a – abebrëchære, âbrëchære abe brëchen, âbrechen – abe drumen abe|ein – abe ertwingen abe ervëhten – abegezogen abegezogenheit – abe houwen abehouwunge – abelæge abe lantscheiden – abe lœsen abelœsunge – âbentganc âbenthan – âbentsunnenschîn âbenttanz – aber|æhter abe rechenen, abe rechen – aber|schâch abe rücken – abe schieʒen abeschiht – abeslac abe slahen – abe stîgen abestôn – abetragære abe tragen – abe vâhen abeval – abe wahsen abe wæjen – abe weschen abeweschunge – abe ziehen abeziehunge – âbrëchære âbrëchen – achter-, ahter- achwent – ackervruht ackerwërc – adellich, adellîche(n) adelmuoter – âderslahen âderstôʒ – affensmalz affenspil – afterbier afterblunder – aftermuoder aftermûre – afterwort afterzal – agleister agleistervar – ahselrote ahselspange – ahtehalp, ahtodehalp ahten – âhui ahzec – alamande alanc – alde aldê – algorismus alheit – allergotesheiligentac allerhalbe – allersamen, allersam, allersamet allersêlentac – allwent Alman, Almân – alp alpha – al|tagelich altære, altâre, alter – alters|eine alterstat – altmæʒec altmüede – alwaltecheit alwaltende – ambahtære ambahte – âmehte âmehtec – ametiste âmezûber – amt âmügel – anderheit anderleie – andorn andouge – ane bereiten ane bërn – anebot ane botwarn – ane draben ane dræhen – ane errâten ane ersëhen – anegedenken anegedenklich – anegeslaht anegeslöufe – anegrîfunge ane grînen – aneheftec ane heften – aneinander ane jagen – ane komen ane koufen – aneleitrëht aneleitunge – 2ane merken anemerkunge – ane phîfen ane phlanzen – anerüeftec ane rüeren – aneschouwede aneschouwelich – anesidel, anesedel ane sîfern – ane sniudeln ane snöuwen – ane springen anespruch – ane strîten ane stroufen – ane trëten ane trîben – anevëhtigunge anevëhtlich – anevluʒ ane vordern – ane weigen aneweigunge – anewîsunge ane wonen – angelisch angeln – angestnôt angestsam – ankesmër anlamin – antlæʒec antlâʒen – antsmër anttac – antwîch antwürkæreknëht – apfelrîs apfelrôt – ar âr – arc|haft arche – ardell ardîse(n) – armbendec armbouc – armiure armlëder – arnebote arnen – art art – arzâtîen, arzedîen arzâtîn – âsblâsende ascalamus – â|schildes aschlouch – aspentier aspindê, aspindei – astronomierre astronomus – atrament atte, ette – avelen âventiurære – â|witzec â|witzen – âʒ|zît
|
âkust
stF.
1
‘Laster, sündhafte Begierde’ , häufig in frühmhd. geistl. Texten (Belegsammlung Leitzmann, Lexik. Probl., S. 33) 2
‘Arglist, Tücke’
1
‘Laster, sündhafte Begierde’, häufig in frühmhd. geistl. Texten (Belegsammlung Leitzmann, Lexik. Probl., S. 33):
die siben achust [Todsünden] , / die gotes gaist hat vertriben / mit sinen geben siben SiebenZ
14;
so nevehtent in den brusten / die tugende mit den achusten Vateruns
94;
giriskheit. unt huͦrlust. und ander werltliche achust JPhys
9,14;
den einen wirfet er ane [...] des huores âchust daz er aller brinnet unz er daz wîb gewinnet Gen
421;
der vleischlîch gelust / mit brœdeclîcher âkust / uns armen brâhte den tôt RvEBarl
2468;
Vät
673.
4674;
vleischlicher liebe akust / trugen sie kein der reinen Daniel
7454;
flaischlich akust PrGeorg
275,7;
zorn und gîtlîch âkust RvEBarl
323;
vîentlîche âkust ebd.
10908;
ûf dem land und in den steten / tet er wan swes in gelust, / sînes herzen âkust / volfuort er sô gar, / [...] / daz er sô gar lebte / nâch sînes herzen willen Ottok
42096
2
‘Arglist, Tücke’
wer din kungvn din von vbel vnde di leuesn din daz nit si redin di acust [
prohibe [...] labia tua ne loquantur dolum
]
BrZw
Prolog;
der nit scvͦf âchust in der zungvn sin ebd.
Prolog;
mit valsche und mit âkust Tr
12239;
getriuwe unde gewære / und wider den vriunt âne âkust ebd.
12329;
âkust unde list ebd.
