drîgevar
Adj.
‘dreifarbig’ (vgl. drivar):
der drie gevar amechtist HeslApk
22098;
vgl.
ebd.
22038ff.
MWB 1 1369,25; Bearbeiter: Diehl
drîglestec
Adj.
‘dreifach glänzend’
durchtrechtic wart der gotlich gadem / driglestic vunkenricher kunft
Frl
7:1,11
MWB 1 1369,27; Bearbeiter: Diehl
drîgülte
stF.
‘dreifache Strafleistung’
swelich rihter der sætze ainen vbergriffet, der gelt mit der drigult also, daz
dem chlager werd ein tail vnd dem herren div zwai tail UrkWittelsb
2,32
(a. 1293)
MWB 1 1369,30; Bearbeiter: Diehl
drîgülten
swV.
‘jmdm. dreifache Strafleistung auferlegen’
swem vnzint har dv́ stat was verbotten von des râtes gewalt vnde von sime
gerihte, brach er daz erste gebot, dem zwigúlt mans, brach er das andir, wan
[l. man
] drigult jms UrkCorp (WMU)
1054,43,2
MWB 1 1369,35; Bearbeiter: Diehl
drîhe
swF.
‘Sticknadel’
ein wâfenroc wart dar getragen, / der was,
[...], / mit drîhen in den spelten / zen vuogen und zen
velten, / [...] / mit vrouwînen henden /
[...] vollebrâht Tr
6555;
wipliche kunst / mit nadiln und mit drihin: / nejen, brettin, rihin
RvEWchr
543;
Tit
137,2.
– übertr.:
doch wünsche ich daz ir an ir ram / mîn drîhe alsô schône müge erklingen
KLD:KvN
4,6;
– hierher wohl auch (Verschreibung?):
die rein es in ir kuͦsche wap / mit der dringen
[La. drien
] in der ramen
HvNstGZ
2049
MWB 1 1369,41; Bearbeiter: Diehl
drîheit
stF.
‘Dreiheit’
so schoͮwe denne, wie dú driheit der anderen schar,
die herscher, kreftger und gewaltscher ordenlichen volbringent die wúnklichen ewigen
ordnunge Seuse
243,17.
– meist ‘Trinität’ (s.a.
drîkeit
):
Arrius, der da sast mit der driheit der personen driheit der substancien
ThvASu
312,31;
dú driheit der personen ist in der einikeit der nature
Seuse
185,8
u.ö.;
Teichn
448,74
MWB 1 1369,52; Bearbeiter: Diehl
drîhen
swV.
‘etw. mit der drîhe bearbeiten, besticken’
er [der Gürtel] was och niht gestrickit /
[...] / gezettilt noch gedrihit Martina
22,17
MWB 1 1369,60; Bearbeiter: Diehl
drîhêrschaft
stF.
‘Dreierherrschaft, Triumvirat’
al die werlt was in dri do / geteilet ouch in den tagen, / (niht wan dri heren
ir pflagen), / die driherschaft solde kumen / in ein hernach Macc
13185
MWB 1 1369,63; Bearbeiter: Diehl
drîhouptec
Adj.
‘dreiköpfig’
sie hatten [...] daz getwerk Alberiche / vnde einen
drihavbtigen tvrsen Wachtelm
117
MWB 1 1370,3; Bearbeiter: Diehl
drîhundert
Num.
‘dreihundert’
daz mir die burgere von Colmere hant druhvndert marg silbers geben
UrkCorp (WMU)
2332,18;
drihundert gire ließ er fan Mügeln
45,11.
– zur Bildung weiterer Num.:
fenix ist ain vogel [...] und lebt
dreuhundert und vierzig jâr BdN
186,18;
daz hât an den himel dreihunderttausent und neuntausent und
drei hundert und fünfundsibenzig meil ebd.
106,8
MWB 1 1370,6; Bearbeiter: Diehl
drîkeit
stF.
‘Trinität’ (s.a.
drîheit
):
Kristus wart [...] beroubet aller sînesheit in daz
enthalt der miteln persône in der drîekeit Eckh (Pf)
644,32.
653,1
MWB 1 1370,14; Bearbeiter: Diehl
drilhen
swV.
‘verdreifachen’ (vgl.
drîlich
):
diu kerge [der Geiz] birt und ist und prüevet
manige untugent / [...] / diu kerge schande zwilchet unde
drilchet Boppe
1:4,10
MWB 1 1370,17; Bearbeiter: Diehl
drîlich
Adj., Adv.
