a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
alswâ
Adv.
→ alleswâ
MWB 1 173,49;
alt
Adj.
(Komp./Superl. neben elter / eltest auch alter / altest)
1 in Bezug auf das Lebensalter (von Menschen, Tieren, Pflanzen) 1.1
‘ein bestimmtes Alter habend’ , präd. mit sîn/werden , 1.2
‘ein im Verhältnis zu anderen Personen höheres Alter habend’ , 1.3
‘bejahrt, betagt’
1.4
‘erfahren, weise’ (v.a. aufgrund des hohen Lebensalters) 2
‘reif, ausgereift’ (von Obst, Käse und v.a. von Wein) 3
‘nicht mehr neu’ (von Sachen) 4 in Bezug auf Früheres oder seit langem Bestehendes 4.1
‘der Vergangenheit, einer früheren (idealisierten) Zeit angehörend’ , i.d.R. mit positiver Wertung; 4.2
‘seit langem bestehend, von altem Herkommen’ ; 4.3
‘bisherig, bisher geltend, vorausgehend, ehemalig’
4.4 im religiösen Bereich: ‘noch im früheren, nicht erneuerten Zustand’
5 in Sprichwörtern (umfassend TPMA 1,70-99); 6 feste Verbindungen in den Bezeichnungen für Gott und den Teufel 6.1
der alte der tage u.ä. für Gott 6.2
der alte vîant u.ä. für den Teufel
1
in Bezug auf das Lebensalter (von Menschen, Tieren, Pflanzen)
1.1
‘ein bestimmtes Alter habend’, präd. mit sîn/werden,
mit Gen.-Ergänzung:
daz kint wart eins jâres alt / und neizwie maneger wochen UvZLanz
98;
Wig
3763;
daz man die hanen oft beraub irr gezeugel wenn si dreier jâr alt sein BdN
197,28;
ine bin so alt der jâre niht, / so man mich grâ des hâres siht SM:Gl
2: 4,5.
– mit Akk.-Ergänzung:
duo Joseph duo alt wart ziwâre zehen unt zehenzig jâre Gen
3022;
VAlex
224;
VMos
43,7;
die voln werdent nith alter dan drú iar alt Lucid
31,13
1.2
‘ein im Verhältnis zu anderen Personen höheres Alter habend’,
im Positiv als Bestandteil von Personennamen (zur Unterscheidung von gleichnamigen Familienmitgliedern):
Wernher der alte / vnd Wernher der junge von Praitenekke UrkCorp
1016B,42;
wir Ruͦdolf von gottes gnaden der alte margraue von Baden / kúnden [...] vnsern sûnen / Hermanne / Hessen / vnde Ruͦdolfe ebd.
1053,22.
– meist im Komp. oder Superl.:
der altere [Esau] wart jagire und accherman, Jacob wonete in gezelten Gen
1072;
ob er deheine minne / vunde an der altern maget, / diu sô gar hete versaget / der jungern ir erbe Iw
7285;
sô zwêne man ein erbe nemen sullen, dâ sol der elter teilen und der junger welen SpdtL
221,9.
–
nâch ir altere si sâzzen, [...] der alteste an deme sedel hêriste, der minnist ze aller nideriste Gen
2322;
Kanlîûn, [...] daz ist der eldeste sun mîn Wh
358,16
1.3
‘bejahrt, betagt’
swenne der mennische wirt alt, / aller sin lip ist im chalt HimmlJer
77;
ein man aldir unde gris Athis
C* 105;
er hete ein schœnen alten lîp Iw
6449;
so er [Adler] alt wirdit. so suarent ime die federen JPhys
19,3;
etleich sprechent, daz der zaher [ ‘Harz’] vliez von dem gar alten mirrenpaum BdN
374,29.
– in Verbindungen mit Verben: jmdn. alt machen
‘altern lassen’, mit jmdm. alt werden:
ein kurziu naht diu machet in alt / swer bî ir solde sîn gelegen Wig
6350;
diu [
sorgen
] machent mich vil senden alt SM:Tu
6: 8,14;
KLD:Kzl
14:1,3;
ir lip der ist so wolgestalt: / swer bi ir solde werden alt, / der hat der werlte lop vil gar Tannh
4,86;
si wart bî im in freuden alt EnikWchr
18846.
–
in jmds. alten tagen
‘im Alter’
si ergazt uns mîner vrouwen lîhte in alten tagen [ ‘wenn wir alt sind’]
NibB
1170,3;
ein wunder [...] daz im in sinen alden tagen / begeinte wunderliche Vät
32270.
32698.
–
diu alten wîp, pejorativ:
daz enzimt niht helde lîp, / daz si suln schelten sam diu alten wîp NibB
2345,2;
die zornigen nâchreder und diu alten weip, diu guoten läuten ir êre verswerzent BdN
129,9;
Iw
2897.
– in der Paarformel junc und alt, die alten und diu kint u.ä. ‘alle, jedermann’
ich geloube sinen gewalt uber junge unde uber alt AvaJo
10,2;
gar diu stat, junge und alt, / swuoren im dô hulde Wig
11161.
–
alle, die da sint, / beide die alten vnd die kint ReinFu
K,1878;
si tâten manege wunden / den alten zuo den kinden UvZLanz
125.
–
ir sit iunc oder alt. ir sit prode oder balt. [...] ir sult alle here fur got gen VMos
65,18;
den alten und den jungen, / den fürsten und den hirte, / den gast mit dem wirte Eracl
2930;
er sach dâ volkes ungezalt, / kleine, grôz, junc und alt Wh
126,28.