16936;
mit kündeclicher âkust / wart im sîn stat gewunnen an KvWTroj
12338;
den slangen dur sin akust / hies er slichen uf der brust SHort
529;
aͮn alle geværde / was der zarte werde, / aͮne aukunst, aͮne loshait, / aͮne alle widerwærtekait WernhMl
5689.
– formelhaft âne alle ~
, oft âne alle ~ und geværde:
daz wir alle die ansprache [...] habin frilich vnd willich ane alle akust vnd geværde abegelazen UrkCorp
1264,12
u.ö., vgl. WMU 1,46.
– Vgl. abekust.
MWB 1 137,58; Bearbeiter: Plate
âküstec
Adj.
‘arglistig, tückisch’
achustiges [subdolum]
PsM
H 22,2;
verborgen valsch, heimlîche truge, âkustic zunge, verschamte untriuwe, verruochte luge KLD:Kzl
3: 2,1;
der túvel, der akustig fuchs PrGeorg
326,32;
der heize fluz colera nie / die unfuoge an im [Jesus] begie, / daz si in âkustec taete / ald zürnec ald unstaete WvRh
6494;
dô brach sich manic âkustic ruof / in der hezzigen brüsten [aus Enttäuschung über die Freilassung eines zu Unrecht Verfolgten]
HvBer
2306
MWB 1 138,29; Bearbeiter: Plate
âküsteclîche
Adv.
‘arglistig’
vnde swenne wir daz abe liezin achústekliche vnde versvndig UrkCorp
2922,29
MWB 1 138,39; Bearbeiter: Plate
al
Adj., Pron.
1 Form und Flexion 2 Bedeutung und Verwendung. Im Sg. bedeutet al
‘all, jeder, ganz, gesamt’ , im Pl. ‘alle, sämtliche’ , nach âne
‘ohne’ (s. unten unter 2.1.3 ) ‘irgendein’ . al wird als Attribut zu einem Substantiv ( 2.1 ), einem Zahlwort ( 2.2 ) oder Pronomen ( 2.3 ) verwendet, wobei es flektiert und unflektiert dem Bezugswort voran- oder nachgestellt werden kann, daneben wird es auch als substantivisches Pronomen ( 2.4 ) und attr.-präd. ( 2.5 ) gebraucht. 2.1 attr. zum Substantiv 2.1.1 dem Subst. vorangestellt 2.1.1.1 vor dem Artikel; 2.1.1.2 vor dem Poss.-Pron.; 2.1.1.3 vor Adj.-Attr.; 2.1.1.4 vor Gen.-Attr. 2.1.1.5 unmittelbar vor dem Subst.; 2.1.2 dem Subst. nachgestellt (s.a. unten unter 2.5 ) 2.1.3 in festen Verbindungen 2.1.4 Gen. Pl. eines Subst. mit aller , abhängig vom superlativischen Adj. 2.2 attr. zum Zahlwort, vorangestellt 2.3 attr. zum Pron. 2.3.1 vorangestellt 2.3.2 nachgestellt (s.a. unten unter 2.5 ) 2.4 als subst. Pron.; 2.5 in attr.-präd. Verwendung (vgl. Behaghel, Dt. Syntax 1, S. 396; 2
3 Mhd. Gr., § 392 A. 2), die sich bei Nach- und Späterstellung dem Adverb nähert, s.a. 2.1.2 und 2.3.2
2.5.1 vor dem Verb 2.5.2 vor dem Adj. (auch Part.-Adj.) oder Adv. (bei den Formen al, alle mit fließendem Übergang zur Zusammenrückung) 2.6 Instr., in präp. Formeln mit folgendem Rel.-Satz
1
Form und Flexion:
mit Umlaut älliu,
ælliu,
elliu,
gerundet olliu, oͤlu (vgl. WMU 1,46f.).
–
al flektiert i.d.R. wie ein st. Adj. (aller, alliu, alleʒ), Ausnahmen beruhen auf Dissimilation (vgl. 2
3Mhd. Gr., § 231).
Das attributive Adj., das dem stark flektierten al unmittelbar folgt, kann stark oder schwach flektiert sein (vgl. 2
3Mhd. Gr., § 392 A.1).
al erscheint auch endungslos in sämtlichen Kasus. Der Instr. alliu (alle, elliu) kommt nur noch in präp. Formeln mit folgendem Relativsatz vor (s. unter 2.6).
– Neben dem unflektierten al findet sich das erweiterte indeklinable alle (ahd. alla, alle, vgl. G. Müller/Th. Frings, Das flektierte al, in: PBB 72 [1950], S.421f. und Behaghel, Dt. Syntax 1, S.393):
in álle démo lante Will
39,2.
álle dîu gnâda ebd.
122,2.
álle díu sûoze ebd.