‘dreifach’
zwelf tusent helede: / ir brunigen waren drilihe
Rol
4664;
in siner trinitat / drilich und doch eine Brun
12641;
got, in der einekeite drilch / und einlich in der trinitat KvWGS
328;
nu bit wir den der da dril / ist in eime wesen got
Daniel
5698.
–
‘zur Drei gehörig, eine Dreiheit bildend’
tacht, viure, wachs drilich git ein liecht sam der sunnen sterne Frl
2:6,4
u.ö.
– Adv.:
diz ist beschriben allentsamt / von den ierarchien, / wie si drilich da drien
Pass III
549,76;
an einem sumer tag, / [...] hitz in
hitz wut trilch Minneb
3
MWB 1 1370,21; Bearbeiter: Diehl
drîlîche
stF.
‘Dreiheit, Trinität’
also ist auch got drivalt: / [...] /
die ainichait der namen drey / und di drilich der ainichait Teichn
10,83
MWB 1 1370,33; Bearbeiter: Diehl
drîlîchheit
stF.
‘Dreiheit, Trinität’
ein underscheit geschach / an der drilicheit der namen / die
ein war got sint entsamen: / got vater, got sun und got geist HeslApk
643;
so daz ich lon von deme neme / der in gerechter drilicheit /
behelt die ware enicheit ebd.
17867
MWB 1 1370,36; Bearbeiter: Diehl
drîlinc
stM.
Flüssigkeitsmaß regional unterschiedl. Größe:
– oft ein dreiviertel Fuder (vgl. DRW 2,1093f.):
so geit er ie von dem fveder xxx pfenninch, von dem halben fuoder xv
pfenninch, von dem dreiling xx pfenninch UrbBayJ
480;
daz si an irr mawt zw aschach die mawtt woll genemen mvͤgen
[...] ie von aim fuder weins zwen vnd dreyzzig phenig
vnd ie von aim dreyling weins vir vnd zwainczik UrkEnns
6,19
(a. 1331).
–
‘der dritte Teil’ (eines vorher genannten Maßes):
es sollen die aufleger von dem fueder [...] nemen 32
oettinger pfening [...], von dem dreyling
[...] 10 StRNeuött
30.
– nicht unmittelbar festzulegen:
swer wein auz einem keller ziehen wil in dreyling oder in pontzen
StRMünch
428,7
MWB 1 1370,42; Bearbeiter: Diehl
drillen
stV. (IIIb)
s.a.
drellen
.
‘etw. drechseln, drehen, abrunden’ (überw. als Part. Prät. zur
Personenbeschreibung, vgl. gedrol):
wâ sô mæziges wîp / næm alsô schœnen lîp, / sô veizt und sô gedrollen
Helbl
1,1074;
sô was sie als ein hermelîn / wîz und sleht, daz sie niht linder kunde gesîn /
und doch dâ bî gedrollen und gereifet Loheng
3128;
ir hufel zart gedrollen Suchenw
25,174;
Wigam
4908
(Hs. W);
Tannh
4,95.
–
von hartze getröllen, / von schwebel serre gewollen, /
herre, machend ainen kloss! GTroj
21991;
Dalimil
67,43
MWB 1 1370,57; Bearbeiter: Diehl
drî|namet
Adj.
‘drei Namen führend’
Salomon was drinamit [...] / so hiz man in von irsten
Salomon. / Jdidam was sin andir name, / [...] / sin dritter
name was Ecclesiastes Brun
1165
MWB 1 1371,5; Bearbeiter: Diehl
drinc
stM.
‘Trunk’
nu voirte ich das ich virsincke / in lidens gronde aen helffe
sture, / stonde mich der drinc tze dure MinneR 497
404.
411
MWB 1 1371,9; Bearbeiter: Diehl
drinden
stV. (IIIa)
‘anschwellen’
swem der buch drindit von suche Macer
59,8;
sin zorn wus, sin herze drant Herb
9105;
in honig biute ich gallen, / [...] / ich stürme bloz
und tun doch slag, / ich male im wiz, da durch e swerze drant Frl
7:25,12.
– textkritisch problematisch (vgl. Anm.z.St.):
si ist gezúget in Lucifers herzen und ist geborn in
geistlichem homuͦte und ist gedrunten in dem has Mechth
2: 26,47.
3:21,86
MWB 1 1371,12; Bearbeiter: Diehl
drindunge (?)
stF.
textkritisch problematisch (Konjektur zu trutunge, vgl.
Anm.z.St.).
‘das Anschwellen’
mer leider die rehte gottes minne die wirt bi wilon also
siech von der boͤsen suͤssekeit der italen ere und von der drintunge
des homuͦtes Mechth
6: 20,15
MWB 1 1371,21; Bearbeiter: Diehl
drî|nemede
stF.
