWB 1 1269,5; Bearbeiter: Diehl
diech
stN.
auch die, Pl. auch dieher.
‘Oberschenkel’ (von Mensch und Tier):
niemmin nemach ainen parm gemachen uon sînen diehen, er
nesitze ê TrudHL
108,24;
im werden di diech swer vnde di bein SalArz
52,39;
vnde sette er horner [zum
Aderlass] bynnen an daz dye ouer dy knyschyben
OvBaierl
130,20;
Lanc
183,31.
–
snit abe die fluͤgele vnd die diech, stecke sie in
einen irdinen hafen BvgSp
42;
ingwant bletze, terme und die, / daz uns der hie nit abegê!
SM:Had
44: 2,1;
ReinFu
K,1948.
– als pars pro toto ‘Körper’
sy woren selbe siech / beid an selen und an diech TvKulm
2200
MWB 1 1269,14; Bearbeiter: Diehl
diechbein
stN.
‘Oberschenkelknochen’
der leo hât niht markes in seinen painen ân in dem diechpain
BdN
144,35
MWB 1 1269,27; Bearbeiter: Diehl
diechbrâte
swM.
‘Keulenbraten’
tributa: diehbrato SummHeinr
2:518,02.5
MWB 1 1269,30; Bearbeiter: Diehl
diechbruoch
stF.
‘kurze Beinbekleidung, Kniehose, Lendenschurz’
lumbare vel renale, [...], modica braca id est
diechbruͦch SummHeinr
2:350,96.
2:32,44;
tribrucna: diechbruch ebd.
2:517,01.16
MWB 1 1269,32; Bearbeiter: Diehl
diechschënkel
stM.
‘Oberschenkel’
diu îserhose sanc ûf den sporn: /
[...] deiz bein stuont blôz. / den blanken
diechschenkel grôz / der marcrâve hin ab im swanc Wh
79,6;
den diechschenkel her im abe slûch En
12530
MWB 1 1269,36; Bearbeiter: Diehl
diechvëdere
F.
‘Feder vom Oberschenkel’
ein diehe veder krump, / macht man die reizzel [Lockspeise beim
Vogelfang] drump KgvOdenw
3,81
MWB 1 1269,41; Bearbeiter: Diehl
diehel
stN.
Dimin. zu diech:
wiz sint ir beinel, / lint diu diehel, reitbrun ist ir meinel,
/ ir sitzel gedrollen. / swes man an frouwen wünschen sol, des hat si gar die vollen
Tannh
11,34.
3,48;
zwischen vier armen lagen / zwen libe in ain gestricket, /
[...] / verworren si [die
Liebe] do schickt / lindiu diehel, ærmel blanc WhvÖst
18319
MWB 1 1269,44; Bearbeiter: Diehl
diehter
stswN.
‘Enkelkind’
ich wil lêren mîniu kint / und mîn tiehter ein bezzer dinc Renner
4527.
7456;
diu dritten kint, der geswistrîde dîhter, habent die dritten sippe
PrBerth
1:312,23;
ein muͤnthbar unde vormunder [...] myner
dichtere, kynder [...] mynes suͤnes UrkWetzl
1,667
(a. 1349);
die diechtern sullen irs erbes nit beraubet sin von irm aldervater
KlKsr
2,14.
2,34.
– Lit.: Müller, Großvater, S. 86ff.
MWB 1 1269,51; Bearbeiter: Diehl
diehterîde
stN.
Kollektivbildung zu diehter, ‘Enkelkinder’
mit sô getâner îtelkeit gênt frouwen umbe. [...] unde
swaz sie mit in selber tâten, daz tuont sie danne ir töhterlînen und ir diehterîden
PrBerth
1:416,14
MWB 1 1269,60; Bearbeiter: Diehl
diemant
stM.
→ diamant
MWB 1 1270,1;
diemüete, diemuot
Adj.
überw. präd.