– als festes Beiwort bei Personennamen:
Symeon der alte AvaLJ
30,1;
der alt Symeon PrOberalt
22,19
u.ö.;
Spec
37,25;
der alte Hildebrant NibB
1718,2
u.ö.;
der alte Heimrîch Wh
242,7
u.ö.
– subst.:
do hete got einen alten vil reinen gehalten, / ze helfe der magede AvaLJ
3,1;
der alte mit deme barte Rol
918;
daz tegeliche fiuer habent aller meist di alten di kalt vnde vuchte sint SalArz
72,12
1.4
‘erfahren, weise’ (v.a. aufgrund des hohen Lebensalters):
sinne und jare was er alt RvEWh
14842;
ein alt man, ein einsidel gut, / [...] durch des lere, durch des rat / sich maniger hub uf gute werc Vät
26673;
do besant ich die leuͤt von den zwain dorfern / die alten vnd die pesten UrkCorp
67,22;
Lanc
499,25.
–
ivnch was er an den iaren, alt was er mit dem heiligen erniste aller slahte tugende Spec
25,8;
der junge Filomein [...] an der kunst was er alt: / er hett synne manig valt HvNstAp
2665.
– häufig als subst. Superl.; vgl.
alteste
2
‘reif, ausgereift’ (von Obst, Käse und v.a. von Wein):
áller sláhta óbaz. níuuaz únte áltaz Will
129,1;
dér sûoze stánk án démo nîuuen óbeze. únte án démo álten wíne ebd.
123,10;
so der win i elder wirt, so i minner wazzeric unde i nuwer win i wazziger SalArz
2,16.
35,12;
ähnl.
BdN
351,18;
j elder der kese ist. j boser. j iungir i bezzer SalArz
18,38
3
‘nicht mehr neu’ (von Sachen):
ein alt gewant / und [...] ein niuwez RvEBarl
7322;
rîcher herren alte wât KLD:Kzl
16: 12,13;
swenne der mantel ist alt, so ist er oͮch kalt Mechth
6: 21,23.
–
do nam der gotes holde / einen alten corp in die hant Vät
19637;
alt hart gerstenbrot ebd.
36087;
sô der habich sein alt federn wirft BdN
170,1;
sege ab den aldin czwik vor der nvgin rynde Pelzb
121,10;
ein alt weg ungebant Lanc
397,16
4
in Bezug auf Früheres oder seit langem Bestehendes
4.1
‘der Vergangenheit, einer früheren (idealisierten) Zeit angehörend’, i.d.R. mit positiver Wertung;
alte zît / tage:
die tage die von den alten ziten unde nu geschriben sint in unsern kalendenern MNat
15,24;
ein wîse man / hie vor bî alten zîten sprach UvZLanz
3;
hie vor in alten tagen RvEBarl
13080.
–
alte mære / buoche:
uns ist in alten mæren wunders vil geseit NibB
1,1;
wir lesen ein altez mære KvHeimHinv
323;
wir lesen an den alden bûchen StatDtOrd
23,15;
Eracl
4508;
Lanc
620,12.
–
die alten meister / wîsen:
dannen ist uns ouch [...] in chriechisker zungen / diche von den alten buochmeisteren vore gesungen Himmelr
4,26;
iedoch sprechent etleich alt maister BdN
64,26
u.ö.;
Mügeln
242,10;
als die alten weisen sagent BdN
264,31;
Mügeln
41,8.
–
die alten veter
(auch als Kompos.; vgl. altvater):
die alten vater din [Maria] e / wunschten und die wissagen MarseqS
20;
daz si nah der alten veter strenger wise iren lip oh mit grosser kestgung soͤlti uͤben Seuse
107,3
u.ö.;
und hât gevolgt [...] dem puoch, daz haizt der alten väter sag und haizt ze latein veterum narracio BdN
494,16.
– subst., im Pl.:
‘Menschen der Antike, alte Autoritäten’
wan die alten krœnten die streiter und die vechter dâ mit [mit Lorbeer]
BdN
327,9
u.ö.;
di alde gehellent dar an das ein iclich dinc an im habe werme, kelde, vuchte vnde trucken SalArz
6,28.
–
‘Vorfahren’ (häufig als Komp.; vgl. altern):
drie topfe hete si goldes vol, / die gesamt heten wol / ir alden vor den iaren Pass III
156,21
4.2
‘seit langem bestehend, von altem Herkommen’;
von Städten:
Triere was ein burg alt ─ / si cierti Rômêre gewalt Anno
30,17;
Tispê / von der alten Bâbilône Tr
3617;
ze Heimburc der alten si wâren über naht NibB
1376,1.
– von Sitten, Gebräuchen, Verhaltensweisen (oft pejorativ):
vnde verbranten sie [die Toten] dar mite / nach dem alden site Herb
9198;
do erzeicte aber Keiî / sîn alte gewonheit Iw
109;
Wig
202;
RvEBarl
2696;
die menschen, die ir alt pœs gewonhait [...] niht lâzen wellent BdN
202,21.
– von rechtlichen Festsetzungen:
unsi alde recht an corni Mühlh
152,13;
daz wir behalten vnd bestæten altez reht vnd gut alt gewonhait UrkCorp
2345,48;
daz vnser herren di bischoͤf vnd elliv pfafheit ir alt freiheit vnd ir reht haben ebd.