129,2;
in alle sime lebene HlReg
38,8.
alle der convent UrkCorp
1395,9;
mit alle dem rehte ebd.
3177,43;
direkt vor dem Nomen:
alle geistlichen luten [Dat.Pl.]
HlReg
29,8;
ze alle ziten UrkCorp
194,35;
an alle vnterlos ebd.
2899,15
2
Bedeutung und Verwendung. Im Sg. bedeutet al
‘all, jeder, ganz, gesamt’, im Pl. ‘alle, sämtliche’, nach âne
‘ohne’ (s. unten unter 2.1.3) ‘irgendein’. al wird als Attribut zu einem Substantiv (2.1), einem Zahlwort (2.2) oder Pronomen (2.3) verwendet, wobei es flektiert und unflektiert dem Bezugswort voran- oder nachgestellt werden kann, daneben wird es auch als substantivisches Pronomen (2.4) und attr.-präd. (2.5) gebraucht.
2.1
attr. zum Substantiv
2.1.1
dem Subst. vorangestellt
2.1.1.1
vor dem Artikel;
im Sg.:
daz ist ál daz gerúste gûoter lêro. unte gûoter uuércho Will
58,25;
Pollixena, [...], / so lute schrei vnde grein, / daz aller der palas / von irme ruffe vol was Herb
10639;
daz al daz kielgesinde / [...] von dem kinde / unmuotic wart Tr
2337;
dú lant uf al der erde RvEWchr
172;
das heil aller der welte Tauler
230,25.
– im Pl.:
do chom ain michel uorchte / unter alle di haiden Rol
5389;
ouch sprâchen al die hêrren dô Tr
9973;
dv [...] mvͦst dennoch immer mer brinnen in der helle alle die svnttage, alle di mæntage, alle di eritage [...]
PrBerthKl
4,90
2.1.1.2
vor dem Poss.-Pron.;
im Sg.:
dâ du dich mite entêrest / und allez dîn geslehte! En
10637;
al mîn vreude NibB
1055,4;
so ist aller mîn trôst dâ hin Iw
4736.
– im Pl.:
daz er dánnan lôsti alle sine irwélitan BambGlB
138,17;
sô werdent wol errochen elliu mîniu leit NibB
2109,3;
er verwandelte dâ mite / al sîne sinne und sîne site Tr
940;
der uns trœstet in allen unsern betrüepnissen Eckh
5: 8,4
2.1.1.3
vor Adj.-Attr.;
im Sg.:
mit alleme himelisscen here Spec
148,11;
vor allem senedem zorne Tr
18106;
dar vf allez geistliche leben gegruntfestet ist PrBerthKl
3,102.
– im Pl.:
so ebenmendent ime alle himiliske chrefte JPhys
9,14;
verborgen vor allen menschlichen herzen Konr
3 W1,163;
aller valschen dinge wil ich dich ledic lân NibB
859,3
2.1.1.4
vor Gen.-Attr.:
so scolt du gebieten / [...] / uͦber al mines herren riche Rol
1914;
von den was gezieret wol allez Etzelen lant NibB
1380,4;
ouch wurden ir mit dienste sider undertân / alle des küniges mâge unt alle sîne man ebd.
1385,2;
alliu des menschen werk diu würket got lûterlîchen Eckh
5: 202,1
2.1.1.5
unmittelbar vor dem Subst.;
im Sg.:
si machet mich vor allem leide vrî MF:Reinm
32: 1,4;
alliz wiltbrete machit bosiz blut SalArz
17,19;
orthaber allir wisheit RvEWchr
5;
mit aller andacht Tauler
233,15;
mit allem flisse ebd.
269,8;
vor dem Eigennamen:
do aber Herodes der chünik ditz hort er ist betrübet. vnd allez Ierusalem mit im EvAug
2,17.
– im Pl.:
iz nemogen alle zungen / gesagen nog gesingen, / frowe, diner eren / nog dines loves envollen MarldA
82;
der umbeganc den alle sternen hant umbe uns an dem himele heizit zodiacus MNat
13,18;
das er von allen kreften kam WernhMl
8445
2.1.2
dem Subst. nachgestellt (s.a. unten unter 2.5):
wî rîche kunige al zegiengen Anno
1,6;
vnd czeruielen div apgothuͦser elliu Konr
14,107;
vil lûte rief dô Dancwart daz gesinde allez an NibB
1930,1;
sî müese ir zorn allen lân Iw
1636
– durch andere Satzglieder vom Bezugswort getrennt:
daz lant zuo den bürgen wil ich dir allez geben NibB
1907,1;
den Sîfrides mâgen tuon ich allen kunt ebd.
713,2;
sîne vriunde er alle zuo sich nam Tr
9247;
diz mære ist allez âne nôt ebd.
