allertagelîch
Adv.
‘jeden Tag’
bevelhit ivch allir tagelich zvͦ den gnadin des heiligin geistis Spec
80,1;
vreude unde wunne, [...] / sah man aller tägelîch vor Guntheres sal NibB
306,2;
dô im diu êre was geschehen, / do gebârter rehte diu gelîch / als im aller tägelîch / zehenstunt geschæhe alsame Iw
754;
also sol ôch der saͤlig mentsch sin an dem globen und an sinen tugenden und sol alle tage zuͦ legen [La. solt allirtægilich fúr nemin
] an guͦtem lebenn, alz der bluͦm taͤglich wachset PrGeorg
266,1
MWB 1 157,33; Bearbeiter: Tao
allerteilegelîch,
allerteileclîch
Pron.
‘jeder Teil’, appositiv-attr. gebraucht:
ein ber [...] spranch ze dem tumben manne. / von dem rosse zuchterin under sich / unde zebrachin allertæilegelich. / daz gewæide er ouz im warf Serv
2932;
diu [Kirche] stuont vor alter dem gelîch / als ob siu allerteileclîch / wolde vallen dernider, / die machet er kurzlîchen wider LvRegFr
1001
MWB 1 157,44; Bearbeiter: Tao
allertiergelîch
Pron.
‘jedes Tier’
dir ist aller tier geliche / von mir vf der erde vndertan FabelCorp
15,16
MWB 1 157,52; Bearbeiter: Tao
allervîretagelîch
Pron.
‘jeden Feiertag’
aller vîrtegelîch / sweimt er vür Riuwental Neidh
WL 17:5,7
MWB 1 157,55; Bearbeiter: Tao
allerwëgen
Adv.
‘überall’
beseht uch allir wegíne / ob ir noch Athísis / minís liebín amísís / jergín werdít geware Athis
B 152;
Sardis [...] ist eine stat vil wol gelegen, / welde, weide, luft allerwegen HeslApk
4294.
15490;
alsô mûst die [Wacht] allerwegen sîn Kreuzf
5064;
dô sich ûf der wilde / dî wazzir allirwegen, / [...] / mit vlût hattin irgozzin wît NvJer
25020.
18359.
18436
MWB 1 157,58; Bearbeiter: Tao
allerwiderst
Adv. oder Adj.
‘am meisten entgegengesetzt’
das der naturen aller widerst ist Tauler
130,24
MWB 1 158,1; Bearbeiter: Tao
allerwîlegelîch
Adv.
‘jederzeit’
wande die âchuste die stôzzent uns aller wîligelîch als ez chît: siu stiezen mich dc ich uiel. aber got der enpheinch mich TrudHL
129,27
MWB 1 158,4; Bearbeiter: Tao
allerwochegelîches
Adv.
‘jede Woche’
diese vuͦnfhundirt marc [...], die bewisen wir iere [...] in vnser rechtir vͦrbore [...], bit namen an alle vͦnsme tolle ze Kolne [...] inde an vier marcken geldis allir wechgelichs an vnser muͦnzen ze Kolne UrkCorp
255,37.
602,29.
623,43
MWB 1 158,8; Bearbeiter: Tao
allerwochelîche
Adv.
‘jede Woche’
vort me so suͦlen wir behalden die birpenninge half ofue [ ‘oder’] eithcin marc penninge alre wegelich UrkCorp
61,33.
alre weggelig ebd.
62,27.
aller wecheliche ebd.
79,45
MWB 1 158,14; Bearbeiter: Tao
allerwochelîches
Adv.
wie allerwochelîche:
dise guͦlde bewise wir ire in vnser rehtir vrbore, bit naémen in alle vnseme tolle ze Colne [...] inde in vier marc geldis allir wechligis in vnsir muͦnzen ze Colne zenemene UrkCorp
59,38
MWB 1 158,19; Bearbeiter: Tao
alles, alleʒ
Adv.
alles (Gen. von al), alleʒ (Akk. von al) in einem Artikel zusammengefasst, weil das mhd. Phonem ʒ seit dem Ende des 12. Jh.s auf der Ebene der Graphie wie auf der der Artikulation mit s zusammenfiel (2
3Mhd. Gr., § 154); auch als, alz, as.