475A,34;
WüP
83,2.
– von Krankheiten: ‘chronisch’
dez magen alde sichtagen Macer
82,3;
di nezzele mit wine genuzzet [...] vurtribet den alden husten ebd.
4,3
u.ö.;
si ist gut fur den alden houbt ween SalArz
101,9
u.ö.
–
vrische unde alde wunde Macer
50,1
4.3
‘bisherig, bisher geltend, vorausgehend, ehemalig’
sîn altiu herzeriuwe / diu wart aber dô niuwe Tr
18967;
da wart der alde nit / vnde die alde ruwe / so vnsamfte nvwe Herb
4298;
hie mvz ich dise rede lan / vnde griffen an die alde ebd.
16916.
–
Rainwarten den alten amman, Sifrid Perwigen den niwen amman UrkCorp
2946,39;
alle unser burger, die des altin und des nuen ratz sint WüP
9,17.
–
der mvncemeister vnd die husgenozin soln zv wechsile sitzin mit nvwin phenningen vnde nicht mit aldin UrkCorp
1161A,5.
–
also [...] gat ein alt iar us, ein nuwes an MNat
7,19.
–
alte vastnaht ( ‘Sonntag Invocavit’, der in früherer Zeit geltende Termin der Fastnacht; vgl.
vastnaht
):
in dem manode marcio an dem næhsten fritage vor der altun vahstnaht UrkCorp
3250,34
4.4
im religiösen Bereich: ‘noch im früheren, nicht erneuerten Zustand’
v.a. in Bezug auf das Alte Testament und den alten Menschen (als Gegensatz zu dem neuen, erlösten Menschen);
alte ê
‘altes Gesetz, alter Bund’
bézzer ist dîu mûoterlîche sûoze mînes euangelii [...] dánne der álton êuuon asperitas Will
65,4;
wir schulen die alten e verberen / unde schulen die niwen bewaren Hochz
99;
Lucid
115,6
u.ö.;
alleine dú alte e vervinstert was mit manigen grossen súnden Mechth
5: 23,122.
–
alte urkunde
‘altes Testament’ (und dessen Schriften):
underschidung [...] zwischen der schrift des alten urchuͤndes und des newen PrOberalt
37,23
u.ö.;
die cristenheit mit manigerhande lere gezieret ist dez alten vnde dez nuwen urkúndes Lucid
86,3
u.ö.
–
den alten namen legite wir da hine, / von der touffe [Christi im Jordan] wurte wir alle gotes chint VEzzo
205.
–
alter mensche:
von div ist uns nôtdûrft, [...] daz si [...] ziehin ab den altin man [...] unde leigin an den niwen man Spec
17,9;
daz unser alter mensch gechrutzt sei, daz die suͤnde an uns zestoͤret sei PrOberalt
72,8
u.ö.;
Vateruns
149.
227;
PsM
H 35,7;
Eckh
5:109,16
5
in Sprichwörtern (umfassend TPMA 1,70-99);
Alte sind böse:
als man spricht in einem bispele: ie elder ie erger PrLpz
15,10;
die alten sprechent: ‘je elter, ie erger’, / die jungen sprechent: ‘je rîcher, ie kerger’ Renner
10697;
ie elter, ie boͤser. man vindet vil me, die sich boͤsrent, denn die sich besrent Seuse
380,22
(ähnl.
ebd.
445,18
)
– Alte, die sich jugendlich gebärden, sind lächerlich:
niuwiu blech in alten pfannen / sint tumme site an alten mannen, / unlustic mâl an jungen lîben / sint œde gebêrde [ ‘närrisches Benehmen’] an alten wîben Renner
23467.
– Alte soll man ehren:
des jungen lop sich mêret, / so er den alten êret Freid
52,10.
– Wie die Alten, so die Jungen:
die jungen lernent gerne bî den alten Renner
14821.
– Ein alter Mann und eine junge Frau passen nicht zusammen:
unde dâ gar junge frouwen alte man nement, daz gerætet eht selten wol PrBerth
1:321,5.
– zu weiteren Sprichwörtern und Redewendungen
vgl. Freid
51,13-52,17 und Renner
23037-23090
6
feste Verbindungen in den Bezeichnungen für Gott und den Teufel
6.1
der alte der tage u.ä. für Gott:
der alt der tage [
antiquus dierum; vgl. Anm.z.St.] daz ist der ewig vater, der sinen sun in diz werlt sant PrOberalt
109,24;
do der alde der tage / sich virjungete Vät
22660;
biz der tage aldir [
antiquus dierum Dn 7,22
] quam / richtende Daniel
5891.
5831.
–
der alte, / der mich [
abgot Apoll
] mit gewalte / von dem himelrîche stiez Georg
3403.
3413;
der eltist ebd.
3395;
für uns in not / den sun der alde grise bot Mügeln
347,15
u.ö.; vgl. auch
der alde got Roth
4409
6.2
der alte vîant u.ä. für den Teufel :
der alte uiant, der leidige tieuel, der uon himele uertriben wart Spec
111,29;
der unser alte viant / der wert uns daz selbe lant [das Paradies]
VEzzo
363;
Himmelr
7,4;
Konr
11,13;
dô si [Adam und Eva] dîn gebot versmâhten durch des alten vîendes rât KvHeimHinv
907;
KvHeimUrst
1703;
Vät
567.
18956.
