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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
      1dingen swV.
      2dingen swV.
      dingesgëbære stM.
      dingesgëben stN.
      dinges|pêne stF.
      dînhalp, dînenhalp Adv.
      dinkel stM.
      dinkelgëlt stN.
      dinkelîn Adj.
      dinkelkorn stN.
      dinkelmël stN.
      dinkeltor stN.
      dinne Adv.
      dinsen stV. (IIIa)
      dinster, dunster Adj.
      dinstere stF.
      dinsterheit, dunsterheit stF.
      dinsternisse, dunsternisse stFN.
      1dionysia Subst.
      2dionysia Subst.
      dipsas stF.
      diptam M.
      diptonge F.
      dirdendei-
      dirhalp Adv.
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   1dingen - dirhalp    


1dingen swV. von ahd. thingen, vgl. auch 1gedingen. ‘auf etw. hoffen, etw. zuversichtlich erwarten, (er-)bitten’ 1 mit Gen.-Obj. (vereinzelt Akk.)
2 mit Obj.-Satz
3 mit präp. Erg.
3.1 ane
3.1.1 mit Bezug auf das erstrebte Gut
3.1.2 mit Bezug auf die gebetene Person
3.2 gegen
3.3 ûf
3.4 (hin) zuo
3.4.1 mit Bezug auf das erstrebte Gut
3.4.2 mit Bezug auf die gebetene Person
4 mit präp. Erg. und Obj.
4.1 mit Gen.-Obj.
4.2 mit Obj.-Satz
5 Part. Präs. ohne nähere Bestimmung
   1 mit Gen.-Obj. (vereinzelt Akk.): sus wart div schuldige âne schulde / [...] / des dinge oͮch ih sunder wân Wernh D 2598; solker mende [Freude] / muoz ich dingen, / suozze singen / unde ringen / als ein lîb, / der sich des tôdes wol versiht SM:Gl 1: 12,29; des wil ich unzwîvellîche dingen: / sîst so sælic, daz mir niemer kund an ir ze sælden misselingen SM:UvS 22: 5,5; ich wünsch, ich dinge des einen daz vor grâwem hâre / mir dâ gelinge baz danne ir genâde gebâre KLD:UvL 12: 5,1. – mit Akk.-Obj. (s.a. dingen2 2.6 ): himelisgiu chuniginne, / wie verre ich an dich dinge / daz heil miner sele SüklV 35    2 mit Obj.-Satz: si hât so maniger tugende vil: / ich dinge, ir minne werde mir ze solde SM:KvT 3: 2,10. 3:4,4; mir ist liebes niht geschên. / ich dinge aber, ob ich ez verdiene, ez müge mir wol ergên MF:Reinm 33: 3,6; ich hœre willeclîche dich / und dinge, daz dû wîsest mich / eteslîcher mære guot RvEBarl 1656; Will 29,4; Wh 321,28; UvZLanz 4327. 5657    3 mit präp. Erg.    3.1 ane    3.1.1 mit Bezug auf das erstrebte Gut: di [Besiegten] lâzestu sunderlingen / an dîne gnâde dingen / und lâzes si dir sîn undertân SAlex 3461    3.1.2 mit Bezug auf die gebetene Person: ich dinge an got minen [ spero in deum meum ] PsM 68,4; herre, nu gewêr mich / einer bete der ih dinge an dih Wernh D 782; Wernh A 1508; Spec 75,14    3.2 gegen: in des suessen mayen zeit, / [...] alle creatur dinget / gegen des liechten suͦmmers fruͦcht Dietr 353; daz uns nœter ist nâch genâden gên gote ze dingen umbe unser slêwekeit, denne nâch hôhem lône DvASchr 320,38    3.3 ûf: wol ir Karlinge, / uf uwer aller gnade ich dinge Rol 3154. 1060; sie dingent ûf ein künftic leben, / daz mit vreuden iemer stât / und iemer vreude ân ende hât RvEBarl 5626. 4644; ûf den wân dinge ich noch sender man SM:Had 28: 3,9; SM:Gl 1:10,4; nû merkent, wie daz wilde / cleine süeze vogellîn / kan dingen ûf den morgenschîn / und sich des tages fröuwen muoz, / sus wart gehoffet ûf ir gruoz / und ûf ir kunft gedinget KvWTroj 20310    3.4 (hin) zuo    3.4.1 mit Bezug auf das erstrebte Gut: maget aller magede, / [...] / erchenne alle die dich minnent / und mit rehtem glouben ce dinen gnaden dingent MarseqS 15; sô ist mîn trôst und mîn leben / und al diu vröude dâ hin, / ze der ich dingende bin, / und enwirde niemer mêre vrô Tr 8198; Litan 971; UvZLanz 8967    3.4.2 mit Bezug auf die gebetene Person: ich pin uerfluchet: / ich wane min got nine ruͦchet. / suze Karlinge, / (zu wem scol ich nu dingen?) Rol 6622; du sorgest angeslîche, / daz wir sumelîche / dîne liute bringen / darzuo daz sie dingen / von dînen handen hin ze got LBarl 9154    4 mit präp. Erg. und Obj.    4.1 mit Gen.-Obj.: swen si [die Welt] sus an sich bringet / und der zir helfe dinget, / den lât si ligen in der nôt RvEBarl 4594; der selben liebe dinge ich zir: / geruohte sî ez sô nach gnâden scheiden, / so scheide ich mich von seneder nôt SM:UvS 6: 5,3; ich dinge ouch helfe hin ze den gotes knehten / Philippes und dem bruoder sîn Hardegger 1:3,8    4.2 mit Obj.-Satz: sie [...] dingoten hinze got, / [...] / daz er schiede selbe den strit Wernh D 1674; ouch solt an iuch gedinget sîn / daz ir der meide ir vingerlîn / liezet Parz 175,29; nu ding ich, herre, an iuwer zuht, / sît vreude ûz mînem herzen vluht / hât, daz irz niht wîzet mir Wh 254,11; ein trôst, da dinge ich an: / daz sich wîbes güete niht gelîchen kan SM:UvS 23: 5,7    5 Part. Präs. ohne nähere Bestimmung: ir wân het si niht betrogen, / den siu dingende truoc UvZLanz 3597

