âventiurlich
Adj.
1
‘ritterlich, kühn’
2
‘wundersam, absonderlich, ausgefallen’
3
‘zufällig’ (vgl. âventiurgeschiht )
1
‘ritterlich, kühn’
das Lancelot der beste ritter were der in der welt lebte und der abenturlichst Lanc
297,21.
182,24;
er forcht das im ieman sin lant angewúnne mit abenturlichen dingen [im Zuge von Aventüren]
ebd.
304,25;
swaz der welt wirt gesait / abentuͤrlicher werdekait, / daz geschiht durch daz / daz die luͤte dester baz / wizzen waz si wirde WhvÖst
11608
2
‘wundersam, absonderlich, ausgefallen’
[Galaad] der alle die abentúr zu ende bracht von dem abenturlichen konigrich [von Logres, dem Land der Aventüren]
Lanc
29,6;
doch kuͤndet hie min zunge / vil aventuͤrlich sage: / [...] / vil der wilden mære / wie daz kindel [Helmfigur] wære WhvÖst
3929
3
‘zufällig’ (vgl. âventiurgeschiht):
von aventürlicher geschicht [durch Zufall] / waz Paris komen in den tan GTroj
13172
MWB 1 392,49; Bearbeiter: Schnell
aver
Adv., Konj.
→
aber
MWB 1 393,1;
avern, evern
swV.
‘etw. erneuern’ (vgl. aber Adv., Konj. 1.1):
die tugenthaften, die ire magituͦm an ire [Maria] wellent wider averen mit der nâchbildunge chûskes lebennes TrudHL
100,3;
graben unde mûre / wart duo wol gaverôt, / alsô iz der edel kunich gebôt Kchr
7434.
7224;
[sie] brechent die suene und aevrent die alten viantschafft mit scheltworten StRAugsb
123,21.
–
‘etw. wiederholen, neu aufgreifen’
di salm suln vnze an svntag zeden selben ziten geaberet werden [
repetantur
]
BrAdm
18;
BrAsb
18;
die ir suͤnd weinent und chlagent und si doch ævernt, den drot unser herre PrOberalt
126,18;
Spec
111,11
u.ö.;
darvmb ich es bliben la, / wann ich da vor anderswa / han gesagt von vil ritterschaft. / des het min kunst klein krafft, / ob ich es aber avert nuͦ Krone
22246;
vnd han gisworn vf den heiligon die vorginanden ansprache, recht vnd vordirv́nge niemer mere zi everren UrkCorp (WMU)
2553,28
MWB 1 393,2; Bearbeiter: Diehl
averunge
stF.
‘Wiederholung’
wan hivte erschinen ist der tak ainer niwen vrlosvnge, der tak ainer alten avervnge, der ewigen sælichait Spec
22,2;
daz dû [Maria] mir die sinne erwerbest, daz ich mîn sünde beweine / und äverunge werd gevrît Loheng
7668
MWB 1 393,21; Bearbeiter: Diehl
âvoy
Interj.
Ausdruck des Staunens und der Bewunderung (vgl. Vorderstemann, Fremdw., S. 43ff.):
âvoy nu siht man sehse gên / in wæte die man tiure galt Parz
235,8;
âvoy wie manegen rîter kluoc / der künec Marlanz brâhte! Wh
394,6;
âvoy, wie stolzlîch si reit! Wig
9275;
avoý! nu kumet er aber hie RvEWh
6464
MWB 1 393,27; Bearbeiter: Diehl
âwasel
stM.
auch abesele, âwehsel, âwürhse.
‘Kadaver, Aas’
hât ein man einen brunnen gegraben an der strâzen, unde vellet sîns nâchgebûren vihe dar in, er muoz imz gelten: [...] unde der âwehsel belîbet jenem, der den brunnen niht bedakte PrBerth
1:287,4;
die âwürhsen ebd.
1:134,33
u.ö.;
ist daz ein ohse den andern wundet, unde ern stirbet niht ê an dem vierten tage, sô sol man den lebenden ohsen verkoufen unde den abasel, unde sol daz teilen SchwSp(W)
172,30.
172,31;
StRAugsb
35,19.
173,32;
demuͦt ist niht abesele, wan sist ob aller tugende JTit
5532,1
MWB 1 393,34; Bearbeiter: Diehl
awe
stF.