–
des alten wuotriches lant VEzzo
344;
dem alten valande, / dem unserem viande Hochz
154;
der alte widerwarte Himmelr
12,6;
der viant / der alde hellewarte PassI/II
23,18;
der alte sathanas Vät
15863;
der rote trache, / unser alde widersache HeslApk
17268
u.ö.
MWB 1 173,50; Bearbeiter: Hoffmann
alt
stSubst.
ein Maß (oder alt-mæzec Adj. ‘dem alten Maß entsprechend’? vgl. DRW 1,533):
ovch sol ein melcheimer gemachet sin mit der mulchen, as sie von der kuͦ gemulchen wirt, die sol man erwellen vnd dik machen [...] vnd sol ein vi altmessigen kübel [Kübel, der einem Volumen von 6 alt entspricht?] füllen WeistGr
1,4
MWB 1 177,31; Bearbeiter: Tao
al|tac
Adv.
(vgl. al
2.1.3) ‘jeden Tag, täglich’
er wolt nâch irer huld / vil gern ringen altac EnikWchr
A II,533;
aber dem mit suͤnten wol / taegleich ist, der mert sein schuld / und get hin von gotz huld / all tag Teichn
391,55.
391,45
MWB 1 177,38; Bearbeiter: Tao
al|tagelich
Adj., Adv.
‘täglich’
mahtu den gelouben din / úns mit bewárd machen schin, / den du so gar aygenlich / hie prediest all tágenlich? SHort
10638.
– hierher?
dînen vater und dîn muoter [Ortnits Eltern] diu hôrte ich [Alberich] sêre biten / nâch alteclîchem [möglicherweise auch als altec-lich anzusetzen; vgl. Laa. altleichem, irem alten
] orden in trûriclîchen siten, / daz in got bescherte ein kleinez kindelîn OrtnAW
169,2
MWB 1 177,43; Bearbeiter: Tao
altære, altâre, alter
stM.
(stN. nur Ägidius
1211)
Von lat. altare.
– Gewöhnlich altâr(e) und (etw. häufiger) álter; selten altær(e), vereinzelt umgelautetes elter; weitere Formen WMU 1,70.
1 außer- und vorchristlicher (Opfer-)Altar 1.1
‘jüdischer Opferaltar’ (auf dem Tieropfer dargebracht werden) 1.2
‘heidnische Kult- und Opferstätte’
2
‘Altar in der christlichen Kirche’
2.1 als Stätte der Eucharistiefeier 2.2 mit näherer Bestimmung 2.3 verbale Wendungen 3 (als pars pro toto für) ‘Kirche, kirchliche Institution’ (als Empfänger von Abgaben und Stiftungen; häufig in Urkunden, vgl. WMU 1,71) 4 übertr. für das Herz als Altar
1
außer- und vorchristlicher (Opfer-)Altar
1.1
‘jüdischer Opferaltar’ (auf dem Tieropfer dargebracht werden):
eines oppheres si gedahten. got si daz prahten. uf steinen altaren. daz hiz holocavstum VMos
47,1;
ze vzzerest uor der ture stuͦnt. ein alter erin unde guͦt. da oppherote man dicche. pharre unde bocche. ramme unde widere ebd.
57,11;
EnikWchr
2777;
WernhMl
167;
Tauler
164,10.
–
hirumme brengistu dyne gabe czu dem altere unde gedenkist daz dyn brudir icht wedir dich hat, laz dyn oppfer vor dem altere unde gank alrest unde vorsune dich mit dyme brudere EvBerl
110,21;
EvAug
8,19.
57,10.
–
einen ~ bûwen/machen/würken:
si namen sinewelle steine. ir altare si worhten VMos
67,29;
do machete einin alter Gote / Noe der seldin riche / und brahte demuͤtcliche / Gote sin reinis opfir hie RvEWchr
840
u.ö.;
EnikWchr
2773;
ein altar / er [Josue] buwete den grebern bi HistAE
1282
1.2
‘heidnische Kult- und Opferstätte’
von silber drinne [in der transportablen kapelle des Darius] ein alter was / dar ob man sanc unde las / ze dieneste gar sînen gotn RvEAlex
5377;
der edele und der guote [Paris] / brâht ûf des tempels alter / mit zühte manicvalter / sîn opher dâ vil schône KvWTroj
19551;
dorno so ist do eyn wygerouchis vas bereyt [...], das stet uf eyme altir und do ist geschrebin der name des grozen chaam MarcoPolo
23,17
2
‘Altar in der christlichen Kirche’
2.1
als Stätte der Eucharistiefeier:
der hêren minne sacrament, / daz man alle tage handelt, / sô man ûf dem alter wandelt / sînen lîchnam und sîn bluot, / dâ man der messe amt tuot LvRegSyon
3126;
swenn auch wir daz brot da ze dem alter und den wein auz dem chelich von des ewartes hant enpfahen PrOberalt
79,23;
Gen
733;
so manic oblat uf dem alter vor dem prister lit / der sines amptes rechte phlit, / also dicke wirt daz brot / zu gotes lichnamen vor unser not ErzIII
82,135;
Parad
31,12
2.2
mit näherer Bestimmung:
der hôhe ~
‘Hoch-, Hauptaltar’
ob dem hôhen altar Ottok
23661;
her vurte in [einen Leichnam der 11000 Jungfrauen] heim und satzte in in einen hulzerînen schrîn ûffe den hôhen altâr HvFritzlHl
224,25.
