dâte
stswF. , dâtum
M.
(vgl. Rosenqvist 2,218.)
1
‘Ausfertigungseintrag, Datierung’
2
‘ein bestimmter Tag, Datum’
1
‘Ausfertigungseintrag, Datierung’
alse die daten sagent, die bede glich sprechent in disen zweien
buͤchern MerswVierJ
2,38;
vnze an den dag der date des brieues UrkCorp (WMU)
1524,37;
an dem achtzenden tage, der da nechst komet nach dem datum diez brieves
UrkStraßb
5,106
(a. 1341)
2
‘ein bestimmter Tag, Datum’
der datum wart geschreuen vp syn graff Karlmeinet
539,1;
aussgangen am datum zu Graͤtz im paumbgarten den negsten tag nach
Georgi im 1293ten jar UrkRod
5
(a. 1293)
MWB 1 1243,8; Bearbeiterin: Baumgarte
datel
swF.
‘Dattel’
der poum [...] hienc süezes obzes vol / daz was zîtc
und smacte wol: / tateln ist diu vruht genant Philipp
2828;
des paums fruht haizt ze latein dactylus und haiz wir si ze
däutsch dateln BdN
337,21;
dô gap er im dahteln zehant, / die er in dem walde vant LBarl
15780;
MarcoPolo
9,17
u.ö.;
SalArz
111,8
u.ö.
MWB 1 1243,20; Bearbeiterin: Baumgarte
daʒ
stN.
subst. Dem.-Pron. daʒ (vgl.
dër
)
1
‘(ein) Etwas’
2 in Wendungen
1
‘(ein) Etwas’
ez ist ein alzu unselic mensche daz sine bereitunge setzit in ein daz oder in
ein daz. waz weiz he ob daz daz da he sine bereitunge uf setzit, ummer geschihit
Parad
98,30
2
in Wendungen:
–
ein daz
‘etwas Einschränkendes’ (vgl. TPMA 2,176 und nhd.
‘ohne wenn und aber’):
ez sî durch wârheit oder durch haz, / son lobt man niemen âne ein daz
Freid
62,7;
hôchfart, zorn, nît und haz / gebent manigen rehten dingen ein daz / und
wizzen doch wol daz si liegent Renner
7246.
9339;
sie kan sô schœne niht gesîn, man spreche: ‘owê, wære des an ir
nicht!’ ez sî eht man oder frouwe, sô lobet man sie selten âne éin daz
oder âne vieriu PrBerth
1:228,13;
sît nieman vinden kunde an ir / nach mîner ougen kür ein
daz: / niht wan daz eine daz, daz ich ie meinde. wirt des ende, / so wirde ich
seneder sorgen vrî SM:UvS
4: 3,4.
–
ez enist niht âne daz [es ist nicht
auszuschließen] , / dar an [auf der
tavel
] enstê etewaz / geschriben von sînen
sorgen Greg
2467
(s.a. Bech, EbvErf., 505f.)
MWB 1 1243,27; Bearbeiterin: Baumgarte
debaʒ
Adv.
→
dëste
MWB 1 1243,48;
deben
(
Wizlav
L7,35
) →
1diep stM.
MWB 1 1243,49;
dec-
→
decke
-
MWB 1 1243,50;
decamonîe
stF.
‘Sphärenharmonie’
da was oh [auch] bezeichent mitte / dú
decamonie [
decamonia planetarum, vgl.
Amn.z.St.] / und och dú armonie RvEWchr
12612
MWB 1 1243,51; Bearbeiterin: Baumgarte
december
stM.
‘Dezember’ (i.d.R. lat. dekliniert):
an sand Luceyn abent in dem december UrkCorp (WMU)
1336,13;
SalArz
5,9.
–
in decembre Ipocr
254;
Pelzb
128,9;
in dem decembri MNat
17,12
u.ö.
MWB 1 1243,55; Bearbeiterin: Baumgarte
dëchan
stM.
→
tëchan
MWB 1 1243,60;
dechelîn
stN.
Dim. zu dach:
wan daz si daz tor oder daz tiulle oder den zun deken mit ainem
taͤchelin StRÜberl
30
MWB 1 1243,61; Bearbeiterin: Baumgarte
dëcher
stswM. oder N.
Mengeneinheit von 10 Stück (zu lat. decem), i.d.R. Lederwaren (vgl.
2DWB 6,473):
die is brengen vs vremdin steten [...], die sullen is
vorkoufen bie deme techirn adir bie deme tosil [Dutzend]
UrkSchles
8,20. 13
(a. 1336);
ez ensol niemen der niht ze krame stat weder gurteln noch handschuch besunder
verkaufen, wan in die krame bi dem taecher StRAugsb
42,11.13.15
MWB 1 1244,1; Bearbeiterin: Baumgarte
deckære
stM.