→ ouwe
MWB 1 393,46;
âwê
Interj.
→ ouwê
MWB 1 393,47;
â|webe
swSubst.
‘Zettelende, Längsende eines gewebten Stoffes’
und swer och ungelich aweben machot, die sol man im abschniden, da mit wirt diu linwat raine und guͦt UrkCorp (WMU)
584,15
MWB 1 393,48; Bearbeiter: Diehl
â|wëgec
Adj.
‘verirrt, vom Weg abgekommen’ (vgl. abewëge):
[Maria] di mih berihtet, / swenne ih awegie [l. awegic
] gen Pilatus
1,81
(vgl. Klein/Bumke, Index, S. 18)
MWB 1 393,52; Bearbeiter: Diehl
âwehsel
stM.
→
âwasel
MWB 1 393,56;
â|wërke
stN.
→ â|würke
MWB 1 393,57;
â|wîchen
stV.
→
â|wicken
MWB 1 393,58;
â|wicke
stN.
‘Abweg, Einöde’ (vgl. abewëc):
devia: awiki, abwege quasi extra viam SummHeinr
1:228,391.
2:266,01.9.
2:77,179;
avium: awicke ebd.
2:179,01.67
MWB 1 393,59; Bearbeiter: Diehl
â|wicken
swV.
‘(von etw.) abweichen’
die auer gâwicet habint mit hoͮpthaftin sundin, die schulin chomin ze wârer riwe unde ze warer buͦzze Spec
51,7
u.ö.;
uon geboten dinen niht awiket ich [interl. zu erravi
]
PsM
118,110;
jn allen dingen so volgin si der regele ir meistre vnd von ir en awike [
declinetur
] nieman vreveliche BrHoh
3;
hierher auch (vgl. Mellbourn, CVIf.):
so sint vnseriv herze wol gerihtet, so si niht âwichent wedir ze der vînstern noch ze der zeswin Spec
8,19
MWB 1 393,63; Bearbeiter: Diehl
â|wirche
stN.
→ â|würke
MWB 1 394,9;
â|wîse
Adj.
‘verrückt, dumm’
wande der win macht ovh wise livte awise [
apostatare facit (vgl. Sir 19,2)]
BrHoh
40
MWB 1 394,10; Bearbeiter: Diehl
â|wîse
stF.
→ abe|wîse
MWB 1 394,13;
â|witze
stF.
‘Unverstand’ (vgl. abewitze), hier: ‘Ungelehrtheit’
unsers herren parmherzikait / hot daz swach dirre werlt / im selber uzerwelt, / daz er mit der awiz / der werlt sterke und ir wiz / lester unde schende / an dem jungesten ende. / [...] pater sancte, / dir sei gnod und danch gesait, / daz du dein sußikait / der werlt weisen host vorverspart / und host si geoffen und gelert / deine klainen kindelin, / deu arm an irm geist sein MvHeilGr
1531
MWB 1 394,14; Bearbeiter: Diehl
â|witzec
Adj.
‘unverständig, geistig beschränkt’
swer denne niht âwitzec ist, der sol sî [die Sünde] ob allen dingen hazzen, vürhten unde vliehen DvASchr
348,28
MWB 1 394,23; Bearbeiter: Diehl
â|witzen
swV.
‘von Sinnen sein’
swenner [Saul] awitzen began / und in sin unsin ane gie, / so was mit sinir herffen hie / vor im der junge David / und stiltim guͦtlich alle zit / sine tobesuht als ê RvEWchr
24312
MWB 1 394,27; Bearbeiter: Diehl
âwürhse
stM.
→
âwasel
MWB 1 394,32;
â|würke
stN.
auch â|wërke, â|wirche.
grober Flachs, Hanf, auch der beim Auskämmen entstehende noch verwendbare Abfall:
stuppa: awirki [Laa. awirchi, awurchi, awerke
]
SummHeinr
1:326,162.
2:483,399;
stuppa: awurk VocOpt
17.009;
tumetum: awurk ebd.
17.010
MWB 1 394,33; Bearbeiter: Diehl
axt-
→ ackes-
MWB 1 394,39;
ay
Interj.
→ ahî
MWB 1 394,40; |