MWB 1 1308,52; Bearbeiter: Schnell

2dingen swV. von ahd. thingôn, vgl. 2gedingen. 1 zu dinc 1 ‘Gericht’
1.1 ‘Gericht halten’ (meist intr.)
1.2 ‘etw. (gerichtlich) festsetzen’
1.3 ‘sich vor Gericht verantworten, sühnen’
1.4 ‘etw. (vor Gericht) ausbedingen’ (oft mit Dat.d.P.)
1.4.1 in den Wendungen holunge/ reht/ wandel
1.5 ‘sich an ein (höheres) Gericht wenden, Berufung einlegen’ oft mit präp. Erg. (überwiegend aus dem österr.-bair. Sprachraum)
1.5.1 mit Gen.-Obj.
1.5.2 mit Akk.-Obj.
1.5.3 mit Pron.-Adv.
1.5.4 in der Wendung vürbaz ~
1.6 ‘jmdm. (vor Gericht) beistehen’
1.7 ‘jmdn. vor Gericht zitieren’
2 zu dinc 2 ‘Vereinbarung, Abmachung’
2.1 intr. ‘verhandeln, unterhandeln’
2.2 ‘(jmdm.) etw. versprechen, zusichern’
2.3 ‘(etw.) vereinbaren, vertraglich festsetzen’
2.4 ‘jmdn. für eine Tätigkeit anstellen, in Lohn und Brot nehmen’
2.5 in der Verbindung mit jmdm. umbe etw. ‘(einen Betrag) aushandeln’
2.6 ‘etw. verlangen, sich etw. ausbedingen’ mit Akk. oder Obj.-Satz
2.7 ‘etw. mieten, pachten’
2.8 ‘etw. zum Kauf anbieten, mit etw. handeln’
2.9 ‘etw. vermachen, überschreiben’
2.10 ‘etw. borgen, leihen’
2.11 ‘etw. übereignen, ein Leibgeding, eine Morgengabe aussetzen’
2.12 ‘unterwerfen’
2.12.1 tr.
2.12.2 phras. under jmds. vanen/ baniere ‘etw. unterwerfen’
   1 zu dinc 1 ‘Gericht’    1.1 ‘Gericht halten’ (meist intr.): Paligan admirate / ist also uz chom(en): / [...], / er gesuͦche sie ze Karlingen, / ce Ache wil er dingen Rol 7302; di viͤr benke, do man inne dinget daz lantdink, statdink vnde iudendink UrkSchweidn 60,9 (a. 1336); vber ander sache sol der rihter niht ze dingen habn UrkCorp (WMU) 1100AB,23 (vgl. 1.5.3); nu man wolle dingen umme den dip StRFreiberg 121,3; an der urteile, da got mit uns allen dinget Spec 147,8; SSp(W) 3:69,1; RbNeumarkt 145. – übertr. ‘herrschen’ in dirri burc dingi swer so dir welli ÄJud 142    1.2 ‘etw. (gerichtlich) festsetzen’ der echt [Ächtung] ist recht alsus / auß geruft und gedinget: / wer dein haupt pringett, / dem gibt man an der stund / rotes gold hundert pfund HvNstAp 931; der kampf wart gesprochen, / [...] / der kreiz waz wit geringet, / kampfes reht gedinget HvNstGZ 2206    1.3 ‘sich vor Gericht verantworten, sühnen’ ez hat auch der landesherre von buͦzze nicht mer rehtes dan den totslach; ob der geschicht, wirt derselbe begriffen, der dingt mit dem herren, als er stat an im vinde UrkÖsterrErbl 162,39 (a. 1308); swes lîp sîn [Christi] zürnen ringet, / des sêle [beim Jüngsten Gericht] unsamfte dinget Parz 113,24. – mit Gen.: nû habent sich gefrîet / die phaffen, swaz sô sie begênt, / daz sie des niht ze rehte stênt / vor des landes herren. / [...] / ze Rôme sie des dingent Helbl 2,782    1.4 ‘etw. (vor Gericht) ausbedingen’ (oft mit Dat.d.P.): sprichet danne des furspreche, [...] ob im [seinem Mandanten] daz an siner chlage und an sinem rehte iht schade, dinget er im daz bi der ceit, eê ander urtail gesprochen werdent, so solz im chain schade sin StRAugsb 84,7    1.4.1 in den Wendungen holunge/ reht/ wandel ~ : der vorderer sal dingen sine holunge [Recht auf Wiederholung bei Formfehlern] unde al sin recht, des he darf zu dem eide StRFreiberg 90,22. 