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ABCDEF s.VGHIJKL
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d – dalmut
dam – dancsagen
dancwillen – dannen von
dannen vür – dæren
dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe
darre – dast
dâte – deckeschûr
deckevël – dëhsen
dëhsîsen – denclîche
dencliute – derpkuoche
derpteic – diadrogant
dîâken – diehter
diehterîde – dienestbære
dienestbærecheit – dienestman|erbe
dienestmanguot – 2diep
diep- – diernkint
diernlach – dilde
dille – dincphliht
dincphlihte – dingelîn, dingel
1dingen – dirhalp
dirre – distelîn
distelsâme – diupe (?)
diupguot, diubsguot (?) – dôfheit
dôgen, dougen – donerec
donergebirge – dorferlêhen
dorfgebûwære – dorfschaft
dorfsmit – dorneht
dorneht – dörperdiet
dörperecheit – dôʒen
drabeknëht – drangen
drangest – drî
drîancasîne – drîgesæʒe
drîgevar – dringen
drî|nisse – drittelhof
drittestunt – drîzëhen
drîzëhenære – druc
drûch – drüʒʒelstôʒ
du, dû – dumme
dumpfe – duns
dünsel – durchbittern
durchbitzen – durchdœnen
durchdrengen – durchgerne
durchgesiht – durchgründen
durchgrunthaftec – durchkifen
durchkiusche – durchlësen
durchlestern – durchlûʒen
durchmâlen – 1durchrecken
2durchrecken – durchsaffen
durchsagen – durchschrecken
durchschrenzen – durchslac
durchslahen – durchsprëchen
durchspreiten – durchswingen
durchtân – durchverwen
durchvieren, durchwieren – durchvrô
durchvrœnen – durchweichen
durchweidec – durchziln
durchzimbern – dûrliche
durlinc – durstebërnde
durstec – düʒʒec

   dahsloch - danclîchen, denclich    


dahsloch stN. ‘Dachsbau’ zv siner bvrc er [Fuchs Reinhart] do reit, / daz was ein schonez dachsloch, / dar vlvhet sin geslechte noch ReinFu K,1165

MWB 1 1180,59; Bearbeiter: Tao

dâht stF. ‘das Denken, Gedanke’ des ist mîn dâht vil manecvalt, / wie ich wider verdiene ir minne UvTürhTr 1774

MWB 1 1180,62; Bearbeiter: Tao

dæhtec Adj. ‘nachdenklich, besonnen’ melancolicus / hat vil tadel. adel / doch ich sagen muß / von im: er ist dechtig unde wise Mügeln 332,4

MWB 1 1181,1; Bearbeiter: Tao

dalmaticâ stF. , dalmanke swF. auch dalmadia. ‘Dalmatika’ – als liturgisches Gewand: dalmatica: dalmadia SummHeinr 2:11,259; wenne er [d.i. dyacon ] die dalmaticam treit Lucid 93,6; die leitern [Vertikalstreifen (clavi)] , die an der dalmatica sint ebd. 93,8. 93,10; colobium hiez ein gewant / daz man ê zer messe truoc, / daz dûhte in widerzæme gnuoc, / wand ez der arme dahte niht. / dâ von gebôt er [Papst Silvester] , [...] daz vür daz wandelbære kleit, / würde ein anderz an geleit, / daz ist genant dalmaticâ; / ez wirt ze Rôme und anderswâ / vor gotes alter noch getragen KvWSilv 627; [Die Reliquie, die die rîchen liute vom hl. Gregorius bekamen und anfangs als nicht wertvoll verschmähten, war] ein dalmanken stucke [...]: / Iohannis ewangeliste, / der hete sie vor des getragen Pass III 208,86. – als weltliches, festliches Gewand: und einer rîchen frowen gewant, / [...]. / ez was vile lobesam: / ein pheller dalmaticâ. / in hete diu kunegin Êcubâ / ane, sô si die krône trûch En 793