‘Dreiheit, Dreieinigkeit’ (vgl.
drîbenemede
):
an der heiligun trinemmide gloub ich BambGlB
135,18.
135,26
MWB 1 1371,27; Bearbeiter: Diehl
dringa drinc
Interj.
→
dringen
MWB 1 1371,30;
dringe
swF.
→
drîhe
MWB 1 1371,31;
dringen
stV. (IIIa)
‘dringen, drängen’
1 intr. 1.1 ohne präp. Erg. 1.2 oft mit präp. Erg. 1.3 mit Adv. 2 tr. 2.1
‘jmdn./etw. drängen, bedrängen’
2.2
‘etw. weben, flechten’
2.3
‘jmdn./etw. drücken, pressen’
3 refl. ‘sich drängen, drängeln’
1
intr.:
1.1
ohne präp. Erg.:
Vlixes trat vf des schiffes bort / vnde sluc vnd dranc, /
vnz er vf den stat spranc Herb
4395;
ich enwesse waz ich tæte mê, / wan ichn mohte niht
gedringen [durchdringen]
KvHeimUrst
575;
mit iwern beinen langen / sitzent ir
gedrungen [verbogen (Lanzelet, der noch nicht reiten
kann)] . / iwer ros gât in sprungen UvZLanz
495;
wer dinet ane dank, do er niht sol, / dem wirt gelonet selten wol. / wer
also vergeben drunge [strebt] , / daz er ein lit doch
sunge / [...] / er was und ist der wisen spot
Jüngl
129.
– subst.:
dô wart ein michel dringen und grôzer swerte klanc
NibB
208,1;
dâ was slahen unde stechen / und hurteclîchez dringen
Wh
392,1;
fürste Herman, / [...] /
etswâ smæhlîch gedranc / unt etswâ werdez dringen [herrscht an
deinem Hof]
Parz
297,23;
nachtegal, diu lât ir singen / und die bluot
[die Blüte(n)] ir dringen SM:Wi
2: 1,5
1.2
oft mit präp. Erg.:
ê si mit rotten zuo staphen / und an iuch drucken unde
dringen Ottok
25444;
durch sin hut úncz uf das bain / drungent die dorne vil
gemain WernhMl
9338;
vil manig reie / wirt gesungen, dâ die bluomen dringent dur
daz gras SM:KvL
2: 1,4;
KLD:GvN
16:1,3;
MF:Wolfr
1:2,1;
KvWLd
14,2;
mit ir scarpfen swerten / ingegen dem kunige si drungen
Kchr
7116;
so der luft denne tringet in die loͮcher
Lucid
42,4;
dâ wart umb in gedrungen, / daz nie dhein künic ze
dheiner vart / nie schôner enpfangen wart EnikWchr
12026.
12987;
also das im die dorne hart / untz uff sin hirn gedrungen KvHelmsd
1661;
sin lip in strite wol mohte / slahen, stechen und
ringen, / fuͤr sich durch die rotte dringen Rennew
23478;
do drungin helede gote / vaste zo deme ringe
Roth
3384;
VAlex
986;
wider zvo der jstorie / svz wir aber dringen Martina
137,57.
– übertr.:
daz im der jâmer durch daz marc / dranc unz an der
sêle grunt KvWHerzm
257;
ein fröide in mîn herze dringet SM:KvL
18: 2,4;
sin zorn vz sime herzen dranc Herb
2022;
da sie nach den eren
drungen [strebten] / beidenthalben imme strite
GrRud
Fb 13.
–
ûf jmdn. ~
‘jmdn. angreifen’
vnd wurde ein vzman vf einen burgere dringende vreuelliche
UrkCorp (WMU)
2318,29;
uf Seph den grozen risin dar / drang er und
sluͦg in sazehant RvEWchr
30737
1.3
mit Adv.:
sie drungen und entwichen / beidiu her unde dar
Eracl
5058.
–
hinnâch ~
, ‘nach etw. streben’
der mensch [...] sol demuͤtig sin
[...], das er das
[Leiden] nit flichi und allvegen
hinnaͮch tringe Lilie
75,15.
–
zesamene ~
‘aufeinander treffen, miteinander kämpfen’
daz di fiures funchen / uz den helmen sprungen, / do
si zesamene drungen Rol
4814;
sie waren alle zusamen getrungen und schlugen und
stachen freischlich Lanc
76,10;
SAlex
3219.
– als Imperativ ‘voran, näher ran’
der buhiert huͦb sich do zehant /
[...] / da was niht wan ‘dringa drinc /
da bi! halt us! la schoͮwen / die ritterschaft, die
vroͮwan!’ RvEWh
5796;
Parz
220,28
2
tr.
