donergebirge
stN.
‘Feuerberg’
durch daz donr gebirge nie / was komen kainr muͦter kint WhvÖst
3924
MWB 1 1342,42; Bearbeiter: Schnell
donerklac
stM.
‘Donnerschlag’
ih habe oh gehoͥret / einen starchen tonrenchlahc OsterSpM
1,67
MWB 1 1342,45; Bearbeiter: Schnell
donerkrach
stM.
‘Donnerschlag’
darnach mit donerkrache der slac wart ungehiure, / sam do ein wilder trache uz
dem hals di flamme git mit fiure JTit
2585,1
MWB 1 1342,47; Bearbeiter: Schnell
donerlich
Adj.
‘gewaltig wie ein Donner’
mit donrelichen stimmen / da werfen sie die gimmen, / die Gotes donre sin, /
vor die bruch stinkenden swin HeslApk
15855;
mich uber gienc eins nides schate / mit donrelichen wolken ebd.
16475;
mit donrelichen trouwen ebd.
15021
MWB 1 1342,51; Bearbeiter: Schnell
donerschal
stM.
‘Donnerschlag’
vnd duͦ er [der Engel] uns wolte nahen, / do
chan uor im en tonrshal, / da von ershein da vber al / von dem blicheshoze en
vuͥr OsterSpM
2,27;
sin gebot strichit ubir al / sam der donrescal LAntichr
414
MWB 1 1342,57; Bearbeiter: Schnell
donerschûr
stM.
‘Gewitter’
sich mugen vor im hüeten / der donreschûre strâle heiz, / sît er der sternen
zal, ir namen, ir art, ir breite weiz Marner
13,47;
diere luden und der schall / verre über daz gevilde erhall / als die tonner
schurre GTroj
20567;
sin slege do erschullent reht als ein dunre schur WolfdD
474,1
MWB 1 1342,62; Bearbeiter: Schnell
donerschuʒ
stM.
‘Blitzschlag’
[die Schläge] begunde er
[Rennewart] dar so snelle legen / als ob ez wær ein
donr shoz Rennew
527;
er spielt enzwei der vînde schar / als einen boum der donerschuz
KvWPart
21693
MWB 1 1343,5; Bearbeiter: Schnell
donerslac
stM.
(vgl.
doner
)
1
‘Donner’
2 metonymisch für ‘Blitz’
3 phras. in formelhaft-intensivierenden Vergleichen 3.1 Lärm des Donners 3.2 Kraft des Blitzes
1
‘Donner’
– oft in Verbindung mit Blitz oder Hagel zur Charakterisierung von
Unwetter:
vil schiere dô gesach ich / in allen enden umbe mich / wol
tûsent tûsent blicke: / dar nâch sluoc alsô dicke / ein alsô kreftiger donerslac
/ daz ich ûf der erde gelac. / sich huop ein hagel unde ein regen
Iw
651;
in wart von starken regene we. / die donre slege waren
groz. / der blic in vnder die ougen schoz, / so daz in daz har verbran
Herb
17096;
do bete sant Vitus vnd chomen vnmazlich tonre slege vnd
plicze vnd czeruielen div apgothuͦser elliu vnd des liutes starp vil
Konr
14,106;
Pass III
117,41
2
metonymisch für ‘Blitz’
ein stein heizet cîrîon. / [...] /
der kumt mit dem dunreslage / und ist getân als iu sage: / er ist einer strâle
gelîch Volmar
427.
958;
der ougen blicke mich vil dicke mîner sinne roubent, / die vürhte ich als den
donerslac, / dem ich entwenken niene mac MF:UvG
Leich 4,27;
Anthiochius ist erschlagen. / das hatt gethan ain donerslag
HvNstAp
2283;
Kchr
15344
3
phras. in formelhaft-intensivierenden Vergleichen
3.1
Lärm des Donners:
von holze noch von rôre / wart nie gehœrt sô lûter klac, / sô drîn gesluoc
der dunreslac, / als von den scheften wart vernomen KvWTroj
33898;
ez wart nie kein donerslac / ze hœren alsô freislich StrDan
2948;
reht als ein wilder dunderslac / sîne slege erduzzen Virg
143,7.