MWB 1 1181,4; Bearbeiter: Tao

dalmut stM. talmut

MWB 1 1181,25;

dam stM. oder stN. ‘Verdammnis’ (?): [der böse Priester] irhing sich an ein seil: / allen sinen volgern sit / enpoten hat er al da mit / immer werndes dammes strik TvKulm 3877

MWB 1 1181,26; Bearbeiter: Tao

dâme, damme swM. aus lat. dāma, damma (Kluge, S. 178). – Bezeichnung für rehartige Tiere ‘Damhirsch; Hirschkalb; Reh’ u.ä.: damma, dammula: hintcalb, damo SummHeinr 2:258,110; so snel [...] alse Asael, der mit sinem loufe die damen [ caprea, vgl. II Sm 2,18 und Hamm, Lucid., S. 525] fúr lief Lucid 146,12; von den dammen [Überschrift] . damula ist ain tier, daz möht man ze däutsch haizen ain scheuhhant, dâ von, daz ez von der hant fleucht. [...] die dammen sint unstreithaft. [...] daz tier lauft in Engellant und ist niht vil anders an der grœze und an der gestalt danne ain rêch BdN 133,2

MWB 1 1181,30; Bearbeiter: Tao

dâmeltier stN. ‘Damhirsch; Reh; Ziege’ u.ä. (vgl. dâme): dammula: damiltier, quod de manu fugiat SummHeinr 1:142,382; damula: dameltier oder wilde geis VocClos Da20

MWB 1 1181,43; Bearbeiter: Tao

damnen swV. ‘(jmdn.) verurteilen, verdammen’ got wil die werlt uz sundern / und wil sine irkornen / uz den vorlornen / mit rechten urteilen kiesen / und die selben sich vorliesen, / mit rechten urteilen damnen HeslApk 19549. 10776; got dampnet recht und redelich, / alleyn der vertumte nicht se / nach [= noch ] dunke daz im recht gesche Hiob 4110; daz du [Hiob] in [den Gerechten] dampnes durch dyn swil [vgl. Iob 34,17] ebd. 12840

MWB 1 1181,47; Bearbeiter: Tao

damnisse stF. 1 ‘Verdammnis’
2 ‘Unheil, Verhängnis’
   1 ‘Verdammnis’ diser vier tugende gebot / entwanten in die geiste, / des gestatte der meiste [Gott] / durch vorsuchen der irkornen / und durch damnis der vorlornen HeslApk 12442; daz wazzer, dâ vil maniger [Ungarn (als Feinde des Christentums)] inne ertranc, / die nû diu êwic dampnüsse mit ir dinset Loheng 2846    2 ‘Unheil, Verhängnis’ Policrates [...], / den nie betrubte damnis / und also selig was, / das gar nach sinem mute / zu gute im quamen alle ding Mügeln 358,3

MWB 1 1181,57; Bearbeiter: Tao

damnunge stF. ‘Verdammnis’ die israhelische diet / bewainte er vil haizze, / daz si Abrahames gehaizze / also solten verliesen / vn̄ ewige damnunge erkiesen Wernh A 3292

MWB 1 1182,3; Bearbeiter: Tao

damoisêl stM. ‘junger Adeliger’ (aus afrz. damoisel, mnl. damoyseel): der kvnec von Riel / der ne worte [= vuorte ] decheinen damoysel, / sunder alliz alde lute Erz 8r,3 (vgl. Anm.z.St.; Nellmann, ZfdPh 125 (2006), S. 112-115)

MWB 1 1182,7; Bearbeiter: Gärtner

damoisêle stF. ‘(junge) Dame’ (aus afrz. damoisele): er hiu unde sprancte / und lie hin gân punieren, / punierende crôieren: / ’schevalier damoysêle! [Auf! Ritter der Dame!] / ma blunde Îsôt, ma bêle!’ Tr 9165

