d – dalmut dam – dancsagen dancwillen – dannen von dannen vür – dæren dâ(r)/ da(r) enbinnen – dâ(r)/ da(r) obe darre – dast dâte – deckeschûr deckevël – dëhsen dëhsîsen – denclîche dencliute – derpkuoche derpteic – diadrogant dîâken – diehter diehterîde – dienestbære dienestbærecheit – dienestman|erbe dienestmanguot – 2diep diep- – diernkint diernlach – dilde dille – dincphliht dincphlihte – dingelîn, dingel 1dingen – dirhalp dirre – distelîn distelsâme – diupe (?) diupguot, diubsguot (?) – dôfheit dôgen, dougen – donerec donergebirge – dorferlêhen dorfgebûwære – dorfschaft dorfsmit – dorneht dorneht – dörperdiet dörperecheit – dôʒen drabeknëht – drangen drangest – drî drîancasîne – drîgesæʒe drîgevar – dringen drî|nisse – drittelhof drittestunt – drîzëhen drîzëhenære – druc drûch – drüʒʒelstôʒ du, dû – dumme dumpfe – duns dünsel – durchbittern durchbitzen – durchdœnen durchdrengen – durchgerne durchgesiht – durchgründen durchgrunthaftec – durchkifen durchkiusche – durchlësen durchlestern – durchlûʒen durchmâlen – 1durchrecken 2durchrecken – durchsaffen durchsagen – durchschrecken durchschrenzen – durchslac durchslahen – durchsprëchen durchspreiten – durchswingen durchtân – durchverwen durchvieren, durchwieren – durchvrô durchvrœnen – durchweichen durchweidec – durchziln durchzimbern – dûrliche durlinc – durstebërnde durstec – düʒʒec
|
dahsloch
stN.
‘Dachsbau’
zv siner bvrc er [Fuchs Reinhart] do
reit, / daz was ein schonez dachsloch, / dar vlvhet sin geslechte noch
ReinFu
K,1165
MWB 1 1180,59; Bearbeiter: Tao
dâht
stF.
‘das Denken, Gedanke’
des ist mîn dâht vil manecvalt, / wie ich wider verdiene ir minne
UvTürhTr
1774
MWB 1 1180,62; Bearbeiter: Tao
dæhtec
Adj.
‘nachdenklich, besonnen’
melancolicus / hat vil tadel. adel / doch ich sagen muß / von
im: er ist dechtig unde wise Mügeln
332,4
MWB 1 1181,1; Bearbeiter: Tao
dalmaticâ
stF. , dalmanke
swF.
auch dalmadia.
‘Dalmatika’
– als liturgisches Gewand:
dalmatica: dalmadia SummHeinr
2:11,259;
wenne er [d.i. dyacon
]
die dalmaticam treit Lucid
93,6;
die leitern [Vertikalstreifen
(clavi)] , die an der dalmatica sint ebd.
93,8.
93,10;
colobium hiez ein gewant / daz man ê zer messe truoc, / daz dûhte in widerzæme
gnuoc, / wand ez der arme dahte niht. / dâ von gebôt er [Papst
Silvester] , [...] daz vür daz wandelbære
kleit, / würde ein anderz an geleit, / daz ist genant dalmaticâ; / ez wirt ze Rôme
und anderswâ / vor gotes alter noch getragen KvWSilv
627;
[Die Reliquie, die die rîchen liute vom hl. Gregorius
bekamen und anfangs als nicht wertvoll verschmähten, war] ein
dalmanken stucke [...]: / Iohannis ewangeliste, / der hete
sie vor des getragen Pass III
208,86.
– als weltliches, festliches Gewand:
und einer rîchen frowen gewant, / [...]. / ez was
vile lobesam: / ein pheller dalmaticâ. / in hete diu kunegin Êcubâ / ane, sô si die
krône trûch En
793
MWB 1 1181,4; Bearbeiter: Tao
dalmut
stM.
→
talmut
MWB 1 1181,25;
dam
stM. oder stN.
‘Verdammnis’ (?):
[der böse Priester] irhing sich an ein seil: / allen
sinen volgern sit / enpoten hat er al da mit / immer werndes dammes strik
TvKulm
3877
MWB 1 1181,26; Bearbeiter: Tao
dâme, damme
swM.
aus lat. dāma, damma (Kluge, S. 178).