98,22; der vorspreche sal im sin wandil [Recht auf Zurücknahme und Verbesserung der Rede vor Gericht] dingen unde sin recht ebd. 89,15; so dinge her ime daz wandel UrkCorp (WMU) 51,28; der vorspreche [...] dingt ym seyne recht, alle dy recht, der eyn getrewer man bedarf czv seynem rechten: holung vnd gesprech, als offt ym des not wer SchöffIglau 122; UrkCorp (WMU) 1358,30; RbMagdeb 269,24    1.5 ‘sich an ein (höheres) Gericht wenden, Berufung einlegen’ oft mit präp. Erg. (überwiegend aus dem österr.-bair. Sprachraum): so mach der chlagær oder der antwurtær denne wol an vns dingen UrkCorp (WMU) 2345,20; swer an den keiser dingete ê er verteilet wuͦrde in swelicheme lande iz were man muͦstin in ime senden PrLpz(L) 84,11. 84,10; [der Prokurator soll Vollmacht haben,] urtail ze horen, urtail ze dingen, geding ze volfueren UrkSüdtirol 3,2:43 (a. 1351); Helbl 4,114    1.5.1 mit Gen.-Obj.: swaz der herzoge dâ / gegen dem bischolfe klagt, / [...] / des dingt der bischolf algelîch / an den bâbest oder an daz rîch Ottok 27374; was urtail auch ze krieg wirt [strittig, angefochten wird] , wellen wir, das man der dinge in allem dem rechten als vor BairFreibr 3; diser vrteil dingeten Albreht vnd Dyetrich vur daz rich hinz iwern genaden UrkCorp (WMU) 536,39; auch sol dehainer auz dem rat durch lengvnge [...] der vrtail, der an si gedinget wirt, dehain gabe nemen ebd. 2345,22; StRMünch 255,1    1.5.2 mit Akk.-Obj.: swer ein urtail dingt gen hof, der sol swern, daz er durch chainer lengrung noch durch chain verziehen der urtail nicht ding, newr darumb daz er seins rechtens bechoͤm StRMünch 404,21; swaz auch sache an den rat gedinget wirt UrkCorp (WMU) 2345,16    1.5.3 mit Pron.-Adv.: daz er [...] dj sætze des concili van Saltzwurch, dar vber gedinget wart gen Rom, wider tvͤ UrkCorp (WMU) 1196,3; item wir seczen vnd orden, daz alle stuck, gleich als wol zevordrest in der sach oder klag, gleich als wol jn der sach dar jn gedingt [ tam in causa principali quam in causa appellationis ] , sullen erhort werden von gericht StatTrient 180    1.5.4 in der Wendung vürbaz ~ : man schol auch niendirt furbaz dingen auz dem gerihte vmme dehainrslahte sache, die zu dem marchtrehte gehornt UrkCorp (WMU) 1914,18; vmb swaz chlage [...] oder vrtail vor dem statrihtær wirt vuͦrbaz gedinget ebd. 2345,7; wil er mich dâhin, / des ich schaden hân, bringen, / sô muoz ich fürbaz dingen Ottok 28503. 28523    1.6 ‘jmdm. (vor Gericht) beistehen’ dâ von tet man der vil edeln megde bekant, / ir müeste ein kempfe vor gerihte dingen Loheng 350. – übertr.: Durndart muz mir hiute [erg. im Kampf] dingen Rol 4046; si wolden Terramêres goten / niuwiu mære bringen / und Gyburge helfen dingen Wh 185,30    1.7 ‘jmdn. vor Gericht zitieren’ ich eische fvr minen herren [...] vmb sogetan schvlde als im her gedinget ist SchwSp 206b    2 zu dinc 2 ‘Vereinbarung, Abmachung’    2.1 intr. ‘verhandeln, unterhandeln’ von hunger unt von getwange / muosen di burgære dingen, / des chuniges hulde gewinnen Kchr 15892; jâ lâze ich sie wol dingen schône als ein gevangen sol KLD:UvL 8: 5,1; unde wil Marssilie dingen, / so sende dinen boten dare Rol 1283. 