‘ganz und gar; die ganze Zeit, ständig, immer’
– beim Verb:
dort muost’ er allez hangen die naht unz an den tac NibB
639,2;
ich wil allez gâhen / zuo der liebe, die ich hân MF:Reinm
19: 1,1;
über stoc und über stein / wider berc er allez clam, / unz er ûf eine hœhe kam Tr
2569.
– vor dem Part. Präs./Prät.:
die wile stat der kelch allez bedecket Lucid
100,11;
die wîle gie dô Wolfhart beide wider unde dan, / allez houwende die Guntheres man NibB
2292,2;
daz er [...] allez swîgende saz Iw
3092.
– vor der Verbpartikel:
er sach den himel allez an LvRegFr
1177;
die zwelf fuoren allez mit EnikWchr
21351;
sîn lewe volget im allez nâch Iw
4990.
– vor dem Adv. (s.a. alzane):
dannoch lac iz [Kind] allez dâ / von des siechtuomes nôt LvRegFr
4472;
vor inen kert er [Stern] alles hin / wisen und leren / war sú [ hl. drei Könige] da soͤltend keren WernhMl
3418.
sust si vuren allez vort / und taten waz got wolde TvKulm
5640.
– verstärkend vor mêr (mit korrespondierendem denne/als):
herr, herr, du moͤhtist mich as mer han lan ertrunken, so weri ich dur von komen, lieber denn daz ich nu von frost hie an diser strass muͦss sterben Seuse
82,13;
man moͤhti as mer singen: gaudeamus, von froͤden, als von trurenden dingen, den martrern ebd.
118,11.
– vor der Präp.-Gruppe:
allez gegen der wilde / sô rihte der arme sîne wege Greg
2764;
ir tohter allez mit ir gie EnikWchr
6637;
dâ von er allez über ir danc / nâch der âventiure reit Wig
2446.
– vor der Nominalphrase:
ûf den trôst so diene ich alles ir SM:KvL
7: 3,7;
swie vil sie der gedanken pflac, / iedoch her Tristan bî ir lac, / daz sie von sînem lîbe / nicht enwart zu einem wîbe, / und er lange daz getreip, / daz Îsôt [Weißhand] alles maget bleip HvFreibTr
3740.
– verstärkend vor dem Adj.:
sein wolle ist als goltvar, / gleyssenden und durchleichtig gar HvNstAp
13317;
daz nie nehein man / sulhen gewalt da gwan, / wen er allis eine Pilatus
2,423;
HeslApk
16065
MWB 1 158,24; Bearbeiter: Tao
alles|wâ
Adv.
auch alswâ; alles, als adv. Gen. ‘sonst, anders’ (mit lat. alius verwandt) im Mhd. als selbständiges Wort nicht mehr belegt, vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 1, 162. –
‘sonst-, anderswo, irgendwo anders’
got hiez in sîn lant rûmen, sprah er scolte alswâ bûwen Gen
794;
alleswa ist ein prunno, der machot suozze stimma Merig
27,1.
34,1;
wir sulen die herberge / alswa ninder suͦchen, / [...] wan ze Bethlehem in der stat: / vil leiht ich schaden hæt, / solt ich alswa inder sein Wernh
A 3307;
waz er ellenthafter tât / hie und alswâ begangen hât Ottok
70571.
66799;
Teichn
87,23;
Belege in Urkunden s. WMU 1,69
MWB 1 159,5; Bearbeiter: Tao
allewëc, alwëc, allewëge(n)
Adv.
auch al(le)wegent
PrGeorg
28,28
u.ö.;
Seuse
335,16
u.ö.;
Stagel
39,8;
allwent
PrNvStr
265,33;
Stagel
27,16.
albeg
Hawich
1267;
Sphera
60,23;
Teichn
41,4
u.ö.
–
‘überall; immer’ (eindeutig lokaler Gebrauch kaum belegt, zur differenzierteren Beschreibung des temporalen Gebrauchs s. WMU 1,62f.):
di gebot gotis mit werkin allewec [
cotidie
] irvollun BrZw
4.