– Bezeichnung für rehartige Tiere ‘Damhirsch; Hirschkalb;
Reh’ u.ä.:
damma, dammula: hintcalb, damo SummHeinr
2:258,110;
so snel [...] alse Asael, der mit
sinem loufe die damen [
caprea, vgl. II Sm 2,18 und Hamm,
Lucid., S. 525] fúr lief Lucid
146,12;
von den dammen [Überschrift] .
damula ist ain tier, daz möht man ze däutsch haizen ain scheuhhant, dâ von, daz ez
von der hant fleucht. [...] die dammen sint unstreithaft.
[...] daz tier lauft in Engellant und ist niht vil
anders an der grœze und an der gestalt danne ain rêch BdN
133,2
MWB 1 1181,30; Bearbeiter: Tao
dâmeltier
stN.
‘Damhirsch; Reh; Ziege’ u.ä. (vgl. dâme):
dammula: damiltier, quod de manu fugiat SummHeinr
1:142,382;
damula: dameltier oder wilde geis VocClos
Da20
MWB 1 1181,43; Bearbeiter: Tao
damnen
swV.
‘(jmdn.) verurteilen, verdammen’
got wil die werlt uz sundern / und wil sine irkornen / uz den
vorlornen / mit rechten urteilen kiesen / und die selben sich vorliesen, / mit
rechten urteilen damnen HeslApk
19549.
10776;
got dampnet recht und redelich, / alleyn der vertumte nicht
se / nach [= noch
] dunke daz im recht gesche
Hiob
4110;
daz du [Hiob] in [den
Gerechten] dampnes durch dyn swil [vgl. Iob
34,17]
ebd.
12840
MWB 1 1181,47; Bearbeiter: Tao
damnisse
stF.
1
‘Verdammnis’
2
‘Unheil, Verhängnis’
1
‘Verdammnis’
diser vier tugende gebot / entwanten in die geiste, / des
gestatte der meiste [Gott] / durch vorsuchen der irkornen
/ und durch damnis der vorlornen HeslApk
12442;
daz wazzer, dâ vil maniger [Ungarn (als Feinde des
Christentums)] inne ertranc, / die nû diu êwic dampnüsse mit ir
dinset Loheng
2846
2
‘Unheil, Verhängnis’
Policrates [...], / den nie betrubte
damnis / und also selig was, / das gar nach sinem mute / zu gute im quamen alle ding
Mügeln
358,3
MWB 1 1181,57; Bearbeiter: Tao
damnunge
stF.
‘Verdammnis’
die israhelische diet / bewainte er vil haizze, / daz si
Abrahames gehaizze / also solten verliesen / vn̄ ewige damnunge erkiesen
Wernh
A 3292
MWB 1 1182,3; Bearbeiter: Tao
damoisêl
stM.
‘junger Adeliger’ (aus afrz. damoisel, mnl.
damoyseel):
der kvnec von Riel / der ne worte [= vuorte
]
decheinen damoysel, / sunder alliz alde lute Erz
8r,3
(vgl. Anm.z.St.; Nellmann, ZfdPh 125 (2006), S. 112-115)
MWB 1 1182,7; Bearbeiter: Gärtner
damoisêle
stF.
‘(junge) Dame’ (aus afrz. damoisele):
er hiu unde sprancte / und lie hin gân punieren, / punierende
crôieren: / ’schevalier damoysêle! [Auf! Ritter der
Dame!] / ma blunde Îsôt, ma bêle!’ Tr
9165
MWB 1 1182,12; Bearbeiter: Gärtner
dampf
stM.