–
der vrône ~
‘Altar des Herrn (Hochaltar)’ (vgl.
vrônalter
):
vfe dem fronen altaͤre [
in mensa altaris Christi
]
Albert
132;
in dem chore / vor dem vrone altare Hochz
368;
gen ze dinem tiske [...] unde zedinem vroneme altare LambGeb
A 11;
ze Kölen ûf dem alter vrôn Loheng
6744;
HlReg
36,9.
–
Benennung nach den Titularheiligen:
únser froͮwen alter Mechth
2: 4,16;
ûffe sente Nicolâi altêre PrMd(J)
347,34;
sanct Margareten alter UrkCorp
1701,18;
Ottok
28334.
–
si gie [...] in daz múnster, da dú abloͤsung [Kreuzabnahme] mit geschniten bilden uf einen alter stat Seuse
143,2.
50,25
2.3
verbale Wendungen:
einen ~ wîhen (Konsekration des Altars durch einen Bischof; vgl.
alterwîhe
):
hivte wirt daz heilige ôle gewihet, da mit altâre, kunige, ewarten gewihet werdint Spec
49,15;
den selben alter het er / mit sîn selbes munde / gewîchet zuo der stunde, / dô er sant Virgilin erhuop Ottok
38351.
28346;
ob der krippe wart dârnâ / ein alter gewîhet dâ / und ein kirch vil hêre / in sant Franzisken êre LvRegFr
3167.
–
obe dem ~ stên/wesen
‘am Altar stehen’ (vom Priester beim Gottesdienst):
so der briester ob dem alter stet [...]
VMos
42,4;
daz ez alliz geistlich sie, daz der preister ob dem alter gesprichet Lucid
95,2;
swie groze sunde er bege, / die wile er ob dem alter ste, / die wile si er vil reine StrKD
107,64.
107,92;
Spec
106,22;
Kchr
15533;
RvEWchr
6735;
EnikWchr
22560.
26319;
Seuse
47,6;
BdN
431,22.
–
vor dem ~ stên/knien/ligen (vom Gläubigen beim Gebet):
na meti stuͦnd er vor dem alter uf blossem stein unz ze tage Seuse
47,9;
sy knúwet och ainest vor dem altar Stagel
32,15.
107,28;
Manasses frauw und ir nifftel lagen in dem múnster vor eim altare und baten unsern herren gott das ir ritter gesigt Lanc
415,23;
Wig
4392.
–
jmdn. vür den ~ legen/begraben/bestaten
‘jmdn. in der Nähe des Altars begraben’
der pabest [...] bat die tempelherren [...], daz si di reinen juncvrowen in di kirchen wur den altare begruben mit lobe und mit sange und mit grozer wirdekeite HlReg
84,37;
si bestatten in mit êren / für sant Virgilin alter Ottok
38350;
vnd ob erz begernde ist an sinem tode, daz man in vûr den alter legin sol UrkCorp
139,32.
–
jmdn. (König, Bischof) ûf den ~ setzen (sog. Altarsetzung nach der Wahl):
den [König Wenzel] nâmen si zehant / und sazten in ûf ein alter Ottok
80120;
sus wart er [der neugewählte Bischof von Köln] in des tuomes kôr gevüeret / und gesazt ûf den alter vrôn Loheng
3254.
–
ûf/ze dem ~ swern/geloben
‘einen Eid auf den Altar ablegen’
sô swûre er ce sente Nicolâi altêre, daz er ime sîn gût alliz virgoldin hete unt iz ime an sîne hant hete gegebin PrMd(J)
348,14;
daz hab auch wier gelobt mit gantzen trewen auf dem alter vnser vroͮwen datz Chrems in Raidenhaslacher hof UrkCorp
3310,1
3
(als pars pro toto für) ‘Kirche, kirchliche Institution’ (als Empfänger von Abgaben und Stiftungen; häufig in Urkunden, vgl. WMU 1,71):
die cins livte, di vf den altær horent ze Vihtpach, die gebint drie vnde zweinzic mvtt habern UrbBayÄ
788;
von den livten, die zinsbær sint vf den alteͣr sant Michels ze Gamertingen UrkCorp
3410,27;
daz ich auf vnser frowen alter hintz Alderspach han gegeben ze rehtem selgeræt ein vogtaie ebd.
2193,8.
– im Sprichwort (nach I Cor 9,13; vgl. TPMA 1,99f.):
der dem alter dienet, der sol des alters leben Tauler
261,25
4
übertr. für das Herz als Altar:
[
ez
] ist dem mentschen gebotten daz únsers herren gnade in dem alter sins herzen brinne PrGeorg
98,2;
din [Marias] herze is de elter reine, / geziͤrt bit gold ind bit gesteine MarlbRh
12,31
MWB 1 177,52; Bearbeiter: Hoffmann
altbachen
Part.-Adj.
‘bereits vor einiger Zeit gebacken’
deweder mit altbachem noch mit núbachem brot StRÜberl
26
MWB 1 179,45; Bearbeiter: Tao
altbærec
Adj.
‘vollkommen, reif’
es sol die chünigin weschaiden sein mit funf tügenten. des ersten mit syten altpärich [
maturus
] vnd volkomen, nit pald, vnd schämig Schachzb
37,24
(vgl.
alt gepärd [
maturitas
] an siten ebd.