–
ein stimme alse ein
~ :
do gehortens an den stunden / eine stimme als ein donreslac
HeslNic
3063;
ir stimme ist ein donrslac: / si schrient, daz manz
horn mac / in dem lande uber al StrKD
36,69.
–
alse ein ~ hellen/ erhellen:
der [schal] hal als ein donerslac Krone
27586;
als ein donerslac / diu tyost erhal UvLFrd
209,11.
– mit Übergang zu 3.2:
wan si diu sper zerstâchen / sô vaste daz des bruches klac / lûte
alsam ein donnerslac / der spaltet daz geböume KvWEngelh
4816
3.2
Kraft des Blitzes:
swarûf er daz swert sluoc, / dar durch fuor ez als ein donerslac
StrDan
5569;
reht als der wilde donerslac / hât troffen mich der sorgen schûr
KvWEngelh
5400.
– jmdn. slahen sam ein
~ :
die leut niht wæher sturben, / san ob si sluͤg ein doner slach
Dietr
8832
MWB 1 1343,10; Bearbeiter: Schnell
doners|tac
stM.
auch dunrestac, donderstac.
‘Donnerstag’
1 als Wochentag 2 in Datierungen 3 in den Wendungen: der grüene, guote, hôhe
‘Gründonnerstag’
1
als Wochentag:
dunresdac: feria V GlHvB
397,2;
in der wuͦchen, daz ist am sambstage, dinsttage und
donderstage WüP
84,9;
an der ersten stunden dez dunrestages richzet Jupiter. an der
ersten stunden dez fritages richzet Venus MNat
5,14;
nim daz eie daz an dem dunrstage geleget wrde vnde gip ez im
mit dem wine Ipocr
193;
Lanc
125,25;
Albrant
3,43
2
in Datierungen:
daz was an einem donerstach, / der nahist, der do gelach
Hochz
909;
in dem dritten jar an dem nechsten donrstag nach sant Gallen dult
UrkCorp (WMU)
1822,35;
ze Lucerne an dem donrstag vor der ufvart unsers herren ebd.
895,9;
WüP
9,21
3
in den Wendungen: der grüene, guote, hôhe
~
‘Gründonnerstag’
an dem palmetage zu der antiphonen âve rex sal man venien. an
dem grûneme dunrstage sô enveniet man niht StatDtOrd
123,34;
so ist er [...] in des pabstes banne, den er iarlich
kundet an dem grunen donrstage UrkCorp
879W,17;
an dem guͦten dunrstæg, do von gotes gebuͦrte waren
[...]
UrkCorp (WMU)
N704,29;
dis ist ein tag der trúwe und der seligen einunge: / der hohe
donrstag Mechth
1: 45,7
MWB 1 1343,54; Bearbeiter: Schnell
donerstein
stM.
‘Donnerstein’ (aus der verdichteten Gewitterwolke
entstanden):
von dem donrstain: ceraunus haizet donrstain. der ist gelvar
und velt ze stunden mit dem himelplatzen. man spricht auch, an welher stat der stain
sei, dâ schad kain donr noch kain himelplatzen niht BdN
441,31;
das er stelczers weis ergrain, / ob ich ymer das bewayn, / so slahe mich ein
donerstain, / nu wol mir ymmer / wert euch fromder synn Neidhc
16:10,9
MWB 1 1344,14; Bearbeiter: Schnell
donerstôʒ
stM.
‘Donnerschlag’
sî hôrte starke wüefen / und michel menege rüefen, / dar zuo einen donerstôz,
/ der wart sô unmâzen grôz / und wart alsô vreissam / daz sî nie niht vernam / daz
ime gelîch wære Tund
1193
MWB 1 1344,24; Bearbeiter: Schnell
donerstrâle
stF.
swF. KvWTroj .
‘Blitz, Blitzstrahl’
Wormeze diu stat verbran / von ainer donrestrâle
Kchr
15340;
si dûhte wie ein sternen blic / si gein den lüften fuorte, / dâ si mit kreften
ruorte / manc fiurîn donerstrâle Parz
104,1;
ein vlins von donrestrâlen / möht ich zallen mâlen / hân
erbeten, / daz im der herte entwiche ein teil MF:Wolfr
8: 3,8;
man vlôch ir zweier wâfen / als eine donrestrâlen KvWTroj
40127;
Lucid
55,18;
Exod
1876;
Himmelr
3,28
MWB 1 1344,29; Bearbeiter: Schnell
donerval
stM.