3781; Wh 111,4; Herb 3643. 12990; Lanc 328,21. – mit präp. Erg. mit: lâ mich sus mit dir dingen Parz 49,30. 539,8; welt ir mit in dingen, so enbietet ez in dar NibB 146,1; do getwanc in des kaisers craft, / daz er muose dingen / mit sîner tohter minnen Kchr 14845; er wil mîn frowen twingen / daz si muoz mit im dingen / und daz si im den zins gebe PleierMel 7236. – hierher? (mit Akk.-Obj.; problematisch, vgl. Schweikle, Walth. 2,783): mit welher nôt si ringen, / die dort den borgen dingen Walth 78,21    2.2 ‘(jmdm.) etw. versprechen, zusichern’ er bôt in golt daz rôte / unt dingete vil genôte / daz silber vil wîze, / daz si im hulfen mit flîze Wernh 1568; nu hat mich michil wundir, / [...] / an wen disi burgæri jehin / odir ani wen si sich helphi virsehin / odir wer in helphi dingi ÄJud 123; der vmb dheinrslahte geshefde wirt vz gesendit. vnde er dinget [sagt zu] daz er des selbin tagis mvge widir chomin BrEng 51    2.3 ‘(etw.) vereinbaren, vertraglich festsetzen’ als ich mit iu gedinget hân, / daz silber daz wil ich iu geben AHeinr 1278; der selbe het oͮuch daz gedingot, daz er ain andirn erbærin man in sin hus lege [...] an sine stat UrkCorp (WMU) 628,8; in solcher wise, vnd gedingt ist ebd. 1372,25; und dinget ainer wein ze fuͤrenne und fuͤret er im niht auf die zeit, als ir baider gedinge stet, neme der kaufman dez iht schaden, den sol der fuͦrman dulden NüP 147; e daz diu gedingte frist vergangen ist StRMünch 287,7. 339,7    2.4 ‘jmdn. für eine Tätigkeit anstellen, in Lohn und Brot nehmen’ si sprachen, [...] daz si niemen ze deheim werche gedinget hete Konr(Sch) 44,13. 44,28; der hengysel [Aufseher] [...] sol och alle gemeinen hirten in disem tal dingen UrkEls 2,164 (a. 1339); swelich huͦter ainen lerchnecht dinget StRMünch 225,24; swer einen chneht setzet, den sol er dingen ze drein iaren umb zehen schilling ebd. 226,13 u.ö.; Spec 133,30. – mit Refl.-Pron. ‘sich verdingen’ nu dyngtes tu dich czu myr um eynen pfennynk [Mt 20,13] EvBerl 15,29. – Part.-Adj.: ist aber bi einem burger ein erber knecht, der im dient uf genade, der sol haben daz selbe reht, als der gedingeter knecht hat NüP 44; und swelich hantwerch chnecht gedingt spilman habent, die muͤgn auch ze der hochzeit, da si zuͦ geladen sint, wol raigen StRMünch 197,19; UrkCorp (WMU) N238AB,2; WüP 71,8    2.5 in der Verbindung mit jmdm. umbe etw. ~ ‘(einen Betrag) aushandeln’ diu hilig christenhait, diu wær gelich einem wirt der des morgens fruͦ auz gienge, daz er werchluͤte miet in sinen weingarten [...] mit allen dingt er, mit ir ieglichem umb ein pfenning, und sant si in sinen weingarten PrOberalt 47,8; du dingtest mit mir umb einen pfenninch, du worchtest mineu werch dar umb, daz ich dir lont mit dem pfenning des ewigen libes ebd. 49,26; umb funff hundert tausent marck / dingte er [Assur] mit dem heren, / mit den edlen tavelrundern HvNstAp 18913    2.6 ‘etw. verlangen, sich etw. ausbedingen’ mit Akk. oder Obj.