13398
2.1.3
in festen Verbindungen
– mit âne:
wir [...] gelobendes stête zvͦ habenne mit gvͦten druwen ane alle geverde UrkCorp
1145,5;
so sol der selb hof [...] an alle irresal ledich sin ebd.
1104B,19;
ân allen argen list Iw
7928;
âne alle missewende Tr
1809;
daz ich disen spot / und dise schande dulde / ân alle mîne schulde Iw
5236;
an allen fuͤrzog UrkCorp (WMU)
1079AB,27;
an alle widerrede ebd.
3257,26.
– in Zusammenrückungen mit hande, leie, slahte s.
allerhande
,
allerleie
,
allerslahte
– in der Konj. al die wîle (unde/sô/unze)
‘solange’
→
2wîle
stF. ‘Weile, Zeit’; al die vrist unz
→
vrist
stF.
2.1.4
Gen. Pl. eines Subst. mit aller, abhängig vom superlativischen Adj.:
wander allir meistere bezist ist Glaub
44;
jâ baite ich dîn vil lange, / liebest aller manne Kchr
14608;
aller liute beste Iw
6119;
Oransche diu veste, / aller bürge diu [
diu fehlt Ka u.a.] beste, / diu von sturme manege nôt / enphienc Wh
251,22;
aller wîsheit diu beste PrBerth
1:8,25;
des dinges [...], daz aller dinge beste ist ebd.
2:175,13.
– Nach Behaghel, Dt. Syntax 1, S. 255 hat sich aus dem Gen. Pl. aller in dieser Verwendung durch Ersparung des Substantivs und Erstarrung das Präfix aller- zur Verstärkung des Superl. von Adj./Adv. entwickelt
2.2
attr. zum Zahlwort, vorangestellt:
die fürsten [...] sprâchen alle drî NibB
692,1;
nu daz der hirz gevellet wart, / der dâ jegermeister was, / der stracte in nider ûf daz gras / ûf alle viere alsam ein swîn Tr
2791;
sîe alle viere UrkCorp (WMU)
225,8
2.3
attr. zum Pron.
2.3.1
vorangestellt:
al daz ich dar enbiete, des sult ir niht verdagen NibB
734,2.
2157,2;
nû widervuor im allez daz / daz im sîn vriunt [...] hete gesaget Iw
1302;
ouch enwart dâ niht vergezzen / wirn heten alles des die kraft / daz man dâ heizet wirtschaft ebd.
365
2.3.2
nachgestellt (s.a. unten unter 2.5):
sin schönheit si al üvergiͤnc MarlbRh
97,31;
des solt ir alle vlîzich wesen En
5960;
owê, daz wir [...] ez allez [
irdensch guot
] müezen lân gar hinder uns SM:JvR
1: 9,3.
– durch andere Satzglieder vom Bezugswort getrennt:
daz du sie irtrenchest. mit deme wage al uirsenchest VMos
13,24;
swaz uns vür wirt geleit, / daz müeze wir allez lîden Iw
6385;
die boume, die dâ stuonden grîs, / die habent alle ir niuwez rîs / vogele vol Neidh
SL 3:2,2;
das uns nu das allen geschehe, des helf uns got. amen Tauler
219,19
2.4
als subst. Pron.;
alleinstehend:
nu Môrolt der hôrt allez an Tr
6221;
dô er dô sîn âventiure / von sîner Blanschefliure / von ende her betrahtete / und allez sunder ahtete: [...]
ebd.
924.
9101.
11025.
– mit folgendem Rel.-Satz:
allez daz wir hân, [...], daz sî iu undertân NibB
127,1;
wan alle die im nâch riten / die streuter nâch ein ander Iw
4712;
der nút enlat alles das er besessen hat, der enist min nút wirdig Tauler
221,20.
– s.a. überal Adv. ‘keinen, nichts ausgenommen, gänzlich’
2.5
in attr.-präd. Verwendung (vgl. Behaghel, Dt. Syntax 1, S. 396; 2
3Mhd. Gr., § 392 A. 2), die sich bei Nach- und Späterstellung dem Adverb nähert, s.a. 2.1.2 und 2.3.2
2.5.1
vor dem Verb:
sîn chéla íst uílo sûoze. unte áller íst er nîetsâm Will
96,1;
den einen wirfet er ane glust, des huores âchust, / daz er aller brinnet unz er daz wîb gewinnet Gen
422;
daz er fore minnen aller begunde brinnen ebd.
1599;
als er ir gewar wart, / so wart er aller vurkart Herb
8578;
sie roubeten vnd branten, / allez daz sie beranten. / daz lant in gluten allez schein ebd.
