â|smeckende
Part.-Adj.
‘mit einem Beigeschmack, ungenießbar’
ab der wyn sy osmeckinde wurdin von dem vasse Pelzb
119,35
MWB 1 379,29; Bearbeiter: Diehl
asp
swF.
eine Giftschlange (vgl. aspentier):
von der aspen. aspis haizt ain asp. daz ist ain slang wahsvar oder gel. diu læzt vergift in irm piz BdN
262,12;
diu asp schadet den läuten von dem land Africa niht ebd.
262,32;
und der aspen ist gleich, dy do vor dem czaubrer verstupht ir oren PsMb
26(Glossar).
– oft in der lat. Form:
aspis, aller natern bœste unde wirste PrBerth
1:71,23;
gein aspîs, ecidemon, / ehcontîus unt lisîs, / jêcîs unt mêatrîs / (die argen slangenz eiter heiz / tragent) Parz
481,8;
aspis ein wurm geheizen ist, / der zuo der erden strecket / ein ôre, und in daz ander stecket / sînes zagels ort KvWLd
25,1;
Herb
9255.
– in Verbindung mit basiliske als Symbol der Sünde und des Todes:
uf dem basilisco / und uf der bosen aspide / saltu [Satan] gen! Vät
31989;
Georg
4200
MWB 1 379,32; Bearbeiter: Schnell
aspan
stM.
→
eʒʒischban
MWB 1 379,48;
aspe
swF.
‘Espe, Zitterpappel’
nim di keueren [Kätzchen?] di da wachsen an den aspen. vnde stoz di mit aldeme smere SalArz
31,14;
etelîche böume die sint ûzen an der rinden gar sleht unde bringent niemer deheine guote fruht, als die aspen und die birken und etelîche ander böume PrBerth
1:158,37;
tremulus: aspa SummHeinr
1:179,124.
– phras. ‘zittern wie Espenlaub’ (vgl. espîn):
die mynne mir daz hertz uff huͤb, / daz ez von senender luͤste / fur schockent in der bruste / und wagent sam ein aspe Minneb
3283
MWB 1 379,49; Bearbeiter: Schnell
aspentier
stN.
eine Giftschlange (vgl. asp):
unt sie [Cleopatra] hiez ir gwinnin zwei aspin tier, die sint der nâtûre: swen sie bîzint, den gêt der slâf ane unt alsô slâfinde mûz er sterbin. die zwêne wurme satzte sie an ir bruste PrMd(J)
354,1
MWB 1 379,60; Bearbeiter: Schnell
aspindê, aspindei
Subst.
Name einer nicht brennbaren, besonders beständigen Holzart:
von edelen holze aspindei / was daz gewerke. / daz solt ir rehte merken. / daz holz daz is tûre, / iz ne mah in den fûre / neheine wîs verbrinnen SAlex
6094;
aspindê dez holz enbrinne niht Parz
490,26;
ich [Feirefiz] stach vor Agremuntîn / gein eime rîter fiurîn: / wan mîn kursît salamander, / aspindê mîn schilt der ander, / ich wær verbrunnen von der tjost ebd.
812,22;
cipresse, kasse, mandel, mirre, zeder, [...] und aspinde, dar uz Noe di arke / worcht JTit
301,2;
sin schilt uz aspindaye. daz holtz hat chraft so starke, / daz uf Mont Synaie noch huͤte unverdorben stet diu arke, / di Noe von dem selben holtze worhte ebd.
3017,1
MWB 1 380,1; Bearbeiter: Schnell
aspis
F.
→ asp
MWB 1 380,16;
â|spræche
stF.
‘Geschwätz, Gerede’
‘sag an’ sprach der riuze, ‘wer ist mit dir dâ? / mit dîner âspræche machest du mich grâ.’ OrtnAW
234,2
MWB 1 380,17; Bearbeiter: Schnell
â|sprâchen
swV.
