derpteic
stM.
‘Sauerteig’
azyma: derpteig VocAbstr
363
MWB 1 1263,4; Bearbeiter: Diehl
derre
stF.
‘Darre, Trockeneinrichtung’ (vgl. ahd. tharra,
derre):
wier gepieten sicherleich, daz vurbaz chain derre der malcz in der stat schol
sein StRBrünn
352.
361;
ardaria: blat oder darre VocClos
Ar57.
– übertr. ‘auszehrende Krankheit’
tzwo pein dem neider sint erchorn / die derr auf erd, und dort die hell
Suchenw
40,99
MWB 1 1263,6; Bearbeiter: Diehl
derreblahe
swF.
grobes Leintuch, um etwas (Flachs) darauf zu trocknen:
daz versuonte sî ouch sît ûf einer derreblahen Neidh
WL 8:5,6
MWB 1 1263,13; Bearbeiter: Diehl
derren, darren
swV.
‘trocknen, dörren’ (mit Akk.), vgl.
dorren
:
diu hitze iz nedarret Gen
239;
swer in der stat flachs derret StRMünch
420,6;
wan er seuget all fäuhten dar auz und derret si
BdN
321,32
u.ö.;
nie gevangener wart gederret / in gevenkniße so swinde / als
ich Minneb
2558;
der rîf daz gras / het nû gederret sô sêre, / daz sîn diu ros niht mêre /
gezzen noch geniezen mugen Ottok
85325;
Seuse
221,31.
– subst.:
sô diu vergift erhitzt, sô tœtt si den menschen mit derren
und mit dürr machen BdN
260,34.
– mit Ersparung des Obj.:
du fuhtes vnde dirres Litan
149.
– übertr.:
dô er mit vröuden blüen began, / dô viel der sorgen rîfe in
an, / [...] / und darte im sîner vröuden bluot
Tr
2082;
KvWLd
15,51;
sîn bescheiden mîne vrâge derret Loheng
216;
mich hat auch dein grosser neid / gederret zu maniger zeit, /
[...] du machtest mich krankch vil ser HvBurg
5044
MWB 1 1263,16; Bearbeiter: Diehl
derresal
stN.
‘Dürre, Verdorren’
nôt über nôt, / êwiger helleval. / aller grüene derresal Georg
4182
MWB 1 1263,34; Bearbeiter: Diehl
derrevuoder
stN.
‘eine Wagenlast (getrocknetes?) Holz’
ligna: recipit prepositus 1 fuoder, vocatur derrefuoder. recipit cellerarius,
vocatur terrefuoder SchweizId
1,685
(um 1350)
MWB 1 1263,36; Bearbeiter: Diehl
dërsëlbe
Pron.
→
sëlp
MWB 1 1263,40;
derunt
Präp.
‘diesseits’
da man gen Kafril vert hie derunt der chlausen zwai guet vnd zwai guͤet
enhalp der chlausen UrkCorp (WMU)
1294,11.
895,38
MWB 1 1263,41; Bearbeiter: Diehl
dërzît
Adv.
→
zît
MWB 1 1263,44;
dës
Adv.
→
dër
1.4.3
MWB 1 1263,45;
dëshalp
Adv.
auch -halben.
‘daher, aus diesem Grund’
wan vindet nû, daz man nie vant hie vor bî Karles zîte. / sich
hânt deshalp der lande reht ze hove wol gemêret SM:UvS
30: 4,3;
si [Kirschen] waren nie so grune /
[...] / si waren deshalp nicht ze guͦt / ze
mazze rot und waich EraclB
3579;
so sint die guten werk vorlorn / und bistu tot deshalben HeslApk
4431;
PrBerth
1:97,14;
Cranc
Jer 35,17.
– relativisch:
die abentur des heiligen grals zu vollenbringen, deßhalb die tafelrond
angefangen ist worden LancII
439,15;
die zwen fragten Gaheries ob er nit enwúst da von deßhalb sie in der suchung
weren ebd.
193,17
MWB 1 1263,46; Bearbeiter: Diehl
dëste
Part.
im Übergang vom Ahd. zum Mhd. vollzogene Kontraktion von des und
instrumentalem diu, z.T. dester in Analogie zum folgenden
Komparativ (vgl. Behaghel, Dt. Syntax 1,245ff.), auch als unechte Verschiebung des
ze ( Lilie , vgl. S. XXII).
steigernd ‘desto …, um so …’ (überw. in Verbindung
mit folgendem Komp.)
1 mit Adv. 2 mit Adj. 2.1 mit attr. Adj. 3 nebenordnend zu ie
1
mit Adv.:
so uuíl íh des de mêr bíderbe scêinan durh dînen uuíllon
Will
24,2
u.ö.;
wir schuͤln dester vlizzichlicher beten
PrOberalt
54,25;
si werdent dest mit meror schande enpfangen
Mechth
3: 21,13;
ich han es also viel dester ee gethan Lanc
161,30.