3905;
man sach si [...] gegen den ôren spannen / ir hurnîne bogen. / ez wart manic senib ab gezogen, / daz si alle zefuor Ottok
7378
2.5.2
vor dem Adj. (auch Part.-Adj.) oder Adv. (bei den Formen al, alle mit fließendem Übergang zur Zusammenrückung):
die waren ime al vndertan Roth
9;
sîn wât was elliu naz NibB
1006,1;
nu diz was allez gereit, / diu rotte saz ûf unde reit Tr
9327;
der [
wagen
] was aller silberînc EnikWchr
23235;
der mantel was ze vlîze / mit hermîner wîze / innen al ûz gezieret Tr
10919;
er vil tot vf daz gras, / aller zv howen Herb
13205.
16730.
–
~ gemeine/gemeinlich:
die zvmfmaister vnd der rât von Ezzelingen alle gemaine UrkCorp (WMU)
3435,23;
di Startzhousær all gemeinlich ebd.
1274AB,11;
hircze, hinden, affen / [...], / dú kament allú gemaine / [...] / durch schoͮwen iren herren dar WernhMl
3690.
–
~ miteinander:
so vallent die weingarten alle mit æinander ledichleich wider an den brobste UrkCorp (WMU)
2632,9;
wir alle mit aînandern ebd.
1978,15.
–
~ sament:
mit dem willen vnserre swestern von dem conuente allersament gemailich UrkCorp (WMU)
874,15;
mit den vorgenampten guͤten allen sameth ebd.
2274A,29;
mit dem guͦte ze Alchingen allem sament ebd.
2274A,2;
ich bin iu von herzen holt, / iu allen samt gemeine EnikWchr
23147;
so svlen sich die bvrgen alle samt dar vf antwrten in die selben stat UrkCorp (WMU)
1360,36
2.6
Instr., in präp. Formeln mit folgendem Rel.-Satz:
in elliu diu und er tete sô hête er guote site Gen
1846;
got gab im fransspuot in elliu diu und er bestuont ebd.
1847;
ähnl. Formeln mit den Präp. ane, mit, ûf, von s. WMU 1,49
– Vgl. auch
betalle
Adv.,
mitalle
Adv.
MWB 1 138,42; Bearbeiter: Tao
al
Konj.
‘obgleich, wenn auch’ (s. a. aleine Konj.):
al ne mugit [erg.: ir
] is nit gelouben, / in lûhten di ougen / alse brinninde liehtfaz SAlex
6407;
al wâre sie ein wîse wîb, / sie was dô vil sinne lôs En
2426;
al sî ich niht ein künigîn, / ich wil ouch an der suone sîn Tr
10531;
al schine iz brot an der gesicht / und al schine iz wazzer und win, / swen die wort volsprochen sin / und die zeichen dar uber getan / [...], / daz brot wirt [...] gewisse / der ware gotes lip HeslApk
13054;
SpdtL
213,9;
Eckh
2:436,5.
– mit korrespondierendem doch, iedoch im Hauptsatz:
al sie in [ihnen] de hof ungelegen. / sie sin doch so wichgare kumen. / deͥr zo helfe vnde zo vromen Roth
681;
al ne torste hers niht jehen, / iedoch vorhte im sêre / Ênêas der hêre En
2904;
al were der gotes wec hart, / [...] und al were der biwec weich, / [...] und der rechte wec hart, / doch liezen sie die bivart HeslApk
8568.
683
MWB 1 141,39; Bearbeiter: Tao
al
stN.
subst. al
‘Alles’:
also ist got ain al on al vnd sy [Seele] mit im ain al on al Eckh
3:82,9;
wan dâ [wo Gott ist, wo die Seele ist] enist niht dan ein, und dâ ein ist, dâ ist al, und dâ al ist, dâ ist ein ebd.
3:130,10;
ein gelassenr mensch soͤlte alle siner sel krefte also gezemmen, wenn er in sich sehe, daz sich daz al da erzogti Seuse
170,8.
356,8-13.
–
al in al:
in disem lebene sint alliu dinc ein, alliu dinc gemeine al und al in al und al geeiniget Eckh
3:317,2.
3:319,3.
3:325,2;
die maister sprechent, got der enhab enkein wa, er sie al in al Seuse
176,5.
159,22.
174,12
MWB 1 141,57; Bearbeiter: Tao
al, alle
Adv.
(zur Form alle vgl. al Adj., Pron. unter 1).
‘gänzlich, völlig’, verstärkend bei Adj., Adv., Part. Präs./Prät., Präp. und ein (Num./Pron./ Adj.), eine (Adv.). Solche Verbindungen können meist als Wortbildungen aufgefasst werden, doch ist nicht immer klar, ob es sich um eine feste Verbindung mit dem Adv. al (vgl. auch al Adj., Pron. unter 2.5 attr.-präd.) oder um eine Wortbildung handelt, besonders in den Verbindungen unter 5.