97,87 )
MWB 1 179,48; Bearbeiter: Tao
altbecher
stM.
ein Maß:
xvi fund vnd zwen altbecher saltzes WeistGr
1,4
MWB 1 179,53; Bearbeiter: Tao
altbüeʒer
stM.
‘Flickschuster’
nu saz ein altbuzer da bi / zv dem [...] sprach er guter man / ne [nähe] mir wider minen schuch PassI/II
327,21;
uff die rechte handt sag ich sitzen / einen altbuͤsser und wiedermacher / alder socken und alder kleyder Pilgerf
6494
u.ö.;
ez ist auh der rintschuhster reht, daz alle alpuzzer mit in heben unde legen [dieselben Ordnungen halten] suln StRAugsb
45,1
MWB 1 179,55; Bearbeiter: Tao
alte
swM.
‘Läufer’ (im Schachspiel; aus arab. al fīl
‘Elefant’, pseudoetymol. an alt angeschlossen, vgl. 2DWB 2, 585):
einen alten er da uff gehup, / vil gerne er den unrecht vor die kunigin slug SalMor
241,1;
die alden sind von erst gestalt auf dem schachtzabel als die richter mit ainem offen püech vor den augen Schachzb
43,1;
PfzdHech
209,2.
– bildl.:
die frowen [Amazonen] folgeten in nach / vnde taten in einen schach, / [...] sie waren vil nach worden mat. / da mochte der vuzgenge / genesen niht die lenge. / sich enkvnden die alden / nieren behalden Herb
14563;
ich hân den künec al eine noch, / unt weder ritter noch daz roch: / mich stiuret niht sîn alte noch sîn vende RvZw
150,12;
disiu werlt ist als ein goukeltabel, / wenne si hât als ein schâchzabel / künige und dar zuo künigîn, / roch, ritter, alten, vendelîn Renner
22544
MWB 1 179,63; Bearbeiter: Tao
altecheit
stF.
‘hohes Alter’
unde unze in die alticheit unde daz alter [
usque in senectam et senium
] got nihne uerlazzes du mih PsWindb
70,18
MWB 1 180,16; Bearbeiter: Tao
altec|lich
Adj.
→ al|tagelich Adj. Adv.
MWB 1 180,19;
alteigen
stN.
‘abgabenfreies Grundstück, Erbgut’
selgut und alteigen DRW
1,525
(Hanauer, Const d’Alsace; a.1240)
MWB 1 180,20; Bearbeiter: Tao
alteltern
sw.Pl.
‘Großeltern, Vorfahren’
auch sol ein mensch lieb haben ze vordrest ander laͤuten dienen all den, von den die eltern choͤmen sind, vnd die von den alt eltern choͤmen sind RechtssA
E90,21
MWB 1 180,23; Bearbeiter: Tao
alten, elten
swV.
1 intr. 1.1
‘altern, Zeichen eines Alterungsprozesses zeigen, abnehmen, verfallen’
1.1.1 bei Lebewesen 1.1.2 mit sachl. Subj. 1.2
‘sein Leben (in einer bestimmten Art und Weise) verbringen’ , 1.3
‘(älter werden), aufwachsen’
2 tr. (meist elten ) 2.1 mit sachl. Subj.: ‘jmdn. alt machen, altern lassen’
2.2 mit persönl. Subj.
1
intr.
1.1
‘altern, Zeichen eines Alterungsprozesses zeigen, abnehmen, verfallen’
1.1.1
bei Lebewesen:
Ysaac altote. daz daz gesuͦne ime tunchelote VMos
22,17;
ÄPhys
11,12;
Abraham der guͦte man / von tagemenege ouh began / abenemin und altin RvEWchr
5224.
22574;
welhez mensch vil pluotes hât, daz altet schier, reht sam daz getraid tuot, daz ze vil fäuhten hât BdN
116,2;
der slange, so er bevindet das er beginnet alten und rimpfen und stinken [...]
Tauler
95,8.
–
in ainer stunde alten / moht er von dem grusen WhvÖst
11926
1.1.2
mit sachl. Subj.:
liebe armet unde altet, / si kuolet unde kaltet, / swâs [
swâ si
] ir viures niene hât Tr
13063;
Seneca sprichet daz der git [Habgier] / gruͤnet, wahset alle zit; / dannoht, so alle untugende / altent, daz er ist jugende [=jungende
]
SHort
4855.
–
allez, daz under der sunnen ist, daz altet und nimet abe Eckh
2:350,4;
die welt beginnent alten, die minne beginnet kalten Seuse
430,25
1.2
‘sein Leben (in einer bestimmten Art und Weise) verbringen’,
immer mit Adverbialbestimmung:
des lâzze in got nach sînem willen wunneklîchen alten! SM:We
2: 1,4;
mit êren alten Iw
7401;
ErzIII
129,101;
EnikWchr
23822;
in eren alden Mügeln
40,17.
308,10;
WhvÖst
16340;
in gnaden alten SHort
1938;
mit jamer alden HvNstAp
19601;
SM:JvW
5:3,7;
SM:Tr
2:5,4;
SM:Tu
5:2,2;
mit allen tugenden alten WernhMl
668;
mit vreuden alten Wig
9748;
SM:Pf
1:2,16;
EnikWchr
14699.
14777.