‘Dachdecker’
daz man [...] den stainmaizeln, den cimbermannen unde
den deckern, die der wercke maister sind, ir ieclichem niht mer geben dez tages ze
lone sol denne 32 haller NüP
171;
der waz czu machende vurdinget eyme czymmirmanne, eyme deckere, eyme
steynmetzen, bodeker adder eyme andirn manne StRHeiligenst
69;
sartitector: dechari SummHeinr
1:290,278;
teges: dechare ebd.
2:17,28
MWB 1 1244,9; Bearbeiterin: Baumgarte
decke
stF. (sw.
Tauler
211,15.
348,17 )
‘Bedeckung, Hülle’
er [der Holzschnitzer] snîdet abe
die spæne, die daz bilde verborgen und bedecket hâten; er engibet dem holze niht,
sunder er benimet im und grebet ûz die decke Eckh
5: 113,21;
die pluomen [Blüten] pringt
ez [d.i. die Päonie] under ainer deck,
[...], und diu deck tuot sich auf in vier stück
BdN
414,31;
im was âne tecke / als mære als mit gewande
UvZLanz
3678;
minnen solt / wirt geholt / volleclîch / dâ ein man / unde ein
wîp / umbe ir lîp / lâzent vier arme gân, / decke blôz KLD:UvL
29: 5,9.
41:5,4
(vgl. aber auch
Walth
54,21
→
decken
swV.);
Er
7660;
stæter triwen deke / hat ivch, vrowe, bedacht Krone
1578;
als ein recke, / den selten iemer huses decke / mit gemach hat bedeckt ebd.
25839;
verhüllend:
samîte der was rôt, / der ouch den schilten decke bôt / daz
si dâ bî iht wærn bekant Wig
9595;
der sternen glast verborgen / lac von der wolken decken Reinfr
8273.
– Überwurf für Pferde:
ein guͦt march heter bescritin, / virdacht mit zwein
deckin Athis
B 67;
ein deki guot îsnîn / im sîn ros verdeken sol Ammenh
5842;
Tr
666.
6677;
Wig
10897.
–
‘Bettdecke’
got mage vil wol sin / undir ir beider dechin / der dritte
geselle VRechte
364;
Mechth
7:21,35;
Parz
553,23.
–
mit ~ phlegen
‘zudecken’
ir solt an disen stunden / ruowen ziwern wunden. / hât sich diu herzogîn
bewegn / daz se iwer wil mit decke pflegn Parz
640,18.
580,29
(anders 2DWB 6,485)
MWB 1 1244,18; Bearbeiterin: Baumgarte
decke
swM.
‘Dachdecker’
meister Wernhers des decken UrkCorp
2008,26.
714,41
u.ö.
MWB 1 1244,47; Bearbeiterin: Baumgarte
deckeblôʒ
→
decken
stV., →
decke
stF., →
schandendeckeblôʒ
MWB 1 1244,49;
deckekleit
stN.
‘etw. zum Bedecken’
si [Jeschûte] hete ie snahtes deckekleit, / swie
blôz si bîme tage reit Parz
272,25;
ein swach deckekleit, / daz um sine lenden wart geleit Brun
10202;
kegen dem ougen der kundekeit / so ist Maria ein deckekleit ebd.
2531
u.ö.
MWB 1 1244,51; Bearbeiterin: Baumgarte
deckel
M.
‘Deckel’
operculum: trincke vas lit oder deckel VocClos
Op3
MWB 1 1244,57; Bearbeiterin: Baumgarte
decke|lachen
stN.
auch declach(en).
Tuch o.ä., das etw. bedeckt (vgl. decke):
– i.d.R. ‘Bettdecke’ (oft aus Fell):
diu declachen härmîn vil manegiu man dâ sach / und von
swarzem zobele, dar under si ir gemach / des nahtes schaffen solden
NibB
1826,1;
belze, kursene, deckelachen sulen nit anders sîn wenne von
schêfînen unde von geiz vellen StatDtOrd
38,33;
StRPrag
24;
GrRud
αb 5;
Craun
1139;
SHort
10536.
– Überwurf für Pferde:
schœne ros, / ûf den man tiure decklach kôs UvEtzAlex
13078.
– Wandbehang:
die wende er ouch behenken bat / [...] / vil
declachen sîdîn / hiez er mit kostenlîcher kür / durch gezierde henken vür
RvEAlex
13258.
– übertr.:
der tiufel kan vil wunders machen / under valscher triuwe deckelachen
Renner
17228.
21375
MWB 1 1244,59; Bearbeiterin: Baumgarte
decke|lachenmachære
stM.
‘Decklakenmacher, -weber’
der declagchmecher ampt zo Colne UrkKöln
1,397
(a. 1345?)
MWB 1 1245,11; Bearbeiterin: Baumgarte
deckemantel
stM.
‘verdeckendes Gewand’ (nur übertr.):
glîchsenheit deckemantel / hât sô manigerleie wantel, / daz nieman weiz an wen
er sich / mac lâzen Renner
17199
MWB 1 1245,14; Bearbeiterin: Baumgarte
deckemäntelîn
stN.