1 Adj. und Adj.-Adv. 2 Part. Präs./Prät. 3 Adverbien 4 mit Num./Pron./Adj. ein und Adv. eine 5 mit Wörtern, die als Präp., Adv. und Verbalpartikeln verwendet werden 6 vor Superlativen
1
Adj. und Adj.-Adv.:
-balde
-bar
-bereite
-besunder
-besundern
-blôʒ
-einec
-ganz
-gar
-gelîche
-gemachsame
-gemechlîche
-gemeine
-gemeineclich
-gemeinlich
-gërne
-gerëhte
-gereite
-gesunt
-gewaltec
-guot
-kleine
-lëbendec
-lûter
-mechlich
-mehtec
-mehteclich
-meistec
-milte
-minneclich
-müede
-muotersein
-niuwe
-rëhte
-reite
-rôt
-samelich
-sanfte
-schône
-solich
-suslich
-swarz
-tiure
-toup
-trûrec
-vermëʒʒenlich
-veste
-vlühtec
-vol
-vollec
-vrô
-wære
-wâr
-waltec.
2
Part. Präs./Prät.:
-bëllende
-blîbende
-brëhende
-gërnde
-klagende
-lachende
-minnende
-mugende
-rîtende
-schemende
-schrîende
-spëhende
-stênde
-siufzende
-spilende
-stërbende
-swîgende
-swindelnde
-unverdrossen
-vallende
-vermügende
-vlieʒende
-wallende
-waltende
-weinende
-zogende.
3
Adverbien:
-anders
-bediute
-begarwe
-besunderlingen
-betalle
-bîhanden
-dëste
-dâ
-dâhër
-dâhin
-dô
-dar
-darnâch
-darumbe
-dort
-eingenôte
-eines
-einzeln
-gâhes
-gater
-gedon
-gelîches
-gerihte
-hër
-hie
-mitalle
-mitten
-sâ
-sam
-samelîchen
-sô
-sus
-überal
-überlût
-vollen
-vürsich
-vürwâr
-wê
-zegater
-zehant
-zemâl
-zesamen
-zestunt.
4
mit Num./Pron./Adj. ein und Adv. eine:
-ein Adj.,
-eine Adv.,
-eine Konj.
5
mit Wörtern, die als Präp., Adv. und Verbalpartikeln verwendet werden :
-durch
-nâch
-sunder
-umbe
-under
-ze, -zuo.
6
vor Superlativen:
-ëbenst
-jungest
-meist
(vgl. aller-)
MWB 1 142,5; Bearbeiter: Tao
âl
stM.
(selten sw.),
auch æl,
Pl.
æle,
ele.
–
‘Aal’
zwei ales stvcke gebe ich dir ReinFu
K,677;
swem die ougen rinnen, der nem [...] eines âles gallen Barth
145,2;
in Ganges dem wazzir da / gant æle groz RvEWchr
1814;
angwilla haizt ain æl BdN
244,14;
nim frische ele BvgSp
37.
– bei Frl als Substitution für das zu erwartende slange:
der dritte sprunc [Gottes] was in die meit, / der vierde quam in ales wise [gemeint die eherne Schlange (Nm 21,8) als Präfiguration Christi, vgl. Anm.z.St.]
Frl
2:13,4.
– in Vergleichen, auf Schlüpfrigkeit des Aals anspielend (vgl. TPMA 1,2ff.):
swenne si [zuchtlose Priester]
[...] / sô verre staphent ûz dem wege / unt si [Akk.] die läien an grîffent, / ûz den handen si in slîffent / als der âl bî dem zagele Priesterl
167;
der [Treulose] sich dem man windet ûz der hant reht als ein âl, / owê, daz got niht zorneclîchen sêre an deme wundert! Walth
30,24;
Meissner
16:9,5;
swer den helen [l. hæle schlüpfrig] visch, der da heisset ein al, bi dem sweif wil haben und ein heiliges leben mit lawkeit wil an vahen, der wirt in baiden betrogen Seuse
9,16
MWB 1 142,44; Bearbeiter: Tao
æl
stM.
→ âl
MWB 1 143,1;
alabadîn
stM.
→ almendîn
MWB 1 143,2;
alabandâ
stM.
→ almendîn
MWB 1 143,3;
alabander
stM.
→ almendîn
MWB 1 143,4;
alabaster
stN.