-Satz: wil du dîn opfer bringen / mir, sô wil ich dingen / daz du mich habst für einen got Georg 3508; ir lobt daz ir Apollen / êren wolt envollen / und iuwer opfer bringen: / daz wil ich an iuch dingen ebd. 2938; wil aber erz wider in der stat verkauffen, dinget danne iener siniu vaz wider, so sol mans im widergaeben StRAugsb 50,31. 50,23. – wohl hierher (oder zu 1dingen): du bist stete unde biderbe: / ich wil an dich dingen / daz ich mit dinen minnen / minen willen muͦze reden Rol 2225; den sunnen wil ich an dich [Gott] dingen [dass die Sonne nicht untergehe] , / unz ich gereche Roͮlanten ebd. 8434    2.7 ‘etw. mieten, pachten’ swer ein haws, ein stadel, ein garten oder swelcherlay aigen dingt oder bestet und leichaef [Anzahlung] daran geit StRMünch 355,15; ez sol auch niemant auf der strazz gen Wazzerburch underwegen kainen wagen dingen ebd. 468,12; tregt der [Fuhrmann] daz guͦt der laͤut auf einen andern wagen, oder in ein ander schef daz si niht gedingt haben RechtssA G14,23. G14,8    2.8 ‘etw. zum Kauf anbieten, mit etw. handeln’ ist, daz die cremere die cramerie dingen unde koufen StRFreiberg 250,26; ez sol auch weder burger noch gast [...] ie dez tags niht mer loden chaufen noch dingen danne fuͤnfe NüP 95; wer [...] ez [das Vieh] iendert anders [als auf dem Viehmarkt] kauft oder verkauft, dingte oder verdingte, ê danne daz viehe kumt auf den markte, der muͦz geben ie von dem rinde lib[ram] h[aller] ebd. 88. – ‘feilschen’ dâ wart ein kurzez dingen: / sie hiezen in [den Fisch] im [dem Fischer] gelten sâ Greg 3288; sô weiz er [der Gläubiger] wol daz dû imz [die Schulden] niht gibst [...] und dingest mit im umbe sîn eigen guot PrBerth 2:39,37    2.9 ‘etw. vermachen, überschreiben’ also er [Vater] im [Kind] sin guot unde sin erbe lazen unde dingen wil Konr(Sch) 252,20; daz graue Eberhart ir sol dingen [...] alle dú lehen UrkCorp (WMU) 729,10    2.10 ‘etw. borgen, leihen’ were oug dat sachge, dat ieman vzser einichger vͦnser bruͦdere geddeme gewant dingede inde dede dragen UrkCorp (WMU) 53,31; swer di sint, di si [ di prennær ] behaltent oder di in pfenning dingen ebd. 1800AB,40; sô heizet einez dingen oder borgen in daz jâr umbe daz tiurre PrBerth 1:73,30    2.11 ‘etw. übereignen, ein Leibgeding, eine Morgengabe aussetzen’ der daz [Gut] vorkoffin adir lasin adir sime wibe dingen wil UrkCorp (WMU) 1168,34; nimit die man ein andir wiep· al sogetan gut, alse ume [dem wîp ] geburt· daz mac he der vrowin dinge Mühlh 145,17; Conradus duxit uxorem, cui iuxta terre consuetudinem donavit, sicut dingen vulgariter appellatur, omnia que [...] habebat UrkErf 1,103 (a. 1261)    2.12 ‘unterwerfen’    2.12.1 tr.: [König Philipp wollte mit einem Kriegszug] Dhuringen, lant unte stete, / durch lantgreven Hermanne dhingen / und im zo svere bringen, / [...] / daz lant her gar vorherte BraunschwRchr 5726    2.12.2 phras. under jmds. vanen/ baniere ~ ‘etw. unterwerfen’ er wolte mere unt erde / cinshapht bringen, / unter des kaiseres uanen dingen Rol 3696; wie wir sie vmberingen. / so mvzzen sie dingen / vnder vnser baniere Herb 1290. – ‘sich zu Dienst verpflichten’ der tac daz si geborn wart / der ist sô liep unt sô zart / allen den liuten / die sich mit der brûte / hin ze himele wellent swingen, / under ir vanen dingen Wernh 1080