Dimin zu
deckemantel
:
niemen ist sô übel, ern gere daz sîn übele ein deckementelîn müge haben, daz
sîn schande niht gar blecke DvASchr
349,31
MWB 1 1245,18; Bearbeiterin: Baumgarte
decken
swV.
zu dach stN., Prät. dahte und dacte, vereinzelt
decte (z.B. Roth
4844);
Part. gedecket, selten gedaht (z.B. Eracl
303, EnikWchr
10343).
1
‘etw. bedecken, einhüllen, überspannen’
2 bildl. und übertr. Verwendungen 3 phras. (?) ein echt ~
‘einen (Ehe-)Vertrag schließen’ (?) (vgl. Glr.z.St.)
1
‘etw. bedecken, einhüllen, überspannen’
EnikWchr
1451;
di [...] / dahten ir hûs dâ mite
SAlex
6767;
also der leip mit dem gewande gedechet ist, also ist diu sel
mit dem libe gedekchet PrOberalt
8,40;
[der Sommer] der den wilden walt / und die heide
wolgestalt / mit gezierde decket KLD:Kzl
7: 2,12;
der tisch gedecket muose sîn. / sîne tohter bat er komn / ze
tische Parz
175,20;
klein unde grôz, wilt unde zam, / swaz decket himels schîbe
KLD:Kzl
2: 13,17.
– mit Ersparung des Obj.:
du enthullis vnde deckes Litan
152;
mit Refl.-Pron. ‘sich bedecken’
mit loube dekkit sich der walt Anno
3,14.
–
‘etw. verdecken, verbergen’
mit dem schilte dacter ie / daz bluot und die wunden /
vor den unkunden Tr
7132;
er dahte sine scameheit VMos
14,7;
hierher oder zu
decke
stF.:
ich hêt ungerne ‘decke blôz!’ / gerüefet, dô ich si nacket
sach Walth
54,21
(vgl. Wilmanns, Walth., Anm.z.St. und Singer, Studien, PBB 44 (1920), S.
465f.);
dekend mitt falschem maͤntellin KvHelmsd
2150;
ob ein andriu missevaren hât, / daz decket niht mîn
missetât Eracl
3848;
Brun
2887.
–
‘jmdn. decken, abschirmen, schützen’
wir umbe dich erwerben got, daz uns noch teke dîner sælden
van SM:JvR
1: 6,6;
mîn helfe muoz in iemer / genædeclichen decken KvWHvK
677;
owê daz nû der selbe list / niht mangen herren decket, /
der bœser rede sîn ôre enblecket KvWLd
25,8;
mit Refl.-Pron. ‘sich decken, schützen’
sich dahte mit dem schilde der tiwer degen hêr
NibB
2037,2;
mit Ersparung des Akk.:
an der stat dâ man mit schilden decket
KLD:UvL
38: 5,5
2
bildl. und übertr. Verwendungen:
– (anknüpfend an
Wartb
39,9
(ûf diz selbe zimber [bildl. für Rätsel] hoert von erz ein
dach [eine unangreifbare Lösung]):
sît ich mit erze decken sol Wartb
Rs 40,1.
Rs 40,10.
Rs 43,1.
–
‘vollständig abdecken, umfassen’
vrouwe ist ein name, der al ir art mit einem nennen decket Frl
5:106,6.
–
nôt ~
‘Not abwehren’ (?), ‘einen Bedarf decken’
(?):
v̂z des [Johannis, des Apostels] grabi noch
wehsit himilbrôt, / daz dekkit manigirslahte nôt Anno
5,15
3
phras. (?) ein echt ~
‘einen (Ehe-)Vertrag schließen’ (?) (vgl. Glr.z.St.):
der heilige geist hete ein echt / mit Marien gedeckit Brun
5327
MWB 1 1245,22; Bearbeiterin: Baumgarte
deckensatel
stM.
‘Sattelbespanner’
Friderich der dechensatel UrkCorp
2784,6.
2738,36
MWB 1 1246,6; Bearbeiterin: Baumgarte
deckesal
stN.
‘Bedeckung’ (zur Synonymik vgl. die Übers. von Ps 60,5, 62,8
und 101,27 in PsTr und PsWindb ):
in dem dechesale uettache dinere [interl. zu in uelamento
alarum tuarum
]
PsWindb
62,8;
alse daz gewant solen si alten unde alse ein dechesal
[
opertorium
] solt du wandelen si
PsTr
101,27
MWB 1 1246,8; Bearbeiterin: Baumgarte
deckeschûr
stSubst.
zu
schûr1
stM. (?)
‘Schutzschirm’
Maria bis ir deckeschur / vor dem leidigen tubel Brun
5943;
also ist ir hals eine deckeschur [Hs.
deckeschuͤr
] / uns kegen des tubels heizen
vur [d.i. viur
]
ebd.
3298
MWB 1 1246,15; Bearbeiterin: Baumgarte |