d – dalmut dam – dancsagen dam stM. oder stN. dâme swM. dâmeltier stN. damnen swV. damnisse stF. damnunge stF. damoisêl stM. damoisêle stF. dampf stM. dampfe swM. dampfen swV. dampflich Adj. damwilt stN. oder stM. dan abe Pron.-Adv. danc stM. dancbære Adj. dancbære stF. dancbærkeit stF. dancbærlich Adj., Adv. danclîchen, denclich Adv. dancnæme Adj. dancnæmecheit stF. dancnæmeclîche Adv. dancnæm(e)lîche(n) Adv. dancsagen stN. dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
dam
stM. oder stN.
‘Verdammnis’ (?):
[der böse Priester] irhing sich an ein seil: / allen
sinen volgern sit / enpoten hat er al da mit / immer werndes dammes strik
TvKulm
3877
MWB 1 1181,26; Bearbeiter: Tao
dâme, damme
swM.
aus lat. dāma, damma (Kluge, S. 178).
– Bezeichnung für rehartige Tiere ‘Damhirsch; Hirschkalb;
Reh’ u.ä.:
damma, dammula: hintcalb, damo SummHeinr
2:258,110;
so snel [...] alse Asael, der mit
sinem loufe die damen [
caprea, vgl. II Sm 2,18 und Hamm,
Lucid., S. 525] fúr lief Lucid
146,12;
von den dammen [Überschrift] .
damula ist ain tier, daz möht man ze däutsch haizen ain scheuhhant, dâ von, daz ez
von der hant fleucht. [...] die dammen sint unstreithaft.
[...] daz tier lauft in Engellant und ist niht vil
anders an der grœze und an der gestalt danne ain rêch BdN
133,2
MWB 1 1181,30; Bearbeiter: Tao
dâmeltier
stN.
‘Damhirsch; Reh; Ziege’ u.ä. (vgl. dâme):
dammula: damiltier, quod de manu fugiat SummHeinr
1:142,382;
damula: dameltier oder wilde geis VocClos
Da20
MWB 1 1181,43; Bearbeiter: Tao
damnen
swV.
‘(jmdn.) verurteilen, verdammen’
got wil die werlt uz sundern / und wil sine irkornen / uz den
vorlornen / mit rechten urteilen kiesen / und die selben sich vorliesen, / mit
rechten urteilen damnen HeslApk
19549.
10776;
got dampnet recht und redelich, / alleyn der vertumte nicht
se / nach [= noch
] dunke daz im recht gesche
Hiob
4110;
daz du [Hiob] in [den
Gerechten] dampnes durch dyn swil [vgl. Iob
34,17]
ebd.
12840
MWB 1 1181,47; Bearbeiter: Tao
damnisse
stF.
1
‘Verdammnis’
2
‘Unheil, Verhängnis’
1
‘Verdammnis’
diser vier tugende gebot / entwanten in die geiste, / des
gestatte der meiste [Gott] / durch vorsuchen der irkornen
/ und durch damnis der vorlornen HeslApk
12442;
daz wazzer, dâ vil maniger [Ungarn (als Feinde des
Christentums)] inne ertranc, / die nû diu êwic dampnüsse mit ir
dinset Loheng
2846
2
‘Unheil, Verhängnis’
Policrates [...], / den nie betrubte
damnis / und also selig was, / das gar nach sinem mute / zu gute im quamen alle ding
Mügeln
358,3
MWB 1 1181,57; Bearbeiter: Tao
damnunge
stF.
‘Verdammnis’
die israhelische diet / bewainte er vil haizze, / daz si
Abrahames gehaizze / also solten verliesen / vn̄ ewige damnunge erkiesen
Wernh
A 3292
MWB 1 1182,3; Bearbeiter: Tao
damoisêl
stM.
‘junger Adeliger’ (aus afrz. damoisel, mnl.
damoyseel):
der kvnec von Riel / der ne worte [= vuorte
]
decheinen damoysel, / sunder alliz alde lute Erz
8r,3
(vgl. Anm.z.St.; Nellmann, ZfdPh 125 (2006), S. 112-115)
MWB 1 1182,7; Bearbeiter: Gärtner
damoisêle
stF.