‘herumreden, schwätzen’
her Isingrin, ih sol ivch sagin: / ‘lant iwer asprachen sin!’ / do wart geleidiget Isingrin ReinFu
S1,631;
iuwer rede ist mir ein spel. / diu zunge ist iu vil gar ze snel / ûf üppeclîchiu mære. [...] mir ist der knappe wilde, / von dem ir âsprâchent hie KvWTroj
5207
MWB 1 380,20; Bearbeiter: Schnell
ass(e)
Adv., Konj.
→ alsô
MWB 1 380,27;
assach
stN.
‘Gefäß, Geschirr’
ein herr mit gutem wein / der yedem man fult daz sein, / waz man azzæch pringt da hin Teichn
371,15;
si sazten ûf di tische / diu vaz [La. assach
] alsô lære, / dâ von si hêten swære EnikWchr
18283;
das assech alles guldein was / do man aus as und trankch Seifrit
2497;
vnd die zwaintzich phenning, da mit man daz azzaech aller ieerlich pezzer UrkHeil
2,155
(a. 1332)
MWB 1 380,28; Bearbeiter: Schnell
assel
Subst.
‘Assel, Kellerassel’ (vgl. Anm.z.St.):
oder nim ein wúrmelin, heisset ein esel, gat in den mûren ElsArz
227
MWB 1 380,37; Bearbeiter: Schnell
assenieren
swV.
nur Part. Prät.
‘geschmückt, herausgeputzt’ (aus afrz. acesmer, nur in der Karlmeinet-Kompilation belegt):
Karlle sach do dar beneven / eynen ritter wael gezeirt / up eynem ross geassineirt KarlGalie
9565
(vgl. Anm.z.St.);
als Galia alsus in dat gevoich / gekleidet was ind gezeirt / van orde zo ende geassinieirt ebd.
10316.
10204;
da vunden si schone inde wale / manige vrouwe gehatzenieret, / mit richen cleideren gezieret MorantGalie
1077
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 380,40; Bearbeiter: Schnell
assidiôse
Subst.
eine (nicht näher bekannte) Heilpflanze:
ein krut assidiose wehset bi dem flumen. / [...] swer die wurtz hat in der hant zetragene, / der mac den boͤsen geisten, swaz er wil, gebieten JTit
6155,1
MWB 1 380,50; Bearbeiter: Schnell
assise
stswF.
‘Akzise, Verbrauchssteuer’ (vgl. LexMA 1,261);
Belege nur aus dem Kölner Raum:
dat die buͦrgere van Kolne die assise [...] hoen inde setzin muͦgin redeliche na ieren willen UrkCorp (WMU)
75,35.
61,37;
der busschoff solde sy [die Bürger von Köln] maichen vry / schetzingen, tollis ind assisen HagenChr
5324;
euer wilt myn here, / dat men in synen vromen kere / beer pennynge ind wege tol; / noch me myn here hauen sal / alle die molen ind die assise ebd.
2348.
2208
MWB 1 380,55; Bearbeiter: Schnell
assolieren
swV.
Part. Prät. ‘verwundet’ (vgl. Steinhoff, Lanc., S. 821):
das ir eyner dot múst bliben oder sie beide, oder assoliert von irme libe beidersampt Lanc
32,13
MWB 1 381,1; Bearbeiter: Schnell
assumpciôn
stF.
‘Himmelfahrt’, hier Mariä (15. August):
an dem mentage vor der assumziune sancte Marie UrkCorp (WMU)
832,10;
an unser vrowen abnt der assumpcion ebd.
2766,1
MWB 1 381,5; Bearbeiter: Schnell
ast
stM.
1
‘Ast, Zweig’
2 übertr. des pflanzlichen Bildes auf andere Verhältnisse
1
‘Ast, Zweig’
die brachen ab dem boume die este AvaLJ
109,1;
do hete div dvrre gerte Aarones este lazzen unde bloͮte unde hete nuzze gewnnen Spec
97,13;
die bernt uns mit dem stocke schate, / niht mit dem grüenen meienblate, / mit zwîgen noch mit esten Tr
4675;
Pelzb
122,14
u.ö.;
und [die Götter] gaben ir zustund / wurz, este, ris, loub unde bast Mügeln
254,8.