1
‘Alabaster’ (vgl. LexMA 1,261f.) 2
‘Gefäß aus Alabaster’
1
‘Alabaster’ (vgl. LexMA 1,261f.):
von dem alabaster. nicomar oder alabastrum ist ain alabasterstain. der ist weiz und ist gar kalter nâtûr, dar umb behelt man edel salb dar inn lang BdN
453,12.
– umgedeutet zum Totenkonservierungsmittel:
in almariske siden / si die [gefallenen] herren legeten. / si namen pigmenten, / manc guͦt blaster, / daz tiure alabaster, / manige gute salben, / di strichen si in allenthalben Rol
7608
( vgl. aber auch Kartschoke z.St.).
– als Baumaterial (symbolisch):
es was ain schneweisser stain / da mit di purgk gemawret was: / [...] / er haisset alabaster HvNstAp
13351;
der estreich und das phlaster [der Kemenate] / von weisem allabaster, / die mewr und die wentt / warn an allem endt / geformyert von hellfenpain Seifrit
7202.
– im Vergleich, auf die Farbe des weißen Alabasters bezogen:
sy was geporen von hoher art, / [...] jr kel vnd auch ir kynn / geformirt nach der mynn / jn rechter maße an laster, / lind, weyß dann [wie?] ain alapaster Wigam
4940
(Hs. W);
dar in [Antlitz der Geliebten] verstrawet rosenbleter, / reht sam uz alabaster / und von rubin ein pflaster / sy meysterlich gemachet Minneb
2425
2
‘Gefäß aus Alabaster’
dô quam ein wîp di hatte ein alabastrum der salben einer tuͦren geschoszeten nardi und si brach den mermelstein und gôz si ûz ûf sîn houbit EvBeh
Mc 14,3.
Lc 7,37;
man behelt den campfer in märmeleinen vazzen oder in alabaster BdN
396,7
MWB 1 143,5; Bearbeiter: Tao
alabaster|stein
stM.
von dem alabaster. nicomar oder alabastrum ist ain alabasterstain BdN
453,13.
– im Vergleich, auf die Farbe des weißen Alabasters bezogen:
schneweys als ain helffenpain [La. als Alabasterstain
] / was sein haut und sein har HvNstAp
8274
MWB 1 143,35; Bearbeiter: Tao
alamande
Subst.
→ almendîn
MWB 1 143,41;
alanc
Adj., Adv.
auch alinc.
1 Adj. ‘ganz, unversehrt’
2 Adv. ‘ganz und gar’
1
Adj. ‘ganz, unversehrt’
integer: alenger vel ganzer SummHeinr
2:342,01.34;
daz sunnen liet schinet durg mittlen [mitten durch] daz glas, / iz is alinc unde luter sint, als iz e des was. / durg daz alinge glas geit iz in daz hus, / daz vinesternisse verdrivet iz dar uz. / du [Maria] bis daz alinge glas, da der durg quam / daz liet, daz vinesternisse der werlde benam MarldA
19
2
Adv. ‘ganz und gar’
iedoch nesculen wir nit alanc ze sicher sin, daz wir durc sine barmherze unser sunde iht ze harte meren Spec
146,4;
hie verbiderbet sich der lib [...]. / des gescihit [...] alanch da nieht, / da ewicliche scinit daz unzegancliche lieht Himmelr
2,31.
4,1.
7,1.
9,2.
MWB 1 143,42; Bearbeiter: Tao
1alant
stM.
‘Alant’ (vgl.
alêne
):
alandes libre iii Ipocr
286;
enula, di heiset alant zu dute Macer
20,1;
der alant gesoten subert di wip an ir suche ebd.
20,3;
des alandez bleter ebd.
20,7
MWB 1 143,56; Bearbeiter: Tao
2alant
Subst.
ahd. alunt.
‘Aland’, ein Fisch:
capito vel capedo: alant vel munua SummHeinr
1:156,592;
capedo species piscis id est alant ebd.
2:222,220
MWB 1 143,60; Bearbeiter: Tao
alantwurz
stF.
‘Alantwurzel’
swem diu huste we tu, der nem guten win in ein vaz [...] und lege dar in alantwurz und laz ez uber naht sten und trinch ez morgens vastend BenRez
36
MWB 1 144,1; Bearbeiter: Tao
alare
stM.
auch ælære.
‘schwarzer Holunder’ (sambucus nigra, vgl. Pfeiffers Glossar und Marzell 4, 67-69):
swem der bouch geblæt ist unde der die wazersuht hât, der nem alare Barth
153,2;
dû solt den alare sieden in einem ezich ebd.
138,29.
138,27;
ælære
ebd.
136,35.
138,24
MWB 1 144,5; Bearbeiter: Tao
â|laster
stN.