‘(junge) Dame’ (aus afrz. damoisele):
er hiu unde sprancte / und lie hin gân punieren, / punierende
crôieren: / ’schevalier damoysêle! [Auf! Ritter der
Dame!] / ma blunde Îsôt, ma bêle!’ Tr
9165
MWB 1 1182,12; Bearbeiter: Gärtner
dampf
stM.
1
‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’
1.1 als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen 1.2 ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw. 1.3 in med. Zusammenhang 2 übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’
1
‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’
1.1
als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen:
dû êwiger sunneschîn, [...] daz dû uns ûf zuo dir
zügest mit dîner hitze, alsô disiu sunne ûf ziuhet der erde tamph unde lûtert in
ze klârem lufte DvASchr
342,10;
wo das die luft enkan / ir süßes strouwen hin und dan, /
da sit man sunder früchte stan / oft manchen zwig von damphes art
Mügeln
197,8;
unde wirf in [Hasen] in einen
haven unde vermach den haven oben mit leime, daz der tamph ninder ouz nemeg
Barth
149,3;
die versamenunge der krúter macht diser priester und
enzúnt die und machet dannan ab einen tampf Tauler
166,22;
PrSchw
2,119;
[Feuerprobe als Gottesurteil:] sus stunt ich in dem
dampfe / wol ein halbe stunde / ane aller serde wunde Vät
8772.
8800;
daz si [die weltzugewandten
Seelen] an [= âne
] ir
willen lîden muͦzen den tampf der aller niderôsten hellegruͦbe
TrudHL
113,14;
ErzIII
6,103
(La.);
Tund
1214;
nû was der rouch und der tamph, / der dâ gie von dem âs,
/ daz in der erden verbrunnen was, / sô gar unmæzic und sô grôz, / daz
[...]
Ottok
49250.
49043
1.2
ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw.:
ûz der platten [Glatze] im
[dem zornigen Abt] brach / und ûz dem hirne ouch /
ein tamph und ein rouch / als ûz einer kolgruoben Ottok
36045;
sin lib wart aller alse heiz, / daz ein damp unde ouch ein sweiz / durch
alle sine cleider dranc Elis
8521.
8534;
dâ wart ein strît vil herte / und ein gar engestlicher kampf, / dâ wuohs
ein griuwelicher tampf, / der von dem heizen bluote rouch KvWTroj
12270;
GTroj
2642;
dâ wart gestôzen vil manic stôz, / der tampf was von den orssen grôz
UvLFrd
88,26;
KvWTroj
3970;
GTroj
5890;
er [der Drache] vuorte mit im
an den kampf / beidiu rouch unde tampf Tr
9018.
9441;
KvWSilv
705;
[die Seele im Kampf gegen den Teufel] sal sich imme
campfe / bewaren vor deme dampfe, / daz ir des vleisches bradem / bedempfe nicht
den adem HeslApk
4908;
MügelnKranz
693
1.3
in med. Zusammenhang:
swenne di vmmacht ist uon hitze oder uon dampfe, so sal
man deme ummechtigen gebin [...]
SalArz
47,15;
ez [
wermuot
] ist
guot [...] für des hauptes siehtum, der von pœsem dunst
und von pœsem dampf kümt BdN
381,3;
wer [im Traum] sich durch enge
löcher wint / und wirt gedruckt in slafe sunder güfte, / dem mensch die ror
versperret sint / von damphes art, mit den er züt die lüfte
Mügeln
52,10
2
übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’
Philippus der herre gut / leit durch got diesen camp / vnde den bitterlichen
damp / der in betwanc so daz er starb PassI/II
282,13;
Pass III
680,77;
der tuvel sere mit im ranc, / des wart dicke sine gedanc /
beweget zu der unvlat. / [...] do er geleit disen dampf /
volleclichen nun jar [...]
Vät
16732
u.ö.;
als er [der Anführer des Heeres der Laster] die
rede vol gesprach, / ein wunder grôz dô geschach: / daz her sich zuo einander krampf
/ in einem engstlîchen tampf Helbl
7,1066;
daz uff todes tampf / üch all hie wurd geben kampff
GTroj
21035;
mitt röbe und mit furie [=
fiure
] / stift der ungehüre / dem kaysser jemerlichen
tampff ebd.
3357;
zcwivils damph von in [den Gläubigen]
vortreib / warer syn Cranc
Vorr. 6.
