anewëgære
stM.
städt. Bediensteter zur Eichung der beim Fleischverkauf verwendeten Gewichte:
der richter sol einen anweger zuͦ dem vlæsche haben als der angiesser uͤber daz trinchen gesetzet ist StRMünch
199,23.
249,26.
250,3
MWB 1 305,20; Bearbeiter: Schnell
ane wegen
swV.
‘jmdn. bedrängen, beschuldigen’
Jesus zû der selben zît / kam mit im selbe in einen strît [...]. sulcher krîc Christ aneweit, / wan lîblich sin [...] mit vorchte wider den tôt sich spart JvFrst
3690;
[die Leute] di dô beseiten / sand Peter und aneweiten / sô, daz sîn eines lîb / begînc daz lougen [dass er Christus verleugnete]
ebd.
4792
MWB 1 305,25; Bearbeiter: Schnell
anewegunge
stF.
1
‘Anreiz’
1
‘Anreiz’
dise drî bewêrunge / wârn der Krîchen anwegunge JvFrst
1238;
di jungern unsers hêren Christ / enphîngen ein lidunge / von menschlicher anwegunge, / daz si um di êre / krîgten ebd.
2994
MWB 1 305,33; Bearbeiter: Schnell
aneweigære
stM.
‘Gegner, Widersacher’
mein anbeiger [La. anefechter
] hat ir selber gewissen darczuͤ betwungen, das sew vncz an dise czeit geswigen sind SchlierbAT(LS)
1,1
MWB 1 305,38; Bearbeiter: Schnell
ane weigen
swV.
möglicherweise zu anewîgen mit nhd. Diphthongierung
1
‘jmdn. angreifen’
2
‘jmdn. anfechten, versuchen, verfolgen’
3
‘etw. betreffen’
1
‘jmdn. angreifen’
wil disen an weigen sin geselle [...] so sol er daz vndervarn. vnd enmag er des niht vndervarn, so sol er dem helfen, den diser da an weiget UrkCorp (WMU)
475AB,4;
ist daz der bischolf [...] si [die Bürger] vnd di stat wil anwæigen mit gwalt, so suln si sich wern UrkWittelsb
1,391
(a. 1285)
2
‘jmdn. anfechten, versuchen, verfolgen’
iz moge nicht sîn moglich nû / daz ein menschlich sêle ûf erden / nicht sulle geanweiget werden JvFrst
3585;
er ist bereit / zû helfen den di angeweit / und angevochten werden ebd.
10258;
Senocrates [...] was als käwsch [...], das in dieselb fraw die gantz nacht anweygt vnd nye v̈berwinden möcht Schachzb
98,108;
GestRom
97
3
‘etw. betreffen’
mit allen dem, daz das hous anget oder anweiget UrkHeil
2,42
(a. 1315)
MWB 1 305,42; Bearbeiter: Schnell
aneweigunge
stF.
1
‘Angriff, Übergriff’
2
‘Versuchung, Anfechtung’
1
‘Angriff, Übergriff’
der selben stat ausvart vnd einvart sol sicher, vrey vnd vridsam sein vor aller beswaͤr vnd anweigung UrkLandsh
213
(a. 1335/38)
2
‘Versuchung, Anfechtung’
der [König] chom zuͦ ir vnd verhiezz ir vil [...] mit grosser anweigung die er sey an legt GestRom
82;
ayn anweigung an vns chumpt von dem teufel oder von der valschen werlt ebd.
83;
an den nidristen kreften hât diu sêle lîden und anweigunge, wan si wandelbêre und unstête ist Eckh (Pf)
356,38;
JvFrst
3588
MWB 1 305,60; Bearbeiter: Schnell
ane weinen
swV.
‘jmdm. zugewandt weinen’ (mit Akk.d.P.):
Marjâ Magdalênâ, / [...] / sich mit ir herzen touwe / von ir sünden reinde, / dô si Krist anweinde RvEBarl
4370;
do ward ain michel wainen / von grossen und von klainen: / aines waint das ander an HvNstAp
15985;
RvEGer
4199;
die [
küneginne
] sol er anruͤfen und anwainon PrSchw
2,97;
swie vil sie got an geruoften und bâten und an geweinten, daz mohte sie allez niht gehelfen PrBerth
2:81,22
MWB 1 306,7; Bearbeiter: Schnell
ane wëllen
stV.
