anvrouwe
stF.
→ anevrouwe
MWB 1 335,16;
anzel
swF.
→ einzel
MWB 1 335,17;
apfalter
F.
→ affalter
MWB 1 335,18;
apfaltërîn
Adj.
→ affaltërîn
MWB 1 335,19;
apfel
stM.
auch Sg. epfel (vgl. Seuse 361,22 ; KvHelmsd 2572 ).
1
‘Apfel’
1.1 als Frucht 1.2 metonymisch für den ganzen Apfelbaum 1.3 im Sprichwort (vgl. TPMA 1,160-165) 2 (apfelförmige) ‘Frucht’
3 übertr. 3.1
‘Reichsapfel’
3.2
‘Augapfel’
1
‘Apfel’
1.1
als Frucht:
dér stank dînes múndes. íst sámo dér sûozon éphelo Will
123,1;
nim denne sur epfele, snit die kern her vz BvgSp
26;
ez sin birn oder ephel oder steinobez StRAugsb
131,14;
so brichestu denne die gruͤnen, wissen, roten oͤppfel miner saffigen menscheit Mechth
2: 25,120
1.2
metonymisch für den ganzen Apfelbaum:
also machtu pfroppin birn vnd eppil noch dem, als hi geschrebin stet Pelzb
122,17
1.3
im Sprichwort (vgl. TPMA 1,160-165):
als lîht ist gote, himel und erde umbe ze kêrenne, als mir ist, einen apfel umbe ze kêrenne in mîner hant Eckh
2:242,3;
als da ein apfel ist gelegen, da belibet ein smak ebd.
2:456,3;
der apfel ist vil ungesmac, / den man unzitic brichet MarLegPass
18,152.
–
‘der Apfel fällt nicht weit vom Stamm’ (vgl. TPMA 11,104):
swâ noch der apfel walzet hin, / er dræjet nâch dem stamme sîn: / daz wart bewæret unde schîn / an dem juncherren KvWTroj
632;
der apfel der ist senewel al umb unde umme. / swie verre er von dem stamme walgert in slecht unde in krumme, / doch hat er nach dem stamme sinen smac Meissner
1:5,1;
der aphel zismet [folgt] nach seim reis, / daz habt ir manig zeit vernomen. / so ist der leib von sunden chomen; / da hin strebt er an under laz Teichn
384,36.
33,11;
dan vom hertzen kommet stercke des mannes nu / als der appel vom stamme des appelboumes Pilgerf
4540
2
(apfelförmige) ‘Frucht’
wiltu ouch, das di eppil der quiddin groß werdin Pelzb
118,5;
so nim des cipressen boumes epfel SalArz
27,25;
daz kraut [Alraune] tregt öpfel, die smeckent gar schôn und haizent erdöpfel BdN
407,2;
die nement die öpfel, die dâ haizent aranser von dem paum arans ebd.
318,16.
– oft ‘Granatapfel’
únte móst ûzzen rôten épfelen gedûhtan [gepreßt] . dîe uílo córnelîno hábent Will
132,2;
aber neur ain apfel haizt malogranatum, wan granum ze latein haizt ain korn, dar umb haizent si die laien malgranöpfel BdN
329,15.
– Frucht vom Baum der Erkenntnis:
dîn helfe uns an dem slangen rach, / der uns den aphel ezzen sach KvWLd
1,140;
wan der tod uns was gemessen / durch des suͤssen epfels essen KvHelmsd
2572;
si muͤssent oͮch in gottes gehorsami den selben boͮm miden, da Eva und Adam den oͤppfel von assen Mechth
4: 27,131
3
übertr.
3.1
‘Reichsapfel’
an zepter und an krône / und an dem aphel guldîn, / der voller erden sol sîn / und ein kriuz darinne oben Ottok
40701.
292;
hierher?:
duͦ chom Roͮlant, / er hete einen aphel in siner hant, / mit michiler hochverte, / mit gevaztem swerte Rol
1841
3.2
‘Augapfel’
in dem appel des augen myn Pilgerf
3083
MWB 1 335,20; Bearbeiter: Diehl
apfelbiʒ, apfelbîʒ
stM.