1
‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’
1.1 als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen 1.2 ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw. 1.3 in med. Zusammenhang 2 übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’
1
‘Dampf, Ausdünstung, Dunst, Rauch’
1.1
als Naturerscheinung, Folge von Hitzeeinwirkung, Verbrennungsprozessen:
dû êwiger sunneschîn, [...] daz dû uns ûf zuo dir
zügest mit dîner hitze, alsô disiu sunne ûf ziuhet der erde tamph unde lûtert in
ze klârem lufte DvASchr
342,10;
wo das die luft enkan / ir süßes strouwen hin und dan, /
da sit man sunder früchte stan / oft manchen zwig von damphes art
Mügeln
197,8;
unde wirf in [Hasen] in einen
haven unde vermach den haven oben mit leime, daz der tamph ninder ouz nemeg
Barth
149,3;
die versamenunge der krúter macht diser priester und
enzúnt die und machet dannan ab einen tampf Tauler
166,22;
PrSchw
2,119;
[Feuerprobe als Gottesurteil:] sus stunt ich in dem
dampfe / wol ein halbe stunde / ane aller serde wunde Vät
8772.
8800;
daz si [die weltzugewandten
Seelen] an [= âne
] ir
willen lîden muͦzen den tampf der aller niderôsten hellegruͦbe
TrudHL
113,14;
ErzIII
6,103
(La.);
Tund
1214;
nû was der rouch und der tamph, / der dâ gie von dem âs,
/ daz in der erden verbrunnen was, / sô gar unmæzic und sô grôz, / daz
[...]
Ottok
49250.
49043
1.2
ausgehend von Menschen, Blut, Pferden, Drachen, Teufeln usw.:
ûz der platten [Glatze] im
[dem zornigen Abt] brach / und ûz dem hirne ouch /
ein tamph und ein rouch / als ûz einer kolgruoben Ottok
36045;
sin lib wart aller alse heiz, / daz ein damp unde ouch ein sweiz / durch
alle sine cleider dranc Elis
8521.
8534;
dâ wart ein strît vil herte / und ein gar engestlicher kampf, / dâ wuohs
ein griuwelicher tampf, / der von dem heizen bluote rouch KvWTroj
12270;
GTroj
2642;
dâ wart gestôzen vil manic stôz, / der tampf was von den orssen grôz
UvLFrd
88,26;
KvWTroj
3970;
GTroj
5890;
er [der Drache] vuorte mit im
an den kampf / beidiu rouch unde tampf Tr
9018.
9441;
KvWSilv
705;
[die Seele im Kampf gegen den Teufel] sal sich imme
campfe / bewaren vor deme dampfe, / daz ir des vleisches bradem / bedempfe nicht
den adem HeslApk
4908;
MügelnKranz
693
1.3
in med. Zusammenhang:
swenne di vmmacht ist uon hitze oder uon dampfe, so sal
man deme ummechtigen gebin [...]
SalArz
47,15;
ez [
wermuot
] ist
guot [...] für des hauptes siehtum, der von pœsem dunst
und von pœsem dampf kümt BdN
381,3;
wer [im Traum] sich durch enge
löcher wint / und wirt gedruckt in slafe sunder güfte, / dem mensch die ror
versperret sint / von damphes art, mit den er züt die lüfte
Mügeln
52,10
2
übertr. ‘Bedrängnis, Not, Pein’
Philippus der herre gut / leit durch got diesen camp / vnde den bitterlichen
damp / der in betwanc so daz er starb PassI/II
282,13;
Pass III
680,77;
der tuvel sere mit im ranc, / des wart dicke sine gedanc /
beweget zu der unvlat. / [...] do er geleit disen dampf /
volleclichen nun jar [...]
Vät
16732
u.ö.;
als er [der Anführer des Heeres der Laster] die
rede vol gesprach, / ein wunder grôz dô geschach: / daz her sich zuo einander krampf
/ in einem engstlîchen tampf Helbl
7,1066;
daz uff todes tampf / üch all hie wurd geben kampff
GTroj
21035;
mitt röbe und mit furie [=
fiure
] / stift der ungehüre / dem kaysser jemerlichen
tampff ebd.
3357;
zcwivils damph von in [den Gläubigen]
vortreib / warer syn Cranc
Vorr. 6.
– übertr. für ‘Askese’
mit manigerhande dampfe / derret er [der hl.
Antonius im Kampf gegen den Teufel] des vleisches gruse
Vät
834
MWB 1 1182,17; Bearbeiter: Tao
dampfe
swM.