‘jmdm. etw. anlasten’ (mit Akk. d. P. und Akk.d.S.):
er [Adam] wolt die sculde wellen ûf sîne gesellen [Eva]
[...] wie maht er den triugen der ane sihet alle getougen / unte in die scult ane wal Gen
397
MWB 1 306,17; Bearbeiter: Schnell
anewendære
stM.
‘Anwandacker, Pflugwende’ (Acker oder Grenzrain, auf dem der Pflug gewendet werden darf bzw. an den andere Äcker stoßen; vgl. anewande 1):
uf den anwendern da die huͦben uf enander stossent WeistGr
4,92
(Anfang 14. Jh.).
4,24
(a. 1354);
jtem ein acker, stoscet vf der mvnche anewender UrkCorp (WMU)
3037,10ff.;
jtem ein acker, vnd ist an eim ende ein anwender ebd.
3244AB,8ff.
MWB 1 306,22; Bearbeiter: Schnell
anewendærelîn
stN.
Dimin. zu anewendære:
jtem ein zweiteil vnd ist ein anewenderlin vor der gerúte von Kolbotzheim UrkCorp (WMU)
3244AB,38.
N150,13
MWB 1 306,31; Bearbeiter: Schnell
anewende
stF.
→ anewande
MWB 1 306,35;
anewendel
stN.
Dimin. zu anewande:
1 ächkerle und dar zuͦ 2 anewäntel [...] und dar an 1 anewëntel UrbSonnenb
118
u.ö.
MWB 1 306,36; Bearbeiter: Schnell
ane wenden
swV.
1 mit Akk.d.P. ‘jmdn. angreifen; über jmdn. kommen’
2 mit Akk.d.S. ‘etw. gebrauchen, zum eigenen Nutzen verwenden’
3 mit Akk.d.S. und Präp.-Obj. ‘etw. auf etw. wenden, ausrichten’
4 refl. ‘sich anstrengen’
5 in der Wendung: jmdm. anegewant sîn
‘mit jmdm. verbunden, verwandt sein’
1
mit Akk.d.P. ‘jmdn. angreifen; über jmdn. kommen’
sie [sollten] wol behuoten / daz die hôchgemuoten / ie man ze rücke an wande RvEAlex
12007;
der schmertz und der gebrest / der mich durch dich hat angewent KvHelmsd
2091
2
mit Akk.d.S. ‘etw. gebrauchen, zum eigenen Nutzen verwenden’
daz er [der Mensch] ir [der sælde
] rât / mit der vernunst / dâ wendet an RvEAlex
20584;
Judas [...] was ein dieb / [...] und trug und anewante / di dink di man in sante TvKulm
3751
3
mit Akk.d.S. und Präp.-Obj. ‘etw. auf etw. wenden, ausrichten’
di juden angewent / heten den sin ûf einen list JvFrst
7912
4
refl. ‘sich anstrengen’
Seleucus, der sun merke hi / des grozen Antiochi, / sich unendlich anwante HistAE
5195
5
in der Wendung: jmdm. anegewant sîn
‘mit jmdm. verbunden, verwandt sein’
an bilden / von siner [Gottes] hant / sit ir [alles Geschaffene] im lobelich angewant Pass III
692,18
MWB 1 306,39; Bearbeiter: Schnell
ane wërden
stV.
‘so handeln, dass; so weit kommen, dass’ (mit daʒ-Satz):
daz hus Israhel ist gevallen und wirt nicht anwerden, daz iz wider ufste Cranc
Am 5,1.
Jes 24,20;
so wil ich anwerden, daz ich vorwundirunge tu disem volke ebd.
Jes 29,14
u.ö.
– mit korrelativem eʒ/daʒ als Akk.-Obj. im Hauptsatz:
got wirt is nicht me an, das er undir in wone Cranc
Kl.Jer 4,15;
ich wil iz vurbas nicht me anwerden, daz ich mich irbarme des huses Israhel, mer ich wil ir vorgezzen ebd.