‘der Biss in den Apfel’ (nur belegt für das Essen der verbotenen Frucht im Paradies, den Sündenfall):
dô uns Adames schulde von dem paradîse schiet, mit dem apfelbizze, den er dâ tet von des slangen râte PrBerth
1:291,28;
ich muoste durch den itewîz, / den frouwen Êven apfelbîz / hât leider brâht uns allen, / in dise materie vallen Renner
186;
dû [Maria] bist aller frouwen schilt für itewîz / den in Êvâ brâhte umb einen kleinen apfelbîz Marner
14,16
MWB 1 336,10; Bearbeiter: Diehl
apfelboum
stM.
‘Apfelbaum’
dar umb, daz malus ze latein ain apfelpaum haizt BdN
329,10;
so nym eyn ris von eyme appilboume vnd pfroppe das vf eyne erlin stam Pelzb
122,29;
warumbe enwürket diu natûre des apfelboumes niht wîn, und warumbe enwürket der wînstok niht epfel? Eckh
3:460,5;
Brun
303.
– im Sprichwort (vgl. TPMA 1,165f. und apfel 1.3):
wer allermeyst gudes ist vol, / so viel me demut ist in yme. / glicher wijse ist der synne: / so der appelbaum me eppel dreit, / so er sich gheen dem mentschen me neiget Pilgerf
136
MWB 1 336,20; Bearbeiter: Diehl
apfelgarte
swM.
‘Garten mit Apfelbäumen’
Salomon hete [...] / uns beschriben vir garten / [...] der andir ein. apfelgarte ist Brun
11530.
11540;
ein edel apfelgart ebd.
11844
MWB 1 336,31; Bearbeiter: Diehl
apfelgrâ
Adj.
‘weißgrau mit dunkleren, apfelförmigen Flecken’ (von Pferden: Apfelschimmel):
manich appelgra march Roth
867;
vil schône grîs und aphelgrâ / sô schein daz ros von sneller art KvWSchwanr
1004;
das roß das er herre rayt, / was sinewel und appfel grab, / schon gestrichen hie und da HvNstAp
4152
MWB 1 336,35; Bearbeiter: Diehl
apfelgrîs
Adj.
‘weißgrau mit dunkleren, apfelförmigen Flecken’ (von Pferden: Apfelschimmel):
sîn ros, geverwet aphelgrîs KvWTroj
31780;
der haiden reit ein stolzes pfert, / [...] / sein farb ist apfelgreise Virg(St)
99,6
MWB 1 336,42; Bearbeiter: Diehl
apfelhâke
swM.
‘Haken zum Herabziehen der Äste’ (?):
diz zeigete mir der herre got, und sehet, ein apphelhake [
uncinus pomorum
] . und sprach: waz siestu, Amos? do sprach ich: einen apphelhaken Cranc
Am 8,1. 2.
Vorr. Am 321,3
MWB 1 336,47; Bearbeiter: Diehl
apfelkërne
stswM.
‘Apfelkern’
gip im [dem an Husten Erkrankten] zu ezzene ganz epfele kerne vnde vigin SalArz
45,12
MWB 1 336,52; Bearbeiter: Diehl
äpfellîn
stN.
Dimin. zu apfel:
[der Teufel zu Eva:] nim hin das rotͤe ephellin / unt stôz daz in dîn mundelîn PassSpW
106;
als dú himelsch muͦter irem zarten kindlin Jesus ein epfelli gab ze essen Seuse
25,21
MWB 1 336,55; Bearbeiter: Diehl
apfelmuos
stN.
‘Apfelmus’
wilt du machen ein apfelmuͦs, so nim schoͤn epfele vnd schele die BvgSp
69;
wirt apfelmus uz bonenblut? Frl
13:24,5
(vgl. TPMA 2,62)
MWB 1 336,60; Bearbeiter: Diehl
apfelrîs
stN.
‘Zweig vom Apfelbaum’
dar inne gebluet stunt / [...] manchir hande blumen / di ich sundir nicht kan numen / vil manich wunneclich apfelris Brun
536
MWB 1 337,1; Bearbeiter: Diehl
apfelrôt
Adj.
