antsæʒec
Adj.
‘furchterregend’
er wart sô antsæzic, / daz manneclîcher von im zôch / und man in schiuhelîchen flôch Reinfr
15704;
[er] was worden dô antsæzic. / sîn lîp was risenmæzic / gewahsen ebd.
23399
MWB 1 327,59; Bearbeiter: Diehl
antsegede
stF.
‘abschlägige Antwort, Entschuldigung’ (vgl. antsage):
uon diu inmach nieman niheine antsegede habin dirre brvͦluofte TrudHL
13,33;
duo die boten gisageten welich antsegi [La. ant segede
] si habiten, / er hiez si nieht erwinten Gen
2913;
multi enim sunt vocati, pauci vero electi [...] disiu rede diu ist leider ein vestenunge unde ein antsagede aller der die der welt unde dem tievel dienen wellent Konr(Sch)
45,21
MWB 1 328,1; Bearbeiter: Diehl
antsiht
stF.
‘Anblick’
daz üns nach imo und nach siner wunneclicher antsicht [...] mioze allezana ameron [muß immerfort verlangen]
PrWack
19,6
MWB 1 328,10; Bearbeiter: Diehl
antsmalz
stN.
‘Entenschmalz’
ob dir din fuze we tun, nim biboz, stoz si mit antsmalze und lege ez druber BenRez
20
MWB 1 328,13; Bearbeiter: Diehl
antsmër
stN. oder stM.
‘Entenschmalz’
swem di zen we tun, der nem heffen gutes wines und mische die mit antsmer und lege daz uf di zen BenRez
52
MWB 1 328,16; Bearbeiter: Diehl
anttac
(vgl. AWB 1,565)
stM.
als ‘Gegentag’ der achte Tag nach einem kirchl. Fest (Oktave):
tusschen hie inde sente Johannis ce middis suͦmere andage UrkCorp (WMU)
43AB,26;
dit is gescieht [...] antdages paschen ebd.
53,8;
uf den samsdach des antages na sente Petirs unde sente Pauils dage der heiligen aposteln UrkMoselQ
136,33
(a. 1325)
MWB 1 328,20; Bearbeiter: Diehl
antv-
s.a. enph-
MWB 1 328,27;
antvahs
Adj.
‘mit langem, offenem Haar’
da von ir [Maria] iezu kundig was, / daz si was nacket und hantvas Brun
10054;
diu frouwe [Sibylle] saz antvas / in einem betehûs, / als uns saget Virgiliûs En
2704
MWB 1 328,28; Bearbeiter: Diehl
1antvanc
stM.
auch anphanc, zu enphâhen.
1
‘offizieller, öffentl. Empfang’ , in der Regel mit Erwähnung einer großen Menschenmenge und/oder der Lautkulisse (Gesang, Musik u.ä; aufwändige Beschreibungen eines antvanges ggf. mit Rahmenprogramm vgl. 2
‘Empfängnis’
1
‘offizieller, öffentl. Empfang’, in der Regel mit Erwähnung einer großen Menschenmenge und/oder der Lautkulisse (Gesang, Musik u.ä; aufwändige Beschreibungen eines antvanges ggf. mit Rahmenprogramm vgl.
KvHeimUrst
84;
NibB
568,2.
583,3.
1305,4;
UvZLanz
5377.
9112;
RvEWh
14918
):
diu menege was grozlich, der antvanch was vile wunnechlich AvaLJ
108,3;
ze liebem antpfange man hôrte vrœlîchen scal NibB
247,4;
dô quam mit grôzer hers chraft / elliu himelischiu herschaft / zir vrouwen antvange. / man hôrte von ir gesange / manige süeze wîse KvHeimHinv
1027;
sus wart gein ir antphange / ein grôzer schal mit gedrange LvRegSyon
2949;
Ginovere [...] gab ze dem anpfange / mentel vil lange, / gezobelt wol unz an die hant UvZLanz
5735;
bereiten ime dô einen êrbæren antvanc. / si frumten spil und gesanc, / dô man im engegen gie KvHeimUrst
1293;
Tr
18624.
– bes. den öffentl. Raum, vielleicht die Menschenmenge hervorhebend:
si giengen, dâ si funden die zieren degene / in grôzem antpfange an dem hove stân NibB
1802,3.
– den protokollarischen Akt hervorhebend:
diu kuͤnigin hete geheizen / den byshof daz er gein im gienge / und mit anphange in enpfienge Rennew
32118.
11562.
– übertr. im Kampf:
mit bíttírín antphange / wart er íntphangín dicke Athis
E 86
2
‘Empfängnis’
den antvanc den diu maget tet / von dem engel sâzestet, / der was harte wunderlich, / von al der werelt sunderlich: / wan den diu reine maget emphie, / der hâte dâvor lange sie / geschaffen âne swære LBarl
2608
MWB 1 328,33; Bearbeiterin: Baumgarte
2antvanc
stM.