‘Heiserkeit, Erkrankung der Luftröhre’
brancus morbus: dampho, dempho SummHeinr
2:201,03.4;
swer den dampfen habe uon einer vuchte, der sal si
[die Arznei diamargariton
] des nachtes in
dem munde haben, daz si zege vnde in in rinne SalArz
105,51;
dyacitoniten ist ein lectuarie vnde ist gut
[...] fur den husten vnde fur den damphen ebd.
108,27
MWB 1 1183,22; Bearbeiter: Tao
dampfen
swV.
s.a. dempfen.
‘rauchen, qualmen’, hier subst. in bildl. Gebrauch:
totlicher sunden dampen / blendet im der ougen liecht
Daniel
6770
MWB 1 1183,30; Bearbeiter: Tao
dampflich
Adj.
in der Verbindung dampflicher schîn als Umschreibung für
dampf
‘(erstickender) Rauch, Qualm’
von füre er [Paris] tampflichen
schin / tett in allen [den Räubern in der Höhle] unde roch
GTroj
8088
MWB 1 1183,34; Bearbeiter: Tao
damwilt
stN. oder stM.
‘Damwild’
sunst mag er vnd sein erben clains wild vnd gegaitfogeln
[
gejeit-vogele, ‘jagdbarer
Vogel’] oder andrn̄ [l.
anderez?] damwild jagen UrkCorp (WMU)
2299,20
MWB 1 1183,39; Bearbeiter: Tao
dan abe, dannen abe
Pron.-Adv.
→
dannen
Adv. und
abe
Präp.
MWB 1 1183,43;
danc
stM.
sw. nur PrLpz (L) (s. 1); Pl.
denke
Elis
4458,
denk (apok.)
GrAlex
6074.
1
‘Gedanke’ ; 2
‘Wille, Absicht, Wunsch’
2.1 als adv. Gen. dankes
‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’
2.1.1 ohne Attr. 2.1.2 mit Poss.-Pron. und / oder eigen 2.2 in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron. 2.2.1 mit âne, sunder 2.2.2 mit in , bereits zum Adverb erstarrt, s. unter →
endanc
; vgl. aber noch, falls hierher gehörig 2.2.3 mit mit 2.2.4 mit über, under, wider
‘gegen’ . 2.2.5 mit ze , stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von
‘Dankbarkeit’ (s. unter
4
) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich;
zur jüngeren Umdeutung vgl. 2 DWB 6,215 3
‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl.
danken
4 ) 4
‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn,
-gabe’
4.1 allg. 4.2 mit bestimmten Verben 4.2.1
haben 4.2.2 jmdm.
sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge
mit durch ) 4.2.3
tuon , ‘vergelten’ , iron. 4.2.4
vinden 4.2.5
wizzen
1
‘Gedanke’;
Sg.:
daz sehst jâr wart sô kranc, / daz der herr hêt mangen
danc, / wie er di liut nerte EnikWchr
6086;
wen mechte er nicht trenchen [betrunken
machen] , / so er solich lotter tranch [gemeint:
verführerische Trugbilder] / einem geit in den danch?
HvBurg
3430;
ze Alexandrie so enhabe ich keinen danc
[daran verschwende ich keinen Gedanken]
Tannh
5,11;
(hierher oder zu 2.2.5?:)
do was deme helede wal zo danche [war er
zuversichtlich (vgl. Rückert, Roth. z. St.)]
Roth
2640.
– Pl.:
aller der sunden, die ich ie getet an danchen, an worten, an werken
WessobrGlBII
37;
sin herze begunde wanken / von manicfalden danken, / waz
er tun wolde Herb
11450;
daz sie nicht durfe wanken / vor zwivelichen danken
HeslApk
17352;
do der herr in dangken lag HvNstAp
37;
ein igelich sech sich selben an, vnd niht alleine die werk
inbuͦzen, suͦnder uͦch die danken vnd die gerunge
PrLpz(L)
54,21;
da zu der werde schenke / Ruͦdolf sine denke / druweliche legete, /
wie daz er si gedegete / [...], / der frouwen ungemude
Elis
4458;
GrAlex
6074.
2
‘Wille, Absicht, Wunsch’
daz beste uf gotis danc [das sei Gottes Willen
vorbehalten]
Daniel
4777;
vgl. auch dancwillen Adv.