– übertr. für ‘Askese’
mit manigerhande dampfe / derret er [der hl.
Antonius im Kampf gegen den Teufel] des vleisches gruse
Vät
834
MWB 1 1182,17; Bearbeiter: Tao
dampfe
swM.
‘Heiserkeit, Erkrankung der Luftröhre’
brancus morbus: dampho, dempho SummHeinr
2:201,03.4;
swer den dampfen habe uon einer vuchte, der sal si
[die Arznei diamargariton
] des nachtes in
dem munde haben, daz si zege vnde in in rinne SalArz
105,51;
dyacitoniten ist ein lectuarie vnde ist gut
[...] fur den husten vnde fur den damphen ebd.
108,27
MWB 1 1183,22; Bearbeiter: Tao
dampfen
swV.
s.a. dempfen.
‘rauchen, qualmen’, hier subst. in bildl. Gebrauch:
totlicher sunden dampen / blendet im der ougen liecht
Daniel
6770
MWB 1 1183,30; Bearbeiter: Tao
dampflich
Adj.
in der Verbindung dampflicher schîn als Umschreibung für
dampf
‘(erstickender) Rauch, Qualm’
von füre er [Paris] tampflichen
schin / tett in allen [den Räubern in der Höhle] unde roch
GTroj
8088
MWB 1 1183,34; Bearbeiter: Tao
damwilt
stN. oder stM.
‘Damwild’
sunst mag er vnd sein erben clains wild vnd gegaitfogeln
[
gejeit-vogele, ‘jagdbarer
Vogel’] oder andrn̄ [l.
anderez?] damwild jagen UrkCorp (WMU)
2299,20
MWB 1 1183,39; Bearbeiter: Tao
dan abe, dannen abe
Pron.-Adv.
→
dannen
Adv. und
abe
Präp.
MWB 1 1183,43;
danc
stM.
sw. nur PrLpz (L) (s. 1); Pl.
denke
Elis
4458,
denk (apok.)
GrAlex
6074.
1
‘Gedanke’ ; 2
‘Wille, Absicht, Wunsch’
2.1 als adv. Gen. dankes
‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’
2.1.1 ohne Attr. 2.1.2 mit Poss.-Pron. und / oder eigen 2.2 in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron. 2.2.1 mit âne, sunder 2.2.2 mit in , bereits zum Adverb erstarrt, s. unter →
endanc
; vgl. aber noch, falls hierher gehörig 2.2.3 mit mit 2.2.4 mit über, under, wider
‘gegen’ . 2.2.5 mit ze , stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von
‘Dankbarkeit’ (s. unter
4
) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich;
zur jüngeren Umdeutung vgl. 2 DWB 6,215 3
‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl.
danken
4 ) 4
‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn,
-gabe’
4.1 allg. 4.2 mit bestimmten Verben 4.2.1
haben 4.2.2 jmdm.
sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge
mit durch ) 4.2.3
tuon , ‘vergelten’ , iron. 4.2.4
vinden 4.2.5
wizzen
1
‘Gedanke’;
Sg.:
daz sehst jâr wart sô kranc, / daz der herr hêt mangen
danc, / wie er di liut nerte EnikWchr
6086;
wen mechte er nicht trenchen [betrunken
machen] , / so er solich lotter tranch [gemeint:
verführerische Trugbilder] / einem geit in den danch?
HvBurg
3430;
ze Alexandrie so enhabe ich keinen danc
[daran verschwende ich keinen Gedanken]
Tannh
5,11;
(hierher oder zu 2.2.5?:)
do was deme helede wal zo danche [war er
zuversichtlich (vgl. Rückert, Roth. z. St.)]
Roth
2640.
– Pl.:
aller der sunden, die ich ie getet an danchen, an worten, an werken
WessobrGlBII
37;
sin herze begunde wanken / von manicfalden danken, / waz
er tun wolde Herb
11450;
daz sie nicht durfe wanken / vor zwivelichen danken
HeslApk
17352;
do der herr in dangken lag HvNstAp
37;
ein igelich sech sich selben an, vnd niht alleine die werk
inbuͦzen, suͦnder uͦch die danken vnd die gerunge
PrLpz(L)
54,21;
da zu der werde schenke / Ruͦdolf sine denke / druweliche legete, /
wie daz er si gedegete / [...], / der frouwen ungemude
Elis
4458;
GrAlex
6074.