–
mit jmdm. a.:
swer bî einem übeln wîbe / alten unde wonen muoz. / swære wirt im selten buoz Eracl
1717;
Lucina hieß die magett. / ey was eren im petagett / der mit der schonen̄ alten soll! HvNstAp
1613;
SHort
3354;
Seifrit
328;
WernhMl
1378
1.3
‘(älter werden), aufwachsen’
sind si aber maidlein, / die mueter sy behalden / und lassens pey in alden Seifrit
5094
2
tr. (meist elten)
2.1
mit sachl. Subj.: ‘jmdn. alt machen, altern lassen’
zürne ich, daz ist ir spot und altet mich MF:Hartm
1:4,5;
Erphe und Adelwîn / tuont mir ungedienet schaden. / daz eltet mich ê mîner tage Neidh
WL 32:3,8;
er [Peleus] was doch niht als alt, / als in geeldet hete / sorge vnde vngerete Herb
17930;
manic dinc [Hunger, Krankheit, Hitze, Kälte] den menschen eltet Renner
9511
u.ö.
2.2
mit persönl. Subj.:
sînen lîp ~
‘sein Leben (in einer bestimmten Weise) verbringen’
minnes dv ein reine wip, / so mvst dv elden dinen lip / vmmerme virgebene / bit sorclicheme lebene MarHimmelf
1658;
er sælic man, der sînen lîp / solte mit ir [Phyllis] elten! AristPhyll
349.
–
ich alte in wunderlicher chlage. mine iare vnd mine tage Tr(M)
19552a
(App.)
MWB 1 180,28; Bearbeiter: Hoffmann
alter
stN.
(2 und 4 auch im Pl., mit Umlaut ælter
PrOberalt
36,20 )
1
‘Lebensdauer, Lebenszeit’
1.1 mit präziser Altersangabe 1.2 mit allgemeiner Charakterisierung des Lebensalters 2
‘eine der Altersstufen, in die das menschliche Leben eingeteilt wurde’
3
‘hohes Alter’
3.1 (von Menschen, Tieren) ‘vorgerücktes, hohes Lebensalter, letzter Lebensabschnitt’
3.2 (von Gegenständen) ‘lange Gebrauchsdauer’
4
‘Weltalter’
5
‘alte, lange zurückliegende Zeit’ ,
1
‘Lebensdauer, Lebenszeit’
1.1
mit präziser Altersangabe:
duo frâgte er in von sîneme altere, wie vile sîner jâre wâre Gen
2582;
do was sin alter gezalt zwelf tage und drizzech jar alt AvaLJ
41,2;
done was sîn alter vür wâr / niuwan ahtzehen jâr Iw
6353;
[
her Hoier
] der hât wol driu rosses altr verslizzen RvZw
182,12.
–
Aristotiles spricht, der hund alter erkenn man niht denn pei den zenden BdN
125,35.
136,32
1.2
mit allgemeiner Charakterisierung des Lebensalters:
im dienten beidu, getaget ritter und jung und mittels alters Lanc
48,27.
–
wan div seligen chint dannoch zü dem alter niht chomen waren, das si von ir menslicher blode dehein schulde iht heten Konr
4,8;
ich gehort nye kint von solchem alter also hochlich gesprechen und also wißlich als es gesprochen hatt Lanc
95,28;
unde Jhesus nam czu an aldere [
aetate Lc 2,52
] unde an wisheit vor gote unde vor den luten EvBerl
9,25;
vragt in selben. er hat daz alter [
aetatem habet Io 9,21
] . er sol von im selber reden EvAug
239,18
2
‘eine der Altersstufen, in die das menschliche Leben eingeteilt wurde’
diu naht ist getailet in vier wachte, [...] die vier wacht betuͤtent vier alter der menschen; daz ist diu chintheit e der junglinch ze man wachse [...]
PrOberalt
15,37;
diu sehs alter diu ain iegeslich mensche an sim libe hat, daz ist von der ersten chintheit unz daz er an dem libe vor alter ablege wirt Konr(Sch)
44,39;
Spec
17,2;
der mensch siben alder hat, / dy er durch wandert und durch gat Hiob
6829;
SiebenZ
31
3
‘hohes Alter’
3.1
(von Menschen, Tieren) ‘vorgerücktes, hohes Lebensalter, letzter Lebensabschnitt’
alter ist genant ein zît, / an dem vil jâre menige lît. / swie des mannes leben stât, / daz alter in niht ledic lât RvEBarl
1251;
unde sich, Elyzabeth, dyne frundynne, hat ouch intphangen eynen sun in erem aldere [
in senecta sua Lc 1,36
]
EvBerl
3,4.
– oft mit Verweis auf den durch das Alter verursachten körperlichen Verfall:
daz alter slizzet den lip. / ez machet den man und daz wip / in selben gar unmære StrKD
102,1;
den herren hete daz alder / gemachet vnkreftic, / sines libes unmechtic Ägidius
1568;
PrOberalt
9,29;
dô daz alter mînem vater sîn chraft benam [...]
KvHeimUrst
1893;
daz alter hâte in ungestalt / gemachet RvEBarl
1232;
RvEWchr
31572;
wenne der hirz enpfinde, daz er beswært ist von siehtum oder von alter BdN
129,19.
– jmds. alters stap ( ‘Stütze des Alters’) sîn:
owi uil liebir neue, [...] du ware mines alteres stap. / [...] du ware min zesewíu hant Rol
7514
(vgl.