2.1
‘jmdn./etw. drängen, bedrängen’
in der muoter wambe wâren si sâ mit champhe: / einander
si drungen Gen
1064;
iz geschach daz Jhesus uf dem wege gedrungen wart von der
schare EvBerl
106,3;
minne, din kraft ist manigvalt. /
[...] / da mit du sie gar dringest / daz sie dir
muͦz hulde swern Rennew
24926;
ob decheiner unser lanthere [...] vnser einen
durh sine gewalt [...] wolte dringen
UrkCorp (WMU)
369,14;
soln wir [...] si niht dringen oder anvordern
wider irn willen [...] vmb kein gelt mer
UrkWürzb
46,98
(a. 1345).
– oft mit präp. Erg. oder Adv.:
sînes swertes klingen / wil er durch mîn herze dringen HeidinII
1722;
Keie hurte vaste an in / unt drang imz ors alumbe hin
Parz
295,2;
din kraft die wasser süßte / und sie uß felse drang
Mügeln
347,2;
spißglas in flammen hat die art, / das es das kupher
dringet von dem golde ebd.
42,10;
von allen sælden ez mich dranc HartmKlage
1709;
mahtu dinen veter Dietrich / von dem leben gedringen Dietr
2574;
daz er in ungerne drunge / von deheinem rehte sîn
Ottok
39373;
StRRegensb
118.
–
‘etw. übersetzen’
[das Buch] wart von im gedrungen / ûz kriechischer
zungen / in latînische schrift LBarl
8;
daz er [Hieronymus]
unbetrogen / wyt zusamne hat gezogen / und indaz latin gedrungen / uz
manherhande zungen, / [...] / alle sunderliche buch
/ di da waren der heiligen schrift Hiob
141.
– phras.: hœher ~
‘mit höheren Forderungen bedrängen’
daz vns da mitte begnvgen sal, vnd [daz
wir] si nit hoher dringen mit deheime gerichte
UrkCorp (WMU)
1831,7.
– übertr.:
wer kan sorge ûz herzen dringen? / minne ie sorge ûz
herzen dranc KLD:GvN
6: 5,5;
das dise manigvaltige suͤssekeit irdenischer
dingen dich nit von ime dringet Mechth
6: 5,10
2.2
‘etw. weben, flechten’
drivalt inein gedrungen unde einlich indriu geflohten
KvWLd
32,5;
geweben und gedrungen drîn / von golde wâren tracken KvWTroj
32554.
ebd.
32644;
ein wol gezúnit koͤrbelin, / das man sach
gevlohten sin, / gedrungen nahe alsam ein krebe
[Korb]
RvEWchr
8934;
alle sine löke gar / warend schon getrungen
GTroj
8833;
swer wil den borten dringen Frl
7:9,15.
–
mine ougen viere spen / in dem ovene singen, / vreude
in vreude dringen / habende dekeinen schrantz Daniel
1548;
lob den eren gernden jungen / wirt gewebet unt gedrungen, / mit der
klinge von der zungen / wirk ich lobes bilde Damen
5,9.
– übertr. ‘herstellen’
ein vaz daz lie sich dringen / von adamant Frl
7:11,1
2.3
‘jmdn./etw. drücken, pressen’
ob man den bibos
[Beifuß] geweichet [...] mit
dem wine unde [...] stosset unde dringet unde das saf
trinket Macer
1,5.
5,12;
alsô töunde druhte er in / daz im daz bluot zer nase
dranc Wig
5118.
–
ole daz nulich ist uz den olebern gedrungin
SalArz
16,9;
drifaldig got sin forme drang in menschen wachs
Mügeln
11,2;
sy [die Zunge] mocht deu
wort dringen / von gech an des mundes tur / das selten chain wort her fur /
rechte oder ganczes mocht chomen HvBurg
3870
3
refl. ‘sich drängen, drängeln’
hi an saltu si [falsche
Freunde] bekennen: / si dringin sich an dinen rat / vnd loben alle dine
tat Elmend
A 131;
dô was sô vil der geste komen in daz lant, / daz si sich
allenthalben drungen mit den scharn NibB
512,3.
1866,4;
ob du dich dringest / durchz volc Parz
647,10.
637,10.
–
daz sich der künec von Zazamanc / dâ mit den andern
[im Kampf] niht endranc Parz
69,26.
–
[der Gottessohn] der durch des goldes phorte / uß
gotes brüste se / sich drang von einem worte / gein der naturen e
Mügeln
343,9
MWB 1 1371,32; Bearbeiter: Diehl |