– sonst nur als adv. Gen. oder in adv. Präp.-Gefügen:
2.1
als adv. Gen. dankes
‘freiwillig, absichtlich, mutwillig, willkürlich’
2.1.1
ohne Attr.:
duo si danches newolten chomen, ir sculde sich
ergeben, / duo was iz ime leit Gen
377;
die tîefil, die danches veruîelin vnde do gezwivelôtin
Spec
8,25.
63,14;
is komit dicke vuele [=
übele
] , / daz man dankes not besta
Elmend
A 733;
ob diu künegîn dankes wære / mit Falerîne entrunnen,
/ sô daz sium wolte gunnen / ir süezer minne unerwert UvZLanz
7384;
und swer ouch dankes missetuo, / daz man dem erbolgen
sî Iw
2736;
Wig
10460;
Eracl
162.
–
dankes oder undankes:
der reht sint noch driu. / durch not erliden wir
diu, / undanches ode danches [...] : / wir
wurden eines geborn, / wir muozzen andirstunt vervaren, / wir muozzen
drittenstunt erstan VRechte
526;
swie ich gesvntet han, wizzente oder vnwizzente,
danches oder vndanches Spec
3,5;
ez wêre dankis oder undankis, er starb iedoch
PrMd(J)
342,16;
wir muͤssent zuͦ kore gon und
singen und lesen, es si danckes oder undanckes Tauler
59,11
2.1.2
mit Poss.-Pron. und / oder eigen:
sô daz er niene gepflac / dehein zît sînes dankes /
weder âzes noch trankes UvZLanz
3685;
Ägidius
916;
ich enweiz warumbe si daz tuont
[...] unt ir dankes wellent / die sêle
versenchen Wernh
5614.
–
wie redilîche unsir herre dar zû quam, daz er den
tôt leit nicht ungerne, sundir sînis eigin dankis PrMd(J)
342,13;
weme der vater den geist geit, dem git in auch
der sun; dem in der sun git, dem git in auch der vater. er
chuͤmet auch eigens danches PrOberalt
110,38
2.2
in Präp.-Gefügen, außer nach ze / zuo meist mit Poss.-Pron.
2.2.1
mit âne, sunder:
an iren danc viel sie dar nieder Roth
913;
ich mvste an minen danc / gedenken an ir minne
Herb
17653;
dv hast mir gedienet ane danc [gegen
meinen Willen]
ReinFu
K,155;
wiez âne danc [ohne
Absicht] geschæhe / daz du den wîn vergüzze
Parz
153,30;
daz er mit der frouwen ranc / nâch sînem willen ân ir
danc ebd.
525,22;
liet ein man bi einimi wiebisnamin an urin danc undi
widir urin willin Mühlh
107,6.
–
ich enhân niht wan ein schouwen / von ir und den
gruoz, / den si teilen muoz / al der welte sunder danc
MF:Mor
2: 3,8;
vielet ir sunder iuwern danc? / michn triege
danne mîn wân, / ir habet ez gerne getân Iw
2594;
SM:Tu
6:5,3
2.2.2
mit in, bereits zum Adverb erstarrt, s. unter →
endanc
; vgl. aber noch, falls hierher
gehörig:
Josebe wurten si [der Bäcker und der
Mundschenk] bevolehen, er nelie si nieht swellen; / er gab
in maz unde tranch, er dienôte in gotes danch [in Gottes
Willen, wie es Gottes Wille war]
Gen
1932
2.2.3
mit mit:
ez geschach niht sunder danc: / ez ergie mit danke Neidh
WL 31:5,7;
ist es mit euerm danche / oder von schulden
geschechen, / das sult ir alles verjechen HvBurg
638.
6082
2.2.4
mit über, under, wider
‘gegen’.
–
daz geschach vber iren danc ReinFu
K,1385;
einer juncvrouwen si dâ pflâgen / leider über ir
willen. / [...] sus wolden si über ir danc / ir
willen mit ir gehabet hân Wig
2074.
2446.
3272;
wider seinen willen uber seinen dankch
HvBurg
2304;
er muste paytten uber danck, / in daucht di zeit
unmassen lanck HvNstAp
5921.