– häufig
~ baʒ:
so muget ir dester baz die soͮzze des paradisy
nach disme libe besizzen Spec
142,27;
do erbôt man ez den recken mit dienste deste baz
NibB
469,3;
auch debaʒ:
daz uns iht moge letzen / keine alzu lange wile, / des ich debaz nu ile
Elis
10480;
Daniel
6248;
UrkCorp (WMU)
1142AB,9,8.
– selten mit folgendem Positiv:
dar vmb, daz si daz vorgenant gothaus dester sicherleichen hab
UrkCorp (WMU)
1948,7;
si sprachen in einem tône / wan si den schaz verbæren / dester unschuldich
si wæren GenM
95,25;
diu vil zarten kint / dester lieplich si [die
Herzogin] an sach Ottok
73077.
3151
2
mit Adj.
2.1
mit attr. Adj.:
des truoc der vil küene deste hœheren muot
NibB
721,4;
Iw
5146;
Wh
163,2;
daz ieder man, er si arm oder riche, deste bezzer gemach
und vride haben muͦge WüP
7a,6.
– meist mit präd. Adj.:
deste grœzer was sîn ungemach Eracl
3017;
dar umbe ich enwil / noch ensol deste fräveler sîn
KvHeimHinv
429;
du des ze otmuͦdiger sis, / alse du dines lichamen crancheit
sis Lilie
25,3
3
nebenordnend zu ie:
ie mê der guote des gebat / die liute von der werden stat, / sô si geriefen,
deste mêr / daz ambet heilic unde hêr / gezæme wol in sîner hant KvWSilv
555
MWB 1 1263,59; Bearbeiter: Diehl
detten
swV.
‘stillen’ (zu ital. tettare, vgl. Suolahti
1,77):
des morgens dô ez tac wart / und detten wolt mîn kindel zart, / dô erschein ez
mir tôt EnikWchr
12224
MWB 1 1264,32; Bearbeiter: Diehl
deuhel
stM.
‘ausgeschmolzenes Roheisenstück’
und sullen auch cheinen deuhel wurken zu cheiner klingen NüP
137
MWB 1 1264,36; Bearbeiter: Diehl
deun
swV.
→
döuwen
MWB 1 1264,39;
dewëder
Pron., Adv.
1
‘einer von zweien’
2
‘beide von zweien’
2.1
‘jeder’
2.2
‘keiner’ (zur Frage der Negation vgl.
2
5 Mhd. Gr. § S 126) 2.2.1 mit Negation 2.2.2 ohne Negation 3 in Korrelation zu alde , oder , noch ; die
aufeinander bezogenen Glieder können in disjunktivem oder adjunktivem Verhältnis
zueinander stehen 3.1
‘entweder ... oder’
3.2
‘weder ... noch’
1
‘einer von zweien’
ist unser dweder ein Anschevîn, / daz sol ich von arde sîn Parz
746,11;
were aber daz, daz vnser deweders daz bræche, ich Walther oder ich Hemma
UrkCorp (WMU)
260,15
u.ö.
2
‘beide von zweien’
2.1
‘jeder’
ir deweder sach den andern an, / er daz wip, sie den man
Herb
2521;
dô wart ein minne gerndez wehen, / des ie dewederz wol enphant
HeidinII
1493
2.2
‘keiner’ (zur Frage der Negation vgl.
2
5Mhd. Gr. § S 126)
2.2.1
mit Negation:
si lie si ligen sunder durch ir ungemach, / daz ir
sît dewedere den andern nie gesach NibB
2366,2;
iz inmac abir diwedir an din andirin getu
Mühlh
144,3;
nûne wirt ir deweders rât Iw
3010
2.2.2
ohne Negation:
ein dinc ich iu wol sage, / daz ir deweder was ein
zage Iw
1046.
4164;
ir itweder fur sine fart. / ir der weder gewar wart,
/ wer der ander were Herb
2412;
iu enwirt mêr niht geseit / von ir dewederem ein wort
UvZLanz
3675
3
in Korrelation zu alde, oder, noch; die
aufeinander bezogenen Glieder können in disjunktivem oder adjunktivem Verhältnis
zueinander stehen
3.1
‘entweder ... oder’
deweder mâc alde man, / dem lôn ich sô ich beste kan
UvZLanz
2287;
swaz man von spæhen mæren sol / deweder singen oder sagen
ebd.