MWB 1 1182,12; Bearbeiter: Gärtner

dampf stM. 1 ‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’
1.1 als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen
1.2 ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw.
1.3 in med. Zusammenhang
2 übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’
   1 ‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’    1.1 als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen: dû êwiger sunneschîn, [...] daz dû uns ûf zuo dir zügest mit dîner hitze, alsô disiu sunne ûf ziuhet der erde tamph unde lûtert in ze klârem lufte DvASchr 342,10; wo das die luft enkan / ir süßes strouwen hin und dan, / da sit man sunder früchte stan / oft manchen zwig von damphes art Mügeln 197,8; unde wirf in [Hasen] in einen haven unde vermach den haven oben mit leime, daz der tamph ninder ouz nemeg Barth 149,3; die versamenunge der krúter macht diser priester und enzúnt die und machet dannan ab einen tampf Tauler 166,22; PrSchw 2,119; [Feuerprobe als Gottesurteil:] sus stunt ich in dem dampfe / wol ein halbe stunde / ane aller serde wunde Vät 8772. 8800; daz si [die weltzugewandten Seelen] an [= âne ] ir willen lîden muͦzen den tampf der aller niderôsten hellegruͦbe TrudHL 113,14; ErzIII 6,103 (La.); Tund 1214; nû was der rouch und der tamph, / der dâ gie von dem âs, / daz in der erden verbrunnen was, / sô gar unmæzic und sô grôz, / daz [...] Ottok 49250. 49043    1.2 ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw.: ûz der platten [Glatze] im [dem zornigen Abt] brach / und ûz dem hirne ouch / ein tamph und ein rouch / als ûz einer kolgruoben Ottok 36045; sin lib wart aller alse heiz, / daz ein damp unde ouch ein sweiz / durch alle sine cleider dranc Elis 8521. 8534; dâ wart ein strît vil herte / und ein gar engestlicher kampf, / dâ wuohs ein griuwelicher tampf, / der von dem heizen bluote rouch KvWTroj 12270; GTroj 2642; dâ wart gestôzen vil manic stôz, / der tampf was von den orssen grôz UvLFrd 88,26; KvWTroj 3970; GTroj 5890; er [der Drache] vuorte mit im an den kampf / beidiu rouch unde tampf Tr 9018. 9441; KvWSilv 705; [die Seele im Kampf gegen den Teufel] sal sich imme campfe / bewaren vor deme dampfe, / daz ir des vleisches bradem / bedempfe nicht den adem HeslApk 4908; MügelnKranz 693    1.3 in med. Zusammenhang: swenne di vmmacht ist uon hitze oder uon dampfe, so sal man deme ummechtigen gebin [...] SalArz 47,15; ez [ wermuot ] ist guot [...] für des hauptes siehtum, der von pœsem dunst und von pœsem dampf kümt BdN 381,3; wer [im Traum] sich durch enge löcher wint / und wirt gedruckt in slafe sunder güfte, / dem mensch die ror versperret sint / von damphes art, mit den er züt die lüfte Mügeln 52,10    2 übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’ Philippus der herre gut / leit durch got diesen camp / vnde den bitterlichen damp / der in betwanc so daz er starb PassI/II 282,13; Pass III 680,77; der tuvel sere mit im ranc, / des wart dicke sine gedanc / beweget zu der unvlat. / [...] do er geleit disen dampf / volleclichen nun jar [...] Vät 16732 u.ö.; als er [der Anführer des Heeres der Laster] die rede vol gesprach, / ein wunder grôz dô geschach: / daz her sich zuo einander krampf / in einem engstlîchen tampf Helbl 7,1066; daz uff todes tampf / üch all hie wurd geben kampff GTroj 21035; mitt röbe und mit furie [= fiure ] / stift der ungehüre / dem kaysser jemerlichen tampff ebd. 3357; zcwivils damph von in [den Gläubigen] vortreib / warer syn Cranc Vorr. 6. – übertr. für ‘Askese’ mit manigerhande dampfe / derret er [der hl. Antonius im Kampf gegen den Teufel] des vleisches gruse Vät 834