2
‘Wille, Absicht, Wunsch’
daz beste uf gotis danc [das sei Gottes Willen
vorbehalten]
Daniel
4777;
vgl. auch dancwillen Adv.
– sonst nur als adv. Gen. oder in adv. Präp.-Gefügen:
2.1
als adv. Gen. dankes
‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’
2.1.1
ohne Attr.:
duo si danches newolten chomen, ir sculde sich
ergeben, / duo was iz ime leit Gen
377;
die tîefil, die danches veruîelin vnde do gezwivelôtin
Spec
8,25.
63,14;
is komit dicke vuele [=
übele
] , / daz man dankes not besta
Elmend
A 733;
ob diu künegîn dankes wære / mit Falerîne entrunnen,
/ sô daz sium wolte gunnen / ir süezer minne unerwert UvZLanz
7384;
und swer ouch dankes missetuo, / daz man dem erbolgen
sî Iw
2736;
Wig
10460;
Eracl
162.
–
dankes oder undankes:
der reht sint noch driu. / durch not erliden wir
diu, / undanches ode danches [...] : / wir
wurden eines geborn, / wir muozzen andirstunt vervaren, / wir muozzen
drittenstunt erstan VRechte
526;
swie ich gesvntet han, wizzente oder vnwizzente,
danches oder vndanches Spec
3,5;
ez wêre dankis oder undankis, er starb iedoch
PrMd(J)
342,16;
wir muͤssent zuͦ kore gon und
singen und lesen, es si danckes oder undanckes Tauler
59,11
2.1.2
mit Poss.-Pron. und / oder eigen:
sô daz er niene gepflac / dehein zît sînes dankes /
weder âzes noch trankes UvZLanz
3685;
Ägidius
916;
ich enweiz warumbe si daz tuont
[...] unt ir dankes wellent / die sêle
versenchen Wernh
5614.
–
wie redilîche unsir herre dar zû quam, daz er den
tôt leit nicht ungerne, sundir sînis eigin dankis PrMd(J)
342,13;
weme der vater den geist geit, dem git in auch
der sun; dem in der sun git, dem git in auch der vater. er
chuͤmet auch eigens danches PrOberalt
110,38
2.2
in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron.
2.2.1
mit âne, sunder:
an iren danc viel sie dar nieder Roth
913;
ich mvste an minen danc / gedenken an ir minne
Herb
17653;
dv hast mir gedienet ane danc [gegen
meinen Willen]
ReinFu
K,155;
wiez âne danc [ohne
Absicht] geschæhe / daz du den wîn vergüzze
Parz
153,30;
daz er mit der frouwen ranc / nâch sînem willen ân ir
danc ebd.
525,22;
liet ein man bi einimi wiebisnamin an urin danc undi
widir urin willin Mühlh
107,6.
–
ich enhân niht wan ein schouwen / von ir und den
gruoz, / den si teilen muoz / al der welte sunder danc
MF:Mor
2: 3,8;
vielet ir sunder iuwern danc? / michn triege
danne mîn wân, / ir habet ez gerne getân Iw
2594;
SM:Tu
6:5,3
2.2.2
mit in, bereits zum Adverb erstarrt, s. unter →
endanc
; vgl. aber noch, falls hierher
gehörig:
Josebe wurten si [der Bäcker und der
Mundschenk] bevolehen, er nelie si nieht swellen; / er gab
in maz unde tranch, er dienôte in gotes danch [in Gottes
Willen, wie es Gottes Wille war]
Gen
1932
2.2.3
mit mit:
ez geschach niht sunder danc: / ez ergie mit danke Neidh
WL 31:5,7;
ist es mit euerm danche / oder von schulden
geschechen, / das sult ir alles verjechen HvBurg
638.
6082
2.2.4
mit über, under, wider
‘gegen’.
–
daz geschach vber iren danc ReinFu
K,1385;
einer juncvrouwen si dâ pflâgen / leider über ir
willen. / [...] sus wolden si über ir danc / ir
willen mit ir gehabet hân Wig
2074.
2446.