– auch bei nicht verholzten Pflanzenteilen (Reben, Seitentrieben u.ä.):
der weinreb hât die art, daz er ain seit an dem ast an ainem knoden daz weinplat auzscheuzt und ander seit die weinper BdN
351,12;
seiner [des Dills] este plüemel ebd.
382,3
u.ö.
– phras. (?): den dürren ~ kiesen :
vroude und wunne ir zubrast. / sich do kos si den durren ast / als di turteltube tut zu vorn, / wen si irn gegaten hat verlorn Brun
5296;
ir triwe kôs den dürren ast Parz
57,14;
vgl. dürrer ~
als Bild für Kummer und Leid auch
WhvÖst
3091;
KvWHerzm
253;
hierher?:
daz ich [...] aller fröiden gast / iemer bin. mîn ungesunt / gelîchet eime, der ein ast / muoste bûwen zaller stunt SM:Gl
3: 9,15
2
übertr. des pflanzlichen Bildes auf andere Verhältnisse:
die zwuo âdern estent sich über all den leib und [...] sendent ir este zuo dem hirn BdN
36,18.
24,28.
36,31;
des kuniclîchen stammes ein blûnder ast Kreuzf
5570;
WhvÖst
12358;
er inpfete daz êrste rîs / in tiutischer zungen: / dâ von sît este ersprungen, / von den die bluomen kâmen Tr
4740;
und hât gezinnelt [gezackte] hörner mit esten sam ain hirz BdN
160,14;
die du siest gaen irreclich: / sistu dann das sij versteinet sint / und gestercket in dem irren aste [Ab-, Seitenweg]
Pilgerf
503.
– Querbalken des Kreuzes:
vnd namen die zwene este des heiligen crûces Konr
11,33.
11,4;
genagelet vil vaste / zuo des kriuzes aste RvEBarl
2904;
Wernh
1224;
Mügeln
17,17
MWB 1 381,9; Bearbeiterin: Baumgarte
ästel, ästelîn
stN.
Dimin. zu ast:
tvͦ diner minne als man dem edelen bavm tvͦt, dem snidet man die vndern estel elliv abe PrBerthKl
7,68;
[die Birke] hât vil swanker ästel BdN
331,18;
si macht gar auz ain wênig ästleinen ain nest ebd.
225,26;
welher [der Tropfen] aber an den ästleinn beleibt hangend [...] der ist rain ebd.
375,12.
–
der stain [die Koralle] hât ästel sam ain hirzhorn oder sam ains krautes wurzel mit vil zägeln BdN
439,11
MWB 1 381,46; Bearbeiterin: Baumgarte
asten
swV.
→ esten
MWB 1 381,55;
asthma
stN.
→ asma
MWB 1 381,56;
â|stiure
Adj.
‘unbesetzt, führungslos’
do daz romesche rich alsus lidig stuͦnt und ostür ClosChr
41,4.
35,35;
wenne es beschach daz das roͤmesche kúnigriche oͮstúre stuͦnt MerswNF
39,21
MWB 1 381,57; Bearbeiterin: Baumgarte
â|stiuren
swV.
‘sich des Steuers, der Führung berauben’
swer aber sich astiuret, / der vert ein böse vart Frl
12:4,19
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 381,61; Bearbeiterin: Baumgarte
astoht
Adj.
‘geästet, astreich’
ein [...] eich, / astet [La. astoht
] mit starchin estin groz RvEWchr
30061
MWB 1 382,1; Bearbeiterin: Baumgarte
âstrîʒa
F.
‘Große Strenze’ (Astrantia maior, vgl. Marzell 1,505):
minz unte epphich, chres unt lattich, / astrîza unt wîchboum habent ouch suozen toum [Duft]
Gen
252
MWB 1 382,4; Bearbeiter: Diehl |