Os 1,6
u.ö.;
wê hiute unde immermêr, / daz man ez ist an worden, / daz man die kunic sol morden Ottok
40745;
dô er daz ane wart, / daz er mit hervart / im lie daz enplanden ebd.
70580
MWB 1 306,58; Bearbeiter: Schnell
âne wërden
stV.
→ âne 1.3.1, → wërden
MWB 1 307,8;
ane wërfen
stV.
1
‘jmdm. etw. entgegenwerfen’ überw. mit Akk.d.P. (selten Dat.d.P.) und Akk. d. S. 1.1 übertr. die Versuchung durch den Teufel beschreibend ‘jmdn. mit etw. belegen, jmdm. etw. eingeben’
1.2 jmdn. slâf
‘jmdn. in Schlaf versetzen’
1.3 jmdn. kriec
‘einen Rechtsstreit gegen jmdn. anstrengen’
2
‘jmdn. einer Sache bezichtigen’ (mit Akk.d.P. und Gen. d. S.) 3
‘etw. (Kleidung) anziehen’ mit Akk.d.S. 4
viur / vlammen
‘Feuer legen, entfachen’
1
‘jmdm. etw. entgegenwerfen’ überw. mit Akk.d.P. (selten Dat.d.P.) und Akk. d. S.:
mangen twerhen blic den wurfen sî mich mit den ougen an Neidh
WL 24:3,5;
so set man uz iren munden gen / daz vuer: daz ist der starke ban / den sie [die Heiligen] den luten werfen an HeslApk
15768;
daz selbe viur warf si in an Wig
6962;
daz nieman sinen munt in ergerunge wise úber sie [die Stadt] uftuͦ oder sie [...] denheine meinunge einer urteile anwerfe UrkStraßb
5:213,8
(a. 1350).
– gelegentlich mit sachl. Obj. ‘etw. auf/an etw. werfen’
ein viuwer [...] daz bran / swaz ez wart geworfen an: / bein, îsen unde stein Wig
6957;
hete ich die minen an / geworfen [hätte ich meine Blumen angehäufelt (?)] als ich dine han, / so stünden mine blumen glanz Frl
5:77,17
1.1
übertr. die Versuchung durch den Teufel beschreibend ‘jmdn. mit etw. belegen, jmdm. etw. eingeben’
er wirfet uns ane haz unde nît, ubele gedanche, ubelen willen Spec
113,27.
101,33;
die boͤsen gaiste, so si den menschen boͤsen gedanch an werffent, so machent si daz er vergizzet des hiligen gotes wort PrOberalt
50,37;
den einen wirfet er ane glust, [...] daz er aller brinnet unz er daz wîb gewinnet Gen
421.
– in der Wendung bekorunge
~
‘jmdn. versuchen’
dc si den tieveln och mach widerstan an aller der bechorung die si sie anwerfent PrSchw
2,56.
2,88;
sin [des Teufels] reht ist daz er unz boze bekorunge und unreine gedanke ane werfe HlReg
8,25;
Konr
11,14
1.2
jmdn. slâf
~
‘jmdn. in Schlaf versetzen’
dâ nâch er in ane warf einen slâf vile starch Gen
294
1.3
jmdn. kriec
~
‘einen Rechtsstreit gegen jmdn. anstrengen’
daz er zehende [...] an die kirchun [...] giengi. daz widersprach der kiͤrchherre von Iezingen vnd warf unz krieg an UrkCorp
565,8
2
‘jmdn. einer Sache bezichtigen’ (mit Akk.d.P. und Gen. d. S.):
wellicher burger [...] angesprochen oder angeworfen wurde eins meyneides StRSchlettst
43
3
‘etw. (Kleidung) anziehen’ mit Akk.d.S.:
darnâch die geste mære / begunden sich bereiten: / si wurfen unde leiten / diu rîchen wâpencleider an KvWTurn
292
4
viur/ vlammen
~
‘Feuer legen, entfachen’
eins tages man die Bêheim sach / mit sturmen an den vorhof gên, / daz kunde niemen understên. / si wurfen daz fiwer an Ottok
9120;
Minne diu warf ir vlammen an, / Minne envlammete den man Tr
17593
MWB 1 307,9; Bearbeiter: Schnell
ane wërn
swV.