‘Donnerschlag’, hier nur in der Wendung reht alse ein
wilder
~ :
der schefte krach so laut erhal, / recht als ein wilder donderfal
Virg(St)
148,5;
es furcht den ungefugen schal, / der also kam gedossen, / recht als ein wilder
donderfal / von himel kem geschossen ebd.
578,9
MWB 1 1344,39; Bearbeiter: Schnell
donerwurz
stF.
unklar: ‘Donnerwurz’ (vgl. pulicaria dysenterica, Marzell
3,1177; Umdeutung von ‘Dürrwurz’?):
policaria: wiltwurze oder donrwurz VocBV285
3:563,66
MWB 1 1344,45; Bearbeiter: Schnell
donerzeichen
stN.
‘Donnerzeichen’
die sich lazen nicht irweichen / mit den siben donre zeichen, / des heiligen
geistes gift, / die Got kundet an der schrift [Apc 10,4]
HeslApk
15114
MWB 1 1344,49; Bearbeiter: Schnell
donre
stM.
→
doner
MWB 1 1344,53;
donren
swV.
auch dunren.
intr. ‘donnern, krachen’
dar zuo siht man regen und snê, hagel und plitzen und hœrt
man donren und her ab vallent stain mit dem donren BdN
74,28.
94,18;
do dy schare dese stymme horten, do sprochen sy, iz hette gedunret
[Io 12,29]
EvBerl
54,8;
ob es hett geduͦnret, man enkunde in der burg nit hann
gehöret Lanc
8,25;
Krone
6240.
– übertr.:
allêrste nu donrete der walt / von lanzen krache und der sper
Wh
372,12;
herr, nieman laze sich an din swigen, wan gewerlich din stilles swigen geratet
ze jungste ze einem grimmen tonren Seuse
230,6;
in siner hoen wisheit Got / donert in siner stymme hel Hiob
13839
MWB 1 1344,54; Bearbeiter: Schnell
dorf
stN.
wmd. dorp.
‘Dorf’, ländliche Siedlungsgemeinschaft, vom einzelnen Hof bis
zur großen Dorfsiedlung; lässt sich nicht immer eindeutig von der Rechtsgemeinschaft
abgrenzen (vgl. 2HRG 1,1120-1132):
in dem lande niuwen / sach man nû vaste biuwen /
[...] / dörfer stiften, acker riuten UvEtzAlex
26124;
sy quamen bernende myt vuyre, / sy enleissen huys, dorp noch schure
HagenChr(G)
966;
die herren [...] lihen in dorfer
unde lêhen EnikFb
1861;
sú [...] fuͦrten den gesellen
gevangen fúr des dorfes vogt Seuse
76,16.
139,15;
ReinFu
K,1569.
– in Abgrenzung zu burc, stat, velt u.ä.:
dorf, burg vnde stat / siner sele
[Hektors] gutes bat Herb
10451;
SAlex
4776;
fuͤrt der dunst mit im aschen und feur und verprent
doͤrfer und stet KvMSph
17,29;
BdN
113,11;
RechtssB
M12,5;
den zehent paide grosse und klain ze veld und ze dorf UrkPölt
255
(a. 1322);
allen enden uͦffe dem velde, uͦffe deme lande, in
buͦrgen, in steten unde in den dorfern UrkCorp (WMU)
2302,23;
HvNstAp
3839;
vicus [...] ponitur pro villa rurali quod vulgariter
dicitur dorf, viculus [...] vulgariter dicitur willer
VocBV324e
18;
hube, doͤrfer oder lant Warnung
2366.
– Ortschaft (im Unterschied zur Dorfflur):
ûzsewendig des graben, der umbis dorf gat UrkCorp (WMU)
N325,12.