MWB 1 1182,17; Bearbeiter: Tao

dampfe swM. ‘Heiserkeit, Erkrankung der Luftröhre’ brancus morbus: dampho, dempho SummHeinr 2:201,03.4; swer den dampfen habe uon einer vuchte, der sal si [die Arznei diamargariton ] des nachtes in dem munde haben, daz si zege vnde in in rinne SalArz 105,51; dyacitoniten ist ein lectuarie vnde ist gut [...] fur den husten vnde fur den damphen ebd. 108,27

MWB 1 1183,22; Bearbeiter: Tao

dampfen swV. s.a. dempfen. ‘rauchen, qualmen’, hier subst. in bildl. Gebrauch: totlicher sunden dampen / blendet im der ougen liecht Daniel 6770

MWB 1 1183,30; Bearbeiter: Tao

dampflich Adj. in der Verbindung dampflicher schîn als Umschreibung für dampf ‘(erstickender) Rauch, Qualm’ von füre er [Paris] tampflichen schin / tett in allen [den Räubern in der Höhle] unde roch GTroj 8088

MWB 1 1183,34; Bearbeiter: Tao

damwilt stN. oder stM. ‘Damwild’ sunst mag er vnd sein erben clains wild vnd gegaitfogeln [ gejeit-vogele, ‘jagdbarer Vogel’] oder andrn̄ [l. anderez?] damwild jagen UrkCorp (WMU) 2299,20

MWB 1 1183,39; Bearbeiter: Tao

dan abe, dannen abe Pron.-Adv. dannen Adv. und abe Präp.

MWB 1 1183,43;