‘andauern’
dirre hof wert nâch der sage / mê danne drîzec tage / mit voller vreude für sich an UvZLanz
6215
MWB 1 307,57; Bearbeiter: Schnell
anewërt
stM.
‘Wert, Gegenwert’ (stets in Verbindung mit einer best. Geldmenge):
dü güter [...] geltent drissig schilling anwerde UrkGraub(M)
2,408
(a. 1350);
ain wise [...] giltet dri schilling anwert an käsen ebd.
2,409
(a. 1350)
u.ö.
MWB 1 307,60; Bearbeiter: Schnell
ane wësen
stV.
→ ane sîn
MWB 1 308,1;
âne wësen
stV.
→ âne 1.3.1, →
sîn
MWB 1 308,2;
anewette
stN.
‘Pfand, Vertragsstrafe’ (vgl. anegewette):
pœna a civibus statuta, quae anewete vocatur UrkEls
1,350
(a. 1223);
dc er inen geprochen solt haben dc anweͥtte vnd die gelv́bde, die er inen gelobt [...] hatte UrkCorp (WMU)
2626,5;
so setze ich inen [...] ze einer anewette minen hof UrkBern
6,27
(a. 1332)
MWB 1 308,3; Bearbeiter: Diehl
ane wîgen
swV.
1
‘jmdn. angreifen’
2
‘jmdn. anfechten, versuchen’
1
‘jmdn. angreifen’
er ane wîgte si vil Ottok
31890;
swie vil man mich mit reht / an wîget oder an vêht ebd.
32529
2
‘jmdn. anfechten, versuchen’
swen got so lange leben lat, / daz er sinne und tage hat, / den anwigt der tivel starc StrKD
165,43
MWB 1 308,10; Bearbeiter: Diehl
ane winden
stV.
mit Akk.d.P./d.S.
1
‘(zu) jmdm. gehören’
2
‘jmdn. berühren’
2.1
‘jmdn. anfassen, ergreifen’
2.2
‘jmdn. angreifen’
2.3
‘jmdm. etw. nehmen’
1
‘(zu) jmdm. gehören’
[Grundstücke,] dei die phaffun [...] ane wuntin / dei in gilâzzin wâren von des chuniges gnâden Gen
2617;
sin vreunde, di in an windent von im selben od von seiner houssvrowen UrkCorp (WMU)
593,38;
UrkWittelsb
2,50
(a. 1294).
2,207
(a. 1312);
arme unde rîche / die schildes ambet ane want [die Ritterdienste leisteten]
Parz
280,21;
wan Abyron und Dathan / mit allem das sy want an, / chint, ehalten, viche und ir weip, / verluren gahes den leip HvBurg
2592.
2964;
die tiuristen die wir under uns inder han / und die in doch an winden / die schul wir under uns vinden GvJudenb
3171
2
‘jmdn. berühren’
2.1
‘jmdn. anfassen, ergreifen’
[die Frau] sich offinlîch berûmete, / daz er sî nî intblûmete, / joch nî unkûschlîch angewant, / sundir lîz als er sî vant NvJer
19072;
ein sûche [...] in angewant und an im warb / daz er ûf dem wege starb ebd.
17149
2.2
‘jmdn. angreifen’
diu iüdischeit het anderweit mit marter / gotes pilde gewunden an / dâ von ûz den wunden bluot und wazzer ran Loheng
3328;
[Litauer] dî ûf der Lubouwin / vumf dorfir angewundin NvJer
22316.
14479
2.3
‘jmdm. etw. nehmen’
[er] were in ir lant komen und hett es ir alles angewunden, biß an zwo burg Lanc
235,25.
225,24
MWB 1 308,16; Bearbeiter: Diehl
ane winnen
stV.
‘jmdm. etw. (durch Kampf) abnehmen’ (vgl. ane gewinnen):
die gemeinde [...] heren Bruyn Hardevuyst sturmen begonde / ind wonnen eme syn huys ane HagenChr
1321
MWB 1 308,43; Bearbeiter: Schnell
ane wirken
swV.
→ ane wurken
MWB 1 308,47; |