‘rot wie ein Apfel’
der mangverbig regenpog hât dreirlai varb. ze voderst diu aller äuzerst und diu obrist ist apfelrôt oder rœter, diu næhst dar nâch ist grüen, diu dritt ist wahsvar BdN
98,27
MWB 1 337,5; Bearbeiter: Diehl
apfelsaf
stN.
‘Apfelsaft’
der waltratt [...] ist gar girig zuo apfelsaf BdN
140,11;
so gip deme sichen [...] dyalaccam mit epfel saffe gesotin [...] oder athanasiam mit epfel saffe gesotin SalArz
54,1
MWB 1 337,10; Bearbeiter: Diehl
apfelschale
F.
‘Apfelschale’
eyn harn het [heißt] in dem latin citrina: de ist gestalt alse eyn malogranates appelschale OvBaierl
45,2
MWB 1 337,14; Bearbeiter: Diehl
apfelstoc
stM.
‘Apfelbaum’
und jach her were ein rebuk / ein hirz und ouch ein apfelstuk Brun
7367
(vgl. die Auslegung 7414: got glichet sich dem apfelboume);
783.
5023
MWB 1 337,17; Bearbeiter: Diehl
apfeltranc
stMN.
‘Apfelwein’
gegen dem mete sûrez bier / hât ir geschenket mîme neven / und um den süezen wîn von Cleven / apfeltranc vil bitter KvWEngelh
3895;
ydromellum potio ex aqua et malis Matianis: ephiltranc / apheltranc SummHeinr
1:340,370.
– im Sprichwort ‘das wird jmdn. sauer ankommen’ (?):
daz wirt aber Wîerât ein epfeltranc, / ê daz siz gelerne; / wan diu hoeret mîn geplätze gerne Neidh
WL 5:1,8
MWB 1 337,21; Bearbeiter: Diehl
apfelvruht
stF.
‘Apfel’
denne izzet mit menschlicher zucht / got selbin sin apfelvrucht Brun
8531;
hierher?:
die brahten [...] / spise maniger hande, / [...] / vrisch brot, wiz als ein sne, / vigen, nuzze, und aphele fruht Vät
7219
MWB 1 337,30; Bearbeiter: Diehl
apfelwîn
stM.
‘Apfelwein’
wy do wirt appilwyn odir birn, pflumen, malagranatinwyn Pelzb
119,8
MWB 1 337,35; Bearbeiter: Diehl
apoplexîe
stF.
‘Schlaganfall’
da uon sint si [die Blätter] gut [...] uor di apoplexie SalArz
88,21.
96,2.
– i.d.R. in der lat. Form:
ein siechtum in begreif, / von dem im entsleif / hende, munt und fuoz: / selten wirt buoz / des siechtums ieman; / swen er kumt an, / umb den ist ez ergangen sâ; / er heizet apoplesiâ Ottok
55732;
daz vallend lait, daz ze latein apoplexia haizt BdN
407,25
u.ö.
MWB 1 337,37; Bearbeiter: Diehl
apostel
stswM.
‘Apostel’
den heiligin geist sante er her nidir sînin jungerin den zwelf apostolin PrMd(J)
344,21;
propheten und apostolen / und alle godes heiligen MarldA
94;
in dem meien: der apostolen tac Jacobi unde Philippi StatDtOrd
76,27;
der edel apostel sant Paulus Eckh
5: 8,2.
– häufig in der lat. Form:
der gûte sanctus Mathêus, der heilige apostolus unt êvangelista PrMd(J)
350,5.
– singulär ‘Apostelgeschichte’
diu hilig schrift diu nach gotes geburt geschriben ist, diu hiligen ewangelia, apostolus und ander hilig schrift PrOberalt
87,19
MWB 1 337,45; Bearbeiter: Diehl
apostelntuom
stN.
‘Apostelamt’
die zwene gotes knehte / baden umb daz apostelnduͦm HvNstGZ
4912
MWB 1 337,57; Bearbeiter: Diehl |