3272;
wider seinen willen uber seinen dankch
HvBurg
2304;
er muste paytten uber danck, / in daucht di zeit
unmassen lanck HvNstAp
5921.
–
daz ir da zênir werelt ieht beduûngenlîche ûntir
iwern danc muͦzzit wͦffin Spec
44,19;
doch kom er under ir danc / vor in ûf die burc
geriten UvZLanz
1508;
daz er under sînen danc / muoste widerkêren
Ottok
5958;
Märt
6902.
6904.
–
daz gar wider minen dank / die untugent meret sich
HvNstGZ
210
2.2.5
mit ze, stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von
‘Dankbarkeit’ (s. unter
4
) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich;
zur jüngeren Umdeutung vgl. 2DWB 6,215:
– jmdm. etw. ze danke tun ‘zu jmds.
Zufriedenheit, Gefallen, nach Wunsch’
er phlac ir zv danke / mit ezzen vnde mit tranke
Herb
14589.
7839.
8132;
ich gediene iu wol ze danke an ir
Tr
7873;
HvNstAp
11271;
von diu sô seht hie selbe zuo, / waz ich
gespreche oder getuo, / ob ich ez iu mit eide / ze danke bescheide
Tr
15704;
wer kan nû ze danke singen? / der ist trûric, der ist vrô: / wer
kan daz zesamne bringen? Walth
110,27.
– etw. ist jmdm. ze danke
‘lieb, recht, passend’
du salt hie silue wirt sin, / wandiz mir zo danke
is, / daz du minis gotis [=
guotes
] gerochis Roth
985;
ich bin ein Vranke. / ez ist mir wol ze danke, / daz ich iuwer
sprâche [Deutsch (statt Griechisch)] hân
vernomen StrAmis
1636;
solte mir daz leit sin? es solte mir wunderlich
zuͦ dancke sin Tauler
18,10.
59,35;
wær si nicht so lobeliche, / si wær ze danke an
daz bette mir SM:Had
35: 4,2.
–
dâ von muoz ich ze danke [willig,
gerne] nemen / ein lôn, daz mir der meister gît
Winsb
67,9;
RvEWchr
17367
3
‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl.
danken
4)
vor allem in den Wendungen jmdm. ~
sagen
‘ihn loben, preisen’ und habe
~
‘sei gelobt, gepriesen’
er saget in gnâde unde danc, / daz in sô ofte wol gelanc.
/ swer gerne vrümeclîchen tuot, / der dem gnâdet, daz ist guot Iw
3075;
die sageten im des prîses danc, / den er het aldâ bezalt
Parz
45,12;
dô sageter Parzivâle danc / prîses des erwarp sîn hant /
an dem von Kukûmerlant: got lôn dir ebd.
156,12.
–
si [...] sanch Magnificat. / si
sagete unde sanch gote gnade unde danch AvaLJ
10,2.
so singe wir zwire / alleluja, daz frosanch, wir sagen got
gnade unde danch, / wir loben gotes ere mit libe unde mit sele
AvaJG
29,5.
–
swer danne jage daz beste, des sol er haben danc
NibB
931,3;
Gunther, ritter edele, des schuzzes habe danc ebd.
461,2;
habe danc menlicher dat GrRud
B 6;
dîn [Reimars] sêle müeze wol gevarn, und habe
dîn zunge danc Walth
83,13;
ir êre ist niender kranc, / dest an ir güete schîn. / des habe ir wîplich
leben danc KLD:Rub
3:3,6;
hab er dank, / der lât dur got lîb unde guot! / lobes ist er wert, wer
alsô tuot Boner
85,10
4
‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn,
-gabe’
4.1
allg.:
nv lerne och da bye, / daz ez dir al zu danke sye, / swaz
dir ieman gibet sines gutes. / danke im froliches mutes. / daz saltu tun obir
lut / [...] doch in ist di gabe nicht so vergulden. /
gutes willen danke mit worten, / wider gift sal man gabe warten
Elmend
A 486;
nu sprich waz du mir biedis
[...] ich wise dich uf den scaz min / des nim dir
trut geselle / swe uile du willis / [...] ich ne
uersume dich minis dankis nich Roth
3089;
dank oder lon oder gunst oder wider als vil geton
Tauler
186,9.