–
daz ir da zênir werelt ieht beduûngenlîche ûntir
iwern danc muͦzzit wͦffin Spec
44,19;
doch kom er under ir danc / vor in ûf die burc
geriten UvZLanz
1508;
daz er under sînen danc / muoste widerkêren
Ottok
5958;
Märt
6902.
6904.
–
daz gar wider minen dank / die untugent meret sich
HvNstGZ
210
2.2.5
mit ze, stets ohne Poss.-Pron.; Verständnis i.S. von
‘Dankbarkeit’ (s. unter
4
) ist in einigen Fällen möglich, aber unwahrscheinlich;
zur jüngeren Umdeutung vgl. 2DWB 6,215:
– jmdm. etw. ze danke tun ‘zu jmds.
Zufriedenheit, Gefallen, nach Wunsch’
er phlac ir zv danke / mit ezzen vnde mit tranke
Herb
14589.
7839.
8132;
ich gediene iu wol ze danke an ir
Tr
7873;
HvNstAp
11271;
von diu sô seht hie selbe zuo, / waz ich
gespreche oder getuo, / ob ich ez iu mit eide / ze danke bescheide
Tr
15704;
wer kan nû ze danke singen? / der ist trûric, der ist vrô: / wer
kan daz zesamne bringen? Walth
110,27.
– etw. ist jmdm. ze danke
‘lieb, recht, passend’
du salt hie silue wirt sin, / wandiz mir zo danke
is, / daz du minis gotis [=
guotes
] gerochis Roth
985;
ich bin ein Vranke. / ez ist mir wol ze danke, / daz ich iuwer
sprâche [Deutsch (statt Griechisch)] hân
vernomen StrAmis
1636;
solte mir daz leit sin? es solte mir wunderlich
zuͦ dancke sin Tauler
18,10.
59,35;
wær si nicht so lobeliche, / si wær ze danke an
daz bette mir SM:Had
35: 4,2.
–
dâ von muoz ich ze danke [willig,
gerne] nemen / ein lôn, daz mir der meister gît
Winsb
67,9;
RvEWchr
17367
3
‘Anerkennung, Lob, Ruhm’ für etw. (Gen., Obj.-Satz) (vgl.
danken
4)
vor allem in den Wendungen jmdm. ~
sagen
‘ihn loben, preisen’ und habe
~
‘sei gelobt, gepriesen’
er saget in gnâde unde danc, / daz in sô ofte wol gelanc.
/ swer gerne vrümeclîchen tuot, / der dem gnâdet, daz ist guot Iw
3075;
die sageten im des prîses danc, / den er het aldâ bezalt
Parz
45,12;
dô sageter Parzivâle danc / prîses des erwarp sîn hant /
an dem von Kukûmerlant: got lôn dir ebd.
156,12.
–
si [...] sanch Magnificat. / si
sagete unde sanch gote gnade unde danch AvaLJ
10,2.
so singe wir zwire / alleluja, daz frosanch, wir sagen got
gnade unde danch, / wir loben gotes ere mit libe unde mit sele
AvaJG
29,5.
–
swer danne jage daz beste, des sol er haben danc
NibB
931,3;
Gunther, ritter edele, des schuzzes habe danc ebd.
461,2;
habe danc menlicher dat GrRud
B 6;
dîn [Reimars] sêle müeze wol gevarn, und habe
dîn zunge danc Walth
83,13;
ir êre ist niender kranc, / dest an ir güete schîn. / des habe ir wîplich
leben danc KLD:Rub
3:3,6;
hab er dank, / der lât dur got lîb unde guot! / lobes ist er wert, wer
alsô tuot Boner
85,10
4
‘Dank: Dankesbezeugung (in Worten oder Gesten), Dankbarkeit, Dankeslohn,
-gabe’
4.1
allg.:
nv lerne och da bye, / daz ez dir al zu danke sye, / swaz
dir ieman gibet sines gutes. / danke im froliches mutes. / daz saltu tun obir
lut / [...] doch in ist di gabe nicht so vergulden. /
gutes willen danke mit worten, / wider gift sal man gabe warten
Elmend
A 486;
nu sprich waz du mir biedis
[...] ich wise dich uf den scaz min / des nim dir
trut geselle / swe uile du willis / [...] ich ne
uersume dich minis dankis nich Roth
3089;
dank oder lon oder gunst oder wider als vil geton
Tauler
186,9.