‘demütig, bescheiden’ (entspr. lat. humilis):
dande svlt ir senfte vnde devmvͦte sin, als iv der
heilige Krist bilde hat gegeben Spec
47,30;
mit demuten geberden / sprach der reine in gotes lobe / sine gebet Vät
14000;
diu gotes chint, diu hie diemuote sint, / die ir scephare
lobent unde hie ir vianden vergebent AvaJG
34,1;
er was edele nach der werlt unde deumoͮte nach gote
Spec
116,1;
daz si [die Minne] ie sô diemüete
wart / daz sî [...] so swache stat suochet, / diu ir von
rehte wære / smæhe unde unmære Iw
1572;
‘sælic die dêmüeten sint,’ / sprichet Krist
RvEBarl
14829.
–
‘demütig, mitleidig’
lirnet uon mir. want ich milte bin. unte diemuͦtis
herzen JPhys
3,25;
ist got sô dêmuot, daz er sich / geruoche erbarmen über mich
RvEBarl
13223;
bis dêmüet und erbarme dich Marner
1,37
MWB 1 1270,2; Bearbeiter: Diehl
diemüete, diemuot
stF.
s.a.
diemuotîn
.
‘Demut, Bescheidenheit’ (paradigmatisch in der
humilitas Christi [Phil 2,6-11], vgl. LThK 2,89ff.):
nu merkent dez guͦten Gottes demuͦt, daz der gewaltig Got, der
groz Got, der hoh Got [...] sich genaigte zuͦ aim
kranken mentschen PrGeorg
292,19;
[er] gab vns bilde siner devmvͦte, daz er dvrch vns
arm was worden Spec
34,3.
Gen
939;
got selbi lerti unsich chuschi undi dimuot
SuTheol
255;
daz wir mit aller diemuͦt, mit aller gehorsam, mit
reuichlicher buzze uns selben also gehandeln PrOberalt
16,23;
her sach siner dirnen demute Brun
12282.
–
daz ir der krône unrehte tuot / mit sô swacher diemuot
[Unterwürfigkeit] , / daz hat missevallen / den grôzen
fürsten allen LBarl
1965;
‘daz ich der demut [Ergebenheitsbezeigung]
mich entzie’, / sprach Mardocheus, ‘daz ist recht, /
[...] / der eren dunket mich zu vil / daz ich vur einen
menschen hie / wolle bougen mine knie’ Hester
524.
–
‘demütige, mitleidige Selbsterniedrigung’
daz unser dehein sich des schame, daz wir einen andirn durch
dîemot die vuͦzze dwahen Spec
52,10;
des erbat in sin heilige deumuͦt, / daz er loste wip
unt man Rol
5796;
uns lêret sîn dêmüete, / daz wir uns erbarmen / gên den vil
reinen armen RvEBarl
4086.
– in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195):
wer allermeyst gudes ist vol, / so viel me demut ist in yme Pilgerf
134.
– überwiegend im Sinne von ‘Demut überwindet Hochmut’ und
‘Wer sich erhöht, wird erniedrigt, wer sich erniedrigt, wird
erhöht’
diemüet ie hôchvart überstreit Parz
473,4;
dêmuot nidert hôhvart RvEBarl
4540;
BdN
352,21;
diu hôchvart sîget / und diu diemuot stîget Georg
4103;
sent Iohannes hat gescriben dort, / daz diu deumuͦt
hin ze himele stiget, / daz di ubermuͦt nider niget / in di uinsteren helle
Rol
3509.
– personif.:
so ruͤget denn vrow Demuͦt vrow Ersamkait PrGeorg
21,13;
MinneR 444
482
MWB 1 1270,19; Bearbeiter: Diehl
diemüetec
Adj.
‘demütig, bescheiden’ (entspr. lat. humilis):
wer in [den Nacken] beuget, /
demutigen mut ez zeuget Physiogn
282;
der aber miner ware ─ daz ist diemvͤtiger ─ der war
hoher in dem himel PrBerthKl
1,33;
Teichn
374,23;
diemuͤtig mit aller undertenikeit
Mechth
6: 32,13;
BdN
184,11;
vnser wille vnd auch dimvtivge bet UrkCorp (WMU)
3088,16;
die diemuͤtigen [reuigen
?] suͤndær die sint ze den genaden erwelt
PrOberalt
123,2.