StrKarl
10560
);
jâ soltû, liebe tohter mîn, / unser beider vreude sîn, / [...] unsers alters ein stap AHeinr
657;
dû soldest mînes alters stap / und mîner vreuden sunnenschîn / mit liebe an mînem alter sîn RvEBarl
8188;
ja were du miner ougen lieht / unde mines alderes stab! Vät
28657.
39764.
– personif.:
ich binz daz alter, daz von kalter art sich muoz wermen hie / got erbarme, daz mîn arme sint sô kalt und mîniu knie! HvTrJugend
3,1;
– in Sprichwörtern (vgl. TPMA 1,74-76):
wir wünschen alters alle tage, / soz dan kumt, sô ist ez niht wan klage Freid
51,13
(vgl.
Renner
23057
);
ez ist ein ding, des menlîch gert, / sô manz gewint, sô istz unwert: / daz alter machet ungesunt, / wand ez mit vil gebresten kunt Boner
19,3.
–
alter bringet arebeit, / minne senede herzeleit Freid
51,15
(=
Renner
11919
);
alter allen dingen ir kraft / nimt und swachet meisterschaft Renner
23063
3.2
(von Gegenständen) ‘lange Gebrauchsdauer’
die [die himmlische Krone] die milwen noch der rot, / schaben noch alter slîzet, / der glîz âne ende glîzet KvHeimHinv
669;
ein samît grüene alsam ein gras / vor alter gar zerizzen / ir [der kunst
] cleit dô bî den zîten was KvWKlage
13,4
4
‘Weltalter’
die sechs chruͤg bezaichent die sechs ælter. daz erst alter daz waz von Adam untz an Noe PrOberalt
36,20.
47,29;
Matheus zelt uns dapi / sex etates mundi, / dere werlt sehs altere. / in deme sibenten werde wir behaltene / ze deme ewigen libe ArnoltSieb
47,7;
unser herre lait die marter in dem sechsten alter der werlt BdN
461,30.
–
tusent iar heizent ewen, daz ist ein alter. hundert iar heissent seculum, daz ist ein welt MNat
12,11
5
‘alte, lange zurückliegende Zeit’,
fast ausschließlich mit der Präp. von, die Wendung von alter(s) (her) häufig formelhaft in Rechtstexten:
an dem gestirne ich sach, / waz von alder her geschah Herb
832;
daz von alter her ist komen, / als ez von gote wart vernomen, / daz lêre ich dich und anders niht RvEBarl
5325;
Vät
1346;
GTroj
12304;
Ottok
28564.
41301.
–
dc dc manlehen ist gewesen von alterher der dienistmanne UrkCorp
91,17;
daz si der brugge schrieben den zol der von alter her reht wæ̂re ebd.
548A,19;
alz ez von alter her kumen ist WüP
20,4
u.ö.;
SpdtL
223,1.
–
alle die vorworde soͮlen wir iere stede halden / beide van nuwens inde van aldirs UrkCorp
255,14;
bit deme selveme rechte alse it van alders here is komen ebd.
602,47;
– mit der Präp. bî (nur NvJer ):
nû sullit ir gedagin / und ûch lâzin sagin, / waz bî aldir sî geschên NvJer
21462
MWB 1 181,18; Bearbeiter: Hoffmann
alter|ane
swM.
‘Urahn’
atavus: alterane VocBV926
3:427,24;
min alder ane Dardân En
11680;
Booz: / der was Dauides alter an RvEWchr
16186;
daz kunic Wêlâ, als wir lesen, / sîn alter ene ist gewesen / und sîn ene kunic Stephan Ottok
39999;
Loheng
7525;
WhvÖst
12278
MWB 1 182,58; Bearbeiter: Hoffmann
alt|erbe
stN.
‘angestammtes Erbe’, hier für ‘Himmelreich, Paradies’
si wolten gerne wider gewinnen / daz unser alt erbe; / dar nach strebeten di helede Rol
3415.
195
MWB 1 183,1; Bearbeiter: Hoffmann
alt|erbelant
stN.
‘angestammtes Erbland’, hier für ‘Himmelreich, Paradies’
daz [der Tod des Erlösers] gab uns friliche widervart / in unser alt erbelant VEzzo
352
MWB 1 183,5; Bearbeiter: Hoffmann
altereine
Adj., Adv.
→ alters|eine
MWB 1 183,9;
alter|eninkel
stM.
‘Urenkel’
deu dritt sippe heft sich an dem riste, daz an den armen stœzzet, das sint geswistreit chindes chint und haizzent alder eninchel RbRupr
170
MWB 1 183,10; Bearbeiter: Hoffmann
altereninkel|kint
stN.
‘Ururenkel’
deu vierde sippe [...] haizzent alder eninchel chint; deu funft sippe [...] haizzent alder eninchel chindes chint. deu sechst sippe [...] haizzent ureninchel RbRupr
170
MWB 1 183,14; Bearbeiter: Hoffmann
altergezierde
stF. oder stN.
‘Altartuch’
auch ist daz symonei, daz man [...] chauft oder verchauft daz guͦt, daz zu geistleichen dingen geordent ist vnd geweiht, alz [...] messgewant oder alter gezierd [
altertücher Redaktion C]
RechtssA
S35,31
MWB 1 183,18; Bearbeiter: Hoffmann
alterkleit
stN.
‘Meßgewand’
ouch machete si [Maria] mit ir hant / des tempels êwarten gewant, / und wart manec schoene altarkleit [
ornamenta
] / von ir ûf die altar geleit WvRh
1581
MWB 1 183,23; Bearbeiter: Hoffmann |