– besonders vom Lohn für Minnedienst:
dâvon râte nicht ze spâte, minne, mir, / wan ich kranke
nâch ir danke: / füege, [...] daz ich vinde trôst
an ir SM:Wi
3: 2,12;
nûst ir danc / al ze kranc. / dest mîn klage / alle
tage KLD:UvL
21: 5,9;
diu liet ich ûf dem wege sanc / von mîner vrowen âne danc. / daz kom
dâ von: der bote mîn / was ze verte; des moht niht sîn, / daz ichs iht sande
ir bî im UvLFrd
131,30;
ir lop daz wil ich trîben / gerne und dienen umbe ir danc
[...] âne danc / singe ich der vil lieben diech
dâ meine KLD:KvK
5:5,9.12
4.2
mit bestimmten Verben
4.2.1
~
haben:
her bat sie grozen danc haven Roth
2842;
der rabe wolde nemen dan / den kese, er wandes haben
danc ReinFu
K,277;
(iron.:)
ir fürspan wart sô vertân / daz es mîn tôrheit danc
sol hân Parz
270,4.
–
habe ~
:
nv habe danc ReinFu
K,1667;
here got nu haue danc / waz du genaden hast getan
/ zu mir uil sundigin man Roth
4775;
der kaiser sprach: Oliuir, / uile wole getruwe ich
dir. / nu habe michelen danc, / siz widere an dinen banc
Rol
1322
4.2.2
jmdm. ~
sagen (für etw.), mit Dat.d.P. (und Gen.d.S., auch Präp.-Gefüge
mit durch):
des [
guoter
gâchspîse
] saget er ir gnâde und danc
Iw
1223;
ern sagtes [
sîner
helfe
] im danc noch undanc ebd.
5404;
si neig in unde sagte in danc Parz
780,4;
er seite ouch sîme knehte danc / des râtes und der helfe HBirne
412;
lebte noch Elêne / von Kriechen, si seit im ir danc /
durch sîn adellichez dœnen, daz dâ klinget hôhe enbor KvWLd
32,293.
– mit Dat.d.S.:
swaz wir liebis vnde meistis / uon gote uernumen
vnde gescriben habin, / des muge wir allir meist danc sagen / dines
selbis [Gregors des Großen] gnedicheite / unde
des herren [Hieronymus] arbeite
Litan
733;
wie rehte tobelîche er ûz dem bluote spranc! /
sîner snelheite er mohte sagen danc NibB
2050,2;
ich wil des mînen ougen / sagen danc, / daz sî si
vunden alsô guot MF:Wolfr
8: 6,2.
– übertr.:
swie harte sô in durste, der helt doch niene
tranc, / ê daz der künic getrunke; des sagt er im vil bœsen danc
[vergalt es ihm übel]
NibB
978,4
4.2.3
~
tuon, ‘vergelten’, iron.:
er tete Daclyme danch / unde frumit manegen swertslach
VAlex
1309
4.2.4
~
vinden:
ich bin beliben / alsô daher, daz ich von ir nit dankes
vinde SM:Te
2: 1,6
4.2.5
~
wizzen:
got inphie daz lamp unt wesse im es michelen danch
Gen
616;
ich waiz im disez ezzens danc ReinFu
K,487;
dune darft mir wizzen keinen danc, / swaz dir mîn
dienst hie zêren tuot Parz
68,4;
hôhen muot ich von dir hân; / des weiz ich niemen mêre
danc KLD:UvL
1: 4,2
MWB 1 1183,45; Bearbeiter: Plate
dancbære
Adj.