– besonders vom Lohn für Minnedienst:
dâvon râte nicht ze spâte, minne, mir, / wan ich kranke
nâch ir danke: / füege, [...] daz ich vinde trôst
an ir SM:Wi
3: 2,12;
nûst ir danc / al ze kranc. / dest mîn klage / alle
tage KLD:UvL
21: 5,9;
diu liet ich ûf dem wege sanc / von mîner vrowen âne danc. / daz kom
dâ von: der bote mîn / was ze verte; des moht niht sîn, / daz ichs iht sande
ir bî im UvLFrd
131,30;
ir lop daz wil ich trîben / gerne und dienen umbe ir danc
[...] âne danc / singe ich der vil lieben diech
dâ meine KLD:KvK
5:5,9.12
4.2
mit bestimmten Verben
4.2.1
~
haben:
her bat sie grozen danc haven Roth
2842;
der rabe wolde nemen dan / den kese, er wandes haben
danc ReinFu
K,277;
(iron.:)
ir fürspan wart sô vertân / daz es mîn tôrheit danc
sol hân Parz
270,4.
–
habe ~
:
nv habe danc ReinFu
K,1667;
here got nu haue danc / waz du genaden hast getan
/ zu mir uil sundigin man Roth
4775;
der kaiser sprach: Oliuir, / uile wole getruwe ich
dir. / nu habe michelen danc, / siz widere an dinen banc
Rol
1322
4.2.2
jmdm. ~
sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge
mit durch):
des [
guoter
gâchspîse
] saget er ir gnâde und danc
Iw
1223;
ern sagtes [
sîner
helfe
] im danc noch undanc ebd.
5404;
si neig in unde sagte in danc Parz
780,4;
er seite ouch sîme knehte danc / des râtes und der helfe HBirne
412;
lebte noch Elêne / von Kriechen, si seit im ir danc /
durch sîn adellichez dœnen, daz dâ klinget hôhe enbor KvWLd
32,293.
– mit Dat.d.S.:
swaz wir liebis vnde meistis / uon gote uernumen
vnde gescriben habin, / des muge wir allir meist danc sagen / dines
selbis [Gregors des Großen] gnedicheite / unde
des herren [Hieronymus] arbeite
Litan
733;
wie rehte tobelîche er ûz dem bluote spranc! /
sîner snelheite er mohte sagen danc NibB
2050,2;
ich wil des mînen ougen / sagen danc, / daz sî si
vunden alsô guot MF:Wolfr
8: 6,2.
– übertr.:
swie harte sô in durste, der helt doch niene
tranc, / ê daz der künic getrunke; des sagt er im vil bœsen danc
[vergalt es ihm übel]
NibB
978,4
4.2.3
~
tuon, ‘vergelten’, iron.:
er tete Daclyme danch / unde frumit manegen swertslach
VAlex
1309
4.2.4
~
vinden:
ich bin beliben / alsô daher, daz ich von ir nit dankes
vinde SM:Te
2: 1,6
4.2.5
~
wizzen:
got inphie daz lamp unt wesse im es michelen danch
Gen
616;
ich waiz im disez ezzens danc ReinFu
K,487;
dune darft mir wizzen keinen danc, / swaz dir mîn
dienst hie zêren tuot Parz
68,4;
hôhen muot ich von dir hân; / des weiz ich niemen mêre
danc KLD:UvL
1: 4,2
MWB 1 1183,45; Bearbeiter: Plate
dancbære
Adj.
1
‘angenehm, lieb, willkommen’ (vgl. ze danke sîn
unter danc
2.2.7 ) 2
‘dankbar’
1
‘angenehm, lieb, willkommen’ (vgl. ze danke sîn
unter danc
2.2.7):
der deme gebe, e dan her bete, / daz her dez schamin erlazen
were, / sone weiz ich keine gabe so dancbere Elmend
A 344;
vil guͤtlich sach es [das
Jesuskind] an die man [Heilige Drei
Könige] , / als im vil dankbære / das alles von in wære
WernhMl
3439;
wie genême vnd wie lobelich im ist armer luͥte opher, dc er der armer
witiwo zwen erin phenninge vil mê lobot vnd dc si im och uil danchberer wâren
[als die Gaben der Reichen]
PrSchw(St)
3,181;
hætist dich gesetzt ûf tugent: / sô möcht dîn bet got dankber wesen, / und
möchtist an der sêl genesen Boner
22,43;
dankber vnd loblich Gnadenl
1,43;
KvHelmsd
4184
2
‘dankbar’
nu sich sailiger mensch, wie reht danchber unser herre ist, vnd wie genême vnd
wie lobelich im ist armer luͥte opher, dc er [...]