MWB 1 1309,62; Bearbeiter: Schnell

dingesgëbære stM. ‘Pfandleiher’ (zu dinc 2.2): unde dâ von sprichet got selber: dû wuocherer unde fürköufer unde satzunger unde dingesgeber PrBerth 1:20,17; der vierde morder [...] heizet [...] pfander, dingesgeber, untriu trügener ebd. 2:69,31

MWB 1 1313,39; Bearbeiter: Schnell

dingesgëben stN. ‘Verleih gegen Pfand’ (zu dinc 2.2): er engewinne guot mit unrehten gewinnen, mit satzunge, mit wuocher, mit dingesgeben, mit fürkoufe PrBerth 1:418,3; wuocher unde fürkouf, dingesgeben, satzunge unde trügenheit, roup unde diepheit daz mac kein amt gesîn ebd. 1:16,4; opherost du von unrehtem guͦt, ez si von wuͦcher, ez si von dinges gebende, ez si von roͮbe, ez si von diepstal PrSchw(St) 3,70

MWB 1 1313,45; Bearbeiter: Schnell

dinges|pêne stF. ‘(Buße für) kleinere Streitigkeiten’ desselben zcentgraffen sint [fallen in dessen Aufgabenbereich] die scheltwort vnd dingspene WeistGr 3,359 (14. Jh.). – so auch im 15. Jh.: scheltwort und die dingspene WeistGr 3,368 (a. 1469)

MWB 1 1313,54; Bearbeiter: Schnell

dînhalp, dînenhalp Adv. auch dîne(n)halben. 1 ‘was dich betrifft’
2 ‘deinetwegen’
   1 ‘was dich betrifft’ sorge ist dînhalp nu weise [verwaist] Parz 782,17; du solt dich sin nu mazzen! / sih, daz der krieg [Streit] iht langer wer, / dinhalb du solt in lazzen! HeinzelJoh 61,4; hab guoten muot, / diu sach muoz dînhalp werden guot Boner 95,36    2 ‘deinetwegen’ in Oreb das kalb / got verscharte, zarte / tavel dinenhalb [auf Maria bezogen] Mügeln 318,3; is dit dy vrôide und dat gemach, / dy wir van dînenthalven han? Yolande 3751; Hiob 971; HvBurg 4420

MWB 1 1313,60; Bearbeiter: Schnell

dinkel stM. ‘Dinkel’ (Weizenart, Triticum spelta): frumentum haizt korn und ist mangerlai. ainz haizt rokkenkorn, daz ander waizenkorn, daz dritt haizet tinkl BdN 402,32; siligo genus est tritici precipui dinkil a selecto SummHeinr 1:206,455; sy namen wes ir hertz pegertt, / paide waitz und dinckel: / sy fulten all ir winckel. / si machten mel und pratt HvNstAp 1147; als dar uz dem tinkle / gute phister den raten lesen HeslApk 21014; JJud 272; UrkCorp (WMU) 3155,4

MWB 1 1314,7; Bearbeiter: Schnell

dinkelgëlt stN. ‘Abgabe in Form von Dinkel’ funf maltir dinkilgeltis und vier maltir habern UrkRech 5,66 (a. 1351)

MWB 1 1314,17; Bearbeiter: Schnell

dinkelîn Adj. ‘von Dinkel’ siligineus panis: dinkilin brot SummHeinr 1:335,300; also tuͦnt och suͥmeliche luͥte, die gessent dc dinchelin und gebent dc ruggin alder dc heberin. und dc ist unreht, wan der mensch der soͤlte ie dc besti geben, dc er hêt PrSchw(St) 3,94; dis ist der vorster lon: in den vorgenanten höffen git jegkliche fürstatt dem vorster ein dinklin garbe, vnd der meygerhof vier garben WeistGr 1,35 (a. 1347)