‘Gegengurt’ (oder anevanc
‘Zügel’ o.ä., vgl. ane vâhen 3.2):
die darmgurteln wâren sîdîn, / veste unde lange, / und die antphange [Laa. di hantphange, der anpfanc
] , / dâ mans ane gorde, / daz was ein tûre borde, und daz vorbûge / ein borde vil gefûge En
5282
MWB 1 329,1; Bearbeiterin: Baumgarte
antvanclich
Adj.
→ enphenclich
MWB 1 329,7;
antvangen
swV.
zu
1antvanc.
‘jmdm. einen Empfang bereiten’ (mit Akk.):
dar zu [dem süßen Duft] wir horten singen / die engel, des wir gedingen, / sie habent geanfanget sie [die verstorbene Alyse]
Rennew
9185
MWB 1 329,8; Bearbeiterin: Baumgarte
antvogel
stM.
‘Ente’
man gesach ouch nie vederspil / sô manegen schœnen vluc getuon. / den antvogel und daz huon, / den reiger und den vâsân / sâhen si vor in ûf stan Er
2043.
2038;
nu seht, ob vunde ein antvogel / ze trinken in dem Bodemsê Wh
377,4;
pey den seen und pey teichen / sach mans die anttvogel vachen / und die repphuner slachen Seifrit
7995;
Bussard
861
MWB 1 329,13; Bearbeiter: Diehl
antvrist
stM.
‘Deuter, Ausleger’
sante Stephan es sich do underwant, / der erste marterære, / daz er ze got wære / sein helfære unde sein antfrist Serv
1193.
–
‘Übersetzer’
translator: antfrist SummHeinr
2:17,13
MWB 1 329,21; Bearbeiter: Diehl
antvristen
swV.
‘übersetzen’
Dauîdis námo uuírt gántfrístet manu fortis. daz quît. ármstrenger Will
58,10;
Jesus, der heilige name, [...] der wart gantfristet uͦz der hebræischen zungen in die latine zungen salvator, ein heilær odir ein hæilant PrHoff
96,18;
ê hiez er Abram, daz ist geantvristet ôbristir vatir, da nach Abraham, daz kv̂it vater vil mangir diete Spec
15,33
u.ö.
– weiter gefaßt ‘verstehen, auslegen’
dû bist Cristus filius dei vivi. den antfristit mîn herze TrudHL
15,25;
an den ungeluͤwigen [...], an den waz der gnaden und des heils zerunnen di die hilig schrift unreht gentvristent und si vercherten PrOberalt
35,21;
die hilig schrift [...], die verstunden si reht und antfristen si wislichen allen den die si horten ebd.
36,38
u.ö.
MWB 1 329,26; Bearbeiter: Diehl
antvristunge
stF.
‘Übersetzung’
editio translatio id est: antfristunga SummHeinr
2:280,180
MWB 1 329,41; Bearbeiter: Diehl
antwart, antwurt
stF.
‘Gegenwart, Anwesenheit’
wer, daz der bote siech wͦrde [...] oder durch lazheit die anwͦrte versuͤnde UrkCorp (WMU)
N408,37;
wir gelowbin di gotelichin antwarte in allin endin wesin BrHoh
19.
–
in/ze jmds. ~
‘im Beisein von jmdm.’
in unser antwurte man ime bant vile vast iewedere hant Gen
2217;
er hat ungezogenlichen getan, / daz er ze diner antwerte / mit gevaztem swerte / greif an sine were Rol
2137.
8745.
–
in/ze
~
sîn
‘anwesend sein’
als die lîch en antwurt wêre, / sô êrlich wart iz [die Messe] dâ begân Kreuzf
8140;
[die Herren] , die ich dar zue gepeten han vnt di ovch en antwuͦrtte gewesen sint pei dieser red UrkAltenb
71
(a. 1293);
ze des kindes gebürte / was niemen z’antwürte / niuwan dise vrouwen zwô Greg
676;
Spec
110,8.
–
in/ze gotes
~
komen/sîn
‘vor Gottes Antlitz treten/stehen’
álso íst daz summum bonum. daz man in gótes ántuuart cúmet Will
52,21;
alser duͦ ci gotis antwurte quam, / cin êwigin ginâdin Anno
45,1;
ze gotes antwirt sint si uil groze Rol
8320
MWB 1 329,43; Bearbeiter: Schnell
antwart
Adj.
‘zugegen, anwesend’
dise bekentnisse geschach ze Oringowe, da antwart waren alle die korherren UrkCorp (WMU)
29,15
MWB 1 330,1; Bearbeiter: Schnell
antwarten
swV.
→ antwerten
MWB 1 330,4;
antwëder
Konj., Präp.
→
eintwëder
MWB 1 330,5;
antwërc
stN.