danc stM. sw. nur PrLpz (L) (s. 1); Pl. denke Elis 4458, denk (apok.) GrAlex 6074. 1 ‘Gedanke’ ;
2 ‘Wille, Absicht, Wunsch’
2.1 als adv. Gen. dankes ‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’
2.1.1 ohne Attr.
2.1.2 mit Poss.-Pron. und / oder eigen
2.2 in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron.
2.2.1 mit âne, sunder
2.2.2 mit in , bereits zum Adverb erstarrt, s. unter → endanc ; vgl. aber noch, falls hierher gehörig
2.2.3 mit mit
2.2.4 mit über, under, wider ‘gegen’ .
2.2.5 mit ze , stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von ‘Dankbarkeit’ (s. unter 4 ) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich; zur jüngeren Umdeutung vgl. 2 DWB 6,215
3 ‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl. danken 4 )
4 ‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn, -gabe’
4.1 allg.
4.2 mit bestimmten Verben
4.2.1 haben
4.2.2 jmdm. sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge mit durch )
4.2.3 tuon , ‘vergelten’ , iron.
4.2.4 vinden
4.2.5 wizzen
   1 ‘Gedanke’; Sg.: daz sehst jâr wart sô kranc, / daz der herr hêt mangen danc, / wie er di liut nerte EnikWchr 6086; wen mechte er nicht trenchen [betrunken machen] , / so er solich lotter tranch [gemeint: verführerische Trugbilder] / einem geit in den danch? HvBurg 3430; ze Alexandrie so enhabe ich keinen danc [daran verschwende ich keinen Gedanken] Tannh 5,11; (hierher oder zu 2.2.5?:) do was deme helede wal zo danche [war er zuversichtlich (vgl. Rückert, Roth. z. St.)] Roth 2640. – Pl.: aller der sunden, die ich ie getet an danchen, an worten, an werken WessobrGlBII 37; sin herze begunde wanken / von manicfalden danken, / waz er tun wolde Herb 11450; daz sie nicht durfe wanken / vor zwivelichen danken HeslApk 17352; do der herr in dangken lag HvNstAp 37; ein igelich sech sich selben an, vnd niht alleine die werk inbuͦzen, suͦnder uͦch die danken vnd die gerunge PrLpz(L) 54,21; da zu der werde schenke / Ruͦdolf sine denke / druweliche legete, / wie daz er si gedegete / [...], / der frouwen ungemude Elis 4458; GrAlex 6074.    2 ‘Wille, Absicht, Wunsch’ daz beste uf gotis danc [das sei Gottes Willen vorbehalten] Daniel 4777; vgl. auch dancwillen Adv. – sonst nur als adv. Gen. oder in adv. Präp.-Gefügen:    2.1 als adv. Gen. dankes ‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’    2.1.1 ohne Attr.: duo si danches newolten chomen, ir sculde sich ergeben, / duo was iz ime leit Gen 377; die tîefil, die danches veruîelin vnde do gezwivelôtin Spec 8,25. 63,14; is komit dicke vuele [= übele ] , / daz man dankes not besta Elmend A 733; ob diu künegîn dankes wære / mit Falerîne entrunnen, / sô daz sium wolte gunnen / ir süezer minne unerwert UvZLanz 7384; und swer ouch dankes missetuo, / daz man dem erbolgen sî Iw 2736; Wig 10460; Eracl 162. dankes oder undankes: der reht sint noch driu. / durch not erliden wir diu, / undanches ode danches [...] : / wir wurden eines geborn, / wir muozzen andirstunt vervaren, / wir muozzen drittenstunt erstan VRechte 526; swie ich gesvntet han, wizzente oder vnwizzente, danches oder vndanches Spec 3,5; ez wêre dankis oder undankis, er starb iedoch PrMd(J) 342,16; wir muͤssent zuͦ kore gon und singen und lesen, es si danckes oder undanckes Tauler 59,11    2.1.2 mit Poss.