MWB 1 1314,20; Bearbeiter: Schnell

dinkelkorn stN. ‘Dinkelkorn’ appeta: dinkel korn VocClos Ap10

MWB 1 1314,29; Bearbeiter: Schnell

dinkelmël stN. ‘Dinkelmehl’ welch ros eynen gespaldyn vues hot, dem sal man uf spaldyn czwisschen dem hare unde czwischen dem horne. unde lege dor uf eyn kuchelyn von tinkil mele getempirt Albrant 3,28

MWB 1 1314,31; Bearbeiter: Schnell

dinkeltor stN. Bed. unklar (vgl. dinchoftor ): laite uns für daz dinkeltor, / lâ den tanz her ûf den wasen rîtten SM:Go 1a: 3,5

MWB 1 1314,36; Bearbeiter: Schnell

dinne Adv. darinne

MWB 1 1314,39;

dinsen stV. (IIIa) 1 ‘jmdn./etw. ziehen, zerren’
2 ‘etw. spannen, strecken’
3 ‘sich ausdehnen, schwellen’
4 ‘etw. tragen’
5 intr. ‘sich bewegen, sich begeben’ (nur Ottok )
   1 ‘jmdn./etw. ziehen, zerren’ ein geczwerg [...] het ein geißel in der hant und slug da mit ein alt gurre [Mähre] die den karch danse Lanc 604,14. 608,14; Ihesus gedunsen vf der fart / hin fur den hosten prister wart [Mc 14,53] EvStPaul 5050; er kam auff aines scheffes grans [Schiffsschnabel] . / gar drate er es zu dem land dans HvNstAp 5454; di lute [...] hizen den heiligen lichamen uzer der stat dinsen alse einen stinkenden hunt HlReg 87,25. – mit Präp. (bî, mit): als er in [Heinrich den Kaiser Otto] bî dem barte dans, / daz kinne wart im und der flans / vil hâres dâ beroubet KvWHvK 269; dô si mir nâch gie / und mich bî mînem kleide dans Volrat 219; der ritter danß yn mit der kelen und warff yn darinn Lanc 213,21; mit poynders krefte man sie dranc / in daz wazzer, dâ vil maniger inne ertranc, / die nû diu êwic dampnüsse mit ir dinset [erträgt] Loheng 2846; mit den worten tet sie ein griff: / ‘du muͦst mir volgen in myn schiff’, / [...] / mit dem hals sie in dans MinneR 410 413. – mit Refl.-Pron.: also danse sich Lancelot uff dem schwert [auf der Schwertbrücke] mit der krafft von den armen und von den fußen da er sich mit sturet, biß das er anderhalb den lant qwam Lanc 629,14. – ‘führen’ oder ‘ziehen’? (vgl. Anm.z.St.): so fürchtet alle den tod, der hie daz leben dinset Frl 5:68,19    2 ‘etw. spannen, strecken’ wan Kloto, dû [l. diu ] den rokken / dinset, dû muoz lîden / wan Atropos abe snîden / wil des lîbes sîden vadem SeeleLeib 63; nah im dans er [der Frosch] div beine, / daz niht snelles an ime scheine FabelCorp 19,27    3 ‘sich ausdehnen, schwellen’ sie [Blumen] vor edelm smak dunsen Minneb 78. – hierher oder zu zerdinsen (vgl. Glr.z.St.): der [ flegmaticus ] ist ungerünig und feistes libes, / wiß sin aneblick / und zerblunsen, dunsen / und auch sleferig Mügeln 331,6    4 ‘etw. tragen’ sîne stangen er al bluotic dans Wh 329,24; man liez in [den jungen Achilles] cleiner hemde / niht tragen unde dinsen KvWTroj 6085 u.ö.; alsam der groze visch den man / dri tage in sinem libe dans KvWGS 1627; der moht ez [das Schwert] kûm gedinsen vor der swaere Loheng 800; so jamerlich daz hopt [des Johannes] si dans / daz da sumlichen gesten / begund da von gebresten SHort 3122; KvWPart 5490; Mügeln 187,9. – hierher?: nie man sô grôze tumpheit dans [besaß] Parz 515,14    5 intr. ‘sich bewegen, sich begeben’ (nur Ottok ): kunic Albreht [...] het vernomen, / daz hinz Wienen was komen / sîns bruoder sun Johans, / selb er gegen im dans Ottok 82250; ach [...], / daz dîn swert niht dans / durch mînen freudenlôsen lîp! ebd. 95015 u.ö.