[weiter oben unter 1
]
PrSchw(St)
3,178;
hete iz ein engel getân oder ein mensche, wir solden is gar dancbêre sin; aber
wan iz Kristus selber getân hât, sô enkunne wir ime nummer volledanken
HvFritzlHl
119,29;
daz ich dankber sie dem grundlosen guͦt, daz du mir
armen verlornen sele hast getan Seuse
215,14
MWB 1 1186,60; Bearbeiter: Plate
dancbære
stF.
‘Dankbarkeit’
vehti dich an hoffart, daz vertrip mit demuͦt; vehti dich an trakait, daz
vertrip mit dankbaͤri PrGeorg
241,3
u.ö.;
ez ist ein frâge, wenne got würke in dem menschen âne hindernüsse?
[...] daz geschiht, swenne er liep unde leit in einer
dancbêri von gote enpfât. eyâ, sagent mir: sol ez in éiner dancbêrkeit enpfangen werden
oder in ieglîcher dancbêrkeit? Eckh (Pf)
649,16;
PrWack
51,6;
RvBib
96,7
MWB 1 1187,20; Bearbeiter: Plate
dancbærkeit
stF.
‘Dankbarkeit’
wan vruhtbærkeit der gâbe daz ist aleine dankbærkeit der [für
die] gabe, und dâ ist der geist ein wîp in der widerbernden
dankbærkeit, dâ er gote widergebirt Jêsum in daz veterlîche herze Eckh
1:27,7;
hie mitte so danken wir gotte aller siner milten gaben, die er
úns ie gegab [...] sus sin wir aber mit gotte vereinet in
[...] demuͤtiger dankberkeit Mechth
7: 7,14
u.ö.;
kinder, dannan ab sin wir gotte als usgenomen grosse minne
schuldig und ein als grosse dankberkeit Tauler
285,17
u.ö.;
und denne so sah er uf ze gote in grosser dankberkeit, und
zerfloss im sin herze in dem goͤtlichen lobe Seuse
74,9.
487,1;
Eckh (Pf)
643,34.
649,17;
Gnadenl
1,45;
RvBib
38,22
MWB 1 1187,29; Bearbeiter: Plate
dancbærlich
Adj., Adv.
‘dankbar’
nement dancbærlîchen gruoz: / iur hant daz wol ervohten hât Virg
829,12;
daz ein solichiu dancbêrlîchiu vröude in mir ûf stât, diu sich kûme in mir
enhaltet Eckh (Pf)
665,14.
–
iuwer gedanke die sîn bekant bî gote dankbærlîche oder vlêhelîche
[sei es in Danksagung oder in flehentlicher Bitte]
Eckh
2:160,3.
2:169,1;
als wir hie únsere pine dankberlich enpfahen und gedulteklich
liden Mechth
7: 32,10;
wie dankberlich dú dirne den herren umbfiengi, wie trutlich
si in minneti Seuse
376,12;
dankberlicher ebd.
281,22
MWB 1 1187,44; Bearbeiter: Plate
danclîchen, denclich
Adv.
‘dankbar’
diu botschaft dûhte im gût / und diu gebe êrsam. / danklîchen her si nam / alsez
michel reht was En
3922;
du stirbes und lebes nicht [...] ab tu nicht buzes / und
gote denclich gruzes HistAE
3636
(vgl. 3629: daz er des gote nicht zu danc/ machte keinen
lobesanc)
MWB 1 1187,56; Bearbeiter: Plate
dancnæme
Adj.
1
‘angenehm, willkommen’
1.1 präd. 1.2 attr. 2
‘gerne nehmend’ , iron. ‘nicht wählerisch, mit allem
zufrieden’
3
‘dankbar für etw.’ , mit Gen. d. S.