1
‘angenehm, lieb, willkommen’ (vgl. ze danke sîn
unter danc
2.2.7 ) 2
‘dankbar’
1
‘angenehm, lieb, willkommen’ (vgl. ze danke sîn
unter danc
2.2.7):
der deme gebe, e dan her bete, / daz her dez schamin erlazen
were, / sone weiz ich keine gabe so dancbere Elmend
A 344;
vil guͤtlich sach es [das
Jesuskind] an die man [Heilige Drei
Könige] , / als im vil dankbære / das alles von in wære
WernhMl
3439;
wie genême vnd wie lobelich im ist armer luͥte opher, dc er der armer
witiwo zwen erin phenninge vil mê lobot vnd dc si im och uil danchberer wâren
[als die Gaben der Reichen]
PrSchw(St)
3,181;
hætist dich gesetzt ûf tugent: / sô möcht dîn bet got dankber wesen, / und
möchtist an der sêl genesen Boner
22,43;
dankber vnd loblich Gnadenl
1,43;
KvHelmsd
4184
2
‘dankbar’
nu sich sailiger mensch, wie reht danchber unser herre ist, vnd wie genême vnd
wie lobelich im ist armer luͥte opher, dc er [...]
[weiter oben unter 1
]
PrSchw(St)
3,178;
hete iz ein engel getân oder ein mensche, wir solden is gar dancbêre sin; aber
wan iz Kristus selber getân hât, sô enkunne wir ime nummer volledanken
HvFritzlHl
119,29;
daz ich dankber sie dem grundlosen guͦt, daz du mir
armen verlornen sele hast getan Seuse
215,14
MWB 1 1186,60; Bearbeiter: Plate
dancbære
stF.
‘Dankbarkeit’
vehti dich an hoffart, daz vertrip mit demuͦt; vehti dich an trakait, daz
vertrip mit dankbaͤri PrGeorg
241,3
u.ö.;
ez ist ein frâge, wenne got würke in dem menschen âne hindernüsse?
[...] daz geschiht, swenne er liep unde leit in einer
dancbêri von gote enpfât. eyâ, sagent mir: sol ez in éiner dancbêrkeit enpfangen werden
oder in ieglîcher dancbêrkeit? Eckh (Pf)
649,16;
PrWack
51,6;
RvBib
96,7
MWB 1 1187,20; Bearbeiter: Plate
dancbærkeit
stF.
‘Dankbarkeit’
wan vruhtbærkeit der gâbe daz ist aleine dankbærkeit der [für
die] gabe, und dâ ist der geist ein wîp in der widerbernden
dankbærkeit, dâ er gote widergebirt Jêsum in daz veterlîche herze Eckh
1:27,7;
hie mitte so danken wir gotte aller siner milten gaben, die er
úns ie gegab [...] sus sin wir aber mit gotte vereinet in
[...] demuͤtiger dankberkeit Mechth
7: 7,14
u.ö.;
kinder, dannan ab sin wir gotte als usgenomen grosse minne
schuldig und ein als grosse dankberkeit Tauler
285,17
u.ö.;
und denne so sah er uf ze gote in grosser dankberkeit, und
zerfloss im sin herze in dem goͤtlichen lobe Seuse
74,9.
487,1;
Eckh (Pf)
643,34.
649,17;
Gnadenl
1,45;
RvBib
38,22
MWB 1 1187,29; Bearbeiter: Plate
dancbærlich
Adj., Adv.
‘dankbar’
nement dancbærlîchen gruoz: / iur hant daz wol ervohten hât Virg
829,12;
daz ein solichiu dancbêrlîchiu vröude in mir ûf stât, diu sich kûme in mir
enhaltet Eckh (Pf)
665,14.
–
iuwer gedanke die sîn bekant bî gote dankbærlîche oder vlêhelîche
[sei es in Danksagung oder in flehentlicher Bitte]
Eckh
2:160,3.
2:169,1;
als wir hie únsere pine dankberlich enpfahen und gedulteklich
liden Mechth
7: 32,10;
wie dankberlich dú dirne den herren umbfiengi, wie trutlich
si in minneti Seuse
376,12;
dankberlicher ebd.
281,22
MWB 1 1187,44; Bearbeiter: Plate
danclîchen, denclich
Adv.
‘dankbar’
diu botschaft dûhte im gût / und diu gebe êrsam. / danklîchen her si nam / alsez
michel reht was En
3922;
du stirbes und lebes nicht [...] ab tu nicht buzes / und
gote denclich gruzes HistAE
3636
(vgl. 3629: daz er des gote nicht zu danc/ machte keinen
lobesanc)
MWB 1 1187,56; Bearbeiter: Plate |