-Pron. und / oder eigen: sô daz er niene gepflac / dehein zît sînes dankes / weder âzes noch trankes UvZLanz 3685; Ägidius 916; ich enweiz warumbe si daz tuont [...] unt ir dankes wellent / die sêle versenchen Wernh 5614. wie redilîche unsir herre dar zû quam, daz er den tôt leit nicht ungerne, sundir sînis eigin dankis PrMd(J) 342,13; weme der vater den geist geit, dem git in auch der sun; dem in der sun git, dem git in auch der vater. er chuͤmet auch eigens danches PrOberalt 110,38    2.2 in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron.    2.2.1 mit âne, sunder: an iren danc viel sie dar nieder Roth 913; ich mvste an minen danc / gedenken an ir minne Herb 17653; dv hast mir gedienet ane danc [gegen meinen Willen] ReinFu K,155; wiez âne danc [ohne Absicht] geschæhe / daz du den wîn vergüzze Parz 153,30; daz er mit der frouwen ranc / nâch sînem willen ân ir danc ebd. 525,22; liet ein man bi einimi wiebisnamin an urin danc undi widir urin willin Mühlh 107,6. ich enhân niht wan ein schouwen / von ir und den gruoz, / den si teilen muoz / al der welte sunder danc MF:Mor 2: 3,8; vielet ir sunder iuwern danc? / michn triege danne mîn wân, / ir habet ez gerne getân Iw 2594; SM:Tu 6:5,3    2.2.2 mit in, bereits zum Adverb erstarrt, s. unter → endanc ; vgl. aber noch, falls hierher gehörig: Josebe wurten si [der Bäcker und der Mundschenk] bevolehen, er nelie si nieht swellen; / er gab in maz unde tranch, er dienôte in gotes danch [in Gottes Willen, wie es Gottes Wille war] Gen 1932    2.2.3 mit mit: ez geschach niht sunder danc: / ez ergie mit danke Neidh WL 31:5,7; ist es mit euerm danche / oder von schulden geschechen, / das sult ir alles verjechen HvBurg 638. 6082    2.2.4 mit über, under, wider ‘gegen’. daz geschach vber iren danc ReinFu K,1385; einer juncvrouwen si dâ pflâgen / leider über ir willen. / [...] sus wolden si über ir danc / ir willen mit ir gehabet hân Wig 2074. 2446. 3272; wider seinen willen uber seinen dankch HvBurg 2304; er muste paytten uber danck, / in daucht di zeit unmassen lanck HvNstAp 5921. daz ir da zênir werelt ieht beduûngenlîche ûntir iwern danc muͦzzit wͦffin Spec 44,19; doch kom er under ir danc / vor in ûf die burc geriten UvZLanz 1508; daz er under sînen danc / muoste widerkêren Ottok 5958; Märt 6902. 6904. daz gar wider minen dank / die untugent meret sich HvNstGZ 210    2.2.5 mit ze, stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von ‘Dankbarkeit’ (s. unter 4 ) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich; zur jüngeren Umdeutung vgl. 2DWB 6,215: – jmdm. etw. ze danke tun ‘zu jmds. Zufriedenheit, Gefallen, nach Wunsch’ er phlac ir zv danke / mit ezzen vnde mit tranke Herb 14589. 7839. 8132; ich gediene iu wol ze danke an ir Tr 7873; HvNstAp 11271; von diu sô seht hie selbe zuo, / waz ich gespreche oder getuo, / ob ich ez iu mit eide / ze danke bescheide Tr 15704; wer kan nû ze danke singen? / der ist trûric, der ist vrô: / wer kan daz zesamne bringen? Walth 110,27. – etw. ist jmdm. ze danke ‘lieb, recht, passend’ du salt hie silue wirt sin, / wandiz mir zo danke is, / daz du minis gotis [= guotes ] gerochis Roth 985; ich bin ein Vranke. / ez ist mir wol ze danke, / daz ich iuwer sprâche [Deutsch (statt Griechisch)] hân vernomen StrAmis 1636; solte mir daz leit sin? es solte mir wunderlich zuͦ dancke sin Tauler 18,10. 59,35; wær si nicht so lobeliche, / si wær ze danke an daz bette mir SM:Had 35: 4,2. dâ von muoz ich ze danke [willig, gerne] nemen / ein lôn, daz mir der meister gît Winsb 67,9; RvEWchr 17367    3 ‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl. danken 4) vor allem in den Wendungen jmdm. ~ sagen ‘ihn loben, preisen’ und habe ~ ‘sei gelobt, gepriesen’ er saget in gnâde unde danc, / daz in sô ofte wol gelanc. / swer gerne vrümeclîchen tuot, / der dem gnâdet, daz ist guot Iw 3075; die sageten im des prîses danc, / den er het aldâ bezalt Parz 45,12; dô sageter Parzivâle danc / prîses des erwarp sîn hant / an dem von Kukûmerlant: got lôn dir ebd. 156,12. si [...] sanch Magnificat. / si sagete unde sanch gote