1
‘Kriegsgerät, Belagerungs-, Wurfmaschine’ (vgl. Schultz, Höf. Leben, 2,423; LexMA 1,736) 2
‘Handwerk’
2.1 als berufliche Tätigkeit 2.2 metonymisch: ‘Handwerkerschaft, Zunft’
2.3 metonymisch: das Ergebnis handwerklicher Tätigkeit, ‘Werk, Geschöpf’
1
‘Kriegsgerät, Belagerungs-, Wurfmaschine’ (vgl. Schultz, Höf. Leben, 2,423; LexMA 1,736):
daz ûzer antwerc wart verbrant: / ir ebenhœhe unde ir mangen, / swaz ûf redern kom gegangen, / igel, katzen [...] die kundez fiwer hin dan wol schaben Parz
205,30;
dô hiez er wurken antwerc. / [...] er wolt die stat erstrîten. / drîboc und mangen, / ebenhœhe ûf siulen langen, / igel, katzen, pfetrære Wh
111,5;
er hiez rihten an den berch / alle der hande antwerch, / diu zesturme frum warn StrKD
52,42;
Kchr
17144;
HvNstAp
1042.
–
‘Gerät zum Spannen der Armbrust’ (vgl. Schultz, Höf. Leben, 2,203):
ouch fuorter einen bogen, / den man mit antwerke muose ziehen dan, / der in spannen solde NibB
953,3.
–
‘Werkzeug’, hier übertr.:
daz vertâne getwerc, / des vâlandes antwerc Tr
14512;
diu huote daz vertâne antwerc, / diu vîndin der minne ebd.
17848
2
‘Handwerk’
2.1
als berufliche Tätigkeit:
[wenn jemand] so in arbait etslicher in der kuchi, im kelre, im munster, in der pfistri, im garten, im antwerc etslichen so er arbait oder in kainer stat etwaz sumit oder bricchit etwaz BrZw
46;
[der Gott Vulkan] was lam und guotes arm, / sîn antwerc tet im ofte warm RvEBarl
10064;
ein bvrger, der diz antwerk selbe niht vͤbit UrkCorp
80,30.
1047,13;
umbe kint diu man ze antwaerken lat StRAugsb
8,17
2.2
metonymisch: ‘Handwerkerschaft, Zunft’
der herre hat [...] gewalt gegeben den zvnftmeisteren [...] ze sezzende vnd ze machende einvnge, die iren antwerken [...] nôtdúrftig vnd núzze sint UrkCorp (WMU)
1797AB,20,21;
vnd (daz) iegelich antwercke livte [...] vs ir antwercke welent ainen zvmfmaister ebd.
3435,32
2.3
metonymisch: das Ergebnis handwerklicher Tätigkeit, ‘Werk, Geschöpf’
dô dîn [Gottes] bilde almehteclich / hal in kindes forme sich. / wercman hôch, du woltest dich / lân versêren dîn antwerc KvWLd
1,196;
do christ wart geborn, / do was ir [der Heiden] antwerch uerlorn: / diu sule [die Bildsäule des Mars] sich do zarte, / daz nîemen des gewarte, / untze sie en allen gahen / ir meister uallen sahen Wernh
D 4274
MWB 1 330,6; Bearbeiter: Schnell
antwërcliute
stM. (Pl.)
‘Handwerker, Angehörige einer Handwerkerzunft’
jst daz listmachär oder antwerkläwt in dem kloster sint die süllen die selben ir liste mit aller diemüt würken BrAlt
57;
sô müezen gebûren arbeiten und antwercliute, smide, schuoster PrBerth
2:115,16;
do hettent etliche antwerkelute ein bruderschaft ufgesatte ClosChr
119,34;
daz iegelich antwercke livte von Ezzelingen ainest in dem iar sich besamelnt UrkCorp (WMU)
3435,31,32,7;
Ammenh
11364
MWB 1 330,49; Bearbeiter: Schnell
antwërcman
stM.
‘Handwerker, Angehöriger einer Handwerkerzunft’
swelh antwaerkman lerenchint hat, diu er leret, swelher hande antwaerk daz ist, der mak diu wol zuhtigen StRAugsb
187,5;
ein schaͤre, das mag betuͤten wol / einen ieklichen antwerkman, / der tuoch weben, verwen oder scheren kan Ammenh
11355;
also das [...] der von den koͮflv́ten einen koͮfman zvͦ ime neme vnd der von den antwerklv́ten einen antwercman zvͦ ime neme UrkCorp (WMU)
1797AB,10;
UrkEls
2,145
(a. 1332);
PrBerth
1:18,32
MWB 1 330,59; Bearbeiter: Schnell
antwërcmeister
stM.
‘Handwerksmeister’
do wir vnser burgeren beide arm vnd rich vnd den antwerc meisteren [...] kvnden woltent vnseren bresten UrkCorp (WMU)
N2AB,17,31,32
MWB 1 331,6; Bearbeiter: Schnell
antwërcstein
stM.
Stein, der mit einem antwërc geschleudert wird:
swaz man von oben darûf [auf das Schutzdach der Belagerer] warf / fiwer und grôz antwercsteine, / daz enschate harte kleine Ottok
31106
MWB 1 331,10; Bearbeiter: Schnell |