– von Dingen ‘schlicht, einfach’
so ain brvder reiten sol, so sol der satel
tvͤmvͦtig sin SpitEich
13,17;
die dêmûtegeren [geringere] stat in
dem chôre sal er halden StatDtOrd
88,25;
mæzic an allen iuwern dingen, an ezzen und an trinken, dêmüetic an dem gewande
PrBerth
1:334,28;
Elis
2113;
JvFrst
9405.
–
‘demütig, mitleidig’
daz wir zv den gvten werchen, di wir da tvͦn, auch
demvͤtich, vil gedultich, vil barmhertzich sin, daz div erbarmde durch daz
herze snide als ein scharsach PrBerthKl
3,58;
ich bitte barmherzig, diemuͤtig und getrúwe unde
gehorsam Mechth
7: 57,26;
kunic sô dêmûtiger, / bi gewalde sô gar gûtiger Kreuzf
5481;
HvHürnh
Vorr. 23;
Pass III
31,52.
– in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195):
Christus chom die devmoͮtigen ze hohenne
Spec
143,5;
den hochvertigen den macht er dimuͤtich
PrOberalt
113,25;
die armuͦt machet vil dikche den menschen vil
dimuͤtich ebd.
123,3
MWB 1 1270,58; Bearbeiter: Diehl
diemüetecheit
stF.
‘Demut, Demütigkeit, Selbsterniedrigung’ (paradigmatisch in der
humilitas Christi [Phil 2,6-11], vgl. LThK 2,89ff.):
mit allen sinen werchen lert er
[Christus] uns die hiligen dimuͦticheit
PrOberalt
31,31;
ich bin ein wuͦrm, sprach er, und niht ein mensche. ist daz wir mit
ganzeme herzin gedenkin an dise dimuͦticheit, so wirt uns die buͦrde
[...] licht PrLpz
348,15;
wir loben dich, herre, das du úns hast gesuͦchet mit
diner demuͤtekeit Mechth
1: 6,4;
daz man in bedecket und behelt mit üeseln und mit aschen, daz
ist dêmüetichait BdN
70,33;
vier dink, di horent zu der redelichen gehorsamekeit: daz ist bescheidenheit,
ere, gerechtekeit und ware demutekeit HlReg
5,15;
der werlt huld verdient er umb die demutikeit das erselb zu
geriecht siczt und recht richtet Lanc
245,24.
243,6;
Eckh
5:407,5.
–
dar inne en soldestu dich / niht mit zorn han beweit: / daz were demutekeit
[Geduld ?] / [...] / ob du
wilt demutic wesen, so mustu mugen liden / unde ungedult virmiden Vät
19450.
–
‘Bescheidenheit’
daz si hawen tvͤmvtighait und tvltikait
SpitEich
36,15;
dú erste demuͤtekeit lit uswendig an den kleidern und
an der wonunge, das die messig und geistlich gesnitten und genejet sin
Mechth
5: 4,42;
die gênt plôz in armuot und in diemüetichait und versmæhent
die üppigen werlt BdN
491,15.
–
‘Güte, Mitleid’
sie [...] belobten sie [die von
Logres] so sere irer gút und demutikeit [ihnen
gegenüber]
LancII
747,15;
mit weschaidenhait weiset er si auf diemüetigkait,
gehorsamhait, erwirdigkait und liebe des chüniges HvHürnh
11,8.
– in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195):
daz wir die hochvart vlihen und die hilig dimuͦticheit
behalten schuͤln PrOberalt
41,22.
159,3;
sô aber diu dêmüetekeit den menschen ie niderr neiget, sô er vor gote ie hœher
ûf wehset DvASchr
356,39.
– personif.:
vroͮ Diemuͤtekeit, was koͤnnent ir
dienen mit úwer swester, der Senftmuͤtekeit? Mechth
7: 62,62;
PrGeorg
21,10;
MügelnKranz
1774
MWB 1 1271,22; Bearbeiter: Diehl
diemüeteclich
Adj., Adv.
adv. auch -lichen.