1
‘angenehm, willkommen’
1.1
präd.:
– etw./jmd. ist, wirt jmdm. ~ :
diu gâbe was ime dancnâme, / des lobet er die gûten
Rômâre VAlex
635;
die vrucht / die got dancneme / wurde swenne her
queme / zum lesten gerichte HeslApk
13913;
das es [Lektüre und Verbreitung des
Marienlebens] ir [Maria] danknem
wær und iemer ist von allen die es tuͦnd WernhMl
2,6;
Stagel
24,26;
MvHeilFr
9;
do sant Germanus der kúnigin eine húlczine schussel mit girstinem
brote. dis was ir vil dangneme vnd enphing es mit demuͤtiger andaht
ElsLA
481,32;
wene [ich glaube, dass] wir
in ieht dankneme sin. / ir nechein ne wenit vor uns genesen
Roth
1234.
– jmd. jmdm. ~
machen:
doch so en ist der mensch nit zuͦ entschuldigen, ob er die
gnade, die den menschen dankneme [Laa. genäm,
liep
] machet [
graciam gratum
facientem
] , nit entfeht Gnadenl
3:O1,59
1.2
attr.:
das fúr sande / Got uf sin dangneme opfir dar
RvEWchr
32807;
o aller heiligestes, des ewigen vatters danknemstes
opffer, aller suͤssester Jhesu Christe Seuse
542,17
2
‘gerne nehmend’, iron. ‘nicht wählerisch, mit allem
zufrieden’
doch ist er [der Tod] so dancneme /
das im niht widerzaͤme / ist, er nemes allis gar RvEWh
2127;
do wart her dancneme. / sie sin ime alle gezeme, / armen vnde
riche, / her rofit sie vreisliche Roth
1722
3
‘dankbar für etw.’, mit Gen. d. S.:
owê, künic Avennir, / wie wol got hât getân ze dir, / wie wol ouch dir gezæme
/ daz dû vil dancnæme / wære aller gnâden sîn LBarl
463;
si ist dancnæme aller guottæte, swie kleine si wære DvASchr
331,14;
das der mensche danknem si des manigvaltigen guͦtz
das got im und allen menschen und engelen hat geton Tauler
273,3
u.ö.
MWB 1 1187,63; Bearbeiter: Plate
dancnæmecheit
stF.
‘Dankbarkeit’
von stunt wart si gesunt unde quam zu dem grabe des mildin furstin
[Ludwig] mit grozir dancnemekeit unde mit innekeit
Köditz
87,5.
87,30;
daz sich der mensche gote lâze grœzlîche, swenne er ûf in
ihtes werfen welle, ez sî smâcheit, ez sî arbeit, ez sî, swaz lîdens daz sî, daz er
ez mit vröuden und danknæmicheit neme Eckh
5: 256,10.
5:234,10.
5:268,4;
ein man sant mit sime knehte sant Benedicten zwo flaschen mit wine.
[...] die enphing er mit grosser dangnemekeit
ElsLA
241,20;
so der mensche ie merre genoden enpfohet, so er ie me
schuldig ist, und so der mensche ie me dangnemekeit sol haben unde lop und ere und
dienest Tauler
118,17
u.ö.;
Mechth
5:35,49;
Vateruns(Sch)
41
MWB 1 1188,34; Bearbeiter: Plate
dancnæmeclîche
Adv.
‘dankbar’
swaz unser herre gnaden git, die sol man danknemekliche enphahe und sol im darumbe
groze gnade sage HlReg
17,13
MWB 1 1188,50; Bearbeiter: Plate
dancnæm(e)lîche(n)
Adv.
‘gerne, mit Wohlgefallen’
dâ sî kument in die hûser des ordenes, dâ sulen sî dî handelunge
der brûdere, die dâ sint, dancnemelîche entphâhen, dâmite sal in genûgen, sô daz sî
ihtes vurbaz mûten ungevellîche StatDtOrd
34,23;
do im [Moses] got was in eren bi, / von himle er en
gewerte / eines vures daz verzerte / sin opfer vil dancnemlichen Macc
7447
MWB 1 1188,54; Bearbeiter: Plate
dancsagen
stN.
‘das Danksagen, ein Dankgebet sprechen’
sô man ein dancsagen hât der guottête gotes Eckh (Pf)
360,32;
ain danchsagen und ain chantnusse gotz gnâde MvHeilFr
32.
36
MWB 1 1188,62; Bearbeiter: Plate |