MWB 1 1314,40; Bearbeiter: Schnell

dinster, dunster Adj. s.a. duster . ‘finster, düster, dunkel’ swe dinster die nacht was / sie luctin alse der tac Roth 1611; da nâch leite her si in einen dinstern kerker HvFritzlHl 64,14; so muͦs von not das geschaffen liecht dunster und dunkler werden Tauler 344,23; die sunne klar muz dabi dinster wesen Frl 7:2,6; ich hân überstigen alle berge unde die vermügentheit mîn selbes biz an die dunster [undurchschaubare] kraft des vaters Eckh (Pf) 507,17; HeslApk 11228

MWB 1 1315,29; Bearbeiter: Schnell

dinstere stF. ‘Finsternis’ wilich was der schin, der durhluchte / di dinstre diner bruste, / do dih [Maria Magdalena] andris nit ne geluste, / wene got ze sehene vnde zu horen Litan 1138; ein wolken swarz [...] begunde sine dinster vür den sterne schikken Rumelant 3,62a

MWB 1 1315,39; Bearbeiter: Schnell

dinsterheit, dunsterheit stF. auch -keit ( EbvErf ). ‘Dunkelheit, Finsternis’ swenn nu der geist in diser verklerten glanzenrichen dúnsterheit na sin selbs unwússentheit eigenlichen hie wonhaft wirt Seuse 187,17. 189,24. 330,14; aldâ wirt er enkleidet von liehtes dunsterheit Eckh (Pf) 516,29. 517,5; die gotes knehte / enhêten mit einander niht / zweierhande geschiht: / daz lieht unt die dinsterkeit, / liegen unde wâr geseit, / bôsheit unde grôze tugent EbvErf 3635

MWB 1 1315,45; Bearbeiter: Schnell

dinsternisse, dunsternisse stFN. s.a. dusternisse . ‘Dunkelheit, Finsternis’ al dîe uuîla so dísiu uuérlîche uínstre [La. thimsternisse ] uuéret Will 46,7; do ime die dinsternisse quam GrRud H 19; swenne disiu wîsheit mit der sêle vereinet wirt, sô ist ir aller zwîvel und alliu irrunge und alliu dünsternisse alzemâle abe genomen und ist gesetzet in ein lûter klârez lieht, daz selber got ist Eckh 1:18,6; daz dünsternisse begrîfet des liehtes niht Eckh (Pf) 288,30; Tauler 47,13. 14,27; Parad 22,19

MWB 1 1315,55; Bearbeiter: Schnell

1dionysia Subst. ‘Blütenkopf der Wegwarte’ (vgl. Marzell, 1,990): solsequium oder sponsa solis, daz spricht der sunnen praut, und des krautes pluom haizt dionysia BdN 394,21

MWB 1 1316,1; Bearbeiter: Schnell

2dionysia Subst. ein Edelstein: von dem dyonisi. dyonisia ist ain stain in den landen gegen der sunnen BdN 444,15; emathîtes unt djonisîâ / achâtes unt celidôn Parz 791,10. – wohl hierher: dyacodus, dronisya, / entices, eleotropia HvNstAp 18154

MWB 1 1316,5; Bearbeiter: Schnell

dipsas stF. dispe

MWB 1 1316,10;

diptam M. auch in der lat. Form dictam. ‘Diptam’, Heilpflanze, die i.d.R. bei der Entfernung von Pfeil- und Speerspitzen verwendet wurde (Dictamnus albus, vgl. Marzell 2, 122ff.): [der Arzt] nam / triakel unde dictam / und eine wênege zange / [...], / dâ mit her ûz dem beine / daz phîlîsen gewan En 11900; dô nam diu alte künegîn / dictam und warmen wîn / [...] do erstreich si diu bluotes mâl / ûz den wunden Parz 579,12; diu künegîn mit ir blanken hant / gelâsûrten dictam / al blâ mit vînæger nam, / [...], / dâ mit er [der Pfeil] wurde her ûz getriben Wh 99,23; von dem pfefferkraut. diptamus haizt pfefferkraut BdN 398,15; wil dû machen ein electuarium, daz guot ist ze dem hercen unde ze der brust, sô solt dû nemen ysop unde [...] typtannum Barth 136,35; diptamus: diptam VocBV947 3:540,40

MWB 1 1316,11; Bearbeiter: Schnell

diptonge F. ‘Zwielaut, Diphthong’ so wurde die leyd dyptonge / ‘Oi my’ gar verdrucket / und ‘wol mich’ her fur getzuͤcket Minneb 2388

MWB 1 1316,28; Bearbeiter: Schnell

dirdendei- tirtei-

MWB 1 1316,31;

dirhalp Adv. disehalp

MWB 1 1316,32;