‘demütig’ (entspr. lat. humilis):
das er demuͤteklichen kam / ze ir [Maria] und
si ze muͦter nam WernhMl
14357;
daz wir unsich gotes chreften diemuoticliche neigen
Himmelr
11,22;
nu müessen wir lisstigklichen oder diemüetigklich vorschen von
disenn tugenden und von lasstern HvHürnh
4,6;
daz er [...] alle die bvͦzz willichlichen vnd
diͤmvͤtichlichen leisten sol UrkCorp (WMU)
1966,36;
StatDtOrd
33,16.
– oft
~ biten:
vil dêmuotechlîchen er in bat, / daz er durch sîne gnâde im
ein lutzel fernâme Gen
2374;
UrkCorp (WMU)
1653,42.
1403,30;
Ottok
73763.
– selten adj.:
an got sî gedâhte / und bat mit herzen sêre, / [...]
/ mit dêmüeteclîcher zuht Reinfr
15255.
–
‘bescheiden, schlicht’
die truogen ärmeclîchen an / dêmüeteclîchiu krankiu kleit, /
niht von hôher rîcheit RvEBarl
1705.
– in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195):
sver hi dimuteclichen lebete / daz er di hohesten stat
behabete / ez ist umbe di dimuͦt so getan / si sol den ganzen lon han
VMos
59,20
MWB 1 1271,62; Bearbeiter: Diehl
diemüetegen, diemuotegen
swV.
‘jmdn./sich demütigen, unterwerfen, erniedrigen’ (z.T. mit
präp. Erg.):
als got den menschen dêmüetiget mit dem menschen selber
Eckh
5: 292,10;
fürste tugenlich, / demüttige dinen lib / und tü es durch
alle werde wip GTroj
11271.
– überw. refl.:
do er durch der menscheit not sich gedimuͤtigot hete
PrOberalt
11,12;
gvͦt was der kunic, [...] der
sich selbin ê diemuͦtiget unde engestit, ê er sinem lîvte bvͦzze unde
riwe satzte Spec
63,12;
da diemutiget er sich umbe sine sculde hinz unserm herren got Konr
(Sch)
146,19;
PrOberalt
83,15;
der konig [...] demútiget sich sere
wiedder Galahoten. er hub yn off, und was im leit das er so lang gelegen het vor im
Lanc
280,11;
sew mugen sich nymmer gediemuͤtigen zu der puzz
SchlierbAT(LS)
1,48.
–
‘demütig’ (Zustandspassiv):
ie grozzer er der mensch trait, / so sol er ye diemuͤtiger wesen. /
[...] / wa ein mensch in wirden sey / und
gediemuͤtigt da pey Teichn
374,32;
wie man si [Maria] nennt anders
dann gotes geperærinn [...], sô ist ir lob gediemüetigt
[vermindert]
BdN
465,4.
– in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195):
swer sich erhoͤhet, der wirt genidert, und der sich
dimuͤtigt, der wirt gehoͤhet [Lc 14,11]
PrOberalt
148,17.
149,41
u.ö.
MWB 1 1272,20; Bearbeiter: Diehl
diemüeten, diemuoten
swV.
‘jmdn./etw. demütigen, unterwerfen, erniedrigen’
daz denne der mentsch sin hertze demuͤte PrGeorg
32,38;
sô dîmûten wir im unser sêle, / daz er uns erhôre JJud
1023.
738;
Moabes grosse hochvart / des tages wart geguͤtet, / genidert,
gedemuͤtet RvEWchr
17785.
– überw. refl.:
daz der herre der engele sih so gedevmvͦte, daz er an
einem wege geborn wart vnde in eine krippe geleit wart Spec
21,4.
47,33;
[er] sol sich diemvͦtin vnde sprechin mit dim
wisagin. jch pin ein wurn noh nv̂t ein monscho BrEng
7.
– in Wendungen und sprichw. (vgl. TPMA 2,184-195):
dû solt dich dêmüeten, daz sprichet got selbe [Lc
14,11] : ‘swer sich selbe demüetet, der wirt gehœhet’
PrBerth
1:476,24
MWB 1 1272,46; Bearbeiter: Diehl
diemuot-
s.a. diemüet-
MWB 1 1272,62; |