gnade unde danch AvaLJ 10,2. so singe wir zwire / alleluja, daz frosanch, wir sagen got gnade unde danch, / wir loben gotes ere mit libe unde mit sele AvaJG 29,5. swer danne jage daz beste, des sol er haben danc NibB 931,3; Gunther, ritter edele, des schuzzes habe danc ebd. 461,2; habe danc menlicher dat GrRud B 6; dîn [Reimars] sêle müeze wol gevarn, und habe dîn zunge danc Walth 83,13; ir êre ist niender kranc, / dest an ir güete schîn. / des habe ir wîplich leben danc KLD:Rub 3:3,6; hab er dank, / der lât dur got lîb unde guot! / lobes ist er wert, wer alsô tuot Boner 85,10    4 ‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn, -gabe’    4.1 allg.: nv lerne och da bye, / daz ez dir al zu danke sye, / swaz dir ieman gibet sines gutes. / danke im froliches mutes. / daz saltu tun obir lut / [...] doch in ist di gabe nicht so vergulden. / gutes willen danke mit worten, / wider gift sal man gabe warten Elmend A 486; nu sprich waz du mir biedis [...] ich wise dich uf den scaz min / des nim dir trut geselle / swe uile du willis / [...] ich ne uersume dich minis dankis nich Roth 3089; dank oder lon oder gunst oder wider als vil geton Tauler 186,9. – besonders vom Lohn für Minnedienst: dâvon râte nicht ze spâte, minne, mir, / wan ich kranke nâch ir danke: / füege, [...] daz ich vinde trôst an ir SM:Wi 3: 2,12; nûst ir danc / al ze kranc. / dest mîn klage / alle tage KLD:UvL 21: 5,9; diu liet ich ûf dem wege sanc / von mîner vrowen âne danc. / daz kom dâ von: der bote mîn / was ze verte; des moht niht sîn, / daz ichs iht sande ir bî im UvLFrd 131,30; ir lop daz wil ich trîben / gerne und dienen umbe ir danc [...] âne danc / singe ich der vil lieben diech dâ meine KLD:KvK 5:5,9.12    4.2 mit bestimmten Verben    4.2.1 ~ haben: her bat sie grozen danc haven Roth 2842; der rabe wolde nemen dan / den kese, er wandes haben danc ReinFu K,277; (iron.:) ir fürspan wart sô vertân / daz es mîn tôrheit danc sol hân Parz 270,4. habe ~ : nv habe danc ReinFu K,1667; here got nu haue danc / waz du genaden hast getan / zu mir uil sundigin man Roth 4775; der kaiser sprach: Oliuir, / uile wole getruwe ich dir. / nu habe michelen danc, / siz widere an dinen banc Rol 1322    4.2.2 jmdm. ~ sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge mit durch): des [ guoter gâchspîse ] saget er ir gnâde und danc Iw 1223; ern sagtes [ sîner helfe ] im danc noch undanc ebd. 5404; si neig in unde sagte in danc Parz 780,4; er seite ouch sîme knehte danc / des râtes und der helfe HBirne 412; lebte noch Elêne / von Kriechen, si seit im ir danc / durch sîn adellichez dœnen, daz dâ klinget hôhe enbor KvWLd 32,293. – mit Dat.d.S.: swaz wir liebis vnde meistis / uon gote uernumen vnde gescriben habin, / des muge wir allir meist danc sagen / dines selbis [Gregors des Großen] gnedicheite / unde des herren [Hieronymus] arbeite Litan 733; wie rehte tobelîche er ûz dem bluote spranc! / sîner snelheite er mohte sagen danc NibB 2050,2; ich wil des mînen ougen / sagen danc, / daz sî si vunden alsô guot MF:Wolfr 8: 6,2. – übertr.: swie harte sô in durste, der helt doch niene tranc, / ê daz der künic getrunke; des sagt er im vil bœsen danc [vergalt es ihm übel] NibB 978,4    4.2.3 ~ tuon, ‘vergelten’, iron.: er tete Daclyme danch / unde frumit manegen swertslach VAlex 1309    4.2.4 ~ vinden: ich bin beliben / alsô daher, daz ich von ir nit dankes vinde SM:Te 2: 1,6    4.2.5 ~ wizzen: got inphie daz lamp unt wesse im es michelen danch Gen 616; ich waiz im disez ezzens danc ReinFu K,487; dune darft mir wizzen keinen danc, / swaz dir mîn dienst hie zêren tuot Parz 68,4; hôhen muot ich von dir hân; / des weiz ich niemen mêre danc KLD:UvL 1: 4,2