3449;
daz dû niht weist, wie ez sol gân / deweder nâch oder vor
RvEBarl
12853
3.2
‘weder ... noch’
íetemer múgin dih geírren devuéder pagani. óder mali
christiani Will
27,4;
deweder nach noch e / quam ir zv samne nie me
Herb
3419;
daz deweder sin noch muot / noch weltlich rât noch wîp
noch man / der welte geebenmâzen kan RvEBarl
6094;
Iw
6880
MWB 1 1264,40; Bearbeiter: Diehl
dewëderhalp
Adv.
auch dewederthalp.
1
‘auf einer von beiden Seiten’
2
‘auf keiner von beiden Seiten’ (vgl.
dewëder
2.2 )
1
‘auf einer von beiden Seiten’
swa man dewederthalb sach komen / des ainen lút ins andern
lant RvEWh
276;
nune wart der strît niht mêre / dewederhalp gelenget StrKarl
6355;
UrkCorp (WMU)
1447,40
2
‘auf keiner von beiden Seiten’ (vgl.
dewëder
2.2):
zeiner âmîen / sult ir si hân [...] / zeim hêrren und
zeim âmîs / sol si iuch immer gerne hân. / ine wils iuch dwederhalb erlân
Parz
396,18;
der bâbest sich niht kêren / twederthalben wolde Ottok
5423;
daz [...] man [...] dekeine
pfendunge noch bekumberunge dewederthalb gegeneinander tvͦn sol
UrkCorp (WMU)
N126,32
MWB 1 1265,9; Bearbeiter: Diehl
dewëderunt
Adv.
‘auf der einen oder anderen Seite, beiderseits’
swas dewedrunt vnz her beschehen ist an disen tag, des sin wir nút ein andren
gebunden UrkCorp (WMU)
1477,7,21
MWB 1 1265,22; Bearbeiter: Diehl
dewëlch
Pron.
‘welch’
in dewelher wîse dû in verlogen hâst, in der selben wîse soltû in entreden
wider allen den dû in verlogen hâst PrBerth
1:284,28
MWB 1 1265,26; Bearbeiter: Diehl
dia-
Präf.
zur Bildung von Subst.
‘Dia-Mittel’, lat. Präfix (nach der griech. Präp.
διά^
‘aus, mit’ zur Bildung von Bezeichnungen für Arzneimittel, die
nach ihrem Hauptinhaltsstoff benannt sind (vgl. LexMA 3,968), z.B.:
diapapaveron, daz ist ain electuari gemacht auz mâgensâmen
und auz lakritzenzahersaf BdN
414,15;
diacinciber ebd.
425,34;
zu zwen aloez tu ein dyagridii Macer
88,15;
dyaltea BdN
5,30;
dyamargariton ist ein electuarium di ist gut fur des herzen
krancheit SalArz
105,43;
BdN
429,36;
sein saf haizt dyameron ebd.
330,18;
diapopylion ebd.
340,6;
diasandali ebd.
376,14;
dyagardian HvNstAp
2717
MWB 1 1265,30; Bearbeiter: Diehl
diabetes
Subst.
‘Harnruhr (Diabetes)’
[ein] sichtum der heizet dyabetes. daz ist so der harn
unuerdewet uz get SalArz
111,49
MWB 1 1265,43; Bearbeiter: Diehl
diacoda, diacodus
Subst.
ein Edelstein (evtl. entstanden aus verschriebenem diadochus; vgl.
Rosenqvist 1,98):
dîacodâ ist ouch ein / harte wunderlîcher stein. / des varwe
ist getân alsus: / vil nâch als der berillus Volmar
675;
dyacodus HvNstAp
18154
MWB 1 1265,46; Bearbeiter: Diehl
diadêm
Subst.
‘Diadem, Kronband’ meist als Herrschaftszeichen in Verbindung
mit dem Zepter:
der zepter und der diadem / die zierent dich KvWGS
516;
KvWTroj
24917;
daz keiserliche dyadema LAntichr
167;
der zepter und diu diadêm / ist dir geben dâ ze lône MarlbOmd
408
MWB 1 1265,52; Bearbeiter: Diehl
diadochus
swM.
ein Edelstein (vgl. diacodus):
sîn spanbette was noch paz / gehêrt mit edelen steinen, /
[...] / melochîtes unt dîadochîs Parz
791,28;
von dem dyadochen. dyadochos ist ain stain,
[...] der [...] geleicht ainem
berillen BdN
444,24
MWB 1 1265,58; Bearbeiter: Diehl
diadrogant
stM.
ein Baumharz:
von dem diadragant. diadragantum ist kalt und fäuht,
[...], und ist ain harz oder ain zaher, der fleuzt auz
ainem paum gegen der sunnen aufganch BdN
366,21
u.ö.
MWB 1 1265,63; Bearbeiter: Diehl |