7;
die tavel hâte er alle wege / in sîner heimlîchen phlege / verborgen ûf sîner veste Greg
2277;
er [Löwe] antwurt sich in sîne pflege, / alser in sît alle wege / mit sînem dienste êrte / und volgt im swar er kêrte Iw
3878;
ir mugetz [Schwert] wol füeren alle wege: / swenne ir geprüevet sînen art, / ir sît gein strîte dermite bewart Parz
239,30;
eine ir meisterinne, / dius alle zît und alle wege / hæt in ir lêre und in ir pflege / unds ûz ir huote nie verlie Tr
1201.
11948;
won dú sele wil allweg zuͦ got, so zúhet aber der lib allweg her wider PrGeorg
55,7;
der Liehtensteinær und der abt, / [...] die daz lant heten in ir phleg: / si schuofen alweg / geriht und fride mit getursten Ottok
23295.
74188;
vor allen dingen sol sich der mensche alle zît haben gerihtet gegen den gâben gotes und alwege niuwe Eckh
5: 279,10;
WüP
89,3;
BdN
117,6
MWB 1 159,18; Bearbeiter: Tao
alleʒ
Adv.
→ alles
MWB 1 159,43;
allich
Adj., Adv.
auch ellich.
1 Adj. ‘allgemein, gesamt, gänzlich, umfassend’
2 Adv. ‘allgemein, gänzlich’
1
Adj. ‘allgemein, gesamt, gänzlich, umfassend’
so lit taz allihe here / oben an der brustwere / der himelischen burge HimmlJer
288;
‘pax vobis, mit iu sî vride!’ / daz was sîn ellîcher gruoz, / der tete si maniger sorgen buoz KvHeimHinv
471;
daz sîner rede ellîchiu phlege / was von Jesus allewege LvRegFr
4204.
1674;
[...] widir den hantvestinon, die ir zi einer allichir brunst virbrunnin warin UrkCorp
173,1;
si triben [...] alligen koͮf mit linwat, mit wachse, mit pheffer ebd.
33A,10;
[...] mit grauen Huge von Werdenberg, der dez vorgenanden von Vatz ze den ziten libes vnd gvͦtes allicher vnd offenlicher phleger waz ebd.
3272,26.
–
~ mære:
wan ez was ein ellich mære UvZLanz
3342;
RvEGer
250;
WvRh
12408.
–
~ site:
wan daz was ir ellich site Greg
1911;
nâch sînem ellîchem site / sprach er vil minneclîche zir Tr
772;
UvZLanz
2326;
HvFreibTr
2952;
vgl. dazu:
der sitte begunde fúr sih gan / und wart als ellich ubirz lant RvEWchr
3472.
– bezogen auf die eine allgemeine christliche Kirche:
ih glouba eina christenheit heiliga, potelichi unde allicha WessobrGlBI
139,10;
ich gelovbe an den heiligen geist heilige christenheit alliche [
catholicus
]
PsM
C 13,7;
Spec
1,15;
diz geloͮbit allîche div cristinheit TrudHL
24,2;
der toͮf, den wir ze osteren begant, [...] den toͮf begat die heilige cristenheit alliche Lucid
115,16.
– bezogen auf Gott:
ez ist zesagen, daz got ist ein ellichü sache der erluhtunge der selen ThvASu
180,34;
und sol denn in dem lieht merken die gegenwúrtikeit dez allichen goͤtlichen wesens in ime Seuse
169,4;
nu kan man vermischet wesen oder nútwesen nit wol bekennen, denn mit einem gemerke dez allichen wesens ebd.
177,1;
der alliche fúrst, einvaltig wesende, der bewegt ellú ding und ist er unbeweglich ebd.
388,3.