MWB 1 1183,45; Bearbeiter: Plate

dancbære Adj. 1 ‘angenehm, lieb, willkommen’ (vgl. ze danke sîn unter danc 2.2.7 )
2 ‘dankbar’
   1 ‘angenehm, lieb, willkommen’ (vgl. ze danke sîn unter danc 2.2.7): der deme gebe, e dan her bete, / daz her dez schamin erlazen were, / sone weiz ich keine gabe so dancbere Elmend A 344; vil guͤtlich sach es [das Jesuskind] an die man [Heilige Drei Könige] , / als im vil dankbære / das alles von in wære WernhMl 3439; wie genême vnd wie lobelich im ist armer luͥte opher, dc er der armer witiwo zwen erin phenninge vil mê lobot vnd dc si im och uil danchberer wâren [als die Gaben der Reichen] PrSchw(St) 3,181; hætist dich gesetzt ûf tugent: / sô möcht dîn bet got dankber wesen, / und möchtist an der sêl genesen Boner 22,43; dankber vnd loblich Gnadenl 1,43; KvHelmsd 4184    2 ‘dankbar’ nu sich sailiger mensch, wie reht danchber unser herre ist, vnd wie genême vnd wie lobelich im ist armer luͥte opher, dc er [...] [weiter oben unter 1 ] PrSchw(St) 3,178; hete iz ein engel getân oder ein mensche, wir solden is gar dancbêre sin; aber wan iz Kristus selber getân hât, sô enkunne wir ime nummer volledanken HvFritzlHl 119,29; daz ich dankber sie dem grundlosen guͦt, daz du mir armen verlornen sele hast getan Seuse 215,14

MWB 1 1186,60; Bearbeiter: Plate

dancbære stF. ‘Dankbarkeit’ vehti dich an hoffart, daz vertrip mit demuͦt; vehti dich an trakait, daz vertrip mit dankbaͤri PrGeorg 241,3 u.ö.; ez ist ein frâge, wenne got würke in dem menschen âne hindernüsse? [...] daz geschiht, swenne er liep unde leit in einer dancbêri von gote enpfât. eyâ, sagent mir: sol ez in éiner dancbêrkeit enpfangen werden oder in ieglîcher dancbêrkeit? Eckh (Pf) 649,16; PrWack 51,6; RvBib 96,7

MWB 1 1187,20; Bearbeiter: Plate

dancbærkeit stF. ‘Dankbarkeit’ wan vruhtbærkeit der gâbe daz ist aleine dankbærkeit der [für die] gabe, und dâ ist der geist ein wîp in der widerbernden dankbærkeit, dâ er gote widergebirt Jêsum in daz veterlîche herze Eckh 1:27,7; hie mitte so danken wir gotte aller siner milten gaben, die er úns ie gegab [...] sus sin wir aber mit gotte vereinet in [...] demuͤtiger dankberkeit Mechth 7: 7,14 u.ö.; kinder, dannan ab sin wir gotte als usgenomen grosse minne schuldig und ein als grosse dankberkeit Tauler 285,17 u.ö.; und denne so sah er uf ze gote in grosser dankberkeit, und zerfloss im sin herze in dem goͤtlichen lobe Seuse 74,9. 487,1; Eckh (Pf) 643,34. 649,17; Gnadenl 1,45; RvBib 38,22

MWB 1 1187,29; Bearbeiter: Plate

dancbærlich Adj., Adv. ‘dankbar’ nement dancbærlîchen gruoz: / iur hant daz wol ervohten hât Virg 829,12; daz ein solichiu dancbêrlîchiu vröude in mir ûf stât, diu sich kûme in mir enhaltet Eckh (Pf) 665,14. iuwer gedanke die sîn bekant bî gote dankbærlîche oder vlêhelîche [sei es in Danksagung oder in flehentlicher Bitte] Eckh 2:160,3. 2:169,1; als wir hie únsere pine dankberlich enpfahen und gedulteklich liden Mechth 7: 32,10; wie dankberlich dú dirne den herren umbfiengi, wie trutlich si in minneti Seuse 376,12; dankberlicher ebd. 281,22

MWB 1 1187,44; Bearbeiter: Plate

danclîchen, denclich Adv. ‘dankbar’ diu botschaft dûhte im gût / und diu gebe êrsam. / danklîchen her si nam / alsez michel reht was En 3922; du stirbes und lebes nicht [...] ab tu nicht buzes / und gote denclich gruzes HistAE 3636 (vgl. 3629: daz er des gote nicht zu danc/ machte keinen lobesanc)

MWB 1 1187,56; Bearbeiter: Plate