‘Makel, Fehler, Schwäche, Sünde’
iust aber allen wol erkant, / daz nieman alse sælic ist, / der al der werlde und alle vrist / sô wol ze willen müge geleben, / im enwerde âlaster gegeben Tr
15488;
septem vitia principalia, / siben alaster sprichet daz SiebenTodsündenI
362;
swel mentsch únsern herren unwirdeklich enphahet in sin hertze, daz vol ist alasters und untugend, daz wirt me gekrenket denn gesterket, und ladet dester me súnd uff sich selben PrGeorg
84,5
MWB 1 144,11; Bearbeiter: Tao
albære
Adj.
→ alwære
MWB 1 144,21;
albchen
stN.
→ albel
MWB 1 144,22;
1albe
swstF.
1
‘hoher Berg’
2
‘Gebirgsweide, Alm’
3
‘die Alpen’ (Eigennamencharakter nicht immer deutlich, vgl. auch 1 )
1
‘hoher Berg’
do chert der helt iunge / uf aine hohe der alben Rol
3341;
zer wilden albe klûsen / die alten sâzen sunder wer Parz
190,22;
daz rîche ist vesteclîche / mit vesten wilden alben / beslozzen allenthalben RvEAlex
16807.
16960.
18011;
RvEWchr
2045;
auf ainr hôhen alben in Kärnden BdN
113,2.
– zusammen mit berc, plân, velt, wilde verwendet:
in dem plân und ûf den hôhen alben MF:Reinm
68: 2,3;
si kamen mit werlichin siten / gedrungen allenthalben / uz der wilde und von den alben, / da si virborgen waren RvEWchr
23430;
ûf velde und in alben EnikWchr
23374;
Hiob
13720;
Teichn
682,73.
– in Vergleichen:
wer mohte gecelin al die menige, / die Cêsari îltin ingeginne / van ôstrit allinthalbin, / alsi der snê vellit ûffin alvin [...]! Anno
26,4;
und wart iu dehein sne bechant, / als er von den alben gat, / noch dicher vielen an der stat / die leute tot dar nidere Dietr
9396;
vil starker schlege ward geton / uff lichten helm on allen won. / [...] / der schnew viel nie von alben / so vast als da die ringe GTroj
1202.
8004.
16009.
– als Bestandteil von Personennamen:
her Dvͤrinch von der Alben UrkCorp (WMU)
747,30;
her Fridereich von der Alben ebd.
1006,27
u.ö.
2
‘Gebirgsweide, Alm’
der junge zü der alben gie / da er sins maisters viche lie / öne hütt hett verlön GTroj
2187;
daz ich deu guͦt [...] ze lehen han [...]: [...] den walt in der Dorenne vnd die alben, dev gericht in der Abtenowͤ vnd die vogtay UrkCorp (WMU)
3217,25;
der toͤt doch einen fremden man / an einer alben umb sein hab Teichn
293,13;
über alle wurz der alben / du heilest menschen sünde wunt Mügeln
151,11
3
‘die Alpen’ (Eigennamencharakter nicht immer deutlich, vgl. auch 1):
alpes: albun proprie montes Gallię sunt, quia gallorum lingua ‘alpes’ montes alti vocantur SummHeinr
1:227,370;
gegen Basel fuor der herre [vom Niederrhein her] . / über Albe cherte er do. / seiner chünfte waren die Walhen vro Serv
1075;
von der Tuͦnoͮwe, als si gat / und ir fluz da den namen hat, / untz an die hohsten Albe hin / ist, als ich bewiset bin, / dú obir Germanie gelegin RvEWchr
2222;
von dem guoten, wolgemuoten fragent si vil dicke bi dem Rine, / allenthalben uf den Alben lopt man in wol und die sine Tannh
1,66.
13,73
MWB 1 144,23; Bearbeiter: Tao
2albe
stswF.
aus lat. alba.
‘Albe, weißes liturgisches Gewand’
swenne wir unsich garwen in albe, so begên wir hôczit Spec
69,13;
waz betútet die alba? der meister sprach: Jeronimus heizzet die alben ephot. die alben, der si plagen in der alten e, die warent gewurkt uzer hare. [...]. vnser alben sint luter vnde sleht Lucid
87,6;
dú albe [des Priesters in der Messe] bezaichet daz luter hertze und daz rain leben daz únser hêrr uff ertrich hatte PrGeorg
8,31;
LvRegFr
3895;
KLD:Kzl
3:1,3.
– auch ‘weißes Gewand’
und die zu noten mir gesten, / die suln in alben mit mir gen, / wen sie sint iz wol wert [Apc 3,4]
HeslApk
4634;
tu wol und entpfach / disen gruz und der alben cleit ebd.
5127;
zwen engel in zwain albun / da sach si sitzen wol beklait SHort
9774
MWB 1 145,5; Bearbeiter: Tao |