–
‘Einzelhof, Landgut’ (in Übers. bibl. Texte für lat.
villa):
der eine chot hâti gechouffet ein dorf vile
guot [Lc 14,18] , / er muose daz bescouwen, bat sich
firsprechen Gen
2906;
er hiet ein dorf gechauffet, da muͤst er hin
PrOberalt
121,10.
122,21;
ich hân ein dorf gekoufet, ich enmac niht komen Eckh
1:337,2.
–
‘dörflicher Rechtsverband, Rechtsbezirk, Gemarkung’
ez gehort ze peilstain diu stat ze horn unt der marcht ze
polan unt ein dorf ze rorenpach EnikLB
724,11;
es sey an herscheften, puͤrigen, steten, maerkchten, fogtayen,
gerichten, chirichensaetzen, doͤrffer, weiler, [...]
wazzer, aekcher UrkEnns
6,241
(a. 1337);
von allem ierm guet, [...] iz sein dorfer, mairhof,
eckher oder welcherlai erb iz sei StRBrünn
384;
daz ich den herren von dem tutescenhus han gegeben diu kirchen ze Wineden und
diu ehafte uber daz dorph mit allem dem rehte und mit allem dem, daz dar zo horet
UrkCorp (WMU)
1184,1;
SpdtL
203,2;
OberBairLdr
136.
– die zum Dorf gehörende Dorfflur, Dorfgemarkung:
vierdhalbe hube, di gelegen sint in dem dorfe [
villa
2579A,36] ze Vrezen UrkCorp (WMU)
2579B,36;
die [Äcker] ligent in dem banne oder in der gewande
dez dorfes genant Mvnewilre ebd.
N811,25
MWB 1 1345,4; Bearbeiter: Schnell
dorfære
stM.
‘Dorfbewohner’ (s.a.
dorpære
):
den dorferen, di gar wacker / sint mit pherden uf dem acker Hiob
14583;
unseren heylant de engil virmeldetin / den hirtin uf deme velde, / nit den
greven noch den landesherren, / wande den oytmudichen
[einfachen] dorferen MynnenR
196.
– als Name:
des bitet der Sîfrit Dorfære Frauentrost
638
MWB 1 1345,55; Bearbeiter: Schnell
dorfban
stM.
‘Dorfgemarkung’
alle diese vorgeschriebene recht und gült die die vorgenante Repper hant in
dem dorfban und gericht Einsmingen globen wir für uns und unser nachkommen und erben
gutlichen lassen geniszen und volgen WeistGr
6,423
(a. 1348)
MWB 1 1345,63; Bearbeiter: Schnell
dorfbecke
swM.
‘Dorfbäcker’
H. der dorfpech UrkCorp (WMU)
2044,1
MWB 1 1346,5; Bearbeiter: Schnell
dorfbëte
stF.
‘Bitte an die Nachbarn’
‘herre, uns wer ouch feͧwers not!’ / ‘so nim, zu howe
daz betbret [Bettbrett] / und uber hebe uns dorf
bet’ ErzIII
40,64
MWB 1 1346,7; Bearbeiter: Schnell
dorfbrunne
swM.
‘Dorfbrunnen’
[er] hat iez ein sekli her us genommen und hat es in den
dorfbrunnen getan, dar umbe daz alle die, die her koment ze markte, muͤssin
sterben, alle die des brunnen trinkent Seuse
75,19
MWB 1 1346,11; Bearbeiter: Schnell
dörfelîn
stN.
auch dorfle.
Dimin. zu dorf:
bei der selben stat nahen ist ein doͤrfelin, daz
haizzet Chana PrOberalt
33,38;
ditze wenig doͤrffelin daz betuͤtet diu hilige
christenheit ebd.
7,11.
7,14;
sament giengent sú also, / und fúr die stat sú kament do, / under den Olei
berg da bi: / ze Betphaie hies ain doͤrfeli WernhMl
8384;
dar nach daz dorfle Zalazeit UrkCorp (WMU)
1294,9
MWB 1 1346,16; Bearbeiter: Schnell
dorferlêhen
stN.
‘Bauerngut’
si gab dem pawren manig pfundt /
[...], / guter dorffer lehen drey
HvNstAp
15436
MWB 1 1346,24; Bearbeiter: Schnell |