–
~ dinc „ungebotenes Gericht, Ehafttaiding, die herkömmliche alljährlich zweimal, zur Zeit der Heu- und Grummeternte [...], abgehaltene Pflichtzusammenkunft aller Gerichtseingesessenen zur Erledigung rechtlicher, polizeilicher und gemeindlicher Angelegenheiten und zur Verlesung ihrer Satzungen” (Glossar z.St.):
daz man si auch ze iegleichem aelleichem dinge lesen und oͤffen sol armen und reichen, darumb daz dersaelben gesetzzde niht vergezzen werde StRMünch
93,29.
195,11.
206,13
u.ö.
2
Adv. ‘allgemein, gänzlich’
daz alliche niht gewizzenlich ist den smahvolchen Himmelr
4,30;
Joseph im gedahte, / des in got wider brahte, / daz er wolte entrinnen, / e sin div lîvte inne / wrden allichen [La. gemainlichen
]
Wernh
D 3089;
doch butens ir dise êre / niht ellîch alsô sêre / weder durch reht noch durch got / sô durch Gurmûnes gebot Tr
6004;
wan ez was in den zîten site, / daz man des ellîche pflac ebd.
12641;
so lobent in elliche / beideu arme und riche ErzIII
129,66;
die pfenninge, die man danne alliche git vf dem marchte UrkCorp
1101,44.
–
‘beständig, jedesmal’
sant Paulus ret einem bovman gelich. der ællichen arbæitet an sinem acher vnt gedultichlichen bítet vnz im der wcher werde PrLeys
20,28;
kunic Peter [...] die einen het, / diu mit râte und mit bet / in ellichen mant, / daz Cecili daz lant / ir kinden wurde niht verlorn Ottok
3641;
dâ si vor ellich / ze herberg gewesen wârn, / dâ woldens noch hin sîn gevarn ebd.
22467
MWB 1 159,44; Bearbeiter: Tao
allîche
stF.
Übers. von lat. universalis, universum in ThvASu :
daz sich die getelich craft gottiz streket niht alleine zuo den forme, von den daz genomen wirt die rede der ellichi [
ratio universalis
] , sunder ouch biz zuo der materien ebd.
250,8.
250,14.
296,25
MWB 1 160,46; Bearbeiter: Tao
allichkeit
stF.
→ allec|heit
MWB 1 160,52;
allieren
swV.
→
allegieren
MWB 1 160,53;
allikeit
stF.
→ allec|heit
MWB 1 160,54;
allwent
Adv.
→ allewëc
MWB 1 160,55;
Alman, Almân
stM.
‘Deutscher’
di chuͦnen Almanne / sin ir geuerten Rol
7828;
er [Papst] gihet: ‘ich hân zwêne Allamân under eine krône brâht [...]’ Walth
34,7;
hier under antwurter dô / höfschlîche ir aller mæren: / Norwægen, Îrlandæren, / Almânjen, Schotten unde Tenen Tr
3703;
ich bin ein sündic Almân MarGr18
36
MWB 1 160,56; Bearbeiter: Tao
Almânje, Alamanî
stF.
‘Deutschland’
Alemanniam ich eruacht, / Ungeren nam ich ir chraft Rol
6845;
nu was ein lantmære, / daz grôz urliuge wære / zAlmânje in dem lande Tr
18445
u.ö.;
iv werdent schier dvͥ riche kvnt, / dvͥ ich iv nemme hie zestvnt: / Provenz vnd Yspani, / Francrich, Gallici vnd Alamani TürlArabel
*A26,20
MWB 1 160,63; Bearbeiter: Tao
almarisch
Adj.
‘aus Almarîe’ (einem für seine Seidenstoffe berühmten Ort im heutigen Spanien):
in almariske siden / si die herren legeten Rol
7604;
von Almarischer sîden / truoc man rîche pfeller dar StrKarl
10744
MWB 1 161,6; Bearbeiter: Tao
almatîn
stM.
→ almendîn
MWB 1 161,11;
al|mechlich
Adv.
‘ganz gemächlich, ganz langsam’ (vgl. gemechlich):
almeclîch mit den sînen er / stapfte zu den bûdin lêr, / [...] / er lîz nicht wesin im zu gâch / den vluchtigin vîandin nâch, / want er lâge sich vorsach NvJer
6783
MWB 1 161,12; Bearbeiter: Tao |